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Harrassowitz Verlag

 
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Manuscripts Changing Hands. Handschriften wechseln von Hand zu Hand. Hrsg.: Schier, Volker; Schleif, Corine. WolfenbĂŒtteler Mittelalter-Studien. volume: 031. 2016. Engl. 368 S., 166 fb. Abb. 24 x 16 cm. Gb. EUR 92,00 ISBN: 978-3-447-10391-6 Harrassowitz Verlag
Medieval manuscripts were conceived to move from one set of hands to the next. Holding a book presented possibilities, and possessing a book implied power. Thus, books functioned as potent connectors. They bound producers with consumers, givers with recipients, writers with readers, writers with writers, and readers with readers. Books linked many generations and were intended to last. Hands attached messages in colophons, prayers, scribal notes, glosses, word plays, self-images, and other inserted materials. Hands also left traces in the form of penciled users’ names, threats, curses, corrections, erasures, worn and torn pages, finger prints, and dirt.
Contributors to this collection of essays analyze the ways in which the manuscript medium served and challenged communication. Sensorial empathies helped to construct communal identities that overcame barriers of time, class and calling. Diachronic communities formed around books in both men’s and women’s monasteries. Librarians, collectors, and makers of facsimiles strove to preserve these hand-made, handed down objects. Ten medievalists with specialties in history, musicology, art history, and the history of literature provide articles based on discussions that took place at an international workshop supported by the Deutsche Forschungsgemeinschaft at the Herzog August Bibliothek in WolfenbĂŒttel in 2012. The volume reflects current issues relating to actor network theory and eco-critical concerns. It appears at the moment in which transient virtual media are replacing enduring material objects as means of communication.
AnnÀherungen an eine europÀische Wende. AusgewÀhlte AufsÀtze unter Mitarbeit von Anna Claudia Nierhoff und Detlev Jasper Hrsg.: Martina Hartmann. MGH-Schriften (72). Fuhrmann, Horst. Papst Gregor VII. und das Zeitalter der Reform. 2016. 598 S. 2 Tabelle(n), 10 Abb. 23 x 15 cm. Gb. EUR 80,00. ISBN: 978-3-447-10162-2 Harrassowitz Verlag
Der Band enthĂ€lt 28 AufsĂ€tze von Horst Fuhrmann (1926–2011), der von 1972 bis 1994 PrĂ€sident der Monumenta Germaniae Historica war. Neben seinen Forschungen zu den Pseudoisidorischen FĂ€lschungen war es vor allem das Zeitalter des sogenannten Investiturstreites, dem Fuhrmanns besonderes Interesse galt. In einer Auswahl, die der Autor noch selbst kurz vor seinem 80. Geburtstag vorgenommen hatte, werden hier Studien zu Papst Gregor VII. und zur „Quellenkunde und zum QuellenverstĂ€ndnis der Reformzeit“ vorgelegt. Der Ă€lteste Beitrag stammt aus dem Jahr 1965, der jĂŒngste von 2003. ErgĂ€nzt wird diese Sammlung durch ein Verzeichnis der Schriften von Horst Fuhrmann und die Nachrufe auf ihn.
Thetis. Mannheimer BeitrÀge zur Klassischen ArchÀologie und Geschichte Griechenlands und Zyperns. [Band 22 (2016)]. Hrsg.: Reinhard Stupperich, Heinz A. Richter. 2016. EUR 39,00 ISBN: 978-3-447-10618-4 Harrassowitz Verlag
Die von Reinhard Stupperich und Heinz A. Richter herausgegebene Zeitschrift Thetis erscheint einmal im Jahr. Sie ist die einzige Zeitschrift in Europa, die sich interdisziplinÀr mit der griechischen Welt von der Antike (ArchÀologie) bis zur Zeitgeschichte befasst und dabei ArchÀologen, Althistoriker, MediÀvisten, Byzantinisten, Osmanologen, Historiker der Neuzeit, Neuesten Zeit, Zeitgeschichte und Politologen zu Wort kommen lÀsst, um das Kontinuum der griechischen Geschichte und Kulturgeschichte zu erforschen. Dabei werden auch die neuzeitliche Wirkungsgeschichte der Antike, politologische und soziologische AnsÀtze sowie die eigenstÀndige Rolle, die Zypern bereits im Altertum spielte, und seine Bedeutung in der neuesten Geschichte und gegenwÀrtigen Politik in den Blick genommen.
Der Codex Montalto. PrÀsentation und Rezeption der Antikensammlung Montalto Peretti. Seidel, Anna. Cyriacus. Studien zur Rezeption der Antike (8). 2016. 240 S. 136 z. T. fb. Abb. Engl. Br. EUR 70,00. ISBN: 978-3-447-10515-6 Harrassowitz Verlag
Der Codex Montalto umfasst nahezu 280 Zeichnungen nach der Antikensammlung Montalto Peretti. Diese trug Kardinal Alessandro Montalto Peretti im frĂŒhen 17. Jahrhundert in der römischen Villa seines Onkels, Papst Sixtus V., zusammen. Sie zĂ€hlte zu den bedeutendsten Antikenkollektionen des Barock, gleichwertig denen der Borghese und Giustiniani. 1785 wurde sie vollstĂ€ndig zerschlagen. Der Codex Montalto gibt einen einzigartigen Einblick in die Zusammensetzung der Sammlung und ermöglicht deren Rekonstruktion. Der Band, der einen vollstĂ€ndig bebilderten Katalog des in Privatbesitz befindlichen Codex beinhaltet, wird sowohl die erste kunsthistorischen Bearbeitung des Zeichnungskonvoluts als auch die erste umfassende sammlungshistorische Studie zur Antikensammlung Montalto und ihrer Rezeption vorlegen.
