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Johannes Klatt. Jaina-Onomasticon. Jaina Studies (1). Hrsg.: FlĂŒgel, Peter; KrĂŒmpelmann, Kornelius. Engl. 2017. 1650 S. 30 x 21 cm. Gb. EUR 168,00. ISBN: 978-3-447-10584-2 Harrassowitz Verlag
The Indologist, librarian and bibliographer Dr. Johannes Emil Otto Klatt (1852–1903) dedicated his life primarily to the study of the historical records of the Jainas. He left behind the handwritten English manuscript of his monumental Jaina-Onomasticon, an almost completed 5338 page long bio-bibliographical index of proper names of Jaina authors, texts, and place names, with excerpts of biographical information.
Klatt`s contemporaries praised the manuscript as one of the landmarks of modern scholarship in this field, and today, the encyclopedic compilation is still without parallel. It represents a substantial but untapped source of information for the yet unwritten social and literary history of Jainism in post-canonical, and especially in early modern and modern periods. In making previously inaccessible bio-bibliographical materials available in a structured form, the Jaina-Onomasticon provides a foundation for the historical and sociological study of the Jaina tradition in the pre-modern period. At the same time, the text offers valuable insights into the fluid state of knowledge among leading scholars of the 19th century confronting a flood of entirely new information from different sources, and opens up enhanced possibilities for studying the interactions between European academics and Indian informants during the colonial period.
The long-overdue print edition of a recognized classic in the fields of Indology and the History of Religion will be an indispensable source of reference for Jaina Studies and South Asian History in general.
Die Grafschaften Castell und Wertheim im regionalen Kontext. Forschungen zur Geschichte der Juden (26). Stretz, Torben. Juden in Franken zwischen Mittelalter und FrĂŒher Neuzeit. 2017. 616 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 89,00. ISBN: 978-3-447-10768-6 Harrassowitz Verlag
Vertrieben aus den stĂ€dtischen Zentren des spĂ€tmittelalterlichen Heiligen Römischen Reiches, siedelten sich Juden in lĂ€ndlichen Gemeinden an und konsolidierten dort ihre urban geprĂ€gten Lebens- und Organisationsformen. FĂŒr Main- und Tauberfranken ist die Anwesenheit von Juden „auf dem Lande“ in der FrĂŒhen Neuzeit typisch. Erstmals liegt fĂŒr diese Regionen nun ein gesicherter Überblick zur jĂŒdischen Siedlungsentwicklung vom 15. bis 17. Jahrhundert vor. In detaillierten Analysen untersucht Torben Stretz die Beziehungen zwischen Juden, Gemeinden und der Obrigkeit unter besonderer BerĂŒcksichtigung herrschaftlicher Aspekte: Welche Motive und Methoden zeigt der herrschaftliche Umgang mit den Juden in Franken? Wie wurde das Zusammenleben auf teilweise engem Raum in Dörfern und KleinstĂ€dten organisiert, wie gestalteten sich jĂŒdisch-christliche HandelsgeschĂ€fte? Dabei aufscheinende Ausgrenzungstendenzen gegen Juden werden im Hinblick auf ihre politisch-rechtlichen, ideologischen und religiösen HintergrĂŒnde eingeordnet.
