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Die Bibliothek des Augustiner-Chorherrenstifts Neunkirchen am Brand. Geschichte und Bestände. Bamberger Buch-Geschichten (1). Rischpler, Susanne. Hrsg.: Staatsbibliothek Bamberg. 2021. 160 S. 83 fb. Abb. 28 x 22 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-0887-6 Michael Imhof
Das Augustiner-Chorherrenstift Neunkirchen am Brand, das 1314 in der Nähe von Erlangen gegründet wurde, bestand nicht einmal 250 Jahre. Es besaß jedoch ein Skriptorium, das qualitätvolle Handschriften produzierte, und eine umfangreiche Bibliothek, über die die erhaltenen Handschriften und Inkunabeln Zeugnis ablegen. Die meisten davon werden in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt.
Das vorliegende Buch ist eines der Ergebnisse des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Katalogisierungsprojekts „Illuminierte Handschriften und Drucke des 15. und frühen 16. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg“. Die reich bebilderte Publikation bietet eine Einführung in die Neunkirchener Stifts- und Bibliotheksgeschichte und präsentiert die aktuellen Erkenntnisse zu den noch greifbaren Bänden in einem detaillierten Katalogteil. Die Beschreibungen erläutern jeweils die inhaltlichen, provenienz- und einbandgeschichtlichen Aspekte und widmen sich der Beschreibung und Analyse des Buchschmucks.
in Hochstift und Diözese Bamberg in der Frühen Neuzeit. Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte (10). Wölfel, Sandra. Außereheliche Sexualität und Illegitimität. 2021. 416 S. 12 Abb. 24 x 17 cm. EUR 49,95. CHF 57,40 ISBN: 978-3-7319-1153-1 Michael Imhof
Uneheliche Kinder und Herrschaft im frühneuzeitlichen Staat – auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammenhängende Themen. Die vielen Berührungspunkte der beiden er¬geben sich allerdings durch die Perspektive des Funktionierens von Herrschaft und der Guten Policey: Vor- bzw. außerehelichen Geschlechtsverkehr zu verhindern, war ein wichtiges Anliegen vieler vormoderner Regierungen, da dieser mit der Geburt illegitimer Nachkommen zu diversen Schwierigkeiten bzw. Unsicherheiten führen konnte, mit denen sich Administration und Judikative auseinandersetzen mussten. Nicht zuletzt stand die Sündhaftigkeit nichtehelicher Sexualität im Fokus vieler Herrscher.
Am Beispiel des Hochstifts Bamberg, eines katholischen geistlichen Territoriums, sind die in kanonisches Recht und Reichsgesetze eingebundene Legislative und die Verschränkung weltlicher und geistlicher Sphäre besonders gut sichtbar. Seit dem 16. Jahrhundert tauchen sowohl straf- als auch zivilrechtlich Themen um Unzucht, Konkubinat, Ehebruch, Gültigkeit von Ehen, Verlobung, Mindestvermögen von Heiratswilligen sowie Versorgungs- und Erbfragen von naturales und spurii in Einzelverordnungen und Gesetzessammlungen wie der Bamberger Halsgerichtsordnung (1507) oder dem Bamberger Landrecht (1769) auf. Auch lokale Bräuche um Eheanbahnung und Heirat weckten das Regelungsbedürfnis von Fürstbischof und Regierung.
Das Konsistorium des Domdekans übte die Gerichtsbarkeit in Ehesachen im gesamten Bereich der Diözese und des Hochstifts aus. Die Umsetzung der normativen Vorgaben folgte freilich nicht immer strikt den Gesetzen, wie die Analyse von Gerichts- und Amtsprotokollen des 17. und 18. Jahrhunderts zeigt. Am Beispiel der Orte Kronach und Enchenreuth kann unter Verwendung von Matrikelbüchern und pfarramtlichen Akten der Umgang von lokalen weltlichen und geistlichen Amtsträgern mit konkreten Fällen und deren Einbindung in das Herrschaftsgefüge vor Ort gezeigt werden. So ergeben sich teils plastische Bilder von lokaler Herrschaft und der Sozialgeschichte im Franken des 17. und 18. Jahrhunderts.