Ciriaco de Ancona und die Entdeckung Griechenlands im 15 Jahrhundert. Chatzidakis, Michael. 2016. 400 S. 416 z. T. fb, Abb. Engl. Br. EUR 80,00. ISBN: 978-3-447-10516-3 Harrassowitz Verlag
Die antiquarische, frĂŒhwissenschaftliche Auseinandersetzung mit griechischen AltertĂŒmern im 15. Jh. ist aufs Engste mit der Person Ciriacos de Ancona (1391 - 1452) verknĂŒpft. Von Haus aus Kaufmann, nutzte Ciriaco geschickt seine Profession, um ein ausgewogenes VerhĂ€ltnis gegenĂŒber allen Parteien und Religionen zu unterhalten. Sein durch unermĂŒdliche Forschungen und Anerkennung seiner humanistischen Freunde verstĂ€rkter Ruhm als ausgewiesener Kenner fremder Kulturen wie auch seine wichtige Rolle als zuverlĂ€ssiger Informant ĂŒber die diplomatischen AffĂ€ren im östlichen Mittelmeergebiet stellten fĂŒr Ciriaco die Eintrittskarte zu den Höfen Italiens dar und ermöglichten es ihm, seinem antiquarischen Antrieb ungehindert nachzugehen.
Ciriaco machte es sich im Laufe seines rastlosen Wanderlebens zur Aufgabe, das östliche Mittelmeergebiet in allen Himmelsrichtungen zu erkunden, um möglichst viele erhaltene Bauten und DenkmĂ€ler der antiken Welt zu besichtigen und sie möglichst vollstĂ€ndig zu erschließen. Die Forschungsergebnisse seiner Expeditionen fanden in schriftlicher und bildlicher Form Eingang in seine unter dem Titel „Commentaria“ subsumierten ReisetagebĂŒcher, die unglĂŒcklicherweise nur in Fragmenten auf uns gekommen sind.
Trotz der bruchstĂŒckhaften MaterialĂŒberlieferung haben die vorliegenden Untersuchungen deutlich genug die frappierende ModernitĂ€t von Ciriacos methodischem Zugriff aufgezeigt. Mit seinen weitgefĂ€cherten Interessen, mit seiner Begeisterung sowohl fĂŒr das antike Bauwesen und die topographischen Studien, die Reliefkunde, die Statuarik und die Epigraphik, die MĂŒnz- und Gemmenkunde, wie auch fĂŒr die antike Mythographie avancierte Ciriaco zu einem der wichtigsten Antiquare seiner Zeit und nahm Methoden moderner archĂ€ologischer Disziplinen vorweg. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass der Umgang mit der Antike, verglichen zumindest mit dem auf wissenschaftlicher Ebene emotional eher distanzierten VerhĂ€ltnis eines heutigen ArchĂ€ologen zu seinem Fund, zu Ciriacos Zeiten ein von Hemmungen jeglicher Art befreiter und verlebendigender gewesen war. Die Analysen seiner Musen-Nymphen- Apoll-, Merkur-, Homer-, Aristoteles- und Kymodoke-Zeichnungen haben unter diesem Aspekt die vielleicht faszinierendste und bisher in der Forschung unbeachtet gebliebene Facette von Ciriacos Persönlichkeit offenbart: seinen schöpferisch-poetischen Umgang mit den antiken Formen.
Über die Praxis des wissenschaftlich anmutenden Dokumentierens hinaus, die Ciriaco in seinen zahlreichen Nachzeichnungen nach antiken Monumenten konsequent praktizierte, fĂŒhlte er nicht selten auch das BedĂŒrfnis den durch die graphische Dokumentation wiedergewonnenen antiken Sachverhalt in die eigene Lebenswirklichkeit fortzufĂŒhren, und zwar in Form von durch die Fantasie getrĂ€nkten Neuschöpfungen mit stark autobiographischen bzw. existentiell- anthropologischen und zum Teil transzendenten bzw. ĂŒbersinnlichen ZĂŒgen.
Der Katalog unternimmt darĂŒber hinaus zum ersten Mal den Versuch, die von Ciriaco de Ancona im 15. Jahrhundert dokumentierten antiken DenkmĂ€ler Griechenlands möglichst komplett zu erfassen. Die Dokumentation wird durch zahlreiche vor Ort gemachte Bildaufnahmen von den noch erhaltenen DenkmĂ€lern ergĂ€nzt.
