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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Ein Hinterhofquartier und sein historisch-bauhistorisches Umfeld. Forschungen und Berichte zur ArchĂ€ologie in Baden-WĂŒrttemberg (18). Hrsg.: Röber, Ralf. Konstanz Obere Augustinergasse. Deutsch. 2020. 376 S. 42 Tafeln, 4 Beilagen, 50 Abb.,, 173 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm.EUR 75,00. ISBN: 978-3-95490-479-2 L, Reichert
Nach dem 2018 erschienenen Band ĂŒber die Konstanzer MarktstĂ€tte (Forschungen und Berichte zur ArchĂ€ologie in Baden-WĂŒrttemberg Bd. 5) hat die Aufarbeitung einer zweiten großen Konstanzer Grabung ihren Abschluss gefunden. Im Hinterhofbereich der wichtigsten Nord-SĂŒd-Verbindung in der Stadt, der Hussenstraße, wurden 1986–1987 großflĂ€chige Untersuchungen durchgefĂŒhrt. An deren Auswertung waren zahlreiche Fachleute verschiedenster Wissenschaftsdisziplinen beteiligt. In einem breit gespannten interdisziplinĂ€ren Ansatz erfolgt, ausgehend von der Einbettung des Quartiers in stĂ€dtebaulicher, bauhistorischer und historischer Hinsicht durch Frank Mienhardt, Frank Löbbecke und Hilde Bibby die Auswertung der Befunde durch Ralph Röber. Vorgelegt wird darĂŒber hinaus Fundmaterial aus Leder, Glas, Keramik und Metall durch Dorothee Ade, Jori Fesser, Andrea Nölke, Ralph Röber sowie Serge und Marquita Volken. Naturwissenschaftliche Untersuchungen von Ralf-JĂŒrgen Priloff und Edith Schmidt zu den Tierknochen und Überresten von Insekten erlauben RĂŒckschlĂŒsse auf die ErnĂ€hrung der Bewohner, sowie den Pflanzenbewuchs und die hygienischen VerhĂ€ltnisse in diesem Areal.
Die Ă€ltesten Funde, darunter eine Zwiebelknopffibel, stammen aus römischer Zeit, sind allerdings verlagert. Trotz unmittelbarer NĂ€he zur frĂŒhmittelalterlichen Kirche St. Paul erfolgte eine Aufsiedlung erst ab der zweiten HĂ€lfte des 11. Jahrhunderts. Noch um 1300 war die Straßenfront nicht durch HĂ€user geschlossen. Es entwickelte sich in dieser verkehrsgĂŒnstigen Lage ein sozial gehobenes Quartier, was sich im archĂ€ologischen Material unter anderem durch die Reste von Schutzbewaffnung, kostbaren GlĂ€sern und GefĂ€ĂŸen fĂŒr die Destillation Ă€ußert. Aber auch die Einfuhr von Heidelbeeren, vielleicht auch Pfirsichen, Mandeln und Maulbeeren, bis zu LuxusgĂŒtern wie Feigen und GranatĂ€pfeln zeigen die finanziellen Möglichkeiten der Bewohner. Im Rahmen einer allgemeinen BlĂŒte der Stadt in der ersten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts verlangte der Bebauungsdruck die Anlage von HinterhĂ€usern. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts, in einer Zeit der religiösen und politischen Krisen, aber auch von Hungersnot und Pest, ist ein Stillstand zu beobachten, der erst im 15. Jahrhundert ĂŒberwunden wird. Die Hinterhöfe der WohnhĂ€user wurden multifunktional genutzt: Als Zier- und NutzgĂ€rten, zur Haltung von Kleinvieh, vielleicht auch zur Aufstallung von Pferden und, wie es damals ĂŒblich war, zur Errichtung von Latrinen. Nicht nur diese, sondern auch Misthaufen, modernde Hölzer und offen zutage liegende Lebensmittelreste haben ein hohes Infektionsrisiko bedeutet, und es ließ sich ein Befall der Bewohner durch verschiedene Parasiten nachweisen.
Freiheitsbaum und Galgen. Die Mainzer Republik 1792/93. Chronologie, Dokumente mit Anmerkungen, AufsÀtze zur französischen Expansionspolitik und zur Rolle der Mainzer Jakobiner. Brauburger, Heinz.Deutsch. 2020. 148 S. 88 fb. Abb., 4 Abb. 24 x 17 cm. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2020. EUR 29,80. ISBN: 978-3-95490-467-9 L, Reichert
Die Mainzer Republik – beginnend mit der Eroberung der Festung und der Residenzstadt des KurfĂŒrsten, Erzbischofs und Erzkanzlers Erthal durch General Custine am 21. Oktober 1792, endend mit dem Abzug von 20.000 Revolutionssoldaten am 24.07.1793 – ist von Beginn an umstritten. In der politischen Diskussion anlĂ€sslich der EinfĂŒhrung des Platzes der Mainzer Republik bezeichneten die Protagonisten die „Mainzer Republik“ als Wiege deutscher Freiheit, als Wurzel der Demokratie in Deutschland, die auf dem ersten nach demokratischen GrundsĂ€tzen zustande gekommenen Parlament der deutschen Geschichte basierte. Auch das Werk setzt sich mit diesen Wertungen auseinander. Es stellt den Zusammenhang dar mit dem ersten Koalitionskrieg zwischen Österreich, Preußen und ihren VerbĂŒndeten einerseits, Frankreich andererseits, mit der Kanonade von Valmy, dem Übergang vom Verteidigungskrieg zum Befreiungskrieg fĂŒr die „unterjochten Völker“, und schließlich zum Eroberungskrieg im Rahmen der zweiten, der radikalen Phase der Revolution. In Chronik, AufsĂ€tzen und Dokumenten zeigen sich die Ziele Frankreichs und die InteressenidentitĂ€t der deutschen Jakobiner: Revolutionierung zur Überwindung des „ancien rĂ©gime“, der adligen und stĂ€ndischen Herrschaft; Anschluss der eroberten Gebiete an Frankreich als Ziel; Enteignung und Vertreibung als Mittel eines zunehmend autoritĂ€ren, nicht demokratisch legitimierten Systems. Die Frage: Der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent – Wiege der Demokratie, Ursprung des Parlamentarismus wird ebenso verneint wie die Frage nach der „liberalen“ Anfangsphase der Mainzer Republik. Am Beispiel des bekanntesten Mitglieds des Jakobinerclubs, Georg Forster, wird der Weg der Mainzer Republik „mit Pathos und Gewalt“ in die frĂ€nkische Freiheit dargestellt. Beschrieben wird, wie eine jakobinische Minderheit, von hochfliegenden Ideen erfĂŒllt, glaubte, das Recht zu haben, die „rĂŒckstĂ€ndige Bevölkerung“ ohne RĂŒcksicht und mit Gewalt zu ihrem angeblichen GlĂŒcke zwingen zu dĂŒrfen. Deutlich ist die Frage, die im letzten Satz aufgeworfen wird: Staaten, die andere Völker unterjochen, revolutionĂ€re Minderheiten, die unter dem Schutz auslĂ€ndischer Bajonette in einem zunehmend totalitĂ€ren System Menschen zu ihrem GlĂŒck zwingen wollen – dĂŒrfen die EhrenplĂ€tze erhalten?
