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Die neuassyrische und spĂ€tbabylonische Glyptik aus Tall Ć eh Hamad/Dur-Katlimmu. Teil 1: Text und Konkordanzen; Teil 2: Katalog und Tafeln. FĂŒgert, Anja. Berichte der Ausgrabung Tall Seh Hamad / Dur-Katlimmu (16). 2014. 913. S. 1123 Abb., 10 Tafel(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 198,00. CHF 267,00 ISBN: 978-3-447-10285-8 Harrassowitz Verlag
Die Ausgrabungen in der Unterstadt des nordostsyrischen Fundortes Tall Ć ēḫ Ḥamad erbrachten zwischen 1978 und 2008 ĂŒber 1500 glyptische Funde (Siegel, gesiegelte Texte und TonverschlĂŒsse) mit ĂŒber 500 verschiedenen Siegelbildern. Die Objekte konnten aufgrund der stratigrafischen Auswertungen der Erdbefunde in die durchlaufende stratigrafische Sequenz der Unterstadt eingeordnet werden, die von der frĂŒhen neuassyrischen Zeit (10./ 9. Jahrhundert v.Chr.) ĂŒber den Fall des Neuassyrischen Reiches bis in die achĂ€menidische Zeit des 5. Jahrhunderts v.Chr. reicht.
Anja FĂŒgert verortet zunĂ€chst die glyptischen Funde in ihren Ablagerungskontexten und wertet das Material auf dieser Basis funktional und chronologisch aus, untersucht Bildthemen und Einzelmotive und fĂŒhrt die Ergebnisse in einer Synthese zusammen, die neue Aussagen zur Ökonomie und Verwaltung der Unterstadtresidenzen beinhaltet. Erstaunliches Ergebnis ist, dass die politische ZĂ€sur mit dem Zusammenbruch des Neuassyrischen Reiches und dem Wechsel zum SpĂ€tbabylonischen Reich einer KontinuitĂ€t im Glyptikkorpus gegenĂŒbersteht. Das glyptische Material erlaubt jedoch die Identifikation sozioökonomischer VerĂ€nderungen. Die Auswertung des grĂ¶ĂŸten eisenzeitlichen Materialkorpus eines nordmesopotamischen Fundortes stellt die wichtige - bisher unbekannte - Rolle heraus, die Siegel in der Administration der gehobenen privaten Gesellschaftskreise spielten. Durch die stratigrafische Verortung der Glyptik gelang es zudem, die „WiedereinfĂŒhrung“ des Stempelsiegels in Mesopotamien im spĂ€ten 9. Jahrhundert v.Chr. anzusetzen - und damit etwa ein Jahrhundert frĂŒher als bisher angenommen.
Die Urkunden Friedrichs II. Teil 4: 1220-1222. Bearbeitet von Walter Koch, unter Mitwirkung von Klaus Höflinger, Joachim Spiegel und Christian Friedl. Bearbeitet von Koch, Walter; Mitwirkung (sonst.): Höflinger, Klaus; Spiegel, Joachim; Friedl, Christian. MGH - Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser (14,4). 2014. 1098 S. 29 x 21 cm. Gb. EUR 215,00. CHF 290,00 ISBN: 978-3-447-10087-8 Harrassowitz Verlag
Der vierte Band der Urkunden Friedrichs II. umfasst die Diplome und Mandate von September 1220, als Friedrich nach Italien zurĂŒckkehrte, bis August 1222. Mit 272 Urkunden dokumentiert er Friedrichs Weg nach Rom, seine Kaiserkrönung, die BeschlĂŒsse des Hoftags zu Capua, der mit seinem Revokationsedikt eine FĂŒlle von PrivilegienbestĂ€tigungen mit sich brachte, und schließlich die RĂŒckkehr Friedrichs in das Königreich Sizilien. Im Vordergrund stehen dabei EmpfĂ€nger in Italien - besonders in Reichsitalien, denn Friedrich manifestierte seinen dezidierten Herrschaftsanspruch als „Romanorum imperator semper augustus“ nicht nur auf seinem Weg durch Oberitalien bis nach Rom, sondern auch danach in den von zahlreichen lokalen Parteikonflikten geprĂ€gten Gebieten des nördlichen Italiens. Die dichte BeurkundungstĂ€tigkeit dieser beiden Jahre zeugt von Friedrichs BemĂŒhungen, die VerhĂ€ltnisse im Regnum Siciliae zu ordnen, das acht Jahre lang nur von den Familiaren regiert wurde, ebenso aber auch von seinem Bestreben, die imperialen AnsprĂŒche ĂŒber die Grenzen des Königreichs Sizilien hinaus nach Norden deutlich zu machen. Von besonderer Bekanntheit sind innerhalb dieses Urkundenkomplexes vor allem die Verordnungen zum Schutz der Kirchen und Geistlichen, die „Krönungsgesetze“ (D 705), die Friedrich II. am Tag seiner Kaiserkrönung in Rom erließ. Bemerkenswert sind aber auch die zahlreichen BestĂ€tigungen in der Folge der Capuaner BeschlĂŒsse, deren ausfĂŒhrlichste Besitzlisten (z.B. DD 667 und 747) bis zu 250 Orte, Klöster und Kirchen beinhalten.