Kirchner bei Klee mit farbigen Holzschnitten von Martin FurtwĂ€ngler Hrsg.: K. Schacky. KĂŒnstlerbuch in einer einmaligen Auflage von 300 numerierten und signierten Exemplaren. Mit einem Farbholzschnitt bedruckter Leinenband. Mit einer beiliegenden Übersetzung ins Englische. Ausgabe C: Exemplar 76/300 bis 99/300 mit 1 Farbholzschnitt, lose be. FurtwĂ€ngler, Felix; Haas, Joachim. 2016. 40 S. Leinen. EUR 190,00. ISBN: 978-3-447-10461-6 Harrassowitz Verlag
Die Idee zu diesem KĂŒnstlerbuch, das am Original Heidelberger Cylinder gedruckt wurde und das in einer einmaligen Auflage von 300 nummerierten und signierten Exemplaren erscheint, hatte Joachim Haas, der sich seit vielen Jahren mit der Person und dem Werk Paul Klees beschĂ€ftigt. Das Buch handelt von der verbĂŒrgten Begegnung Ernst Ludwig Kirchners mit Paul Klee Ende 1934 in Bern, als Kirchner Klee in dessen Übergangswohnung im Kollerweg 6 besuchte. Das GesprĂ€ch, das beide miteinander fĂŒhrten, vollzieht Joachim Haas in Anlehnung an bekannte Fakten und Briefe Kirchners, Paul und Lily Klees mit kreativem Humor als eine verbale Illusion nach, in der die beiden KĂŒnstler, Lily Klee und nicht zuletzt der Klee’sche Kater Bimbo als Akteure auftreten. Der bekannte BuchkĂŒnstler Felix Martin FurtwĂ€ngler hat dazu Holzschnitte geschaffen, die die handelnden Personen und die zunehmend spannungsreiche Situation treffend wiedergeben.
Im Zusammenwirken von Text und Holzschnitten manifestiert sich der subjektive Versuch, die einzigartige und kunsthistorisch bedeutsame Begegnung der beiden großen Maler fiktiv umzusetzen.
Kirchner bei Klee mit farbigen Holzschnitten von Martin FurtwĂ€ngler Hrsg.: K. Schacky. KĂŒnstlerbuch in einer einmaligen Auflage von 300 numerierten und signierten Exemplaren. Mit einem Farbholzschnitt bedruckter Leinenband. Mit einer beiliegenden Übersetzung ins Engl.e. Ausgabe D: Exemplar 200 bis 300/300 . FurtwĂ€ngler, Felix; Haas, Joachim. 2016. 40 S. Leinen. EUR 120,00. ISBN: 978-3-447-10462-3 Harrassowitz Verlag
Die Idee zu diesem KĂŒnstlerbuch, das am Original Heidelberger Cylinder gedruckt wurde und das in einer einmaligen Auflage von 300 nummerierten und signierten Exemplaren erscheint, hatte Joachim Haas, der sich seit vielen Jahren mit der Person und dem Werk Paul Klees beschĂ€ftigt. Das Buch handelt von der verbĂŒrgten Begegnung Ernst Ludwig Kirchners mit Paul Klee Ende 1934 in Bern, als Kirchner Klee in dessen Übergangswohnung im Kollerweg 6 besuchte. Das GesprĂ€ch, das beide miteinander fĂŒhrten, vollzieht Joachim Haas in Anlehnung an bekannte Fakten und Briefe Kirchners, Paul und Lily Klees mit kreativem Humor als eine verbale Illusion nach, in der die beiden KĂŒnstler, Lily Klee und nicht zuletzt der Klee’sche Kater Bimbo als Akteure auftreten. Der bekannte BuchkĂŒnstler Felix Martin FurtwĂ€ngler hat dazu Holzschnitte geschaffen, die die handelnden Personen und die zunehmend spannungsreiche Situation treffend wiedergeben.
Im Zusammenwirken von Text und Holzschnitten manifestiert sich der subjektive Versuch, die einzigartige und kunsthistorisch bedeutsame Begegnung der beiden großen Maler fiktiv umzusetzen.
"Die „Kunst des Adels“ in der FrĂŒhen Neuzeit. WolfenbĂŒtteler Forschungen (144). Hrsg.: Sittig, Claudius; Wieland, Christian. 2016. 344 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 88,00. ISBN: 978-3-447-10486-9 Harrassowitz Verlag
Die Zugehörigkeit zum Adel war im frĂŒhneuzeitlichen Europa nicht nur ein sozialer Status, den man durch eine hohe Geburt unzweifelhaft besaß – sie musste vielmehr kontinuierlich in bestimmten Haltungen und Handlungen beglaubigt werden, sowohl gegenĂŒber Mitgliedern des eigenen Standes als auch gegenĂŒber nicht-adligen Zeitgenossen. Dieser performative Aspekt von Adeligkeit verweist auf eine eigene ‚Kunst, ein adeliges Leben zu fĂŒhren‘, die sich auf den verschiedensten Feldern zeigte. Dazu zĂ€hlte insbesondere auch ein bestimmter Umgang mit den ‚KĂŒnsten‘ im engeren Sinne – mit Literatur, Musik, Malerei und Architektur. Sowohl in spezifischen Modi der Patronage, der Kennerschaft und des Konsums, aber auch der produktiven kĂŒnstlerischen Praxis lassen sich Spuren von Adeligkeit entdecken.
