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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Architektur und Struktur des nordöstlichen Stadtgebietes von Kharab Sayyar, Nordsyrien. WĂŒrz, Michael. Ausgrabungen Kharab Sayyar (WVQ04), Band: 2. Deutsch-Syrische Ausgrabungen im islamischen Kharab Sayyar (TQ191), Band: 2. 2015. 232 S., 438 Abb., 8 PlĂ€ne. 30 x 21 cm. Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-026-8 L, Reichert
Der zweite Band dokumentiert die Struktur und Architektur der Wohngebiete im SĂŒdosten der Stadt. Die Ausgrabungen in insgeamt acht GebĂ€uden, darunter einer kleinen Moschee, liefern, vor allem durch das Fehlen einer jĂŒngeren Überbauung, besondere Einblicke in ein Wohnviertel einer abbasidischen Provinzstadt.
Das Brixener Passionsspiel 1551 im Kontext seiner Zeit.Edition – Kommentar – Analyse. Fischer, Martin. Imagines Medii Aevi. InterdisziplinĂ€re BeitrĂ€ge zur Mittelalterforschung (SZ140), Band: 36. 2016. 336 S., 47 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-148-7 L, Reichert
In den letzten beiden Jahrzehnten nahm die mediĂ€vistische Forschung zum geistlichen Spiel des Mittelalters und der FrĂŒhen Neuzeit einen ungeahnten Aufschwung. Dennoch stellen fĂŒr einige Spiele, insbesondere des SĂŒdtiroler Raumes, immer noch Editionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts die einzig verfĂŒgbare Textgrundlage dar, was in der Folge auch zum Ausbleiben einschlĂ€giger Untersuchungen zu diesem Bereich gefĂŒhrt hat. Im Rahmen der vorliegenden Studie wird das Brixener Passionsspiel 1551 erstmals vollstĂ€ndig und nach aktuellen editorischen MaßstĂ€ben ediert. Damit stehen nun Text und Melodien in einer verlĂ€sslichen Edition auch anderen mediĂ€vistischen Disziplinen, wie etwa den Musik- und Theaterwissenschaften, der Judaistik und den Geschichtswissenschaften, zur VerfĂŒgung. Nach einer ausfĂŒhrlichen Beschreibung der Handschrift F.B.575 wird das Brixener Passionsspiel im Kontext der Tiroler Spieletradition verortet und mit Blick auf mögliche Vorlagen bezĂŒglich des medialen Status seiner Überlieferung untersucht. Die literarischen Inszenierungsstrategien, Aspekte der PerformativitĂ€t sowie das literarische und historische Umfeld stehen im Zentrum des Analyseteils, wobei in der VerknĂŒpfung von szenisch-dramatischer und theologisch-liturgischer Deutung des Geschehens Konturen der Spielintention sichtbar werden, die neben der Unterweisung im christlichen Glauben und der Heilssicherung wohl vorrangig in der Belehrung und Erbauung des (stĂ€dtischen) Publikums bestand, an dessen MitgefĂŒhl (compassio) durch die Veranschaulichung der Passion Jesu appelliert wurde. In diesem Zusammenhang ist im Vergleich zu den meisten anderen Passionsspielen der Tiroler Spielegruppe sowohl die hohe Zahl als auch die deutlich negative Darstellung der auftretenden Juden auffĂ€llig, was möglicherweise in direktem Zusammenhang mit der Politik Maximilians I. stehen könnte.
Malkurs Chinesische Blumenmalerei. Schritt fĂŒr Schritt mit Lili Yuan. Yuan, Lili. 2014. 96 S., 200 fb. Abb. 23 x 25 cm. Gb. EUR 24,80 ISBN: 978-3-95490-014-5 L, Reichert
Die Kunst der chinesischen Malerei, die auf einer ĂŒber fĂŒnftausendjĂ€hrigen Tradition chinesischer Philosophie und Denkweise basiert, ist einzigartig. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie mit zu den wertvollsten SchĂ€tzen der Weltkultur gehört. Chinesische Malerei strebt nach einer NatĂŒrlichkeit, Stille und Gelassenheit, die auf den Ursprung des Daoismus zurĂŒckzufĂŒhren ist. Das Wesen der Malerei wurde am grĂŒndlichsten durch die Philosophie des Laozi und des Zhuangzi beeinflusst. Die einleitend dargelegte kĂŒnstlerische Gedankenwelt reflektiert die Seele der Lao-Zhuang-Philosophie. Sie ist gekennzeichnet durch eine enge Verbundenheit von Mensch und Natur, durch Offenheit, Toleranz und Ruhe gegenĂŒber der Außenwelt und durch ihre NatĂŒrlichkeit. Diese Philosophie ist die geistige Quelle, aus der die chinesischen Maler zu allen Zeiten schöpften.Die in Shanghai geborene KĂŒnstlerin und Autorin diese Buches, Lili Yuan, leitet seit achtzehn Jahren zahlreiche Malkurse der chinesischen Tuschemalerei in Deutschland und wurde in China mehrfach ausgezeichnet.Durch dieses Buch möchte Sie ihre Erfahrungen der Blumenmalerei teilen und weitergeben. Insgesamt werden 20 Blumenmotive im Stil der feinen Xieyi-Malerei behandelt. Der Malprozess eines jeden Blumenmotivs steht dabei im Mittelpunkt und wird anhand von ĂŒber zweihundert farbigen Abbildungen mit kurzen Textbeschreibungen erlĂ€utert. Dabei ist die PinselfĂŒhrung Schritt fĂŒr Schritt zu erkennen. Darunter befinden sich klassische Motive wie PflaumenblĂŒten, Orchideen, Bambus und Chrysanthemen, aber auch Motive, welche in der chinesischen Malerei ĂŒblicherweise nicht vorkommen, wie Rosen, Mohn, Iris und Weihnachtssterne.