Von Meroe bis Indien. Fremdvölkerlisten und nubische GabentrÀger in den griechisch-römischen Tempeln Soubassementstudien V. Hrsg.: Kockelmann, Holger; Rickert, Alexa. Studien zur spÀtÀgyptischen Religion (12). 2014. Deutsch. 330. S. 6 fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 68,00. CHF 89,00 ISBN: 978-3-447-10010-6 Harrassowitz Verlag
Der vorliegende Band vereint zwei Untersuchungen von Fremdvölkerdarstellungen im Soubassement der griechisch-römischen Tempel. Holger Kockelmann bespricht sieben griechisch-römische Fremdvölkerlisten aus Kom Ombo, Komir, Esna und Xois. Streng genommen handelt es sich nicht um reine Völkerlisten, sondern um ein heterogenes Konglomerat aus echten Toponymen und abwertenden Feindbezeichnungen, zu welchen insbesondere eine bisher unerkannte Parallele zur berĂŒhmten Auflistung der Namen des Götterfeindes Apophis im Papyrus Bremner-Rhind gehört. Der Autor prĂ€sentiert das Listenmaterial mit einem Kommentar zu Inhalt und Struktur sowie zur möglichen AbhĂ€ngigkeit von Ă€lteren Vorlagen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung der Listen in die ĂŒbergeordnete Tempeldekoration und auf ihrer Rolle im Kultkontext des Heiligtums: Wie die Beispiele in Kom Ombo und Esna erkennen lassen, waren sie Ziel eines im Tempel durchgefĂŒhrten Feindvernichtungsrituals.
Alexa Rickert legt eine Bearbeitung der Prozessionen nubischer StĂ€dte und Regionen vor, die in nur zwei Versionen im Isistempel von Philae erhalten sind. Ein Hauptcharakteristikum dieses Typus ist die Kombination von personifizierten nubischen Ortsnamen mit begehrten Rohstoffen wie Mineralien, Ebenholz oder Elfenbein, die verschiedenen Gottheiten als Opfer dargebracht wurden. Die Autorin geht der Frage nach, inwiefern die AufzĂ€hlung der Materialien sowie ihre Kombination mit Ortschaften die ökonomische und historische RealitĂ€t zur Entstehungszeit der Quellen widerspiegeln. Neben Transliteration, Übersetzung und Textkommentar enthĂ€lt die Untersuchung auch eine neue Abschrift der Prozessionstexte aus Raum I des Isistempels.
Alexander the Great and Egypt. History, Art, Tradition. Warschau/Breslau, 18./19. Nov. 2011. Hrsg.: Grieb, Volker; Nawotka, Krzysztof; Bron-Wojciechowska, Agnieszka. Philippika. Altertumskundliche Abhandlungen (74). Engl. 458 S. 30 Abb., 5 Diagramm(e), 3 Karte(n), 8 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 88,00. CHF 119,00 ISBN: 978-3-447-10270-4 Harrassowitz Verlag
Dieser Band stellt die Papiere eines interdisziplinĂ€ren Konferenz in Breslau im Jahr 2011 statt, um Alexanders Expedition nach Ägypten und zu seinem Leben nach dem Tod und der Legende nach Ägypten und Alexandria gebunden gewidmet ist. In Bezug auf militĂ€rische Aspekte, es gibt Zeitungen mit Schwerpunkt auf Ägyptens strategische Bedeutung im 4.- Jahrhundert griechischen Quellen als auch auf Alexanders Eroberung im Vergleich zu frĂŒheren Errungenschaften der Land am Nil. DarĂŒber hinaus sind sie erneut zu prĂŒfen, die Chronologie der Alexanders Aufenthalt in Ägypten und diskutieren die GrĂŒndung von Alexandria, zB durch VerknĂŒpfung mit Stadtentwicklung 4. Jahrhundert im östlichen Mittelmeer. Da Alexander Politik in Ägypten ist zu einem großen Teil von hieroglyphischen Inschriften und Papyri reflektiert, konzentrieren weiteren BeitrĂ€gen seiner Legitimation als Pharao, seine königlichen Titel als auch auf Ă€gyptischen Tempeln auf seine Bestellung renoviert. Alexander Expedition nach Ägypten und dem Osten war auch ein starker Stimulus fĂŒr die Entwicklung der Wissenschaft in der Antike, die von Arbeiten ĂŒber das Geheimnis der Überschwemmungen des Nils und die Verbreitung der Astrologie bedeckt ist. Sein Leben nach dem Tod und der Legende wird in diesem Band durch eine nuancierte Position Alexander im ptolemĂ€ischen Ideologie und Kunst prĂ€sentiert, wĂ€hrend weitere Papiere zu hinterfragen und zu demontieren modernen wissenschaftlichen Mythen Alexander Sarkophag und sein Grab in Alexandria. Methodische AnsĂ€tze aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft - wie Alte Geschichte, Altertumswissenschaften, Ägyptologie und ArchĂ€ologie - werden in diesem Band gegenĂŒbergestellt und kann nicht nur auf die Studie des Ă€gyptischen Episode in der Geschichte von Alexander dem Großen bei.
Classification and Categorization in Ancient Egypt / The Legal Register of Ramesside Private Law Instrument S. David, Arlette. Göttinger Orientforschungen, IV. Reihe: Ägypten (38). 2014. Engl. 331 S. e-Bookl. EUR 68,00. CHF 95,00 ISBN: 978-3-447-19079-4 Harrassowitz Verlag
Pursuing the study of legal discourse in ancient Egypt during the well documented 19th and 20th dynasties (circa 1300–1100 B.C.), the book describes the legal language used in recording wills and gifts. It is compared with the language of royal decrees tackled by the author’s Syntactic and Lexico- Semantic Aspects of the Legal Register in Ramesside Royal Decrees (previously published in the same collection), and with some examples of legal languages associated with private instruments in Antiquity, the Middle Ages, and in modern times. After presentation of the criteria used to establish the corpus and the multiple dilemmas involved, each text is analyzed for its linguistic and graphic features, as well as the lexico-semantic features associated with the categorization system embedded in the script (for terminology of spezial legal relevance). Related textual categories such as partitions, ‘social gifts’, and contract-related records are dealt with separately as they did not constitute enforceable private law instruments. A distinct Ramesside private deeds register (variety of language distinguished according to use) emerges from the analysis, resulting from choices and strategies adapted to a specific legal topic and communicative purpose.
