Altmeister-Gemälde erworben für das Kunstmuseum Basel 2008-2024. Ein Erinnerungsbuch. Brinkmann, Bodo. 2026. 224 S. 205 fb. Abb., 2 sw. Abb. 29 x 24 cm. EUR 34,00. CHF 39,10 ISBN: 978-3-7319-1595-9 Michael Imhof
Gemälde von Lucas Cranach d. Ä., Angelika Kauffmann, der Malerfamilie Holbein, Caspar Wolf, Salomon de Bray und vielen mehr, aber auch Glasmalereien, kamen in den fast zwei Jahrzehnten der Amtszeit Bodo Brinkmanns ans Kunstmuseum Basel. Als Konservator betreute er die Sammlung Alter Meister, entdeckte Schätze im Depot und begleitete Neuzugänge und Dauerleihgaben mit Glück und Geschick. Er schildert in diesem Band, wie es bei den Erwerbungen – vor allem grosszügigen Schenkungen – zuging, und eröffnet damit spannende Einblicke hinter die Kulissen des Museumsbetriebs. Das sind bei weitem nicht nur Anekdoten; das ist sorgfältig dokumentierte und dabei durchaus unterhaltsam präsentierte Kunst- und Sammlungsgeschichte. Mit gründlichen Analysen und grossformatigen Abbildungen gibt dieses Kompendium den neuen Altmeister-Gemälden im Kunst¬museum Basel den kunsthistorischen Stellenwert, den sie verdienen. |
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Danzigs spätmittelalterliche Paramente im 20. Jahrhundert. Erinnerung, Konservierung, Überlieferung. Hrsg.: Samerski, Stefan; In Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen. 2026. 152 S. 20 sw. Abb., 100 fb. Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 24,95. CHF 28,70 ISBN: 978-3-7319-1602-4 Michael Imhof
Aus der Danziger Marienkirche sind uns spätmittelalterliche Textilien überliefert, die qualitativ und quantitativ zu den bedeutendsten der Welt gehören. Sie spiegeln den Glanz der hanseatischen Blütezeit wider und waren seit dem 19. Jahrhundert Exponent der kulturellen Identität der Weichselstadt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Paramentenschatz im großen Stil zerstreut. Zusammen mit der modernen Konservierung der Textilien und einzelnen Vergleichsbeispielen in anderen Museen soll das bewegte Schicksal des geteilten Bestandes von verschiedenen Wissenschafts¬disziplinen beleuchtet und in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Gerade die Geschichte des Danziger Paramentenschatzes bietet einen fundierten Diskussionsbeitrag für einen angemessenen Umgang mit dem eigenen Kulturgut.
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Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt. Band 87· 2026. Sladeczek, Martin. Herausgegeben von Verein für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt e.V. 2026. 12 sw. Abb., 47 fb. Abb. 21 x 14,8 cm. EUR 20,00. CHF 23,00 ISBN: 978-3-7319-1614-7 Michael Imhof
Die Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt erscheinen seit 1865 und gehören zu den renommierten Fachzeitschriften in Thüringen mit überregionaler Ausstrahlung. Schwerpunkte sind die Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie, Denkmalpflege und Kultur der Stadt Erfurt und ihres ehemaligen Landgebietes. Der aktuelle Band bietet neben Rezensionen, einem archäologischen Jahresbericht und einer Stadtchronik für 2025 ein breites Spektrum an Miszellen und Aufsätzen. Eine spektakuläre Wiederentdeckung ist der Rebstockpokal des bedeutenden Patriziers Otto Ziegler. Neue Erkenntnisse gibt es auch zur Prozession nach Schmidtstedt, die an eine mittelalterliche Hungersnot erinnerte. Weitere Beiträge würdigen den bedeutenden barocken Baumeister Johann Maximilian von Welsch, stellen Gotha und Erfurt als Orte der Demokratiegeschichte vor, plädieren für einen differenzierten Umgang mit dem kolonialen Erbe Erfurts und erinnern an das „Consulat der Vereinigten Staaten von Nordamerika“ sowie an den jüdischen Rechtsanwalt Max Rudnicki.