Die Mauern von Syrakus. Das Kastell Euryalos und die Befestigung der Epipolai. Beste, Heinz-J.; Mertens, Dieter, Ortisi, Salvatore. Sonderschriften des Deutschen ArchÀologischen Instituts Rom (RQ663), Band: 18. 2016. 328 S. 374 z. T. fb. Abb. 9 PlÀne. 34 x 25 cm, Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-033-6 L, Reichert
Nach dem dramatischen Ringen 414/413 v. Chr. mit den Athenern, welche Syrakus lange Zeit von der im Norden ĂŒber der Stadt gelegenen HochflĂ€che Epipolai aus belagert hielten, beschloss der Tyrann Dionysios I. angesichts der erneuten Bedrohung durch die Karthager 402 v.Chr., das Plateau mit einer Mauer zu schĂŒtzen. So entstand als wichtigster Teil seiner aufwendigen AufrĂŒstungsmaßnahmen die grĂ¶ĂŸte Verteidigungsanlage der gesamten griechischen Welt mit einer LĂ€nge von ca. 21 km und einer großen Schutzburg, dem sog. Kastell Euryalos, an seiner Westspitze. Die Anlage wurde von den nachfolgenden syrakusanischen Strategen, Tyrannen und hellenistischen Königen (Dionysios II, Timoleon, Agathokles, Hieron II) bis zum Ende des 3. Jhs. v. Chr. immer weiter und monumentaler ausgebaut. Die sog. Langen Mauern dienten dabei weniger der unmittelbaren Befestigung der Stadt, sondern fungierten vielmehr als sog. Landschaftsfestung, um im Kriegsfalle die Landbevölkerung sicher unterzubringen. Die erstmalige Untersuchung dieses gewaltigen Mauerzuges, dessen Bau noch vom augustuszeitlichen Historiker Diodorus Siculus eindrĂŒcklich beschrieben wird, erbrachte neben der Neuentdeckung wesentlicher Bestandteile – Tore, TĂŒrme, ein eigenes Lagerkastell, Straßenverbindungen mit dem Umland – Einblicke in die rasche Wandlung der Verteidigungskonzepte der Zeit nach der Erfindung des Katapults eben durch Dionysios‘ Techniker. Dies gilt besonders fĂŒr das Kastell Euryalos, dessen Entwicklung hin zur komplexesten Burganlage der Klassischen Antike beispielhaft ist fĂŒr die uns auch durch die antike Technik-Literatur der Poliorketiker vollzogenen Gedanken. Der große Archimedes hat dazu nach den neuen Erkenntnissen aber nur noch die – letztlich erfolglose – BestĂŒckung mit Maschinen eingebracht. Die Untersuchung erfolgte auf der Grundlage eines völlig neuen Planes der gesamten Stadt im M 1: 2.000, in dem neben den MauerzĂŒgen alle heute noch sichtbaren archĂ€ologischen Reste eingetragen sind. So beginnt die Arbeit auch mit einer umfangreichen zusammenfassenden Studie zur Stadtgeschichte insgesamt, soweit sie sich in ihren Mauern spiegelt. Darin spielt die Rezeptionsgeschichte des antiken Syrakus seit der Renaissance, in der die weitlĂ€ufigen Mauern der Epipolai als die Stadtmauern der berĂŒhmten antiken Großstadt missverstanden wurden, eine bis heute wirkende Rolle.
Munyat ar-Rummaniya. Ein Islamischer Landsitz bei Córdoba. Teil 1 Palastanlagen. Arnold, Felix; Canto Garcia, Alberto; Vallejo Triano, Antonio. Madrider BeitrÀge (UG577), Band: 34. 2016. 448 S., 295 fb. u. 331 sw Abb., 6 Falttafeln, 9 Beilagen. 32 x 21 cm. Gb. EUR 198,00 ISBN: 978-3-95490-066-4 L, Reichert
In der Glanzzeit des Kalifats war die Stadt CĂłrdoba (Spanien) von luxuriösen Landvillen umgeben. Historische Quellen berichten von prachtvollen Palastanlagen, exotischen GĂ€rten und ausgedehnten LĂ€ndereien. Die Bauten stehen am Anfang einer Entwicklung, die spĂ€ter zum Bau der Alhambra in Granada fĂŒhrte, aber auch auf die europĂ€ische Architektur- und Landschaftsgestaltung Einfluss nahm. Der vorliegende Band stellt erstmals die archĂ€ologischen Zeugnisse einer solchen Landvilla umfassend vor.Der Landsitz ar-Rummaniya liegt am Fuß der Sierra Morena, rund 10 km westlich des Stadtzentrums von CĂłrdoba und 2 km westlich der Palaststadt Madinat al-Zahra’. Die Anlage wurde vermutlich von ad-Durri „dem Kleinen“, einem Finanzminister des Kalifen al-Hakam I., um das Jahr 965 errichtet. Auf einer GesamtflĂ€che von 4,5 ha umfasst sie vier Terrassen, von denen drei als opulente GĂ€rten gestaltet waren. Auf der obersten Terrasse lagen ausgedehnte WohngebĂ€ude sowie ein ungewöhnlich großes Wasserbecken. Architektonischer Höhepunkt war ein prĂ€chtiger Saalbau, der sich einerseits zu dem Wasserbecken, andererseits zu dem Garten öffnete. Der Saal ist insofern von besonderer Bedeutung, als bei der Anlage seiner Arkaden erstmals die Prinzipien der menschlichen Perspektive BerĂŒcksichtigung fanden, fĂŒnf Jahrhunderte frĂŒher als vergleichbare Versuche in der italienischen Renaissance.Die vorliegende Publikation ist Ergebnis eines seit 2006 laufenden Gemeinschaftsprojektes des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts, der Universidad AutĂłnoma de Madrid und des Conjunto ArqueolĂłgico de Madinat al-Zahra. Die Monographie umfasst eine detaillierte Dokumentation aller erhaltenen Überreste des Landsitzes in großformatigen Grundrissen und Ansichten, eine ausfĂŒhrliche Baubeschreibung sowie eine komplette Vorlage der Ergebnisse der archĂ€ologischen Grabungen der letzten Jahre, inklusive der dabei gemachten Keramik- und Metallfunde. BerĂŒcksichtigt wird dabei auch die jĂŒngere Nutzungsgeschichte der Anlage, von der Reconquista bis zum Bau eines modernistischen Landhauses ab 1926. ErgĂ€nzt wird diese erschöpfende Darstellung durch BeitrĂ€ge zur Geschichte, Geologie, Wassertechnik und Botanik des Fundplatzes. Zudem stellt der Band den Landsitz in den Kontext der Entwicklung der Palastarchitektur in CĂłrdoba und der islamischen Baugeschichte in ihrer Gesamtschau.Der Band bildet einen substanziellen Beitrag zur islamischen Baugeschichte des westlichen Mittelmeerraumes. Zudem prĂ€sentiert er neue Aspekte zur Vorgeschichte des gezielten Einsatzes der menschlichen Perspektive in der Architektur und ist damit fĂŒr Kunsthistoriker der italienischen Renaissance von besonderem Interesse.
