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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Falk Eisermann: Verzeichnis der typographischen Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (VE 15). 2004. 8°. 3 BĂ€nde. Zus. 1536 S., 100 Abb., Ln., EUR 148,– ISBN: 3-89500-375-1 L, Reichert
Dieses Werk enthĂ€lt Beschreibungen von etwa 2150 typographischen, in deutscher (inkl. niederdeutscher und niederlĂ€ndischer) oder lateinischer Sprache abgefaßten Einblattdrucken des 15. Jahrhunderts einschließlich solcher BlĂ€tter, die in Ă€lteren Arbeiten als Inkunabeln eingestuft wurden, jedoch ins frĂŒhe 16. Jahrhundert zu datieren sind. Zahlreiche Drucke werden hier erstmals beschrieben. Der Zuwachs gegenĂŒber dem VorgĂ€ngerwerk ,Einblattdrucke des XV. Jahrhunderts‘ (1914), das auch die nicht in Deutschland gedruckten BlĂ€tter berĂŒcksichtigte, betrĂ€gt ĂŒber 500 Nummern. Trotz seiner einheitlichen Erscheinungsform - es handelt sich durchweg um einseitig bedruckte, hĂ€ufig mit Holzschnitten ausgestattete EinzelblĂ€tter mit in sich abgeschlossenem Text, die selbstĂ€ndig publiziert wurden – ist das Medium Einblattdruck von einer enormen formalen und thematischen Vielfalt geprĂ€gt. Überliefert sind Ablaßbriefe und Ablaßbullen, Almanache, amtliches Schriftgut (pĂ€pstliche, kaiserliche, königliche, bischöfliche, fĂŒrstliche und stĂ€dtische Mandate, SchĂŒtzenbriefe, Notariatsinstrumente), humanistische FlugblĂ€tter, volkssprachige Reimpaartexte, Lieder, Gebete, katechetische Kleintexte, Pestregimina, Rezepte, akademische ThesenblĂ€tter, BĂŒcher- und Vorlesungsanzeigen und vieles andere mehr.
Die Katalogisate bieten zunĂ€chst eine Autorbestimmung (bei anonymen Texten einen Sachtitel) und nennen Druckort, Drucker, verwendete Drucktypen und bibliographische Daten: Umfang des Satzspiegels, Zeilenzahl, Ausstattungsmerkmale, z. B. Holzschnitte, Zierleisten, besondere typographische Elemente. Es folgt ein ausfĂŒhrliches Druckzitat, das Initium und Textschluß umfaßt, ggf. weitere wichtige Textstellen auffĂŒhrt und mehrere auf einem Druck enthaltene Texte voneinander absetzt. Wichtige Neuerungen des VE 15 sind die ausfĂŒhrliche Kommentierung von druck- und ĂŒberlieferungsgeschichtlichen, literarischen, historischen und kunst-historischen Problemen der jeweiligen Ausgabe sowie die detaillierte Beschreibung der erhaltenen Exemplare mit Angaben zu Signatur, Erhaltungszustand, handschriftlichen ZusĂ€tzen und Besitzgeschichte. Durch die Verbindung inkunabelkundlicher und historisch-philologischer Methoden werden erstmals die druckgeschichtlichen Kontexte der BlĂ€tter, ihre Entstehungs- und RezeptionshintergrĂŒnde sowie ihre historischen, literarischen und kĂŒnstlerischen TraditionszusammenhĂ€nge herausgearbeitet.
Die beiden KatalogbĂ€nde werden von einem Einleitungsband erschlossen, der eine ErlĂ€uterung des Artikelaufbaus und der Katalogisierungsmethode, ein Register der Drucker, Namen- und Sachregister, Literaturverzeichnis sowie Konkordanzen enthĂ€lt. Etwa 300 von nichtdeutschen Offizinen publizierte Inkunabel-Einblattdrucke sind in einer Negativliste zusammengestellt. Einhundert Abbildungen ermöglichen einen reprĂ€sentativen Überblick ĂŒber die formale und inhaltliche Vielfalt der Drucke. Das VE 15 dokumentiert in umfassendem Zugriff die Bedeutung des Einblattdrucks fĂŒr die Medienwelt des 15. und frĂŒhen 16. Jahrhunderts und stellt einen großen Quellenfundus fĂŒr viele an der typographischen Kultur des spĂ€ten Mittelalters interessierte Disziplinen bereit.