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Der Holzwurm Hans. Lambrecht, Wolfgang. 2026. 92 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 12,95. CHF 14,90 ISBN: 978-3-7319-0770-1 Michael Imhof
Im nahegelegenen Wald wohnt eine ganz gewöhnliche Holzwurmkolonie und – ups, eine gewöhnliche Holzwurmkolonie? Na ja, vielleicht nicht ganz ... Auf jeden Fall erledigt sie fleißig und pflichtbewusst die Aufgabe, die ihr von der Natur aufgetragen wurde: altes Holz zu Staub zu verarbeiten und Platz zu schaffen für neue Pflanzen. Wie in jeder Kolonie gibt es auch hier feste Arbeitszeiten. Jeden Tag zur Frühstückspause, für deren Einhaltung der Vorarbeiter Friedel zuständig ist, erscheint Hans mit einiger Verspätung. Während er nämlich seiner Arbeit nachgeht, hat er sich einen Kopfhörer auf die Ohren gezwickt. Hieraus dröhnen die unterschiedlichsten Beats in sein Hirn und lassen ihn fröhlich die Hüften im Takt hin- und herschwingen. Er liebt die Musik über alles, ist nahezu verrückt danach. Allerdings kann er dadurch das Signal zur Pause nicht hören und so muss ihm Friedel von hinten auf die Schulter klopfen und ihn holen. Im Frühstücksraum angekommen, setzt sich Hans auf seinen Platz, packt einen Splitter der saftigen Zeder aus, beißt hinein – und es beginnt für die anderen die schönste Zeit des Tages: Hans erzählt von seinen Abenteuern, seinen Erlebnissen – und das, obwohl er noch nie aus der Kolonie herausgekommen ist. Doch eines Tages ...
Liebevolle Figuren in einer ausgesprochen schönen Geschichte von Abenteuer und Freundschaft hat der Autor Wolfgang Lambrecht in diesem Buch geschaffen. Perfekt ergänzt mit den großartigen, detailreichen und anspruchsvollen Illustrationen von Patrick Romanowski, ist es geeignet für alle Leser und Zuhörer von 4 bis 94 Jahren.
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In the Serenity of the Himavanta Forest. What the Berlin Traiphum Discloses. Stoye, Martina; Panarut, Peera. Hrsg.: Staatliche Museen zu Berlin. Englisch. 2026. 150 S. 47 fb. Abb. 27 x 25 cm. EUR 34,00. CHF 39,10 ISBN: 978-3-7319-1581-2 Michael Imhof
Das Buch von den „Drei Welten“ („Traiphum“; Inv.Nr. II 650, Museum für Asiatische Kunst Berlin) ist eine der schönsten und ältesten Prachthandschriften zur buddhistischen Kosmologie aus Thailand. Die 33 Meter lange Leporello-Handschrift wurde 1776 von König Taksin von Thonburi bei vier Hofmalern und vier Hofschreibern beauftragt. Das Berliner Museums-Programm CoMuse bot 2023 den Einstieg in eine kollaborative Erforschung ihrer Bilder und Texte. Die beiden Autoren legen hier ihre gemeinsame Forschung vor. Im Fokus steht ein sechs Meter langer Abschnitt: die abgeschiedene Welt des Himavanta-Waldes mit herrlichen Seen, Tieren und Pflanzen, dem Verlauf des südlichen Stroms vom Himavanta-Wald in die Menschenwelt und vielen darin verorteten J?takas (Vorgeburtsgeschichten des Buddha). Aufgezeigt werden nicht nur das Wechselspiel von Text und Bild in der Handschrift selbst, sondern auch die Verbindungen des Dargestellten zu weiteren Texttraditionen Thailands und des Therav?da-Buddhismus.
The ‘Book of the Three Worlds’ (‘Traiphum’; inv. no. II 650, Museum für Asiatische Kunst, Berlin) is one of the most beautiful, oldest and magnificent manuscripts on Buddhist cosmology from Thailand. The thirty-three-metre long leporello manuscript was commissioned by King Taksin of Thonburi in 1776 from four royal painters and four royal scribes. In 2023, the Berlin museum programme CoMuse allowed collaborative research to be carried out of its images and texts. This book is the outcome of the joint research by the two authors. It focuses on a six-metre-long section of the manuscript: the idyllic and secluded world of the Himavanta forest with its beautiful lakes, animals and plants, the course of the southern stream from the Himavanta forest to the human world and the many J?takas (pre-birth stories of the Buddha) situated therein. The authors not only analyse the interplay of text and image in the manuscript, but also explore the connections between what is depicted here and other textual traditions of Thailand.
