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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Jahrbuch der Ernst Herzfeld-Gesellschaft e.V. Vol. 6, Encompassing the Sacred in Islamic Art. Beiträge zur islamischen Kunst und Archäologie (6). Hrsg.: Ernst-Herzfeld-Gesellschaft e.V.; Korn, Lorenz; Ivren, Cigdem. Beiträge zur Islamischen Kunst und Archäologie. Englisch. 2020. ca 176 S. 23 Abb., 43 fb. Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-448-8 L, Reichert
To what extent has Islam as a religion shaped the art and material culture of the Middle East and North Africa? How is Islamic religion, in turn, informed by art and material culture? Under the title "Encompassing the Sacred", papers at the 11th Colloquium of the Ernst Herzfeld Society have carefully examined these questions, with a focus on sanctity and the sacred, through examples of Qur`an manuscripts, calligraphic writing, royal iconography, religious locations and buildings. Nine case studies gathered in this volume range from shrines and banners in early Islam until ongoing debates about the use and the conservation of religious buildings.
Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte des augusteischen vicus und des municipium Claudium Iuvavum. Münchner Beiträge zur Provinzialrömischen Archäologie (9). Schmid, Sebastian; Gschwind, Markus. Italische Terra Sigillata aus Iuvavum/Salzburg. Deutsch. 2020. ca 320 S. 477 Abb., 544 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-95490-450-1 L, Reichert
Aufgrund ihrer weiträumigen Verhandlung und ihrer feinchronologischen Relevanz stellt die in großen Mengen in Ober-, Mittel- und Süditalien sowie Südfrankreich hergestellte italische Terra Sigillata eine der wichtigsten Quellengattungen der frühen Kaiserzeit dar. Dabei kommt ihr insbesondere in siedlungs- und handelsgeschichtlicher Hinsicht eine entscheidende Rolle zu.
Aus Österreich, aber auch aus den angrenzenden Gebieten, wurde bislang nur aus der Stadt auf dem Magdalensberg (Kärnten) eine große Menge dieser Feinkeramik publiziert. Mit mehr als 1500 Fragmenten, von denen über 1000 auch typologisch klassifizierbar waren, kann nun auch aus Salzburg/Iuvavum eine mehr als repräsentative Zahl italischer Terra Sigillata vorgelegt werden. Diese fanden sich im Zuge der langjährigen Ausgrabungen in der Stadt, insbesondere während archäologischer Untersuchungen der letzten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Iuvavum wurde zu etwa gleich großen Teilen mit italischer Terra Sigillata aus Werkstätten in Mittel- und Oberitalien beliefert, wie makroskopische Untersuchungen und chemische Analysen (durch G. Schneider und M. Daszkiewicz), aber auch über 160 Töpferstempel zeigen. Die frühesten Gefäße stellen Teller und Schalen dar, die in das letzte Jahrzehnt v. Chr. und das erste Jahrzehnt n. Chr. datieren; es überwiegen jedoch Formen des 1. Jahrhunderts n. Chr., von denen über 500 Fragmente mit Appliken verziert sind.
Die antiquarische Analyse der italischen Terra Sigillata aus Iuvavum und der Vergleich des Salzburger Spektrums mit jenen anderer Fundorte in Raetien und Noricum erlaubt weitergehende Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte der Stadt an der Salzach in der frühen Kaiserzeit: Die frühesten Gefäße belegen eine in mittelaugusteischer Zeit gegründete, kleinere Siedlung, die vornehmlich mit Produkten aus Oberitalien versorgt wurde. Bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr., als die Stadt unter Kaiser Claudius den Rang eines municipium erhielt, breitete sie sich über das gesamte spätere Stadtgebiet aus, wobei die Terra Sigillata nun mehrheitlich aus Mittelitalien stammte. Diese Veränderung in der Herkunft der italischen Terra Sigillata aus Salzburg ist wohl mit einem Wandel der Belieferungsstrukturen und anderen Transportwegen zu verbinden. Dabei spielten insbesondere die Nord-Süd-Routen über die Tauernpässe eine wichtige Rolle. Die Verbindung nach Westen in Richtung Augsburg hatte – zumindest in der Frühzeit – offenbar keine größere Bedeutung für die Versorgung Salzburgs mit Terra Sigillata.
Teil 3. Tübinger Atlas des Vorderen Orients (Beihefte) (7). Bagg, Ariel M.. Die Orts- und Gewässernamen der neuassyrischen Zeit. Deutsch. 2020. ca 1104. S. 1 Landkarten. 24,0 x 17,0 cm. in 2 Bänden. EUR 148,00. ISBN: 978-3-95490-430-3 L, Reichert
Die historische Geographie ist eine der wichtigsten Disziplinen, die eine Rekonstruktion der Geschichte des Alten Orients ermöglichen. Es sind ĂĽberwiegend die Keilschriftquellen, die den Zugang zu den zahlreichen Ortsnamen erschlieĂźen. Eine groĂźe Anzahl einschlägiger Orts- und Gewässernamen ist als kommentierte Materialsammlung in der Reihe RĂ©pertoire GĂ©ographique des Textes CunĂ©iformes (RGTC) erfasst. Es liegen bisher 16 Bände bzw. Teilbände vor (1974–2017), die nach chronologischen und regionalen Kriterien gegliedert sind. Sie sind ebenso wie die Karten des TAVO ein wichtiges Hilfsmittel fĂĽr die Erforschung der Historischen Geographie des Alten Orients. Der vorliegende Band stellt den dritten und abschlieĂźenden Teil der neuassyrischen Orts- und Gewässernamen fĂĽr die Reihe RĂ©pertoire GĂ©ographique des Textes CunĂ©iformes dar. Im 2007 publizierten ersten Teil (RGTC 7/1) wurde die Levante behandelt. Der zweite Teil RGTC 7/2 (2017) umfaĂźt Ă„gypten, die arabische Halbinsel, das Kernland Assyriens, das Osttigrisgebiet, die nordwestliche Ğazīra, das Ḫābūr-Gebiet, die östliche Ğazīra und Nordmesopotamien. RGTC 7/3 umfasst ĂĽber 1400 mit ca. 500 zusätzlichen fragmentarischen Toponymen aus den restlichen Regionen des neuassyrischen Reiches: Urarṭu, das Zagrosgebiet, Elam und Babylonien. DarĂĽber hinaus wurden die Ortsnamen unbekannter Lage berĂĽcksichtigt.Wie in den ersten zwei Teilen enthält RGTC 7/3 ausfĂĽhrliche Register sowie zwei Anlagen mit Ergänzungen zu RGTC 7/1 und RGTC 7/2.