Erhalt und Vermittlung des Thüringer Kulturerbes. Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (24). Hrsg.: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Baulust und Baulast. 2021. 352 S. 37 Abb. 341 fb. Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 39,95. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7319-1170-8 Michael Imhof
Die Baulust der einstigen Thüringer Grafen und Fürsten ist ein beredtes Zeugnis ihres repräsentativen Anspruchs und zentraler Bestandteil des Thüringer Kulturerbes. Entsprechend gilt es, dieses Vermächtnis zu erhalten und anschaulich zu vermitteln. Zuweilen lassen die damit verbundenen komplexen Aufgaben aber die ehemalige Baulust zur heutigen Baulast werden.
Die zahlreichen Burgen und Schlösser, welche die Thüringer Grafen und Fürsten auf engstem Raum hinterlassen haben, und ihre Ausstattungen werden teilweise erstmals seit ihrer Entstehungszeit umfassend saniert. Der Band zeigt an vielen Beispielen auf, wie vielschichtig sich der Erhalt dieser sichtbaren Zeichen des Thüringer Residenzerbes gestaltet.
Quellenarbeit, Bauforschung und Untersuchungen bilden in der Regel den Ausgangspunkt für die methodische Herangehensweise, die zum Einstieg in die Sanierung und Restaurierung erforderlich ist. Nicht selten fördern sie Überraschungen zutage, die die fürstliche Baulust zur Herausforderung für die Denkmalpflege werden lassen. Doch häufig sind damit Geschichten verbunden, die ein breites Fundament für die Vermittlung bilden. Auch dafür hält der Band eine anschauliche Auswahl an Beispielen bereit.
Conrad Ekhof und das Gothaer Hoftheater. „Eine solche Verwandlung schien fast Zauberei.“. Hrsg.: Freitag, Friedegund; Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. 2021. 168 S. 14 Abb. 44 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 24,95. CHF 28,70 ISBN: 978-3-7319-1037-4 Michael Imhof
Das Ekhof-Theater im Westturm von Schloss Friedenstein ist nicht nur eines der ältesten deutschen Barocktheater mit einer immer noch funktionstüchtigen originalen Bühnenmaschinerie, es war auch die letzte Wirkungsstätte eines der berühmtesten Schauspieler seiner Zeit. Seit 1775 war Conrad Ekhof künstlerischer Leiter des neu gegründeten Hoftheaters. Dieses sollte Maßstäbe setzen: Erstmals wurden Schauspieler direkt an einem Hof angestellt und waren damit sozial abgesichert. Ekhof feierte mit seiner naturnahen Darstellungskunst Triumphe. August Wilhelm Iffland, später einer der meistgefeierten Bühnenkünstler Deutschlands, gab sein Debüt. Georg Anton Benda schuf mit dem Melodram eine neue Kunstform. Erstmals wurde ein historisch authentisches Bühnenkostüm kreiert. Die Geschichte dieses Theaters, Spielplan und Akteure, künstlerische Leistungen und Bühnentechnik werden im vorliegenden Sammelband beleuchtet.