Divrigi. Unterwegs zur tĂŒrkischen Mystik in Stein. Wöhrlin, Traugott. 2013. 224 S., 28 x 21 cm. 226 meist fb. Abb. Gb. EUR 110,00 ISBN: 978-3-89500-981-5 L, Reichert
Die islamische Mystik – insbesondere deren persische und tĂŒrkische Version – hat sich in einer kaum ĂŒbersehbaren FĂŒlle literarischer und lyrischer Werke ausgedrĂŒckt. Angesichts dieser Dominanz des Wortes fand bislang die Möglichkeit kaum Beachtung, mystische Gedankenbilder könnten sich auch im Ornament z.B. als Portaldekor niedergeschlagen haben. Die erheblich von der orthodox-islamischen Kunst abweichende Bauplastik an der aus dem frĂŒhen 13. Jahrhundert stammenden Freitagsmoschee und dem dort angegliederten Spital in der ostanatolischen Kleinstadt Divriği wurde daher bis in die jĂŒngste Vergangenheit als Exotismus oder als „barocke Entartung“ abgetan. Dennoch waren es nicht zuletzt gerade die merkwĂŒrdigen steinernen Reliefgebilde, die dem Bauwerk 1986 zum PrĂ€dikat „Weltkulturerbe“ verholfen haben, ohne dass jedoch jemand an eine ikonografische WĂŒrdigung oder Deutung der eigenartigen Figuren gedacht hĂ€tte.FĂŒr den mit ornamentaler Symbolik vertrauten Baumenschen und Lehrer im Gestaltungsbereich Traugott Wöhrlin, bestanden nie Zweifel, dass der scheinbar exaltierten Formensprache zumindest eine Ideologie, wahrscheinlicher aber eine religiöse Überzeugung zugrunde liegen mĂŒsse. Auf seinen zahlreichen Begegnungen in den LĂ€ndern des Orients mit den verschiedensten Spielarten der islamischen Kultur und Religion hatte er auch Einblicke in die mystische Dimensionen des Islam gewonnen und mit ihnen die Vermutung, die Kunst von Divriği könne mit dem Sufitum in Verbindung stehen. Ermuntert durch die 2003 verstorbene große alte Dame der deutschen Islamwissenschaft, Annemarie Schimmel, diese Spur weiter zu verfolgen, kam es zu einer intensiven zeichnerischen Bestandsaufnahme vieler ornamentaler Details und dabei zur allmĂ€hlichen Entzifferung einer mystischen Bildersprache. Ohne das islamische Bilderverbot zu verletzen aber auch ohne sich den dogmatischen ZwĂ€ngen der orthodoxen Kunst zu beugen schildert diese ebenso abstrakte wie deutliche Sprache die Liebe als Energiequelle fĂŒr alles Leben und damit als Wesenskern des Göttlichen.Der Autor beschreibt im Buch aber nicht nur die Ergebnisse seiner Studien sondern auch den langen und teils mĂŒhsamen Weg dorthin: Abstecher in die geschichtlichen und geografischen ZusammenhĂ€nge ebenso wie die notwendige Auseinandersetzung mit Regeln und Erscheinungsformen der orthodox-islamischen Kunst sowie den GrundzĂŒgen der islamischen Mystik und anderen religiösen Strömungen lokaler Bedeutung. Durch den bewussten Verzicht auf eine rein wissenschaftliche Darstellung und durch die Einbeziehung subjektiver Erlebnisse und Wahrnehmungen, wird das Buch auch fĂŒr interessierte Laien interessant und leicht lesbar.
Baubefunde und Siedlungsentwicklung der SĂŒdumgehung im Oppidum von Manching. Die Ausgrabungen in Manching (20). Winger, Katja. 2016. 304 S. 90 Tafeln, 259 meist fb. Abb. 32 x 23 cm. Gb. EUR 75,00. ISBN: 978-3-95490-165-4 L, Reichert
Die zwischen 1965 und 1971 ergrabene SĂŒdumgehung bietet mit ihrer LĂ€nge von etwa einem Kilometer beste Voraussetzungen, um die Entwicklung der 380 ha großen Siedlung zu erforschen. WĂ€hrend der nördliche Teil der GrabungsflĂ€che im zentrumsnahen Teil des Oppidums liegt, reicht sie im SĂŒden bis an den Verlauf des Walles. Bereits die Analysen zur Fundverteilung – besonders die Arbeit von Herbert Lorenz – ließen erahnen, dass sich das Ausgreifen der besiedelten FlĂ€che der SĂŒdumgehung von Nord nach SĂŒd besonders gut abzeichnet. Mit diesem Band der Reihe „Die Ausgrabungen in Manching“ werden nun erstmals die vollstĂ€ndigen Befunde der SĂŒdumgehung vorgelegt, mit denen die Besiedlungsgeschichte dieses Bereiches des Oppidums nachgezeichnet wird. Die 140 GebĂ€ude verteilen sich dabei auf acht Bauphasen, in denen sich ganz unterschiedlich genutzte Bereiche - u.a. ein Kultbezirk mit einem Rundbau und Gehöfte mit Langbauten – ĂŒber lĂ€ngere Zeit verfolgen lassen. Neben einem Kapitel zu den Sonderbauten im Kultbezirk widmet sich die Arbeit auch anderen GebĂ€udetypen und stellt anhand von Vergleichen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Oppidums Überlegungen zur funktionalen Deutung an. Bereits wĂ€hrend der Ausgrabungen fielen GebĂ€ude mit gleichen Abmessungen bzw. Zusammensetzungen aus gleichen Bauteilen auf. Den vom AusgrĂ€ber Franz Schubert daraufhin vorgelegten Überlegungen zum keltischen Fußmaß ist ein eigenes Kapitel gewidmet, welches sich kritisch mit der Übertragbarkeit antiker Baumaße auseinandersetzt. Ein weiteres Kapitel beschĂ€ftigt sich mit den Deponierungen der SĂŒdumgehung, deren bekannteste Vertreter die beiden Vogelkopf-AchsnĂ€gel darstellen. Die Bedeutung fĂŒr die Siedlungsentwicklung des gesamten Oppidums wird am Ende des Bandes besprochen. Nach den Erkenntnissen von der SĂŒdumgehung und der Zusammenschau mit anderen bereits ausgewerteten GrabungsflĂ€chen kann von einem sprunghaften Ausgreifen der besiedelten Bereiche am Ende von LT C1 ausgegangen werden. Eine Parallelisierung der Siedlungsphasen mit den drei Bauphasen der Stadtmauer legt nahe, dass der Innenraum des Oppidums auch nach der endgĂŒltigen Zerstörung des Osttors weiterhin zumindest in Teilen besiedelt wurde.