Codices graeci Monacenses 575 – 650 (Handschriften des Supplements). Beschrieben von Friederike Berger. Bearbeitet von Berger, Friederike. MĂŒnchen: Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacencis/Abt.2 (9). 2014. 377 S. 30 x 21 cm. Gb. EUR 148,00. CHF 199,00 ISBN: 978-3-447-10192-9 Harrassowitz Verlag
In Band 9 des Katalogs der griechischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek MĂŒnchen werden 76 Handschriften mit den Signaturen 575-650 beschrieben - das sogenannte Supplement zu Hardt. Acht dieser Signaturen stehen fĂŒr ein oder mehrere Fragmente klassischer und byzantinischer Texte unterschiedlichster Provenienz, 22 fĂŒr Manuskripte, die von griechischen Schreibern im byzantinischen Osten oder in Italien kopiert wurden, und 22 fĂŒr Handschriften, die von westlichen Gelehrten des 15. bis 20. Jahrhunderts stammen. Elf musikliturgische Codices in spĂ€tbyzantinischer oder in der ab 1814 verwendeten reformierten Notation bilden gemeinsam mit einem Evangelienlektionar aus dem 11. Jahrhundert eine reprĂ€sentative Sammlung des byzantinischen Kirchengesangs. Drei Handschriften ĂŒberliefern Heiligenviten, Apophthegmata und Ă€hnliche Texte in Volkssprache.
Die Provenienz dieser Handschriften ist sehr unterschiedlich: Neun kamen im Zuge von SĂ€kularisierung und Mediatisierung zwischen 1810 und 1812 in die Bibliothek; vier stammen aus der 1858 angekauften Bibliothek des französischen GrĂ€zisten und Orientalisten Étienne Marc QuatremĂšre, und weitere vier Handschriften konnten zwischen 1975 und 1978 aus der Sammlung Phillipps erworben werden. Eine Besonderheit der Sammlung sind die zehn Neograeca, die meist aus der Privatbibliothek König Ottos von Griechenland stammen. Unter ihnen befindet sich beispielsweise die fĂŒr den König angefertigte Abschrift der griechischen Verfassungsurkunde, aber auch ein Handbuch der Athener Feuerwehr.
Das Archiv des assyrischen Statthalters Mannu-ki-AĆĄĆĄur von Guzana /Tell Halaf. Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in Nordost-Syrien. Dornauer, Aron A. Vorderasiatische Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim Stiftung (3). 2014. 116 S. 7 Abb. 1 Karte(n), 78 Tafel(n). EUR 54,00. CHF 75,90 ISBN: 978-3-447-19299-6 Harrassowitz Verlag
Im Jahr 1912 fand Max Freiherr von Oppenheim auf der Zitadelle der neuassyrischen Provinzhauptstadt Guzana (modern Tall ?alaf) die Überreste des Archivs des Statthalters Mannu-ki-AĆĄĆĄur (max. 808–764). Eine erste Bearbeitung der Texte von Ernst F. Weidner erschien 1940 im sechsten Beiheft des Archivs fĂŒr Orientforschung. Die vorliegende Neubearbeitung von Aron A. Dornauer berĂŒcksichtigt das seitdem gewachsene Wissen und stellt die Texte in den soziohistorischen Kontext einer Phase, in der Assyrien das eroberte Obermesopotamien in das Provinzialsystem des sich formierenden assyrisch-obermesopotamischen Territorialstaats integrierte. Die administrativen Urkunden und Briefe dokumentieren Getreide, Groß- und Kleinvieh fĂŒr Abgaben sowie Personal fĂŒr zivilen und militĂ€rischen Frondienst. Infanteristen und Schleuderer, Streitwagen- und Hilfstruppen sowie der Tross werden ausgehoben, mit Waffen, RĂŒstzeug, Equiden und Proviant ausgerĂŒstet. Gold und Gesandte aus dem Westen werden durch Guzana geleitet; Personen werden des Rechtsbruchs beschuldigt; Rituale werden organisiert. Neben der Kommunikation innerhalb der Provinz dokumentieren die Texte die Kommunikation der Provinzadministration mit königlichen BĂŒros in Kal?u, mit Offiziellen benachbarter Provinzen und Magnaten wie dem turtanu, fĂŒr den die Provinzverwaltung Streitwagen und Truppen bereitzustellen hatte. Briefformat, Schriftgebrauch und Duktus unterscheiden sich von den jĂŒngeren Texten aus Ninive, Kal?u und Assur. Eine Besonderheit der Einleitung des Briefformulars des turtanu und des Mannu-ki-AĆĄĆĄur dokumentiert, dass sich in der ersten HĂ€lfte des 8. Jahrhunderts nicht nur die Magnaten königliche PrĂ€rogative angeeignet haben.