Der spatial turn in der Architektur und die Beschreibung in der Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Ein Dialog der Künste (5). Hrsg.: von Orelli-Messerli, Barbara. Ein Dialog der Künste. Deutsch; Französisch. 2021. 174 S. 17 fb. Abb., 6 Abb. 24 x 17 cm. EUR 19,95. CHF 22,90 ISBN: 978-3-7319-1202-6 Michael Imhof
Internationales Symposium “Ein Dialog der Künste”: 29.–30. November 2018
Das Internationale Symposium „Ein Dialog der Künste“ hat sich der Interdisziplinarität verschrieben, um insbesondere ungewohnte oder noch nicht entdeckte Ordnungsprinzipien in der Kunst freizulegen. Die Raum/Zeit-Komponente in der Architektur wurde von Sigfried Giedion mit seiner Publikation von 1941, Space, Time and Architecture: The Growth of a New Tradition in die Forschung eingeführt. Stand beim ersten Symposium im Jahre 2010 allgemein die Beschreibung von Architektur in der Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart im Vordergrund, so hatte sich in den folgenden Symposien, die alle zwei Jahre stattfanden, der Blickwechsel stetig erweitert. Einbezogen wurden in der Folge weitere Medien wie Film, Fotografie und Raumkunst. Aber auch die Blickrichtung änderte sich mit dem Einbezug der Raumgestaltung sowie der Untersuchung ihrer Bezüge zur Raumhülle. Damit wurde eine Plattform geschaffen für wissenschaftliche Forschung anderer Art mit neuen kunsthistorischen Methoden und Interpretationen. Das 5. Symposium „Ein Dialog der Künste“ wendet sich unter diesen Prämissen dem spatial turn zu, um die Raum/Zeit- Dimension von Architektur und ihre Beschreibung in der Literatur zu untersuchen. Insbesondere geht es darum, das Dynamische der Architektur herauszuarbeiten, und zwar mithilfe der Bewohner / Benutzer / Besucher, die durch ihre Raumergreifung, ihre Beobachtungen und deren Schilderungen in der Literatur das scheinbar Statische der Architektur überwinden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung soll in diesem Sinne zu einer methodologischen Neuausrichtung der Kunstgeschichte beitragen. Der Raum/Zeit-Begriff seit der Frühen Neuzeit bis heute soll untersucht und anhand der Beschreibungen von Architektur in der Literatur in neue Perspektiven ausgeweitet werden.
Die herzogliche Kunstkammer in Gotha. Band1 Inventare, Band 2 Katalog. Hrsg.: Dettmann, Ingrid; Strehlau, Agnes; Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. 2021. 904 S. 691 fb. Abb. 30 x 24 cm. EUR 99,00. CHF 114,00 ISBN: 978-3-7319-0926-2 Michael Imhof
Die vielfältigen Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha haben ihren Ursprung in der barocken Kunstkammer, die Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1601–1675) Mitte des 17. Jahrhunderts im Westturm von Schloss Friedenstein einrichten ließ. Seitdem ¬erfolgte eine stetige Erweiterung der Bestände, die bis 1764 in verschiedenen Kunstkammer¬inventaren Niederschlag fand.
Die vorliegende Publikation identifiziert in ausgewählten Kunstkammerinventaren die in der historischen Präsentation der barocken Kunstkammer von Schloss Friedenstein vorhandenen Exponate.
Band 1 enthält die transkribierten Kunstkammerinventare der Jahre 1657, 1717 und 1764, ein Inventar der 1656 in der Kunstkammer aufbewahrten Münzen, das 1692 verfasste Inventar ¬eines zur Kunstkammer gehörenden Augsburger Kabinettschrankes und das Inventar der ¬Mineraliensammlung von 1764.
Band 2 ist ein in Bestandsgruppen gegliederter Katalog der identifizierten Kunstkammerobjekte, der durch ein Verzeichnis von Gegenständen ergänzt wird, die möglicherweise Bestandteil der Kunstkammer waren, aber den Inventaren nicht eindeutig zugeordnet werden konnten.
Wolf-Dieter Kohler - 1928-1985. Leben und Werk. Birkenmaier, Christa. 2021. 240 S. 470 fb. Abb., 24 Abb. 30 x 24 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1195-1 Michael Imhof
Der 1928 geborene Stuttgarter Künstler Wolf-Dieter Kohler entstammte einer Theologen- und Künstlerfamilie. Bereits sein Vater Walter Kohler war Gründungsmitglied der „Stuttgarter Sezession“, seine Mutter Elise, geb. Schleppe, Tänzerin im Mary-Wigman Stil mit eigener Tanzschule in den 30iger Jahren. Die erfolgreiche Tätigkeit des Vaters mit Aufträgen in vielen Kirchen Württembergs, in Halle und Berlin und mit mehreren Ausstellungen wurde jäh abgebrochen, als er vor den Augen seines 17-jährigen Sohnes im Januar 1945 in Stuttgart durch eine Bombe getötet wurde.