Die Darbietung des Materials schließt sich an frühere RGTC-Bände an. RGTC 7 umfasst alle Texte der neuassyrischen Zeit, soweit sie nicht als „literarisch“ einzustufen sind, d. h. Königsinschriften, Briefe, Rechts- und Veraltungsurkunden, Verträge, königliche Erlasse, astrologische Berichte und historiographische Texte. Anschließend an RGTC 5 (1982) von Kh. Nashef werden alle Texte von 934 v. Chr. bis zum Untergang des neuassyrischen Reich berücksichtigt. Orts- und Gewässernamen werden alphabetisch und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Keilschriftorthographie aufgeführt. Darüber hinaus erfolgt die Anordnung der Belege nach chronologischen und typologischen (Art der Quelle) Kriterien. Es folgen Angaben zur Lokalisierung unter Berücksichtigung der relevanten Sekundärliteratur. Wie in den Bänden RGTC 8 und RGTC 12/2 werden die Ortsnamen nach ihrer sprachlichen Herkunft zugeordnet. Umfangreiche Register, darunter Verzeichnisse der modernen Ortsnamen sowie der erwähnten aramäischen, biblischen, klassischen Toponyme u. a. schließen die Bände ab. Beigefügte Karten veranschaulichen die meisten Lokalisierungsvorschläge.
Travels in Nubia – Photographs of an expedition around 1900. Menschen – Reisen – Forschungen (4). Hrsg.: Helmbold-Doyé, Jana; Gertzen, Thomas L. Reise durch Nubien – Fotos einer Expedition um 1900. Deutsch. 2020. 192 S. 124 sw. Abb., 10 fb. Abb. 27,0 x 21,0 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-367-2 L, Reichert
Nubien um 1900, versunkene Welten auf wiederentdeckten Fotografien aus dem Ägyptischen Museum Berlin; im Rahmen der Erschließung des Fotoarchivs des Museums sind 340 Aufnahmen von einer Expedition in die Region zwischen dem ersten und zweiten Nilkatarakt wiederaufgetaucht, welche in Auswahl in diesem Band erstmals publiziert werden. Begleitet durch Beiträge zu den Hintergründen der Reise, der Kulturlandschaft Nubiens und der Geschichte der frühen Fotografie in Ägypten werden zusätzlich bislang ebenfalls nicht veröffentlichte Bleistiftzeichnungen aus den Beständen der Southern Methodist University, Dallas publiziert. Dadurch wird der bereits in MRF 2 veröffentlichte Quellenbestand zu der Reise nach Nubien im Jahr 1900 vervollständigt und weitere Einblicke in eine Welt gewährt, die inzwischen in den Fluten des Nasser-Stausees versunken ist.
Die Inschriften des Hochtaunus-Kreises und des Main-Taunus-Kreises. Mainzer Reihe; Die Deutschen Inschriften (97). Monsees, Yvonne; Fuchs, RĂĽdiger. Deutsch. 2020. 884 S. 136 Tafeln, 99 Abbildungen, schwarz-weiĂź, 316 Abbildungen, farbig. 27,0 x 19,0 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-297-2 L, Reichert
Der Band enthält ca. 400 Katalognummern mit den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften vom 7. Jahrhundert bis zum Jahr 1700. Der Katalog beginnt mit dem einzigen erhaltenen frühmittelalterlichen Grabstein der Roteldis. Danach sind Inschriften erst wieder aus dem 14. Jahrhundert nachzuweisen. Heraus ragen die Grabplatten der Herren von Kronberg und ab dem 15. Jahrhundert die Adelsgrablegen ebendort, in Eppstein und Königstein mit Figurengrabplatten. Das adlige Selbstverständnis der Familie von Kronberg spiegelt sich darüber hinaus in Schlachten-, Familienbildern und Fensterzyklen. Einen eigenen Schwerpunkt für das 17. Jahrhundert bildet die Grablege der Landgrafen von Hessen in der Fürstengruft der Homburger Residenz. Zahlreiche Zinnsärge der landgräflichen Familie legen in ausführlichen Bibelzitaten und längeren Grabinschriften ein eindrucksvolles Zeugnis von der Frömmigkeit einer Fürstenfamilie ab. Seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert sind Inschriften von gelehrten Theologen und Juristen, Pfarrern und Amtleuten sowie von Bürgern überliefert. Der Band enthält einen größeren Fachwerkbestand auch mit poetischen Hausinschriften.
Die frĂĽhhellenistische Nekropole von Alexandria-Shatby. Studien zur Antiken Stadt (RJ342), Band: 17. Rummel, Christoph; Schmidt, Stefan. 2020. 148 S., 243 Abbildungen, 2 Beilagen. 32 x 24 cm., Hardcover. Deutsch. EUR 69,00 ISBN: 978-3-95490-395-5 L, Reichert
Nach der Gründung durch Alexander den Großen wuchs Alexandria schnell zu einer Großstadt neuen Typs. Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft schufen sich einen neuen Lebensraum und neue gesellschaftliche Strukturen. Das älteste bekannte Begräbnisgelände der Stadt ist die Nekropole von Shatby, die in den besonders bewegten einhundert Jahren nach der Stadtgründung genutzt wurde. Ausgrabungen am Beginn des 20. Jahrhunderts sowie die aktuellen Nachuntersuchungen der Autoren zeigen die Entwicklung der alexandrinischen Bestattungsformen und Grabarchitekturen, bei der auf unterschiedliche Inspirationsquellen zurückgegriffen wurde. Neben detaillierten Analysen der alten und neuen archäologischen Befunde bietet der Band einen Einblick in die gesellschaftlichen Bindungen und Bedingungen, die sich in den Gräbern widerspiegeln. Das rasante Wachstum der Stadt führte schließlich zur Aufgabe der frühen Nekropole. Auch dieser Vorgang kann im archäologischen Befund nachvollzogen werden.