Die Kleinfunde von Habuba Kabira-SĂŒd. Strommenger, Eva; SĂŒrenhagen, Dietrich; Rittig, Dessa. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (141). 784 S. 4 Abb., 2 Diagramm(e), 39 Tabelle(n), 258 fb. Tafeln. 35 x 24 cm. Gb. EUR 178,00. CHF 240,00 ISBN: 978-3-447-10246-9 Harrassowitz Verlag
In den stĂ€dtischen Haushalten von Habuba Kabira-SĂŒd ist die Keramik allgegenwĂ€rtig. Sie bietet mit ihrem Tonmaterial, ihrer Herstellungstechnik, ihrem Formenschatz und ihrem Dekor eine FĂŒlle von Informationen, die auch die genauere Datierung der Stadt und ihres kulturellen Rahmens gestattet. Daher beginnt die Publikation mit der Keramik, auf die das breite Spektrum anderer Zeugen des tĂ€glichen Lebens aus Terrakotta, Stein, Metall und Knochen folgt.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die wenigen Tontafeln einer frĂŒhen Schriftstufe, zahlreiche wohl im Handel verwendete calculi aus Terrakotta und eine FĂŒlle tönerner VerschlĂŒsse mit Siegelabrollungen sowie einige originale Rollsiegel aus Stein. Mit allen erwĂ€hnten Befunden gewinnt die Diskussion ĂŒber die Ă€lteste Stadtkultur Vorderasiens eine neue Basis. Untersuchungen des Metallhandwerks, der Tierknochen und Mollusken sowie des als Handelsgut gefundenen Bitumens und anderer Materialproben bieten umfangreiche Hinweise auf die wirtschaftliche Basis des Lebens in Habuba Kabira-SĂŒd vor etwa fĂŒnf Jahrtausenden. Insbesondere bieten sie wertvolle ErgĂ€nzungen zu den bisherigen Funden aus den Metropolen in Uruk und Susa, aus deren Untersuchungen bisher nur vereinzelte Zeugnisse des tĂ€glichen Lebens hervorgegangen sind. Eine VerknĂŒpfung der hier publizierten Objekte mit ihren im Band Ausgrabungen in Habiba Kabira I veröffentlichten Fundstellen ist stets auf direktem Wege möglich und dient somit der Gesamtbetrachtung.
Das Grab des Siamun in der Oase Siwa. Beitr. Heinz Felber; Jan Moje. ArchÀologische Veröffentlichungen 115 . 2014. 117 S. 1 Abb. 1 Diagramm, 3 Tabelle(n), 24 fb. Tafel(n). 35 x 25 cm. Gb. EUR 89,00. CHF 119,00 ISBN: 978-3-447-10239-1 Harrassowitz Verlag
Malerisch in der WestwĂŒste Ägyptens gelegen und ĂŒber 300 Kilometer von der nĂ€chsten Stadt entfernt, ist die Oase Siwa weithin bekannt fĂŒr das sogenannte Ammons-Orakel im Tempel des Amun, dessen prominentester Besucher Alexander der Große war.
Unter den nach Alexander in Ägypten regierenden PtolemĂ€ern entwickelte sich der Gebel el-Mota, der sich ĂŒber der Oase erhebt, zu einem zentralen Bestattungsplatz der Elite. Das Grab eines Mannes namens Siamun zĂ€hlt zu den bedeutendsten PrivatgrĂ€bern der Oase und nimmt durch seine ĂŒberaus qualitĂ€tvollen und lebensnahen Dekorationen eine SchlĂŒsselstellung in der spĂ€tĂ€gyptischen Kunst ein.
Dieses Buch stellt die Ergebnisse eines mehrjĂ€hrigen DFG-Projekts vor. Grundlage sind 1:1-Zeichnungen der Wanddekoration, die Michael Sohn vor Ort gefertigt, spĂ€ter eingescannt und am Computer bearbeitet hat, sowie die Fotodokumentation von Mohammed al-Roumi. Darauf basierend hat ein interdisziplinĂ€res Team die Architektur, die Dekoration und die Inschriften analysiert. Das Ergebnis bildet nicht nur die erstmalige vollstĂ€ndige Dokumentation, sondern auch eine grundlegende Neuinterpretation des Grabes, das zu den wichtigsten Hinterlassenschaften aus Ägypten um die Zeitwende gehört.
Die Urkunden Philipps von Schwaben. Bearbeitet von Andrea Rzihacek und Renate Spreitzer. Vorarbeiten von Paul Zinsmaier (†) und Rainer Maria Herkenrath. Bearbeitet von Rzihacek, Andrea; Spreitzer, Renate; Mitwirkung (sonst.): Merta, Brigitte; Ottner-Diesenberger, Christine. MGH - Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser (12). 774 S. 18 Abb., 4 Tabelle(n). 29 x 21 cm. Gb. EUR 140,00. CHF 189,00 ISBN: 978-3-447-10086-1 Harrassowitz Verlag
Das Jahr 1198 markiert mit der Doppelwahl des Staufers Philipp und des Welfen Otto IV. den Beginn einer der schwersten politischen Krisen des Hochmittelalters, die letztlich das gesamte Heilige Römische Reich erfasste. Durch die BĂŒndnisse Ottos mit dem englischen und Philipps mit dem französischen König sowie die Parteinahme des Papstes erlangte der deutsche Thronstreit nahezu gesamteuropĂ€ische Dimension. Regierungszeit und Urkundenwesen Philipps waren von kriegerischen Auseinandersetzungen, wechselnden Allianzen und politischen Wirren im Reich geprĂ€gt. Als Philipps militĂ€rische und politische Erfolge seine endgĂŒltige Durchsetzung und Kaiserkrönung in greifbare NĂ€he rĂŒcken ließen, wurde der Staufer am 21. Juni 1208 ermordet. Die vorliegende Edition der Urkunden Philipps von Schwaben umfasst insgesamt 216 Nummern, von denen Philipp elf als Herzog von Tuszien und vier als Herzog von Schwaben ausstellte. 199 StĂŒcke sind seiner Königszeit (1198-1208) zuzuordnen, darunter 145 im Volltext erhaltene und 33 verlorene Urkunden, acht Briefe, acht mittelalterliche FĂ€lschungen, vier unter Philipps Namen ĂŒberlieferte Musterurkunden und -briefe sowie zwei Urkunden anderer Aussteller, die er mitbesiegelte. Zudem ist seine Gemahlin Irene/ Maria mit einer Urkunde und einem Musterbrief in der Edition vertreten.