Klemm, Elisabeth: Die ottonischen und frĂŒhromanischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek. 2 Bde/Tle. 2004. 544 S., 689 sw. u. 32 fb. Abb., Textbd: 276 S., Tafelbd: 268 S. 32 x 24 cm. (Kat. d. illuminierten Handschr. d. Bayer. Staatsbibl. In Mchn. 2) Gb EUR 220,- ISBN: 3-89500-348-4 L, Reichert
Madrider Mitteilungen 45, 2004. Engl. /Ital. /Dt. Hrsg. v. Deutsches ArchÀologisches Institut Madrid. 2004. VI, 615 S., 191 Abb., 32 Taf. und 2 fb. Taf. 25 x 19 cm. Ln EUR 98,- ISBN: 3-89500-401-4 L, Reichert
Uerpmann, Hans P /Uerpmann, Margarethe: Stone Age Sites and their Natural Environment. The Capital Area of Northern Oman. Part III. 2004. 280 S. 24 cm. (TĂŒbinger Atlas d. Vorderen Orients (Beih.) B ) Kt EUR 88,- ISBN: 3-89500-373-5 L, Reichert
Elisabet Enß: SpĂ€tantike · FrĂŒhes Christentum · Byzanz. Reihe A. Band 13: Holzschnitzereien der spĂ€tantiken bis frĂŒhislamischen Zeit aus Ägypten. Funktion und Dekor. 2004. 4°. ca 600 S., ca. 1000 s/w-Abb., Gb., ca. EUR 178,– ISBN: 3-89500-398-0 L, Reichert
Die in zahlreichen Sammlungen weltweit zerstreuten Holzschnitzereien des spĂ€tantiken bis frĂŒhislamischen Ägypten sind hier in einem wissenschaftlichen Katalog zusammengestellt. Erstmalig wird durch eine Analyse von Form und Verbindungsmöglichkeiten von mehr als 400 StĂŒcken eine Gliederung der Objekte in Funktionsgruppen ermöglicht. Weiterhin wird der ornamentale und figurale Dekor der Schnitzereien untersucht, zum einen hinsichtlich der Funktion der StĂŒcke und zum anderen in Bezug auf die Dekoration von Objekten anderer Gattungen und/oder Provenienzen des östlichen Mittelmeerraumes.
Die Taliban im Land der Mittagssonne. Geschichten aus der afghanischen Provinz. Erinnerungen und Notizen von ‘AbdurraÂȘmÂĄn PahwÂĄl. Aus dem Dari ĂŒbersetzt und hrsg. von Lutz Rzehak. 2004. 120 S., 4 Abb., Kt. EUR 16,90 ISBN: 3-89500-416-2 L, Reichert
Dieses Buch enthĂ€lt die deutsche Übersetzung einer in Persisch (Dari) verfassten und bislang unveröffentlichten Handschrift, die der Herausgeber und Übersetzer im Herbst 2002 bei einer Forschungsreise nach Afghanistan finden konnte. Die Handschrift beinhaltet persönliche Erinnerungen und Notizen des inzwischen verstorbenen afghanischen Intellektuellen Abdurrahman Pahwal an die Zeit der Taliban-Herrschaft. Diese Aufzeichnungen, grĂ¶ĂŸtenteils wĂ€hrend der Taliban-Herrschaft angefertigt, sind die erste umfassende Schilderung der Geschichte der Taliban aus innerafghanischer Perspektive. In zeitlicher Hinsicht gibt die Handschrift einen chronologisch geordneten Überblick ĂŒber die Ereignisse, die sich vom Auftauchen der Taliban bis zum Ende ihrer Herrschaft im Herbst 2001 zugetragen haben. Gelegentlich wird auch auf frĂŒhere Ereignisse Bezug genommen, die bis in die 1950er Jahre zurĂŒck liegen.
In rĂ€umlicher Hinsicht konzentriert sich die Schilderung auf die Geschehnisse in der Provinz Nimruz, also einer Gegend abseits der in den Medien viel beachteten Regionen Kabul, Kandahar, Kunduz oder Mazar-i Sharif. Nimruz ist in den sonstigen Berichten weitgehend unbeachtet geblieben, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Afghanistans gerade dort zu Hause ist. In ihrer ErzĂ€hlstruktur sind die Erinnerungen Pahwals zwischen oraler ErzĂ€hltradition, Memoirenliteratur und moderner Geschichtsschreibung anzusiedeln. Der Verfasser sieht sich in erster Linie als Bewahrer der Erinnerung an vergangene Ereignisse. Seine Aufzeichnungen weisen einige Merkmale auf, die auch schon aus der persischsprachigen Memoirenliteratur bekannt sind. Abschnitte aus dem Leben des Verfassers werden rekonstruiert und von Zeit zu Zeit mit der Darstellung der Geschichte der Taliban-Herrschaft in Nimruz verflochten. Insgesamt ist das Werk aber keine Autobiographie, denn der Autor folgt seinem Anspruch, vornehmlich politische bzw. historische Ereignisse und Prozesse der jĂŒngeren Vergangenheit festzuhalten und möchte seine schriftstellerische TĂ€tigkeit vor allem unter historiographischen Gesichtspunkten gewĂŒrdigt sehen. Mit der oralen ErzĂ€hltradition verbindet ihn der Brauch, vergangenes Geschehen in Form einzelner Geschichten zu erzĂ€hlen. Auch eine wohlgebildete Geschichte gilt dabei als pragmatisch defizitĂ€r, wenn sie keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Geschehens anbieten kann. Deshalb wird Geschichte wie bei oraler Überlieferung gern in Form von metaphorischen Geschichten erzĂ€hlt, bei denen fiktional-dichterische Elemente gegenĂŒber dem faktualen Geltungsanspruch einer historiographischen Darlegung keine alternative, sondern eine zusĂ€tzliche Dimension der Sinnbildung darstellen. DarĂŒber hinaus wollte Abdurrahman Pahwal aber auch den AnsprĂŒchen jener modernen Geschichtsschreibung genĂŒgen, mit der er aufgrund seiner universitĂ€ren Ausbildung und akademischen TĂ€tigkeit vertraut war. All diese AnsprĂŒche lassen sich in der Absicht bĂŒndeln, vergangenes Geschehen als objektiv sinnvollen und kohĂ€renten Zusammenhang mit erklĂ€rbaren kausalen VerknĂŒpfungen zu begreifen. Gelegentlich bietet Pahwal deshalb analytische Zusammenfassungen oder er fĂŒhrt jene Faktoren an, die das eine oder andere Ereignis seiner Meinung nach bewirkt haben.