Wolf-Dieter Kohler gehörte 1946 zusammen mit Hans-Gottfried von Stockhausen zu den ersten Meisterschülern bei Rudolf Yelin an der neu eröffneten Stuttgarter Kunstakademie. Ab den 50er Jahren war er als freier Künstler mit zahlreichen Aufträgen im süddeutschen Raum und auf der Insel Sylt tätig. Er gestaltete Farbfenster, Wandbilder, Altargegenstände, Metallplastiken und Wandteppiche in mehr als 200 Kirchen, Schulen, diakonischen Einrichtungen, Kliniken und Privathäusern. In fast allen Stuttgarter Kirchen, im Ulmer Münster, in Heilbronn, in der Leonberger Stadtkirche und in der Tübinger Stiftskirche u.a. hinterließ er eindrucksvolle Farbfenster. Sein wesentliches Anliegen war die Vermittlung der biblischen Botschaft durch Licht und Farbe. Seine zweite große Leidenschaft galt der Landschaftsmalerei und Portraitkunst. Von zahlreichen Reisen in Europa und Israel brachte er Zeichnungen, Ölbilder und Aquarelle mit. Wolf-Dieter Kohler verstarb 1985 mit 57 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.
Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung. Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz (5). Hrsg.: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesdenkmalpflege; Hrsg.: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.; Landesverband Rheinland-Pfalz, Mainz. Kriegsgräberstätten in Rheinland-Pfalz. 2021. 464 S. 705 fb. Abb., 63 Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 39,95. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7319-1103-6 Michael Imhof
Kriegsgräberstätten sind gerade in einem so oft von Kriegen heimgesuchten Landstrich wie dem heutigen Rheinland-Pfalz allgegenwärtige Träger der Erinnerung und der Mahnung, die es verdienen, beachtet und erhalten zu werden. Gleichzeitig stellen sie charakteristische Zeugnisse ihrer Entstehungszeit und deren spezifischer Gedenkkultur dar, in der sich die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Ein Kooperationsprojekt zwischen der Direktion Landesdenkmalpflege und dem Landes¬verband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Rheinland-Pfalz ermöglichte es erstmals, die anerkannten Kriegsgräberstätten eines Bundeslandes unter wissenschaftlichen Aspekten denkmalfachlich zu erfassen, zu dokumentieren und hinsichtlich ihres Denkmalwertes einzuordnen. Neben Beiträgen zu den Auswirkungen der beiden Weltkriege im Land, zur Geschichte und den Aufgaben des Volksbundes sowie zu den gestalterischen Charakteristika der Anlagen stellt der Band in einem Katalog 214 denkmalpflegerisch relevante Kriegsgräberstätten in Rheinland-Pfalz vor.
Studien zur Reichsstadtgeschichte (8). 8. Tagung des Mühlhäuser Arbeitskreises für Reichsstadtgeschichte Mühlhausen 24. bis 26. Februar 2020. Hrsg.: Timpener, Evelien; Wittmann, Helge. Reichsstadt und Gewalt. 2021. 304 S. 44 fb. Abb., 5 Abb. 24 x 17 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1099-2 Michael Imhof
Das beengte Wohnen, divergierende Interessen, Konkurrenz um Macht und Status – das Gewaltpotential scheint in den Städten der Vormoderne besonders hoch. Immer wieder erneuerten städtische Obrigkeiten Verbote, setzten auf Verfolgung und Bestrafung und doch blieben Praktiken physischer Gewalt im städtischen Raum präsent und teils ausdrücklich legitimiert. Die Beiträge des Bandes betrachten Formen physischer Gewalt gegen Menschen ebenso wie jene der Gewalt über Menschen im Sinne der Rechtsgewalt. Dabei bieten die Reichsstädte einen besonders ergiebigen Untersuchungsgegenstand, da die Verfügbarkeit über die hohe Gerichtsbarkeit den Grad ihrer Autonomie entscheidend bestimmte.