Die Reisen des Grafen und der GrĂ€fin von Schlieffen 1850 bis 1853. Menschen – Reisen – Forschungen (6). Germer, Renate. Orient statt Mecklenburg. Deutsch. 2020. 302 S. 308 fb. Abb., 29 Abb. 27,0 x 21,0 cm.EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-501-0 L, Reichert
Graf Wilhelm von Schlieffen bereiste in den Jahren 1851-1853 Ägypten und den Sudan. Er war Erbe eines großen Majorates in Mecklenburg, mit 20 Jahren aber noch nicht mĂŒndig. Seine frĂŒh verwitwete Mutter GrĂ€fin Sophie von Schlieffen geb. v. Jagow hatte seine Erziehung nach ihren religiösen Vorstellungen streng geleitet und ĂŒberwacht. In ihren mehr als 2.700 Seiten umfassenden erhaltenen Tagebuchaufzeichnungen ĂŒber die Entwicklung ihres Sohnes hat sie ihre Gedanken niedergeschrieben. Um ihren Sohn dem Einfluss seiner Familie und seines Vormundes zu entziehen, ging sie frĂŒh mit ihm auf Reisen, zuerst in Europa, danach waren Ägypten und der Sudan ihr Ziel. In Ägypten und Nubien fuhren Mutter und Sohn, wie alle Touristen, mit einer Dahabije auf dem Nil, um die antiken Monumente zu besichtigen. Der Berliner Ägyptologe Richard Lepsius, mit dem die GrĂ€fin bekannt war, hatte Graf Wilhelm einige Ă€gyptologische AuftrĂ€ge wie das Kopieren oder Abklatschen von Inschriften mit auf den Weg gegeben, die der Graf auch ausfĂŒhrte. Von Lepsius vorgeschlagene Ausgrabungen konnte der Graf allerdings aus Zeitmangel und aufgrund bĂŒrokratischer Schwierigkeiten nicht ausfĂŒhren. Er machte aber Lepsius auf die in Dongola liegende Stele des Königs Nastasen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. aufmerksam, die spĂ€ter als Geschenk des Ă€gyptischen Vizekönigs in das Ägyptische Museum Berlin kam. Von Dongola aus reisten der Graf und die GrĂ€fin mit einer Kamelkarawane nach el-Obeid, der Hauptstadt des Kordofan und von dort aus östlich bis an den Nil. GrĂ€fin von Schlieffen war die erste EuropĂ€erin, die den Weißen Nil sĂŒdlich von Khartum erreichte. Der Graf war außer an antiken Monumenten vor allem an der Natur der fremden LĂ€nder interessiert, ein scharfer Beobachter der Tier- und Pflanzenwelt, er sammelte Tier-BĂ€lge fĂŒr das Zoologische Museum in Berlin, eine darunter neu entdeckte Fledermausart wurde nach ihm benannt. Da er Arabisch sprach, gelang es ihm mit den Leuten unterschiedlichsten ethnischen Hintergrundes Kontakt aufzunehmen. Sein Reisetagebuch ist deshalb ein ungewöhnlich vielseitiger Berichter, besonders ĂŒber den Sudan in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
The Stone and Metal Miniature Repertoire of the Awam Cemetery Marib (Yemen). ArchÀologische Berichte aus dem Yemen (15). O`Neill, D Arne. 2020. 488 S. 1306 sw. Abb. 31,0 x 22,5 cm. Englisch. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-470-9 L, Reichert
The study documents the first millennium BC miniature repertoire of 1006 stone and 126 metal miniatures excavated from the Awām cemetery in the Mārib oasis Yemen by the German Archaeological Institute in 1997-2001. Prior to the excavation of the `Awām cemetery, and in common with many sites in the Near East, miniature finds in South Arabian archaeological contexts were typically fragmentary. Miniatures as a class have generally been under studied in the archaeological literature with definitions often arbitrary and cultural meanings by default. The Stone and Metal Miniature Repertoire of the Awām Cemetery, Mārib (Yemen) critically examines in depth the forms, comparanda, chronology, origins and functions of the stone and metal miniature repertoire and places it in its wider South Arabian cultural setting. The first appearance of miniatures in the South Arabian archaeological record is discussed and is connected to the appearance of other major elements of first millennium BC South Arabian culture such as script, monumental architecture and iconography. The various stone and metal miniatures forms that were deposited in the `Awām cemetery for burial are revealed, parallel forms where they exist are documented and chronology of the repertoire discussed. Questions relating to specific functions of the miniatures in South Arabia, whether they were a pragmatic response to cemetery overcrowding, an attempt to limit looting, or a symbolic statement are explored. Researchers interested in miniatures as a particular class of objects historically ignored and largely understudied in Near Eastern archaeology, will find a wealth of detailed information in the study. Those interested in South Arabia will find a compelling account of a miniature repertoire from the largest cemetery to be excavated to date of the powerful first millennium BC Sabaean polity.