From Ordinary to Luxury. Islamic Ceramics from Iran, Central Asia and Afghanistan. Siméon, Pierre. Hrsg.: Daiber, Verena. Engl. 2020. 192 S. 190 Abb. 369 fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-387-0 L, Reichert
“From Ordinary to Luxury” is based on the glazed and unglazed pottery from The Bumiller Collection, assembled by the late Manfred Bumiller (1928-2018). The work is both a profound study of Central Asian ceramics and the start of the new series “Studies on The Bumiller Collection” dedicated to the development of the collection of the University Museum of Islamic Art in Bamberg. Pierre Siméon’s expertise and hands-on experience as an archaeologist are invaluable assets for the knowledge of Iranian and Central Asian pottery. Apart from that, his study takes into account the works of our Russian colleagues, that have gone without adequate acknowledgement for decades due to the language barrier. After a break of ten years this book on material largely neglected and barely studied in a comprehensive way launches the new series of Studies on The Bumiller Collection. May it be a handbook for whoever works on and is interested in the field of Islamic ceramics from the area that spreads from the Zagros to the borders of China.
Zur Wiederholung und Vervielfältigung von Reliefs in römischer Zeit. Monumenta Artis Romanae (MAR) (41). Reinhardt, Arne. Reproduktion und Bild. 2020. 215 S. 8 fb. Abb, 192 Abb. 32 x 23 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-440-2 L, Reichert
Im Zentrum der Arbeit steht die römische Bild(re)produktion als ein Phänomen der antiken Kulturgeschichte. Ihr Ziel sind nahsichtige Einblicke in die Mechanismen der visuellen Kultur sowie eine differenzierte Beurteilung der Frage, vor welchen Hintergründen und mit welchen Bedürfnissen Bildentwürfe im Zeitraum vom 1. Jh. v. bis zum 2. Jh. n. Chr. wiederholt und vervielfältigt wurden. Dabei richtet die Arbeit den Blick auf die beteiligten Akteure, ihre Intentionen sowie Aspekte der Repräsentation und schenkt speziell der Veränderlichkeit von Bildern und ihrer kontextuellen Einbettung große Aufmerksamkeit.
In einem komplementären Ansatz werden dafür im ersten Teil die technischen Grundlagen am Beispiel der so genannten toreutischen Gipsabgüsse (speziell der Abformungen von reliefierten Gefäßwänden) untersucht. Dort lässt sich deutlich die situative Bedingtheit der Bild(re)produktion zeigen, finden sich doch gleichberechtigt sowohl vollständige Wiedergaben als auch – sogar häufiger – partielle Reproduktionen, die als Ausgangspunkt für neue Bildfindungen im Sinne des modernen ›copy & paste‹ dienten und als solche von anderen Handwerkszweigen rezipiert wurden.
Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit Serienstücken im Bereich der marmornen Reliefs und Reliefträger des römischen ›Ausstattungsluxus‹. Nach einer Diskussion des Serien-Begriffs liegt der Fokus der folgenden drei Detailstudien auf der Frage der Kongruenz beziehungsweise Varianz zwischen Serienstücken, wobei letztere als Indikator für die äußere Beeinflussung der Bildreproduktionen interpretiert wird. Bei den Piräus-Reliefs fallen in diesem Sinn punktuelle gestalterische und motivische Abweichungen innerhalb der Serien dieses Fundes auf, die sich als eine selbstbewusste, eigenständige Einflussnahme der ausführenden Bildhauer innerhalb des kulturellen Umfelds der Zweiten Sophistik lesen lassen. Das nächste Fallbeispiel thematisiert ein mehrteiliges Weihegeschenk im Diana-Heiligtum von Nemi und interpretiert die zwei zugehörigen Serien und ihre Varianz mit Blick auf die Repräsentationsabsichten des Stifters. Die in diesen Fallstudien gewonnenen Beobachtungen werden in einer letzten Detailstudie mit weiteren Serienstücken konfrontiert. Auf dieser Grundlage werden übergreifende Phänomene im Bereich des römischen Ausstattungsluxus sichtbar, innerhalb dessen das Thema der Serienfertigung eine charakteristische Facette der visuellen Kultur bildet.
Die Arbeit schließt an aktuelle Diskussionen sowohl von klassisch-archäologischer Seite als auch in den Kunst- und Kulturwissenschaften an und möchte den etablierten Blick auf die antike Bildreproduktion als eine traditionelle Frage des diachronen Bildbezugs beziehungsweise der Technikgeschichte weiten. Durch ihre synchrone und kontextbezogene Betrachtungsweise der reproduzierten Bilder treten die Repräsentation der beteiligten Akteure, herrschende Sehgewohnheiten und ästhetische Vorstelllungen sowie übergeordnete Fragen der Konstituierung von Bildbedeutungen deutlicher als wichtige Facetten der antiken Bild(re)produktion hervor.
