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Reichert, Dr. Ludwig Verlag |
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Mulva VII. Die Thermen und das Forum. Martini, W,; Schattner, Thomas G. Hrsg.: Schattner, Thomas G. Deutsch. 2021. 512 S. 37 Tafeln, 431 Abb., 216 fb. Abb. 31,5 x 21 cm. EUR 220,00 ISBN: 978-3-95490-508-9 L, Reichert
Das municipium flavium muniguense/Munigua (Villanueva del Río y Minas) liegt ca. 50 km nordöstlich von Sevilla/Andalusien in den ersten Ausläufern der Sierra Morena. Gegründet im 4. Jhdt.v. Chr. war der Platz bis ins islamische Mittelalter besiedelt. Seine über tausendjährige Geschichte ist von der römischen Epoche geprägt. Die archäologischen Zeugnisse verweisen bislang auf die Zeit zwischen dem 1. Jhdt. v. Chr. bis zum 4. Jhdt. n. Chr. Als Forschungsprojekt ist es seit dem Jahre 1956 von den spanischen Altertumsbehörden den Gelehrten der Abteilung Madrid des Deutschen Archäologischen Instituts übertragen, die in nahezu jährlichen Kampagnen dort bisher altertumswissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt haben. In dieser Zeit ergaben sich verschiedene Schwerpunkte. Konzentrierte sich die Forschung zu Beginn (1956 bis 1977) auf topographische Fragen, standen danach die Wohnbebauung und die Nekropolen im Vordergrund (1967‒1996). Die dritte Etappe von 1999 bis 2011 hatte die Erkundung der wirtschaftlichen Grundlagen der Stadt zum Ziele. Angesichts des erreichten fortgeschrittenen Wissensstandes von einem halben Dutzend Monographien und mehr als 100 wissenschaftlichen Artikeln konnte danach ein Projekt zur 3D-Rekonstruktion der Gebäude der Stadt ins Werk gesetzt werden. Dieser Forschung wohnt in besonderer Weise der Aspekt der Benutzbarkeit der Gebäude vor dem Hintergrund ihrer Funktion inne. In ihren Rahmen gehören die Thermen und das Forum, die in dem vorliegenden Band ausführlich behandelt werden.
Auf der Grundlage von eingehenden Baubeschreibungen ergaben sich jeweils konkrete Anhaltspunkte zur Scheidung der Bauphasen und zu ihrer Datierung. Rekonstruktionen im 3D-Format runden das Bild ab. Methodisch beruht die Vorgehensweise auf der Nutzung von herkömmlicher Technik zur Bauaufnahme wie auch auf dem neuartigen Sfm-Verfahren. Für die 3D-Rekonstruktionen diente das Programm SketchUp als Grundlage. Die Bedingungen und Voraussetzungen für die Verwendung der Hilfsmittel schildern eigene Beiträge aus der Feder von Chr. Hartl-Reiter und D. Schäffler sowie von H. Ruipérez. Die Fundkeramik aus den Thermen wird von C. Basas vorgelegt.
Im Ganzen beschreibt der Band im Rahmen seiner gesteckten Thematik die Entwicklung einer einheimischen Siedlung zu einer römischen Stadt. Diese ergibt sich nicht zuletzt durch die Einbeziehung der umliegenden Gassen sowie der Statuenausstattung in den Gebäuden. Die Thermen sind das erste öffentliche Gebäude, das in Munigua errichtet wird. Dies erfolgt zur Mitte des 1. Jhdts. n. Chr. hin wohl in der Zeit des Kaiser Claudius (41‒54 n. Chr.). In der Folgezeit gibt es immer wieder Umbauten, insgesamt sind vier Phasen unterscheiden. In früh-flavischer Zeit wohl in der Zeit des Kaisers Vespasian (69‒79 n. Chr.), das heißt eine Generation später, liegt der Baubeginn des Forums. Der Zeitpunkt liegt so nahe an der Verleihung des latinischen Rechtsstatus an ganz Hispanien, von dem Plinius berichtet (nat. Hist. III 30), dass ein Zusammenhang unausweichlich erscheint. Jedoch zeigt die Untersuchung, dass das Forum nicht funktionsfähig war, da es einem Baustopp zum Opfer fiel, der bis in die neunziger Jahre des 1. Jhdts. n. Chr. dauern sollte. Erst dann, wohl in der Zeit des Kaisers Domitian (81‒96 n. Chr.), war es fertiggestellt. Die Bauinschrift (Bauerrichtung durch L. Valerius Firmus) ist erhalten und ferner die Stiftungsinschrift für das Sacellum des Dis Pater (durch L. Aelius Fronto). Sie dokumentieren nicht nur die Finanzierung der öffentlichen Bauten durch private Initiative sondern auch deren Ausgestaltung und Ausstattung, die nach und nach erfolgen konnte.