Kulturtransfer in Hildesheim und im Raum Niedersachsen (12. –15. Jahrhundert). WolfenbĂŒtteler Mittelalter-Studien (32). Herausgegeben von MĂŒller, Monika E.; Hrsg.: von Reiche, Jens. Zentrum oder Peripherie?. 2017. 544 S. 160 z. T. fb. Abb. Gb. EUR 108,00. ISBN: 978-3-447-10716-7 Harrassowitz Verlag
„Zentrum“ und „Peripherie“ sind in den letzten Jahren zu Kernbegriffen einer Netzwerkforschung geworden, die sich zum Ziel setzt, die ModalitĂ€ten eines interregionalen Austauschs in kĂŒnstlerischer, allgemein kultureller, biografischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu untersuchen. Nach neueren Erkenntnissen darf dabei nicht ausschließlich statisch von einer gebenden und einer nehmenden Seite ausgegangen werden. Vielmehr handelt es sich um Austausch und Transfer, bei dem fremde Anregungen in eigenes Formen- und Kulturgut umgewandelt werden. Der Raum Niedersachsen spielt fĂŒr die Erforschung von Netzwerken im Hoch- und SpĂ€tmittelalter eine große Rolle, da in ihm viele wichtige Knotenpunkte mit großer Anziehungskraft lagen – zu denken ist dabei an die wichtigen StĂ€dte Hildesheim, Goslar oder Braunschweig, aber auch an Bischöfe, Klöster und Stifte oder die Herrscherdynastie der Welfen. Die Verbindungen weisen dabei weit ĂŒber Niedersachsen hinaus: Enge Kontakte gab es nach Westen, in den Ostseeraum und sogar bis Italien. Im vorliegenden Band wird das Thema durch 17 BeitrĂ€ge renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersucht. Zur Sprache kommen dabei die Handels- und Produktionsgeschichte, der Wissens- und Bildungstransfer, die kirchliche und stĂ€dtische Netzwerkbildung sowie die Handschriften- und Kunstproduktion. Diese interdisziplinĂ€re Ausrichtung ermöglicht es, einen völlig neuen Blick auf die Kunst und Kultur des 12. bis 15. Jahrhunderts im Raum Niedersachsen zu gewinnen.
Merimde - BenisalĂąme IV. Die Bestattungen. Hrsg.: Badawi, Fathi Afifi; Kuckertz, Josefine; Rösing, Friedrich W. ArchĂ€ologische Veröffentlichungen des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts (UF899), Band: 60. 2016. 164 S. 93 meist fb. Abb. 19 Tabellen. 35 x 25 cm. Gb. EUR 88,00 CHF 90,50 ISBN: 978-3-447-10170-7 Harrassowitz Verlag
Von 1977 bis 1982 fĂŒhrte das Deutsche ArchĂ€ologische Institut Kairo unter der Leitung von Josef Eiwanger Ausgrabungen in der ĂŒber 7500 Jahre alten archĂ€ologischen StĂ€tte Merimde-BenisalĂąme am Rand des westlichen Nildeltas durch. Nachdem in den BĂ€nden Merimde-BenisalĂąme I (Die Funde der Urschicht, 1984), II (Die Funde der mittleren Merimdekultur, 1988) und III (Die Funde der jĂŒngeren Merimdekultur, 1992) schon Ausgrabungsergebnisse und Funde von Josef Eiwanger veröffentlicht wurden, folgt nun in Merimde-BenisalĂąme IV die Bearbeitung der wĂ€hrend der Ausgrabung aufgefundenen Bestattungen und menschlichen Skelettreste. Die insgesamt 158 GrĂ€ber der Ă€lteren, mittleren und jĂŒngeren Merimdekultur, der Maadi-Kultur und der frĂŒhdynastischen Zeit sowie einige jĂŒngere GrĂ€ber werden von F. A. Badawi und J. Kuckertz ausgewertet, F. W. Rösing, S. Bergander und S. Klug prĂ€sentieren die anthropologischen Ergebnisse aller Skelettfunde.
Vlad der PfĂ€hler – Dracula. Tyrann oder Volkstribun?. Hrsg.: Bohn, Thomas M.; Einax, Rayk; Rohdewald, Stefan. Dtsch; Engl. 2017. 320 S. 1 Karte(n), 4 Schaubild(er), 7 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 64,00. ISBN: 978-3-447-10730-3 Harrassowitz Verlag
Vlad Ţepeş („der PfĂ€hler“) Dracula ist nicht nur deshalb eine streitbare Figur, weil der FĂŒrst der Walachei (1448, 1456–1462, 1476) als Vorbild fĂŒr Bram Stokers Vampirgrafen (1897) herhalten musste, der in der Literaturwissenschaft eine immense Resonanz hervorgerufen hat. In historischer Perspektive ist der Woiwode (slaw. „HeerfĂŒhrer“) deshalb von Interesse, weil er nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen Papst Pius’ Kreuzzugsaufruf folgte. AuffĂ€llig waren sowohl seine autoritĂ€ren Versuche, fĂŒr innenpolitische Ordnung zu sorgen, als auch sein Bestreben, seinem Land den Nimbus einer „Vormauer des Christentums“ zu verschaffen. Aufgrund dieser historiografischen bzw. erinnerungskulturellen Bedeutung entsteht der Eindruck, seine Herrschaftszeit sei umfassend untersucht worden. TatsĂ€chlich aber ist der Kenntnisstand in weiten Teilen noch in der Zwischenkriegszeit respektive im Nationalkommunismus verankert und von einem rumĂ€nischen Patriotismus geprĂ€gt. Unter diesen Voraussetzungen wird das Bild des walachischen Woiwoden heute noch von der Ambivalenz zweier an und fĂŒr sich gegensĂ€tzlicher AnsĂ€tze bestimmt: einem nationalistischen in RumĂ€nien und einem auf das Vampirgenre rekurrierenden im Westen. Angeregt durch diesen Befund wurde vom 25.–27. September 2014 an der Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen eine internationale Konferenz zum Thema „Vlad Dracula – Tyrann oder Volkstribun“ veranstaltet, deren Ergebnisse dieser Band vereint. Im Fokus der Untersuchungen stehen neben der Vita des „PfĂ€hlers“ seine diplomatischen Strategien im Umgang mit Kontrahenten und VerbĂŒndeten sowie die Rezeption und Mythenbildung seiner Person.