Ansätze und Strategien seit der Antike. Tagungsband der Vierten Jahrestagung der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte 9. bis 11. Mai 2019 in Hannover. Schriftenreihe der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte (3). Hrsg.: Holzer, Stefan M.; Rauhut, Christoph; Bastgen, Michael; Sieder, Mike; Kuban, Sabine; Gesellschaft für Bautechnikgeschichte. Reparieren – Ertüchtigen – Erhalten. 2021. 320 S. 139 Abb. 15 fb. Abb. 24 x 16,5 cm. EUR 39,80. CHF 45,80 ISBN: 978-3-7319-1132-6 Michael Imhof
Bauwerke zählen zu den langlebigsten Produkten menschlicher Tätigkeit. Dennoch müssen auch Bauwerke laufend unterhalten, repariert und an neue Nutzungserfordernisse angepasst werden, bis hin zur Wiederherstellung und Verbesserung der Standsicherheit und grundlegender bauphysikalischer Funktionen.
Der Band versammelt die Vorträge der Vierten Jahrestagung der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte wie auch Berichte zu laufenden Projekten und Forschungsvorhaben.
in Bildern aus dem Mittelalter und der frĂĽhen Neuzeit. Orte, Auftraggeber und soziale Funktionen. Brenker, Fabian. Turniere und Lanzenspiele. 2021. 384 S. 54 Abb. 150 fb. Abb. 28 x 22 cm. EUR 49,95. CHF 57,40 ISBN: 978-3-7319-0932-3 Michael Imhof
Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren Bilder noch etwas Besonderes. Sie waren keine fotografischen Schnappschüsse, sondern bewusste Kompositionen aus handwerklichem Können, gesellschaftlichen Konventionen und den Wünschen der Auftraggeber. Besonders brisant wurden Bildzeugnisse, wenn darauf Turniere und Lanzenspiele abgebildet waren. Denn diese Kampfspiele waren durch ihre Veranstalter streng reglementiert. Während an den oberdeutschen Kolbenturnieren nur Adelige teilnehmen durften, veranstalteten die bürgerlichen Eliten weniger Reichsstädte eigene Lanzenspiele. In raumdominierenden Wandmalereien, farbenfrohen Fenstern, teuren Bildteppichen und auf manch anderem Bildträger wurden die Ereignisse verewigt. Doch auch mancher eidgenössische Ratsherr und einige nichtadelige Burgenbesitzer in Tirol schmückten ihre Säle und Stuben mit Bildern von Reiterspielen, obwohl sie nie an einem solchen teilgenommen hatten. Die genaue Analyse der Motive und der Abgleich mit den sozialen Hintergründen und Biografien der Auftraggeber offenbart, dass es in den Bildern um viel mehr ging, als um die Darstellung eines historischen Festes. Wappen und Helmzierden, fehlende Verlierer und unterschiedliche Kampfesweisen auf den Bildern zeugen von sensiblen Strategien, den eigenen Platz in der Gesellschaft bestmöglich zu visualisieren. In reliefverzierten Ofenkacheln und kleinen Reiterfiguren drang das Ideal des geharnischten Reiters im Gestech sogar bis in die Wohnstuben der Bürger und in die Köpfe der Kinder vor.
Rohingya. Peter Voss Photography. Deutsch; Englisch. 2021. 240 S. 126 fb. Abb. 37 x 29 cm. EUR 49,95. CHF 57,40 ISBN: 978-3-7319-1171-5 Michael Imhof
Der weitgereiste Wuppertaler Fotograf Peter Voss dokumentiert nach seinen Großformat-Büchern zu den Naturvölkern in Afrika und Papua sowie den Menschen in Nepal, Myanmar, Bangladesch, Indien und der Mongolei nun das Volk der „Rohingya“ mit ihren schrecklichen Lebensumständen. Dazu reiste Peter Voss erneut drei Wochen nach Bangladesch, wohin Hunderttausende von moslemischen Rohingya aus ihrem Herkunftsland Myanmar (dem früheren Burma) vor ethnischer Unterdrückung und gewalttätiger Verfolgung 2017 geflohen sind.