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Mitteilungen zur Spätantiken Archäologie und Byzantinischen Kunstgeschichte 8-2021. Imaginum orbis. Bilderwelten zwischen Spätantike und Byzanz. Festschrift anlässlich des 80. Geburtstags von Johannes G. Deckers. Hrsg.: Giannoulis, Markos; Löx, Markus; Oepen, Alexis. Deutsch. 2022. 304 S. 14 fb. Abb., 150 Abb. 24 x 17 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-518-8 L, Reichert
Das vorliegende Buch ist eine Festschrift aus Anlass des 80. Geburtstages von Herrn Prof. Dr. Johannes G. Deckers, dem ehemaligen Professor für byzantinische Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Band vereint insgesamt 18 Beiträge von Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland. Der Großteil der Aufsätze stammen aus einem der von Johannes Deckers bevorzugten, vielfältigen Forschungsfeld der IMAGINUM ORBIS. Diese spätantiken und byzantinischen Bilderwelten erscheinen dem modernen Betrachter mal überraschend vertraut, mal unzugänglich und schwer verständlich. Syntax und Grammatik dieser Bildsprache, also ihren Regeln und den Abweichungen davon, gilt das besondere Interesse des Bandes. Daher liegt ein Schwerpunkt auf bildwissenschaftlichen Einzelstudien von der Darstellung eines Parther, deren Ikonographie letztlich auf die der frühchristlichen Magier auswirkte, über den Umgang mit zerstörten Bildern im mittleren Osten bis hin zur byzantinischen Buchmalerei. Neben grundlegenden Überlegungen zum geographischen Ursprung frühchristlicher Bildprogramm (in Rom oder an der Peripherie des Reiches) legen international anerkannte Expertinnen und Experten teils unpublizierte und so gut wie unbekannte Bilder und Bildträger vor, die zum besseren Verständnis des imaginum orbis beitragen. Da sich Johannes G. Deckers aber nicht ausschließlich mit den Methoden der Bildwissenschaften der spätantiken und byzantinischen Zeit annähert rundet eine Sektion zur "Welt jenseits der Bilder" den Sammelband ab. Neben einer geographischen Breite, die von einem spektakulären Fund aus Bayern über einen Beitrag zum Heiligen Land, bis hin zu Geschenken aus den fernen Armenien spiegelt auch die zeitliche Dimension der Aufsätze, die von der Epoche Konstantins des Großen bis zu Zeit der venezianischen Herrschaft über Kreta reicht, die weiten Interessen des Jubilars wider. |
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Von Allah bis Zypresse. Bildwörterbuch zur islamischen Ikonographie. Sörries, Reiner . Deutsch. 2021. 264 S. 581 fb. Abb., 5 Abb. 29,7 x 21,0 cm . EUR 29,95 . ISBN: 978-3-95490-447-1 L, Reichert
Trotz des islamischen Bilderverbots, das in seiner Gültigkeit viel diskutiert ist, kennt man in der islamischen Welt eine Vielzahl von Bildern von der künstlerischen Buchmalerei bis zu den Plakaten an Straßen und Hauswänden. Das vorliegende Buch ist der Erschließung dieser Bilderwelt von den Anfängen bis zur Gegenwart gewidmet und besitzt drei Teile. Im einführenden Teil werden neben Erörterungen des Bilderverbots die kulturellen und literarischen Quellen der islamischen Ikonographie, Chronologie und Lokalisierung der islamischen Bilderwelt sowie die Kunstgattungen genannt, in denen Bilder vorkommen. Der zweite (Haupt-) Teil erschließt die wichtigsten Inhalte islamischer Ikonographie von A bis Z. Im abschließenden dritten Teil erfolgen anhand ausgewählter Beispiele ikonologische Erörterungen. Dabei werden einerseits die Gegensätze zwischen der bilderfreundlichen persischen (schiitischen) und der eher bildabstinenten arabischen (sunnitischen) Haltung und andererseits die Überschneidungen mit der asiatischen und der abendländischen Kunst berücksichtigt. |
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Kaiserzeitlicher vicus, spätantike Befestigung und Bestattungen. Beihefte zur Trierer Zeitschrift (39). Heimerl, Ferdinand. Das römische Beda/Bitburg. Deutsch. 2021. 480 S. 60 Tafeln, 100 Beilagen, 535 fb. Abb., 916 Abb. 29,7 x 21,0 cm . EUR 78,00 . ISBN: 978-3-95490-511-9 L, Reichert
Erstmalig bietet diese Dissertationsschrift eine systematische Vorlage der Ausgrabungen in Bitburg seit 1889, um die Siedlungsgenese des Ortes vom 1. bis 5. Jahrhundert n. Chr. darzustellen. Die befund- und fundorientierte Analyse der Siedlungsreste und Bestattungen beleuchtet die Transformation vom kaiserzeitlichen Straßendorf zur spätantiken Befestigung. Diese Umwehrung zählt zu den am besten erhaltenen spätantiken Wehranlagen nördlich der Alpen und bietet weiterführende Erkenntnisse zu Bauausführung, Rekonstruktion, Datierung und Funktion spätantiker Befestigungen in Nordostgallien. Das Bitburger Fundmaterial des 5. Jahrhunderts besitzt einen hohen Stellenwert für die Kontinuitätsdiskussion zwischen Spätantike und Frühmittelalter. |
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Eine lange Geschichte. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg (19). Regner-Kamlah, Birgit. Das Erdwerk der Michelsberger Kultur von Bruchsal „Aue“. Deutsch. 2021. 340 S. 24 Pläne auf 6 Beilagen, 24 Abb., 288 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm . EUR 75,00 . ISBN: 978-3-95490-523-2 L, Reichert
Im Jahr 1986 wurde durch Luftbildbefliegung am nordöstlichen Rand des badischen Städtchens Bruchsal ein Doppelgrabenwerk der Michelsberger Kultur (etwa 4300–3600 v. Chr.) entdeckt. Damit wusste man nun von vier dieser jungneolithischen Graben-Wall-Anlagen im Stadtgebiet, darunter das bereits seit dem Ende des 19. Jahrhundert bekannte, eponyme Erdwerk auf dem Michaelsberg in Bruchsal-Untergrombach. In den darauffolgenden Jahren (1987–1993) konnten die noch auf etwa 550 m Länge erhaltenen doppelten Gräben im Bruchsaler Gewann „Aue“ annähernd vollständig archäologisch untersucht werden. Überraschend war die Auffindung von sechs Gruben am Rande und unter der Sohle des äußeren Grabens, in die die Körper von acht Kindern und sieben älteren Erwachsenen teils geordnet abgelegt, teils scheinbar achtlos hineingeworfen worden waren. Derartige Gräber sind rar in der Michelsberger Kultur, findet man doch oft nur einzelne menschliche Knochen oder Schädel ohne weiteren Zusammenhang.