Sein Text bietet so anschauliche Informationen ĂŒber die Helfershelfer der Taliban im Ausland sowie aus den Kreisen der einheimischen Bevölkerung. Wir lernen Personen kennen, die es verstanden haben, ungeachtet ideologischer Vorbehalte jedem Herrschaftssystem zu dienen, das es in den vergangenen 25 Jahren in Afghanistan gegeben hat. Das PhĂ€nomen Taliban wird somit seiner ideologischen Überfrachtung entrissen.
Sprachen und Kulturen des Christlichen Orient. Die koptischen Textilien im museum kunst palast DĂŒsseldorf. Teil 1: Wirkereien mit figĂŒrlichen Motiven. Von Karl-Heinz Brune. 2004. 312 S., 34 s/w- und 32 fb. Abb., 24 cm, Gb., mit Bild-CD, EUR 98,- ISBN: 3-89500-397-2 L, Reichert
Das museum kunst palast ehemals Kunstmuseum DĂŒsseldorf beherbergt etwa 500 koptische Textilien, der grĂ¶ĂŸte Teil davon Mitte der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts durch AnkĂ€ufe des KunsthĂ€ndlers Franz Bock erworben. Er hatte auf seinen Reisen nach Ägypten zahlreiche Textilien aus spĂ€tantiker bis frĂŒh-islamischer Zeit erstanden, die er spĂ€ter in Europa an verschiedene Museen verĂ€ußerte. Er selbst war es auch, der in DĂŒsseldorf im Jahre 1887 die erste und bisher einzige Ausstellung dieser damals 458 Exponate organisierte und einen (unbebilderten) Katalog dazu verfasste. Seitdem war diese großartige Sammlung bis auf einige wenige Wirkereien den Blicken der Öffentlichkeit entzogen.
Im vorliegenden Werk werden nun in Form eines Katalogs die 150 StĂŒcke mit figĂŒrlichen Motiven vorgestellt. Sie umfassen den Großteil des ikonographischen Materials, das den Webern in der Zeit der SpĂ€tantike und des frĂŒhen Christentums zur VerfĂŒgung stand. Deswegen lĂ€sst sich an etlichen Beispielen der Übergang von einer paganen zu einer christlich geprĂ€gten Thematik nachvollziehen, wodurch die Rolle der koptischen Kunst als BrĂŒcke zwischen Heiden- und Christentum verdeutlicht wird. Bei der Realisierung dieses Projekts war eine anschauliche und möglichst ausfĂŒhrliche Bilddokumentation ein vordringliches Anliegen. Deswegen wurde fĂŒr diese Publikation der Entwicklung neuer Medien Rechnung getragen und dem Katalog eine Bild-CD beigegeben. Auf ihr sind alle Stoffe, teilweise mit bis zu einem halben Dutzend Detailaufnahmen, im jpg-Format dokumentiert. Um eine möglichst hohe BildqualitĂ€t zu erzielen, wurden die Textilien, soweit möglich eingescannt, also ohne den Umweg ĂŒber das Fotografieren direkt digital erfasst. Das hat entscheidende Vorteile, denn so können die Textilien am Bildschirm in starker VergrĂ¶ĂŸerung und damit in allen Details betrachtet werden. Selbst im Original weniger gut erkennbare Partien können durch digitale Bearbeitung (Helligkeitswechsel, KontrastverstĂ€rkungen) besser visualisiert werden.
Die Tatsache, dass nun am Bildschirm unter UmstĂ€nden mehr Einzelheiten zu erkennen sind als am Original und erst recht auf Buchabbildungen, eröffnet fĂŒr die wissenschaftliche Diskussion natĂŒrlich ganz neue Perspektiven. Speziell die Diskussion z.B. ĂŒber Darstellungen, deren ikonographischer Gehalt noch nicht entschlĂŒsselt worden ist, sollte auf diese Weise eine deutliche Belebung erfahren. 57 der insgesamt 150 Stoffe werden aber in der herkömmlichen Bildform im Buch selbst auf Tafeln prĂ€sentiert, so dass sich auch beim „normalen„ Lesen durchaus ein guter Eindruck der Sammlung gewinnen lĂ€sst.
Verzeichnis der typographischen Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Von Falk Eisermann. 2004. 3 Bde., Bd.1: 360 S., 100 Tafeln; Bd. 2: 636 S., Bd. 3: 652 S., 100 Abb. Ln., 24 cm, EUR 148,- ISBN: 3-89500-374-1 L, Reichert
Das VE 15 enthĂ€lt Beschreibungen von etwa 2150 typographischen Einblattdrucken des 15. und frĂŒhen 16. Jahrhunderts, von denen viele hier erstmals erfaßt werden. Neben der bibliographischen Erschließung bietet der Katalog ausfĂŒhrliche Kommentare zu druck- und ĂŒberlieferungsgeschichtlichen, literarischen, historischen und kunsthistorischen Problemen. Register und Konkordanzen erschließen das Verzeichnis. 100 Abbildungen bieten einen reprĂ€sentativen Überblick ĂŒber die Vielfalt des Materials. Das VE 15 dokumentiert umfassend die Bedeutung des Einblattdrucks fĂŒr die Medienwelt des 15. Jahrhunderts und stellt einen großen Quellenfundus fĂŒr viele an der Kultur des spĂ€ten Mittelalters interessierte Disziplinen bereit.
