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Reichert, Dr. Ludwig Verlag |
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Das heilige Tor. Kerameikos (19). Kuhn, Gerhard. 2017. 280 S. 7 Beilagen, 258 Abb. 30 x 21 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-235-4 L, Reichert
Das Heilige Tor, das nur 42 m vom größten Stadttor Athens, dem Dipylon, entfernt ist, gehört, wie dieses, zum Typus des nach außen hin offenen Hoftores. Dabei ist die Verschlusszone gegenüber der angrenzenden Stadtmauer zum Stadtinneren hin zurückversetzt. So konnten die anstürmenden Belagerer von der Seite her unter Beschuss genommen werden. Neben der Heiligen Straße, auf der die Prozessionen zum Mysterienheiligtum der Demeter und Kore nach Eleusis zogen, verließ auch der einzige im Innern des Mauerrings fließende Bach, der Eridanos, an dieser Stelle das Stadtareal. Das Heilige Tor wurde zusammen mit der Stadtmauer nach dem Abzug der Perser im Winter 479/478 v. Chr. errichtet (Thuk. 1, 93) und erlebte bis zur Zerstörung durch den römischen Feldherrn Sulla im Jahre 86 v. Chr. fünf weitere Bauphasen, die, anders als am benachbarten Dipylon, auch einschneidende Veränderungen des Grundrisses mit sich brachten. Ein wichtiges Agens dafür war der Bachlauf, der von Anfang an einen fortifikatorischen Schwachpunkt darstellte, ein anderes die seit spätklassischer Zeit zu beobachtende Entwicklung schwerer Steinkatapulte. Während der ersten sechs Phasen bestand die Bausubstanz des Heiligen Tores, ebenso wie diejenige der Stadtmauer, aus mit feinem Putz überzogenen Lehmziegeln auf steinernem Sockel. Zwei spätkaiserzeitliche Bauperioden, während derer der Torbau ganz aus wiederverwendeten Steinen errichtet war, beschließen die rund tausendjährige Geschichte des Bauwerks. |
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Figur und Raum in der frühgriechischen Flächenkunst. Archäologisches Symposion für Hanna Koenigs-Philipp Liebieghaus Frankfurt am Main im Juni 2008. Hrsg.: Raeck, Wulf. 2017. 156 S. 97 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-95490-058-9 L, Reichert
In der Phase der Formierung der griechischen Polisgesellschaft vom 8. bis zum frühen 5. Jh. v. Chr. wurden die Weichen für die Entwicklung der abendländischen Bildkunst gestellt. Die Analyse der frühen Seh- und Darstellungsweisen und ihrer Veränderungen bildet die wesentliche Grundlage für unser Verständnis der früharchaischen Bilder. Seit den wegweisenden Arbeiten von Nikolaus Himmelmann und anderen vor mehr als halben Jahrhundert hat die archäologische Forschung daran zwar regelmäßig, aber doch meist nur punktuell gearbeitet. Der vorliegende Band versammelt acht thematisch eng verzahnte Beiträge von Spezialisten der frühgriechischen Kunst zum Kernproblem des griechisch archaischen Bildschaffens, dem spannungsreichen Verhältnis von Figur und Raum. Dabei wird teils bislang unpubliziertes Material vorgelegt, teils kommen altbekannte Meisterwerke zur Sprache. Eine wichtige Rolle spielt selbstverständlich die Vasenmalerei unterschiedlicher Regionen, daneben werden Erzeugnisse der Toreutik, aber auch Beispiele der Marmorskulptur berücksichtigt.
Die Autoren nähern sich dem Thema von verschiedenen Seiten, unterschiedliche Aspekte werden herausgegriffen. So steht rigoroses Beschneiden des Bildfeldes neben wohldosierten Überschneidungen zur Verdeutlichung des Raumes. Denkmälergattungen wie die anspruchsvollen Silhouettenbleche sterben aus, wohl weil sie dem neuen Bedürfnis nach Räumlichkeit nicht genügen. Votivbleche können je nach Darstellungs- bzw. Erzählintention komponiert werden. Orientalische Versatzstücke werden im wahrsten Sinne des Wortes zu ganz neuen Ensembles zusammengefügt. Ornamente erweisen sich zum einen als in alter Tradition mit Bedeutung aufgeladen, enthalten zum anderen neue Informationen über räumliche Sachverhalte, die der moderne Blick nicht ohne weiteres decodieren kann. Die Dreidimensionalität des Vasenkörpers selbst trägt zur Bildwirkung in nie gekannter Weise bei und erlaubt Bilderfindungen, wie sie später nicht wieder gewagt werden. Die Art, wie Gewandpartien in ihrem Verhältnis zueinander und zum Körper gestaltet werden, erschließt sich modernen Sehgewohnheiten nur mit Mühe, unterscheidet sich aber auch von den Darstellungskonventionen der Klassik und unterstreicht so die Notwendigkeit ernsthafter bildhermeneutischer Reflexion in besonderer Weise. Gerade in diesem Falle wird auch die Bedeutung der hier zusammengestellten Texte für Methodik der Interpretation frühgriechischer Bildkunst deutlich.