In diesem Band werden die Grabenbefunde, 31 Siedlungsgruben und die sechs Grabgruben ausgewertet. Die detaillierte Ausgrabung und Dokumentation machte es möglich, die Baugeschichte der Doppelgräben mit ihren zahlreichen Toren und eines weiteren, erst am Ende der Ausgrabungen entdeckten Annexgrabens nachzuvollziehen. Die Analysen gaben Einblicke in die Konstruktionsabsichten der jungneolithischen Grabenerbauer, offenbarten Umbauten, die Entfernung von Durchgängen, die mehrfache erneute Verwendung und eine Erweiterung der Grabenanlage, zudem erbrachten sie Erkenntnisse über Wiederverfüllung, Abnutzung und Verfall der Gräben. Die bereits publizierten Keramik- und Tierknocheninventare aus den unterschiedlichen Befundlagen konnten zur relativen und absoluten Datierung mehrerer Nutzungsphasen herangezogen werden. Die Anlage war demnach innerhalb von etwa 600 Jahren (ca. 4250–3650 v. Chr.) in Gebrauch, mit zahlreichen temporären Unterbrechungen. Es wurde offensichtlich, dass das Erdwerk zu keiner Zeit in der heute erhaltenen Gestalt existierte, sondern das Ergebnis vielfältiger anthropogener und natürlicher, über sechs Jahrhunderte hinweg akkumulierter Umformungen ist.
Die nach wie vor andauernde Diskussion um die Funktion der Erdwerke kann auch nach der Interpretation aller Befunde des Erdwerks von Bruchsal „Aue“ nicht eindeutig in eine Richtung gelenkt werden. Hinweise auf eine profane Siedlungsnutzung mit Defensivcharakter sind ebenso vorhanden wie auf kultisch-rituelle Handlungen. Zudem deuten zahlreiche nicht lokale Fundstücke auf weit gespannte Tausch-und Kommunikationsverbindungen. Möglicherweise wurden die vier Michelsberger Anlagen in Bruchsal reihum wiederholt genutzt, und nach jeweils einigen Jahrzehnten Nutzungszeit zogen die jungneolithischen Bewohner aus unbekannten Gründen weiter zum nächsten Platz.
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Katalog der Gräber 901-1308. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg (12). Höke, Benjamin; Gauß, Florian; Peek, Christina; Stelzner, Jörg. Lauchheim II.4. Deutsch. 2021. 704 S. 643 Abb., 259 Tafeln. 29,7 x 21 cm. 2 Bände. EUR 99,00 . ISBN: 978-3-95490-443-3 L, Reichert
Mit rund 1300 Gräbern aus dem Zeitraum vom späten 5. bis zum späten 7. Jahrhundert ist das Gräberfeld von Lauchheim (Ostalbkreis) bis heute der größte bekannte merowingerzeitliche Bestattungsplatz Süddeutschlands. Als Ergebnis eines Forschungsprojekts, das sich der Dokumentation und Auswertung der Gräber mit modernen Methoden und Technologien widmete, werden die Befunde und Funde aus Lauchheim in einem detaillierten Katalog mit umfangreichem Tafelteil vorgelegt und damit eine einzigartige Quelle der Frühmittelalterforschung der weiteren wissenschaftlichen Auswertung zugänglich gemacht. Der letzte der insgesamt vier Teilbände des Katalogs umfasst die Gräber 901–1308. |
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Trierer Zeitschrift 83/84 2020/2021. Trierer Zeitschrift (83/84). 2021. 407 S. 26,5 x 20 cm. EUR 58,00. ISBN: 978-3-7520-0014-6 L, Reichert
Aus dem Inhalt
A. Haffner/L. Eiden: Das Bronzepferdchen von Freisen — H. Nortmann, Die Funde von der eisenzeitlichen Altburg bei Bundenbach — F. Tanz: Die Nummerierung der Trierer Insulae — J. Hupe: Ausgrabungen im römischen Nordgräberfeld Triers — S. Faust: Figürliche Bronzen und Gegenstände aus anderen Metallen aus Stadt und Bezirk Trier in Privatbesitz V — P. Henrich: Eine Bronzestatuette des Herkules mit Wildschwein aus Sinzig-Löhndorf — J. Merten: Klaus Parlasca (1925-2020) und die Trierer Archäologie — J. Hupe: Jahresbericht der Archäologischen Denkmalpflege für den Stadtbereich Trier 2016-2017.
