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panther, rotfuchs & Co.. Norrick-RĂĽhl, Corinna. 2014. 452 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 68,00 CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10169-1 Harrassowitz Verlag
Buchverlage können zeitnah gesellschaftliche Bewegungen aufnehmen; sie können Themen gezielt aufarbeiten und in den Medien platzieren. Gerade die Debatten der Studentenbewegung in den 1960er- und 1970er-Jahren wurden maßgeblich durch – neue oder neu positionierte – Verlage beeinflusst und befördert, unter anderem durch linke oder „antiautoritäre“ Kinder- und Jugendliteratur. Als etablierter Verlag gründete Rowohlt 1972 die Taschenbuchreihe rororo rotfuchs für 4- bis 14-Jährige. Mit Slogans wie „rotfuchs springt auf jeden Tisch: Hier sind meine Bücher – zisch!“ bewarb Rowohlt die Markteinführung. Die Reihe polarisierte stark, da sie in sehr hohen Auflagen gesellschaftskritische Literatur für junge Leser verbreitete. Zum Beispiel rückte sie Ungerechtigkeit gegen Minderheiten in den Fokus; es entstanden emanzipatorische Bücher. Als Aushängeschild der Reihe galt der schlaue rote Fuchs, der sich im Logo und in einem Comic auf der Rückseite des Buchs wiederfand. Aufbauend auf dem Erfolg von rotfuchs gründete Rowohlt 1979 die Reihe rororo panther für junge Erwachsene. Hier sollten realistische und alternative Themen für 14- bis 20-Jährige aufgearbeitet werden. panther sorgte mit der Themenwahl von Wehrdienstverweigerung und Drogenmissbrauch über Homosexualität und Abtreibung für Schlagzeilen.
Corinna Norrick-Rühl analysiert sozialgeschichtlich diese zwei Taschenbuchreihen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren Motoren sozialen Wandels waren. Die verlagshistorische Perspektivierung wird dabei ergänzt durch Einblicke in Entwicklungsprozesse auf dem bundesdeutschen (Taschen-)Buchmarkt und in der Kinder- und Jugendliteratur.
Persische und kurdische Reiseberichte. Die Briefe des Berliner Orientalisten Oskar Mann während seiner beiden Expeditionen in den Vorderen Orient 1901–1907 Mit 100 Abb. Kolivand, Mojtaba. 2014. 656 S. 100 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 84,00 CHF 109,00 ISBN: 978-3-447-10129-5 Harrassowitz Verlag
Der deutsche Orientalist und Philologe Oskar Mann (1867–1917) unternahm um 1900 zwei Forschungsreisen in den vorderasiatischen Raum, um die persischen und kurdischen Sprachen und deren Mundarten und Dialekte systematisch aufzuzeichnen und zu erforschen. Beide Expeditionen führten ihn nach Persien (heute Iran) und durch kurdische Siedlungsgebiete im Osmanischen Reich (heute Syrien, Türkei, Irak). Während seiner Feldforschungen führte er eine besondere Art des Reisetagebuchs: Er fasste seine Erlebnisse und Eindrücke in Briefform ab, um sie durch regelmäßiges Abschicken derselben nach Berlin sicher aufbewahrt zu wissen.
Mojtaba Kolivand hat neben Oskar Manns Halbjahresberichten an die Berliner Akademie der Wissenschaften, Briefen an Orientalisten und Persönlichkeiten wie Friedrich Carl Andreas, Eduard Sachau und den deutschen Kaiser die fast vollständig erhaltenen Briefe an die Familie in Berlin zusammengetragen. Der private Schreibstil an die Vertrauten zu Hause lässt hinter die Kulissen blicken, lenkt den Blick auf interessante Reisegepflogenheiten ebenso wie auf die Lebensweise der Perser, Kurden und Nomaden und gibt Einblicke in das Leben europäischer Missionare, Diplomaten und Kaufleute. 100 ausgewählte Reisefotografien Oskar Manns über Land und Leute im Orient um 1900 veranschaulichen seine Schilderungen. Zwei farbige Landkarten geben die wichtigsten Stationen der Expeditionen wieder. Eine Einleitung ergänzt das Leben von Oskar Mann, die Bedeutung seiner Arbeiten sowie die Entwicklung der kurdisch-persischen Sprachforschung. Mit zahlreichen Fußnoten und einem Glossar fremdsprachlicher Ausdrücke.
