KunstbuchAnzeiger - Kunst, Architektur, Fotografie, Design Anzeige Verlag Langewiesche K√∂nigstein | Blaue B√ľcher
[Home] [Titel-Datenbank] [Druckansicht]
Themen
Recherche
Service

Titel-Datenbank

[zurück]

Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
< zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | vor>
 
Walburg, Reinhold: Coins and Tokens from Ancient Ceylon. Ancient Ruhuna. Sri Lanka-German Archaeological Project in the Southern Province. Vol. 2. Ed. by H.-J. Weisshaar, S. Dissanayake and W. Wijeyapala. 2008. 412 S., 266 sw. Abb. 29 x 19 cm. (Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen 5) Gb EUR 79,00 ISBN: 3-89500-645-9 L, Reichert
Coins are a principal source to elucidate both the pattern of trade between Sri Lanka and the western world in late antiquity and the island’s monetary and economic history. The study first and foremost critically compiles and annotates the finds of Late Roman, ancient Indian and local coins discovered in Sri Lanka.
Heckendorf, Renate: "Bubalin" und "Bovidien" in S√ľdmarokko. Kontext, Klassifikation und Chronologie der Felsbilder im mittleren Draa-Tal. 2008. 332 S., 105 Abb., CD-Rom 29 x 19 cm. (Forschungen zur Arch√§ologie Au√üereurop√§ischer Kulturen 6) Gb EUR 69,00 ISBN: 3-89500-646-7 L, Reichert
Das Buch untersucht prähistorische Felsbilder (Petroglyphen) aus dem nördlichen Grenzsaum der Sahara, zwischen westlichem Anti-Atlas, Dschebel Bani und Wadi Draa. Die kulturgeschichtliche Auswertung der vorgestellten Quellen betrifft hauptsächlich Fragen ihrer Klassifikation, ihres Kontextes und ihrer Chronologie. Sie werden mit Bezug auf die Kulturgeschichte sowie die Klimaentwicklung, die Geographie und die Ethnographie des mittleren Draa-Tales erörtert. Die der Arbeit zugrunde liegenden Quellen wurden im Rahmen eigener Feldforschungen der Verfasserin systematisch aufgenommen.
This book deals with prehistoric rock art (petroglyphs) from the northern fringe of the Sahara, or more precisely from the area situated between the Western Anti-Atlas, the Jebel Bani and the Wadi Draa. In the main, the historico-cultural analysis of the rock engravings that are presented, mostly for the first time, concerns problems related to their classification, context and chronology. These issues are discussed with regard to the history of civilization, as well as with reference to climatic change and to the geography and the ethnography of the mid valley of Wadi Draa. In the course of several preliminary surveys in South Morocco, the author has methodically recorded the archaeological sources that form the basis of the investigation.
Ruhr Museum. Katalog der etruskischen und italischen Antiken. [Essen] Mit einigen St√ľcken aus dem Museum Folkwang Essen. Hrsg.: Boschung, Dietrich /Tr√ľmpler, Charlotte. 2008. 120 S., 173 Abb. 24 x 17 cm. Gb EUR 49,00 ISBN: 3-89500-627-0 L, Reichert
Der vorgelegte Band zu den etruskischen und italischen Antiken im Ruhr Museum und einigen St√ľcken aus dem Museum Folkwang in Essen erschlie√üt in vollst√§ndiger Form die etwa 200 Objekte umfassenden Best√§nde der V√∂lkerschaften des vorr√∂mischen Italien. Es handelt sich dabei v. a. um typische und eher unaufwendige Objekte des t√§glichen Lebens wie Keramik, Gewandfibeln, Votivstatuetten, Spinnwirtel, Rasiermesser, bronzene Ger√§te oder Waffen und Schmuck. Die Sammlung war partiell bereits bekannt, doch beschr√§nkte sich diese Kenntnis weitgehend auf die Best√§nde aus Keramik. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Arch√§ologischen Institutes K√∂ln und des Ruhr Museums wurde sie nun in Beteiligung von Studenten vollst√§ndig aufgenommen und wissenschaftlich bearbeitet.
Der gr√∂√üte Teil der etruskischen Objekte stammt aus der urspr√ľnglich zu Lehr- und Forschungszwecken dienenden Sammlung des Stra√üburger Arch√§ologen Robert Forrer, die 1913 mit finanzieller Unterst√ľtzung durch Gustav von Bohlen und Halbach angekauft werden konnte.
The present volume presents the about 200 objects of the Etruscans and other Italic cultures in the Ruhr Museum and some objects of the Museum Folkwang at Essen in a complete manner. The objects basically consist of typical and simple objects of daily use such as pottery, fibulae, votive statuettes, spindle whorls, razors or bronze utensils, weapons, and jewellery.
So far only the group of pottery objects? has been published. Now, within a seminar by the Archaeological Institute of the University of Cologne and the Ruhr Museum, the whole collection has been revised in cooperation with students of the University of Cologne.
The major part of the collection, formerly possessed by the Archaeologist Robert Forrer at Strasbourg, has been bought for the museum in the year 1913, kindly supported by Gustav von Bohlen and Halbach.
Jahrbuch der Ernst-Herzfeld-Gesellschaft e.V. Band 1 - Bericht √ľber die Tagungen in Bamberg vom 1. bis 2. Juli 2005 und in Bonn vom 7. bis 8. Juli 2006. Hrsg. v.Ernst-Herzfeld-Gellschaft e.V. 2008. 214 S., 99 sw. Abb., 6 Zeichn. u. 25 Ktn /Pl√§ne 24 x 17 cm. (Beitr√§ge zur islamischen Kunst und Arch√§ologie 1) Pb EUR 59,00 ISBN: 3-89500-648-3 L, Reichert
Volume 1 of the ‚ÄěContributions to Islamic Art History and Archaeology‚Äú presents a part of the papers from the first two colloquies of the Ernst Herzfeld-Society, 2005 and 2006. They include research based on fieldwork and work relating to art history, epigraphy, and literature. The chronological scope reaches from the early Islamic to the modern period, the geographical range from Andalusia as far as China.