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Les sculptures antiques du Musée d’art et d’archéologie du Pays de Laon - Die antiken Skulpturen des Musée d’art et d’archeologie du Pays de Laon. Monumenta Artis Romanae (MAR) (42). Kaderka, Karolina; Scheding, Paul. 2021. 216 S. 64 Tafeln, 220 Abb. 31,5 x 22,5 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-527-0 L, Reichert
Das Forschungsarchiv für Antike Plastik am Archäologischen Institut der Universität zu Köln widmet sich seit mehr als 50 Jahren der Dokumentation wenig bekannter Sammlungen griechischer und römischer Skulpturen durch hochwertige Fotografien sowie ihrer Publikation in der Reihe Monumenta Artis Romanae. Der vorliegende Band ergänzt diese Arbeiten um die Vorlage der antiken Skulpturen im Musée de Laon. Sie stammen hauptsächlich aus einer der bedeutendsten französischen Privatsammlungen des frühen 20. Jahrhunderts, die sich seit 1937 im Besitz des Museums befindet.
Die herausragende Stellung dieser Sammlung liegt in der Qualität der Skulpturen, in ihrer Vielfalt und in ihrem Erhaltungszustand begründet. Den Schwerpunkt der Sammlung bilden Werke aus dem östlichen Mittelmeerraum, besonders aus Griechenland, Kleinasien und Alexandria. Die Bandbreite der griechischen Originalskulpturen reicht von einer männlichen Mantelfigur des 6. Jahrhunderts über Grabreliefs und Götterbilder des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu späthellenistischen Werken. Für den Hellenismus ist der überlebensgroße Kopf eines Königs von besonderer Bedeutung; unter den kaiserzeitlichen römischen Skulpturen ragen Portraits und diverse Köpfe hervor wie ein idealer Frauenkopf aus dem späten 4. Jahrhundert n.Chr. Davon haben bisher nur wenige Stücke in der Forschung Beachtung gefunden.
Die Sammlung wurde größtenteils von Joseph Eugène Paul-Marguerite de la Charlonie (1844–1921) aus dem Pariser Kunsthandel zusammengetragen. Sie steht in Herkunft, Zusammensetzung und Erhaltungszustand gleichzeitigen Skulpturensammlungen in Europa und in den USA nahe. Im Gegensatz zu den europäischen Antikensammlungen des 17. und 18. Jahrhunderts wurden an den Antiken der Sammlung Marguerite de la Charlonie nur ganz spärliche Ergänzungen vorgenommen, was ihren Aussagewert erheblich steigert.
Der Katalog, Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen französischen und deutschen Archäologen, bietet die umfassende Materialvorlage der Einzelwerke und ihre fotografische Dokumentation. Damit leistet er archäologische Grundlagenforschung; gleichzeitig zielt er durch die Klärung der Provenienzen auf eine Rekontextualisierung des Materials.
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Der Mythos Niko Pirosmani. Auf den Spuren eines kuriosen Künstlerlebens im Georgien der Jahrhundertwende. Übersetzt aus dem Georgischen von Heinz Fähnrich. Kakabadse, Giorgi. Übersetzt von Fähnrich, Heinz. Deutsch. 2021. ca 304 S. 42 Abb., 52 fb. Abb. 21,0 x 14,8 cm. EUR 29,95. ISBN: 978-3-95490-499-0 L, Reichert
Today, Niko Pirosmani (1865-1919) is considered one of the most important painters in the history of 20th century art. As a self-taught, penniless vagabond and artist in life, his work was characterised by a uniqueness that was fed exclusively by the painter`s rich spiritual world. His clear, flawless and immediate perception of the world and a childlike honesty broke academic boundaries and inspired the avant-gardists of his time. Fame and recognition nevertheless eluded him throughout his life, which was marked by hunger, the dire consequences of his drinking habit, homelessness and abject poverty. Unhappiness in love, exclusion from society, ridicule and scorn, finally a filthy basement and a dark, lonely death: this misfortune is contrasted by a bright, strong and pious spirit, a proud heart and the sublimity of unbridled, nature-loving freedom, which make this life appear to be a special and lively one despite all the opposition and external failure.
On the basis of eyewitness accounts, newspaper articles, protocols, and, for the first time, sources that previously fell victim to communist censorship, the author sheds new light on Pirosmani`s legendary life and finds answers to previously unsolved questions. He creates a fascinating and also contradictory portrait, which he embeds in the wide range of cosmopolitan social life in Georgia`s capital Tbilisi at the turn of the century. We meet more or less famous personalities of the time, writers, poets, painters, politicians, shopkeepers, owners of taverns and pubs, and many more.
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I Forschungsgeschichte, Vermessung, Prospektionen und Funde 2009-2010. Münchner Beiträge zur Provinzialrömischen Archäologie (10). Mackensen, Michael. Das severische Vexillationskastell Myd(---) / Gheriat el-Garbia am limes Tripolitanus (Libyen). 2021. 320 S. 38 Tafeln, 517 sw. Abb., 95 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-7520-0586-8 L, Reichert
Das römische Kastell Gheriat el-Garbia liegt 280 km südlich von Tripolis in der steppenartigen Halbwüste, oberhalb einer Oase, an der zentralen Route ins Land der Garamanten. Es ist – neben Bu Njem und Ghadames – das größte der drei unter Kaiser Septimius Severus weit nach Süden vorgeschobenen neuen Vexillationskastelle des limes Tripolitanus. Spätestens im Herbst 201 n. Chr. wurde es von einer Abteilung der legio III Augusta aus Lambaesis fertig gestellt. Seit den englischen Surveys (1953, 1981) bietet das Kastell mit dem spektakulär gut erhaltenen Haupttor eine valide Grundlage für architektonische Rekonstruktionen von Kastellen des 3. Jahrhunderts.