Governing the Holy City. The Interaction of Social Groups in Jerusalem between the Fatimid and the Ottoman Period. Hrsg.: Korn, Lorenz. 2004. EUR 39,- ISBN: 3-89500-404-9 L, Reichert
The history of Jerusalem during the Islamic Middle Ages was not confined to the foundation of sanc-tuaries, and the struggle over their control — even if these aspects could not be ignored in the context of Jerusalem. Different kinds of sources — buildings, inscriptions, documents and chronicles — inform us about the history of Jerusalem between the Fatimids and the Ottomans, and on the changing social and political factors which shaped the urban environment.

Jerusalem im islamischen Mittelalter — zwischen Fatimiden und Osmanen — hat vor allem durch seine HeiligtĂŒmer, die die Stadt zum wichtigsten muslimischen Heiligtum nach Mekka und Medina erheben, Aufmerksamkeit erfahren. Die umayyadische Ausgestaltung des ehemals jĂŒdischen Tempelberges knĂŒpfte an die alten Heiligtumstraditionen an und schuf ein einzigartiges architektonisches Ensemble. Auch wenn diese PrĂ€gung an keiner Stelle außer Acht gelassen werden kann, nĂ€hert sich Governing the Holy City dem PhĂ€nomen des islamischen Jerusalem aus einem anderen Blickwinkel: Wie behandelten Herrscher und Gouverneure die Stadt, und wie lebten darin die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen?
Die in diesem Buch versammelten AufsĂ€tze behandeln Themen aus der Geschichte Jerusalems ĂŒber einen Zeitraum von ĂŒber sechshundert Jahren. Kann man in Anbetracht der politischen WechselfĂ€lle von einer kontinuierlichen gesellschaftlichen Entwicklung in Jerusalem sprechen? Wie stellt sich die Situation wĂ€hrend und nach der Kreuzfahrerherrschaft in dieser Hinsicht dar? Wandelte sich die Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen an stĂ€dtischen Angelegenheiten?
Wie artikulierte sich Opposition? Welche Art von Selbstdarstellung betrieb die politische FĂŒhrung? Unter diesen Vorzeichen lassen sich verschiedene Aspekte der politischen Kontrolle ĂŒber die Stadt darstellen. Dabei werden die verschiedensten Quellen berĂŒcksichtigt: Sie reichen von Bauten ĂŒber Inschriften und Urkunden bis zu chronikalischer Literatur. Die BeitrĂ€ge zu diesem Sammelband gehen auf ein Panel auf dem 28. Deutschen Orientalistentag in Bamberg zurĂŒck. Teilnehmer verschiedener NationalitĂ€t, darunter insbesondere PalĂ€stinen-ser und Israelis, diskutierten die Geschichte des islamischen Jerusalem.
Aus der Perspektive des Historikers wird nicht nur deutlich, dass die Herrschaft ĂŒber die Stadt immer wieder umstritten war, sondern auch, wie Mechanismen von Herrschaft und Opposition funktionierten.

Fachgebiete:
Islamwissenschaft, Mittelalterliche Geschichte, Byzantinistik, Osmanistik/Turkologie, Kunstgeschichte
Theis, Lioba: FlankenrĂ€ume im mittelbyzantinischen Kirchenbau. Zur Befundsicherung, Rekonstruktion und Bedeutung einer verschwundenen architektonischen Form in Konstantinopel. 2004. 376 S., 259 Abb. 24 cm. (SpĂ€tantike FrĂŒhes Christentum Byzanz. B 18) Gb EUR 98,- ISBN: 3-89500-359-X L, Reichert
SpĂ€tbyzantinische Kirchenanlagen (seit dem 13. Jh.) in den ehemaligen Kernbereichen von Byzanz, besonders in Konstantinopel, Griechenland, aber auch auf dem Balkan sind in der Regel viel-teilig. Sie bestehen aus dem Kernbau von Bema, Naos und Narthex und werden hĂ€ufig auf Nord- und SĂŒdseite von NebenrĂ€umen flankiert. Die vorliegende Untersuchung erbringt den Beweis, daß solche Anlagen schon in mittelbyzantinischer Zeit (sicher seit dem 10. Jh.) in der Hauptstadt Konstantinopel entwickelt wurden und sich von dort in den byzantinischen Kernlanden, aber auch in allen von Byzanz beeinflußten LĂ€ndern (z.B. in Russland) verbreitet haben. Form und Funktion dieser Raumteile im VerhĂ€ltnis zum Gesamtbau werden anhand des archĂ€ologischen Befundes der konstantinopolitanischen Beispiele exemplarisch untersucht.
Monumenta Artis Romanae (MAR). Hg. vom Forschungsarchiv fĂŒr Antike Plastik am ArchĂ€ologischen Institut der UniversitĂ€t zu Köln. Band II: Römische Skulpturen des spĂ€ten Hellenismus und der Kaiserzeit. Teil 2: Werke nach Vorlagen und Bildformeln hellenistischer Zeit sowie die Skulpturen in den Magazinen (= MAR XXXIV). Bearbeitet von Christiane Vorster. 2004. 376 S., 560 s/w-Abb., 24 cm, Ln., EUR 110,- ISBN: 3-89500-392-1 L, Reichert
Mit dem vorliegenden Katalogband wird die Publikation der rundplastischen Idealskulpturen des Museo Gregoriano Profano zum Abschluß gebracht. Im Hauptteil des 172 DenkmĂ€ler umfassenden Kataloges werden die im Museum ausgestellten Skulpturen, die hellenistischen Vorbildern folgen, in ausfĂŒhrlichen Katalogtexten vorgelegt. Ein zweiter Teil ist den magazinierten Skulpturen gewidmet, deren Bearbeitung erst durch einen Ende der 90er Jahre erfolgten Umbau der vatikanischen Skulpturenmagazine möglich wurde. Ziel des Katalog ist, die besprochenen Skulpturen nicht nur typologisch und chronologisch einzuordnen, sondern sie darĂŒberhinaus als Elemente einer umfassenden römischen Bildsprache verstĂ€ndlich zu machen.