Der erste Band der ‚ÄěBeitr√§ge zur islamischen Kunst und Arch√§ologie‚Äú enth√§lt Vortr√§ge der Tagungen der Ernst-Herzfeld-Gesellschaft, die in Bamberg im Juli 2005 und in Bonn im Juli 2006 gehalten wurden. Er publiziert Forschungsergebnisse, die auf Feldarbeiten basieren, aber auch literarische, epigraphische und kunsthistorische Betrachtungen. Die Beitr√§ge umfassen die Zeitspanne von der Fr√ľhzeit des Islam bis in die Neuzeit und werfen Streiflichter auf die Rezeptionen islamischen Formengutes im 19. und 20. Jahrhundert. Der geographische Rahmen erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach China. Fundst√ľcke in abendl√§ndischen Museen und architektonische Zeugnisse von Bauformen der islamischen Welt im Eklektizismus Europas geh√∂ren gleicherma√üen dazu wie die Kulturkreise Vorder- und Mittelasiens.
Iran und iranisch geprägte Kulturen. Studien zum 65. Geburtstag von Bert G. Fragner. Hrsg. v. Ritter, Markus /Kauz, Ralph /Hoffmann, Birgitt . 2008. 476 S., 18 sw. Abb. 24 x 17 cm. (Beitr. z. Iranistik Band 27) Gb EUR 110,00 ISBN: 3-89500-607-6 L, Reichert
From ancient times, 'Iranianate' cultures and the Persian language had a significant role beyond the borders of Iran: in the lands of the Near & Middle East, Central Asia as far as China and India. The book collects novel contributions within five chapters focussed on the Islamic periods. Creating a unique multi-disciplinary panorama, 39 scholars from twelve countries deal with individual themes from history and historiography, the history of literature and language, cultural and religious history, art history and the history of culinary culture.
Iranisch gepr√§gte Kulturen und die persische Sprache waren seit alters her √ľber Iran hinaus f√ľr Vorderasien und Zentralasien bis China und Indien von Bedeutung. Das Buch b√ľndelt in f√ľnf Kapiteln, deren Schwerpunkt die islamische Zeit bildet, neue Beitr√§ge zu einem multidisziplin√§ren Panorama. 39 Wissenschaftler aus zw√∂lf L√§ndern widmen sich unterschiedlichen Themen der Geschichte und Historiographie, Literatur- und Sprachgeschichte, Kultur- und Religionsgeschichte, Kunstgeschichte und Geschichte der Kulinarik.
Dr. Arnold Nöldeke, Briefe aus Uruk-Warka 1931-1939. Hrsg. v. Ess, Margarete van /Weber-Nöldeke, Elisabeth. 348 S., 85 Abb. 24 x 17 cm. Gb. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2008. EUR 49,00 ISBN: 3-89500-485-5 L, Reichert
 Rezension lesen
Annemarie Stauffer. Antike Musterbl√§tter. Wirkkartons aus dem sp√§tantiken und fr√ľhbyzantinischen √Ągypten. Sp√§tantike ¬∑ Fr√ľhes Christentum ¬∑ Byzanz. Reihe A: Grundlagen und Monumente. Band 5248 S, 225 sw. u. 108 fb Abb., 31 Strichzeichnungen. 4 ¬į, Gb., EUR 138,00 ISBN: 978-3-89500-584-8 L, Reichert
Die Frage nach antiken Mustervorlagen und damit verbunden die Frage nach antiker Werkstattorganisation hat Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in den vergangenen Jahren intensiv besch√§ftigt. Durch ihre Forschungen zur sp√§tantiken Textilgeschichte stie√ü Annemarie Stauffer vor einigen Jahren auf Papyrusillustrationen aus √Ągypten, die augenscheinlich als Vorlagen in der Textilherstellung gedient haben. Im Rahmen einer interdisziplin√§r angelegten Forschungsarbeit wurden die Best√§nde s√§mtlicher namhafter europ√§ischer und au√üereurop√§ischer Papyrussammlungen systematisch nach solchen Vorlagen f√ľr Weber durchsucht. √úber hundert erhaltene Beispiele konnten dabei wissenschaftlich erfasst werden.
Die gro√üe Zahl der erhaltenen Mustervorlagen erlaubte es, diese nach gemeinsamen Merkmalen zu befragen und die Vorlagen originalen sp√§tantiken und fr√ľhbyzantinischen Textilien gegen√ľber zu stellen. Aus der Besch√§ftigung mit dem reichhaltigen Material ergeben sich √ľberraschende und klare Einblicke in den antiken Werkstattbetrieb sowie vielf√§ltige Hinweise dazu wie Vorlagen in den Webateliers umgesetzt wurden, wie genau die Weber sich an die Vorlagen hielten bzw. wie weit sie sich die Freiheit f√ľr eigene Gestaltungsm√∂glichkeiten nahmen.
Im ersten Teil der Publikation werden die klar fassbaren Charakteristika der Musterkartons f√ľr Wirker vorgestellt, die Vorlagen selbst gegen andere Gruppen sp√§tantiker Papyrusillustrationen abgegrenzt, die Arbeitsweise mit solchen Vorlagen erl√§utert und Fragen des k√ľnstlerischen Umgangs mit derartigen Vorgaben diskutiert.
Es schlie√üt sich ein ausf√ľhrlicher vergleichender Katalog der behandelten Mustervorlagen auf Papyrus an, in dem alle Beispiele in Schwarz-Wei√ü und Farbe abgebildet werden. Erstmals werden die Vorlagen zeitgleichen Textilien gegen√ľbergestellt. Dadurch wird die Art und Weise, wie solche Vorlagen ins textile Medium umgesetzt wurden, augenf√§llig und leicht nachvollziehbar. Ein Tafelteil mit 48 Farbtafeln erg√§nzt den wissenschaftlichen Katalog.