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Neumarkt-Kurier 1/2026 [Dresden]. Rekonstruktion, Wiederaufbau und klassischer Städtebau. Herausgegeben von Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e. V. 2028. 32 S. 32 fb. Abb. 8 sw. Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 5,00. 5,80 ISBN: 978-3-7319-1629-1 Michael Imhof
Offener Brief: Dresden braucht eine Ringstraße | Holger Just
Die Pirnaische Vorstadt – ihre Geschichte und Zukunft aus der Sicht der Initiative Carolabrücke e.V. | Milena Filipps
Das Kurländer Palais in Dresden im 18. Jahrhundert | Tobias Knobelsdorf
Eine klassische Fassade ist wie ein offenes Buch. Warum wir junge Menschen wieder mehr für klassische Baukultur begeistern sollten | Leon Furkert
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für Hans-Joachim Jäger | Torsten Kulke
„Wie weit willst du gehn?“ – Die Restaurierung der Akropolis von Athen (Teil 1) | Stefan Hertzig
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Tausendundeine Geschichte. Wie die Archäologie Funde zum Sprechen bringt. Herausgegeben von Matzerath, Simon; Linke, Julia; Hornung, Sabine;Höpken, Constanze; Kasparek, Nicole; Ney, Wolfram; Wiermann, Roland. 2027. 192 S. 97 fb. Abb. 24 x 30 cm. EUR 29,90. 34,40 ISBN: 978-3-7319-1582-9 Michael Imhof
Was unterscheidet Archäologie von Schatzsuche? Archäologische Objekte faszinieren nicht nur durch ihre Form oder Schönheit – sie sind Zeugnisse vergangener Lebenswelten, voller Geschichten, Verbindungen und Erkenntnisse. Wir rücken genau diese Geschichten hinter den Funden in den Mittelpunkt: spannende Entdeckungen, besondere Fundumstände, wissenschaftliche Deutungen und neue Perspektiven auf das kulturelle Erbe. Im Fokus steht nicht das Objekt als kunsthistorischer Schatz, sondern als kulturgeschichtliches Zeugnis in einem konkreten Zusammenhang. So entsteht ein facettenreiches Bild archäologischer Forschung – von der Grabung bis zur Auswertung, von der Hypothese bis zur Erkenntnis. Die Publikation fasst aktuelle wissenschaftliche Diskussionen zusammen und möchte zugleich zeigen, wie vielfältig und ¬lebendig archäologische Arbeit heute ist. Sie vereint fundiertes Wissen, ¬anschauliche Beispiele und den Blick für das Besondere – weit über die reine Objektästhetik hinaus. Ein Buch, das die Vergangenheit lebendig macht – durch Geschichten aus einer europäischen Grenzregion, erzählt von Funden aus dem Gebiet des Bundeslandes Saarland. |
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Otto Ralfs, Käte Ralfs, Junge Kunst. Avantgardeförderung in der Provinz. Holzgang, Gilbert. 2026. 160 fb. Abb. 56 sw. Abb. 29 x 21 cm. EUR 39,95. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7319-1604-8 Michael Imhof
Otto Ralfs förderte Maler wie Wassily Kandinsky und Paul Klee, als sie noch kaum bekannt waren. Mit seiner Frau Käte Ralfs und anderen Kunstliebhabern gründete er 1924 die Gesellschaft der Freunde junger Kunst. Im Braunschweiger Schloss veranstalteten sie zwischen 1925 und 1933 viele Ausstellungen. Die Künstler reisten an, bis die Nationalsozialisten diese wegweisende Kulturarbeit verhinderten. Otto Ralfs verlor seine Klee- und Kandinsky-Sammlung im Zweiten Weltkrieg. Aber er gab nicht auf! Von 1947 an führte er in Braunschweig eine Galerie für zeitgenössische Kunst. Er zeigte Werke von Anna Dräger-Mühlenpfordt und Ida Kerkovius, Willi Baumeister, Fritz Winter und vielen anderen und pflegte internationale Kontakte. Anhand von Briefen, Tagebüchern und Gästebüchern schildert die Biografie den großartigen Einsatz von Otto und Käte Ralfs für Malerinnen und Maler der Bauhaus-Ära und der Fünfziger Jahre. Berichtet wird auch, wie Wissenschaftler und Journalisten auf das Aufkommen der ungegenständlichen Malerei reagierten. Neueste Vorkommnisse im Kunstmarkt und den Landesparlamenten werden ebenfalls behandelt. |