Römische Lampen der Sammlung K. Wilhelm. MĂŒnchner BeitrĂ€ge zur Provinzialrömischen ArchĂ€ologie; ErgĂ€nzungsbĂ€nde (2). Abspacher, Ines. Italische und nordafrikanische Lampen des 1. bis 5. Jahrhunderts. Deutsch. 2020. 192 S. 30 Tafeln, 215 Abb., 75 fb. Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 34,00. ISBN: 978-3-95490-412-9 L, Reichert
Die vorgelegten Lampen sind Bestandteil einer Sammlung römischer Feinkeramik von K. Wilhelm, deren Schwerpunkt auf nordafrikanischer Sigillata des spĂ€ten 2. bis 6. Jahrhunderts liegt, die bereits 2019 als Band 8 der MBPA veröffentlicht wurde. Elf Bildlampen wurden in Italien produziert, 41 Lampen und drei Lampenmodel wurden in Nordafrika hergestellt. Sie bieten einen Überblick ĂŒber Formen- und Dekorspektrum der zum Teil in großen StĂŒckzahlen gefertigten und weitrĂ€umig verhandelten Beleuchtungskörper. Bei den frĂŒh- und mittelkaiserzeitlichen Exemplaren aus Italien handelt es sich um typische Beispiele fĂŒr diese Bildlampen. Sie sind teilweise von großer kĂŒnstlerischer QualitĂ€t; ihre Spiegel zieren Motive, die mit ihrer lichtspendenden Funktion in Verbindung stehen, aber auch verschiedene mythologische Szenen. Die nordafrikanischen, nicht-rottonigen Lampen des 2. und 3. Jahrhunderts sind gleichfalls als typische Exemplare anzusprechen; herausragend ist eine Volutenlampe, deren Spiegel mit einer Risalitvilla und einem zweirĂ€drigen Wagen verziert ist. Bislang gibt es kaum konkrete Hinweise, in welchen Töpfereien in Tunesien diese Lampen gefertigt wurden. Aus solchen stammen auch drei singulĂ€re Oberteile von Gipsmatrizen, die zur Lampenherstellung verwendet wurden. Der grĂ¶ĂŸte Teil der nordafrikanischen Lampen ist rottonig und rot engobiert, darunter zwei figurale Kopflampen. Große Bedeutung kommt zwölf in Zentraltunesien hergestellten rottonigen, rot engobierten (Sigillata-)Lampen zu, die zu den seltenen Vertretern der frĂŒhen Produktionsphase dieser Gattung wĂ€hrend des 3. und der ersten HĂ€lfte des 4. Jahrhunderts gehören. Sie zeigen den Variantenreichtum sowohl in der Form als auch im Dekor wĂ€hrend einer frĂŒhen Experimentierphase in der Produktion dieser Lampen, die letztlich zu den „klassischen“ spĂ€tantiken Formen mit teilweise christlichen Spiegel- und Schulterdekormotiven fĂŒhrten. So wurden teilweise Ă€ltere, nicht-rottonige Lampen zum Vorbild genommen, abgeformt und abgewandelt; teilweise entwickelte man aber auch neue Formen bzw. Form- und Dekorelemente. Zur Verzierung der Spiegel verwendeten die Töpfer vom 3. bis frĂŒhen 5. Jahrhundert oftmals von der applikenverzierten SigillatagefĂ€ĂŸkeramik abgeformte Dekormotive. Dies zeigt bereits die Verbindungen zu den diese reliefverzierte Sigillata produzierenden WerkstĂ€tten in Zentraltunesien. Eine BestĂ€tigung hierfĂŒr liefern die Röntgenfluoreszenzanalysen ausgewĂ€hlter Lampen der Sammlung. Demnach stammt der Großteil der frĂŒhen Exemplare aus Henchir el Guellal bei Djilma, dem offensichtlich in der FrĂŒhphase der rottonigen Lampen wichtigsten Produktionszentrum in Zentraltunesien, einzelne StĂŒcke wurden jedoch in Sidi Marzouk Tounsi hergestellt.
Aus der Arbeit des Rheinischen Landesmuseums Trier. Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier (51). Hrsg.: Rheinisches Landesmuseum Trier. Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier 51/2019. Deutsch. 2020. 123 S. 51 Abb., 97 fb. Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 12,80. ISBN: 978-3-95490-502-7 L, Reichert
Aus dem Inhalt:
Sabine Faust
Eine FĂŒlle an FĂŒllhörnern:
Das römische DoppelfĂŒllhorn aus Morscheid, Kreis Trier-Saarburg, und weitere FĂŒllhörner aus Trier und Umgebung
Korana Deppmeyer
Sol – ein römischer Gott aus Hottenbach, Kreis Birkenfeld
Lothar Schwinden
Die Weinschiffe der römischen GrabmÀler von Neumagen
Karl-Uwe Mahler
Wo saß der ‚ernste Steuermann‘ des Neumagener Weinschiffs tatsĂ€chlich?
Sabine Faust
Ausgrabungen an der Feldstraße in Trier.
Zur Fundstelle der Legionsziegelstempel
Lars Blöck
Ein spĂ€tantik-frĂŒhmittelalterlicher Monogrammring aus Oberweis, Eifelkreis Bitburg-PrĂŒm
Lukas Clemens / Sonngard Hartmann / Hiltrud Merten / Nicole Reifarth / Stefan Schu / Marvin Seferi / Wolf-RĂŒdiger Teegen
FrĂŒhchristliche Bestattungstraditionen in SpĂ€tantike und frĂŒhem Mittelalter.
Aktuelle Forschungen zur Coemeterialbasilika unter St. Maximin vor Trier
Anne Kurtze
„Trierer Heidenwerfen“?