The groundwork for the development of Western figurative art was laid out during the formation of the Greek polis from the 8th to early 5th centuries BC. The analysis of early visual perceptions and representative approaches forms the main foundation of our understanding of early archaic images. Ever since the ground-breaking studies of Nikolaus Himmelmann and others half a century ago, archaeological research has steadily, yet merely selectively, worked on this topic. The present volume collects eight closely-linked thematic contributions of experts on early Greek art focusing on the core problem of Archaic imagery production: the tense interrelation between figure and space. For this purpose, unpublished material in addition to well-known masterpieces will be discussed. Obviously, vase painting from various regions is of special importance for this theme; additionally, toreutic products as well as marble sculptures are taken into consideration.
The authors approach the topic from various angles and by selecting different aspects. Rigorous cut offs of the field of view stand against well-metered overlaps to emphasize space. Object classes such as the sophisticated silhouette sheets disappear, very likely because they did not fulfill the newly developed requirements for space. Bronze votive plaques are composed in accordance with the intended depiction or narrative. Oriental set pieces get reassembled to new compositions. Ornaments on the one hand are charged with meaning based on older traditions, while on the other hand they contain special meanings that are not always easy to decode in the modern day. The three dimensions of the body of a vase itself add to the effectiveness of the images in a completely new way and represent visual developments that are not seen in later times. The manner in which parts of garments were put together in relation to each other and to the human body itself is hard to comprehend with our visual perception. However, it differs significantly from the representation habit in Classical times and again underlines the need for serious visual hermeneutical reflection. This example makes it especially clear why this collection of texts on the methodology of interpreting early Greek figurative art is of such great importance.
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Karabalgasun – Stadt der Nomaden. Die archäologischen Ausgrabungen in der frühuigurischen Hauptstadt 2009–2011. Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen (14). Dähne, Burkart. 2017. 248 S. 207 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-126-5 L, Reichert
Die Erforschung der Urbanisierung spätnomadischer Kulturen hat in der eurasischen Steppenarchäologie bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Ergebnisse erster archäologischer Grabungen in der frühuigurischen Hauptstadt Karabalgasun durch die Mongolisch-Deutsche-Orchon-Expedition (MONDOrEx) der Kampagnen 2009-2011 liefern daher einen wichtigen grundlegenden Beitrag zu diesem Forschungsfeld. Der vorliegende Band bietet erstmals einen zusammenfassenden Überblick der aktuellen wie der älteren Forschungen Karabalgasuns und beinhaltet neues Kartenmaterial. Neben einer umfangreichen Forschungsgeschichte werden die ergrabenen stadtgeschichtlich relvanten archäologischen Befunde Karabalgasuns dargestellt und analysiert sowie die Bedeutung der Stadt als staatsbildender Faktor im Rahmen spätnomadischen Herrschaftsbildungen diskutiert. |
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Papers on the Conference held at the University of Bamberg, 31 October–2 November, 2012. Studien zur islamischen Kunst und Archäologie (2). Hrsg.: Müller-Wiener, Martina; Korn, Lorenz. Central Periphery? Art, Culture and History of the Medieval Jazira (Northern Mesopotamia, 8th-15th centuries). Engl. 2017. 280 S. 89 z. T. fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-198-2 L, Reichert
The medieval Jazira has still to offer a multitude of topics for research. As a crossroads in which artistic currents from different regions met, it is unique in the history of the Near East, and at the same time, as a cultural landscape in which different traditions were worked into a dense fabric of material expressions, it is also characteristic of the history of this larger region. There will certainly be more to be discovered in and about this region that can throw light on its history and culture.
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Offizielle Symbole griechischer Poleis und Bundesstaaten. Archäologische Forschungen (36). Killen, Simone. Parasema. 2017. 395 S. 36 Tafeln, 9 Karten, 541 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-234-7 L, Reichert
Parasema – griechische Staatssymbole – begegneten den Menschen tagtäglich in griechischen Poleis: Die meist kleinformatigen Symbole waren auf Objekten des alltäglichen Lebens angebracht, wie auf Marktgewichten, Münzen oder Losplaketten, aber auch auf städtischen Siegeln oder auf Urkundenstelen. Diesen Gattungen ist gemein, dass sie offiziellen Charakter besaßen, da sie von staatlichen Funktionsträgern hergestellt bzw. verwendet wurden. Das Phänomen dieser Parasema ist bislang nur unzureichend erforscht: Es fehlt ein Überblick über das archäologische Material sowie seine Auswertung unter Berücksichtigung der literarischen und epigraphischen Quellen. Diese Forschungslücke schließt die vorliegende Studie, indem sie Parasema auf Grundlage einer vollständigen Materialsammlung aller Gattungen untersucht.
Dabei wird gezeigt, dass es sich bei Parasema um ein originär griechisches Phänomen handelt, das in insgesamt 14 verschiedenen Denkmälergattungen für den Zeitraum vom 6. bis zum 1. Jh. v. Chr. nachgewiesen werden kann. Nicht nur diese lange und vielfältige Verwendung, sondern auch die weite geographische Verbreitung – Parasema sind in 96 Poleis und 8 Bundesstaaten in Griechenland, Kleinasien und an der Schwarzmeerküste belegt – zeugen von der allgemeinen Verständlichkeit der Symbole und von ihrer Bedeutung für die Bürgergemeinschaften. In der ikonographischen Untersuchung werden vor allem die Parasema der Poleis Athen, Priene und Magnesia am Maeander in Fallstudien in den Mittelpunkt gerückt. Neben den staatsrechtlichen Funktionen – Garantie, Kontrolle, Herkunftsangabe – waren Parasema aufgrund ihrer stets positiv besetzten Motive bestens dafür geeignet, die Gemeinwesen in optimaler, knapper Form zu repräsentieren.