Fleischer, Andrea: Zisterzienserabt und Skriptorium. Salem unter Eberhard I. von Rohrdorf (1191-1240). 2004. 324 S., 95 Abb. 24 cm. Ln EUR 68,- ISBN: 3-89500-315-8 L, Reichert
Im Zentrum dieser Arbeit steht das Zisterzienserkloster Salem, das 1134 gegrĂŒndet wurde und durch seine NĂ€he zum Bodensee in eine Kulturlandschaft eingebunden ist. Zu nennen sind die Klöster Reichenau, St. Gallen, Weißenau, Weingarten, die Konstanzer Dombibliothek und auch das weiter entfernt gelegene Zwiefalten.
Unter dem fĂŒnften Abt von Salem, Eberhard I. aus der einflussreichen Familie der Grafen von Rohrdorf bei Meßkirch, erlebte das Zisterzienserkloster eine wirtschaftliche ProsperitĂ€t, die auch dem Skriptorium einen ersten Höhepunkt beschied. In einer ausfĂŒhrlichen palĂ€ographischen Untersuchung wird die Salemer Schreibschule dieser Zeit rekonstruiert, und in einem kunsthistorischen Teil werden die verschiedenen Initialstile der Werkstatt untersucht.
Auf diesen Grundlagen basieren die nachfolgenden Fragestellungen, inwieweit die Ausstattung der Salemer Handschriften mit den rigiden Statuten des Zisterzienserordens konform ist und den Ă€sthetischen Vorstellungen des bedeutendsten Zisterziensers Bernhard von Clairvaux entsprechen. Dabei wird das Skriptorium sowohl im Vergleich mit seinem zisterziensischen Schwesterkloster Kaisheim betrachtet als auch im Spannungsfeld seiner Eingebundenheit in eine bereits bestehende Klosterlandschaft — hervorzuheben sei das Kloster Weingarten unter Abt Berthold und Zwiefalten mit Reinhard von Munderkingen. Im Folgenden wird die Wissenschaftspflege der Zisterzienser behandelt sowie zusammengestellt, welche Texte in der Salemer Klosterbibliothek zu Beginn des XIII. Jahrhunderts abgeschrieben und gesammelt wurden. Schließlich erfĂ€hrt die eigene literarische Produktion eine besondere WĂŒrdigung. Aus der Feder eines gewissen Johannes Gallus sind Gedichte auf Dietheim von Krenkingen, dem Abt von der Reichenau und Bischof von Konstanz, der in Salem seine letzte RuhestĂ€tte fand, ebenso ĂŒberliefert wie ein Epitaphgedicht auf zwei bislang unbekannte Grafen, die als Mitglieder der Familie des Eberhard von Rohrdorf identifiziert werden konnten und als Laien in Salem ebenfalls eine Grabliege erhielten.
Einen besonderen Höhepunkt bilden aber die Verse des Johannes Gallus ĂŒber den Staufer Philipp von Schwaben, der 1208 in Bamberg hinterrĂŒcks ermordet wurde. Diese werden mit anderen zeitgenössischen Gedichten ĂŒber den Königsmord zu Bamberg verglichen. Ferner wird eine Vision ĂŒber ein Eucharistiewunder — auf Abt Eberhards Veranlassung in Salem niedergeschrieben — in dieser Arbeit nach der Urfassung ediert. Mit der Zusammenstellung der Texte, die in Salem gesammelt wurden, und der WĂŒrdigung der eigenen literarischen Produktion gelang es, das bislang gĂŒltige Bild zu revidieren, dass Eberhard von Rohrdorf ein nĂŒchterner Zisterzienser gewesen wĂ€re, der sich um kulturelle Angelegenheiten wenig Verdienste erworben hĂ€tte. Vielmehr förderte und kultivierte der Zisterzienserabt die Hagiographie und die Visions- und Mirakelliteratur sowie die Memoria an Menschen, die mit Salem verbunden waren, in hohem Maße.
Contributions to Tibetan Studies, Edited by David P. Jackson, Vol. 2. Die Statue und der Tempel des Arya Va-ti bzang-po. Ein Beitrag zu Geschichte und Geographie des tibetischen Buddhismus. Von Franz-Karl Ehrhard. 2004. 656 S. 65 Abb. und Faltkarte, Ln., EUR 98,- ISBN: 3-89500-306-9 L, Reichert
Studie zum Kult des Bodhisattva Avalokitesvara in Mang-yul sKyid-grong im sĂŒdwestlichen Tibet anhand eines PilgerfĂŒhrers des Brag-dkar rta-so sPrul-sku Chos-kyi dbang-phyug (1775– 1837). Neben der annotierten Übersetzung dieses als Manuskript erhaltenen Werkes werden weiterhin zwei als Blockdrucke erhaltene Texte aus dem 16. Jh. vorgestellt, die als Ă€lteste xylographierte PilgerfĂŒhrer des tibetischen Kulturraumes gelten. Damit kann die religiöse Geographie einer Region erhellt werden, die einen zentralen Platz im kulturellen GedĂ€chtnis der Tibeter einnimmt. Die fĂŒr die Tibetologie und verwandte Disziplinen erstmals zugĂ€nglich gemachten Quellen enthalten auch Lobpreise fĂŒr das Standbild aus der Feder verschiedener Vertreter der Inkarnationsreihe der Dalai Lamas.