Die Venus von St. Matthias. Zur Überlieferung seit dem Mittelalter
Sigmund Oehrl
Ein Bronzearmring mit Runen aus Lorscheid, Kreis Trier-Saarburg, und die Rezeption der „Merseburger ZaubersprĂŒche“
JĂŒrgen Merten
Der „Große Trier-Plan“ der 1930er Jahre:
Die Via (triumphalis) archaeologica und das Großmuseum im KurfĂŒrstlichen Palast Autoren
ArchÀologischer Anzeiger. 2. Halbband 2019. Fless, Friederike; von Rummel, Philipp. ArchÀologischer Anzeiger. Deutsch. 2020. ca 262 S. 62 Abb., 176 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 40,00. ISBN: 978-3-95490-471-6 L, Reichert
Im ArchĂ€ologischen Anzeiger werden KurzbeitrĂ€ge zu aktuellen Forschungen und Berichte ĂŒber Grabungsprojekte des DAI sowie von Fachkollegen weltweit publiziert. SchwerpunktmĂ€ĂŸig informiert die Zeitschrift ĂŒber Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die SpĂ€tantike, durchaus aber auch ĂŒber Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt.
Jahrbuch der Ernst Herzfeld-Gesellschaft e.V. Vol. 6, Encompassing the Sacred in Islamic Art. BeitrÀge zur islamischen Kunst und ArchÀologie (6). Hrsg.: Ernst-Herzfeld-Gesellschaft e.V.; Korn, Lorenz; Ivren, Cigdem. BeitrÀge zur Islamischen Kunst und ArchÀologie. Englisch. 2020. ca 176 S. 23 Abb., 43 fb. Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-448-8 L, Reichert
To what extent has Islam as a religion shaped the art and material culture of the Middle East and North Africa? How is Islamic religion, in turn, informed by art and material culture? Under the title "Encompassing the Sacred", papers at the 11th Colloquium of the Ernst Herzfeld Society have carefully examined these questions, with a focus on sanctity and the sacred, through examples of Qur`an manuscripts, calligraphic writing, royal iconography, religious locations and buildings. Nine case studies gathered in this volume range from shrines and banners in early Islam until ongoing debates about the use and the conservation of religious buildings.
Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte des augusteischen vicus und des municipium Claudium Iuvavum. MĂŒnchner BeitrĂ€ge zur Provinzialrömischen ArchĂ€ologie (9). Schmid, Sebastian; Gschwind, Markus. Italische Terra Sigillata aus Iuvavum/Salzburg. Deutsch. 2020. ca 320 S. 477 Abb., 544 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-95490-450-1 L, Reichert
Aufgrund ihrer weitrĂ€umigen Verhandlung und ihrer feinchronologischen Relevanz stellt die in großen Mengen in Ober-, Mittel- und SĂŒditalien sowie SĂŒdfrankreich hergestellte italische Terra Sigillata eine der wichtigsten Quellengattungen der frĂŒhen Kaiserzeit dar. Dabei kommt ihr insbesondere in siedlungs- und handelsgeschichtlicher Hinsicht eine entscheidende Rolle zu.
Aus Österreich, aber auch aus den angrenzenden Gebieten, wurde bislang nur aus der Stadt auf dem Magdalensberg (KĂ€rnten) eine große Menge dieser Feinkeramik publiziert. Mit mehr als 1500 Fragmenten, von denen ĂŒber 1000 auch typologisch klassifizierbar waren, kann nun auch aus Salzburg/Iuvavum eine mehr als reprĂ€sentative Zahl italischer Terra Sigillata vorgelegt werden. Diese fanden sich im Zuge der langjĂ€hrigen Ausgrabungen in der Stadt, insbesondere wĂ€hrend archĂ€ologischer Untersuchungen der letzten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Iuvavum wurde zu etwa gleich großen Teilen mit italischer Terra Sigillata aus WerkstĂ€tten in Mittel- und Oberitalien beliefert, wie makroskopische Untersuchungen und chemische Analysen (durch G. Schneider und M. Daszkiewicz), aber auch ĂŒber 160 Töpferstempel zeigen. Die frĂŒhesten GefĂ€ĂŸe stellen Teller und Schalen dar, die in das letzte Jahrzehnt v. Chr. und das erste Jahrzehnt n. Chr. datieren; es ĂŒberwiegen jedoch Formen des 1. Jahrhunderts n. Chr., von denen ĂŒber 500 Fragmente mit Appliken verziert sind.
Die antiquarische Analyse der italischen Terra Sigillata aus Iuvavum und der Vergleich des Salzburger Spektrums mit jenen anderer Fundorte in Raetien und Noricum erlaubt weitergehende Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte der Stadt an der Salzach in der frĂŒhen Kaiserzeit: Die frĂŒhesten GefĂ€ĂŸe belegen eine in mittelaugusteischer Zeit gegrĂŒndete, kleinere Siedlung, die vornehmlich mit Produkten aus Oberitalien versorgt wurde. Bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr., als die Stadt unter Kaiser Claudius den Rang eines municipium erhielt, breitete sie sich ĂŒber das gesamte spĂ€tere Stadtgebiet aus, wobei die Terra Sigillata nun mehrheitlich aus Mittelitalien stammte. Diese VerĂ€nderung in der Herkunft der italischen Terra Sigillata aus Salzburg ist wohl mit einem Wandel der Belieferungsstrukturen und anderen Transportwegen zu verbinden. Dabei spielten insbesondere die Nord-SĂŒd-Routen ĂŒber die TauernpĂ€sse eine wichtige Rolle. Die Verbindung nach Westen in Richtung Augsburg hatte – zumindest in der FrĂŒhzeit – offenbar keine grĂ¶ĂŸere Bedeutung fĂŒr die Versorgung Salzburgs mit Terra Sigillata.