Die Studie umfasst zudem einen umfangreichen geographisch gegliederten Katalog, mehrere Appendices sowie 36 Tafeln.
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Aline und ihre Kinder. Mumien aus dem römerzeitlichen Ägypten. Ägypten im Blick (2). Hrsg.: Helmbold-Doyé, Jana. 2017. 80 S. 104 z. T. fb. Abb. 22 x 16 cm. EUR 15,90. ISBN: 978-3-95490-193-7 L, Reichert
Richard von Kaufmann entdeckte im März 1892 ein römerzeitliches Familiengrab im Gebiet des Fayum (Ägypten), in dem acht Mumien zusammen mit wenigen Beigaben lagen. Es handelt sich um einen Zufallsfund eines Berliner Sammlers, der sich vor allem den Gemälden des XIV. bis XVI. Jahrhunderts verschrieben hatte. In dem ersten Teil werden Hintergründe zu seiner Person und den persönlichen Verbindungen zu den Königlich Preußischen Museen Berlin beleuchtet, die teilweise sein Interesse an den Antiken erklären. Die Wahl Richard von Kaufmanns fiel nicht zufällig auf den Ort Hawara. Wenige Jahre zuvor hatten die Funde dieses Platzes für Furore gesorgt, denn der englische Archäologe William Flinders Petrie führte dort seit 1887 sehr ergiebige Ausgrabungen, unter anderem von römerzeitlichen Gräbern, durch. In diesen fand er aufwändig gewickelte Mumien mit Masken und - das war die Sensation schlechthin - auch mit Mumienporträts. Es handelt sich hierbei insgesamt betrachtet um einen Grabfund von immenser Bedeutung, denn zu einer von diesen Mumien gehört das weit bekannte Porträt einer Frau namens Aline. Dieses Tafelbild der Verstorbenen hat aus verschiedenen Gründen frühzeitig große Aufmerksamkeit erfahren. Es gehört zu einem der frühesten Mumienporträts, deren Malerei auf Textil aufgetragen ist. Daneben kann die Mumie mit einer Grabinschrift in Einklang gebracht werden, in der ihr Name, ihr Sterbealter von 35 Jahren und eine Datumsangabe genannt sind. Daran schloss sich eine anhaltende Diskussion um die Datierung des Grabes als solches an - insbesondere, was das Porträt der Aline angeht. Anhand neuer CT-Untersuchungen der drei Kindermumien werden an dieser Stelle aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert. Dabei werden die Mumien dieser wohlhabenden Familie nicht singulär betrachtet, sondern eingebunden in ihren historischen und regionalen Kontext. Hinzu kommt, dass durch neue Fragen und weiterführende Erkenntnisse das Grab mit seinen Funden in einem gänzlich neuen Licht erscheint, was eine Neubewertung des eigentlichen Status quo notwendig und lohnenswert macht. Ergänzt werden die kompensierten Ausführungen um zahlreiche Fotos, die bisher noch nie gezeigt wurden. |
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Der Heidengraben auf der Uracher Alb. Vor-und frühgeschichliche Befestigungen 23. Atlas archäologischer Geländedenkmäler in Baden-Württemberg (2). Morrissey, Christoph; Müller, Dieter. 2017. 168 S. 158 meist fb. Abb. 29 x 21 cm. EUR 29,00. ISBN: 978-3-95490-247-7 L, Reichert
Das ‚Oppidum‘ Heidengraben ist mit annähernd 17.000 ha Fläche das größte unter den frühstädtischen Anlagen aus spätkeltischer Zeit in ganz Mitteleuropa. In dem neu erschienenen Heft werden die Ergebnisse langjähriger, arbeitsintensiver topographischer Geländeaufnahmen umfassend dargestellt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der 170 ha großen ‚Elsachstadt‘ als Siedlungskern des Oppidums sowie den Befestigungen beim Burrenhof, bei Erkenbrechtsweiler und südlich von Grabenstetten. Die durch den Ort Grabenstetten verlaufende Wallanlage konnte anhand unveröffentlichter archäologischer Beobachtungen neu bewertet werden. Darüber hinaus werden auch Aspekte der historischen Kulturlandschaft, der Altwege, der Wasserversorgung, weiterer vor- und frühgeschichtlicher wie auch mittelalterlicher Anlagen und auffallender Geländeformen unterschiedlichster Funktion und Zeitstellung berücksichtigt. |
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Übertragung. Bedeutungspraxis und ‚Bildlichkeit‘ in Literatur und Kunst des Mittelalters. Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung (39). Hrsg.: Wenzel, Franziska; Selmayr, Pia. 2017. 320 S. 84 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-206-4 L, Reichert
Fragen nach der ‚Bildlichkeit’ von Illustrationen, sprachlich erzeugter Anschaulichkeit oder konkretisierten Begriffen eröffnen nicht nur weite Referenzbereiche, sondern sie legen auch analytisch vielfältige Perspektiven nahe. Der Sammelband geht konzeptuell neue Wege und entwirft einen hermeneutischen Rahmen vom prozessualen Begriff der ‚Übertragung‘ her. Diese Ausrichtung wird auf ihr heuristisches Potenzial geprüft und verbindet dabei die auch experimentelle Frage nach ihrer analytischen Produktivität mit einer Rückversicherung an historischen Metaphernkonzepten. Der interdisziplinär angelegte Band vereint Arbeiten zur mittelalterlichen Bezeichnungs- und Bedeutungspraxis in Text (metaphorische und anschauliche Rede) und Bild (Illustration, Emblematik und Einbandkunst). Ziel der einzelnen Beiträge ist es, den Prozess der Bedeutungsbildung intramedial und/oder intermedial zu beschreiben. Gegen das Dogma eines iconic turn einerseits und die Trennung von Text- und Bildanalyse andererseits, versuchen die Beitragenden die komplexen Relationen sprachlicher und bildlicher Übertragungsprozesse herauszuarbeiten.