Der interdisziplinĂ€r angelegte Sammelband geht in einer europĂ€isch-vergleichenden Perspektive der Frage nach, wie die gleichermaßen sozialen und normativen Begriffe des Adels und der Kunst in der frĂŒhen Neuzeit aufeinander bezogen waren, wie sich Adlige als KĂŒnstler verstanden und Kunst als adlig entworfen wurde. Die einzelnen BeitrĂ€ge aus den Feldern der Sprach- und der Literaturwissenschaft, der Geschichts- und der Musikwissenschaft sowie der Kunstgeschichte eröffnen daher nicht nur neue Perspektiven auf die Adelskultur zwischen 1500 und 1800, sondern zugleich auch auf die Genese eines modernen Begriffs der autonomen Kunst.
Schule und Bildung in Frauenhand. Anna Vorwerk und ihre VorlĂ€uferinnen. WolfenbĂŒtteler Forschungen (141). Hrsg.: Ball, Gabriele; Jacobi, Juliane. 2015. 284 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-10484-5 Harrassowitz Verlag
Der in Königslutter geborenen, vielseitig begabten Anna Vorwerk (1839–1900) gelang es, WolfenbĂŒttel in der Aufbruchphase der bĂŒrgerlichen Frauenbewegung nach der ReichsgrĂŒndung von 1870 fĂŒr einige Jahrzehnte als herausragendes Zentrum der MĂ€dchen- und Frauenbildung zu etablieren. Die zwölf in diesem Band versammelten BeitrĂ€ge, die auf eine Tagung anlĂ€sslich der Wiedereröffnung des Anna-Vorwerk-Hauses der Herzog August Bibliothek zurĂŒckgehen, stellen Vorwerks TĂ€tigkeit als MĂ€zenatin und SchulgrĂŒnderin, als Förderin der akademischen Lehrerinnenausbildung und als Protagonistin beruflicher Selbstorganisation von Lehrerinnen in den Kontext der MĂ€dchen- und Frauenbildungsgeschichte. Einzelpersönlichkeiten und deren pĂ€dagogische oder kulturpolitische Leistungen, aber auch Gruppen von SchulgrĂŒnderinnen und Lehrerinnen, wie beispielsweise die weiblichen Lehrorden des 17. Jahrhunderts, bilden den jeweiligen Fokus der AufsĂ€tze. Das Spektrum der BildungstrĂ€gerinnen reicht von fĂŒrstlichen MĂ€zenatinnen ĂŒber fromme Adelige und ambitionierte Töchter aus dem BĂŒrgertum bis zu Vermittlerinnen zwischen verschiedenen Kulturen im Zeitalter des kolonialen Imperialismus. Die BeitrĂ€ge vermitteln eindrucksvoll die Vielfalt der Traditionen weiblichen Engagements fĂŒr Bildung und Unterricht seit der FrĂŒhen Neuzeit. Anna Vorwerks Leben und Werk stand in dieser Traditionslinie und reprĂ€sentiert insofern verschiedene Aspekte der MĂ€dchen- und Frauenbildung an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.
Attische Sarkophage mit Eroten und Girlanden. Sarkophag-Studien (9). Papagianni, Eleni. 2015. 130 S. 71 Abb. 28 x 21 cm. Gb. EUR 88,00. ISBN: 978-3-447-10437-1 Harrassowitz Verlag
Die attischen Sarkophage mit Eroten und Girlanden stellen die grĂ¶ĂŸte und frĂŒheste Gruppe der attischen Sarkophagproduktion dar. Eleni Papagiannis Studie setzt zwei Schwerpunkte: Zum einen werden die ikonografischen Typen mit all ihren Varianten identifiziert und analysiert, und zum anderen wird die Form der Darstellungen untersucht – und dabei vor allem die Art und Weise, wie die zur VerfĂŒgung stehenden Bildtypen zu zahlreichen und mannigfaltigen Kompositionen zusammengestellt wurden. Die ausfĂŒhrliche Vorstellung der Typen und ihrer Varianten hat zum Ziel, die Vorbilder herauszuarbeiten und festzustellen, wie diese Einzug in die attischen WerkstĂ€tten der Kaiserzeit nahmen und sich dort etablierten.
ErgĂ€nzt wird die ikonografische Untersuchung des Materials durch das Studium der architektonischen Form der Sarkophage und die Frage nach der absoluten Datierung. Schließlich wird eine hermeneutische AnnĂ€herung an die Erotendarstellungen versucht, das Thema des Handels mit attischen Sarkophagen mit Eroten und Girlanden auf den MĂ€rkten des Römischen Reiches wird diskutiert, und ihre EinflĂŒsse auf die Werke lokaler WerkstĂ€tten werden untersucht.
Die Studie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erschließung der attischen Sarkophage und fördert das VerstĂ€ndnis der kaiserzeitlichen Skulptur Griechenlands.