Ein Beitrag zur Literatur der Kennerschaft der spĂ€ten Ming-Zeit. Abhandlungen fĂŒr die Kunde des Morgenlandes (108). Grimberg, Phillip. Yuan Hongdao – Eine Geschichte der Vasen. 2017. 87 S. 8 Tafel(n), 24 Abb. 22 x 15 cm. Kt. EUR 28,00. ISBN: 978-3-447-10786-0 Harrassowitz Verlag
Die 1599 veröffentlichte Geschichte der Vasen des mingzeitlichen Literaten Yuan Hongdao (袁宏道) reiht sich ein in eine seit der Song-Zeit bestehende Traditionslinie einer Sammler- und Liebhaberliteratur, die weit ĂŒber ihre Funktion als Studienkompendium hinausgeht. In ihr drĂŒckt sich das kulturelle Selbstbewusstsein einer Elite aus, deren wichtigstes Gegengewicht, der Kaiserhof, als kulturelles und kĂŒnstlerisches Gravitationszentrum zunehmend in den Hintergrund tritt. Dabei handelt es sich bei Yuan Hongdaos Werk keineswegs um eine Typologie oder tatsĂ€chliche Entwicklungsgeschichte chinesischer Vasenformen, sondern vielmehr um sehr persönliche Einlassungen zu Pflege und Arrangement unterschiedlicher Pflanzenarten in Bouquets und StrĂ€ußen sowie zu den Eigenschaften der Pflanzen und der entsprechenden GefĂ€ĂŸe.
Die hier vorgelegte Arbeit leistet die erste Übersetzung des Traktates ins Deutsche und versieht diese mit einem Kommentar und weiterfĂŒhrenden Anmerkungen.
Teil I. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (152). Miglus, Peter A.; Radner, Karen; St?pniowski, Franciszek M. Ausgrabungen in Assur. Wohnquartiere in der Weststadt. 2017. 296 S. 124 meist fb. Abb., 25 Tabelle(n). 35 x 24 cm. Gb. EUR 84,00. ISBN: 978-3-447-10742-6 Harrassowitz Verlag
Das Buch prĂ€sentiert Ergebnisse der neuen Ausgrabungen in der assyrischen Hauptstadt Assur, der traditionsreichen ForschungsstĂ€tte der deutschen ArchĂ€ologie, die in den Jahren 1989–1990 und 2000–2001 durchgefĂŒhrt wurden. Durch die Kriege im Irak ĂŒberschattet, musste das Grabungsprojekt zwei Mal unterbrochen werden und lĂ€sst sich wegen der heutigen politischen Situation leider nicht fortsetzen. Deshalb erschien es den Autoren sinnvoll, zumindest eine partielle Publikation des Fundmaterials vorzubereiten, das in diesem Band zunĂ€chst fĂŒr den grĂ¶ĂŸten Grabungsabschnitt im westlichen Wohngebiet vorgelegt wird. Er bietet einen detaillierten Einblick in die Baureste mehrerer PrivathĂ€user und ihre Inventare – KeramikgefĂ€ĂŸe, Terrakottafigurinen, Siegel und GerĂ€te aus verschiedenem Material – aus der Zeit kurz vor dem Niedergang des assyrischen Imperiums am Ende des 7. Jahrhunderts v.Chr. Zu den wichtigsten Funden gehören Keilschrifttexte zweier Tontafelarchive, von denen das Ă€ltere einer Gruppe von Ägyptern, das jĂŒngere einem Kaufmann mit Namen Dūrī-AĆĄĆĄur gehörte. Dieses letztere umfasste 75 Briefe und Verwaltungstexte mit vielen detaillierten Informationen zur Organisation des assyrischen Handels. Des Weiteren behandelt das Buch auch Bestattungen, die vorwiegend in der parthischen Zeit in die Ruinen assyrischer HĂ€user eingetieft worden sind. Ihre Beschreibung wird durch die anthropologische Auswertung menschlicher Skelettreste aus den hier und in anderen Grabungsabschnitten freigelegten GrĂ€bern ergĂ€nzt.