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Stadt und Umland. Archäologische Forschungen (37); Priene (5). Fildhuth, Jesko. Das byzantinische Priene. 2017. 280 S. 4 Falttafel, 200 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-240-8 L, Reichert
Das Buch behandelt die urbanistische Entwicklung des westkleinasiatischen Priene und seines Umlandes, welches das Gebirge der Mykale sowie die untere Mäanderebene umfasste, in der Spätantike und der byzantinischen Epoche (5.‒13. Jh.). Als Ausgangspunkt dient die Vorstellung, dass Stadt und Umland ein komplementäres System bilden, innerhalb dessen die Siedlungsverhältnisse einer Region von den Kernelementen Stadt und Land bestimmt werden, die sich wechselseitig beeinflussen und ergänzen. Durch die gemeinsame und ergänzende Untersuchung beider Bereiche werden die Lebensverhältnisse und die Organisation von städtischem und ländlichem Raum analysiert, um auf dieser Grundlage das Siedlungssystem der Region zu rekonstruieren und in seiner historischen Entwicklung zu deuten. |
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Bau und Baudekor. Studien zur islamischen Kunst und Archäologie (1). Ritter, Markus. Der umayyadische Palast des 8. Jahrhunderts in Hirbat al-Minya am See von Tiberias. 2017. 395 S. 80 Tafeln, 1 Faltkarte, 37 fb. Abb., 927 sw. Abb. 30 x 21 cm. EUR 119,00. ISBN: 978-3-89500-679-1 L, Reichert
Ëirbat al-Minya in Nordpalästina am See von Tiberias wird in die Zeit des Kalifen al-Walid I. (705–15) datiert und gilt als einer der frühesten bekannten Residenzbauten der frühislamischen Dynastie der arabischen Umayyaden mit Sitz in Damaskus (661-750). Der Bau wurde 1932–39 von deutschen Forschern weitgehend freigelegt und nach 1948 von israelischer Seite weiter erforscht. Die kunsthistorische und archäologische Bedeutung liegt u.a. in der Anlage mit einem Palasttrakt, der reichen Baudekoration und der vermuteten frühen Datierung. Der Band legt die Baudekoration aus den deutschen Ausgrabungen in systematischer vergleichender Aufarbeitung und mit Abbildungen vor: Reliefdekor in Werkstein, Säulen, Wandinkrustation, Marmorreliefplatten mit Farbfassung (Champlevétechnik), Opus sectile und Marmorfliesen, Wandstuckrelief, Stucktransennen und Fensterglas, Schrankenplatten und -gitter, Wandmosaik. Voran gehen Einführungen in den Bau und in die Ortslage. Leitender Faden ist die Frage nach den stilistischen Merkmalen der Dekoration im Verhältnis zu anderen umayyadischen Bauten und spätantiken Vorläufern in Palästina und Syrien. |
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Wohnkultur im spätantiken Ostia. Kölner Schriften zur Archäologie (1). Danner, Marcel. 2017. 342 S. 133 z. T. fb. Abb, . 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-128-9 L, Reichert
Im Laufe der späten Kaiserzeit und der Spätantike – zwischen dem 3. und dem 5. Jh. n. Chr. – veränderte sich das römische Imperium in vielerlei Hinsicht, die Gesellschaftsordnung blieb jedoch in ihrem Kern bestehen. Ausgehend von einer Gruppe herausragend gut erhaltener Häuser dieses Zeitraums in der antiken Hafenstadt Ostia wird das Verhältnis von Kontinuität und Transformation der Wohnkultur zwischen Kaiserzeit und Spätantike in dieser Arbeit eingehend untersucht. Dabei werden unter anderem folgende Fragen thematisiert: Inwiefern wandelten sich die Wohnviertel der spätantiken Städte? Veränderten sich die Nutzungsgewohnheiten von Bewohnern und Gästen? Wie wandelten sich Wohngeschmack und Selbstverständnis der Hausherren? Im Zentrum der Arbeit steht eine Gruppe von 18 teils großen und reich ausgestatteten Wohnhäusern, die während des Untersuchungszeitraums instand gehalten oder neu errichtet wurden. An Ihnen lassen sich die genannten Fragen exemplarisch beantworten: So zeichnet sich in Ostia ab, dass sich Veränderungen der regionalen Wirtschaftsstruktur wie die Abwanderung großer gewerblicher Einrichtungen ab dem beginnenden 3. Jh. n. Chr. in einer veränderten Ausdehnung und Verteilung der Wohnviertel ebenso wie in einem zunehmenden Kontrast zwischen der Instandhaltung mancher Stadtviertel und dem Verfall anderer niederschlug. Während desselben Zeitraums lassen sich in Ostia auch Veränderungen der Raumstrukturen und der dekorativen Ausstattung der Wohnhäuser greifen. Vergleiche mit Häusern in anderen Teilen des römischen Reiches zeigen, dass die in Ostia beobachteten Transformationen für die Entwicklung der Wohnkultur des 3. bis 5. Jhs. n. Chr. weitestgehend repräsentativ sind. Die Veränderungen der Häuser lassen auf sich wandelnde Formen der Raumnutzung schließen. So waren spätantike Hausherren offenbar um eine