Die Ghettos der zuletzt Geflüchteten durfte Voss als Ausländer nicht betreten und sich ihnen auch nicht nähern. Einheimischen Mitgliedern seines Foto-Teams gelang es trotzdem, dort Bilder zu machen, beispielsweise von einem am 22. März 2021 abgebrannten Rohingya-Ghetto. Peter Voss selbst begegnete zahlreichen Rohingya-Familien, die schon vor 2017 nach Bangladesch geflohen waren, und sich dort mittlerweile als Fischereihelfer oder Straßenbauarbeiter mehr oder weniger integriert haben.
Wand- und Deckenmalerei im Lübecker Bürgerhaus zwischen 1300 und 1800. Ein Streifzug durch das unsichtbare Weltkulturerbe. Hrsg.: Möhlenkamp, Annegret; Albrecht, Uwe. 2021. 200 S. 28 Abb. 321 fb. Abb. 24 x 16,5 cm. EUR 22,95. CHF 26,40 ISBN: 978-3-7319-1130-2 Michael Imhof
Die Altstadthäuser der UNESCO-Welterbe-Stadt Lübeck bergen einen einzigartigen, aber kaum bekannten Bestand an Wand- und Deckenmalereien. Den Blicken der Öffentlichkeit entzogen, da zumeist in Privatbesitz, sind diese Malereien aus verschiedenen Epochen Kulturgut von europäischem Rang. Aus etwa 400 Häusern sind mehr als 1.600 Malschichten des Zeitraums von 1300 bis 1800 dokumentiert (Datenbank: Lübecker Wandmalerei). Oft liegen sie übereinander, weil Wände und Decken durch die Jahrhunderte immer wieder neu bemalt wurden.
Das Buch möchte mit einer repräsentativen Auswahl von Bildern und Analysen einem breiten Publikum eine weitgehend unbekannte Seite der Stadt vorstellen. Mehrere Spaziergänge zu öffentlich zugänglichen Adressen laden darüber hinaus ein, dieses verborgene Kapitel der hanseatischen Kunst- und Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit selbst zu entdecken.
Der Wetzlarer Dom. Geschichte und Geschichten aus 1100 Jahren. Hrsg.: Wegmann, Dr. JĂĽrgen; Illustriert von Atzbach, Peter. 2021. 144 S. 65 fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 24,95. CHF 28,70 ISBN: 978-3-7319-1201-9 Michael Imhof
Die Historie des rund 1100 Jahre alten Wetzlarer Doms hat eine Fülle von Geschichten hinterlassen. Ein Teil davon ist durch historische Dokumente belegt. Ein weiterer Teil basiert auf Erzählungen, die über die Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Ob diese Geschichten nun wahr sind oder es sich um Anekdoten handelt, so haben sie doch alle gemeinsam, dass sie zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregen. Dazu beitragen sollen die Illustrationen, die jeder Geschichte beigefügt sind. Sie ergänzen die Texte mit bildhaftem Leben und vermitteln so einen Eindruck des Verständnisses für Ereignisse aus den vergangenen elf Jahrhunderten.
Becoming Feininger. Lyonel Feininger zum 150. Geburtstag / Lyonel Feininger on His 150th Birthday. Hrsg.: Philipsen, Christian; Zusammen mit Köpnick, Gloria. Deutsch; Englisch. 2021. 240 S. 28 Abb. , 188 fb. Abb. 28 x 24 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1175-3 Michael Imhof
In 2021, the Lyonel Feininger Gallery in Quedlinburg, the world’s only museum dedicated to the work of the famous Bauhaus master, cele¬brates the artist’s 150th birthday. The special exhibition Becoming Feininger: Lyonel Feininger on His 150th Birthday offers an overview of the artist’s entire oeuvre along a chronological path. For the first time, three important Feininger collections will be presented together: the Dr Hermann Klumpp Collection in the ¬Lyonel Feininger Gallery in Quedlinburg, works from the Feininger Collection of the Kunst¬museum Moritzburg Halle (Saale), and works from the Lyonel Feininger Collection Armin Rühl Foundation, which was established in 2019. The catalogue brings together essays that introduce the three collections as well as a contribution on the Feininger family of artists. A section of plates and short texts provide an introduction to key periods of Feininger’s work and life.