Raumkonzeptionen in antiken Religionen. Beiträge des internationalen Symposiums in Göttingen, 28. und 29. Juni 2012. Hrsg.: Rezania, Kianoosh. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (69). 2014. 261 S. 74 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 58,00 CHF 77,90 ISBN: 978-3-447-10139-4 Harrassowitz Verlag
In der Postmoderne wird die Raumkategorie gegenüber der Zeit stark akzentuiert. Während sich das 18. und das 19. Jahrhundert als eine stark von Zeit und Geschichte geprägte Epoche ausmachen lassen, tritt gegen die Hälfte der 1980er-Jahre Raum als prägende Kategorie hervor. Dementsprechend beschäftigte sich im Juni 2011 in Göttingen ein Symposion mit den Raumkonzeptionen in antiken Religionen.
Der vorliegende Tagungsband versammelt zu dem Thema insgesamt acht Beiträge, die einen weiten chronologischen und einen geografschen Bogen spannen: chronologisch gesehen vom 7. und 6. Jahrtausend v.Chr. Bis zur Gegenwart und geografisch gesehen vom Mittelmeer bis zum indischen Subkontinent. In dem Band werden nicht nur einige Raumkonzeptionen verschiedener antiker Kulturen vorgestellt, sondern auch aus der Perspektive verschiedener Raumwissenschaften, der Archäologie, der Linguistik, den Regionalwissenschaften sowie der Religionswissenschaft beleuchtet. Die Beiträge bieten eine erfrischende Perspektive für die Thematisierung des Raums in den antiken Religionen sowie signifikante Schlüsse, die sich auch außerhalb des erforschten Kulturkreises sinnvoll einsetzen lassen. In diesem fachübergreifenden Band finden sich zum einen relevante Primärtexte einiger antiker Kulturen zum Thema „Raum“, zum anderen einige innovative Ansätze zum Raum seitens „kleiner Fächer“.
Zwischen Orient und Okzident Das Arsakidenzeitliche Gräberfeld von Tall Seh Hamad/Magdala. Beitr. Kathrin Schmitt, Heide Hornig, Jennifer Luedtke Kennedy Teil 1: Text Teil 2: Tafeln. Wehry, Benjamin. Beitr.: Schmitt, Kathrin; Hornig, Heide; Luedtke Kennedy, Jennifer. 2014. 736 S. 994 Abb., 9 Beilagen. Gb. EUR 158,00. CHF 213,00 ISBN: 978-3-447-10023-6 Harrassowitz Verlag
Das mit 732 registrierten Grabkomplexen derzeit umfangreichste Gräberfeld der Arsakidenzeit in Mesopotamien wurde zwischen 1984 und 2004 an dem an der Schnittstelle des arsakidisch-parthischen und des seleukidischen bzw. späteren römischen Reiches in Ost-Syrien am Fluss Ḫābūr gelegen Fundort Tall Ĺ ēḫ Ḥamad ausgegraben. Das Feld gehört zu der Kleinstadt Magdala, deren ausgegrabene Siedlungsreste 2005 im Band 2 dieser Buchserie (BATSH) veröffentlicht wurden.
Benjamin Wehry erarbeitet zunächst anhand der Ausgrabungsbefunde die Grabtypologie aus Lehmziegelgräbern, Erdgräbern, Topfgräbern, Sarkophaggräbern sowie grabähnlichen Fundkomplexen. Er analysiert dann die Beifunde und fasst sie zu typologisch-funktionalen Fundgruppen zusammen, die 15 Materialgruppen bilden. Danach kommt er durch die vertikale Gräberstratigrafie der Gräberfeldabschnitte 1 und 2 sowie eine Gesamtseriation der Grabkomplexe und Fundtypen zu einer chronologischen Gliederung des Gesamtbefundes in die Zeitstufen I bis IV. Aus der Betrachtung der Bestattungs- und Beigabensitten sowie des nachsepulkralen Totenkultes ergibt sich sein Versuch der Rekonstruktion eines regelhaften Totenrituals. Die kulturmorphologisch-chronologische und kulturgeografische Einordnung der Grab- und Fundtypen der Grabkomplexe wird auf originär mesopotamische Bestattungs- und Beigabentraditionen zurückgeführt. In einen homogenen, arsakidenzeitlichen Befund- und Fundkontext fallen zeitspezifische Importe und Fremdformen aus dem parthischen und dem römischen Reich. Parallelfunde und -befunde sind insbesondere in Nordmesopotamien belegt und definieren einen nordmesopotamischen Grabsittenkreis.