zunehmende Kontrolle der Bewegung von Gästen und Besuchern, um eine Absonderung der Empfangsbereiche von den Rückzugsbereichen und um eine zunehmend ostentative Inszenierung der Qualitäten des Hauses bemüht. Ihre tatsächliche oder ersehnte Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Elite drückten die Herren anspruchsvoller Häuser in der Spätantike nicht mehr wie zuvor über die Evokation einer bukolischen und sakralen Atmosphäre aus, sondern über eine unvermittelte Zurschaustellung ihrer Finanzkraft und ihres Einflusses. Die am archäologischen Befund beobachteten Transformationen gehen mit einem gesellschaftlichen Wandel einher, in dessen Zuge die Mitglieder des Senats in Rom ebenso wie die Angehörigen der städtischen Führungsschichten ihre Kompetenzen innerhalb der jeweiligen Stadtgesellschaft zum Teil neu definieren mussten. Eben diese Veränderungen scheinen die Architektur und die Ausstattung der Wohnhäuser widerzuspiegeln. Anders als vorhergehende Untersuchungen beruft sich die Arbeit dabei nicht nur auf einzelne Aspekte der spätantiken Wohnkultur, sondern legt den zentralen Thesen eine umfassende bauhistorische Analyse und Dokumentation von 18 Hausbefunden zu Grunde, die zugleich als Ausgangspunkt für weitere Forschungen zur Wohnkultur der Kaiserzeit und der Spätantike dienen soll. |
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Attisch rotfigurige und schwarzgefirnißte Lekanides. Breitfeld-von Eickstedt, Diana. 2017. 304 S. 40 Tafeln, 229 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-226-2 L, Reichert
Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist die konventionell als Lekanis bezeichnete Gefäßform. Die kulturgeschichtliche Bedeutung dieser Vase im 5. und 4. Jh. v. Chr. wird unter folgenden Aspekten dargelegt: Funktion, Formentwicklung, Werkstätten, Ikonographie und Verbreitung. Die Form dieses Gefäßes blieb weitgehend unverändert, und es diente als Kosmetikgefäß sowie auch als Speisegeschirr. Behandelt wird der Stellenwert der Lekanis in der Keramikproduktion einzelner Athener Werkstätten. Sie ist meist singulär auch im Repertoire bedeutender Vasenmaler vertreten. Die Spezialisierung eines Malers bzw. einer Malergruppe auf diese Gefäßform ist erst im zweiten Viertel des 4. Jhs. v. Chr. nachweisbar; gleichzeitig wird sie zur ›Massenware‹, die in größeren Werkstätten mit einer Standardisierung des Formats, der Ornamentik und der Darstellungen produziert wird. Nach der Mitte des 4. Jhs. v. Chr. werden mit Rückgang der Produktion wieder einzelne, wohl in kleineren Manufakturen tätige Maler faßbar. Bis zum Ende des 5. Jhs. v. Chr. ist die Ikonographie mit teilweise einzigartigen Themen vielfältig. Danach setzt eine Konzentration auf wenige Bildthemen ein: Bilder aus dem Bereich der Frau, Darstellungen von Frauen, Eroten, Jünglingen, Greifen und Orientalenköpfen. Diese Entwicklung weist auf einen bevorzugten Gebrauch der Lekanis im Frauengemach bzw. als Kosmetikgefäß. Da mit zunehmender Produktion der Lekanides die Herstellung der Pyxiden rückläufig ist, dürfte die Lekanis diese ersetzt haben. Die Lekanis ist jedoch kein Hochzeitsgefäß schlechthin gewesen, wie in der Literatur oft behauptet wird. Die Verbreitung der Lekanis im Mittel- und Schwarzmeerraum wird im letzten Kapitel ausführlich besprochen. Lekanides waren in den Exportgebieten nicht nur bei Griechen, sondern auch bei Einheimischen populär und galten auch als Prestigeobjekte, wie an den Befunden aus Fürstengräbern und Gräbern der indigenen Oberschicht abzulesen ist. Die weite Verbreitung der Lekanis könnte mit ihrer multifunktionalen Verwendungsmöglichkeit zusammenhängen. Nur in Unteritalien ist eine spezifische Bildthemenwahl mit der Bevorzugung außergewöhnlicher Mythen zu beobachten. In Sizilien, Nordafrika, Zypern und im Vorderen Orient wurde der Ikonographie offenbar wenig Bedeutung beigemessen, da dorthin vorwiegend schwarzgefirnißte Lekanides exportiert wurden. Durch die Erfassung von über 1000 Lekanides konnten für die Entwicklung dieser Gefäßform, die Untersuchung ihrer Ikonographie und ihres Exports verläßliche Ergebnisse erzielt werden, die für die Wissenschaft auch langfristig eine Basis bieten. Das meiste Material stammt aus dem 4. Jh. v. Chr., einem Zeitraum, der in den letzten Jahren wieder stärker im Fokus der Keramikforschung steht. |
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Die Inkunabeln der Ratsschulbibliothek Zwickau. Geschichte und Bestand der Sammlung mit einem Anhang zu den Einblattdrucken des Stadtarchivs Zwickau. Nickel, Holger. 2017. 240 S. 16 Tafeln, 19 z. T. fb. Abb . 25 x 17 cm. Gb. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-194-4 L, Reichert