Im Rahmen des interdisziplinär ausgerichteten Projekts der Provinzialrömischen Archäologie an der Universität München, gefördert von der Exzellenzinitiative, wurden 2009 und 2010 je zwei Kampagnen durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Surveys und Ausgrabungen im von einem Berberdorf überbauten Kastell (Tore, Stabsgebäude, Mannschaftsunterkünfte) und in einem der Heiligtümer. Neben naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden (Geodäsie, Geophysik, Archäometrie, 14C-Analysen) kam terrestrisches 3D-Laserscanning zum Einsatz. Überraschend war neben der bis 275/280 erfolgten Nutzung des Kastells mit dem inschriftlich überlieferten Ortsnamen Myd(---) eine spätantike Instandsetzung: Ab 390/400 wurde bis Mitte des 5. Jahrhunderts in den castra Madensia der Notitia Dignitatum Occ. XXXI 30 eine limitane Einheit, die milites munifices, stationiert.
Im ersten Band werden die Forschungsgeschichte in der tripolitanischen Grenzzone im nordwestlichen Libyen und in Südtunesien von 1819 bis 1996 sowie die Lage und Topographie von Gheriat el-Garbia dargestellt. Es folgen Beiträge zur geodätischen Erfassung der Topographie des Kastell- und des Tempelplateaus unter Verwendung von Radardaten des deutschen Erdbeobachtungssatelliten TerraSar-X. Im Mittelpunkt stehen die archäologischen Surveys: Zahlreiche Architekturglieder aus dem Kastellareal ergeben sieben Säulenordnungen, die auf eine anspruchsvolle architektonische Ausstattung der zentralen Gebäude des Kastells schließen lassen. Das umfangreiche Material des Keramik-Surveys liefert wichtige Daten zur Versorgung der Garnison mit Fein- und Kochkeramik sowie mit in Amphoren transportiertem Wein, Olivenöl und Fischkonserven. Zudem werden Metallkleinfunde, Münzen und Radiokarbonanalysen vorgelegt; letztere bilden die Basis für die Datierung der Instandsetzungen des Kastells zwischen 390 und 425.
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Die liturgischen Orte im Wandel der Zeit. Taufe – Beichte – Abendmahl – Predigt. Sörries, Reiner. Deutsch. 2021. 320 S. 387 fb. Abb., 12 sw. Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 29,95. ISBN: 978-3-95490-453-2 L, Reichert
Zeit- und konfessionsübergreifend wird die Entwicklung der liturgischen Orte im Kirchenraum auf 300 Seiten und mit über dreihundert Bildern erzählt. Altar, Kanzel, Taufstein und Beichtstuhl sind sichtbarer Ausdruck von Abendmahl, Predigt, Taufe und Beichte. Sie werden in der evangelischen Kirche als die vier Gnadenmittel bezeichnet, in der katholischen Kirche sind es vier der sieben Sakramente. Betrachtet man die liturgischen Orte von der Antike bis zur Gegenwart, so sind sie nicht nur einem formalen Wandel unterworfen, sondern sie spiegeln auch die theologiegeschichtlich bedingten Veränderungen der an ihnen vollzogenen Handlungen. Unter den exemplarisch angeführten Objekten werden viele genannt, die auch Eingang in die Kunstgeschichte gefunden haben, genauso aber solche, die in einfachen Dorf- und Landkirchen das Interesse der Kunsthistoriker nicht geweckt haben. Aber wo sie auch immer zu finden sind, sind sie form- und bildgewordene Zeugnisse von Verkündigung und Glaube, manchmal hoch komplex, manchmal schlicht und volkstümlich. Während für die frühchristliche Entwicklung Beispiele im Gebiet des Römischen Reiches herangezogen werden, so konzentriert sich die Auswahl mit fortschreitender Zeit auf Mitteleuropa und den deutschsprachigen Raum.
In diesem Sinn wendet sich das Buch an Leserinnen und Leser, denen an einem Überblick gelegen ist, seien sie Geistliche, weil sie an diesen Orten agieren oder weil sie als Studierende an ihnen agieren werden, seien sie Kirchenbesucher, die ihrerseits in die Geschichte einordnen wollen, was sie sehen und oft genug bestaunen. Es ist zugleich ein Beitrag zur Ikonographie evangelischer und katholischer Glaubensaussagen, denn die liturgischen Orte erläutern selbst in Wort und Bild den an ihnen verkündeten und vollzogenen Glauben. Zugleich geben sie mit zeitgenössischen Bildern Einblick in den Vollzug der Liturgie in ihrer jeweiligen Zeit.