Edition und Untersuchung. MGH - Studien und Texte (61). Marxreiter, Benedikt. Bern von Reichenau. De nigromantia seu divinatione daemonum contemnenda. 2017. 174 S. 1 Schaubild(er), 4 Tabelle(n). 23 x 15 cm. Gb. EUR 35,00. ISBN: 978-3-447-10747-1 Harrassowitz Verlag
Zwischen 1008 und 1043/44 verfasste der Reichenauer Abt Bern († 1048) eine Schrift, in der er sich mit dĂ€monischer Weissagung, Zauberei und Astrologie auseinandersetzte und die AnhĂ€nger solch „todbringender“ Irrlehren zu Umkehr und Buße aufrief. Der seit dem 16. Jahrhundert unter dem Titel De nigromantia seu divinatione daemonum contemnenda bekannte Text galt lange Zeit als verschollen und ist bislang nur 1567 in den Magdeburger Centurien auszugsweise im Druck erschienen. Erst vor einigen Jahren wurde die Forschung auf eine Handschrift aus der ehemaligen Bibliothek Konrad Peutingers aufmerksam, die eine Abschrift des Traktats enthĂ€lt. Der vorliegende Band bietet die durch diese (Wieder )Entdeckung möglich gewordene editio princeps der Schrift mit deutscher Übersetzung und beinhaltet darĂŒber hinaus eine Untersuchung, durch die eine ideengeschichtliche Einordnung des bei der Erforschung des frĂŒh- und hochmittelalterlichen Magiediskurses bis heute nahezu unberĂŒcksichtigt gebliebenen Textes grundgelegt wird.
Ihr Nachleben zwischen Aktualisierung und Neumodellierung von 1500 bis 1570. culturae (15). Richter, Mandy. Die Renaissance der Kauernden Venus. 2017. 257 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 54,00. ISBN: 978-3-447-19410-5 Harrassowitz Verlag
Mandy Richters Studie widmet sich dem Nachleben der Kauernden Venus, einem antiken Statuentypus, der heute in ĂŒber 30 großplastischen Kopien und Varianten ĂŒberliefert ist. Um 1500 setzt mit Pier Jacopo Alari Bonacolsi, genannt Antico, nachweislich die Rezeption der Kauernden Venus ein, und bis 1570 entstehen zahlreiche kĂŒnstlerische Imitationen, die von exakten zeichnerischen Kopien bis hin zu individuellen kĂŒnstlerischen Abwandlungen reichen. Anhand einer reprĂ€sentativen Auswahl an Fallstudien, die jeweils verschiedene Themenschwerpunkte im Umgang mit dem antiken Statuentypus exemplifizieren und nahezu alle Kunstgattungen umfassen, werden grundlegende Tendenzen der Rezeptionsgeschichte nachvollzogen und im Kontext der Zeit verankert. Ziel der Arbeit ist die erstmalige Systematisierung der verschiedenartigen Auseinandersetzungen mit der Kauernden Venus unter Zuhilfenahme des Konzeptes amor sacro e amor profano, innerhalb dessen die einzelnen Werke verschiedene Zwischenstationen oder Endpunkte einnehmen. Das Projekt ermöglicht somit ein besseres VerstĂ€ndnis des Zusammenspiels von antiken Venus-Bildwerken und kĂŒnstlerischen Arbeiten aus der ersten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts und bietet durch den verĂ€nderten Blickwinkel neue Interpretationsmöglichkeiten.