De l Académie du dessin à Filippo Baldinucci. Cyriacus. Studien zur Rezeption der Antike (7). Biscontin Lalande, Jacqueline. Feuilles de mémoire: Un carnet de dessins florentins du Louvre. Französich. 2015. 492 S. 30 x 21 cm. Engl.Br. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-10303-9 Harrassowitz Verlag
Die Studie prĂ€sentiert 59 ZeichnungsblĂ€tter, die im DĂ©partement des Arts graphiques du MusĂ©e du Louvre unter Inv. 954–1011 (z.T. recto und verso) aufbewahrt werden. Die Autorinnen verorten die Entstehung der Zeichnungen im Umfeld der Accademia del Disegno, Giorgio Vasaris und besonders Don Vincenzio Borghinis und seiner Scuola dell Ospedale. Sie identifizieren das Skizzenbuch als „borghinische“ Serie, die aus den feuilles de mĂ©moire hervorgegangen ist und ein glaubwĂŒrdiges und reales Zeugnis des Ideals darstellt, das der luogotenente der Zeichnung zugeschrieben hatte: das des mantenere la memoria
Das heute aufgelöste carnet des Filippo Baldinucci war lange Zeit Jacopo da Pontormo zugeschrieben. C. Monbeig Goguel korrigierte ihre eigene Zuschreibung zugunsten von Sebastiano Vini (1992) und entwickelt diese These hier weiter. Die technischen Untersuchungen von A. de la Chapelle bestĂ€tigen die toskanisch-florentinische Herkunft des Skizzenbuches und die Einheit desselben. J. Biscontin identifiziert in ihrem detaillierten Katalog der Zeichnungen erstmals die dargestellten antiken und modernen Motive. Verbindungen zwischen den Zeichnungen des carnet und denjenigen anderer Sammlungen können festgestellt werden. Weitere Beziehungen zu verstreuten BlĂ€ttern werden ebenfalls deutlich. Der Vergleich all dieser Quellen und das Schicksal des Carnet du Louvre in den Kreisen von Cigoli, Pereisc und Cassiano dal Pozzo belegen die besondere Stellung dieser Zeichnungen innerhalb des Austausches von Formen und mannigfaltigen Informationen zwischen Florenz, Rom und Siena sowie – in einem geringeren Maß – der Region um Padua. .
Das Buch ist auf Französisch geschrieben.
Zur Sammlung des Gutenberg-Museums in Mainz. Philippika (90). Konrad, Kirsten. Exlibris der Ägyptenrezeption und Ägyptomanie. 2015. 488 S. 262 Abb, 17 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-19430-3 Harrassowitz Verlag
Aus der Sammlung von rund 100.000 Exemplaren des Gutenberg-Museums werden Exlibris mit altÀgyptischen bzw. Àgyptisierenden Motiven sowie solche mit der Darstellung der weiblichen, griechisch-böotischen Sphinx zusammengestellt und analysiert. Die insgesamt 136 behandelten Bucheignerzeichen entstanden in einem Zeitraum von etwa 150 Jahren.
In einem einleitenden Kapitel werden relevante historische Ereignisse angesprochen, so der Fund der Nofretete 1912 oder die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun 1922. Die Gesamtanalyse thematisiert Aspekte der Konzeption wie „das Buch“, „Hieroglyphen“, „der Vanitas-Gedanke“ sowie „Orakel“. Der Katalog untergliedert die Exlibris in drei Gruppen. Zuerst werden Exemplare bearbeitet, deren Motive auf altĂ€gyptische Originale zurĂŒckgefĂŒhrt werden können. Ein Ziel der Analyse ist die Identifizierung des altĂ€gyptischen Originals sowie der jeweiligen Vorlage, die oftmals seinerzeit aktuellen Publikationen entnommen wurde oder persönliche Reiseerlebnisse memoriert. Zur zweiten Gruppe zĂ€hlen Exlibris mit Ă€gyptisierenden Motiven. Neben Ikonen wie dem Sphinx oder den Pyramiden finden sich als typisch altĂ€gyptisch empfundene Dekorationselemente wie PflanzensĂ€ulen, (Pseudo-)Hieroglyphen oder Ă€gyptisierende Götter- bzw. Alltagsszenen. Die dritte Gruppe umfasst Darstellungen der weiblichen Sphinx, die als Sinnbild einer rĂ€tselhaften Weisheit oder als femme fatale fungiert. Tabellen zu Literatur, KĂŒnstler, Eigner, Motti, Datierungen und Technik, ein Glossar und ein chronologischer Überblick folgen im Anhang.