Teil 3. TĂŒbinger Atlas des Vorderen Orients (Beihefte) (7). Bagg, Ariel M.. Die Orts- und GewĂ€ssernamen der neuassyrischen Zeit. Deutsch. 2020. ca 1104. S. 1 Landkarten. 24,0 x 17,0 cm. in 2 BĂ€nden. EUR 148,00. ISBN: 978-3-95490-430-3 L, Reichert
Die historische Geographie ist eine der wichtigsten Disziplinen, die eine Rekonstruktion der Geschichte des Alten Orients ermöglichen. Es sind ĂŒberwiegend die Keilschriftquellen, die den Zugang zu den zahlreichen Ortsnamen erschließen. Eine große Anzahl einschlĂ€giger Orts- und GewĂ€ssernamen ist als kommentierte Materialsammlung in der Reihe RĂ©pertoire GĂ©ographique des Textes CunĂ©iformes (RGTC) erfasst. Es liegen bisher 16 BĂ€nde bzw. TeilbĂ€nde vor (1974–2017), die nach chronologischen und regionalen Kriterien gegliedert sind. Sie sind ebenso wie die Karten des TAVO ein wichtiges Hilfsmittel fĂŒr die Erforschung der Historischen Geographie des Alten Orients. Der vorliegende Band stellt den dritten und abschließenden Teil der neuassyrischen Orts- und GewĂ€ssernamen fĂŒr die Reihe RĂ©pertoire GĂ©ographique des Textes CunĂ©iformes dar. Im 2007 publizierten ersten Teil (RGTC 7/1) wurde die Levante behandelt. Der zweite Teil RGTC 7/2 (2017) umfaßt Ägypten, die arabische Halbinsel, das Kernland Assyriens, das Osttigrisgebiet, die nordwestliche Ğazīra, das Ḫābūr-Gebiet, die östliche Ğazīra und Nordmesopotamien. RGTC 7/3 umfasst ĂŒber 1400 mit ca. 500 zusĂ€tzlichen fragmentarischen Toponymen aus den restlichen Regionen des neuassyrischen Reiches: Urarṭu, das Zagrosgebiet, Elam und Babylonien. DarĂŒber hinaus wurden die Ortsnamen unbekannter Lage berĂŒcksichtigt.Wie in den ersten zwei Teilen enthĂ€lt RGTC 7/3 ausfĂŒhrliche Register sowie zwei Anlagen mit ErgĂ€nzungen zu RGTC 7/1 und RGTC 7/2.
Die Darbietung des Materials schließt sich an frĂŒhere RGTC-BĂ€nde an. RGTC 7 umfasst alle Texte der neuassyrischen Zeit, soweit sie nicht als „literarisch“ einzustufen sind, d. h. Königsinschriften, Briefe, Rechts- und Veraltungsurkunden, VertrĂ€ge, königliche Erlasse, astrologische Berichte und historiographische Texte. Anschließend an RGTC 5 (1982) von Kh. Nashef werden alle Texte von 934 v. Chr. bis zum Untergang des neuassyrischen Reich berĂŒcksichtigt. Orts- und GewĂ€ssernamen werden alphabetisch und unter BerĂŒcksichtigung der unterschiedlichen Keilschriftorthographie aufgefĂŒhrt. DarĂŒber hinaus erfolgt die Anordnung der Belege nach chronologischen und typologischen (Art der Quelle) Kriterien. Es folgen Angaben zur Lokalisierung unter BerĂŒcksichtigung der relevanten SekundĂ€rliteratur. Wie in den BĂ€nden RGTC 8 und RGTC 12/2 werden die Ortsnamen nach ihrer sprachlichen Herkunft zugeordnet. Umfangreiche Register, darunter Verzeichnisse der modernen Ortsnamen sowie der erwĂ€hnten aramĂ€ischen, biblischen, klassischen Toponyme u. a. schließen die BĂ€nde ab. BeigefĂŒgte Karten veranschaulichen die meisten LokalisierungsvorschlĂ€ge.
Travels in Nubia – Photographs of an expedition around 1900. Menschen – Reisen – Forschungen (4). Hrsg.: Helmbold-DoyĂ©, Jana; Gertzen, Thomas L. Reise durch Nubien – Fotos einer Expedition um 1900. Deutsch. 2020. 192 S. 124 sw. Abb., 10 fb. Abb. 27,0 x 21,0 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-367-2 L, Reichert
Nubien um 1900, versunkene Welten auf wiederentdeckten Fotografien aus dem Ägyptischen Museum Berlin; im Rahmen der Erschließung des Fotoarchivs des Museums sind 340 Aufnahmen von einer Expedition in die Region zwischen dem ersten und zweiten Nilkatarakt wiederaufgetaucht, welche in Auswahl in diesem Band erstmals publiziert werden. Begleitet durch BeitrĂ€ge zu den HintergrĂŒnden der Reise, der Kulturlandschaft Nubiens und der Geschichte der frĂŒhen Fotografie in Ägypten werden zusĂ€tzlich bislang ebenfalls nicht veröffentlichte Bleistiftzeichnungen aus den BestĂ€nden der Southern Methodist University, Dallas publiziert. Dadurch wird der bereits in MRF 2 veröffentlichte Quellenbestand zu der Reise nach Nubien im Jahr 1900 vervollstĂ€ndigt und weitere Einblicke in eine Welt gewĂ€hrt, die inzwischen in den Fluten des Nasser-Stausees versunken ist.
Die Inschriften des Hochtaunus-Kreises und des Main-Taunus-Kreises. Mainzer Reihe; Die Deutschen Inschriften (97). Monsees, Yvonne; Fuchs, RĂŒdiger. Deutsch. 2020. 884 S. 136 Tafeln, 99 Abbildungen, schwarz-weiß, 316 Abbildungen, farbig. 27,0 x 19,0 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-297-2 L, Reichert
Der Band enthĂ€lt ca. 400 Katalognummern mit den mittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen Inschriften vom 7. Jahrhundert bis zum Jahr 1700. Der Katalog beginnt mit dem einzigen erhaltenen frĂŒhmittelalterlichen Grabstein der Roteldis. Danach sind Inschriften erst wieder aus dem 14. Jahrhundert nachzuweisen. Heraus ragen die Grabplatten der Herren von Kronberg und ab dem 15. Jahrhundert die Adelsgrablegen ebendort, in Eppstein und Königstein mit Figurengrabplatten. Das adlige SelbstverstĂ€ndnis der Familie von Kronberg spiegelt sich darĂŒber hinaus in Schlachten-, Familienbildern und Fensterzyklen. Einen eigenen Schwerpunkt fĂŒr das 17. Jahrhundert bildet die Grablege der Landgrafen von Hessen in der FĂŒrstengruft der Homburger Residenz. Zahlreiche ZinnsĂ€rge der landgrĂ€flichen Familie legen in ausfĂŒhrlichen Bibelzitaten und lĂ€ngeren Grabinschriften ein eindrucksvolles Zeugnis von der Frömmigkeit einer FĂŒrstenfamilie ab. Seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert sind Inschriften von gelehrten Theologen und Juristen, Pfarrern und Amtleuten sowie von BĂŒrgern ĂŒberliefert. Der Band enthĂ€lt einen grĂ¶ĂŸeren Fachwerkbestand auch mit poetischen Hausinschriften.