Reichenauer Buchmalerei 850-1070. Berschin, Walter; Kuder, Ulrich. Deutsch. 160. 72 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2016. EUR 39,90. ISBN: 978-3-95490-129-6 L, Reichert
SpĂ€testens um 850 n. Chr. sind auf der Klosterinsel Reichenau die ersten illuminierten Prachthandschriften hergestellt worden. Ab 960 entstehen sie in dichter Folge, die den Bedarf des Klosters bei weitem ĂŒbersteigt. Um 1000 erreicht die Buchkunst der Reichenau den Königshof; Heinrich II. hat seine GrĂŒndung Bamberg mit vielen Reichenauer Handschriften ausgestattet. Unter Abt Bern von der Reichenau (1008–1048) steigt die Menge der auf der Reichenau fĂŒr auswĂ€rtige Besteller geschaffenen Prachthandschriften nochmals an; um 1070 erlischt diese Kunst auf der Insel. Es sind insgesamt noch 58 Prachthandschriften vorhanden, ĂŒber deren Reichenauer Herkunft weitgehend Konsens besteht. Damit weist die Reichenauer Malerschule ein OEuvre auf, das von keiner anderen der Zeit erreicht oder ĂŒbertroffen wird. Das große Thema dieser Schule ist das Leben Christi: Unter Reichenauer Mitwirkung ist der erste ausfĂŒhrliche Leben-Jesu-Zyklus der westlichen Buchmalerei entstanden. Daneben hat aber auch anderes Platz: das Dedikationsbild, der Evangelist, die altgeorgische Figur, das Bischofsportrait, das Herrscherbild, die SĂ€ngerschar, das Leben Johannes des TĂ€ufers. Ungewöhnliche Themen innerhalb der abendlĂ€ndischen Buchmalerei sind der Marientod und Christi Höllenfahrt. Hier werden byzantinische Sujets aufgenommen, wie auch der durchgehende Goldgrund, der um 985 in Konstantinopel nachweisbar ist, bald darauf auf der Reichenau erschent. Das Buch versteht sich als chronologisch geordneter Rundgang durch eine imaginĂ€re Ausstellung aller dieser weit verstreuten Handschriften. Aus jeder Prachthandschrift wird eine reprĂ€sentative Seite abgebildet und erlĂ€utert – in einem Ausnahmefall (nr. 32) sind es drei Bilder. Die Einleitung skizziert die Forschungsgeschichte der Wiederentdeckung Reichenauer Buchmalerei und fasst zusammen, was ĂŒber Themen, Formate, EmpfĂ€nger, Schreiber und Maler etc. aus den Handschriften zu entnehmen ist. Der weltweit bekannteste Teil des Reichenauer Weltkulturerbes soll so in seiner Gesamtheit sichtbar gemacht werden.
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Arnold Gorski. „In den Kulissen“. Gorski, Arnold. Kunstgeschichte Wiesbaden (3). Hrsg.: Kunstarche Wiesbaden e. V. 2016. 68 S. 21 x 21 cm. Pb. EUR 10,00. ISBN: 978-3-95490-166-1 L, Reichert
In den Kulissen – Ein magischer Moment. Ohne Zweifel ist dies ein ganz besonderer Moment, die letzten Sekunden vor Beginn der Vorstellung im Theater. FĂŒr uns Zuschauer sind sie gefĂŒllt mit Spannung, aber auch mit Erwartung, mit Unruhe, zuweilen mit Verlegenheit – ein kurzes GesprĂ€ch mit dem Sitznachbarn, ein prĂŒfender Blick, ob das Handy ausgeschaltet ist, ein letztes HĂŒsteln, bevor der Vorhang sich öffnet. Anders die Situation der Schauspieler, die sich womöglich nach einem GesprĂ€ch in der Kantine, nach den Vorbereitungen in der Maske und der Garderobe auf der BĂŒhne einfinden – und in den Kulissen innerhalb weniger Minuten sozusagen von einem Aggregatzustand in den anderen changieren: vom AlltagsbĂŒrger in die Figur, die sie an diesem Abend verkörpern sollen. Nach dem lockeren Geplauder mit Kollegen ist nun Anspannung, die volle Konzentration auf den Text, auf die Rolle angesagt. Eine Metamorphose, die immer wieder – tĂ€glich neu – eine Herausforderung darstellt und letztlich gelingen muss. Diesen Moment zu erfassen, greifbar und nacherlebbar zu machen, hat sich Arnold Gorski in seinen Studien "In den Kulissen" vorgenommen. Er kann dabei zurĂŒckgreifen auf seine eigenen Erfahrungen als Schauspieler (1959 –1964); aus der Erinnerung heraus gestaltet er – Jahrzehnte ĂŒberbrĂŒckend – die Serie seiner Kulissenbilder. Es geht ihm erkennbar um die Menschen, um die Szene, um den Augenblick. Denn seine Figuren, ihre Gesichter sind nicht ausgemalt, teils werden sie im abstrahierenden Zusammenspiel der Farben eins mit der sie umgebenden Kulisse, faszinieren gerade in ihrer Schemenhaftigkeit. Soweit sich die Bildende Kunst dem Sujet Theater gewidmet hat, stand in frĂŒheren Jahrhunderten -bis zurĂŒck in die Antike - zumeist der Darsteller auf der BĂŒhne im Blickpunkt. ob auf altgriechischen Vasen, römischen Mosaiken, den Figurinen des Rokoko oder Abbildungen aus den AuffĂŒhrungen der Klassik und Romantik, stets wird uns der Charakter in typischer Haltung und Geste nahe gebracht. Gorski hingegen betrachtet das Davor, die AnnĂ€herung an die Rolle, das Innehalten, das Sich-hinein-Begeben ins BĂŒhnengeschehen. Wir ahnen, ausgehend vom KostĂŒm, dass uns mal Komödianten, mal tragische Gestalten begegnen; aber sie sind fĂŒr uns nicht zu fassen. Der Blick in die Kulisse, der uns sonst verwehrt ist, lĂ€sst unserer Fantasie freien Lauf, uns mit einzufinden inmitten der Schauspieler, mit ihnen zu fĂŒhlen, zu empfinden, bereit zu sein fĂŒr den Auftritt. Ich bin ĂŒberzeugt, dass Arnold Gorskis Bilderserie "In den Kulissen" bei vielen Theaterbesuchern Erinnerungen an eigene intensive BĂŒhnenerlebnisse auslösen wird und Anstoß zu den unterschiedlichsten Assoziationen ĂŒber die Welt als BĂŒhne sein kann. In diesem Sinne wĂŒnsche ich diesem BĂŒchlein interessierte und begeisterungsfĂ€hige Betrachter. Helmut Nehrbaß Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Staatstheaters Wiesbaden e.V.