Kunst der TĂ€uschung – Art of Deception. Über Status und Bedeutung Ă€sthetischer und dĂ€monischer Illusion in der FrĂŒhen Neuzeit in Italien und Frankreich. Internationaler Workshop 4.-6.12.2014. culturae (13). Hrsg.: Dickhaut, Kirsten; Mitwirkung (sonst.) Herzog, Irene. 2017. 441 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 82,00. ISBN: 978-3-447-19391-7 Harrassowitz Verlag
Aus heutiger Sicht mag es erstaunlich sein, dass im theologischen Diskurs und in der frĂŒhneuzeitlichen Inquisition Illusionen als zentrales Kennzeichen dĂ€monisch-teuflischer AktivitĂ€ten galten. Ausgehend von dieser Beobachtung erörtern internationale Experten der DĂ€monologie, Theologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte wie auch der Komparatistik, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Theaterhistoriografie und Kunstgeschichte Wirkungen der dĂ€monischen Konnotation und Konsequenzen fĂŒr die Semantik von Illusionen in der Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte. Auf diese Weise werden erstmals die zeitgenössischen Argumentationsmuster und Reflexionen des Zusammenhangs von dĂ€monischer und Ă€sthetischer Illusion mit Blick auf die Romania herausgestellt.
Der Band zeigt, wie das in allen KĂŒnsten proliferierende Illusionsthema nicht einfach nur als Wirkungselement oder Effekt kĂŒnstlerischer Techniken zu begreifen ist; vielmehr legen die Analysen die Polyvalenz von Illusionen und das zugrundeliegende dĂ€monische Modell offen. Dass das Erkennen der Ursache von Illusionen ein epistemologisches Problem darstellt, bildet deshalb das strukturbildende, zentrale Element der behandelten zeitgenössischen Texte. Der Band prĂ€sentiert zum einen Analysen dĂ€monologischer Schriften wie den Hexenhammer, Jean Weyers Cinq livres de l`imposture et tromperie des diables, des enchantements et sorcelleries und Bodins De la DĂ©monomanie des sorciers, zum anderen neue Perspektiven auf die Werke Ariostos, Bibbienas und Machiavellis sowie auf zentrale Texte von Ignatius von Loyola, Pascal, Corneille und MoliĂšre.
Persian Religion in the Achaemenid Period / La religion perse Ă  l’époque achĂ©mĂ©nide. Classiet Orientalia (16). Hrsg.: Henkelman, Wouter F. M.; Redard, CĂ©line. Engl.; Franz.; Dtsch. 2017. 500 S. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-10647-4 Harrassowitz Verlag
Including twelve English, French, and German papers originally presented at a colloquium convened by Jean Kellens at the Collùge de France (2013), this volume addresses a range of issues relating to Persian religion at the time of the Achaemenid Empire (550–330 BCE). Moving away from the reductive question whether the Achaemenid kings were Zoroastrians or not, the contributors have tried to focus either on newly identified or recently published sources (Central Asian archaeological finds, Elamite texts and seal impressions from the Persepolis Fortification Archive, Aramaic texts from Bactria, the Persepolis Bronze Plaque), or on current (and ongoing) debates such as the question of the spread of the so-called long liturgy to western Iran. In doing, different perspectives are chosen: whereas some have stressed the Iranian or Indo-Iranian tradition, others have pointed out the importance of the Elamite and Assyro-Babylonian contexts. At the same time, the volume shows a broad agreement in its insistence on the essential position of primary sources, problematic as they may be, and on the important role the Achaemenid rulers and the imperial project played in the evolution of Iranian religion.