Böhm, Stephanie: Klassizistische Weihreliefs. Zur römischen Rezeption griechischer Votivbilder. 2004. 132 S., 81 Abb. 29 cm. (Palilia 13) Pb EUR 22,- ISBN: 3-89500-383-2 L, Reichert
In diesem Band werden römische Marmorreliefs mit Götterbildern vorgestellt, die in der Art klassischer Weihreliefs gestaltet sind. Es handelt sich um klassizistische Arbeiten der spĂ€ten Republik und Kaiserzeit, die sich am Vorbild der griechischen Votive orientieren, diese aber nicht kopieren. Die eigenstĂ€ndige Leistung der klassizistischen Bildhauer besteht darin, eklektische Neuschöpfungen geschaffen zu haben, deren Charakter sich in der Rezeption von Bildkompositionen und Figurentypen sowie in der architektonischen Gestaltung und im Format offenbart. Im Hinblick auf die Figurentypologie bediente man sich auch der Anregungen, die spĂ€tklassische Urkunden- und Grabreliefs boten. Doch nicht nur retrospektive ZĂŒge kennzeichnen die Reliefs als klassizistische Neuschöpfungen. Oft fließen beim eklektischen Kombinieren auch Elemente des zeitgenössischen Bildrepertoires ein.
Bemerkenswert ist indes die Stilsicherheit, durch die sich klassizistisch arbeitende WerkstĂ€tten auszeichnen. Stilformeln der Klassik werden derart gekonnt eingesetzt, daß ein Relief, dessen Figurenschmuck zum grĂ¶ĂŸten Teil aus eklektischen Neuschöpfungen besteht, einen ungewöhnlich klassischen Eindruck evoziert.
Besonders enge Verbindungen bestehen zwischen den klassizistischen Reliefs und den verschiedenen DenkmĂ€lergattungen des römischen Ausstattungsluxus. Innerhalb des römisch-klassizistischen Kunstbetriebes muß fĂŒr die klassizistischen Weihreliefs jedoch der Status einer eigenstĂ€ndigen DenkmĂ€lergattung postuliert werden.

Joining Greek tradition was seeked by the sculptors who produced the marble reliefs dealt with in this study: reliefs which are held in the manner of Greek classical votive reliefs. But in fact they are no productions of the fifth or fourth century B.C., but classicist creations, dating of the late Roman Republican or imperial period. The artist’s aim was not to copy the classical prototypes. They were understood as source of inspiration. The results were creations of obviously ecclectic character basing on the reception of pictorial compositions and typology of Greek relief art. There are many features in common with other categories of Roman decorative art. Nevertheless the function of the classicist votive reliefs was not purely decorative.
Über die Autorin:
Prof. Dr. Stephanie Böhm, geb. 1958, Studium der Klass. ArchĂ€ologie, Vor- und FrĂŒhgeschichte und Alten Geschichte in Heidelberg und Bonn. Promotion 1986 in Heidelberg.
Reisestipendium des Deutschen ArchÀologischen Instituts 1986-87. 1988-1995 Wissenschaftliche Assistentin am ArchÀologischen Institut Bonn. 1994 Habilitation in
Bumiller, Manfred: Tropfenförmige AnhĂ€nger. Typologie frĂŒhislamischer Bronzen der Bumiller-Collection. 2002. 294 S., 195 Abb. 30 cm. (Museum f. FrĂŒhislam. Kunst in Bamberg 6) Pb EUR 120,- ISBN: 3-88226-871-9 L, Reichert
FĂŒrbeth, Frank: Heilquellen in der deutschen Wissensliteratur des SpĂ€tmittelalters. 2004. 452 S. 24 cm. (Wissenslit. im Mittelalter 42) Ln EUR 59,- ISBN: 3-89500-396-4 L, Reichert
Dieses Buch behandelt die Genese einer Textgattung, die im spĂ€tmittelalterlichen Italien anlĂ€ĂŸlich der Analyse und Beschreibung der Wirkkraft natĂŒrlicher Heilquellen entwickelt wurde. Es verfolgt die Rezeption dieser Textgattung im deutschen Raum und ihre Diversifizierung im Zusammenhang mit unterschiedlichen Gebrauchsinteressen von akademischen Ärzten und medizinischen Laien.
The Baloch and Their Neighbours. Ethnic and Linguistic Contact in Balochistan in Historical and Modern Times. [Afghanistan] Hrsg.: Korn, Agnes /Jahani, Karina. 2004. 380 S., 10 Ktn 24 cm. Gb EUR iVb ISBN: 3-89500-366-2 L, Reichert
Stadler, Martin A: Ägyptische Mumienmasken im Martin von Wagner Museum der Julius-Maximilians-UniversitĂ€t WĂŒrzburg. (Schenkung GĂŒtte). 120 S., 19 sw. u. 16 fb. Abb. 24 cm. Gb. L. Reichert, Wiesbaden 2004. EUR 29,- 12. Januar 2005 ISBN: 3-89500-361-1 L, Reichert
Auf den ersten Blick wĂ€re zu erwarten, daß ein fĂŒr die altĂ€gyptische Kultur derart prominentes Charakteristikum wie Mumienmasken ein wohlerforschtes Gebiet ist. Wem fielen nicht herausragende Beispiele wie die goldenen Masken der Tuja oder des Tutanchamun ein? Doch hĂ€ufig ist in der Ägyptologie gerade das in der öffentlichen Wahrnehmung Typische nur unzureichend oder gar nicht erforscht, was an der gewaltigen MaterialfĂŒlle liegt, der nur wenige Ägyptologen gegenĂŒberstehen. So sind auch die Mumienmasken ein bislang von der Ägyptologie nur oberflĂ€chlich gestreiftes Gebiet. Fragen der Datierung und der Provenienz sind noch nicht voll befriedigend beantwortet, ebenso wurden das ikonographische Programm und damit die religiösen Aussagen, die aus den Mumienmasken abzuleiten sind, kaum systematisch diskutiert.