Gedenkschrift fĂŒr Klaus Schippmann. Göttinger Orientforschungen, III. Reihe: Iranica. Neue Folge (13). Hrsg.: Farridnejad, Shervin; Hrsg.: Gyselen, Rika; Hrsg.: Joisten-Pruschke, Anke. Faszination Iran. BeitrĂ€ge zur Religion, Geschichte und Kunst des Alten Iran. 2015. 249 S. 2 Tabelle(n), 5 Abb, 53 Abb, 1 Diagramm(e). 24 x 17 cm. EUR 58,00. ISBN: 978-3-447-19422-8 Harrassowitz Verlag
GrĂ€ber und GrĂŒfte in Assur II. Die mittelassyrische Zeit. Pedde, Friedhelm. 2015. 311 S. 13 Tabelle(n), 134 Abb, 1 Kartenbeilage. 35 x 24 cm. Gb. EUR 108,00. ISBN: 978-3-447-10493-7 Harrassowitz Verlag
In diesem Band werden 215 GrĂ€ber und GrĂŒfte der mittelassyrischen Zeit in Assur vorgestellt, die in die Zeit vom 15. bis zum 11./10. Jahrhundert v.Chr. datiert werden. Innerhalb dieser Zeitspanne können die Bestattungen in drei Phasen unterteilt werden: die der frĂŒhmittelassyrischen Zeit (15./14. Jahrhundert v.Chr.), die der hochmittelassyrischen Zeit (13. Jahrhundert v.Chr.) und die der spĂ€tmittelassyrischen Zeit (12.–10. Jahrhundert v.Chr.). Die GrĂ€ber und GrĂŒfte dieser drei Phasen unterscheiden sich durch verschiedene Gruftbauweisen bzw. Grabformen sowie durch unterschiedliche Grabkeramik und andere Beigaben. Die Grabformen, die Grabbeigaben und die Beziehungen der Bestattungen zueinander werden in separaten Kapiteln diskutiert, gefolgt von einem ausfĂŒhrlichen Katalog, Tabellen und einem Tafelteil, in welchem jede Bestattung gesondert mit Fundstellenhinweisen, Fotos und PlĂ€nen der GrĂŒfte und GrĂ€ber sowie Fotos und Zeichnungen der Grabbeigaben aufgefĂŒhrt wird. Es kann gezeigt werden, dass sich die Bestattungssitten in Assur von den vorhergehenden Epochen unterscheiden und sich auch wĂ€hrend der mittelassyrischen Zeit allmĂ€hlich verĂ€ndern.
Indonesian and German views on the Islamic legal discourse on gender and civil rights. Studies on Islamic Cultural and Intellectual History (1). Hrsg.: Hasan, Noorhaidi; Hrsg.: Schulze, Fritz. Engl. 2015. 200 S. 24 x 17 cm. Engl.Br. EUR 48,00. ISBN: 978-3-447-10512-5 Harrassowitz Verlag
Indonesian and German Views on the Islamic Legal Discourse on Gender and Civil Rights addresses current issues and discourses on gender equality and civil rights in Indonesia and Germany. Contributions to this volume delve into the legal status of Muslim women by reference to the rights to freedom from discrimination and of Muslim minority groups facing the issue of criminalization of apostasy. Despite its focus on issues related to Indonesia and Indonesian Islam, this volume also covers parallel developments and discourses in and on other countries and societies such as Iranian, Lebanese, Malaysian and German. Employing manifold perspectives and approaches, including theology, social sciences, discourse studies, and science of law, it sets out to contribute to our understanding of Islamic gender discourse and relevant legal issues among Muslims across the world.
The authors include leading scholars of Germany and Indonesia, reporting researches on different but interrelated topics. Contributors are Irene Schneider, Fritz Schulze, Imen Gallala-Arndt, Friederike Wapler, Claudia Derichs, Gunnar Duttge, Noorhaidi Hasan, Hamim Ilyas, Syafiq Hasyim, Saifuddin, Siti Ruhaini Dzuhayatin, Muhrisun Afandi.
Texte der Viehverwaltung von Ơuruppak. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Dtsch.en Orient-Gesellschaft (143). Steible, Horst; YYildiz, Fatma. Ausgrabungen der Dtsch.Orient-Gesellschaft in Fara und Abu Hatab. Die Inschriften von Fara, Band 4. Wirtschaftstexte aus Fara II. 2015. 272 S. 84 Abb. 35 x 24 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-10447-0 Harrassowitz Verlag
Die ĂŒber 900 Tontafeln und -fragmente, die eine Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft (DOG) 1902/3 in Fāra/Ć uruppak (SĂŒd-Irak) zutage förderte, zĂ€hlen aufgrund ihres Umfangs und hohen Alters (ĂŒberwiegend 26. Jahrhundert v.Chr.) sowie der erstmalig neben Wirtschaftstexten und lexikalischen Listen vertretenen „literarischen“ Gattungen zu den bedeutendsten keilschriftlichen Textcorpora. Die Texte der DOG-Grabung, die sich in den ArchĂ€ologischen Museen zu Istanbul (İstanbul Arkeoloji MĂŒzeleri) und im Vorderasiatischen Museum Berlin befinden, sind bis heute nicht vollstĂ€ndig publiziert. Da man mit der frĂŒhen Schriftstufe noch nicht vertraut war, sind die Erstpublikationen von A. Deimel (1922, 1923, 1924) und R. Jestin (1937, 1957) in vielen Details unvollkommen und unzuverlĂ€ssig. JĂŒngere Arbeiten entstanden weitgehend ohne Autopsie und ohne Kenntnis des vollstĂ€ndigen Materials und sind daher ebenfalls revisionsbedĂŒrftig.
Dieser Band bildet den Auftakt zu einer umfassenden (Neu-)Edition der in Istanbul und Berlin befindlichen Fāra-Texte. Die Autoren haben die Texte in jahrelanger, mĂŒhevoller Arbeit kollationiert, fotografiert und (neu) autografiert. Nach der Identifizierung eines alten Inventarbuchs durch M. Krebernik im Jahre 2005 konnten ca. 600 Tafeln des Istanbuler Bestandes die bislang verlorenen Fundangaben zugewiesen werden.