Eine Reflexion archĂ€ologischen Arbeitens in Ägypten: Die lokalen Grabungsarbeiter des Asyut Project. The Asyut Project (8). Beck, Tina. Perspektivenwechsel. 2017. 112 S. 24 fb. Abb. , 1 Schaubild(er), 2 Karte(n), 3 Abb., 3 Tabelle(n), 5 Diagramm€. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 38,00. ISBN: 978-3-447-19589-8 Harrassowitz Verlag
Über die Ergebnisse archĂ€ologischer Grabungen in Ägypten gibt es unzĂ€hlige Publikationen, AufsĂ€tze, Artikel und VortrĂ€ge. Im Vordergrund stehen dabei die Forschungs- und Arbeitsergebnisse der beteiligten WissenschaftlerInnen, die das Projekt unterstĂŒtzen und differenzierte Aussagen ĂŒber beispielsweise die Nutzung eines Ortes im Laufe der pharaonischen Geschichte und darĂŒber hinaus treffen. Keine bzw. kaum ErwĂ€hnung finden in den Veröffentlichungen die Grabungsarbeiter, die durch ihre körperliche Arbeit jedoch maßgeblich zu den Funden und Erkenntnissen beitragen. Diese Publikation wechselt daher die Perspektive und stellt die lokalen Grabungsarbeiter des Asyut Project in den Mittelpunkt. In 21 Interviews, die Tina Beck 2011 mit diesen MĂ€nnern fĂŒhrte, wurden Motivation, Wahrnehmung der Einteilung in bestimmte Arbeitspositionen sowie das VerhĂ€ltnis zum Projekt und den beteiligten WissenschaftlerInnen erfragt. Die Ergebnisse werden vor dem theoretischen Hintergrund der Postkolonialen ArchĂ€ologie prĂ€sentiert und ermöglichen eine kritische Reflexion archĂ€ologischer Arbeitsweisen.
Ricoldus de Monte Crucis. Tractatus seu disputatio contra Saracenos et Alchoranum. Corpus Islamo-Christianum. Edition, Übersetzung und Kommentar. Series Latina. (9). Pachurka, Daniel. 2017. 198 S. 2 Schaubild(er). 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-19570-6 Harrassowitz Verlag
Der Dominikaner Ricoldus de Monte Crucis (auch: Riccoldo da Monte di Croce) war einer der fĂŒhrenden Islam-Experten des Mittelalters. Seine Werke wurden unter anderem von Nicolaus Cusanus und Martin Luther rezipiert. In Tractatus seu disputatio contra Saracenos et Alchoranum befasst er sich eingehend mit dem Prophetentum Muhammads und dem Islam insgesamt. Sein Ziel ist die Widerlegung beider. Dazu stellt Ricoldus vier Merkmale auf, anhand derer sich wahres Prophetentum ĂŒberprĂŒfen lĂ€sst. Muhammad erfĂŒllt diese Merkmale freilich nicht: Der Prophet habe ein ausschweifendes Sexualleben, verbreite LĂŒgen, habe niemals Wunder (z.B. die Spaltung des Mondes) gewirkt und moralisch bedenkliche Gesetze erlassen. Ricoldus zeichnet Muhammad als Antipropheten. Entsprechend könne auch der Islam keine wahre Religion sein. Ricoldus stĂŒtzt sich bei seinem Widerlegungsversuch auf die polemische Tradition des lateinischen Westens und ein breites Repertoire von islamischen Quellen, zu denen unter anderem der Qur`an, die großen Hadith-Sammlungen Buhari und Muslim und die Prophetenbiografie (Sira) des Ibn Ishaq gehören. Zahlreiche Stellen dieser Schriften werden im Tractatus ins Lateinische ĂŒbersetzt und zitiert. Das vorliegende Buch ergĂ€nzt die bisher bekannten Schriften um den Tractatus, der als „Anti-Muhammad-Werk“ des Ricoldus bezeichnet werden kann. Die Ausgabe legt erstmals eine kritische Edition mit deutscher Übersetzung und einen wissenschaftlichen Kommentar vor.
Pirckheimer Jahrbuch zur Renaissance- und Humanismusforschung (30). Hrsg.: Fuchs, Franz; Litz, Gudrun. Pirckheimer Jahrbuch 30 (2016) Hartmann Schedel (1440–1514). Leben und Werk. 2017. 301 S. 2 Tabelle(n), 1 Schaubild(er), 36 Abb. 23 x 15 cm. Engl. Br. EUR 45,00. ISBN: 978-3-447-19587-4 Harrassowitz Verlag
Die Willibald-Pirckheimer-Gesellschaft zur Erforschung von Renaissance und Humanismus fĂŒhlt sich dem Erbe des NĂŒrnberger Humanisten Willibald Pirckheimer (1470–1530) verbunden. Seit 1983 werden in wissenschaftlichen Kolloquien, die in der Regel jĂ€hrlich stattfinden, vielfĂ€ltige literarische, kunst- und kulturgeschichtliche Fragestellungen disputiert. Seit 1986 erscheint das Pirckheimer Jahrbuch fĂŒr Renaissance- und Humanismusforschung, in dem die Akten der Symposien sowie Forschungsberichte und Rezensionen publiziert werden.