Eine kulturhistorische Annäherung. Reihe B: Studien und Perspektiven; Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz (47). Rollé Ditzler, Ilse. Der Senat und seine Kaiser im spätantiken Rom. 2020. 524 S. 86 Tafeln, 327 Abb. 24 x 17 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-344-3 L, Reichert
In den traditionellen Altertumswissenschaften spielt der Senat von Rom eine Hauptrolle bei Aufbau und Expansion der römischen Republik; seit Octavian/Augustus prägen die Kaiser mit ihrem Genie oder Wahnsinn die Politik und setzen 250 Jahre lang die Maßstäbe für Bauwerke, Kunst, Zeremoniell und Repräsentation, während der Senat mehr oder weniger als Echoraum ihrer Machtentfaltung fungiert; im sogenannten Dominat ab 300 n. Chr. gilt er vollends als antiquarisches Relikt im dekapitalisierten Rom. Tatsächlich haben von der augusteischen res publica restituta an rund 600 Jahre lang die reichsten, gebildetsten, ambitioniertesten Exponenten der römischen Oberschicht, die Senatoren, regelmäßig in der Curia Iulia/Diocletiana getagt, damit einen Zentralort der römischen Myth-Historie kontinuierlich besetzt und über Generationen hinweg enorme Ressourcen und Prestige in diese Tätigkeit investiert. Die Arbeit postuliert einen Perspektivwechsel, indem sie a) den Römer Senat einer „langen Kaiserzeit“ ins Zentrum der Betrachtungen rückt, in seinem Selbstverständnis und in seinen variierenden Beziehungen zu den Herrschern; b) anhand bildlich-archäologischer, epigraphischer, numismatischer und literarischer Befunde jene mentalen und materiellen Faktoren herausarbeitet, welche die Spielregeln für die Koexistenz der beiden Akteure charakterisieren; c) die keineswegs lineare Evolution des Verhältnisses zwischen SPQR (Senatus populusque Romanus) und den Caesares Augusti Imperatores bis über das Ende des weströmischen Kaisertums hinaus verfolgt. Es zeigen sich multiple Interaktionen und Verschränkungen von Kompetenzen und Rollenspielen, sowohl für den Senat als auch für die Kaiser, wobei Rückgriffe, Spoliierungen oder Umdeutungen aufkumulierter historischer Vorbilder maßgebend sind. Der Senat von Rom und seine Kaiser bilden als bipolare Autoritätsstruktur die conditio sine qua non für die Persistenz des römischen Staatswesens und müssen daher als zusammengehörige, sich bedingende Teile eines Staatskonstrukts sui generis betrachtet werden.
Löwenmensch und mehr. Die Ausgrabungen 2008–2013 in den altsteinzeitlichen Schichten der Stadel-Höhle im Hohlenstein (Lonetal), Gemeinde Asselfingen, Alb-Donau-Kreis. Hrsg.: Kind, Claus-Joachim. 2019. 206 S. 122 fb. Abb., 129 Abb. 30 x 21 cm. EUR 35,00. ISBN: 978-3-95490-409-9 L, Reichert
Der Hohlenstein im Lonetal gehört zu einer Gruppe von Höhlen auf der Schwäbischen Alb, aus denen die ältesten bekannten Belege figürlicher Kunst der Menschheitsgeschichte stammen und die seit 2017 UNESCO-Weltkulturerbe sind. Bekannt wurde er vor allem durch den „Löwenmenschen“ – eine einzigartige, aus Mammutelfenbein geschnitzte Darstellung eines Mischwesens aus der Zeit vor etwa 35.000 bis 40.000 Jahren. Zwischen 2008 und 2013 wurden neue Ausgrabungen am Hohlenstein durchgeführt. Überraschend kamen dabei auch weitere Fragmente der Figur des Löwenmenschen zutage.
Von Stadtmauern und Salbtöpfen. Archäologie zur Siedlungs- und Apothekengeschichte in Biberach. Schmid, Beate; Kulessa, Birgit. 2019. 419 S. 127 fb. Abb., 18 Abb. 30 x 21 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-95490-389-4 L, Reichert
Die Stadt Biberach bewahrte über Jahrhunderte eine weitgehend ungestörte mittelalterliche Altstadt mit einem beachtlichen Bestand an spätmittelalterlicher Bausubstanz. In der vorliegenden Publikation werden die Ergebnisse von zwei Untersuchungen vorgestellt, die unter völlig unterschiedlichen Fragestellungen und an gegensätzlichen Standorten im mittelalterlichen Stadtgefüge durchgeführt wurden. Die Untersuchung auf dem Viehmarktplatz galt primär der Frage nach dem Siedlungsbeginn und der Siedlungsentwicklung in Stadtrandlage und damit verbunden auch nach Verlauf, Art und Stärke der ersten Stadtbefestigung. Durch die Vorlage sowie die Interpretation des Fundmaterials wird ein Bild vom Alltagsleben in einer mittelalterlichen Stadt vermittelt. Bei der Untersuchung des Gebäudes Marktplatz 7 stand die Baugeschichte und die Nutzung eines Patrizierhauses in zentraler Lage zwischen Kirche und Markt im Vordergrund. Der Beitrag thematisiert weniger strukturelle Fragen der städtischen Entwicklung, sondern erhellt vielmehr die wechselvolle Hausgeschichte eines spätmittelalterlichen Bürgerhauses. Schwerpunkt der Betrachtung ist die Beurteilung und Interpretation eines umfangreichen Fundspektrums, das Rückschlüsse auf die Bewohner des Gebäudes erlaubt. So kann nachgewiesen werden, dass das Haus über einen gewissen Zeitraum von einem Apotheker genutzt wurde, und das Fundmaterial vermittelt einen Eindruck von der Praxis dieses Berufs. Weitere Funde ermöglichen Rückschlüsse auf unterschiedliche Lebensbereiche eines Haushalts und auf den Wandel seiner Sachkultur über Jahrhunderte.