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Edvard Munch. Selbstporträt beim Wein 1906 im Kontext von Leben und Schaffen. Schubert, Dietrich. 2026. 124. S. 84 fb. Abb. 29 x 24 cm. EUR 24,95. CHF 28,70 ISBN: 978-3-7319-1620-8 Michael Imhof
Unter den europäischen Expressionisten, die vor dem großen Krieg 1914/18 ihr Werk entfalteten, kommt dem Norweger Edvard Munch eine Sattelstellung zu. Seine Radierungen, Lithographien und Holzschnitte gaben wohl noch stärkere Impulse auf jüngere Künstler als seine Ölstudien und Gemälde. Zu denken ist dabei an die Architekturstudenten in Dresden, die sich 1905 zu einer Gruppe vereinten, die sie im Anschluss an Friedrich Nietzsches Texte im berühmten Buch „Also sprach Zarathustra“ mit dem Begriff BRÜCKE tauften.
Durch die negativen Kritiken, welche Munch in seiner Heimat hinnehmen musste, und die Spannungen innerhalb der Christiania-Bohème begann er zunehmend nach Frankreich, Nizza und Paris, wo er bei der Gruppe der „Unabhängigen“ seine Werke zeigte, und nach Deutschland zu reisen und auszustellen. In Berlin führte 1892 seine Ausstellung im Verein Berliner Künstler wegen des Skandals, den seine Gemälde auslösten, sogar zur Gründung der „Berliner Secession“. Durch die Kontakte mit Harry Graf Kessler in Weimar, dem Augenarzt Dr. Linde in Lübeck, dem Hamburger Juristen Gustav Schiefler, der ein erstes Verzeichnis seiner Radierungen bis 1907 erstellte, und dem Fabrikanten Herbert Esche in Chemnitz erhielt das Schaffen Munchs kreative Impulse. Eine desaströse Beziehung zu der reichen bürgerlichen Tulla Larssen, die mit einem Revolver hantierte, erschütterte den sensiblen Maler nachhaltig, verstärkte seine Melancholie, ließ ihn zu viel Alkohol trinken, so dass er zwischen 1903 und 1907 in eine gravierende Krise geriet. In diesen Jahren suchte er Erholung in Thüringen, und zwar in Elgersburg, in Weimar und in Bad Kösen/Saale. Trotz seiner Situation malte er intensiv Menschen, Landschaften und zahlreiche Selbstporträts, so auch das herausragende als einsamer Weintrinker im Sommer 1906. Dieses monologische Werk steht hier im Zentrum der Erörterungen; Munch stellte es zwar aus, so besonders 1912 in Köln in der Sonderbund-Ausstellung, die ihn neben Vincent van Gogh als Vorreiter des Expressionismus feierte, verkaufte es jedoch nicht.
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Die Bamberger Orgelbauer des 19. Jahrhunderts. Lebensbilder und Werke. Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte (11). Nehr, Harald. Hrsg.: Hölscher, Andreas. 2026. 672. S. 122 sw, Abb,, 170 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 49,95. CHF 57,40 ISBN: 978-3-7319-1587-4 Michael Imhof
Für den Orgelbau war das 19. Jahrhundert eine Zeit bedeutender Umbrüche. In den Lebensschicksalen der Bamberger Orgelbauer spiegelt sich diese wechselhafte Epoche wider: Das vorliegende Buch erzählt von vorgeblichen Tausendsassas, von schier kometenhaften Aufstiegen, aber auch von existenziellen Nöten und persönlichen Tragödien.