Aus dem Inhalt (insgesamt 10 BeitrÀge):
Walter Bauernfeind, Nachbarschaft und Hausbesitz der Familie Schedel im 14. und 15. Jahrhundert
Rainer Scharf, Hartmann Schedels Familienarchiv in seinem ‚Liber genealogiae et rerum familiarium‘
Bertold Freiherr von Haller, Sebastian Maria Schedel (1494–1541). Kastner, Pfleger, KlosterpĂ€chter
Bernd Posselt, Hartmann Schedel schreibt Geschichte. Die EntwĂŒrfe fĂŒr die ‚Schedelsche Weltchronik‘
Klaus Arnold, Sebald Schreyer (1446–1520) als Kontrahent Hartmann Schedels, Förderer des Humanismus und der Sebaldverehrung in NĂŒrnberg
Bettina Wagner, Schedae Schedelianae. Neu aufgefundene Notizzettel und Briefe von Hartmann und Hermann Schedel in der Bayerischen Staatsbibliothek MĂŒnchen
Aspects of Creativity in South Asian Cultural History. Abhandlungen fĂŒr die Kunde des Morgenlandes (101). Hrsg.: Freschi, Elisa; Maas, Philipp A. Adaptive Reuse. Engl. 2017. 372 S. 11 Abb.; 7 Schaubild(er), 14 Tabelle(n). 22 x 15 cm. Engl. Br. EUR 64,00. ISBN: 978-3-447-19586-7 Harrassowitz Verlag
The theoretical framework of “Adaptive reuse” (a term originally developed in the field of architecture) is here applied to a wide spectrum of cultural activities, from the composition of new texts on the basis of earlier ones to the re-creation of concepts and rituals. The first section of this volume consists of five case studies dealing with the adaptive reuse of Sanskrit philosophical and grammatical texts in Sanskrit works of philosophy, grammar and poetry. In these cases, adaptive reuse allows the creation of new forms and contents within a traditionally established framework in which the prestige of the sources of adaptive reuse reflects upon its target. In the second section, entitled “Adaptive Reuse of Tropes”, the motif of the chariot in Vedic, medieval and contemporary works and rituals is analyzed and fruitfully employed in various religious contexts. The chapters of the third section deal again with philosophical and religious texts, this time focusing on the adaptive reuse of sources that are no longer available or never existed. It emerges that the reuse of virtual texts was frequently intended to support the introduction of innovations into established traditions. In some cases, the prestige of the reusing works even reflected back on the allegedly reused source. Finally, the section “Reuse from the Perspective of the Digital Humanities” deals with the computer-based identification of possibly reused text-passages in epic literature that otherwise would remain undetectable.
The Tomb of the Dogs at Asyut. Faunal Remains and Other Selected Objects. With contributions by Jochem Kahl and GĂŒnter Vittmann. The Asyut Project (9). Kitagawa, Chiori. Engl. 2017. 195 S. 111 Abb., 23 Diagramm(e), 39 Tabelle(n), 2 Karte(n). 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-447-19567-6 Harrassowitz Verlag
This study seeks to add to the understanding of the history of Asyut and of archaeofauna by examining the osteofaunal remains from the Tomb of the Dogs on Gebel Asyut al-gharbi, with a particular focus on canids. Its objective is to shed more light on animals in ancient Egyptian society and religion, as well as on the various functions that Gebel Asyut al-gharbi (the western mountain of Asyut) fulfilled throughout the course of history.
Königtum, Staat und Gesellschaft frĂŒher Hochkulturen (3,5). Hrsg.: Ullmann, Martina. 10. Ägyptologische Tempeltagung: Ägyptische Tempel zwischen Normierung und IndividualitĂ€t. 2016. 194 S. 56 Abb. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 48,00. ISBN: 978-3-447-19471-6 Harrassowitz Verlag
Die internationalen Ägyptologischen Tempeltagungen wurden 1990 mit einem Kongress in Gosen bei Berlin eröffnet. Dort ging es zum Auftakt um „Struktur, Funktion und Programm“ Ă€gyptischer Kultanlagen als zentrale staatliche Einrichtungen. Inzwischen gab es Folgeveranstaltungen mit unterschiedlichen Themen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Polen. Sie unterstrichen zum einen die internationale Ausrichtung des Faches Ägyptologie, zum anderen aber zeigten sie die Bedeutung Ă€gyptischer Tempel fĂŒr die politische und kulturelle Basis des pharaonischen Ägypten auf. Immer wieder aufs Neue beweist die Erforschung der Ă€gyptischen Tempel die enge Verzahnung dieser religiösen Machtzentren mit sĂ€mtlichen Aspekten des pharaonischen Ägypten bis weit in die römische Zeit hinein.