Shepheard`s of Cairo. The Birth of the Oriental Grand Hotel. Menschen – Reisen – Forschungen (5). Ibrahim, Tarek. 2019. 120 S. 63 fb. Abb., 52 Abb. 27 x 21 cm. Engl. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-368-9 L, Reichert
Few buildings reflect the waxing and waning of European influence in Egypt during the 19th and 20th centuries as profoundly as Shepheard`s Hotel in Cairo. Prior to its total destruction during the infamous “Black Saturday” riots of January 1952, the building was a potent symbol of the problematic relationship between native and foreigner, Orient and Occident, colonized and colonizer. Initially the site of Napoleon`s headquarters during his ill-fated Egyptian campaign, over the following 150 years, successive expansions and reconstructions transformed the humble lodge into one of the most glamorous and legendary hotels in the world. Hardly a single important political, social or artistic figure that passed through Cairo failed to stay and make an appearance at the hotel.
Until recently, a scholarly analysis and documentation on the architecture of Shepheard’s Hotel has been cursory at best due the near total absence of primary visual material. Thanks to a spectacular discovery at Grünsberg Castle near Nuremberg, Germany, primary visual material of the building - including original floor plans, correspondence, sketches and photographs - has come to light. The design of the hotel can now be correctly attributed to the previously unknown German architect Johann Adam Rennebaum (1858-1937) who lived and worked in Egypt for more than 50 years. This cache, combined with material from numerous archives in Egypt, Europe and North America, allows for the first comprehensive survey on the art, architecture and design of the legendary lost hotel.
More than merely lodging, Shepheard`s made design a destination and allowed visitors to step through the looking glass into a fantastic recreation of the wonders along the banks of the Nile, quickly becoming an essential part of the grand tour in Egypt for well-heeled travelers of the late 19th and early 20th centuries.
Goethe in Wiesbaden 1814 und 1815. Band I: Tageschronik. Tagebucheinträge, Briefe, Gedichte, Gesprächsaufzeichnungen, Rechnungen / Band II: Briefwechsel / Band III: Begegnungen und besuchte Stätten. Hrsg.: Stahmer, Carsten. 1436 S. 75 fb. Abb., 229 Abb. 24 x 17 cm. 3 Bd. im Schuber,. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2019 EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-378-8 L, Reichert
Das Reisen nahm in Goethes Leben einen besonderen Stellenwert ein. Dazu gehörten auch Fahrten in verschiedene Kurorte, um sich von den gesundheitlichen Problemen, die ihn Zeit seines Lebens plagten, zu erholen. Neben der körperlichen Genesung stand bei diesen Reisen jedoch stets auch die geistige Erfrischung und Erneuerung im Vordergrund. In den Sommermonaten der Jahre 1814 und 1815 hielt er sich zur Kur in Wiesbaden auf, um hier sowohl das heilbringende Wasser als auch das gesellschaftliche Badeleben zu genießen.
Diese beiden Kuraufenthalte werden in dieser Dokumentation aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: Der ersten Band zeigt die persönliche Perspektive Goethes. Eine Chronik seiner täglichen Aktivitäten auf Grundlage von Tagebüchern gibt dem Leser einen ganz privaten Einblick in sein Alltagsleben in Wiesbaden.
Goethe machte in der Kurstadt die Bekanntschaft zahlreicher Menschen; er korrespondierte von dort mit Freunden und Bekannten aus der Weimarer und Jenaer Gegend. Die persönliche Perspektive wird somit im zweiten Band durch den Blick von und auf seine Briefpartner ergänzt und zeigt Goethe als regen Dialogpartner.
Der dritte Band beschreibt die gesellschaftlichen Kreise, in denen Goethe sich bewegte, und geht aus zeitgenössischer Sicht auf die Stätten ein, die er in Wiesbaden und Umgebung besuchte. Dieser Blickwinkel wird abschließend durch einen Epilog zu den Spuren Goethes im heutigen Wiesbaden ergänzt.
Zahlreiche historische Dokumente, die zum Teil erstmals veröffentlicht werden, und eine reiche Bebilderung machen dieses von Carsten Stahmer in Zusammenarbeit mit einem Team von Expertinnen und Experten herausgegebene Werk zu einer besonderen und spannenden Lektüre für jeden Goethe-Interessierten.
 Rezension lesen
Götterabbildungen im Westen des Römischen Reiches – Imagens de divindades no Ocidente do Império romano. Iberia Archäologica (20). Hrsg.: Schattner, Thomas G.; Guerra, Amílcar. Das Antlitz der Götter – O rosto das divindades. 2019. 332 S. 223 Abb., 18 fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-423-5 L, Reichert
Götterdarstellungen finden im Vergleich zu italischen, punischen oder gar griechischen Mittelmeer-Anrainern vergleichsweise spät und zögerlich Eingang in die Bildwelt der Hispaniae. Tatsächlich erscheinen sie allenthalben erst in der römischen Kaiserzeit, da die römischen Götter in Statue und Relief als Denkmäler das provinzielle Panorama beherrschen. Neben diesen Darstellungen aus dem griechisch-römischen Repertoire lassen sich jedoch schon früh formale Ausprägungen in der Plastik beobachten, die teils auf ostmediterrane orientalische und griechisch-römische Vorbilder zurückgehen, die aber andererseits durch eigene Traditionen bestimmte Rezeption widerspiegeln. Diese beiden Komponenten lassen sich bis in die Mittlere Kaiserzeit fassen, da die Tendenz zur Vereinheitlichung und Konvergenz als eine Auswirkung der Romanisierung Platz greift. Die verschiedenen Aspekte sind in den Beiträgen dieses Sammelbandes besprochen und diskutiert, der die Akten eines Kolloquiums im nordportugiesischen Boticas zum Thema enthält. Diese stammen aus der Feder von 17 Autoren internationaler Herkunft. Die Gliederung des Bandes ist am griechischen wie am römischen Götterbild orientiert, an den Schriftquellen wie an den Verhältnissen in anderen Provinzen des Römischen Reiches, wie etwa an den Rheinprovinzen, die als Vergleich gelten können. Im Mittelpunkt steht jedoch das Götterbild der Hispaniae, wie es in spät-iberischen und provinzialrömischen Denkmälern vor uns tritt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem hispanischen Nordwesten und Westen, da diese Regionen als letzte von der Verbreitung des römischen Formenguts erfaßt werden, so daß die Fortdauer des Indigenen sich deutlicher zeigt als anderswo. Damit leistet die Abteilung Madrid einen Beitrag zur Heiligtumforschung, die am Deutschen Archäologischen Institut (DAI) traditionell eine bedeutende Rolle spielt.