Die Siegel der lateinischen Könige von Jerusalem. Mayer, Hans Eberhard; Sode, Claudia. MGH-Schriften (66). 277 S. 2 Tabelle(n), 44 Tafel(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 64,00. CHF 85,00 ISBN: 978-3-447-10156-1 Harrassowitz Verlag
Band 66 der Schriften der MGH ergĂ€nzt die Bearbeitung der Urkunden der lateinischen Könige von Jerusalem von 2010. Parallel zur Edition entstanden, beschreibt der Band die Siegel der lateinischen Könige und Königinnen von Jerusalem aus der Kreuzzugszeit, sowohl die original erhaltenen, die heute ĂŒber drei Kontinente verstreut sind, wie auch die frĂŒhneuzeitlichen Nachzeichnungen und die mittelalterlichen Beschreibungen.
In der Einleitung werden neben dem Stand der Forschung, der Statistik, der Herstellung der Siegel und der Prozedur der Besiegelung auch ausgewĂ€hlte Einzelfragen behandelt. So kommen bis 1225 mit einer Ausnahme (Nr. 1) nur zweiseitige Bleibullen vor, danach in der Zeit der landfremden Könige, die vor allem ĂŒber Sizilien oder Zypern herrschten, auch ein- und zweiseitige Wachssiegel sowie zweiseitige Goldbullen. Der Zuordnung der vor 1225 einander sehr Ă€hnlichen Bleibullen an einzelne SiegelfĂŒhrer wird ebenso nachgegangen wie der Unterscheidung der Siegel der fĂŒnf Könige namens Balduin, von denen nur Balduin II. seine Ordnungszahl II auf seinem Siegel angab. Zudem gibt es auf den Namen Balduins I. neun Metallkopien des 19. Jahrhunderts, eine von ihnen auch auf den Namen Balduins III., die zum Teil als moderne FĂ€lschungen identifiziert wurden. Im Katalogteil werden 111 Siegel behandelt, worunter sich auch neun Inedita befinden. Es wird angegeben, wo die Siegel bisher publiziert wurden, und durch genaue Beschreibungen können sogar einzelne Siegelstempel identifiziert werden. Alle original erhaltenen oder nachgezeichneten Siegel werden in einem separaten Tafelteil abgebildet.
Ausgrabungen 1998-2001 in der Zentralen Oberstadt von Tall Mozan/Urkes Die Keramik der FrĂŒh-Gazira V- Alt-Gazira II-Zeit. Schmidt, Conrad. Studien zur Urbanisierung Nordmesopotamiens, Serie A (4). 2014. 940 S. 131 Abb., 50 Tabellen, 450 Tafeln. EUR 184,00. CHF 255,00 ISBN: 978-3-447-19266-8 Harrassowitz Verlag
Im vierten Band der „Studien zur Urbanisierung Nordmesopotamiens“ (SUN), Serie A, widmet sich Conrad Schmidt der Keramik der FrĂŒh-Gazira V- bis Alt-Gazira II-Zeit (ca. 2100 bis 1600 v. Chr.) aus den Grabungen in der zentralen Oberstadt von Tall Mozan/UrkeĆĄ in Nordostsyrien. Diese Perioden entsprechen dem Ende der FrĂŒhen und einem großen Teil der Mittleren Bronzezeit und schließen damit den Übergang vom dritten ins zweite vorchristliche Jahrtausend ein.
Schmidts Studie umfasst die Auswertung der gesamten stratifizierten Keramik aus den betreffenden Nutzungsphasen in Tall Mozan und verfolgt mit ihrer vollstĂ€ndigen und unselektierten Beschreibung einen neuen methodischen Ansatz in der Vorderasiatischen ArchĂ€ologie. Neben zahlreichen Statistiken, Tabellen und Diagrammen wird die Aufbereitung der Daten zu Waren, GefĂ€ĂŸtypen, Formtypgruppen, Formtypen und Ware-Formtypen in den jeweiligen Nutzungsphasen durch einen umfangreichen Katalog mit ĂŒber 4360 Zeichnungen erweitert. AusgewĂ€hlte Einzeluntersuchungen, einschließlich eines relativchronologischen Exkurses zur wichtigsten Nutzungsphase des Untersuchungszeitraums, C 7 (FrĂŒh-Gazira V-Zeit), und eines regionalen und vor allem ĂŒberregionalen Vergleichs mit Keramik derselben Zeitstufe aus anderen Fundorten ergĂ€nzen die Auswertung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Diskussion ĂŒber den immer noch schwer herzustellenden Synchronismus der Ă€gyptischen, levantinischen und mesopotamischen Chronologie.
Comparative Studies on the Pottery of Sector AK of the Royal Building in Tell Mozan/UrkeĆĄ (Syria). Bianchi, Alice. Studien zur Urbanisierung Nordmesopotamien S. Serie D (2). 2014. Engl. 720 S. 351 Abb. 25 Tabelle(n), 170 Tafel(n). EUR 158,00. CHF 219,00 ISBN: 978-3-447-19258-3 Harrassowitz Verlag
This publication is based on the study of the ceramics unearthed in that area of Tell Mozan, ancient UrkeĆĄ, which hosted the royal palace of the city, excavated since 1990 by the team of the International Institute of Mesopotamian Area Studies (IIMAS). The material was retrieved in area AK, the service wing of the palace, and has been assigned by the excavators to three main occupational phases covering the last quarter of the third millennium BC.