Die frĂŒhhellenistische Nekropole von Alexandria-Shatby. Studien zur Antiken Stadt (RJ342), Band: 17. Rummel, Christoph; Schmidt, Stefan. 2020. 148 S., 243 Abbildungen, 2 Beilagen. 32 x 24 cm., Hardcover. Deutsch. EUR 69,00 ISBN: 978-3-95490-395-5 L, Reichert
Nach der GrĂŒndung durch Alexander den Großen wuchs Alexandria schnell zu einer Großstadt neuen Typs. Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft schufen sich einen neuen Lebensraum und neue gesellschaftliche Strukturen. Das Ă€lteste bekannte BegrĂ€bnisgelĂ€nde der Stadt ist die Nekropole von Shatby, die in den besonders bewegten einhundert Jahren nach der StadtgrĂŒndung genutzt wurde. Ausgrabungen am Beginn des 20. Jahrhunderts sowie die aktuellen Nachuntersuchungen der Autoren zeigen die Entwicklung der alexandrinischen Bestattungsformen und Grabarchitekturen, bei der auf unterschiedliche Inspirationsquellen zurĂŒckgegriffen wurde. Neben detaillierten Analysen der alten und neuen archĂ€ologischen Befunde bietet der Band einen Einblick in die gesellschaftlichen Bindungen und Bedingungen, die sich in den GrĂ€bern widerspiegeln. Das rasante Wachstum der Stadt fĂŒhrte schließlich zur Aufgabe der frĂŒhen Nekropole. Auch dieser Vorgang kann im archĂ€ologischen Befund nachvollzogen werden.
From Ordinary to Luxury. Islamic Ceramics from Iran, Central Asia and Afghanistan. Siméon, Pierre. Hrsg.: Daiber, Verena. Engl. 2020. 192 S. 190 Abb. 369 fb. Abb. 30 x 21 cm. EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-387-0 L, Reichert
“From Ordinary to Luxury” is based on the glazed and unglazed pottery from The Bumiller Collection, assembled by the late Manfred Bumiller (1928-2018). The work is both a profound study of Central Asian ceramics and the start of the new series “Studies on The Bumiller Collection” dedicated to the development of the collection of the University Museum of Islamic Art in Bamberg. Pierre SimĂ©on’s expertise and hands-on experience as an archaeologist are invaluable assets for the knowledge of Iranian and Central Asian pottery. Apart from that, his study takes into account the works of our Russian colleagues, that have gone without adequate acknowledgement for decades due to the language barrier. After a break of ten years this book on material largely neglected and barely studied in a comprehensive way launches the new series of Studies on The Bumiller Collection. May it be a handbook for whoever works on and is interested in the field of Islamic ceramics from the area that spreads from the Zagros to the borders of China.
Zur Wiederholung und VervielfÀltigung von Reliefs in römischer Zeit. Monumenta Artis Romanae (MAR) (41). Reinhardt, Arne. Reproduktion und Bild. 2020. 215 S. 8 fb. Abb, 192 Abb. 32 x 23 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-440-2 L, Reichert
Im Zentrum der Arbeit steht die römische Bild(re)produktion als ein PhĂ€nomen der antiken Kulturgeschichte. Ihr Ziel sind nahsichtige Einblicke in die Mechanismen der visuellen Kultur sowie eine differenzierte Beurteilung der Frage, vor welchen HintergrĂŒnden und mit welchen BedĂŒrfnissen BildentwĂŒrfe im Zeitraum vom 1. Jh. v. bis zum 2. Jh. n. Chr. wiederholt und vervielfĂ€ltigt wurden. Dabei richtet die Arbeit den Blick auf die beteiligten Akteure, ihre Intentionen sowie Aspekte der ReprĂ€sentation und schenkt speziell der VerĂ€nderlichkeit von Bildern und ihrer kontextuellen Einbettung große Aufmerksamkeit.
In einem komplementĂ€ren Ansatz werden dafĂŒr im ersten Teil die technischen Grundlagen am Beispiel der so genannten toreutischen GipsabgĂŒsse (speziell der Abformungen von reliefierten GefĂ€ĂŸwĂ€nden) untersucht. Dort lĂ€sst sich deutlich die situative Bedingtheit der Bild(re)produktion zeigen, finden sich doch gleichberechtigt sowohl vollstĂ€ndige Wiedergaben als auch – sogar hĂ€ufiger – partielle Reproduktionen, die als Ausgangspunkt fĂŒr neue Bildfindungen im Sinne des modernen â€școpy & pasteâ€č dienten und als solche von anderen Handwerkszweigen rezipiert wurden.
Der Hauptteil der Arbeit beschĂ€ftigt sich mit SerienstĂŒcken im Bereich der marmornen Reliefs und RelieftrĂ€ger des römischen â€șAusstattungsluxusâ€č. Nach einer Diskussion des Serien-Begriffs liegt der Fokus der folgenden drei Detailstudien auf der Frage der Kongruenz beziehungsweise Varianz zwischen SerienstĂŒcken, wobei letztere als Indikator fĂŒr die Ă€ußere Beeinflussung der Bildreproduktionen interpretiert wird. Bei den PirĂ€us-Reliefs fallen in diesem Sinn punktuelle gestalterische und motivische Abweichungen innerhalb der Serien dieses Fundes auf, die sich als eine selbstbewusste, eigenstĂ€ndige Einflussnahme der ausfĂŒhrenden Bildhauer innerhalb des kulturellen Umfelds der Zweiten Sophistik lesen lassen. Das nĂ€chste Fallbeispiel thematisiert ein mehrteiliges Weihegeschenk im Diana-Heiligtum von Nemi und interpretiert die zwei zugehörigen Serien und ihre Varianz mit Blick auf die ReprĂ€sentationsabsichten des Stifters. Die in diesen Fallstudien gewonnenen Beobachtungen werden in einer letzten Detailstudie mit weiteren SerienstĂŒcken konfrontiert. Auf dieser Grundlage werden ĂŒbergreifende PhĂ€nomene im Bereich des römischen Ausstattungsluxus sichtbar, innerhalb dessen das Thema der Serienfertigung eine charakteristische Facette der visuellen Kultur bildet.