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Die justinianische Bauskulptur Konstantinopels als Textträger. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz (50). Stroth, Fabian. Monogrammkapitelle. Deutsch. 2021. 339 S. 120 Tafeln, 2 Beilagen, 727 Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-272-9 L, Reichert
In der Studie werden die Kapitellserien der Hagia Sophia, der Sergios- und Bakchoskirche und der Irenenkirche erstmals systematisch untersucht. Zudem werden die Stifterepigramme der Sergios- und Bakchoskirche sowie der Polyeuktoskirche in die Untersuchung mit einbezogen, deren materielle Ausführung bislang zu wenig Beachtung gefunden hat. Der dabei erprobte Forschungsansatz, die justinianische Bauskulptur Konstantinopels als Textträger in den Blick zu nehmen ist ungewöhnlich, hat sich jedoch auf den zweiten Blick als naheliegend und in vielfältiger Weise als ergebnisreich erwiesen. Die Vorlage von mehr als 150 frühbyzantinischen Kapitellen dieser prominenten Kirchen Konstantinopels in mehr als 850 Fotografien und 50 Zeichnungen leistet einen grundlegenden Beitrag für die Byzantinische Archäologie. |
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Archäologischer Anzeiger. Fless, Friederike; von Rummel, Philipp. Archäologischer Anzeiger. 2. Halbband 2020. Deutsch. 2021. 380. S. 217 sw. Abb. , 315 fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 40,00. ISBN: 978-3-7520-0579-0 L, Reichert
Im Archäologischen Anzeiger werden Kurzbeiträge zu aktuellen Forschungen und Berichte über Grabungsprojekte des DAI sowie von Fachkollegen weltweit publiziert. Schwerpunktmäßig informiert die Zeitschrift über Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die Spätantike, durchaus aber auch über Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt.
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Zur Sozialgeschichte römischer Bildnisse der mittleren Kaiserzeit. Archäologische Forschungen (41). Fittschen, Klaus. Privatporträts mit Repliken. Deutsch. 2021. 432. S. 156 Tafeln, 1312 sw. Abb. 33,5 x 23,7 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-7520-0023-8 L, Reichert
Als eines der Kriterien zur Identifizierung eines römischen Kaiserbildnisses galt bisher der Nachweis von antiken Repliken. Diese Regel kann nicht mehr aufrecht erhalten werden: Auch von Bildnissen nicht-kaiserlicher Personen lassen sich antike Repliken nachweisen. Das gilt nicht nur für die Bildnisse von Angehörigen der Oberschicht, sondern auch für die einfacheren Bürger. Das Phänomen ist in allen Teilen des Römischen Reiches, in denen Bildnisse hergestellt wurden, zu finden. Die zurzeit nachweisbaren Beispiele sind in diesem Buch zusammengetragen worden. Einige Fälle waren schon lange bekannt (Herodes Atticus, Athenais, Polydeukion), jedoch hat die Forschung daraus keine Konsequenzen gezogen. Bildnisrepliken wurde nicht nur in der Öffentlichkeit aufgestellt, vor allem in Gräbern bot sich die Möglichkeit, die Verstorbenen in mehrfachen Bildnissen zu ehren. Allerdings lassen sich nur wenige entsprechende Fundzusammenhänge nachweisen, denn Bildnisse aus diesem Bereich wurden als „Dubletten“ durch den Kunsthandel in der Regel auseinandergerissen. Aus der Gruppe der antiken Bildnisrepliken müssen die in der Neuzeit nach berühmten antiken Vorbildern hergestellten Kopien ausgeschieden werden. In der älteren Forschung sind sie teilweise als antike Kopien angesehen worden und wegen ihres vorgeblichen Replikencharakters irrtümlich auf römische Kaiser und deren Angehörige bezogen worden. Es ist allerdings nicht immer ganz einfach, die neuzeitliche Entstehung nachzuweisen. Im Anhang B sind dazu die wichtigsten Beispiele zusammengestellt. Der Anhang A stellt die mehrfachen Porträts derselben Person an Grabaltären und Sarkophagen zusammen, die als Musterbeispiele für Privatporträts mit Repliken angesehen werden können. |
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Ausgrabungen in der frühbronzezeitlichen Siedlung im Heraion von Samos 1966. Samos (30). Isler, Hans Peter. 2021. 278 S. 2 Pläne, 74 Tafeln, 48 Beilagen, 1035 sw. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-535-5 L, Reichert
Bei dem Band handelt es sich um die Publikation der vom Verfasser im Jahr 1966 durchgeführten Ausgrabungen und die Vorlage aller Fundstücke aus der bedeutenden frühbronzezeitlichen Siedlung im Heraion von Samos. Diskutiert werden 180 Gefäße und mehr als 200 Kleinfunde, die bisher mit vereinzelten Ausnahmen nicht bekannt geworden sind. Der vorgelegte Grabungsbefund mit seinem reichen Fundmaterial ist als geschlossener, einer einzigen Siedlungsphase zugehöriger Fundkomplex der ausgehenden Frühbronzezeit der östlichen Ägäis und Westanatoliens von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung. Die Funde, neben der lokal gefertigten Keramik, zu welcher einzelne importierte Objekte kommen, verschiedenste Geräte aus Ton, Stein, Metall und Knochen, darunter auch zwei Gussformen, werden in ihrem archäologischen Fundzusammenhang analysiert und mit Hilfe von Vergleichsstücken insbesondere aus Troia, Beycesultan und Tarsos wie auch mit Objekten aus dem kykladischen Raum in den kulturellen Kontext Anatoliens und der Ägäis eingeordnet und datiert. |
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Emil Alexander Hopfgarten. zum 200. Geburtstag. Kunstgeschichte Wiesbaden (6). Klee, Margot; Behrendt, Werner R. Hrsg.: Reusch, Felicitas. 2021. 132 S. 22 x 22 cm. EUR 15,00. ISBN: 978-3-7520-0583-7 L, Reichert