Frauenkörper. Der Blick auf das Weibliche von Albrecht Dürer bis Cindy Sherman. Kurpfälzisches Museum Heidelberg: 24. Oktober 2021 bis 20. Februar 2022. Hirschfelder, Dagmar. Hrsg.: Hepp, Frieder; Hrsg.: Kurpfälzisches Museum Heidelberg. 2021. 248 S. 8 Abb. , 195 fb. Abb. 29 x 24 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1159-3 Michael Imhof
Der nackte weibliche Körper gehört zu den zentralen Sujets der abendländischen Kunst. Katalog und Ausstellung thematisieren die vielfältigen Bedeutungen und Konzepte, die mit seiner Darstellung seit der Renaissance bis in die heutige Zeit verbunden sind. Untersucht werden Kontinuität und Wandel von Schönheitsidealen sowie unterschiedliche Vorstellungen und Wahrnehmungen von Weiblichkeit. Damit berührt die Ausstellung ein Thema, das auch heute noch höchste Aktualität besitzt.
In mehreren Essays und sechs Ausstellungskapiteln beleuchtet der Katalog verschiedene Facetten des Blicks auf den weiblichen Körper. Dabei steht nicht nur der schöne, verführerische Körper im Fokus, sondern auch der verletzte, entstellte oder gealterte Frauenleib. Gezeigt werden Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Fotos und Videos bedeutender Künstlerinnen und Künstler des 16. bis 21. Jahrhunderts, darunter Albrecht Dürer, Rembrandt, Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Otto Dix, Max Beckmann, Maria Lassnig und Cindy Sherman.
Die verlorenen Meisterwerke. Herzogliches Museum, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha: 24. Oktober 2021 bis 21. August 2022. Hrsg.: TrĂĽmper, Timo; Hrsg.: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Wieder zurĂĽck in Gotha!. 2021. 264 S. 218 fb. Abb. 6 Abb. 30 x 24 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1151-7 Michael Imhof
In einer stürmischen Dezembernacht 1979 wurden aus Schloss Friedenstein in Gotha unter spektakulären Umständen fünf wertvolle Altmeistergemälde gestohlen, die jüngst nach über 40 Jahren zurückgekehrt sind. Aus diesem Anlass nimmt der Katalog die wechselvolle Geschichte der Gothaer Kunstsammlungen in den Blick: Von der Blütezeit im 19. Jahrhundert, den ungeklärten Verlusten, unkontrollierten Herausgaben und umfangreichen Verlagerungen, etwa in die Sowjetunion 1946, reicht die Betrachtung bis zum größten Kunstdiebstahl der DDR, den selbst die Stasi nicht aufklären konnte. Am Beispiel hochkarätiger Werke der Malerei, Grafik, Numismatik und des Kunsthandwerks werden die teils abenteuerlichen Wege der Objekte in private Hand, öffentliche Sammlungen oder den Kunsthandel nachvollzogen und die Umstände ihrer Rückkehr aufgezeigt. Exemplarisch wird ein spannendes Kapitel nicht nur der deutsch-deutschen Geschichte, sondern auch des internationalen Kunstmarkts erzählt, das bis heute nicht abgeschlossen ist.
Kulturpolitik der Aufklärung. Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg (1711–1794) und die Künste. Stendaler Winckelmann-Forschungen (13). Mayer, Gernot. Hrsg.: Kunze, Max; Hrsg.: Winckelmann-Gesellschaft. 2021. 384 S. 182 fb. Tab., . 26,5 x 20,3 cm. EUR 69,00. CHF 79,40 ISBN: 978-3-7319-1199-9 Michael Imhof
Künste und Wissenschaften stehen gleichfalls in einem sehr grossen Zusammenhang mit dem allgemeinen Besten. Sie sind es, welche die Barbarey vertreiben, die Menschen gesittet und vernünftig machen, mehrere Fähigkeiten und Geschicklichkeiten unter alle Lebensarten und Nahrungsstände verbreiten, den Ruhm einer Nation vorzüglich erheben, fremde herbeiziehen, und in unzähligen anderen Arten den erwünschlichsten Einfluß zur Aufnahme eines Staats so wie überhaupt zur Ehre der Menschheit haben.