Asyut, Tomb III: Objects. Part 1. Kahl, Jochem; Deppe, Nadine; Goldsmith, Dora; Kilian, Andrea; Moje, Jan; Moje, Jan; Zöller-Engelhardt, Monika. 2013. Engl. 260 S. 30 x 21 cm. Gb. EUR 72,00. CHF 95,00 ISBN: 978-3-447-10048-9 Harrassowitz Verlag
Seit 2003 arbeitet das deutsch-ägyptische „Asyut Project“ auf dem Gebel Asyut al-gharbi, dem Gräberberg der mittelägyptischen Stadt Assiut. Eines der untersuchten Gräber ist dasjenige des Gaufürsten Iti-ibi, der um 2040 v.Chr. die Geschicke der Stadt führte. Sein Grab zählt zu den größten der Ersten Zwischenzeit in Ägypten. Es wurde mehrfach wiederbenutzt, geplündert oder von frühen Ausgräbern als Depot benutzt.
Trotz oder gerade wegen dieser unglücklichen Geschichte war das Grab reich an Funden von der Ersten Zwischenzeit bis zur frühen Neuzeit, von denen ein erster Teil nun vorgestellt wird: Amulette, Glas, Holzmodelle, Mollusken, tönerne Opferteller und Uschebtis. Diese Objektgruppen bieten erstmalig einen systematischen Einblick in die regional spezifischen Charakteristika assiutischer Kultur.
9. Ägyptologische Tempeltagung Kultabbildung und Kultrealität. Hamburg, 27. September– 1. Oktober 2011. Hrsg.: Beinlich, Horst. 2013. 391 S. 140 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-10004-5 Harrassowitz Verlag
Die internationalen Ägyptologischen Tempeltagungen wurden 1990 mit einem Kongress in Gosen bei Berlin eröffnet. Dort ging es zum Auftakt um „Struktur, Funktion und Programm“ ägyptischer Kultanlagen als zentrale staatliche Einrichtungen. Inzwischen gab es Folgeveranstaltungen mit unterschiedlichen Themen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Polen. Sie unterstrichen zum einen die internationale Ausrichtung des Faches Ägyptologie, zum anderen aber zeigten sie die Bedeutung ägyptischer Tempel für die politische und kulturelle Basis des pharaonischen Ägypten auf. Immer wieder aufs Neue beweist die Erforschung der ägyptischen Tempel die enge Verzahnung dieser religiösen Machtzentren mit sämtlichen Aspekten des pharaonischen Ägypten bis weit in die römische Zeit hinein.
Thema der 2011 in Hamburg abgehaltenen 9. Ägyptologischen Tempeltagung war das Verhältnis von Kultabbildung und Kultrealität in ägyptischen Tempeln. Der von Horst Beinlich herausgegebene zugehörige Tagungsband versammelt 19 der Referate zum Thema. Die Veröffentlichung der Ergebnisse gibt, wie auch schon die Bände zu den früheren Tempeltagungen, zahlreiche Anstöße zu weiteren Forschungen in der Ägyptologie und ihren Nachbardisziplinen.
Bürgerinnen und ihre Familien im hellenistischen Milet. Untersuchungen zur Rolle von Frauen und Mädchen in der Polis-Öffentlichkeit. Günther, Linda-Marie. Beitr.: Köcke, Lara S.. 2013. 352 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-10020-5 Harrassowitz Verlag
Die westkleinasiatische Metropole Milet, die noch in der römischen Kaiserzeit als „Perle Ioniens“ galt, war in hellenistischer Zeit zu einer bedeutenden Großstadt aufgeblüht. Dies bezeugen die prächtigen Überreste, die von den seit 1899 unter deutscher Leitung stattfindenden Ausgrabungen ans Tageslicht gebracht worden sind, noch heute. Bei den Ausgrabungen wurde hier wie auch im zugehörigen berühmten Orakelheiligtum des Apollon zu Didyma eine so große Anzahl an Inschriften entdeckt, die Bürger und Bürgerinnen der Stadt erwähnen, wie es sonst nur noch in Athen der Fall ist. Dank dieser Inschriften kann die moderne Forschung detaillierte Einblicke in das städtische Leben und seine Veränderungen im Verlauf mehrerer Jahrhunderte und nicht zuletzt auch in die sozialen Netzwerke der führenden Familien gewinnen. Die Frauen und Mädchen der ‚Bürgerhäuser’ spielten dabei als Priesterinnen oder in weiteren Ehrenfunktionen einen nicht zu vernachlässigende Rolle in den Kommunikationsstrukturen der lokalen Elite, die öffentlich dokumentiert wurde.