ArchĂ€ologische Untersuchungen zur Siedlungsgeschichte von Thugga. Die Ausgrabungen sĂŒdlich der Maison du Trifolium 2001 bis 2003. Thugga (XCQ48), Band: 3. Ritter, Stefan / Rummel, Philipp von. 2016. 388 S., 520 z. T. fb. Abb. 34 x 25 cm. Gb. EUR 98,00 ISBN: 978-3-95490-031-2 L, Reichert
In diesem Band werden die Ergebnisse eines deutsch-tunesischen Grabungsprojektes vorgelegt, das in Zusammenarbeit zwischen dem ArchĂ€ologischen Institut der UniversitĂ€t Freiburg i. Br. und dem Institut National du Patrimoine, Tunis von 2001 bis 2003 im antiken Thugga durchgefĂŒhrt wurde. Thugga, das heutige Dougga, ist zwar eine der besterhaltenen römischen StĂ€dte in Nordafrika, doch dokumentieren die imposanten Ruinen lediglich den Zustand der Stadt in der spĂ€teren römischen Kaiserzeit. Ziel des Projektes war es daher, erstmals einen umfassenden Einblick in die Stadtgeschichte zu gewinnen. Zu diesem Zweck wurde in einem Wohnareal der Unterstadt, sĂŒdlich der Maison du Trifolium, exemplarisch eine lokale Siedlungsstratigraphie bis zu den frĂŒhesten Spuren menschlicher AktivitĂ€ten hinunter untersucht.Die Auffindung zweier GrĂ€ber aus der ersten HĂ€lfte des 2. Jahrtausends v. Chr. erbrachte die ĂŒberraschende Erkenntnis, dass der Stadtberg von Thugga bereits im spĂ€ten Neolithikum aufgesucht und fĂŒr Bestattungen genutzt wurde. Mit diesen GrĂ€bern wurden Zeugnisse einer Epoche entdeckt, die in Nordafrika insgesamt bisher kaum bekannt ist. GrĂ¶ĂŸere SiedlungsaktivitĂ€ten setzten allerdings erst mehr als ein Jahrtausend spĂ€ter ein. Die Ausgrabung eines großen, mit einem zentralen Wirtschaftshof ausgestatteten Wohnhauses aus hellenistischer Zeit beweist, dass sich bereits die punisch-numidische Stadt bis weit in den SĂŒden des kaiserzeitlichen Siedlungsraumes erstreckte. Dieses WohngebĂ€ude wurde um 100 n. Chr. durch einen grĂ¶ĂŸeren, aber strukturell Ă€hnlichen Neubau ersetzt. Der Neubau bezeugt, dass es noch bis in die mittlere Kaiserzeit HĂ€user gab, die nach dem herkömmlichen Schema punischer Hausarchitektur gestaltet waren, und markiert zugleich die beginnende Umwandlung dieses Stadtbezirkes zu einem gehobenen Wohnviertel. Die spĂ€tantiken Befunde liefern erstmals Anhaltspunkte dafĂŒr, dass in den Randbezirken Thuggas bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. Wohnquartiere aufgegeben wurden. Die Auffindung von zehn SteinkistengrĂ€bern aus vandalisch-byzantinischer Zeit schließlich bezeugt erstmals fĂŒr Thugga die andernorts gut bekannte Sitte, Friedhöfe in aufgelassenen Wohngebieten anzulegen.Mit diesen stratigraphischen Untersuchungen konnte zum ersten Mal in Thugga ein umfassender Einblick in die Besonderheiten der lokalen Siedlungsabfolge, von punisch-numidischer Zeit bis in die SpĂ€tantike gewonnen werden. Mit der Aufarbeitung und Vernetzung des reichen stratifizierten Fundmaterials wurde ein zuverlĂ€ssiges chronologisches GerĂŒst erstellt, welches die historische Einordnung kĂŒnftiger Fundkomplexe aus Thugga und der Region ermöglicht. Zugleich wird erstmals ein reiches Spektrum an chronologisch fixierten, aus geschlossenen Befunden stammenden Funden aus Thugga fĂŒr ĂŒberregionale Vergleichsstudien verfĂŒgbar gemacht.
Architektur und Kult im Kontext. Kleonai (1). Mattern, Torsten. Das Herakles-Heiligtum von Kleonai. 2015. 252 S. 62 Tafeln, 1 Beilage, 224 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-052-7 L, Reichert
Ca. 500 m sĂŒdwestlich der antiken Stadt liegt das Herakles-Heiligtum von Kleonai. Es besteht aus einem tetrastylen dorischen Prostylos und einem ihm gegenĂŒber liegendem Peribolos. Beide stammen aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Der Tempel, dessen Kultbildtorso erhalten ist, kann weitgehend gesichert rekonstruiert werden. Er ist aufgrund der weiten Verbreiterung des Mittelinterkolumniums und der Integration des Altars in die Krepis sehr ungewöhnlich gestaltet. In dem Band wird zunĂ€chst der architektonische Befund des Ensembles vorgelegt und rekonstruiert und anschließend kontextualisiert. Grundlage fĂŒr das VerstĂ€ndnis der Entstehungszeit und der Wahl der Kultinhabers ist die Geschichte der Stadt Kleonai, die deswegen mit Hilfe historischer, epigraphischer und archĂ€ologischer Quellen entwickelt wird. Anschließend wird der Heraklestempel in seinen architekturgeschichtlichen Kontext eingeordnet. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Charakteristika des Baus gelegt und wichtige Elemente hellenistischer Architektur, z.B. Grundrisstypologien oder Mehrmetopenschemata, ausfĂŒhrlich behandelt. Insgesamt erweist sich der Herakles-Tempel als ein gutes Beispiel fĂŒr die Architektur des „Dritten Griechenlands“, der kleineren Orte, welche jenseits der großen kulturellen Zentren das Bild des antiken Griechenlands prĂ€gten, wĂ€hrend die archĂ€ologische Überlieferung zumeist von den Zentren dominiert wird. Jene lokalen Architekturen waren aber in ihrer Gestaltung freier von großen Traditionen und können damit ein Korrektiv fĂŒr unser Bild des antiken Architekturbestandes bilden.