Der Band bietet erstmalig eine vollständige Übersicht aller nachgewiesenen Orgeln der Bamberger Meister dieser Zeit. Er stellt auch die architektonischen, konstruktiven und klanglichen Besonderheiten ihrer Instrumente heraus. Zahlreiche Abbildungen lassen die Epoche für das Auge lebendig werden: Enthalten sind viele bislang unveröffentlichte Gehäuseentwürfe, historische Fotos nicht mehr vorhandener Orgeln sowie Farbaufnahmen aller heute bekannten erhaltenen Instrumente der Bamberger Orgelbauer des 19. Jahrhunderts.
Mit Ergebnissen aus über 15 Jahren Recherche schließt der Band von Dr. Harald Nehr eine Lücke in der Forschung zur süddeutschen Orgelkultur. Der heimatgeschichtlich interessierten Leserschaft eröffnet das Buch Wege, den bislang wenig beachteten historischen Schätzen in fränkischen Kirchen nachzuspüren. Denn mancherorts ist der Bamberger Orgelklang des 19. Jahrhunderts heute noch erlebbar.
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Protestanten unterwegs nach Jerusalem in der frühen Neuzeit. Peregrinatio protestantica. Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung (51). Hrsg.: Kühne, Hartmut; Schäfer, Carolin. 2026. 288. S. 7 sw, Abb,, 81 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1606-2 Michael Imhof
Der vorliegende Band versammelt die Beiträge einer Tagung, die durch die Publikation einer Handschrift des hallischen Apothekers Wolfgang Holtzwirth (1522?1572) angeregt wurde. In diesem Manuskript berichtet Holtzwirth über seine ersten drei Lebensjahrzehnte und insbesondere über seine Reise in das Heilige Land im Jahr 1546. Durch seine Erfahrungen stellt er nicht nur eine bemerkenswerte Figur im mitteldeutschen Panorama der Reformationszeit dar, sondern gilt auch als der erste Protestant überhaupt, der nach Jerusalem reiste. Damit läutete er gewissermaßen eine Welle von protestantischen Jerusalem-„Pilgerfahrten“ ein.
Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich mehrere Beiträge dieses Bandes mit protestantischen Jerusalemreisenden des 16. und 17. Jahrhunderts, wobei unterschiedliche Milieus wie adlige oder bürgerliche Gruppen und auch verschiedene Quellengattungen wie Reiseberichte, Leichenpredigten oder auch Inschriften und Grabmonumente in den Blick genommen werden. Ebenso werden die „Souvenirs“ solcher Heilig-Land-Fahrten und deren Funktion in frühneuzeitlichen Sammlungskontexten behandelt. Mit den hier vorliegenden Beiträgen wird so ein neuer Blick auf eine bisher weithin verborgene Seite des frühen Protestantismus eröffnet, in dem es seit der Mitte des 16. Jahrhunderts allen konfessionellen Vorbehalten zum Trotz ein reges Interesse daran gab, das Heilige Land kennenzulernen oder gar zu besuchen.
Beiträge zum Umfeld der Familie Holtzwirth in der Stadt Halle, zu seinem Prager Reisegefährten Ulrich Prefát und zur Provenienz und Überlieferung der im Schlossmuseum Sondershausen verwahrten Handschrift ergänzen das Themenfeld. Der Band bietet damit neue Einsichten nicht nur für jene, die sich für das Thema Reisen, Pilger und Kulturkontakte in der frühen Neuzeit interessieren, sondern auch für alle, die sich mit der Stadtgeschichte Halles und der Kultur des frühneuzeitlichen Protestantismus beschäftigen.