Linda-Marie Günther untersucht in ihrer Studie die verfügbaren Informationen über weibliche Angehörige der Bürgerschaft Milets aus dem 4. bis 1. Jahrhundert v.Chr. und analysiert die Rolle der Mädchen und Frauen in der Polis-Öffentlichkeit insbesondere in Hinblick auf ihre Funktion in politischen Netzwerken
Die Verwaltung Nubiens im Neuen Reich. MĂĽller, Ingeborg. 2013. 480 S. 26 Tabelle(n). 30 x 21 cm. Gb. EUR 118,00. CHF 159,00 ISBN: 978-3-447-06977-9 Harrassowitz Verlag
Stratigraphie und Architektur des »Roten Hauses« von Tall Š?? ?amad / D?r-Katlimmu. Mit Beiträgen von Jens Rohde und einer Abhandlung über die Holzkohlefunde von Rainer Gerisch. Kreppner, Florian Janoscha; Schmid, Jochen. 2013. 493. 391 Abb., 35 Tabelle(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 198,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-10058-8 Harrassowitz Verlag
Altägyptische Enzyklopädien. Die Soubassements in den Tempeln der griechisch-römischen Zeit Soubassementstudien I Mit Tempelplänen von Stefan Baumann. Hrsg.: Rickert, Alexa; Ventker, Bettina; Mitwirkung (sonst.): Jambon, Emmanuel; Löffler, Florian; Recklinghausen, Daniel von. 2013. 1100 S. 17 Tafel(n), 33 fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 198,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-10021-2 Harrassowitz Verlag
Die Sockelbereiche oder Soubassements bilden mit ihren vielfältigen Gestaltungsformen einen bedeutenden Bestandteil der ägyptischen Tempeldekoration griechisch-römischer Zeit. Neben rein ornamentalen Motiven und Texten unterschiedlichster Gattung sind es vor allem Prozessionen Gaben bringender Personifikationen und Gottheiten, die diesen architektonischen Bereich schmücken. Die Inschriften und Darstellungen spiegeln dabei durch ihr breit gefächertes Themenspektrum die (religiösen) Weltvorstellungen der Alten Ägypter. So können die Soubassements als Enzyklopädien der ägyptischen Lebenswelt betrachtet werden, die wesentliche Einblicke in das priesterliche Wissen des Alten Ägypten gewähren.
Auf einer im Rahmen des Heidelberger Akademieprojekts Der Tempel als Kanon der religiösen Literatur Ägyptens organisierten internationalen Soubassement-Tagung 2012 wurde dieser besonderen Funktion der Sockelbereiche näher nachgegangen. Der von Alexa Rickert und Bettina Ventker herausgegebene zugehörige Tagungsband präsentiert die Ergebnisse in thematisch gegliederten Einzelbeiträgen und bietet unter Berücksichtigung aller Dekorationsarten erstmals einen umfassenden Überblick über die Inhalte der Soubassement-Darstellungen der späten Tempel. Dabei werden sowohl unterschiedliche Typen und ihre Charakteristika vorgestellt als auch die für die architektonische Einheit „Soubassement“ festzustellenden Gemeinsamkeiten verzeichnet. Zahlreiche Pläne einzelner Tempel, auf denen die nach inhaltlichen Kriterien unterteilten Gestaltungsformen dargestellt werden, ermöglichen zudem eine schnelle Orientierung über Vorkommen und Verteilung der jeweiligen Soubassementdekoration.