The focus of Alice Bianchi’s study lies on the relation of this material to the pottery retrieved at several sites of the Syrian Jazirah and of neighbouring regions such as the Balikh valley, the Iraqi Jazirah and the Upper Tigris valley. The first main result of the pottery analysis is the exposition of the material retrieved in area AK by phases and shape types, which is followed by a comparative analysis including ceramics from many other sites of the Syrian Jazirah and the neighbouring regions. The outcomes are summarized in a final chapter, first regarding some specific aspects of the manufacture, like peculiar ware types and decoration patterns; secondly, the shape types are presented, underlining their development in the Early Jazirah IV and V periods as well as their geographical diffusion. With its new aspects to the chronological and regional diffusion of specific pottery shape types and wares, this publication contributes to the understanding of the cultural development of the Syrian Jazirah in the last quarter of the third millennium BC and its exchange and influences with the surrounding areas.
Ägyptische AlabastergefĂ€ĂŸe aus Assur. Onasch, Hans U. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (128). 2014. 244 S. 34 Tafel(n). EUR 68,00. CHF 95,00 ISBN: 978-3-447-19197-5 Harrassowitz Verlag
Die nahezu eintausend in Assur gefundenen Fragmente von AlabastergefĂ€ĂŸen im Vorderasiatischen Museum Berlin stammen grĂ¶ĂŸtenteils aus Ägypten. Sie wurden dort zur Zeit des Neuen Reichs (18./19. Dynastie) gefertigt und in Assur in offiziellen GebĂ€uden, vor allem im Alten Palast, entdeckt. Die meisten dieser AlabastergefĂ€ĂŸe kamen als Beute von König Adad-nerari I. ĂŒber Mitanni nach Assur, wohin sie zuvor als Staatsgeschenke Ägyptens gelangt waren. Ein geringerer Teil stammt aus der 3. Zwischenzeit und wurde im 8./7. Jahrhundert von den Assyrern in der Levante erbeutet. In Assur selbst wurden kleine Alabastren aus bereits im Altertum zerscherbten dickwandigen GefĂ€ĂŸteilen hergestellt.
Auf der Basis von Materialbeobachtung und Analyse unterschiedlicher Fertigungstechniken können die in Ägypten von den in Assur hergestellten GefĂ€ĂŸe unterschieden werden: GefĂ€ĂŸe aus Calcit-Alabaster stammen aus Ägypten, die aus dem weicheren Gips-Alabaster gefertigten sind in Assur entstanden.
Hans-Ulrich Onasch gelingt es, zahlreiche in Assur gefundene GefĂ€ĂŸfragmente an die von Barbara Aston (1994) entwickelte Typologie Ă€gyptischer AlabastergefĂ€ĂŸe anzuschließen. Er erweitert diese Typologie, die sich im Wesentlichen auf GefĂ€ĂŸe des Alten Reiches bezieht, um neue Typen Ă€gyptischer Alabastren, die in Ägypten selbst noch nicht gefunden wurden. Als Vergleichsmaterial dienen ihm die AlabastergefĂ€ĂŸe aus Ugarit.
Onasch’ Studie zu den Ă€gyptischen AlabastergefĂ€ĂŸen aus Assur leistet nicht nur einen grundlegenden Beitrag zur Klassifizierung der Ă€gyptischen AlabastergefĂ€ĂŸe, sondern gibt zugleich Aufschluss ĂŒber die sonst nur punktuell zu fassenden Beziehungen zwischen Ägypten und Assyrien.
Elephantine XXXV. The Lithic Industries on Elephantine Island during the 3rd Millennium BC. Hikade, Thomas. ArchÀologische Veröffentlichungen des Deutschen ArchÀologischen Instituts (121). Englisch 2014. 210 S. 61 Abb. 77 Tabelle(n), 46 Tafel(n). 35 x 25 cm. Gb. EUR 92,00. CHF 125,00 ISBN: 978-3-447-10131-8 Harrassowitz Verlag
With nearly 5000 years of continuous occupation and stratigraphy, the island of Elephantine is one of the most important archaeological sites in Egypt. It was also the traditional southern frontier of ancient Egypt. The German Archeological Institute has, in close cooperation with the Swiss Institute for Architectural and Archaeological Research, been excavating on Elephantine Island since 1969.
In his volume on the lithic industries, Thomas Hikade analyzes more than 10000 lithic artifacts of the 3rd millennium BC (Early Dynastic to First Intermediate Period) excavated in more than 20 campaigns (1984-2004). He discusses the primary and the secondary industries of the site, presenting the stone tool assemblage from various parts of the settlement in detailed tables, charts, and line drawings. In some cases the analysis is so detailed as to cover the archaeological context of a single room of a house. The author also discusses the various raw materials used in the making of Egyptian stone tools, and he places the lithic industries of the 3rd millennium BC from Elephantine Island into the broader context of the Egyptian economic system. The study closes with a catalog of 465 selected objects of the entire collection, accompanied by drawings.

Mit fast 5000 Jahre fortlaufende BeschĂ€ftigung und Stratigraphie, ist die Insel Elephantine eine der wichtigsten archĂ€ologischen StĂ€tten in Ägypten. Es war auch die traditionelle SĂŒdgrenze des alten Ägypten. Die Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts hat, in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut fĂŒr Bauforschung und Altertumskunde, wurde auf der Insel Elephantine Ausgrabungen seit 1969.