Die Autorin Felicitas Reusch ist auf die Spurensuche des 1821 in Berlin geborenen Bildhauers Emil Alexander Hopfgarten gegangen und entdeckt dabei das verschollen geglaubte Jugendwerk „Merkur, der die von ihm erfundene Leier soielt“ in der russischen Provinz. Hopfgartens Schaffen in Berlin von 1844-48 rekonstruiert sie auch durch bisher unbekannte , historische Raumaufnahmen und eine im Kunsthandel aufgetauchte Skulptur. Sie zeichnet ein lebendiges Bild des nassauischen Hofbildhauers Hopfgarten mit seinem Atelier in der Mosburg im Biebricher Schlosspark. Den im Auftrag von Hezog Adolph zu Nassau gestalteten Grabmonument seiner verstorbenen Frau, der Herzogin Elisabeth, in der Russisch-Orthodoxen Kirche auf dem Neroberg in Wiesbaden widmet sie ein reich bebildertes Kapitel. Sein zweites hauptwerk in Wiesbaden, Christus und die vier Evangelisten in der Marktkirche Wiesbaden, beschreibt Margot Klee aus ihrer Kenntnis der chstlichen Ikonografie und der römischen Porträtplastik. Werner R. Behrendt positioniert Hopfgarten in das Umfeld weiterer nassauischer Bildhauer und verfolgt die Spuren von Hopfgartens Schüler Hermann Schies und Carl Keil. |
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Appropriation Processes of Statue Schemata in the Roman Provinces | Aneignungsprozesse antiker Statuenschemata in den römischen Provinzen. Material Appropriation Processes In Antiquity (1). Hrsg.: Lipps, Johannes; Griesbach, Jochen; Dorka Moreno, Martin. Englisch. 2021. 368 S. 122 fb. Abb., 228 sw. Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 119,00. ISBN: 978-3-95490-449-5 L, Reichert
Der Großteil antiker Statuen lässt sich anhand formaler Überschneidungen typologisieren, d. h. in ›Schemata‹ ordnen. Einzelne Statuenschemata wurden über Jahrhunderte hinweg in immer neuen Versionen tradiert und in unterschiedliche materielle, räumliche und funktionale Kontexte integriert. Diese Rezeptions- und Transformationsprozesse können als kulturelle Aneignungen verstanden werden, die ästhetisch, politisch und/oder religiös motiviert waren. In aller Regel setzten sie Bildung voraus und besaßen damit auch eine soziale Komponente. Oft führten aber auch rein praktische Gründe wie die Verfügbarkeit einer bestimmten Formvorlage zur Wiedergabe anthropomorpher Figuren nach einem Schema. Dabei konnten die Bildwerke die einstigen Sinnzusammenhänge ihrer Vorlagen bewahren, nur teilweise übernehmen oder aber ignorieren und mit völlig neuen Bedeutungen „überschreiben“. Der Band, der auf eine internationale Tagung in Tübingen zurückgeht, versammelt Beiträge, welche die erwähnten Rezeptionsprozesse exemplarisch in einzelnen Zentren und Regionen des römischen Reiches diskutieren. |
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Ladenburg und der Lobdengau zwischen Limesfal und den Karolingern. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg (17). Hrsg.: Prien, Roland; Witschel, Christian. LOPODUNUM VII. Deutsch. 2021. 306 S. 132 fb. Abb., 45 sw. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-481-5 L, Reichert
Die Stadt Ladenburg kann auf ein reiches historisches Erbe zurückblicken: In der römischen Epoche war Lopodunum der Hauptort einer ausgedehnten Stadtgemeinde, der civitas Ulpia Sueborum Nicrensium, und ab der karolingischen Zeit ist Lobedtenburc als Zentrum des Lobdengaues belegt. Das könnte zusammen mit der Kontinuität des Ortsnamens auf eine erhebliche Konstanz der administrativen Strukturen zwischen Antike und Frühmittelalter hindeuten. Bei näherem Hinsehen stellt sich die Situation allerdings komplexer dar. Das liegt nicht zuletzt an dem Mangel an schriftlichen Quellen, denn diese fallen für den Zeitraum zwischen der Mitte des 3. Jahrhunderts, als die römische Herrschaft östlich des Rheines mit dem ‚Limesfall‘ endete, und dem mittleren 8. Jahrhundert, als Ladenburg erstmals wieder im Lorscher Kodex Erwähnung fand, fast völlig aus. Umso wichtiger sind archäologische Befunde und Funde, deren Zahl in den letzten Jahren durch eine intensive Grabungstätigkeit in Ladenburg und Umgebung für den hier in Frage stehenden Zeitraum, der gemeinhin als ‚dunkel‘ gilt, stark zugenommen hat. Die bedeutendsten von diesen werden in dem vorliegenden Band – teilweise erstmals – vorgestellt und in den historischen Kontext eingebettet. So werden hier eine Gruppe von Postumus-Münzen aus Ladenburg publiziert, neue Interpretationen des spätrömischen burgus und des mittelalterlichen ‚Bischofshofes‘ präsentiert sowie aktuelle Erkenntnisse zu einem karolingischen Gräberfeld im Stadtgebiet vorgelegt. Auch das Umland von Ladenburg ist stark vertreten, so durch Überblicke zu den reich ausgestatteten frühmittelalterlichen Gräberfeldern der Region oder zu den spektakulären Grabungsergebnissen in Heddesheim und Mannheim-Vogelstang. Kritische Neubewertungen schon lange bekannter schriftlicher Quellen wie der gefälschten Urkunde des Merowingerkönigs Dagobert I. für Ladenburg sowie historisch-archäologische Synthesen zu den verschiedenen möglichen Szenarien des „Limesfalles“ und zu Vergleichsregionen wie der spätantiken Pfalz runden den Band ab. Dadurch entsteht das Bild eines Zentralortes, der nach dem Ende der römischen Herrschaft seine Bedeutung zunächst behielt, wenn auch bei einem stark veränderten Aussehen der Bebauung. Eine ungebrochene Siedlungskontinuität über das gesamte Frühmittelalter hinweg kann jedoch nicht konstatiert werden; vielmehr ist von einem partiellen Neubeginn in der spätmerowingisch-karolingischen Epoche auszugehen. |
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Architektur und Kultpraxis am Beispiel der Tempel von Güglingen, Kreis Heilbronn. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg (16). Siemers-Klenner, Ines. Archäologie des Mithraskultes. Deutsch. 2021. 454 S. 54 Tafeln und 27 Plananhänge, 1 Beilage und 3 Falttafeln, 38 sw. Abb., 250 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-445-7 L, Reichert
Bei der Erschließung eines Gewerbegebietes für Güglingen wurden im Randbereich eines vicus in den Jahren 1999 und 2002 zwei Mithräen entdeckt. Das erste Mithräum war ein Steingebäude und zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits fast seiner gesamten Tempelausstattung beraubt. In einem zweiten, kleineren Fachwerkbau blieben dagegen unter dem eingestürzten Ziegeldach große Teile des Inventars, bestehend aus Steindenkmälern, Geschirr, persönlichen Gegenständen der Kultteilnehmer, Weihegaben verschiedenster Art und Überresten der liturgischen Gerätschaften erhalten.