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Vier machen Blau. Feininger - Kandinsky - Jawlensky ? Klee. Hrsg.: Philipsen, Christian; Rösch, Adina Christine. 2026. 144. S. 118 fb. Abb. 27 x 23 cm. EUR 29,00. CHF 33,40 ISBN: 978-3-7319-1589-8 Michael Imhof
VIER MACHEN BLAU | Feininger · Jawlensky · Kandinsky · Klee, eine Ausstellung des Museums Lyonel Feininger, rückt eine Künstlergemeinschaft ins Licht, deren Suche nach einer eigenen Bildsprache die Moderne unver¬wechselbar geprägt hat. Kandinsky mit seinen farbigen Klangräumen, Klee mit seinen leisen, poetischen Linien, Feininger mit seinen kristallinen Stadtvisionen und Jawlensky mit jenen meditativ glühenden Köpfen, die das Innere eines Menschen sichtbar machen – ihre Werke treten hier in ein Gespräch, das persönliche Temperamente ebenso zeigt wie gemeinsame geistige Horizonte. Im Mittelpunkt steht Galka E. Scheyer, deren unerschütterliche Leidenschaft die vier verband, die ihre Ausstellungen organisierte, Netzwerke knüpfte und die Blaue Vier überhaupt erst zu einer internationalen Stimme machte. Ihre Energie zeigt, wie Kunst zu einem beweglichen Gefüge aus Vertrauen, Ideen und gegenseitiger Inspiration wird. |
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Der Drache aus dem Wassertropfen. Bleile, Ralf. 2026. 5 fb. Abb. 21 x 14,8 cm. EUR 24,95. CHF 28,70 ISBN: 978-3-7319-1612-3 Michael Imhof
„Da es nichts anderes zu hören gab, hörte er auf sein Herz.“ Vom eisigen Drachenberg aus verfolgt ein kleiner Drache das zerstörerische Treiben seiner Eltern. Als Einsamkeit und Finsternis ihn bedrohen, bricht er auf ins grüne Tal. Gemeinsam mit Freunden, die er dort findet, und angetrieben von seiner außergewöhnlichen Kraft verwandelt er Hass und Angst in Freundschaft und Vertrauen. Fast klingt es wie ein Traum, doch manchmal geschehen Wunder.
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For your eyes only. Miniaturen der Romantik. Hrsg.: Zorn, Sabine; Pappe, Bernd. 2026. 2 sw, Abb., 186 fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 29,90. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1562-1 Michael Imhof
Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle vom 6. Februar bis 7. Juni 2026
FOR YOUR EYES ONLY. Miniaturen der Romantik widmet sich erstmals umfassend der Hamburger Miniaturmalerei von ihrer Blüte um 1800 bis in die 1840er Jahre. Die nur wenige Zentimeter großen Bildnisse, in Aquarell und Gouache auf feinem Elfenbein ausgeführt, waren für ein einziges weiteres Paar Augen bestimmt. Vor der Erfindung der Fotografie boten sie die einzige Möglichkeit, das Abbild eines nahestehenden Menschen bei sich zutragen – oft direkt am Herzen.
Die Popularität dieser Gattung in Hamburg gründet im wirtschaftlichen Aufschwung der Zeit, im wachsenden Kunstinteresse des Bürgertums und in einer lebendigen Porträtkultur. International bekannte Miniaturisten wie Domenico Bossi oder Pierre-Louis Bouvier lebten und arbeiteten einige Zeit in der Hansestadt, die selbst herausragende Künstlerinnen und Künstler wie unter anderem Heinrich Jacob Aldenrath, Friedrich Carl Gröger sowie Ferdinand und Caroline Stelzner hervorbrachte. Das Buch erscheint anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle. |
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Fremde in der Reichsstadt. 12. Tagung des Mühlhäuser Arbeitskreises für Reichsstadtgeschichte Mühlhausen 3. bis 5. März 2025. Hrsg.: Hübner, Klara; Hrsg.: Speich, Heinrich; Hrsg.: Mühlhäuser Arbeitskreis für Reichsstadtgeschichte. Studien zur Reichstadtgeschichte (13). 2026. 72 fb. Abb., 3 sw, Abb., . 24 x 17 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1607-9 Michael Imhof
Die Beschäftigung mit dem Fremden ist eine Frage der eigenen Identität. In den Reichsstädten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit wurden Fremdheit und Identität situativ und gruppenbezogen zugeschrieben.