Das in der Publikation erstmalig in dieser Weise vorgef√ľhrte Material wirft neues Licht auf den Umgang mit Vorlagen nicht nur im Bereich der Textilkunst, sondern auch in anderen kunsthandwerklichen Bereichen wie der Mosaikkunst, Bauplastik und Kleinkunst. Die Publikation richtet sich deshalb nicht nur an Textilhistoriker, sondern an einen breiten Kreis von Altertumsforschern, Arch√§ologen, Papyrologen und Kunsthistorikern.
Bankettgeb√§ude in griechischen Heiligt√ľmern. Von Christina Leypold. 2008. 8¬į. 368 S., 69 s/w-Abb., 138 Strichzeichnungen, geb., EUR 82,00 ISBN: 978-3-89500-582-4 L, Reichert
Das Bankett im Heiligtum bildete in der griechischen Antike einen zentralen Bestandteil der Kultfeste: Der Verzehr des Opferfleisches bedeutete f√ľr die ganze B√ľrgerschaft einer Polis den besonderen und keineswegs allt√§glichen Genuss einer reichlichen Fleischmahlzeit.
In der Regel schmauste und feierte die Festgemeinschaft nach dem Opferritual unter freiem Himmel oder in tempor√§r errichteten Zelten und H√ľtten. Einige Heiligt√ľmer besa√üen jedoch eine besondere Ausstattung: Geb√§ude, die eigens f√ľr die sakralen Bankette errichtet worden waren und in welchen eine auserw√§hlte Personengruppe abgesondert vom turbulenten Fest tafelte.
Die Monographie erfasst das Thema sakraler Speisebauten erstmals in seiner Gesamtheit und liefert neue Grundlagenforschung zur architektonischen Ausstattung griechischer Heiligt√ľmer und ihrem vielschichtigen funktionalen Kontext: Woran kann man einen solchen Bankettbau auch bei schlechtem Erhaltungszustand erkennen? Welche Stellung nahmen diese Speisebauten innerhalb der Sakralarchitektur ein? Welche Bedeutung kam ihnen bei den G√∂tterfesten zu? Und welche Personen genossen das Privileg, ihr Kultmahl in diesem besonderen architektonischen Rahmen einzunehmen? Christina Leypold geht diesen vielf√§ltigen Fragen in einer minuti√∂sen und dennoch anschaulichen Analyse von Grund auf nach: Bisherige Vorgehensweisen bei der Identifizierung architektonischer Reste als sakrale Bankettr√§umlichkeiten werden auf den Pr√ľfstand gestellt und klare Kriterien zur Funktionsbestimmung neuer arch√§ologischer Befunde erarbeitet. Auf der Basis einer umfassenden Materialvorlage, die Speisebauten aus dem Zeitraum vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis in hellenistische Zeit einschlie√üt, wird die erstaunliche architektonische Vielfalt dieser Geb√§udegattung pr√§sentiert, in welcher sich gleicherma√üen funktionale Anspr√ľche und lokalspezifische Besonderheiten niederschlagen. Dem Leser erschlie√üt sich, inwiefern bauliche Elemente speziell f√ľr die sakralen Speiseanlagen entwickelt wurden und in welchem konkreten Zusammenhang sie mit ihrer Nutzung standen. Leypold richtet den Fokus insbesondere auch auf den bislang kaum bekannten kultischen Kontext der Bauten, wobei sie neue methodische Wege geht: Die Plazierung der Bankettgeb√§ude im Heiligtumsareal wird als Indikator nicht nur f√ľr ihren r√§umlichen, sondern auch f√ľr ihren funktionalen Bezug zum Kultgeschehen ausgewertet, was erm√∂glicht, zwischen verschiedenartigen Speiseanl√§ssen zu differenzieren.
Indem die Autorin die Erkenntnisse aus ihrer Analyse mit den Informationen literarischer und epigraphischer Zeugnisse zusammenf√ľhrt, macht sie die potentiellen Nutzer der Bankettrr√§ume ausfindig und erhellt entscheidend die Bedeutung der Bankettr√§ume als Bestandteil der Heiligtumsinfrastruktur.
Beitr√§ge zur islamischen Kunst und Arch√§ologie. Jahrbuch der Ernst-Herzfeld-Gesellschaft, Band 1. Bericht √ľber die Tagungen in Bamberg vom 1. bis 2. Juli 2005 und in Bonn vom 7. bis 8. Juli 2006. Hrsg. Ernst-Herzfeld-Gesellschaft. 2008. 8¬į. 214 S., 99 s/w-Abb., 6 Zeichnungen und 25 Karten/Pl√§ne, kart., EUR 59,00 ISBN: 978-3-89500-648-7 L, Reichert
Der erste Band der Beitr√§ge zur islamischen Kunst und Arch√§ologie enth√§lt Vortr√§ge der Tagungen der Ernst-Herzfeld-Gesellschaft, die in Bamberg im Juli 2005 und in Bonn im Juli 2006 gehalten wurden. Beide Tagungen zeigen die thematische Vielfalt und die geographische Spannbreite der vorgestellten Beitr√§ge sowie das Spektrum des Programms f√ľr kunsthistorische und arch√§ologische Forschungen, das f√ľr die publizierten Arbeiten der Ernst-Herzfeld-Gesellschaft richtungsgebend ist.
Ein wichtiger Aspekt der Beiträge zur islamischen Kunst und Archäologie besteht darin, dem Nachwuchs in den Fächern Kunstgeschichte, Archäologie und Bauforschung der islamischen Welt eine Plattform zu geben, die einen angemessenen Publikationsrahmen gewährleistet, und gleichzeitig Autoren in verschiedenen Sprachen zu Wort kommen zu lassen. Neue Forschungsergebnisse werden auf internationaler Ebene publiziert und tragen maßgeblich zur Kenntnis der islamischen Kultur und deren Rezeption in Europa bei. Regelmäßig stattfindende Kolloquien bieten weitere Diskussionsforen und runden das Programm ab.