Les figures du temps chrĂ©tien au Moyen Âge. Wolfgang-Stammler-Gastprofessur (21). Schmitt, Jean-Claude. L’histoire en lignes et en rondelles. Franz. 2015. 84 S. 45 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 29,95. ISBN: 978-3-95490-039-8 L, Reichert
Die Frage nach der Zeit steht im Zentrum der Definition von Geschichte als Geisteswissenschaft. Aber was bedeutet die Zeit fĂŒr einen Historiker? Die Zeit ist der zwangslĂ€ufige TrĂ€ger von evolutionĂ€ren PhĂ€nomenen, die der Historiker untersucht und zu erklĂ€ren versucht, die er aber viel seltener selbst zum Objekt seiner Reflexionen macht. Und wenn doch, dann fragt er sich: Was ist Zeit? Was die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft? Die Dauer, das Ereignis, das Datum, das Jahrhundert? Wie ist das VerhĂ€ltnis zwischen der Zeit der Geschichte und der Zeit der Erinnerung? Die historische Dimension des Ganzen: Was sind die Konzeptionen und die ReprĂ€sentationsweisen der Zeit in den vergangenen Gesellschaften? Wie haben die Menschen die Zeit in den vorausgegangenen Zivilisationen gemessen? In welchen zeitlichen MaßstĂ€ben haben sie ihre tĂ€glichen AktivitĂ€ten rhythmisiert? Wir leben heute in einer globalisierten Zeit, mit einer universellen Uhrzeit, gemessen mit den gleichen atomaren Techniken, die immer genauer werden, wohingegen frĂŒher der Bereich der Ausdehnung der Zeiterfassung und der Kalender die rĂ€umlichen Grenzen eines einzelnen Volkes, einer Kultur, eines Königreiches nicht ĂŒberschritten haben. Die Fragen bezĂŒglich der Zeit sind in unserer heutigen Gesellschaft entscheidend. Deshalb ist es umso wichtiger, sie in einer Geschichte zu verorten, die sich aufmerksam den technischen VerĂ€nderungen der Zeitmessung, den Konzepten und jeglichen erdachten und abgebildeten Zeit-Formen in der Vergangenheit widmet. Dazu möchte die vorliegende Publikation mit einer Analyse der mittelalterlichen Darstellungsweisen von Zeit einen Beitrag liefern.
Studien zu den Gladiatorenreliefs der spÀten Republik und der Kaiserzeit aus Italien. Studien zur Antiken Stadt (15); Studien zur Antiken Stadt (15). Flecker, Manuel. Römische Gladiatorenbilder. 2015. 312 S. 272 Abb. 32 x 24 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-097-8 L, Reichert
Die Darstellung von Gladiatoren und ihren KĂ€mpfen gehört zu den zentralen Themen der kaiserzeitlichen Bilderwelt. Durch die Untersuchung von Ikonographie und ErzĂ€hlweise geht die vorliegende Studie erstmals umfassend der Entstehung und Entwicklung der Gladiatorenbilder sowie ihren Funktionen und Botschaften in spĂ€ter Republik und Kaiserzeit nach. Im Zentrum der Arbeit steht dabei die sozialhistorische und kunstgeschichtliche Einordnung von Relieffriesen, die einst die Grabbauten munizipaler WĂŒrdentrĂ€ger in Italien schmĂŒckten. Als konkrete Erinnerungsbilder verwiesen sie auf die Rolle der Grabinhaber als Veranstalter von munera gladiatoria. Die teilweise monumentale Wiedergabe von Gladiatorenspielen auf den GrĂ€bern der editores muneris setzte ganz vereinzelt im spĂ€ten 2. Jh. und der 1. HĂ€lfte des 1. Jhs. v. Chr. in Mittelitalien ein und hatte ihren Höhepunkt in augusteischer Zeit. Bereits fĂŒr die nachaugusteische Zeit zeichnet sich jedoch ein starker RĂŒckgang der Gladiatorenreliefs ab. Die Bilder sind vor allem in den Regionen Mittel- und SĂŒditaliens zu finden, in denen die Stiftung von GladiatorenkĂ€mpfen durch stĂ€dtische Magistrate noch ein Novum und damit eine außergewöhnliche Leistung war. Der Vergleich mit anderen liberalitas-Darstellungen erweist darĂŒber hinaus die herausragende Bedeutung der Gladiatorenreliefs und der dahinter stehenden Veranstaltungen in diesem Zeitraum. Wohl gemeinsam mit nicht erhaltenen Tafelbildern, die bereits fĂŒr das 2. Jh. v. Chr. literarisch belegt sind, stellen die Grabreliefs das erste bildliche Medium ĂŒberhaupt dar, das in großem Umfang GladiatorenkĂ€mpfe zeigt. In diesem Zusammenhang entwickelte sich eine eigene, nahezu ex novo entstandene Bildsprache, die vorbildhaft fĂŒr die gesamte Kaiserzeit werden sollte und die in dieser Studie erstmals detailliert nachvollzogen wird. Die treibende Kraft hinter den sich rasch wandelnden Bildkonzepten sind dabei die Grabinhaber in ihrer Rolle als Spielgeber. Der Blick auf weitere DenkmĂ€lergattungen wie Reliefkeramik, Bildlampen, Graffiti, aber auch auf Wandmalerei und Mosaik vermag es ferner, gewandelte Darstellungsinteressen in unterschiedlichen Kontexten, Zeiten und Regionen aufzuzeigen. Neben der Analyse unterschiedlicher ErzĂ€hlstrategien gilt das Augenmerk darĂŒber hinaus Fragen wie dem VerhĂ€ltnis von Bild und RealitĂ€t, der Rolle von Gewalt oder dem VerhĂ€ltnis von Gladiatur und Eros in den Bildern. Neues Licht auf das Gladiatorenwesen und ihre Ikonographie wirft dabei besonders die Untersuchung der einzelnen armaturae und ihrer Bewaffnung, die in ihrer Bedeutung zwischen Barbarenklischee, existierendem Feindbild, mythischem Heros sowie Kampfstil und besonderen Kampftechniken changieren.