Vom 10. bis zum 14. Jahrhundert, Anhang: Die illuminierten Handschriften englischer und spanischer Herkunft. Teil 1: Katalog der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek in München (7). Bauer-Eberhardt, Ulrike. Die illuminierten Handschriften französischer Herkunft in der Bayerischen Staatsbibliothek. 2019. 676 S. 495 fb. Abb. 32 x 24 cm. 2 Bde im Schuber. EUR 348,00. ISBN: 978-3-95490-357-3 L, Reichert
Im Zuge der kunsthistorischen Bearbeitung der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München – bei der bereits von der Autorin alle italienischen Handschriften beschrieben und einem chronologischen und geographischen Muster unterworfen wurden – werden nun die französischen Handschriften mit Buchschmuck systematisch erfasst. Dabei beinhaltet der erste Teil mit Text- und Tafelband alle französischen Handschriften vom 10. bis zum 14. Jh. Im Anhang wird auch der Gesamtbestand der spanischen und englischen Handschriften vorgestellt, wobei gerade letztere mit ihrer Dekoration während des sog. Channel Style um 1200 engstens in den nordfranzösischem Stilformen verwachsen und teilweise sogar nur durch andere Kriterien von jenen zu trennen sind. Ein herausragendes Beispiel englischer Buchkunst ist der berühmte, im 1. Drittel des 13. Jhs. in Oxford ausgestattete Goldene Münchener Psalter.
Ursprung und FrĂĽhzeit des Heraion von Samos. Teil 1: Topographie, Architektur und Geschichte. Walter, Hans; Clemente, Angelika; Niemeier, Wolf-Dietrich. 2019. 356 S. 9 fb. Abb., 420 Abb. 34 x 24 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-399-3 L, Reichert
Ernst Buschor, langjähriger Ausgräber des Heraion auf Samos, hat 1959 festgestellt: »Wohl kein anderes großes griechisches Heiligtum kann in so geschlossenem, anschaulichem Bild von seinen frühen Jahrhunderten bis in die späten verfolgt werden wie dieses, und von keinem anderen Fundort hat die altionische Baukunst so bedeutendes Licht empfangen«. Es war Buschors großes wissenschaftliches Verdienst, die Frühzeit dieses Heiligtums zu entdecken, mit den Hekatompedoi I und II, ›hundertfüßigen‹ Tempelbauten, die den beiden Riesentempeln Dipteros I und II vorausgingen, und sechs bis ca. 1000 v. Chr. zurückreichenden Steinaltären, die unter dem gegen die Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. erbauten und mit Dipteros I zu verbindenden Großen Altar zutage kamen. Der Verlust von Fundmaterial und Grabungsdokumentation im Zweiten Weltkrieg verhinderte die endgültige Publikation dieser wichtigen Grabungen. Hauptziel der nach dem Zweiten Weltkrieg von Buschor wiederaufgenommenen Grabungen war es, zunächst die Bauten und Anlagen innerhalb des vor dem Krieg ergrabenen Bereichs erneut zu untersuchen, die verlorenen Befunde wiederzugewinnen und zu veröffentlichen. Nach Buschors Tod 1961 untersuchte Hans Walter mit Angelika Clemente als Architektin noch einmal den Kernbereich des frühen Heiligtums, die frühen Altäre und die Hekatompedoi I und II. Walters Weggang 1965 von Samos um den neu gegründeten Lehrstuhl für Klassische Archäologie an der Universität Salzburg zu übernehmen und die Ausgrabungen auf dem Kolonna-Hügel auf Ägina wieder aufzunehmen, führte zu einer großen Verzögerung der endgültigen Publikation der Grabungen der Jahre 1957 bis 1964 im samischen Heraion und – damit verbunden – zu Unsicherheiten in Hinsicht auf Datierung und Gestalt der frühen Bauten im Heiligtum und zu kontroversen Diskussionen um sie. Der vorliegende Band, in dem grundlegend die Topographie, Architektur und Geschichte des frühen Heraion von der ›minoischen Thalassokratie‹ über die mykenische Expansion, die ›Ionische Wanderung‹, den großen Aufschwung des Heiligtums im 7. Jh. v. Chr. mit den ersten Tempelbauten und zahlreichen Weihegaben aus Ägypten und dem Vorderen Orient bis in die Zeit der Errichtung des ersten Großtempels, Dipteros I, in der ersten Hälfte des 6. Jhs. v. Chr. dargestellt und in den geographischen Rahmen der gleichzeitigen Entwicklungen auf den Inseln der Südost-Ägäis und an der Westküste Kleinasiens gestellt wird, schließt daher eine wichtige Lücke in der Samos-Reihe.
Ingelheim von der Steinzeit bis zur Gegenwart. GeiĂźler, Hartmut. 240 S. 128 fb., 33 sw. Abb. 24 x 17 cm. Gb. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2019. EUR 16,90. ISBN: 978-3-95490-186-9 L, Reichert
Jahrtausende schon währt die wechselhafte Geschichte Ingelheims, das durch den Rhein und sein mildes Klima bereits in FrĂĽh-, Römer- und Merowingerzeit besiedelt wurde, Karl den GroĂźen zum Bau seines berühmten monumentalen Regierungspalastes anregte und sich in seiner mittelalterlichen Blütezeit zum höfischen und militärischen Zentrum der deutschen Kaiser und Könige erheben sollte. Auf Basis des vom Historischen Verein Ingelheims e. V. erarbeiteten umfangreichen Materials legt der Historiker und Ingelheimkenner Hartmut GeiĂźler einen aktuellen Abriss der Stadtgeschichte vor, der von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert reicht. Der Leser wird auf eine gut recherchierte, quellen- und bilderreiche Zeitreise entfĂĽhrt, die dem Laien, dem historischen Kenner und allen an Ingelheim Interessierten ein anschauliches Bild dieser kleinen Stadt und ihrer groĂźen Geschichte zu vermitteln vermag.