Die erste Ausgabe des Jahrbuches publiziert Forschungsergebnisse, die auf den Feldarbeiten der Autoren basieren, aber auch literarische, epigraphische und kunsthistorische Betrachtungen. Die Beitr√§ge umfassen die Zeitspanne von der Fr√ľhzeit des Islam bis in die Neuzeit und werfen Streiflichter auf die Rezeptionen islamischen Formengutes im 19. und 20. Jahrhundert. Der geographische Rahmen erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach China.
Fundst√ľcke in abendl√§ndischen Museen und architektonische Zeugnisse von Bauformen der islamischen Welt im Eklektizismus Europas geh√∂ren gleicherma√üen dazu wie die Kulturkreise Vorder- und Mittelasiens.
Als Inaugurationsschrift enth√§lt der Band Biographisches sowie W√ľrdigungen der wissenschaftlichen und k√ľnstlerischen Arbeit Ernst Herzfelds, des Namenspatrons der Gesellschaft.
Aktuelle Ausgrabungsergebnisse werden genauso ber√ľcksichtigt wie Studien an Objekten aus √∂ffentlichen und privaten Sammlungen, gelegentlichen Stellungnahmen zu anderen Schriften der Fachgebiete runden den Band ab.
So diskutieren die Berichte des ersten Kolloquiums Funde, die Ernst Herzfeld in Samarra gemacht hat, epigraphisches Material einer Moschee in China, indische Architektur aus Delhi, aber auch neue Erkenntnisse an spanischen Bauten sowie Grabungsresultate aus Syrien. Weitere Beiträge befassen sich mit der Verwendung islamischer Dekorations- und Architekturformen in den Bauten König Ludwigs II. von Bayern und mit islamischer Kunst in deutschen Sammlungen.
Das Repertoire des zweiten Kolloquiums stellt Neues aus Spanien, Indien und Iran vor. Eine Abhandlung √ľber die √Ąsthetik der islamischen Kunst zeigt deren Einfluss auf die europ√§ische Kunst des 19. Jahrhunderts und besch√§ftigt sich mit Rezeptionsfragen
Der islamische Palast auf der Alcazaba von Almer√≠a.Von Felix Arnold. mit Beitr√§gen von Lorenzo Cara Barrionuevo, Patrice Cressier und Natascha Kubisch. Madrider Beitr√§ge, Band 30. 2008. 4¬į. 352 S., 93 s/w-Abb., 17 Tabellen, weitere 183 s/w-Abb. auf 46 Tafeln, 12 Faltkarten, Ln., EUR 110, ISBN: 978-3-89500-587-9 L, Reichert
Muhammad al-Mutasim, Herrscher √ľber die Stadt Almer√≠a, hatte einen Traum: Auf seiner Burg sollten ihm seine Architekten eine Gartenvilla anlegen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1091 entstand auf dem Burgberg ‚Äď der so genannten Alcazaba von Almer√≠a ‚Äď eine eigenwillige Synthese aus milit√§rischer Festung, b√ľrgerlichem Stadthaus und luxuri√∂sem Lustschloss. Der Geograph al-Udhri, der den Palast noch zu Lebzeiten des Erbauers besuchte, schw√§rmte von seinem Obstgarten, dem aufwendigen Bew√§sserungssystem und einem Saal, dessen Fenster einen Ausblick auf die Stadt und den Hafen von Almer√≠a gew√§hrten.
Viel ist von der Palastanlage des al-Mutasim nicht erhalten geblieben. Nach der Reconquista zerst√∂rte im Jahr 1522 ein gewaltiges Erdbeben nicht nur die gesamte Stadt Almer√≠a, sondern auch den Palast. Erst eine arch√§ologische Grabung f√∂rderte in den Jahren 940 bis 952 die √úberreste des Palastes von al-Mutasim zutage: Neben Spuren des ehemaligen Palastgartens Reste einer Badeanlage sowie Fragmente der Granatapfeldekoration des Thronsaales. Die vorliegende Publikation dokumentiert erstmals umfassend die Ergebnisse dieser Grabung. Anhand einer ausf√ľhrlichen Baubeschreibung sowie einer Analyse baukonstruktiver Methoden und architektonischer Entwurfsprinzipien zeichnet der Autor dabei die Entwicklung der Alcazaba nach, von ihrer Errichtung durch den Kalifen von C√≥rdoba im Jahr 956 als Festung zur Sicherung des Milit√§rhafens sowie der Werft von Almer√≠a bis zu ihrem Ausbau zum Lustschloss unter al-Mutasim und ihrer Weiternutzung durch Statthalter und Gouverneure des 2. bis 5. Jahrhunderts. Die lange Entstehungs- und Nutzungsgeschichte der Alcazaba von Almer√≠a bietet dabei die einzigartige M√∂glichkeit, dem Wandel in den Leitbildern islamischer Palastarchitektur und in den ihr zugrunde liegenden Herrschervorstellungen nachzugehen.
Vervollst√§ndigt wird die Beschreibung des Palastes durch Beitr√§ge zur Baudekoration, zur Weiternutzung der Alcazaba in christlicher Zeit und zu ihrer Geschichte als Baudenkmal im 9. und 20. Jahrhundert.
Der Traum, Burg und Gartenvilla in einem einzigen Bauwerk zu vereinen, blieb der islamischen Palastarchitektur der iberischen Halbinsel erhalten. Höhepunkt und Endpunkte der Versuche einer solchen Synthese war die Alhambra, die Palastanlage der Nasriden des 13. bis 15. Jahrhunderts in Granada.