Die Arbeit schließt an aktuelle Diskussionen sowohl von klassisch-archĂ€ologischer Seite als auch in den Kunst- und Kulturwissenschaften an und möchte den etablierten Blick auf die antike Bildreproduktion als eine traditionelle Frage des diachronen Bildbezugs beziehungsweise der Technikgeschichte weiten. Durch ihre synchrone und kontextbezogene Betrachtungsweise der reproduzierten Bilder treten die ReprĂ€sentation der beteiligten Akteure, herrschende Sehgewohnheiten und Ă€sthetische Vorstelllungen sowie ĂŒbergeordnete Fragen der Konstituierung von Bildbedeutungen deutlicher als wichtige Facetten der antiken Bild(re)produktion hervor.
Eine kulturhistorische AnnĂ€herung. Reihe B: Studien und Perspektiven; SpĂ€tantike - FrĂŒhes Christentum - Byzanz (47). RollĂ© Ditzler, Ilse. Der Senat und seine Kaiser im spĂ€tantiken Rom. 2020. 524 S. 86 Tafeln, 327 Abb. 24 x 17 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-344-3 L, Reichert
In den traditionellen Altertumswissenschaften spielt der Senat von Rom eine Hauptrolle bei Aufbau und Expansion der römischen Republik; seit Octavian/Augustus prĂ€gen die Kaiser mit ihrem Genie oder Wahnsinn die Politik und setzen 250 Jahre lang die MaßstĂ€be fĂŒr Bauwerke, Kunst, Zeremoniell und ReprĂ€sentation, wĂ€hrend der Senat mehr oder weniger als Echoraum ihrer Machtentfaltung fungiert; im sogenannten Dominat ab 300 n. Chr. gilt er vollends als antiquarisches Relikt im dekapitalisierten Rom. TatsĂ€chlich haben von der augusteischen res publica restituta an rund 600 Jahre lang die reichsten, gebildetsten, ambitioniertesten Exponenten der römischen Oberschicht, die Senatoren, regelmĂ€ĂŸig in der Curia Iulia/Diocletiana getagt, damit einen Zentralort der römischen Myth-Historie kontinuierlich besetzt und ĂŒber Generationen hinweg enorme Ressourcen und Prestige in diese TĂ€tigkeit investiert. Die Arbeit postuliert einen Perspektivwechsel, indem sie a) den Römer Senat einer „langen Kaiserzeit“ ins Zentrum der Betrachtungen rĂŒckt, in seinem SelbstverstĂ€ndnis und in seinen variierenden Beziehungen zu den Herrschern; b) anhand bildlich-archĂ€ologischer, epigraphischer, numismatischer und literarischer Befunde jene mentalen und materiellen Faktoren herausarbeitet, welche die Spielregeln fĂŒr die Koexistenz der beiden Akteure charakterisieren; c) die keineswegs lineare Evolution des VerhĂ€ltnisses zwischen SPQR (Senatus populusque Romanus) und den Caesares Augusti Imperatores bis ĂŒber das Ende des weströmischen Kaisertums hinaus verfolgt. Es zeigen sich multiple Interaktionen und VerschrĂ€nkungen von Kompetenzen und Rollenspielen, sowohl fĂŒr den Senat als auch fĂŒr die Kaiser, wobei RĂŒckgriffe, Spoliierungen oder Umdeutungen aufkumulierter historischer Vorbilder maßgebend sind. Der Senat von Rom und seine Kaiser bilden als bipolare AutoritĂ€tsstruktur die conditio sine qua non fĂŒr die Persistenz des römischen Staatswesens und mĂŒssen daher als zusammengehörige, sich bedingende Teile eines Staatskonstrukts sui generis betrachtet werden.
Löwenmensch und mehr. Die Ausgrabungen 2008–2013 in den altsteinzeitlichen Schichten der Stadel-Höhle im Hohlenstein (Lonetal), Gemeinde Asselfingen, Alb-Donau-Kreis. Hrsg.: Kind, Claus-Joachim. 2019. 206 S. 122 fb. Abb., 129 Abb. 30 x 21 cm. EUR 35,00. ISBN: 978-3-95490-409-9 L, Reichert
Der Hohlenstein im Lonetal gehört zu einer Gruppe von Höhlen auf der SchwĂ€bischen Alb, aus denen die Ă€ltesten bekannten Belege figĂŒrlicher Kunst der Menschheitsgeschichte stammen und die seit 2017 UNESCO-Weltkulturerbe sind. Bekannt wurde er vor allem durch den „Löwenmenschen“ – eine einzigartige, aus Mammutelfenbein geschnitzte Darstellung eines Mischwesens aus der Zeit vor etwa 35.000 bis 40.000 Jahren. Zwischen 2008 und 2013 wurden neue Ausgrabungen am Hohlenstein durchgefĂŒhrt. Überraschend kamen dabei auch weitere Fragmente der Figur des Löwenmenschen zutage.