Die Zwickauer Ratsschulbibliothek ist eine der ältesten Bibliotheken Sachsens, deren früheste gedruckte Bestandteile aus den Jahren 1492/93 und 1498 faßbar sind. Die vermutlich schon um 1291 existierende Stadtschule übernahm nach der Reformation die Bibliothek des örtlichen Franziskanerklosters und erhielt in der Mitte des 16. Jahrhunderts die private Sammlung des Stadtschreibers Stephan Roth (gest. 1546), der sich auch als Buchhändler einen Namen gemacht hat. Die letzte große Bereicherung erfuhr sie durch den Rektor der Stadtschule, Christian Daum (gest. 1687). Unter seinen Erwerbungen finden sich auch Inkunabeln aus dem Erfurter Kloster der Augustinereremiten mit Eintragungen Martin Luthers. |
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Untersuchung zu den Ikonographien von Mönchen und Märtyrern in Ägypten und zu ihren Grundlagen in der koptischen Hagiographie. Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients (22). Nafroth, Carola. Das Wort im Bild. 2017. 440 S. 70 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 148,00. ISBN: 978-3-95490-127-2 L, Reichert
Bilder christlichen Inhalts sind in der Religiosität der koptischen Kirche ein wichtiger Bestandteil und sie bezeugen in Form von Wandmalereien, Ikonen, Buchmalereien und Objekten der Kleinkunst ihre große Bedeutung für den koptischen Glauben. Zur Gestaltung der einzelnen Motive wurde auf hagiographische Schriften zurückgegriffen, in denen das Leben, Wirken und Sterben christlicher Heiliger in anschaulicher Weise dargestellt wird. In den Bildwerken wurden Passagen jener Schriften künstlerisch umgesetzt und dadurch eine für jeden Heiligen spezifische Ikonographie geschaffen. Die Einsicht in die so entstandenen Darstellungsschemata und die ihnen zu Grunde liegenden Textquellen wird durch die Tatsache erschwert, dass der Fokus der Forschung auf diesem Gebiet entweder auf den kunstgeschichtlichen Bereich mit Werken über Ikonen oder Wandmalereien oder den philologischen Bereich in Form der Texteditionen gerichtet ist. In dieser Arbeit wird erstmals zu zwölf ausgewählten Mönchen und Märtyrern in Ägypten das Bildmaterial aus dem 5.–18. Jahrhundert und die für die Ikonographien maßgeblichen hagiographischen Textquellen in einer Monographie in Zusammenhang gestellt. Die Ikonen, Wandmalereien und Buchmalereien stellen hinsichtlich ihrer Quantität und Qualität die wichtigsten Bildträgergruppen dar und bilden daher die breite Basis des Bildmaterials, das durch diverse Objekte der Kleinkunst wie Stelen, Ampullen und Textilien ergänzt wird. Da der ausgewählte Personenkreis auf Mönche und Märtyrer eingegrenzt ist, stellen die koptischen Viten, Martyrien, Enkomien und Wunderberichte sowie das kopto-arabische Synaxarium das entscheidende Textmaterial dar. Die untersuchten koptischen Handschriften werden alle in die Zeit zwischen dem 9. und 14. Jahrhundert datiert. Aus ihnen sind die relevanten Textpassagen sowohl im koptischen Original als auch in einer deutschen Übersetzung angegeben. Der untersuchte Personenkreis ist in die beiden Gruppen „Mönche“ und „Märtyrer“ unterteilt. Dadurch können die eklatanten Unterschiede in den spezifischen ikonographischen Merkmalen jeder Gruppe verdeutlicht werden. Jeder Heilige wird in einem eigenen Kapitel vorgestellt, in dem die Ergebnisse der Untersuchung sowie alle verwendeten Quellen schriftlicher und bildlicher Art in Form eines Katalogs enthalten sind. Die zentralen Ergebnisse der Studie reichen von der ikonographischen Untersuchung zur Benennung der Bildthemen und Verifizierung der Textquellen über Neu-Identifizierungen, Korrekturen und Rekonstruktionen bis zu den ikonographischen Varianten bei den Ikonen des 18. und 19. Jahrhunderts. |
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Götter I. Griechische und ägyptische Gottheiten. Ägyptische Terrakotten in Würzburg (Schenkung Gütte) (2). Hoffmann, Friedhelm; Steinhart, Matthias. Ägyptische Terrakotten in Würzburg (Schenkung Gütte). 2016. 104 S. 122 Abb. 24 x 17 cm. Pb. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-207-1 L, Reichert
Im zweiten Band der Publikationsreihe zur Sammlung hellenistisch-römischer Terrakotten aus Ägypten im Besitz der Universität Würzburg werden 90 Darstellungen von Gottheiten publiziert, deren kultureller Hintergrund sowohl aus ägyptologischer als auch archäologischer Sicht beschrieben wird. Damit ergibt sich ein aufschlussreicher Einblick in die vielfältige religiöse Welt des spätzeitlichen Ägypten wie auch des Einflusses ägyptischer Götterkulte in der griechischen und römischen Welt.