Mit 170 Texten zur Viehverwaltung enthĂ€lt der Band die grĂ¶ĂŸte Gruppe der Wirtschaftstexte; sie betreffen Rinder, Esel, Schafe, Ziegen und Fuhrwerke. Alle Texte werden in Transliteration, Fotografie und/oder Autografie nebst den wichtigsten Metadaten (Maße, Fundstelle, Angaben zu Struktur und Inhalt) prĂ€sentiert und durch vollstĂ€ndige Indizes erschlossen.
Form und Funktion des Schmuckinventars der Königsgruft von Qatna in seinem soziokulturellen Umfeld. Qatna-Studien. Ergebnisse der Ausgrabungen (4). Roßberger, Elisa. Schmuck fĂŒr Lebende und Tote. 2015. 482 S. 15 Diagramm(e), 118 Tabelle(n), 265 z. T. fb. Abb. 31 x 24 cm. Gb. EUR 198,00. ISBN: 978-3-447-10439-5 Harrassowitz Verlag
Die Entdeckung einer seit mehr als drei Jahrtausenden unberĂŒhrten, reich ausgestatteten königlichen Grabanlage in Tall MiĆĄrife, dem antiken Qaṭna, im Jahre 2002 hat unser Wissen ĂŒber das VerhĂ€ltnis von Lebenden und Toten im Syrien des 2. Jahrtausends v. Chr. auf eine neue Grundlage gestellt. In Band 4 der Reihe Qaṭna-Studien werden die ĂŒber tausend in den Felskammern gefundenen Schmuckobjekte erstmals umfassend vorgelegt.
Aus der FĂŒlle an archĂ€ologischen Daten ergeben sich grundlegende Fragen nach Bedeutung und Wert von Schmuck im konkreten soziokulturellen Kontext. FĂŒr ihre Beantwortung ist das Hinzuziehen von Keilschriftquellen, die den Umgang mit Schmuck an Königshöfen im mittel- und spĂ€tbronzezeitlichen Syrien dokumentieren, unumgĂ€nglich. Dazu gehört eine Gruppe von Inventartexten aus dem Königspalast von Qaṭna selbst, in denen die SchĂ€tze der Palastgottheiten notiert wurden. Diese werden in Elisa Roßbergers Arbeit detailliert ausgewertet und mit der archĂ€ologischen Evidenz aus der Königsgruft verglichen. Daraus ergeben sich Möglichkeiten, bisher ungeklĂ€rte Begriffe mit konkreten Objekten, Materialien und ihrer Verarbeitung zu verbinden.
Das Wissen ĂŒber die Herstellung, Verwendung und Bedeutung von Schmuck in der Welt der Lebenden verhilft auch zu einem besseren VerstĂ€ndnis seiner Funktion im Totenritual. Die in der Königsgruft Bestatteten wurden nur fĂŒr einen begrenzten Zeitraum mit farbenprĂ€chtigen Textilien und wertvollem Schmuck in Bilder ihrer selbst verwandelt; bei der Umbettung in sekundĂ€re RuhestĂ€tten wurde diese Ausstattung entfernt. Schönheit und Glanz dienten den Lebenden, aber sie spielten in der Welt der Toten keine Rolle.
Metaphorische BibliotheksentwĂŒrfe in zeitgenössischer Literatur und bildender Kunst. culturae (14). Bork, Martina. Im Labyrinth der Bibliothek. 2015. 269 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 54,00. ISBN: 978-3-447-10471-5 Harrassowitz Verlag
Die Bibliothek als kĂŒnstlerisches Sujet erfĂ€hrt um die Jahrtausendwende nicht nur in der zeitgenössischen westlichen Literatur, sondern auch in der Malerei, der Plastik und der Objektkunst eine besondere Konjunktur. Viele dieser Bibliotheksdarstellungen speisen sich aus einem breiten Fundus an sprachlichen, aber auch visuellen Topoi, die wiederum auf eine lange kulturgeschichtliche Tradition bzw. ein umfangreiches ikonografisches Inventar zurĂŒckgehen.
Martina Bork entfaltet in ihrer Studie ein Tableau zeitgenössischer Bibliotheksdarstellungen und ihrer Metaphorik. Sie analysiert diese Metaphern im Hinblick auf ihre Art, ihre Funktionsweise und ihren interpretatorischen Mehrwert. Innovativ ist hierbei der synchrone, auf die Bibliotheksmetaphorik fokussierte Zugriff, der mediale Grenzen ĂŒberschreitet und sich bewusst von diachronen, motivgeschichtlichen Betrachtungen abgrenzt. Neben den kulturellen Funktionen der Bibliothek als Institution der Wissensspeicherung, -tradierung und -distribution nimmt die Autorin auch andere Funktionalisierungen in den Blick. ImaginĂ€re Bibliotheken sind nicht nur ideale ProjektionsflĂ€chen fĂŒr die kĂŒnstlerische Bearbeitung erinnerungskultureller Fragestellungen; vermittels der Metaphorik erlauben sie den bildenden KĂŒnsten das AnknĂŒpfen an spezifisch literarische und kulturelle Topoi. Die medienĂŒbergreifende Betrachtung dieses zugleich sprachlichen und visuellen PhĂ€nomens ermöglicht trotz der unterschiedlichen Realisierungsformen das Identifizieren kultureller Deutungsmuster. Nicht zuletzt dokumentieren imaginĂ€re Bibliotheken die Faszination, die sie gerade im Zeitalter der ubiquitĂ€r verfĂŒgbaren elektronischen Informationen als rĂ€umlich-konkreter BĂŒcherhort noch immer ausĂŒben.