Elephantine XXV: Der Widderfriedhof des Chnumtempels. Beitrag von Francoise Dunand. 2013. 352 S. 481 Abb., 13 Diagramm(e), 6 Tabelle(n), 96 Tafel(n). 35 x 25 cm. EUR 168,00. CHF 226,00 ISBN: 978-3-447-06257-2 Harrassowitz Verlag
Elephantine XXV beschäftigt sich mit dem Widderfriedhof des Chnumtempels. Die beiden Hauptkapitel sind der archäologischen Erforschung des Platzes gewidmet und geben einen umfassenden Überblick über die von Charles Clermont-Ganneau (zusammen mit Jean Clédat) im Rahmen seiner Papyrusgrabung durchgeführten Untersuchungen des Friedhofs (1906–1911) sowie über die vom Schweizerischen Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde unternommene Nachuntersuchung (1954, seit 1983–1985, 1991–2007 im Rahmen der seit 1968 gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut durchgeführten Forschungen). Zudem stellt die Veröffentlichung archäozoologische Untersuchungen und Materialuntersuchungen der Funde ausführlich vor. Die von Clermont-Ganneau und Clédat hinterlassenen Tagebücher und Fotos sowie einige Publikationsvorbereitungen lassen den ursprünglichen Zustand des Platzes bereits deutlich erkennen. Zusammen mit einigen Objekten bilden sie eine wichtige Quelle für die Rekonstruktion der Baureste des Friedhofs sowie dessen Baugeschichte und deren Interpretation. Die Dokumentation der Funde sowie die in Steinsarkophagen entdeckten Widdermumien erschließen das Ausmaß des Friedhofsinventars. Ein Studium der Dekoration der Mumien gibt Hinweise auf den diese einschließenden Kult. Die in den Bauresten und im Kontext der Bestattungen aufgefundene Keramik sowie die Altersbestimmung der bestatteten Widder liefern Daten für die bauliche Erstellung und die Nutzung des Platzes sowie dessen Belegung (Mitte 2. Jh. v. Chr.–Mitte 3. Jh. n. Chr.). Die Nutzung des Bereichs als Kleintierfriedhof (späte Kaiserzeit) und dessen Übersiedlung (frühchristliche Zeit) bezeugen das Ende des Widderfriedhofs.
"Graenon leguntur". Zu den Ursprüngen des europäischen Rechts im antiken Griechenland. Das griechische Recht in seinem kulturhistorischen Umfeld: Beispiele aus Dichtung, Geschichtsschreibung, Philosophie und Kautelarjurisprudenz Band III,1. 2013. 600 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 58,00. CHF 77,90 ISBN: 978-3-447-10036-6 Harrassowitz Verlag
An den Griechen lässt sich Kulturentstehung als das Zusammenspiel der kreativen Kräfte einer Gesellschaft studieren: So wurden die Griechen zu Erfindern von ‚Politik’ und anderen Gesellschaftsdisziplinen. Philosophen interessierten sich über die eigene Disziplin hinaus für Recht, Dichtung, Geschichte, Mathematik oder Zoologie. Bürgerinnen und Bürger gingen ins Theater, erfreuten sich an Kunstwerken auf der Agora und in Heiligtümern oder besuchten Herodots Geschichtsvorträge. Ähnliches galt für die Teilnahme am öffentlichen Leben, das erstmals unvermittelt gelebt werden konnte – in der Volksversammlung (Ekklesia), dem Volksgericht (Heliaia), im Rat (Boulé) oder bei den zahlreichen Festen. Daraus resultierte wissenschaftlich gelebte Interdisziplinarität: Aristoteles lehrte in jungen Jahren an Platons Akademie ‚Rhetorik’, schrieb parallel eine ‚Poetik’ und später eine ‚Politik’, interessierte sich für Recht, Verfassung und Solons Gesetzgebung und verfasste daneben philosophische Werke. Zusätzlich blieben die großen Denker keineswegs unter sich, sondern waren bestrebt, ihr Wissen anderen Menschen im Theater, in Vorlesungen oder Bestattungsreden zugänglich zu machen: Kultur diente dem Gemeinwesen.
Band III von Heinz Bartas Graeca-Projekt zur Bedeutung der antiken griechischen Rechtsentwicklung geht beispielhaft auf die Beziehungen von Dichtung und Geschichtsschreibung, Recht und Gerechtigkeitsdenken und auf die bereits hochentwickelte griechische Rechtspraxis ein, die als Kautelarjurisprudenz von großer Bedeutung war, wovon wiederum Rom und Europa profitierten. – Gesetzgebung, Kautelarjurisprudenz, Rhetorik und das Rechtsdenken von Philosophen führten zum Entstehen der griechischen Rechtswissenschaft.