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Antike Plastik. Lieferung 31. Kunze, Christian. 2016. 164 S., 216 Abb., 35 Tafeln, 2 Beilagen. 29 x 22 cm. Gb. EUR 58,00 ISBN: 978-3-95490-177-7 L, Reichert
Im aktuellen Band 31 befasst sich Clemente Marconi mit der Skulptur der sogenannten Göttin von Morgantina, welche aufgrund der handwerklichen Qualität und ihres bemerkenswerten Erhaltungszustands ein exzeptionelles Beispiel der Plastik klassischer Zeit darstellt. Der Autor widmet dieser herausragenden Plastik des reichen Stils sowohl eine detaillierte Beschreibung als auch eine umfassende photographische Dokumentation. Fragestellungen zu Datierung, Material und Technik sowie zu Identifikation, Funktion und Herkunft werden ausführlich diskutiert.Im Beitrag von Dimitris Damaskos zur Statue der Artemis-Bendis aus Amphipolis widmet sich der Autor der vermutlich einzigen bisher bekannten großplastischen Darstellung dieser Gottheit. Die Göttin Bendis wurde im griechischen bzw. thrakischen Bereich zwischen den Flußtälern von Axios, Strymon und Nestos von den Thrakern als Schützerin der Natur und der Tiere verehrt. Der Autor diskutiert die Möglichkeit, die Skulptur als einen frühhellenistischen Kultbild-Typus anzusprechen, womit die Statue das Wissen über hellenistische Kultbilder im makedonischen Teil Griechenlands erheblich erweitert.Stavros Vlizos stellt in seinem Beitrag eine nahezu unbekannte kaiserzeitliche Statuengruppe männlicher Figuren aus dem Piräus vor. Die Skulpturen fallen durch eine besondere Art der ›Bekleidung‹ der nackten jugendlichen Körper und einer Zusammenfügung vielgestaltiger Attribute auf, die innerhalb der griechisch-römischen Plastik keine Parallelen finden.Neben einer ausführlichen Dokumentation widmet sich der Autor Fragestellungen zur Ikonographie und Deutung dieser ikonographisch singulären Figuren.Efi Sapouna-Sakellaraki dokumentiert in ihrem Beitrag ein Meisterwerk der archaischen Plastik: eine Gruppe des Herakles im Löwenkampf aus Oreos, Nord-Euböa. Die ausführliche Beschreibung und kunstlandschaftliche Einordnung dieser Gruppe des Herakles in tödlicher Umarmung mit dem Löwen verdeutlicht ihre große Bedeutung für die Kunstgeschichte der archaischen Zeit. Die Skulpturengruppe bezeugt sowohl, dass bereits in der hocharchaischen Kunst um 560/50 v. Chr. bewegte Handlungsszenen in freiplastischer Form und monumentalem Format dargestellt wurden, als auch, dass auf Euböa schon früh Bildhauerzentren existierten, in denen bedeutende Künstler arbeiteten.In ihrem Beitrag widmet Evi Touloupa den Skulpturfragmenten des sogenannten Athenatempels von Karthaia auf der Kykladeninsel Kea einen detaillierten Katalog mit einer umfassenden photographischen Dokumentation. Dadurch ermöglicht die Autorin zusammen mit dem Bauforscher Sandro Tufano eine Rekonstruktion der Giebelkomposition und der Akroterfiguren. Ihre ausführliche Betrachtung der kunstlandschaftlichen Einordnung dieser Skulpturen verdeutlicht, dass zu Beginn des 5. Jhs. auf Kea die lokale Werkstatt eines bedeutenden Künstlers tätig gewesen sein muss, welche die Bauskulpturen des sogenannten Athenatempels von Karthaia geschaffen hat. |
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Faience material from the Samos Heraion excavations. Webb, Virginia. 2016. 29 x 22 cm. 393 Abb., 43 Tafeln. Engl. 308 S., EUR 78,00 ISBN: 978-3-95490-176-0 L, Reichert
The Heraion on Samos has been known since excavations began in the early nineteen hundreds as the find place of exotic and unusual objects brought as gifts for the goddess Hera from regions outside Greek lands, both East and West, dedicated in the sanctuary and finally buried in deposits of ex-votos. This long awaited study of the objects made of faience complements previous major studies in the Samos series on Cypriot limestone and terracottas (Schmidt) and Egyptian and Near Eastern bronzes (Jantzen). Faience is a colourful and attractive material used for both perfume vessels, figurines, and amulets, but its manufacture is alien to Archaic Greece. Thus it forms part of the interchange of imported technologies and styles which characterises the Orientalising movement in Greece, and it illuminates new routes of contact between Greece and the old world of Egypt and the Near East. Faience objects of unmistakable Egyptian origin come from the Heraion (though they are in the minority). But the greatest number are those which belong to the first two phases of the faience industry, established in East Greece in the second half of the seventh century: in particular they include a large body of figurines which clearly reference foreign cult. The strongest influence on these faience objects comes from the Egyptian sphere, although the exact path this took is still unclear, and other probably Near Eastern influences are also detectable. Samos has already yielded a large number of high quality Egyptian bronzes of XXV/XXVIth Dynasty date, which are the subject of much discussion as to their purpose and dedication. Virginia Webb has an unrivalled knowledge of the faience objects and their context in the East Greek and Egyptian worlds and this book promises to expand our knowledge of this important but up to now little known aspect of foreign dedications. |