Griechische Keramik nördlich von Etrurien: Mediterrane Importe und archÀologischer Kontext. Internationale Tagung Basel 14.-15. Okober 2011 . Hrsg.: Bonomi, Simonetta; Guggisberg, Martin A. 2015. 232 S. 154 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-072-5 L, Reichert
Griechische Keramik gehört zu den auffĂ€lligsten GĂŒtern, die im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. in die keltischen Machtzentren Mitteleuropas importiert wurden. Lange Zeit galt ihr Nachweis als zentrales Kriterium zur Definition der keltischen ‚FĂŒrstensitze’. Griechische Keramik, so die Annahme, diente der Vermittlung mediterraner Trinksitten in den mitteleuropĂ€ischen Raum. Neue Funde aus Kontexten, die nicht mit dem herkömmlichen Bild des ‚FĂŒrstensitzes’ korrespondieren, sowie das immer dichter werdende Netz der Fundpunkte diesseits und jenseits der Alpen legen jedoch eine differenziertere Bewertung des PhĂ€nomens „Importkeramik“ nahe. Die im vorliegenden Band vereinten TagungsbeitrĂ€ge beleuchten die Rolle der griechischen Luxuskeramik als Medium des kulturellen Austauschs zwischen der mediterranen und der mitteleuropĂ€ischen Welt am Beispiel von Alt- und Neufunden aus der Zone nördlich und sĂŒdlich der Alpen.
Hellenistische HerrscherportrĂ€ts auf SiegelabdrĂŒcken aus Paphos (Paphos IV B) . Kyrieleis, Helmut. ArchĂ€ologische Forschungen (34). 2015. 220 S. 956 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-077-0 L, Reichert
Bei Ausgrabungen unter den Mosaiken im „Haus des Dionysos“ in Paphos auf Zypern wurden im Jahr 1970 etwa 11000 Tonbullen mit SiegelabdrĂŒcken entdeckt. Von diesen Siegeln werden mit dem vorliegenden Band von Helmut Kyrieleis diejenigen publiziert, die PortrĂ€ts aufweisen. Die eingehende und ausfĂŒhrlich dokumentierte Untersuchung der mehr als 1000 Siegel erbringt wesentliche Erkenntnisse zur spĂ€thellenistischen Ikonographie sowie zum Siegelwesen der Epoche.
In the series of “ArchĂ€ologische Forschungen” (Archaeological Studies), monographs on the various areas of research in Classical Archaeology are published, mainly concentrating on studies concerning architecture, urban research, topography and everyday culture of Greece, Asia Minor, and the periphery of the Greek world. The chronological scope ranges from the beginning of periodized history to late antiquity. The following volumes, partly to be published in sub-series, will present the findings of research and excavations in the Hellenistic and Roman towns of Priene, Aizanoi and Pompeii. “ArchĂ€ologische Forschungen” are edited by the Head Office of the Deutsches ArchĂ€ologisches Institut (German Archaeological Institute) in Berlin.
Der „Korinthische Tempel“ von Knidos. Ein reprĂ€sentativer Grabbau der römischen Kaiserzeit. Mert, Ibrahim Hakan. Knidos-Studien (2). 2015. 176 S. 134 Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-057-2 L, Reichert
Der Band stellt einen wichtigen Bau der bekannten, aber noch immer unzureichend untersuchten und dokumentierten antiken Stadt Knidos vor. Das bisher als Tempel bekannte Monument erweist sich als aufwendiger Grabbau und damit als aussagekrĂ€ftiges Dokument fĂŒr die Selbstdarstellung eines Angehörigen der lokalen Elite im römisch-kaiserzeitlichen Knidos. Besonderes Interesse findet in diesem Zusammenhang die Kombination östlich-griechischer und westlich-römischer Architekturelemente.
Rings of the Ancient World. Egyptian, Near Eastern, Greek, and Roman Rings from the Slava Yevdayev Collection. Spier, Jeffrey; Ogden, Jack. Engl. 2015. 152 S. 179 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-048-0 L, Reichert
The Yevdayev Collection of ancient rings comprises 59 superb examples from Egypt, Phoenicia, Persia, Greece, Etruria, and Rome, dating from the second millennium BC to the fourth century AD. The rings are of many different shapes, most made of gold or silver and often set with gems, but some are carved from semiprecious stone, amber and shell. The collection begins with four Egyptian rings of the New Kingdom period of various types and materials, including an amethyst scarab set in a gold swivel-ring, a ring carved from cornelian with the cartouche of Pharaoh Thutmose III, and a silver ring with the name of Amenhotep II. These are followed by rare examples of a Hittite gold ring and a Persian ring carved from shell. There is a good selection of Phoenician rings dating from the seventh to fifth century BC, including rings in gold and stone scarabs set in rings. Other unusual rings include Persian examples of the Achaemenid and Sasanian period, a unique diamond ring that is likely Kushan, a Central Asian ring in Scythian style, and a gold ring with South Arabian inscription.Greek and Roman rings are particularly well represented. Classical Greek rings dating from the fifth and fourth centuries BC include examples in gold with engraved bezels, bezels decorated with filigree and granulation, and a rare ring with a swivel bezel decorated with figures in gold foil under glass. Hellenistic rings, dating from the third to first centuries BC are often set with large and fine gems, often engraved, and hoops carved in architectural style. There is also a Hellenistic ring carved from black glass and a fine example of a gold snake ring decorated with an emerald. The Roman rings date from the time of Augustus in the late 1st century BC to the fourth century AD. Many of the rings are gold set with finely engraved gems in amethyst, cornelian, green chalcedony, red jasper, and nicolo and include important portraits of Agrippina Senior in cameo and Septimius Severus in chalcedony. Other rings are set with rare gems, including an aquamarine and a diamond. There are also rings carved from other materials, including rock crystal and amber. The catalogue concludes with gold rings of the later empire (third-fourth century AD), typically with large, carved gold hoops and unengraved gems.The rings in the Yevdayev collection are notable not only for their exceptional design and craftsmanship, but for their rich imagery engraved on the rings and gems. The publication will appeal to both students of ancient art and history and to collectors and lovers of jewelry and fine art. The accompanying text places the rings in their historical and artistic context and provides valuable technical observations.