Im vorliegenden 13. Band der Studien zur Reichsstadtgeschichte werden Fallbeispiele zum Umgang mit Fremdem und Fremden vorgestellt, welche ein differenziertes Bild von Zuschreibungen, Selbst- und Außenwahrnehmungen und ihren spezifischen (reichs-)städtischen Bedingungen zeigen. Überblick, Beispiele und Paradigmen von Fremdheit werden methodisch breit gefasst, um Abweichungen zu anderen Städten fassen zu können.
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Die Stadt Münster: Ausgrabungen an der Königsstraße. Austermann, Mathias; Holtfester, Ulrich; Jakobi, Holger; Kalis, Arie J.; Meurers-Balke, Jutta; Nolde, Nadine; Pohlmann, Alfred; Zerl, Tanja. Hrsg.: LWL-Denkmalpflege; Hrsg.: Landschafts- und Baukultur in Westfalen; Hrsg.: LWL-Archäologie für Westfalen. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (55). 2026. 173 fb. Abb., 34 sw. Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 59,95. CHF 68,90 ISBN: 978-3-7319-1596-6 Michael Imhof
Die aus zahlreichen Städten bekannten Königsstraßen hatten in karolingischer Zeit als überregionale Heerstraßen vor allem militärische Bedeutung und dienten in Westfalen als fränkische Anmarschwege während der Sachsenkriege. Im Mittelalter standen sie unter obrigkeitlicher Aufsicht, im Hochmittelalter unter dem Schutz der deutschen Könige.
Dank umfangreicher Untersuchungen der Stadtarchäologie Münster in den Jahren 2005 bis 2007 konnte die wechselvolle Geschichte der Königsstraße 48 bis 58 in Münster bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Aus dieser Zeit stammt mit einem Kastenbrunnen der älteste sicher datierbare Befund der Ausgrabungen mit einer dendrochronologischen Datierung »um 1085«.
Die Untersuchungen an der Königsstraße sind ein beinahe mustergültiges Beispiel dafür, welchen Erkenntnisgewinn eine interdisziplinäre Zusammenarbeit bringen kann. Die Ergebnisse aus Archäologie, Archäozoologie und Archäobotanik lassen den Wandel auf den innerstädtischen Parzellen von noch landwirtschaftlich geprägten Anwesen bis zur städtischen Bebauung in der Neuzeit nachvollziehen.
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Burg, Schloss, Fränkische Krone. 800 Jahre Veste Coburg / Coburger Landesstiftung (Hg.) / 23 x 28 cm, 488 S. 334 fb. u. 39 SW-Abb. Geb. EUR 45,00
ISBN: 978-3-7319-1551-5 Michael Imhof
Burg, Schloss, Fränkische Krone: 800 Jahre Veste Coburg. Jahrbuch der Coburger Landesstiftung 2024, Band 68.
Als groß dimensionierte Burg und Residenz der Grafen von Henneberg, als kursächsisches Bergschloss und Luther-Veste, als ernestinische Landesfestung im Dreißigjährigen Krieg und als spektakuläres Bauobjekt der Burgenrenaissance zählt die Veste Coburg zu den bedeutenden deutschen Baudenkmalen. Urkunden erwähnen den Namen Koburk seit dem 11. Jahrhundert, doch eine steinerne Burg auf dem Coburger Festungsberg wird erst 1225 erwähnt. In diese Zeit fallen auch die – kürzlich identifizierten – baulichen Anfänge der heutigen Anlage. Das 800jährige Jubiläum bot Anlass zu neuen Forschungen, die im vorliegenden Band präsentiert werden. Die Beiträge führen von der Besiedelung des Festungsbergs in der Vor- und Frühgeschichte bis zu den jüngeren denkmalpflegerischen Maßnahmen. Die bauliche Entwicklung der Anlage und die jeweiligen Beweggründe der Bauherren und Architekten werden hier teils erheblich präziser als bislang, teils grundlegend neu dargestellt. |
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Focus 1600. Tagungsband der Aschaffenburger Symposien 2021 und 2023 zur Architektur und Bildenden Kunst des Manierismus. Hrsg.: Schauerte, Thomas; Müller, Matthias. 2025. 256 S. 168 fb. Abb., 4 Abb. 28 x 21 cm. EUR 39,95. CHF 45,90 ISBN: 978-3-7319-1575-1 Michael Imhof
Manierismus – so bezeichnet die Kulturgeschichte die Epoche zwischen Renaissance und Barock von etwa 1520 bis 1650, und es gibt kaum einen Lebensbereich, den er mit seiner Vermischung aller Stile, seiner Ambivalenz und Rätselhaftigkeit nicht erfasst hätte. Dazu liegt nun ein Aufsatzband mit 18 Texten und einer Einführung vor, der so vielfältig und international ist, wie die Epoche, von der er handelt. Er fasst die Vorträge der beiden Symposien unter dem Titel „Focus 1600“ zusammen, die 2021 und 2023 im Schloss Johannisburg in Aschaffenburg stattgefunden haben. Dieser Tagungsort ist kein Zufall, denn der gewaltige Komplex gilt als eines der architektonischen Hauptwerke der Epoche – und steht zugleich in scharfem stilistischen Kontrast zur gleichzeitigen Jesuitenkirche gegenüber.