Die vorliegende Publikation erweitert unsere Kenntnis der architektonischen Vorläufer und Vorbilder der Alhambra, eines der bekanntesten und bemerkenswertesten Monumente des islamischen Andalusien. Beiträge:
Lorenzo Cara Barrionuevo: La Alcazaba de Almería como monumento: Investigación, patrimonio y restauración Felix Arnold: Die Architektur Lorenzo Cora Barrionuevo: Alcazaba de Almería en la época cristiana Patrice Cressier: Chapiteaux, bases et tailloirs des monuments islamiques d’Almería Natascha Kubisch: Las yeserías islámicas Fachgebiete:
Baugeschichte, Islamwissenschaft, Kunstgeschichte, Mittelalterarchäologie, Burgenforschung, Kultur Andalusiens
Kilian, Klaus: Die handgemachte gegl√§ttete Keramik mykenischer Zeitstellung. Bearb. v. M√ľhlenbruch, Tobias. 2008. 180 S., 50 sw Abb., 40 Tafels. 31,60 x 22,40 cm. (Tiryns 15) Gb EUR 39,00 ISBN: 3-89500-549-5 L, Reichert
Dieser Band publiziert ein von Klaus Kilian kurz vor seinem Tode fertig gestelltes Manuskript, das sich mit einer keramischen Fundgruppe der sp√§trnykenischen Zeit auseinandersetzt, deren Bedeutung kontrovers diskutiert wird. W√§hrend ein Teil der Forschung der so genannten ‚Äěhandgemachten gegl√§tteten Keramik" (Handmade Burnished Ware) eine Schl√ľsselrolle in der Frage nach der Zuwanderung von Fremdbev√∂lkerung in die mykenischen Kernregionen S√ľdgriechenlands beimisst, sehen andere in ihr ein rein autochthones Ph√§nomen, das seine Entstehung internen Prozessen des sozialen und √∂konomischen W√§nde ist am √úbergang vom 13. zum 12. Jahrhundert v. Chr. verdankt. In diesem Werk wertet Kilian die bei seinen Ausgrabungen entdeckten Gef√§√üfragmente handgemachter gegl√§tteter Keramik aus, die den bisher umfangreichsten in Griechenland gefundenen Bestand dieser Art repr√§sentieren. Er untersucht die chronologische Laufzeit, er√∂rtert die Herstellungstechnik, umrei√üt das Spektrum an Gef√§√üformen und Ziertechniken und vergleicht den vom ihm bearbeiteten Keramikbestand mit √§hnlichen Fundkomplexen anderer Orte der √Ąg√§is und Zyperns. Das zentrale Problem der Herleitung dieser Keramik steht dabei im Vordergrund. Eine eingehende Gegen√ľberstellung mit vergleichbarer Keramik aus anderen Teilen S√ľdost- sowie S√ľdeuropas gew√§hrt hier neue Einblicke. Kilians detaillierte Untersuchungen zeigen, dass die Herstellung sp√§tmykenischer handgemachter gegl√§tteter Keramik wolil tats√§chlich auf fremden T√∂pferei-Traditionen beruht, und zwar vorrangig auf solchen zeitgleicher Kulturgruppen der Apenninenhalbinsel. Die daraus resultierende Anwesenheit von Bev√∂lkerungsgruppen aus S√ľdeuropa und ihre Hintergr√ľnde unterzieht er einer ausf√ľhrlichen Diskussion. So l√§sst sich in Tiryns die handgemachte gegl√§ttete Keramik bereits mehrere Jahrzehnte vor der Zerst√∂rung des mykenischen Palastes nachweisen. Sie kann daher nicht als Anzeichen f√ľr die Ankunft von Neuank√∂mmlingen zu Beginn der Nachpalastzeit dienen.
Die Ausf√ľhrungen von Kilian haben wenig an Aktualit√§t eingeb√ľ√üt. Zum einen liegt dies an seiner au√üergew√∂hnlich gr√ľndlichen Einarbeitung in die Materie, zum anderen an der Tatsache, dass es sich bei den Tirynther Funden um einen Schl√ľsselkomplex f√ľr die Beurteilung sp√§tmykenischer handgemachter gegl√§tteter Keramik handelt. Die Qualit√§t der Forschungsleistung von Kilian wird dadurch unterstrichen, dass ihm Einsichten gelingen, die eine Reihe von sp√§teren Forschungsergebnissen vorwegnehmen.
Breuer, Ingo: Existenzsicherung und Mobilität im ariden Marokko. 2007. 220 S. 24 x 17 cm. (Nomaden u. Sesshafte. SFB Differenz u. Integration. Wechselwirkung zw. nomadischen Band 9) Gb EUR 54,00 ISBN: 3-89500-606-8 L, Reichert
Bagg, Ariel: Die Orts- und Gew√§ssernamen der neuassyrischen Zeit. Teil 1: Die Levante. 2008. 476 S., 1 Kte 24 x 17 cm. (T√ľbinger Atlas d. Vorderen Orients (Beih.) B Band 7/7) Pb EUR 49,00 ISBN: 3-89500-586-X L, Reichert
Persistenz und Rezeption. Weiterverwendung, Wiederverwendung und Neuinterpretation antiker Werke im Mittelalter. Hrsg. v. Boschung, Dietrich/Wittekind, Susanne . 2008. 396 S., 138 sw. Abb. 24 x 17 cm. (Schriften des Lehr- und Forschungszentrums f√ľr die antikenKulturen des Mittelmeerraumes - Centre for Mediterranean Cultures 6) Pb EUR 39,90 ISBN: 3-89500-622-X L, Reichert
Das Mittelalter baut in vielen Bereichen des praktischen wie geistigen Lebens auf Erkenntnissen, Strukturen und Werken der Antike auf oder f√ľgt diese auf unterschiedliche Weise in seine eigene kulturelle Ordnung ein. In den mittelalterlichen St√§dten gaben antike Stra√üenz√ľge, Verteidigungsmauern und Monumentalbauten eine r√§umliche Struktur vor, die an neue Bed√ľrfnisse angepasst wurde, indem bestimmte Bereiche verlassen. Bauten umfunktioniert oder √ľberbaut wurden. Bildung, Wissenschaft und Kunstfertigkeit der Antike wurden an K√∂nigsh√∂fen und in Kl√∂stern gesch√§tzt - viele Werke der antiken Literatur wurden abgeschrieben, kommentiert oder neu geordnet, antike Kostbarkeiten wurden in den Schatzkammern bewahrt, verschenkt und oft zu neuen Gegenst√§nden verarbeitet. Doch dies sind nur einige Beispiele f√ľr die rege Auseinandersetzung mit der antiken Kultur im Mittelalter.