Von Stadtmauern und Salbtöpfen. ArchÀologie zur Siedlungs- und Apothekengeschichte in Biberach. Schmid, Beate; Kulessa, Birgit. 2019. 419 S. 127 fb. Abb., 18 Abb. 30 x 21 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-95490-389-4 L, Reichert
Die Stadt Biberach bewahrte ĂŒber Jahrhunderte eine weitgehend ungestörte mittelalterliche Altstadt mit einem beachtlichen Bestand an spĂ€tmittelalterlicher Bausubstanz. In der vorliegenden Publikation werden die Ergebnisse von zwei Untersuchungen vorgestellt, die unter völlig unterschiedlichen Fragestellungen und an gegensĂ€tzlichen Standorten im mittelalterlichen StadtgefĂŒge durchgefĂŒhrt wurden. Die Untersuchung auf dem Viehmarktplatz galt primĂ€r der Frage nach dem Siedlungsbeginn und der Siedlungsentwicklung in Stadtrandlage und damit verbunden auch nach Verlauf, Art und StĂ€rke der ersten Stadtbefestigung. Durch die Vorlage sowie die Interpretation des Fundmaterials wird ein Bild vom Alltagsleben in einer mittelalterlichen Stadt vermittelt. Bei der Untersuchung des GebĂ€udes Marktplatz 7 stand die Baugeschichte und die Nutzung eines Patrizierhauses in zentraler Lage zwischen Kirche und Markt im Vordergrund. Der Beitrag thematisiert weniger strukturelle Fragen der stĂ€dtischen Entwicklung, sondern erhellt vielmehr die wechselvolle Hausgeschichte eines spĂ€tmittelalterlichen BĂŒrgerhauses. Schwerpunkt der Betrachtung ist die Beurteilung und Interpretation eines umfangreichen Fundspektrums, das RĂŒckschlĂŒsse auf die Bewohner des GebĂ€udes erlaubt. So kann nachgewiesen werden, dass das Haus ĂŒber einen gewissen Zeitraum von einem Apotheker genutzt wurde, und das Fundmaterial vermittelt einen Eindruck von der Praxis dieses Berufs. Weitere Funde ermöglichen RĂŒckschlĂŒsse auf unterschiedliche Lebensbereiche eines Haushalts und auf den Wandel seiner Sachkultur ĂŒber Jahrhunderte.
Shepheard`s of Cairo. The Birth of the Oriental Grand Hotel. Menschen – Reisen – Forschungen (5). Ibrahim, Tarek. 2019. 120 S. 63 fb. Abb., 52 Abb. 27 x 21 cm. Engl. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-368-9 L, Reichert
Few buildings reflect the waxing and waning of European influence in Egypt during the 19th and 20th centuries as profoundly as Shepheard`s Hotel in Cairo. Prior to its total destruction during the infamous “Black Saturday” riots of January 1952, the building was a potent symbol of the problematic relationship between native and foreigner, Orient and Occident, colonized and colonizer. Initially the site of Napoleon`s headquarters during his ill-fated Egyptian campaign, over the following 150 years, successive expansions and reconstructions transformed the humble lodge into one of the most glamorous and legendary hotels in the world. Hardly a single important political, social or artistic figure that passed through Cairo failed to stay and make an appearance at the hotel.
Until recently, a scholarly analysis and documentation on the architecture of Shepheard’s Hotel has been cursory at best due the near total absence of primary visual material. Thanks to a spectacular discovery at GrĂŒnsberg Castle near Nuremberg, Germany, primary visual material of the building - including original floor plans, correspondence, sketches and photographs - has come to light. The design of the hotel can now be correctly attributed to the previously unknown German architect Johann Adam Rennebaum (1858-1937) who lived and worked in Egypt for more than 50 years. This cache, combined with material from numerous archives in Egypt, Europe and North America, allows for the first comprehensive survey on the art, architecture and design of the legendary lost hotel.
More than merely lodging, Shepheard`s made design a destination and allowed visitors to step through the looking glass into a fantastic recreation of the wonders along the banks of the Nile, quickly becoming an essential part of the grand tour in Egypt for well-heeled travelers of the late 19th and early 20th centuries.
Goethe in Wiesbaden 1814 und 1815. Band I: Tageschronik. TagebucheintrÀge, Briefe, Gedichte, GesprÀchsaufzeichnungen, Rechnungen / Band II: Briefwechsel / Band III: Begegnungen und besuchte StÀtten. Hrsg.: Stahmer, Carsten. 1436 S. 75 fb. Abb., 229 Abb. 24 x 17 cm. 3 Bd. im Schuber,. L. Reichert Verlag, Wiesbaden 2019 EUR 79,00. ISBN: 978-3-95490-378-8 L, Reichert
Das Reisen nahm in Goethes Leben einen besonderen Stellenwert ein. Dazu gehörten auch Fahrten in verschiedene Kurorte, um sich von den gesundheitlichen Problemen, die ihn Zeit seines Lebens plagten, zu erholen. Neben der körperlichen Genesung stand bei diesen Reisen jedoch stets auch die geistige Erfrischung und Erneuerung im Vordergrund. In den Sommermonaten der Jahre 1814 und 1815 hielt er sich zur Kur in Wiesbaden auf, um hier sowohl das heilbringende Wasser als auch das gesellschaftliche Badeleben zu genießen.
Diese beiden Kuraufenthalte werden in dieser Dokumentation aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: Der ersten Band zeigt die persönliche Perspektive Goethes. Eine Chronik seiner tĂ€glichen AktivitĂ€ten auf Grundlage von TagebĂŒchern gibt dem Leser einen ganz privaten Einblick in sein Alltagsleben in Wiesbaden.
Goethe machte in der Kurstadt die Bekanntschaft zahlreicher Menschen; er korrespondierte von dort mit Freunden und Bekannten aus der Weimarer und Jenaer Gegend. Die persönliche Perspektive wird somit im zweiten Band durch den Blick von und auf seine Briefpartner ergÀnzt und zeigt Goethe als regen Dialogpartner.
Der dritte Band beschreibt die gesellschaftlichen Kreise, in denen Goethe sich bewegte, und geht aus zeitgenössischer Sicht auf die StĂ€tten ein, die er in Wiesbaden und Umgebung besuchte. Dieser Blickwinkel wird abschließend durch einen Epilog zu den Spuren Goethes im heutigen Wiesbaden ergĂ€nzt.
Zahlreiche historische Dokumente, die zum Teil erstmals veröffentlicht werden, und eine reiche Bebilderung machen dieses von Carsten Stahmer in Zusammenarbeit mit einem Team von Expertinnen und Experten herausgegebene Werk zu einer besonderen und spannenden LektĂŒre fĂŒr jeden Goethe-Interessierten.
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