Memoire des Fürsten Kaunitz für Erzherzogin Maria Carolina (1769) Staatskanzler Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg (1711–1794) zählt zu den bedeutendsten Politikern des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen dieser Studie wird erstmals sein kulturpolitisches Wirken systematisch untersucht: Sein Engagement im Theaterwesen, sein Einfluss auf das Baugeschehen und die Künstlerausbildung sowie seine Bedeutung für die Etablierung der Institution Museum und das Fach Kunstgeschichte. Kaunitz` Agieren wird hierbei im europäischen Kontext verortet und als Fallbeispiel einer Kulturpolitik der Aufklärung analysiert.
Johann Baptist Kirner. Erzähltes Leben. Augustinermuseum, Freiburg im Breisgau: 27. November 2021 bis 27. März 2022. Hrsg.: León, Adila Garbanzo; Hrsg.: Reuße, Felix; Hrsg.: von Stockhausen, Tilmann. 2021. 336 S. 362 fb. Abb. 8 Abb. 28 x 24 cm. EUR 34,95. CHF 40,20 ISBN: 978-3-7319-1075-6 Michael Imhof
Johann Baptist Kirner zählt neben Hans Thoma und Franz Xaver Winterhalter zu den wichtigsten Malern aus dem Schwarzwald, ist aber heute weitestgehend in Vergessenheit geraten. Seinerzeit wurde er als Vertreter der neuartigen Genremalerei für seine erfindungsreichen und einfühlsamen Bilderfindungen hochgeschätzt. Sein facettenreiches Werk beinhaltet neben diesen biedermeierlichen Alltagsszenen, die er im Schwarzwald, in Bayern und während seines Italienaufenthaltes studiert hat, auch das revolutionäre Geschehen der Zeit und den technischen Fortschritt am Beispiel der Eisenbahn. Obgleich er Großherzoglicher Hofmaler in Karlsruhe war, wählte er seinen Lebensmittelpunkt im damaligen Kunstzentrum München. Der Katalog zu den beiden Freiburger Kirner-Ausstellungen nimmt erstmals das zeichnerische und malerische Werk des Künstlers als Einheit wahr und beleuchtet es sowohl aus kunsthistorischer als auch aus ethnologischer und restauratorischer Perspektive. Ausführliche Werkbesprechungen und sechs thematische Aufsätze erschließen das OEuvre in der Tiefe und lassen Kirner in neuem Licht erscheinen.
Die Kunstsammlungen der Stadt NĂĽrnberg in der Weimarer Republik. Stadtmuseum im Fembo-Haus, NĂĽrnberg: 25. Juni bis 1. November 2021. Schriftenreihe der Museen der Stadt NĂĽrnberg (24). Hrsg.: Curtius, Andreas; Hrsg.: Museen der Stadt NĂĽrnberg. Luppes Galerie. 2021. 240 S. 104 fb. Abb. 20 Abb. 22,5 x 22,5 cm. EUR 24,95. CHF 28,70 ISBN: 978-3-7319-1162-3 Michael Imhof
Die Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg zählen zu den umfangreichsten kommunalen Kunstsammlungen Deutschlands. Unter dem Einfluss des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Hermann Luppe (1874–1945) entwickelten sie während der Weimarer Republik erstmals ein systematisches Sammlungskonzept, in dessen Zuge am 1. April 1921 auch eine neue Städtische Galerie eröffnet wurde. Diese Galerie sollte einen Überblick über die neuere und aktuelle deutsche Kunstlandschaft bieten. Zu diesem Zweck wurden unter anderem Werke von bedeutenden Kunstlern wie Anselm Feuerbach, Arnold Böcklin, Franz von Stuck, Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Pechstein oder Otto Dix angekauft. Unter der Naziherrschaft wurde 1937 eine Vielzahl dieser Werke als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt und aus der Sammlung entfernt. Einige davon sind der Zerstörung entkommen und befinden sich heute in anderen Museen oder in Privatbesitz.
Der reich bebilderte Katalog präsentiert diese Bestände erstmals im Zusammenhang der Öffentlichkeit.
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