Macht des Geldes – Macht der Bilder. Kolloquium zur Ikonographie auf Münzen im ostmediterranen Raum in hellenistisch-römischer Zeit. Hrsg.: Lykke, Anne. 2013. 252 S. 151 Abb., 1 Karte(n), 1 Tafel(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 69,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-06998-4 Harrassowitz Verlag
Münzen stellen unumstritten das erste illustrierte Massenmedium der klassischen antiken Kulturen dar, das von einer Vielzahl der Nachbarkulturen übernommen wurde. Sie dienten als öffentliches politisches Medium und wurden dementsprechend variabel instrumentalisiert. Das Medium Münze konnte als Propagandainstrument unterschiedlich eingesetzt werden, als direktes Medium für herrschaftliche Selbstdarstellung oder als Medium für Botschaften in lokalen Kontexten. Gemeinsam war ihnen allen die Verwendung als kommunikatives identitätsstiftendes Medium.
Der von Anne Lykke herausgegebene Sammelband geht auf das gleichnamige interdisziplinäre Kolloquium Macht des Geldes – Macht der Bilder zurück, das im Rahmen des Graduiertenkollegs „Götterbilder – Gottesbilder – Weltbilder“ im Februar 2011 an der Universität Göttingen stattfand. Die Beiträge diskutieren neue Forschungsansätze zu antiken Münzen des ostmediterranen Raums in hellenistisch-römischer Zeit und reflektieren dabei insbesondere die unterschiedlichen Funktionen der antiken Münzikonographie als politisches Propagandainstrument und damit auch als eine der wesentlichen Quellen der antiken Bilder politischer Macht.
100 Jahre archäologische Feldforschungen in Nordost-Syrien –eine Bilanz. Internationales Symposium des Instituts für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin und des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin vom 21. Juli bis 23. Juli 2011 im Pergamonmuseum Für das Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin und das Vorderasiatische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin herausgegeben. Hrsg.: Bonatz, Dominik; Martin, Lutz. 2013. 311 S. 165 Abb., 12 Karte(n), 8 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Pb. EUR 39,80. CHF 52,90 ISBN: 978-3-447-10009-0 Harrassowitz Verlag
Anlässlich des 100. Jahrestages des Beginns der Ausgrabungen am Tell Halaf fand 2011 ein internationales wissenschaftliches Symposium im Rahmen der Sonderausstellung des Pergamonmuseums „Die geretteten Götter aus dem Palast vom Tell Halaf“ statt. In 17 Einzelbeiträgen präsentiert der zugehörige Tagungsband die Forschungsgeschichte der Region und die Entwicklung vom Neolithikum bis zum Ende der altorientalischen Periode an ausgewählten Referenzbeispielen. Es werden sowohl die bisher erzielten Ergebnisse vorgestellt als auch offene Fragen und künftige Forschungsrichtungen aufgezeigt.
Der reich illustrierte Band legt zugleich Zeugnis ab von der langjährigen produktiven Zusammenarbeit internationaler Archäologenteams mit der syrischen Antikendirektion. Durch den Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und oppositionellen Gruppen ist diese Kooperation 2011 jäh unterbrochen worden. Es ist zu befürchten, dass der Konflikt, der sich inzwischen zu einem schrecklichen Bürgerkrieg ausgeweitet hat, die nächsten Jahre keine Weiterführung archäologischer Arbeiten vor Ort erlauben wird. So stellen die Ergebnisse der Tagung nicht nur eine Zwischenbilanz dar, sondern werden voraussichtlich für längere Zeit von hoher Aktualität bleiben.
Das Grab des Königs Ninetjer in Saqqara. Architektonische Entwicklung frühzeitlicher Grabanlagen in Ägypten. Lacher-Raschdorff, Claudia Monika. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (125). 2013 S. 335 Abb. 25 x 35 cm. Gb. EUR 198,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-06999-1 Harrassowitz Verlag
Das Grab des Königs Ninetjer (um 2780 v.Chr.), eines der vier bislang bekannten Königsgräber der 2. Dynastie, liegt in der Nekropole Saqqara, ca. 25 km südwestlich von Kairo. Angelegt ist es als unterirdisches Felsgrab, welches in Stollenbauweise in das gewachsene Kalksteinmassiv getrieben wurde. Der Komplex erstreckt sich über eine Fläche von ca. 77,00 m x 50,50 m und ist in 192 Räume gegliedert, die labyrinthartig den Felsen durchziehen. Ursprünglich befand sich oberirdisch wohl ein Grabhügel, von dem keine Reste erhalten sind.