Der vorliegende Band beschĂ€ftigt sich mit diesen Fragen aus Anlaß der Veröffentlichung von zwölf bislang unpublizierten Ă€gyptischen Mumienmasken, die sich heute im Martin von Wagner Museum der UniversitĂ€t WĂŒrzburg befinden. Sie wurden vom Privatsammler Friedrich GĂŒtte der UniversitĂ€t WĂŒrzburg geschenkt, wobei die Herkunft unbekannt ist. Diese Masken sind weder stilistisch noch chronologisch eine homogene Gruppe. Auch ihr Erhaltungszustand ist ganz unterschiedlich. Deshalb ist es nötig, zunĂ€chst ĂŒber den kunsthistorischen Vergleich eine Datierung und Provenienz zu etablieren, um dann diese StĂŒcke in Farbabbildungen erstmals der Öffentlichkeit vorzulegen. Zwar ist die grobe chronologische Einteilung in die ptolemĂ€ische bis frĂŒhkaiserzeitliche Epoche fĂŒr die WĂŒrzburger Gruppe eindeutig, doch ist dies bei einer 400jĂ€hrigen Zeitspanne nur eine grobe Datierung. In dieser Arbeit ist versucht worden, diese nĂ€her einzugrenzen.
Da die meisten Masken mit einem reichen Bildprogramm dekoriert sind, darf auch der religionshistorische Hintergrund nicht vernachlĂ€ssigt werden. Zwar haben andere Museen schon in ihren Katalogen fĂŒr einzelne Masken kurze ErlĂ€uterungen gegeben, aber die Ikonographie nicht als System aufgearbeitet. Hier werden nun die Bilder und Symbole auf den WĂŒrzburger Masken erstmals unter Einbeziehung der Textquellen systematisch erlĂ€utert und in einen ĂŒbergreifenden Gesamtzusammenhang gestellt.
Dadurch wird ein Beitrag zur Ă€gyptischen Totenreligion in der spĂ€tptolemĂ€ischen und frĂŒhkaiserzeitlichen Epoche geleistet, als die altĂ€gyptische Kultur sich bereits knapp 300 Jahre lang mit der hellenistischen Kultur in einem Spannungsfeld befand. Die Abgrenzung gegenĂŒber dem Hellenismus oder Öffnung ihm gegenĂŒber wird auch an den Mumienmasken deutlich. In den Kapiteln, die die religiöse Bedeutung der Mumienmasken fĂŒr die Ägypter und das Bildprogramm erlĂ€utern, richtet sich der Band nicht nur an den Fachmann, sondern auch an den am Altertum interessierten Laien.
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Stephan-Chlustin, Anne: Artuswelt und Gralswelt im Bild. Studien zum Bildprogramm der illustrierten Handschriften. Imagines Medii Aevi Bd. 18. InterdisziplinÀre BeitrÀge zur Mittelalterforschung. Hg. H. Brunner, E. Hösch, R. Sprandel, D. Willoweit. 2004. 360 S., 78 Abb. 24 cm. Ln EUR 68,- ISBN: 3-89500-357-3 L, Reichert
Diese Arbeit ist den sechs ĂŒberlieferten illustrierten Parzival-Handschriften gewidmet: den beiden MĂŒnchner Handschriften G (Cgm 19) und Gk (Cgm 18), den aus der elsĂ€ssischen Werkstatt Diebold Laubers stammenden Handschriften m (Cod. Vindob. 2914), n (Cgp. 339) und o (Ms M 66 Dresden) und dem Berner Codex Gx (Cod. AA 91), der mit den Lauber-Handschriften den sog. Volkshandschriften zugerechnet wird. Sie hat zwei Untersuchungsschwerpunkte. Der erste gilt nach einer Darstellung von Überlieferung, Datierung, Aufbewahrung, Schrift, Texteinrichtung und Ausstattung der Codices der Charakterisierung des kĂŒnstleri-schen Ausdrucks der Bilder dieser Handschriften, die mit Ausnahme des Cgm 19 nicht faksimiliert sind, und beschĂ€ftigt sich zum einen mit Technik, Zeichen- und Malstil und Koloristik, zum andern mit der Darstellungsweise in den Kategorien Person, Tier, Architektur, Landschaft und Komposition. Eine vollstĂ€ndige und genaue Bestandsaufnahme soll dazu beitragen, das Negativurteil ĂŒber die Bebilderung einiger Handschriften zu ĂŒberprĂŒfen, besonders jener aus der Lauber-Werkstatt, und sie einer vorurteilsfreieren Betrachtung zuzufĂŒhren. Das Ziel dieser Bestandsaufnahme ist nicht die Einordnung in das kunsthistorische Umfeld, auch wenn entsprechende Vergleiche vorgenommen werden, sondern die Herausarbei-tung der stilistischen Merkmale der verschiedenen Bildversionen der Parzival-Handschriften. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Text-Bild-Beziehungen. Beide Untersuchungsschwerpunkte berĂŒcksichtigen die gelegentlich gestellte Forderung nach einer Einzelanalyse der Manuskripte. Fragen der Sachkultur, Kleidung und RĂŒstung werden — soweit erforderlich fĂŒr die Ikonographie und dieInterpretation der Rezeption der Dichtung - von Fall zu Fall und ansonsten nur marginal gestellt. Die Arbeit stĂŒtzt sich zunĂ€chst in allen FĂ€llen auf die per-sönliche Autopsie der Handschriften. Die Beschreibung des kĂŒnstlerischen Ausdrucks erfolgt ohne strenge Be-achtung des dreistufigen Prinzips nach E. Panofsky — vorikonographische Beschreibung (und pseudoformale Analyse), ikonographische Analyse, ikonologische Interpretation — auf der Basis eingehender PrĂŒfung der Ori-ginale hinsichtlich Technik und Stil und fĂŒr alle Bilder vorgenommener Farbnotate. Die ikonographische Beschreibung in den Kapiteln der Text-Bild-Analyse sucht nach grĂ¶ĂŸtmöglicher Genauigkeit. Die Text-Bild-Analyse setzt die Bildinhalte in Beziehung zum erzĂ€hlten Bericht. Sie untersucht die Methode antizipierender, retrospektiver oder paralleler Begleitung des Textes durch das Bild. Sie ĂŒberprĂŒft die Textkenntnis des Rubrikators anhand seiner Bebilderungsvorgaben und die des Illustrators, indem sie Indizien seiner Textkennt-nis oder mangelnden Textkenntnis aufsucht. Sie untersucht die Themenauswahl mit dem Ziel, Einsicht in die Funktion des Bildprogramms zu gewinnen, und versteht und befragt es als Medium der Rezeption und Interpretation der Dichtung durch Rubrikator und Illustrator. Eine Synopse der Bebilderungssysteme und ihrer szenisch-in-haltlichen oder ikonographischen Beziehungen soll der Auffindung von Indizien einer Bildtradition der *G- und *D-Handschriften dienen.
Buchmalerei in Freiburg im Breisgau. Ein Zisterzienserbrevier aus dem frĂŒhen 14. Jahrhundert. Zur Geschichte des Breviers und seiner Illumination. Von Judit Raeber. 2003. 408 S. 85 s/w und 78 fb. Abb, Gb. EUR 98,- ISBN: 3-89500-321-2 L, Reichert
Mit dem Thema ‚Brevier‘ befasste sich vor allem die theologische Forschung, wobei das Gebet im Vordergrund stand. Die „GebetstrĂ€ger“ frĂŒhen Datums — deren Ursprung, Konzept, kĂŒnstlerische Ausstattung, Handhabung — wurden bislang von der Fachwelt nicht oder nur am Rande behandelt. Es war deshalb der Autorin ein Anliegen, auf diesem interessanten Gebiet einen Forschungsbeitrag zu leisten.
Vorgestellt wird eine aussergewöhnliche, kurz nach 1300 im Raum Freiburg i. B. entstandene illuminierte Brevierhandschrift. Dieses so genannte Luzerner Brevier, ehemals fĂŒr ein Zisterzienserkloster eingerichtet, ist ein reprĂ€sentativer Zeuge oberrheinischer Buchmalerei jener Zeit. Der Codex besticht durch seinen hohen kĂŒnstlerischen Gehalt ebenso wie durch die zum Teil unkonventionelle Wahl der Illustrationen.
Erfreulicherweise ist es geglĂŒckt, den Auftraggeber zu eruieren, die WerkstĂ€tte zu lokalisieren sowie die spĂ€tere Uberlieferungsgeschichte relativ geschlossen zu rekonstruieren. Bei der Stilanalyse kristallisierte sich ĂŒberraschend eine enge Verwandtschaft heraus mit der berĂŒhmten Weltchronik des Rudolf von Ems, so dass eine WerkstattidentitĂ€t der beiden Handschriften angenommen werden darf. Diese Mutmassung enthĂ€lt einige Brisanz: Die Weltchronik wurde mangels Hinweisen auf Auftraggeber bis vor kurzem aufgrund stilistischer Kriterien nach Konstanz eingeordnet, in jĂŒngster Zeit palĂ€ographischer Eigenheiten wegen nach ZĂŒrich.
Buchgeschichtliche Aspekte zum Brevier allgemein werden in einem separaten Teil behandelt. Unter anderem wird auch die Frage der Herkunft aufgeworfen:
Spanien — Wiege des Breviers? Ein weiteres Thema ist die Benutzung des Breviers im gemeinsamen Chorgebet. Aufgrund des vorgestellten Zisterzienserbreviers lag es nahe, sich mit den Zisterziensern zu befassen und deren Offizium zu untersuchen, um dann dem Ergebnis AllgemeingĂŒltigkeit zuzuschreiben. Im letzten Teil findet sich eine minuziöse Aufarbeitung der Geschichte der Brevierillumination seit Anbeginn. Diesem langjĂ€hrigen Desiderat ist die Autorin nachgekommen, zum einen, um das Luzerner Brevier auch in diesem Kontext betrachten zu können, zum andern, um eine kĂŒnftige Basis zu schaffen fĂŒr weitere Studien auf diesem Gebiet.
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