Zum ersten Mal seit 1964 hat sich wieder ein Autor an die schwierige Aufgabe gemacht, eine umfassende Geschichte der Kreisstadt Ingelheim am Rhein zu verfassen und mit reichem Bildmaterial zu veranschaulichen. Hartmut Geißler, geb. 1941, war nach seinem Studium in Mainz und Wien Gymnasiallehrer für Latein, Geschichte und Politik und hat sich seit seiner Pensionierung ganz der Erforschung und Darstellung der Geschichte Ingelheims verschrieben. Er arbeitet auch als Ingelheimer Gästeführer.
Als Vorstandsmitglied im Historischen Verein Ingelheim e.V. verfasst und betreut er seit 2005 die mittlerweile ca. 800 Webseiten zur Ingelheimer Geschichte (www.ingelheimergeschichte.de). Dabei stützt er sich ebenso auf die reichhaltige bisherige Literatur wie auf die neuesten Erkenntnisse der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim und in einigen Bereichen zusätzlich auf eigene Forschungsergebnisse (früh- und hochmittelalterliche Pfalzgeschichte, Spätmittelalter, Ingelheimer Adel, Sebastian Münster, Ingelheimer „Saal“ in der Neuzeit, Ingelheimer Schulen im 19. Jahrhundert, Nationalsozialismus).
Im Auftrag der Forschungsstelle Kaiserpfalz hat er alle lateinischen Quellenstellen zur Ingelheimer Pfalzgeschichte gesammelt, übersetzt und historisch neu bewertet. Man kann ihn deswegen als einen fundierten Kenner der Ingelheimer Pfalzgeschichte bezeichnen, der die überlieferten lateinischen Pfalzerwähnungen auch in größeren lateinischen Zusammenhängen prüfen kann, was bisweilen die Geschichten über Ingelheim in einem etwas anderen Licht erscheinen lässt.
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Die Gartenanlagen. Madrider Beiträge (39). Arnold, Felix; Canto García, Alberto; Vallejo Triano, Antonio. Munyat ar-Rummaniya. 2019. 184 S. 59 Abb., 220 fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-407-5 L, Reichert
Bei der Genese des Gartens der europäischen Renaissance spielte die islamische Gartenkultur eine entscheidende Rolle. Umso mehr muss ĂĽberraschen, wie wenig bislang ĂĽber islamische Gärten des Mittelalters geforscht worden ist. Unsere Kenntnisse der islamischen Gartenbautradition beruht beinahe ausschlieĂźlich auf literarischen Quellen und historischen Abbildungen. Erst in jĂĽngster Zeit haben sich auch archäologische Projekte der Erforschung islamischer Gärten gewidmet. Der Landsitz ar-Rummānīya auĂźerhalb der Stadt CĂłrdoba (Spanien) bietet die Chance, einen Garten aus der BlĂĽtezeit der islamischen Kultur zu erforschen. Durch die wiederholte Ablagerung von Zerstörungsschutt angrenzender Bauten ist die ursprĂĽngliche Gartenoberfläche noch auf einer beachtlich groĂźen Fläche ungestört erhalten geblieben. Von 2013 bis 2014 war der Garten Gegenstand eines von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Forschungsprojektes, welches gemeinschaftlich von dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Conjunto ArqueolĂłgico de Madinat al-Zahra und der Universidad AutĂłnoma de Madrid durchgefĂĽhrt wurde. Erstmals konnten dabei Einblicke in die Gestaltung eines Gartens des 10. Jahrhunderts gewonnen werden. So wurde das System der Gartenbewässerung geklärt, von einem groĂźen Becken, das als Wasserreservoir diente bis zu Bewässerungskanälen und Drainagen fĂĽr die Hangmauern. Zentral fĂĽr die Untersuchung des Gartens waren botanischen Analysen, wobei neben der Bestimmung von GroĂźresten auch Pollenanalysen durchgefĂĽhrt wurden. Insbesondere Sedimente im Bewässerungskanal geben Aufschluss ĂĽber den Artenreichtum, der ursprĂĽnglich im Garten und seiner Umgebung existierte. Die These einer Monokultur – etwa einer Olivenplantage – kann damit eindeutig widerlegt werden. Die Kombination unterschiedlicher Analyseverfahren erlaubt es, eine Reihe von Pflanzenarten dem Garten zuzuweisen, neben Olivenbäumen Mandel- und Granatapfelbäume sowie Weinreben, aber auch Myrte und Lavendel. Hinzu kommen Blumen und Kräuter wie Thymian, Lilien und Ringelblumen. Zudem wurde der bislang frĂĽheste Nachweis fĂĽr weiĂźe Maulbeerbäume auf der Iberischen Halbinsel erbracht, eine Voraussetzung fĂĽr die Entwicklung einer eigenständigen Produktion von Seide. Einen Eindruck vom Luxus des Lebens auf dem Landgut vermitteln die bei der Grabung gemachten Kleinfunde, darunter ein dekorierter Fingerhut fĂĽr Lederarbeiten und eine gelb glasierte Schale aus ägyptischer Produktion. Die Reparaturen an einer anderen Schale weisen einerseits auf die Wertschätzung qualitätvoller Keramik hin, andererseits den langsamen Verfall an der Wende zum 11. Jahrhundert, der einen Ersatz solcher Waren erschwerte. In dem vorliegenden Band werden die Ergebnisse des Projektes umfassend dargestellt und in einen kulturhistorischen Rahmen gestellt.