Im vorliegenden Band wird einerseits die Baugeschichte der Tempel und ihrer Umgebung rekonstruiert. Darüber hinaus boten die ungewöhnlich guten Überlieferungsumstände Anlass, aus dem Blickwinkel dieser Funde in die bislang weitgehend unbekannten Bereiche der liturgischen Praxis des Mithraskultes vorzudringen.
So beweisen die Funde aus Mithräum II erstmals den praktischen Vollzug der in den Schriftquellen genannten Initiationen in Form von Mutproben bzw. symbolischen Todeserfahrungen. Die Befunde legen nahe, daß in den Tempeln nicht nur getrunken wurde, sondern auch Szenen aus der Mithraslegende unter Einsatz von besonderen Lichteffekten nachgespielt wurden. Die beiden Tempel hielten eine Fülle von weiteren Funden und Befunden bereit, die es ermöglichten, Licht ins Dunkel der vieldiskutierten mithräischen Kultpraxis zu bringen. Nicht zuletzt ist die Datierung von Mithräum II von überregionaler Bedeutung, da dies der älteste Nachweis des eigenständigen Tempeltyps „Mithräum“ aus der Zeit um 115/125 n. Chr. ist und damit der Frage nach der Ausbreitung des Kultes neue Dynamik verleiht.
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Die Auswirkungen der römischen Präsenz in Numidien (2. Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.). Archäologische Forschungen (38). Ardeleanu, Stefan. Numidia Romana?. Deutsch. 2021. 628 S. 36 Tafeln, 192 sw. Abb. , 44 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-509-6 L, Reichert
Die komplexen Phänomene rund um die Eingliederung Numidiens in den Machtbereich Roms wurden bisher mehrheitlich ausgehend von bipolaren Modellen wie Punisierung, Romanisierung, der Widerstandstheorie oder der Autochthonologie diskutiert. Alternativ hierzu zeichnet die vorliegende Studie basierend auf eigene Feldforschungen und am Fallbeispiel von sechs Mikroregionen das Panorama einer erstaunlich frühen Ausprägung der urbanen Zentren Numidiens nach, die in neuen diachronen Phasenplänen visualisiert wird. Anhand ausgewählter Wohn- und Werkstattbereiche, Heiligtümer und des Grabwesens werden lokal- und regionalspezifische Charakteristika herausgearbeitet, die sich z. T. bis in die Kaiserzeit hielten. Gleichzeitig entstanden Neuschöpfungen von Kult-, Grab-, Keramik- oder Architekturformen, die aber weder mit Resistenz lokaler, noch mit dem Zuzug neuer Gruppen, wie etwa römischer Bürger, zu erklären sind. Die komplexe Dekor- und Formensprache von Bauten und Fundobjekten belegt ebenso wie einige Wirtschaftszeugnisse (Marmorimporte und -exporte, Keramikimitation, Münzdistribution), dass die Städte Numidiens seit dem 2. Jh. v. Chr. bestens in die mediterranen Handelsnetzwerke und kulturellen Transferprozesse eingebunden waren. Besonders zu Mittelitalien bestanden enge Beziehungen, die lange vor der Annexion Numidiens (46 v. Chr.) zu gegenseitiger Einflussnahme auf Politik und Territorium führten. Heterogene Fundkontexte, Distributionsmechanismen und Inschriften zeigen aber, dass deutlich mehr Akteure an diesem Austausch teilnahmen als – wie bislang vermutet – nur die Könige Numidiens und die republikanischen Feldherren bzw. später die Kaiser. Der gängigen Meinung einer ‚dunklen Epoche Nordafrikas‘ werden somit eine Fülle neuer Grabungs- und Surveydaten sowie die Reevaluation älterer Forschungsergebnisse gegenübergestellt. Damit werden neue Erklärungsmodelle für diese entscheidende Entwicklungsphase des Städtewesens Nordafrikas und die Identitätsdiskurse dieser Zeit präsentiert. |
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