Die arch√§ologische Forschung hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Sp√§tantike besch√§ftigt. Dabei galt das Interesse zum einem der Transformierung des antiken Repertoires in einem ver√§nderten politischen und religi√∂sen Umfeld, zum anderen dem Weiterbestehen und Weiterwirken von Strukturen und Lebensformen in vielen Bereichen des Alltags. In der deutschen Medi√§vistik des 20. Jahrhunderts richtete die historische und kunsthistorische Forschung ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Antikenrezeption im Zusammenhang mit der karolingischen und ottonischen Renovatio imperii als herrscherlicher Legitimationsstrategie sowie auf die Wissenschafts-Renaissance im 12. Jahrhundert. Neuere Arbeiten zeigen nun die Fortf√ľhrung und die Ver√§nderungen antiker Verwaltungsformen, Leitbegriffe, Zesetzeswerke oder Lehrb√ľcher auf und reflektieren die mittelalterlichen Antikenbilder und -fiktionen.
Diese neuen Impulse greift der vorliegende Band, der auf einem Kolloquium zweier Forschungszentren der Philiosophischen Fakult√§t der Universit√§t zu K√∂ln - des ‚ÄěLehr- und Forschungszentrums f√ľr die antiken Kulturen des Mittelmeerraums (Zakmira)" und des ‚ÄěZentrums f√ľr Mittelalterstudien" - basiert, auf. Verschiedene Autoren aus den F√§chern Arch√§ologie, Geschichte, Judaistik, Kunstgeschichte, Mittellatein und Philosophie stellen in den Beitr√§gen die vielf√§ltigen Ph√§nomene der Weiterverwendung und Neuinterpretation antiker Werke in unterschiedlichen Bereichen aus interdisziplin√§rer Perspektive dar und vergleichen sie miteinander.
Die Begriffe Persistenz und Rezeption im Titel des Bandes weisen auf verschiedene Formen des Weiterlebens der Antike im Mittelalter hin. Der Begriff der Persistenz zielt auf das Beharrungsverm√∂gen der antiken Relikte, auf die scheinbar selbstverst√§ndliche Aufnahme und Fortf√ľhrung √ľberkommener Formen, Stoffe und Strukturen; der Rezeptionsbegriff akzentuiert die bewusste √úbernahme bestimmter kultureller Formen der Antike durch die Kulturtr√§ger der mittelalterlichen Gesellschaft. Auf diese Weise gelingt es, die unterschiedlichen Perspektiven der Altertumswissenschaften und der Medi√§vistik aufzunehmen und Disziplinen zusammenzuf√ľhren, die sonst durch Gegenstand und Methoden getrennt sind.
Interessenten /Bereiche: Archäologen, Historiker, Judaisten, Kunsthistoriker, Mittellatein und Philosophie
Buffa, Vittoria: Ma'layba et l'Age du Bronze du Yémen. 28.03.2008. 340 S., 83 sw Abb., mit 4 Klapptaf.31 x 22 cm. (Archäologische Berichte aus dem Yemen 12) Gb EUR 68,00 ISBN: 3-89500-572-X L, Reichert
Bräm, Andreas: Das Andachtsbuch der Marie de Gavre. Paris, Bibl. Nat. Ms. nouv. acq. fr. 16251. Buchmalerei in der Diözese Cambrai imletzten Viertel des 13. Jahrhunderts. 1998. 388 S., 84 sw. Abb. 29 x 21 cm. Ld EUR 62,00 ISBN: 3-89500-031-0 L, Reichert
Das Andachtsbuch der Marie de Gavre, Ms. nouv. acq. fr. 16251 der Bibliotheque Nationale von Paris, z√§hlt mit ehemals 90, heute 87 ganzseitigen Miniaturen zur Vita Christi und der Heiligen zu den bedeutendsten Bilderhandschriften des 13. Jahrhunderts. Es stellt den buchk√ľnstlerischen H√∂hepunkt Nordfrankreichs und Flanderns in dieser Zeit dar.
Kalendar- und Archivstudien erlauben es, die Erstbesitzerin um 1285, eine Nonne im Zisterzienserinnenkloster von Wauthier-Braine im belgischen Hennegau zu ermitteln, die damit in den kleinen Kreis adeliger Besitzerinnen exklusiver Bilderhandschriften gehört.
Typologisch ist das Werk einzigartig, da es außer einem lateinischen Kalendar und einer in französischer Sprache geschriebenen Miniaturenliste textlos ist. Die große Zahl von ganzseitigen Miniaturen ohne Text - mit Szenen in knapper aber prägnanter Formulierung und mit Compassio-Motiven - zeigt, daß die Handschrift als Bilderandachtsbuch konzipiert und benutzt wurde.
Die Buchmaler, aus deren Werkstatt noch f√ľnf weitere Handschriften hervorgegangen sind, haben kaum im Kloster gearbeitet, sondern wohl in der Stadt Nivelles. Ihre Arbeit ist denn auch stark dem dort befindlichen ber√ľhmten Gertrudenschrein verpflichtet. Die Untersuchung der Arbeitsabl√§ufe hat gezeigt, da√ü die Herstellung des au√üerordentlich reich illustrierten Codex f√ľr die K√ľnstler keine allt√§gliche Aufgabe darstellte.