Göttinger Reihe (21); Die Deutschen Inschriften (105). Lampe, Jörg H. Die Inschriften des Altkreises Osterode. 2019. 376 S. 48 Tafeln, 148 Abb., 45 fb. Abb. 27 x 19 cm. EUR 62,00. ISBN: 978-3-95490-353-5 L, Reichert
Der Band enthält in 221 Nummern die Edition der bis zum Jahr 1650 entstandenen Inschriften des Altkreises Osterode. Neben Namen und Jahreszahlen stehen lange Programme mit umfangreicheren Texten. Aufgenommen sind außer den im Original erhaltenen Inschriften auch diejenigen, die nur noch in Abschriften oder Abbildungen vorliegen. Die bis zum Stichjahr entstandenen Graffiti der Einhornhöhle bei Scharzfeld werden im Anhang verzeichnet.
Osterode und das frühere Kloster Walkenried bilden zahlenmäßig die Schwerpunkte des Katalogs, die kleineren Vorkommen an Inschriften in weiteren 21 Orten enthalten daneben nicht minder interessante Einzelfälle. Die Untersuchung der Schrifteigentümlichkeiten erweitert die Kenntnis der Werkstätten von Steinmetzen, Glockengießern und Goldschmieden. Erstmals ediert werden die kurz vor der Reformation entstandenen Gewandsauminschriften des Retabels von Bartold Kastrop in St. Marien in Osterode. Die Analyse der Schrift und der Textquellen zeigt andererseits, dass das nur teilweise erhaltene Chorgestühl aus dem Kloster Pöhlde tatsächlich hochmittelalterlichen Ursprungs ist – was in der kunstgeschichtlichen Forschung vor einiger Zeit angezweifelt worden war. Walkenried wird durch seine Inschriften als mittelalterliches Kloster wie als Schule im 16. und 17. Jahrhundert lebendig. Als Grablege wurde es von Adeligen vom Hochmittelalter bis zu den Honsteiner Grafen in der Frühen Neuzeit geschätzt.
Inschriften auf der Kirchenausstattung dokumentieren Formen spätmittelalterlicher und reformationszeitlicher Frömmigkeit. Eine interessante Gruppe bilden die Inschriften auf mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Glocken. Grabinschriften zeigen das Repräsentationsstreben von regierenden Familien, Adeligen und Bürgern. Vielfältige Bezüge ergeben sich zu den bereits edierten Beständen der Nachbarlandkreise Göttingen (DI 76) und Northeim (DI 96).
Die Einleitung stellt Bezüge zwischen dem Inschriftenbestand und der Geschichte des Landkreises bzw. der bedeutendsten Standorte her und wertet die Inschriften unter mehreren Aspekten aus. Herzstück des Buches ist die Edition, d. h. die möglichst genaue Lesung und Wiedergabe der Texte unter Auflösung der Abkürzungen. Lateinische und niederdeutsche Texte werden übersetzt. Eine Beschreibung des Inschriftenträgers vermittelt einen Eindruck von dem Zusammenhang, in dem die Inschrift steht. Im Kommentar werden wichtige, die Inschrift, den Inschriftenträger oder die Überlieferungsgeschichte betreffende Fragestellungen erörtert. Zehn Register erschließen dem Leser die Katalogteile. Ein umfangreicher Tafelteil ergänzt die Editionen.
Damit werden reichhaltige Materialien der lokal- und regionalgeschichtlichen Forschung, aber auch für übergreifende Fragestellungen der Frömmigkeits-, Bildungs- und Mentalitätsgeschichte, für kunstgeschichtliche und philologische Untersuchungen z. B. zur Lexik des Niederdeutschen zur Verfügung gestellt.
Romania und Germania. Kulturelle und literarische Austauschprozesse in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft (22). (2018/2019): Hrsg.: Bastert, Bernd; Hartmann, Sieglinde; Zusammen mit Herz, Lina. Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft. 2019. 488 S. 11 fb. Abb., 2 Abb. 21 x 15 cm. EUR 69,00. " ISBN: 978-3-95490-376-4 L, Reichert
Literarische und kulturelle Austauschprozesse und Beziehungen zwischen der Romania und der Germania haben schon früh das Interesse der Forschung auf sich gezogen. Konzentriert hat man sich dabei insbesondere auf die zwischen der Mitte des 12. und des 13. Jahrhunderts konstatierbaren Einflüsse der höfischen Literatur und Kultur Frankreichs auf die kontemporäre Kultur und Literatur des deutschsprachigen Raumes. Sie sind mittlerweile eingehend untersucht und beschrieben worden, wobei neben einzelnen Werken auch praktisch alle Gattungen und Register in den Fokus gerieten. Weniger gut erschlossen sind hingegen die Wechselbeziehungen zwischen Romania und Germania in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, die ab dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts verstärkt wieder einsetzen. Die Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft legt nun einen Band vor, in dem die bislang oft verstreut erschienenen und an spezifischen Texten oder Konstellationen thematisierten Besonderheiten der Austauschprozesse zwischen Romania und Germania in Spätmittelalter und Früher Neuzeit in einem größeren Kontext untersucht und beschrieben werden. An Beispielen sprachlicher, medialer und kultureller Transformationen werden Themenfelder einer Aufarbeitung und Bilanzierung dieser Beziehungen abgesteckt. Analysiert werden sowohl deutsche Adaptionen französischer Texte aus dem weltlichen und dem geistlichen Stoffbereich (z.B. Rappoltsteiner Parzifal, Fierrabras, Kaiser Octavian, Magelone, Amadis, Geschichtsklitterung, Pilgerfahrt des träumenden Mönchs) als auch die Rezeption deutschsprachiger Werke in der Romania (mystische Texte Meister Eckarts, Taulers und Seuses). Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Untersuchung kultureller und medialer Austauschprozesse.
Den Herausgebern ist es gelungen, vieler jener Fachleute, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema eines kulturellen, literarischen und medialen Austausches zwischen Romania und Germania in Spätmittelalter und Früher Neuzeit befassen, zur Mitarbeit zu gewinnen.
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