Ägyptens Aufbruch in die Geschichte. FrĂŒhe (Kultur-)Technologien im Niltal – Highlights aus dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin. Kuhn, Robert. Ägypten im Blick (1). 96 S. 100 meist fb. Abb. 22 x 16 cm. Pb. L, Reichert Verlag, Wiesbaden 2015. EUR 15,90. ISBN: 978-3-95490-119-7 L, Reichert
Mit diesem Thema rĂŒckt eine Epoche in den Vordergrund, die fĂŒr die Entwicklung der Ă€gyptischen Kultur grundlegend war und doch in der Wissenschaft hĂ€ufig als ein bloßer „Vorspann“ der nachfolgenden Perioden angesehen worden ist. TatsĂ€chlich vollziehen sich wĂ€hrend dieser nahezu 500.000 Jahre andauernden Periode nicht nur die Besiedlung des Niltals, sondern auch der stufenweise Prozess der Neolithisierung mit herausragenden technologischen Neuerungen und der Entwicklung ausdifferenzierter SozialgefĂŒge und Siedlungsstrukturen. Aus dieser Zeit, die schließlich in der GrĂŒndung eines der ersten Einheitsstaaten der Weltgeschichte um ca. 3100 v. Chr. mĂŒndet, verfĂŒgt das Berliner Ägyptische Museum und Papyrussammlung ĂŒber einen reichen Bestand, der erstmals einem breitem Publikum prĂ€sentiert wird.
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Iara, Kristine. Hippodromus Palatii. Die Bauornamentik des Gartenhippodroms im Kaiserpalast auf dem Palatin in Rom. 2015. 272 S. 87 Abb. 29 x 22 cm. Palilia (30). EUR 29,90. ISBN: 978-3-95490-088-6 L, Reichert
Der Kaiserpalast auf dem Palatin in Rom hatte als Sitz der römischen Kaiser ĂŒber Jahrhunderte Bestand. Bedeutende Teile sind von ihm erhalten, allerdings hauptsĂ€chlich als Mauern in Opus caementicium ohne die ursprĂŒngliche architektonische Ausstattung. Trotz seiner immensen architekturhistorischen und soziopolitischen Bedeutung ist der Palast erst seit den letzten 20 Jahren Gegenstand von systematischen wissenschaftlichen Untersuchungen. Diese Monographie hat einen bedeutenden Teil des Palastes zum Thema – den Gartenhippodrom und seine Architekturdekoration. In zweierlei Hinsicht erhellt sie zentrale Punkte der römischen Architekturgeschichte: Durch die geschlossene Vorlage und die umfassende Analyse der Architekturdekoration des Gartenhippodroms trĂ€gt sie zur Erforschung des stadtrömischen Ornaments bei. Zugleich schließt sie eine LĂŒcke in der Erforschung des Kaiserpalastes.Der Hippodrom mit einer flavischen und einer severischen Hauptbauphase ist eine der grĂ¶ĂŸten Gartenanlagen des Palastes. Er ist zum Teil in aufgehendem Mauerwerk, zum Teil in rund 900 fragmentierten Marmorbauteilen erhalten. Im ersten Teil der Arbeit werden diese Bauteile und ihre Ornamentik erstmals vorgelegt und analysiert. Auf dieser Grundlage wird die Rekonstruktion der Architekturdekoration des Hippodroms unternommen.Der zweite Teil der Arbeit ist der Gesamtbewertung der Baudekoration und des Bauwerks gewidmet. Typologisch gehört es zu den hippodromi, einer bestimmten AusprĂ€gung römischer GĂ€rten aus der Villenarchitektur. Die Analyse seiner Architekturdekoration und seine Bewertung innerhalb der Palastanlage insgesamt sowie im Kontext der Garten- und Villenarchitektur der Kaiserzeit fĂŒhren zu einem neuen VerstĂ€ndnis des Bauwerks und seiner Integration in den stadtrömischen Kaiserpalast. Der Gartenhippodrom auf dem Palatin ist ein herausragendes Exemplar dieses Bautypus. Er zeigt die aus der aristokratischen Villenarchitektur ĂŒbernommene Bauform in einer gesteigerten, raffinierten Version. Die Integration einer bekannten, in der Villenarchitektur bereits etablierten Bauform in den Palast des Kaisers hatte grĂ¶ĂŸtmögliche Wirkung bei gleichzeitiger Akzeptanz in der Bevölkerung zum Ziel: Durch die Bekanntheit des Bautypus wurde der Eindruck von Extravaganz vermieden, zugleich aber war bereits mit dem Namen hippodromus die Großartigkeit einer solchen Anlage gewiß und verwies auf den Bauherrn, den Kaiser. Aufgrund der Bauform, der Ausstattung und der damit verbundenen Konnotationen bedeutet die Errichtung eines Hippodromgartens im stadtrömischen Palast kaiserliche ReprĂ€sentation auf höchster Ebene.
Christa Moering. Werkkatalog (1929- 2012) und Edition Tagebuch (1944-1956). Hrsg.: von Breitenbach, Petra; Zimmermann, Reinhard. 2015. 576S. 3,2 x 3 cm. 167 Abb., 1413 fb. Abb. EUR 69,00. CHF 89,00. ISBN: 978-3-95490-081-7 L, Reichert
Christa Moering (10.12.1916 – 9.6.2013), aufgewachsen in Beesenstedt bei Halle und in Naumburg, kĂŒnstlerisch in Stettin, Leipzig, Berlin und Frankfurt am Main ausgebildet, verlebte die Nachkriegszeit im Taunus und lebte seit 1950 in Wiesbaden. Dort war sie eine der prĂ€genden Figuren des Kunstlebens. Sie war MitbegrĂŒnderin der „Gruppe 50“, eröffnete 1958 das „Atelier Moering“ und leitete eine eigene Malschule. Bewusst entschied sie sich entgegen der aktuellen kĂŒnstlerischen Strömung (abstrakte Malerei) fĂŒr gegenstĂ€ndliche Malerei und entwickelte eine eigene kĂŒnstlerische Ausdrucksweise. Ihr umfangreiches Werk, in dem auch die EindrĂŒcke ihrer zahlreichen Reisen verarbeitet wurden, ist geprĂ€gt von farbenfrohen, atmosphĂ€risch dichten Ölbildern, Pastellen und Aquarellen. 1978 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde 1996 als erste Frau EhrenbĂŒrgerin der Stadt Wiesbaden. 2008 wurde der zentrale Platz im neuen KĂŒnstlerviertel Wiesbaden nach ihr benannt. 2009 wurde Christa Moering Namensgeberin fĂŒr das von der Stadt Wiesbaden eingerichtete Stipendium fĂŒr bildende KĂŒnstlerinnen in Wiesbaden.
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