Die monographische Darlegung des Bilderandachtsbuches erfolgt im Zusammenhang mit der Produktion illuminierter Handschriften in der Di√∂zese Cambrai, die im Mittelalter mit Brabant und Hennegau einen betr√§chtlichen Umfang erreichte und st√§dtische Zentren wie Mons, Br√ľssel und Mechelen umfa√üte.
Die Monographie enth√§lt au√üer einer kunsthistorischen und historischen Einordnung s√§mtliche Miniaturen sowie ausf√ľhrliches Vergleichsmaterial in √ľber 200 Abbildungen.
Christina Thieme. Das Tafelbild aus der Kathedrale von Trogir. Kunsttechnologische Studien zur Tafelmalerei Dalmatiens des 13. Jahrhunderts. Sp√§tantike - Fr√ľhes Christentum Byzanz. REihe A. Grundlagen und Monumente. Bd. 14. 2008. 292 S., 120 sw. Abb und 224 fb. Abb., 49 sw. und 2 fb. Strichzeichnungen. 29 x 22 cm, Gb. EUR ISBN: 978-3-89500-562-6 L, Reichert
Das Tafelbild von Trogir, als Hochaltarretabel f√ľr die Kathedrale des kleinen dalmatinischen St√§dtchens an der √∂stlichen Adriak√ľste geschaffen, stellt ein einzigartiges kulturelles und k√ľnstlerisches Zeugnis der fruchtbaren Begegnung von Osten und Westen dar. Das Tafelbild entspricht formal der westlichen Kunstgattung, folgt aber in Planung und Ausf√ľhrung √∂stlichen Konventionen und spiegelt somit die lebendige Spannung zwischen der √∂stlichen hochbyzantinischen und der neu entstehenden westlichen Tafelmalerei wider.
Der erste Teil der Arbeit besch√§ftigt sich mit der Geschichte Dalmatiens und der Stadt Trogir, die politisch und kulturell im Spannungsfeld zwischen Byzanz und Rom, zwischen dem ungarischen K√∂nigreich und Venedig lag. Daran schlie√üen sich Studien zur Kult- und Liturgiegeschichte der Stadt Trogir an, die trotz der geographischen N√§he zur Ostkirche an die r√∂mische Kirche gebunden war. Neben den Fragen aus dem Kontext des Fundortes bilden Untersuchungen am Tafelbild selbst den Kern der Arbeit. Nach einer Beschreibung der Darstellung werden Holztechnik, vorbereitende Ma√ünahmen f√ľr die Malerei und die Maltechniken bis ins Detail untersucht und erfasst. Dar√ľber hinaus bezieht Cristiana Thieme stilistische und qualitative Eigenschaften der Malerei ein. Schlie√ülich wertet sie die umfangreiche kroatische Literatur aus, um das Tafelbild von Trogir mit der dalmatinischen Tafelmalerei des 13. Jahrhunderts vergleichen zu k√∂nnen.
Die Autorin:
Dr. phil. Dipl.-Restauratorin Cristina Thieme absolvierte ihr Studium der Konservierung und Restaurierung an der Hochschule der K√ľnste (HKB), Bern. 1991 bis 1995 war sie Mitarbeiterin am Bayerischen Landesamt f√ľr Denkmalpflege und bearbeitete Konservierungsfragen zur Polychromie der Terrakotta-Armee des Ersten Kaisers von China, Qin Shi Huandi. Seit 1997 ist sie wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl f√ľr Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft an der Technischen Universit√§t M√ľnchen. 2006 promovierte sie √ľber das Tafelbild von Trogir an der Technischen Universit√§t M√ľnchen. Forschungsschwerpunkte sind kunsttechnologische Fragen zur Maltechnik, Mikroskopie und die Analytik von Malmaterialien.
Neapolitanische Bilderbibeln des Trecento. Anjou-Buchmalerei von Robert dem Weisen bis zu Johanna I. Andreas Bräm. 1056 S., Textband. 464 S., Tafelband. mit 866 sw und 45 Farbtafeln. 29 x 22 cm, Gb. EUR 248,00 ISBN: 978-3-89500-503-9 L, Reichert
Andreas Bräni analysiert erstmals acht zwischen 1310 und 1365 in Neapel illuminierte lateinische Bibeln, die unter Robert dem Weisen (König von Neapel 1309-1343) und seiner Nachfolgerin Johanna I. (Königin von Neapel 1343-1382) entstanden. Neben Bildprogrammen, Stil und Ikonographie, Erzählstruktur, beteiligten Werkstätten und Buchmalern ermittelt er die Auftraggeber. Im Vordergrund stehen die Illustrationszyklen, die ein neues Licht auf dieses Feld der Kunstgeschichte werfen.
Die neapolitanischen Trecentobibeln sind die bedeutendsten illustrierten Vulgata-Handschriften ihres Jahrhunderts und werden heute unter anderem im Vatikan, in Turin, in der √∂sterreichischen Nationalbibliothek und der British Library aufbewahrt. Ihre narrativen Bibelzyklen werden nur von den Bible mora/wee-Handschriften, einem Buchtyp, der im 13. Jahrhundert im Umkreis des franz√∂sischen K√∂nigshofes geschaffen wurde, √ľbertroffen. Andreas Br√§m wies nach, dass in Neapel franz√∂sische Handschriften vorlagen, die teilweise kopiert wurden. Den Bibeln lassen sich ferner byzantinische Oktateuche an die Seite stellen, die f√ľr Einzelszenen als Vorlagen dienten. Die Apokalypse-Zyklen der Planisio- und der Wiener-Bibel gehen auf zwei in Stuttgart aufbewahrte Tafeln zur√ľck, der olkham-Hall-Bibel diente ein anglonormannischer Zyklus als Vorbild. Einzelne Bilder beruhen sogar auf au√üerbiblischen Quellen, so auf Flavius ]osephus Antiquitates ludaicae.