Mythen und Legenden in der griechischen Zeitgeschichte. PELEUS (74). Richter, Heinz A. 2016. 116 S. 1 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 19,80. ISBN: 978-3-447-10703-7 Harrassowitz Verlag
Geschichte Griechenlands von Mythen und Legenden geprĂ€gt ist. Weniger bekannt hingegen ist, dass auch das Griechenland des 20. Jahrhunderts zahlreiche Mythen hervorgebracht hat, insbesondere solche, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg stehen. Ihre Folgen sind bis heute in der europĂ€ischen Politik spĂŒrbar. Dieser Band korrigiert eine Auswahl der Geschichten ĂŒber die Geschichte und leistet damit einen großen Beitrag zur historischen Wahrheitsfindung.
Ships of the Desert and Ships of the Sea. Philippika (101). Seland, Eivind Heldaas. Engl. 2016. 112 S. 13 Abb. , 9 Karte(n), 2 Tabelle(n), 1 Schaubild(er). 30 x 21 cm. Gb. EUR 42,00. ISBN: 978-3-447-19575-1 Harrassowitz Verlag
In the Roman period the world from the Atlantic Ocean to the East China Sea was tied together by ships and caravans carrying textiles, minerals, aromatics, and other valuable commodities across vast distances. In the span of three short centuries the Syrian city of Palmyra rose from unremarkable origins to assume a key role in this exchange – a position that eventually enabled her to, albeit unsuccessfully, take on the might of Rome herself. This first book-length survey of Palmyrene trade in almost four decades asks how this was possible for the people of a city that was neither on the shortest, nor on the easiest route between east and west. The study draws on the wealth of epigraphic, literary, and archaeological data handed down from the ancient city as well as the extensive scholarly tradition. This material is juxtaposed with information about the natural and geopolitical environment, ethnographic records, and network analysis, in order to explain the remarkable success of the cosmopolitan desert nomads of Palmyra.
. Philippika (98). Hrsg.: Droß-KrĂŒpe, Kerstin; Föllinger, Sabine; Ruffing, Kai. Antike Wirtschaft und ihre kulturelle PrĂ€gung – The Cultural Shaping of the Ancient Economy. Dtsch; Engl. 2016. 320 S. 27 Abb. , 3 Tabelle(n). 24 x 17 cm. Gb. EUR 69,00. ISBN: 978-3-447-19565-2 Harrassowitz Verlag
Der vorliegende Band ist das Ergebnis einer internationalen Tagung, die im Februar 2014 an der Philipps-UniversitÀt Marburg stattfand. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den Zusammenhang von Wirtschaft und Kultur in der Antike zwischen 2000 v.Chr. und 500 n.Chr. zu untersuchen. Dabei wird vor allem auf die kulturspezifischen Werte- und Regelsysteme fokussiert, die in den antiken Quellen im Kontext ökonomischer AktivitÀten fassbar werden. Im Mittelpunkt steht also die Frage, auf welche Weise kulturelle Faktoren das wirtschaftliche Agieren beeinflussen und wie dieses wiederum auf Kultur einwirkt. Die hier versammelten BeitrÀge gehen der Fragestellung anhand vielfÀltiger Quellen und aus interdisziplinÀren Blickwinkeln nach.
Die Frage nach dem VerhĂ€ltnis von Wirtschaft und Kultur stellt ein aktuelles Thema in den verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen dar. Die Adaption ihrer Theorien und Modelle erscheint auch fĂŒr die Altertumswissenschaften vielversprechend, insbesondere die der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ), die von einer Wechselwirkung zwischen Wirtschaft und Kultur ausgeht und daher das kulturelle Umfeld in die Analyse mit einbezieht.
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