Tagungen und Tagungsband entstanden in Kooperation mit den Kunsthistorischen Instituten der Universitäten Bonn und Mainz.
Die Reihe wird fortgesetzt. |
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Ein Lustgarten voller Bücher. Die Alvenslebensche Bibliothek auf Schloss Hundisburg. Hrsg.: KULTUR-Landschaft Haldensleben Hundisburg e.V. 2025. 304 S. 13 Abb.233 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 24,95. CHF 28,70 ISBN: 978-3-7319-1536-2 Michael Imhof
Nach mehr als 60 Jahren Auslagerung ist die Alvenslebensche ¬Bibliothek 2012 in ihre Ursprungsregion in der Mitte Deutschlands zurückgekehrt. Begründet durch Joachim I. von Alvensleben (1514–1588) gehört sie zu den bedeutenden Renaissance-Bibliotheken des Landes. Sie bewahrt noch heute über 13.000 Titel, die meisten davon aus der Reformationszeit. Die Geschichte der Bibliothek, ihre verschiedenen Aufbewahrungsorte und ihre Be¬stände werden hier erstmals im Zusammenhang vorgestellt. |
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Bauernhäuser vom Main zur Donau. Bilderreise in eine verschwundene Welt von Konrad Bedal. Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums (104). Bedal, Konrad. Hrsg.: May, Herbert. 2025. 328 S. 434 fb. Abb., 11 sw. Abb. 24 x 17 cm. EUR 29,95. CHF 34,40 ISBN: 978-3-7319-1594-2 Michael Imhof
Dieses Buch ist als eine fiktive Bilderreise durch die Dörfer Bayerns nördlich der Donau, von Aschaffenburg bis Passau, im Zeitraum von 1950 bis 2000 gedacht – eine Zusammenstellung schöner und ausdrucksvoller Farbfotografien von historischen Gebäuden, die man landläufig als „Bauernhäuser‘‘ versteht, ungeachtet aller Ungenauigkeit dieser Bezeichnung.
Der konkrete Auslöser dafür war die Bereitstellung von rund 3.600 Farbdias im Mittelformat 6 x 6 cm für das staatliche Internetportal „bavarikon“. Sie sind alle im Zeitraum zwischen 1970 und 2000 entstanden, also im vordigitalen Zeitalter der Fotografie. Ergänzend wurden eigene Kleinbild-Farbdias der Zeit vor 1970 sowie vom Vater das Autors, Karl Bedal (1914–1999) aus der Zeit zwischen 1954 und 1960 einbezogen.
Die allermeisten Fotos betreffen inzwischen verschwundene, abgebrochene Bauernhäuser und ihre Nebengebäude, die eine ländlich-dörfliche Welt zeigen, die noch nicht völlig geprägt ist von motorisierter Mobilität und von glatt gebügelter, abgezirkelter Umgebung. Dass sich in den Fotos aus der Zeit vor der Jahrtausendwende aber keine heile Welt spiegelt, sondern eine im Umbruch oder sogar in Zerstörung, wird an den vielen heruntergekommenen, oft leer stehenden, verfallenden Häusern deutlich, die nur im Bild malerisch erscheinen. |
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