In seinem Volumen auf den lithischen Industrien, Thomas Hikade analysiert mehr als 10000 lithischen Artefakte des 3. Jahrtausends vor Christus (Early Dynastic zu Erste Zwischenzeit) in mehr als 20 Kampagnen (1984-2004) ausgegraben. Er diskutiert die PrimĂ€r- und die SekundĂ€rbranchen der Site, prĂ€sentiert das Steinwerkzeug Assemblage aus verschiedenen Teilen der Siedlung in detaillierten Tabellen, Diagramme und Zeichnungen. In einigen FĂ€llen ist die Analyse ist so detailliert, um die archĂ€ologischen Kontext aus einem einzigen Raum eines Hauses zu decken. Der Autor diskutiert auch die verschiedenen bei der Herstellung von Ă€gyptischen Steinwerkzeuge verwendeten Rohstoffe, und er stellt die lithischen Industrien des 3. Jahrtausend vor Christus von der Insel Elephantine in den breiteren Kontext der Ă€gyptischen Wirtschaftssystems. Die Studie schließt mit einem Katalog von 465 ausgewĂ€hlten Objekte der gesamten Sammlung, begleitet von Zeichnungen.
Mein ganzes Leben war ein Fehler, da wurd ich Maler und ErzÀhler. John Elsas (1851-1935), seine Collagen, Aquarelle und Knittelverse. 2014. EUR 49,00. CHF 65,90 ISBN: 978-3-447-10226-1 Harrassowitz Verlag
John Elsas (1851–1935) war eigentlich Bankier in Frankfurt am Main. Erst im Alter von etwa 74 Jahren begann er, fĂŒr seine Enkel Bilder zu kleben und sie mit Versen zu versehen. Er schnitt und klebte seine Bilder aus Glanz- und Geschenkpapier, Tapetenresten, schillerndem Stanniol, Buchbinderkarton und Textilien; effektvoll und stilsicher montierte er sie aufs Papier, aquarellierte sie anschließend oft, bearbeitete sie mit Tusche oder Buntstiften. Bald wandte er sich mit seinen Arbeiten auch an das erwachsene Publikum und fand in der Presse sehr gute Aufnahme; humorvoll wurde er auch „Kurzvers-Philosoph“ genannt. Vor 1933 kamen mehrere Ausstellungen mit seinen Collagen und Zeichnungen zustande, u.a. in MĂŒnchen, Mannheim und ZĂŒrich, vor allem aber in der renommierten Berliner Galerie „Der Sturm“ von Herwarth Walden, in der damals die Großmeister der Avantgarde ausstellten.
Als jĂŒdischer BĂŒrger sah John Elsas die Gefahren des Nationalsozialismus auf sich zukommen; auch der Gedanke vom Auswandern nach PalĂ€stina beschĂ€ftigte ihn in Bildern. Da er 1935 im Alter von fast 84 Jahren starb, musste er nicht mehr erleben, wie seine Tochter Irma 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort 1944 ermordet wurde. Vorher hatte sie den Nachlass des Vaters, der in den zehn Jahren seines Schaffens mehr als 25000 BlĂ€tter schuf, sorgfĂ€ltig in Kisten verpackt und an die in der Schweiz lebende Schwester adressiert. Ein Teil des erhalten gebliebenen Nachlasses konnte der Schweizer Arzt Stephan Gottet erwerben und damit die Sammlung Florence G. bereichern.
Die Keramik der Älteren Ischtar-Tempel in Assur. Von der zweiten HĂ€lfte des 3. Jahrtausends bis zur Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. Beuger, Claudia. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (138). 2014. 226 S. 24 Abb. 8 Diagramm(e), 14 Tabelle(n), 68 Tafel(n). EUR 75,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-447-19278-1 Harrassowitz Verlag
Die sogenannten Älteren Ischtar-Tempel gelten als der am besten dokumentierte Baukomplex in Assur, der Keimzelle des spĂ€teren assyrischen Reiches. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese Befunde unter der Leitung von Walter Andrae bis auf den anstehenden Fels hinab ausgegraben und es konnten die vermutlich frĂŒhesten erhaltenen Kultbauten der Stadt freigelegt werden. Nachdem die Architektur und die wichtigsten Funde von dem AusgrĂ€ber selbst bereits in den 1920er Jahren vorgelegt wurden, hat sich JĂŒrgen BĂ€r im Rahmen des gut 70 Jahre spĂ€ter ins Leben gerufenen Assur-Projektes einer umfassenden Neubearbeitung der im Vorderasiatischen Museum zu Berlin einlagernden Dokumentation und Kleinfunde gewidmet.
Zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt verfĂŒgt Assur als einziger Fundort ĂŒber eine vergleichsweise gut dokumentierte Keramiksequenz aus dem 3. bis 2. Jahrtausend v.Chr. Da Assur in einer BrĂŒckenregion zwischen dem sĂŒdmesopotamischen und dem syro-anatolischen Raum liegt, erlaubt das von Claudia Beuger vorgestellte Material auch eine neue Diskussion und Definition der Grenzen und Gemeinsamkeiten der nord- und sĂŒdmesopotamischen Keramikkulturen, insbesondere da heute intensivierte Feldforschungen unter internationaler Beteiligung im Nordirak wieder möglich sind. Mit ihrer Untersuchung leistet Beuger so einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Keramik der Älteren Ischtar-Tempel in Assur.