In der vorliegenden Publikation werden die Ergebnisse der archäologischen und bauforscherischen Untersuchung der Grabanlage dargelegt. Forschungsschwerpunkt ist die Analyse der Grabarchitektur: Mit den Methoden der Bauforschung werden die Bauphasenabfolge der Grabanlage und die späteren Nutzungsphasen herausgearbeitet, die Bautechnik untersucht und die Baudurchführung rekonstruiert. Fünf Entwürfe dienen der Visualisierung möglicher Oberbauvarianten. Darüber hinaus wird erstmalig eine Interpretation für den labyrinthartigen Grundriss vorgelegt. An die bauforscherische Analyse des Königsgrabes schließt eine allgemeine bautypologische Untersuchung von Grabanlagen der 1. bis 3. Dynastie an. Auf unterschiedlichen hierarchischen Ebenen werden Entwicklungslinien aufgezeigt, wodurch eine Einordnung bislang undatierter Gräber ermöglicht wird. Ferner lassen sich verschiedene Entwicklungsstufen hinsichtlich der Grabsicherheitssysteme nachweisen, und anhand der architektonischen Gestaltung und der archäologischen Befunde können neue Aussagen zu Kultpraktiken und Jenseitsvorstellungen getroffen werden.
Rosenkränze und Seelengärten. Bildung und Frömmigkeit in niedersächsischen Frauenklöstern.Hrsg.: Kruse, Britta-Juliane. Ausstellungskataloge der Herzog August Bibliothek (98). 2013 348 S. 193 Abb.Gb. EUR 39,80. CHF 52,90 ISBN: 978-3-447-06813-0 Harrassowitz Verlag
Bereits im Mittelalter waren die niedersächsischen Frauenklöster als Orte gelehrter Bildung und einer vielfältigen Frömmigkeitspraxis bekannt: Nonnen beteten Rosenkränze und lasen in einem frühen „Bestseller“, dem „Hortulus animae“, zu Deutsch „Seelengärtlein“. Die Ausstellung Rosenkränze und Seelengärten in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel zeigt erstmals zahlreiche Gegenstände aus unterschiedlichen Bereichen der Klosterkultur gemeinsam.
Der von Britta-Juliane Kruse herausgegebene reich bebilderte Katalog zur Ausstellung enthält kurze informative Essays mit aktuellen Forschungsergebnissen zur Gründungsgeschichte der Konvente, deren prächtiger Ausstattung, zu den vielstimmigen Gesängen der Nonnen und ihren herausragenden Fertigkeiten in der Textilkunst. In Verbindung mit der Beschreibung einzelner bedeutender Objekte ergeben sich zahlreiche Querbezüge, die zum Weiterlesen und Nachschlagen einladen. So sind beispielsweise von Nonnen geschriebene und gesammelte Bücher erhalten, die die Lebensverhältnisse, Interessen und Denkweisen der Nonnen spiegeln und so Informationen über die weibliche Seite des klösterlichen Lebens vermitteln. Jahrhunderte später zwischen den Seiten entdeckte Lesezeichen, medizinische Rezepte oder Andachtsobjekte führen den Alltag und die Frömmigkeitspraktiken in Musik, Text und Bild anschaulich vor Augen. Zudem bietet der Katalog interessante Einsichten, überraschende Ergebnisse und überzeugende Antworten auf die Frage, wie diese historischen Bücher im Rahmen heutiger Fragestellungen, Methoden und modernen technischen Möglichkeiten ihre Besonderheiten preisgeben.