Die neapolitanischen Bibeln sind das Werk von vier Buchmalern, die weitere Bilderhandschriften hinterlassen haben: Der Maler der Holkham-Hall-Bibel, der Maler des Andalo di Negro, Christophoro Orimina und der Wiener Bibelmaler. Das Gesamtwerk der beteiligten K√ľnstler wird ebenso untersucht wie ihr Verh√§ltnis zu anderen neapolitanischen Trecento-K√ľnstlern. Diese umfassende Darstellung erm√∂glicht weitere Einblicke in Arbeitsweise und Quellen der Illustrationsprogramme sowie Datierungen der T√§tigkeit der Vulgata-Maler. Insgesamt entsteht eine Monographie zur Buchmalerei Neapels zwischen 1330 und 1380, in der alle wesentlichen Werke abgebildet sind.
Als Auftraggeber der ersten Bibel, die heute in der vatikanischen Bibliothek aufbewahrt wird, lie√ü sich der C√∂lestinerabt Matteo de Planisio ermitteln, w√§hrend die Hamilton-Bibel f√ľr K√∂nigin Johanna entstand. Weitere Auftraggeber sind Johannas Gemahl Ludwig von Tarent und die Erzbisch√∂fe Landolfo Brancaccio und Giovanni Gaetani Orsini.
Viele Stellen zeigen, wie die Illuminierung auf ihre Auftraggeber zugeschnitten wurde. Eine Schl√ľsselszene ist etwa die Besiegelung des neu geschlossenen Bundes mit Gott am Ende des Buches Josua: W√§hrend diese Episode in der Planisio-Bibel f√ľr den Abt Matteo in ein christlich-sakrales Ambiente verlegt wird, erscheint sie in der f√ľr K√∂nigin Johanna bemalten Hamilton-Bibel in einer st√§dtisch-royalistischen Pr√§gung. In der ersten Miniatur ist der als alter Mann dargestellte, nimbierte F√ľhrer von einer basilikalen Kleinarchitektur umgeben, in der zweiten erscheint er als mittelalterlicher K√∂nig.
Kosmos der Zeichen. Schriftbild und Bildformel in Antike und Mittelalter. Begleitbuch zur Ausstellung des Lehr- und Forschungszentrums f√ľr die antiken Kulturen des Mittelmeerraumes der Universit√§t zu K√∂ln und des R√∂misch-Germanischen Museums der Stadt K√∂ln. Hrsg. Boschung, Dietrich /Hellenkemper, Hansgerd. 2007. 384 S., 120 Abb. 24 x 17 cm. (Schriften des Lehr- und Forschungszentrums f√ľr die antiken Kulturen des Mittelmeerraumes Centre for Mediterranean Cultures 5) Pb EUR 39,90 ISBN: 3-89500-585-1 L, Reichert
Aizanoi, Dokimion und Anatolien. Stadt und Land, Siedlungs- und Steinmetzwesen vom sp√§teren 4. bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. Arch√§ologische Forschungen, Band 23 Aizanoi, Band1. Von Philipp Niew√∂hner. 2007. 4¬į. 374 S., 637 sw. u. 1 fb. Abb., 1 Faltplan. EUR 78,00 ISBN: 978-3-89500-547-3 L, Reichert
1990 begann ein neuer Abschnitt der Aizanoi-Grabung mit dem Ziel, die Stadtentwicklung von den Anf√§ngen bis zur Einbeziehung der Ruinen in das traditionelle t√ľrkische Landst√§dtchen √áavdarhisar zu untersuchen. Diese Untersuchungen liefern Erkenntnisse zur Erforschung des Siedlungswesens und der Kulturlandschaften im westlichen Zentralanatolien und dar√ľber hinaus.
Im Gegensatz zu anderen anatolischen Städten hat die Lage Aizanois abseits der modernen Wirtschafts- und Tourismuszentren zahlreiche antike Hinterlassenschaften bewahrt. In vielen Dörfern finden sich Architekturteile, die offensichtlich aus christlichen Bauten stammen, aber kaum Hinweise auf antike Repräsentationsarchitektur.
Philipp Niew√∂hner analysiert jenen historischen Wandlungsprozess am Ende der Antike, indem er alle auffindbaren fr√ľhbyzantinischen Monumente der Aizanitis dokumentiert und auswertet. Er weist √ľberzeugend nach, dass sich die Siedlungsbilder des st√§dtischen Zentrums und der l√§ndlichen Siedlungen im 5. und 6. Jh. angleichen. Die fortschreitende Vernachl√§ssigung der Stadt geht mit einem Bauboom auf dem Land einher, der auf steigende Bev√∂lkerungszahlen hinweist ‚Äď eine Tendenz, die ganz Anatolien im 5. und 6. Jh. pr√§gte. Ihre Ursachen liegen im komplexen Zusammenwirken von politisch-gesellschaftlichen und √∂konomischen Faktoren.
Ein weiteres Ergebnis zeichnete sich erst im Lauf der Untersuchungen ab: Erstklassige Steinmetzarbeiten aus dem gleichen dokimischen Marmor, der in der Kaiserzeit f√ľr die ber√ľhmten kleinasiatischen Sarkophage verwendet wurde, belegen die fortgesetzte Produktion der Br√ľche und Werkst√§tten in Dokimion. Sie entwickelten im 4. Jh. jenes charakteristische Formenrepertoire, das in theodosianischer Zeit von den hauptst√§dtischen Marmorbr√ľchen auf Prokonnesos √ľbernommen wurde, und blieb bis ins 6. Jh. erstklassig. Diese Entdeckungen werfen ein neues Licht auf die Entwicklung der Steinmetzkunst, insbesondere in Bezug auf das Verh√§ltnis von Hauptstadt und Provinz. F√ľr die weitere Erforschung des fr√ľhbyzantinischen Siedlungs- und Steinmetzwesens in Anatolien bieten die neu vorgelegten Befunde aus Aizanoi eine umfangreiche und in vieler Hinsicht repr√§sentative Materialbasis.
< zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | vor>
© 2003 Verlag Langewiesche [Impressum] [Nutzungsbedingungen]