Kleinfunde aus Elfenbein und Knochen aus Assur. Wicke, Dirk. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Dtsch.en Orient-Gesellschaft (131). 2014. 326 S. 55 Tafel(n). EUR 78,00. CHF 109,00 ISBN: 978-3-447-19213-2 Harrassowitz Verlag
Die Ausgrabungen der DOG in Assur haben ĂŒber 700 Objekte aus Knochen und Elfenbein erbracht, die Dirk Wicke nun in seiner Studie zu den Kleinfunden aus Assur erstmals vollstĂ€ndig in Katalogform beschreibt, bildlich dokumentiert und ausfĂŒhrlich kommentiert.
Der Entstehungszeitraum der Objekte reicht vom spĂ€ten 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die spĂ€te hellenistisch-parthische Epoche hinein, den Schwerpunkt der Untersuchung bilden dabei die Funde der mittel- und neuassyrischen Zeit (14.–12. bzw. 9.–7. Jahrhundert v. Chr.). Die GegenstĂ€nde umfassen nahezu das gesamte Repertoire der Beinschnitzerei und reichen von figĂŒrlichen, vollplastischen Arbeiten ĂŒber BehĂ€lter, KĂ€mme und Einlagen bis hin zu alltĂ€glichen GebrauchsgegenstĂ€nden. Sie wurden nicht nur im Palast, sondern ĂŒberwiegend im Wohngebiet von Assur v.a. als Grabbeigaben gefunden, dadurch unterscheidet sich das Material grundlegend von den im Palastgebiet entdeckten Elfenbeinobjekten.
Wickes Studie bietet neben der PrĂ€sentation der Funde auch eine materialkundliche EinfĂŒhrung in Elfenbein und Knochen, einen kurzen Überblick ĂŒber optische und physikalisch-chemische Bestimmungsmöglichkeiten sowie ĂŒber restauratorische Maßnahmen. Einen Schwerpunkt von fĂ€cherĂŒbergreifendem Interesse bildet das Thema der der altorientalischen Beinschnitzerei: Hier werden nicht nur technische Aspekte der Ver- und Bearbeitung, sondern auch Grundlagen des altorientalischen Beinschnitzhandwerks zusammengefasst. Der besondere Wert der Untersuchung liegt in der gemeinsamen Publikation von Elfenbein- und KnochengegenstĂ€nden, die Wicke materialvergleichende Betrachtungen erlaubt.
Tell Chuera. Kharab Sayyar und die Urbanisierung der westlichen Djazira. Mit BeitrĂ€gen von Taos Babour und Matthias HĂŒls. Hempelmann, Ralph. Vorderasiatische Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim Stiftung (2, IV). 2014. 460 S. 34 Abb. 154 Tafel(n). EUR 98,00. CHF 139,00 ISBN: 978-3-447-19216-3 Harrassowitz Verlag
Zwischen 1999 und 2007 wurden in Tell Chuera und dem nahegelegenen Kharab Sayyar (Nordsyrien) Schichtenabfolgen vom Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. freigelegt. Sie stammen grĂ¶ĂŸtenteils aus der Zeit vor der "zweiten urbanen Revolution", als auch Tell Chuera eine "Stadt" mit 80 Hektar und Monumentalbauten wurde, und bieten daher wichtige Informationen zu den Voraussetzungen und dem Verlauf des Urbanisierungsprozesses in der westlichen Djazira.
In Ralph Hempelmanns Studie wird ausgehend von der Stratigraphie und der Keramiksequenz, die detailliert veröffentlicht werden, zunÀchst auf lokaler und dann auf regionaler Ebene eine Periodisierung konstruiert, die es erlaubt, der Frage nachzugehen, in wieweit sich anhand der materiellen Kultur VerÀnderungen hinsichtlich Wirtschaft, Gesellschaft und Ideologie erkennen lassen. Die untersuchte materielle Kultur setzt sich hierbei zusammen aus dem Siedlungssystem, der Siedlungsstruktur, den Installationen, den Hausgrundrissen, den Grabformen und Bestattungssitten, der Keramikproduktion, den Kleinfunden und den archÀozoologischen Funden. Anhand der erzielten Ergebnisse unternimmt Hempelmann den Versuch, die Kulturgeschichte der westlichen Djazira zu rekonstruieren.
Die Studie wird ergĂ€nzt durch BeitrĂ€ge von Taos Babour und Matthias HĂŒls.
Der Kadi und seine Zeugen:. Studie der mamlukischen ?aram-Dokumente aus Jerusalem. MĂŒller, Christian. Abhandlungen fĂŒr die Kunde des Morgenlandes (85). 2014. 647 S. 14 Abb., 6 Tabelle(n). EUR 79,00. CHF 109,00 ISBN: 978-3-447-19141-8 Harrassowitz Verlag
Nur eine tödliche Darmkolitis bewahrte den Kadi Ć araf al-Din im Jahre 1397 vor Bestrafung und Amtsenthebung durch den Sultan. Heute bilden die Akten dieses Richters den Großteil der vor vierzig Jahren in Jerusalem entdeckten 900 Haram-Urkunden.
Christian MĂŒllers Studie untersucht diesen außergewöhnlichen Korpus unter diplomatischen, rechtspraktischen und sozialhistorischen Gesichtspunkten. Erstmals lĂ€sst sich die Arbeitsweise eines Kadigerichts anhand von Originalurkunden detailliert rekonstruieren: von der Redaktion schriftlicher Zeugenurkunden ĂŒber die mĂŒndlichen Verfahrensschritte bis zur Urteilsfindung und der Verwendung beglaubigter Urkunden vor Gerichten anderer StĂ€dte. Einzelne Urkunden und inhaltlich verbundene Aktengruppen bieten ungeahnte Einblicke in die RechtsverhĂ€ltnisse und Lebenswelten der damaligen Stadt- und Landbewohner, Gelehrte, HĂ€ndler oder Emire.
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