Ess, Josef van. Im Halbschatten. Der Orientalist Hellmut Ritter (1892–1971). 2013. 330 S. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. CHF 65,90 ISBN: 978-3-447-10029-8 Harrassowitz Verlag
Arameans, Chaldeans, and Arabs in Babylonia and Palestine in the First Millennium B.C. Hrsg.: Berlejung, Angelika; Streck, Michael P. 2013. Engl.;Deutsch. 336 S. 34 Abb. 10 Tabelle(n). 24 x 17 cm. ISBN: 978-3-447-06544-3 Harrassowitz Verlag
Arameans, Chaldeans, and Arabs in Babylonia and Palestine in the First Mill. B.C. edited by Angelika Berlejung and Michael P. Streck comprises the papers presented at an international workshop in the Villa Tillmanns/Leipzig on 24th and 25th of June 2010. The interdisciplinary event was part of the research projects on "Space and Mobility in Mesopotamia, Syria and Palestine in the Time of the Neo-Assyrian and Neo-Babylonian Period". Organized by the Universities of Leipzig and of Halle-Wittenberg among others, the projects are part of the Collaborative Research Center "Difference and Integration" (SFB 586).
The resulting volume has ist focus on the interaction between nomadic, mobile and settled cultures, and possible mechanisms of inculturation. The contributors examine the material finds and written sources in order to deepen our understanding of the history, geography, culture, and religion of the Aramean, Chaldean and Arabian tribes.
David Cranz. Historie der Böhmischen Emigration. Eine historisch-kritische Edition. Hrsg.: Noller, Matthias. 2013. 285 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10027-4 Harrassowitz Verlag
David Cranz (1723–1777) erlangte mit seinen Schriften zur Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine Berühmtheit. In den späten 1760er Jahren war er Prediger böhmischer Konfessionsmigranten in Berlin-Rixdorf, die sich dort zu einer evangelischen Glaubensgemeinschaft zusammengefunden hatten. In dieser Position beschrieb er mit der Historie der Böhmischen Emigration die Genese, Struktur und religiöse Entwicklung der Gemeinde. Das umfangreiche Manuskript war dem innergemeinschaftlichen Gebrauch vorbehalten und blieb daher unveröffentlicht.
Die historisch-kritische Edition von Matthias Noller macht dieses einzigartige Zeugnis der brüderischen Geschichtsschreibung aus dem Zeitalter der Aufklärung erstmals der Öffentlichkeit im Druck zugänglich. Zudem wird die Gemeindegeschichte der Berlin-Rixdorfer Gemeinschaft in einem breiteren Kontext präsentiert, in dem auch die Emigration aus den Ländern der Böhmischen Krone nach Sachsen – und hier besonders in die Oberlausitz – und nach Brandenburg-Preußen während der Frühen Neuzeit Berücksichtigung findet. Die Edition bietet so nicht nur einen neuen Blick auf migrations-, kirchen- und kulturgeschichtlich wichtige Zusammenhänge, sondern beleuchtet auch die bisher weitgehend unbekannte religiöse Alltagspraxis und Frömmigkeit evangelischer Glaubensflüchtlinge in der Fremde.
Theory and Reality of Feng Shui in Architecture and Landscape Art. Hrsg.: Reiter, Florian C. 2013. Engl.;Chinesisch. 185 S. 160 Abb. 4 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Pb. ISBN: 978-3-447-10005-2 Harrassowitz Verlag
Asien- und Afrikastudien der Humboldt-Universität zu Berlin 41. Reihe herausgegeben von Bauer, Christian. Feng Shui is a practical reality that is rooted in Chinese life, merging the spiritual potential of human existence in life and death. The art of Feng Shui is not confined to houses but is also connected with landscape art. This fact becomes especially evident in traditional temple architecture and locations of Buddhist caves and statues that dot the scenery in Sichuan province and other locations.
The volume, edited by Florian C. Reiter, presents the results of a symposium held in 2012, that assembled specialists to discuss theoretical and practical aspects of Feng Shui. Some analysis in the present volume shows the inseparable connection between the ancestors, the graveyards, and the housing for the ancestry at the home altars in residential quarters. It appears that the element of a religious connotation in building practice is a condition that characterizes genuine Feng Shui and must be considered by customers and architects. Some contributions show that comparable elements exist in European building practice, which seems to prove the impact of common notions about human habitation without being due to any intercultural stimulation.
With contributions by Gyda Anders, Howard Choy, Huang Lan-Shiang, Michael Y. Mak, Florian C. Reiter, Ellen Van Goethem, Klaas Ruitenbeek, Tsai Sueyling.
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