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Hellenistische Heiligtümer in Sizilien. Studien zur Sakralarchitektur innerhalb und außerhalb des Reiches König Hierons II. Wolf, Markus. Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts Rom (RQ663), Band: 20 2016. 232 S., 400 Abb. 106 Tafeln, 8 Beilagen. Gb. EUR 78,00 ISBN: 978-3-95490-171-5 L, Reichert
Grundlage der jüngsten Studie von Markus Wolf sind neue Bauaufnahmen an insgesamt fünf hellenistischen Heiligtümern in Sizilien, den Tempeln von S. Caterina und S. Pancrazio in Tauromenion, dem Großen Altar Hierons II. in Syrakus, dem Demeter-Heiligtum in Heloros und dem sog. Oratorium des Phalaris in Agrigent. Mit den Methoden der archäologischen Bauforschung gelangt Wolf so zu neuen Rekonstruktionsvorschlägen und zu weiterführenden Gedanken der zeitlichen und typologischen Einordnung der Bauten. Die in Ostsizilien gelegenen Monumente von Tauromenion, Syrakus und Heloros zeigen dabei eine starke griechische Prägung und sind zweifellos mit der Herrscherpersönlichkeit König Hierons II. und seiner Baupolitik verbunden: Dieser hat seine Hauptstadt Syrakus und die anderen Städte seines Reiches, dem letzten griechischen Reich in Sizilien in hochhellenistischer Zeit, mit einem Netz von neuen Heiligtümern ausgestattet. Der bedeutendste Bau ist dabei der Große Altar in Syrakus, mit 199.45 m Länge der größte Altar der antiken Welt, der mit seinem westlich vorgelagerten, von Hallen gesäumtem Platz außer für das Stieropfer auch für größere Versammlungen genutzt werden konnte. Dadurch wurde der Große Altar zum Zentrum des Reiches Hierons II. Beim sog. Oratorium des Phalaris in Agrigent hingegen, das die Situation in den übrigen Teilen Siziliens außerhalb des griechischen Reiches Hierons II. vertritt, die zu dieser Zeit bereits römische Provinz waren, ist in Gestalt eines Podiumstempels mit Freitreppe eine spezifisch italisch-römische Disposition verwirklicht worden, ein Zeichen der neuen römischen Baupolitik. In einer übergreifenden Betrachtung konnten schließlich alle anderen hellenistischen Sakralbauten Siziliens in die Studie einbezogen werden, um mit einem komparatistischen Ansatz die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse – griechisch, italisch-römisch und punisch – auf die Architektur herauszuarbeiten, in einer Zeit, als Sizilien sich im Spannungsfeld verschiedener Kulturen und Bevölkerungsanteile befand. Darüber hinaus werden in der Arbeit aber auch jeweils Bezüge zu ähnlichen Anlagen in Mittel- und Unteritalien, im griechischen Mutterland und in Kleinasien hergestellt, um so ein umfassendes Bild und eine neue Zusammenschau der sakralen Architektur des Hellenismus zu gewinnen. Über die Betrachtung der Monumente hinaus bildet die Studie eine wichtige Grundlage für eine weitere Beschäftigung mit der Epoche des Hellenismus auch aus Sicht anderer Disziplinen der Altertumswissenschaften wie der Klassischen Archäologie oder der Alten Geschichte. |
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Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Oriental Bible Manuscripts from the Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Eine illustrierte Geschichte / An Illustrated History. Hrsg.: Pehlivanian, Meliné; Rauch, Christoph; Vollandt, Ronny. 2016. 192 S., 94 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 39,90 ISBN: 978-3-95490-209-5 L, Reichert
Die orientalische Handschriftensammlung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz gehört mit ihren 42.000 Bänden zu den bedeutendsten der Welt. Einen hohen Stellenwert nehmen darin die zahlreichen Bibelhandschriften ein. Der in deutscher und englischer Sprache verfasste Band ist reich bebildert und stellt in einundzwanzig Beiträgen die Vielfalt der Rezeptions- und Überlieferungsgeschichte der Hebräischen Bibel und des Neuen Testaments vor. In zahlreichen Sprachen Vorderasiens und Afrikas geben diese Handschriften Aufschluss über die zentrale Bedeutung der Bibel von der Antike bis ins 19. Jahrhundert – unter nahezu allen Gemeinschaften der Region. |
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Die Werkkunstschule Wiesbaden 1949-1970. Die legendäre Talentschmiede . Kunstgeschichte Wiesbaden (4). Hrsg.: Kunstarche Wiesbaden e. V. 2016. 240 S. 189 sw, 127 fb. Abb. 28 x 22 cm. Gb. EUR 24,00. ISBN: 978-3-95490-188-3 L, Reichert
Das Buch beschreibt das pädagogische Konzept der Werkkunstschule Wiesbaden auf dem Schulberg 10 von ihren Anfängen bis zu ihrer Auflösung 1970. Es kommen rund vierzig ehemalige Studierende zu Wort mit ihren abgebildeten Semesterarbeiten. Die Jahresberichte der Direktoren, der Stundenplan und die Selbstdarstellungen dieses sehr begehrten Ausbildungsplatzes werden durch persönliche Erinnerungen wie durch über 200 Presseberichte zu einem lebendigen Kosmos. Die zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Lehrer werden von ihren Schülern geschildert. |
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