Konzeption und Kompilation der Schedelschen Weltchronik. MGH-Schriften (71). Posselt, Bernd. 2015. 618 S. 23 x 15 cm. Gb. EUR 84,00. ISBN: 978-3-447-10434-0 Harrassowitz Verlag
Die Schedelsche Weltchronik, 1493 bei Koberger in NĂŒrnberg gedruckt, ist dank ihrer ĂŒber 1.800 Holzschnitte aus der Werkstatt von Wolgemut und Pleydenwurff eines der bekanntesten Werke des Inkunabelzeitalters. Den Text der lateinischen Fassung kompilierte der NĂŒrnberger Stadtarzt Hartmann Schedel ĂŒberwiegend aus zeitgenössischen Vorlagen italienischer Autoren. Die Weltchronik vereint so Traditionen der mittelalterlichen Historiografie mit EinflĂŒssen des Humanismus und steht am Übergang zwischen SpĂ€tmittelalter und FrĂŒher Neuzeit.
Fanden bisher meist die Produktion der Weltchronik oder ihre Illustrationen Interesse, rĂŒckt dieser Band nach langer Zeit wieder den von Schedel zusammengestellten Text in den Mittelpunkt. Eine umfangreiche Kompilationsanalyse, die einen Großteil des Werkes erstmals den verwendeten Vorlagen zuweist, dient als Grundlage fĂŒr einen systematischen Überblick ĂŒber Schedels Kompilationstechnik. Exemplarisch zeigen im Anschluss zwei zentrale Textgattungen, die in der Weltchronik enthalten sind, die Umsetzung modellhaft verstandener italienischer Vorlagen: WĂ€hrend die Papstbiografien Platinas Geschichte der PĂ€pste folgen, verarbeiten die untersuchten Stadtbeschreibungen (u.a. von Köln, Wien und NĂŒrnberg) Texte Forestis und Piccolominis. Die Kompilationsanalyse erweist zudem den Einfluss von Rolevincks Fasciculus temporum und damit die konzeptionelle AbhĂ€ngigkeit von diagrammatischen Geschichtskompendien. Diese wirkt auf die Makrostruktur und die Text-Bild-Beziehungen der Schedelschen Weltchronik ein.
Im Anhang befindet sich ein Überblick ĂŒber den vollstĂ€ndigen Inhalt der Chronik sowie alle derzeit bekannten Vorlagen.
BleiwĂŒste und Bilderflut. Geschichten ĂŒber das geisteswissenschaftliche Buch unter redaktioneller Mitarbeit von Karen Lambrecht und Simone Zweifel. Hrsg.: Hirschi, Caspar; Spoerhase, Carlos. Kodex. Jahrbuch der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft (5). 2015. 260 S. 24 x 17 cm. Engl.Br. EUR 39,80. ISBN: 978-3-447-10474-6 Harrassowitz Verlag
In der aktuellen Kontroverse ĂŒber die Zukunft des geisteswissenschaftlichen Buches spielt die Geschichte dieses Mediums eine große Rolle. Historische Untersuchungen zu seinen Formen und Funktionen sind bisher aber Mangelware. Daran möchte KODEX 5 etwas Ă€ndern. Um die Spannweite der materiellen, Ă€sthetischen und epistemischen Möglichkeiten innerhalb der geisteswissenschaftlichen Buchkultur greifbar zu machen, setzt der Band zwei thematische Schwerpunkte, die in mancher Hinsicht scharfe GegensĂ€tze darstellen.
Der erste Schwerpunkt trĂ€gt den Titel BleiwĂŒste und befasst sich mit geisteswissenschaftlichen BĂŒchern von kleinem Format, einfachem Layout und niedrigem Preis, wie sie vor allem die Publikationskultur der Nachkriegszeit und hier besonders die 1960er- bis 1980er-Jahre geprĂ€gt haben. Diese BĂŒcher wurden als GebrauchsgegenstĂ€nde fĂŒr Studierende und Forschende auf den Markt gebracht und waren teilweise gezielt so produziert, dass sie sich beim Gebrauch verbrauchten.
Der zweite Schwerpunkt, Bilderflut, ist kunsthistorischen und philosophischen Publikationen gewidmet, in denen Text und Bild, Argument und Ästhetik, Geist und Materie eine vielschichtige Beziehung eingehen. Die Gattungen, die hier im Mittelpunkt stehen, gehören zu den Großtankern des geisteswissenschaftlichen Publikationswesens: Ausstellungskataloge, KunsthandbĂŒcher, SkulpturenbĂ€nde u.a.m.
Mit dieser Themensetzung möchte der Band all jene ansprechen, die ĂŒber die Zukunft des geisteswissenschaftlichen Buches nachdenken und dafĂŒr Inspiration aus der Vergangenheit benötigen.
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