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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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Die Bibliothek des Mittelalters als dynamischer Prozess. Hrsg.: Embach, Michael; Moulin, Claudine; Rapp, Andrea. 2013. 80 fb. Abb. und 29 s/w-Abb. auf 87 Tafeln. 24 x 17 cm. Gb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-89500-814-6 L, Reichert
Der vorliegende Band dokumentiert die VortrĂ€ge des 3. Trierer Bibliotheksworkshops vom 19. und 20. Juni 2009. Die vom ‚Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrum Trier’ und der Trierer Stadtbibliothek veranstaltete Tagung beschĂ€ftigte sich mit dem Thema der historischen VariabilitĂ€t mittelalterlicher Bibliotheken bzw. einzelner Kodizes. Welchen VerĂ€nderungen waren die Sammlungen und Handschriften im Laufe der Zeit unterworfen? Waren diese Umgestaltungen beabsichtigt oder zufĂ€llig? Wie sind strukturelle Dynamisierungen am Text zu bewerten, etwa in Form von Glossen, Scholien und Kommentaren oder von Neubindungen, Umsignierungen und BesitzeintrĂ€gen? Auf welche Weise können moderne Technologien heute dazu beitragen, solche VerĂ€nderungen zu rekonstruieren und zu veranschaulichen? Diese und Ă€hnliche Fragen wurden auf der Trierer Tagung diskutiert und in exemplarischer Weise dargestellt.
Der Hintergrund der Thematik ergab sich aus dem BemĂŒhen, einer statischen, gewissermaßen „ontologischen“ Sicht mittelalterlichen Bibliotheken und ihrer BestĂ€nde entgegenzuwirken. DarĂŒber hinaus wollten die Veranstalter einen Beitrag leisten zu einer historisch-funktionalen Sicht des mittelalterlichen Buch- und Bibliothekswesens. Hier geht es um Fragen nach dem konkreten Funktionswert einer Bibliothek, nach dem Einfluss von Skriptorium und TrĂ€gerinstitution auf die Ausrichtung der BestĂ€nde sowie auf das Maß an UnabhĂ€ngigkeit, das Bibliotheken sich im Spannungsfeld von organisatorischer Notwendigkeit, funktionaler Orientierung und geistiger ReprĂ€sentation bewahren konnten.
Die einzelnen BeitrĂ€ge beschĂ€ftigen sich u. a. mit der Dombibliothek von Halberstadt (Patrizia Carmassi), mit der Buchkultur der Augustinerchorfrauen von Steterburg (Britta Juliane Kruse / Kerstin Schnabel), mit den medizinischen Werken des Amplonius Rating de Bercka (Frank FĂŒrbeth) sowie mit den Trierer Talmud-Fragmenten (Andreas Lehnardt). VortrĂ€ge zu einzelnen Handschriften und Texten betreffen die Überlieferung der ‚Admonitio generalis’ (Bernward Schmidt) oder ein althochdeutsch glossiertes Boethius-Fragment der Stadtbibliothek Trier (Falco Klaes). Die Bibliothek als Wissensraum thematisiert Monika E. MĂŒller in ihrem Beitrag ‚Vom armarium zum Bibliotheksraum – Prozesse der Wissensordnung im mittelalterlichen Buchbestand von St. Michael in Hildesheim’, wĂ€hrend Regine Froschauer den Blick auf Ekkehard IV. als Benutzer der St. Galler Bibliothek lenkt. Über eine im Manuskript abgeschlossene Gesamtkatalogisierung aller weltweit vorhandenen Handschriften Hildegards von Bingen handeln Michael Embach und Martina Wallner. Der amerikanische Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger (Harvard) schließlich liefert eine breit angelegte Untersuchung zum Skriptorium von Kloster Arnstein
Die GrÀber von Fuente Álamo. Fuente Álamo Teil 4: Ein Beitrag zu den Grabriten und zur Chronologie der El Argar-Kultur. Schubart, Hermanfrid. 2013. 296 S., 80 Tafeln mit Abb., 2 Faltkarten, davon eine farbig, 20 sw. 3 fb. Abb., 8 Karte(n). 32 x 22 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-903-7 L, Reichert
Die bronzezeitliche Höhensiedlung von Fuente Álamo liegt im SĂŒdosten der Iberischen Halbinsel auf einem am SĂŒdrand der Sierra Almagro aufragenden Felsklotz. Hier fĂŒhrte zwischen 1977 und 1999 das Deutsche ArchĂ€ologische Institut Madrid Ausgrabungen durch, deren Ergebnisse bereits in drei BĂ€nden ĂŒber Stratigraphie, Architektur und naturwissenschaftliche Forschungen sowie ĂŒber SteingerĂ€te (auch -mĂŒhlen) und Keramik aus dem Siedlungsbereich vorgelegt wurden.
Ihnen folgt nun als vierter Band eine Studie ĂŒber die 118 GrĂ€ber, die - wie in der El Argar-Kultur ĂŒblich - ĂŒberwiegend in der Siedlung angelegt wurden und dadurch ĂŒber die Datierung der Siedlungsschichten einen bedeutsamen Beitrag zur Chronologie der El Argar-Kultur liefern. Unter Einbeziehung der anthropologischen Forschungsergebnisse werden die Grabanlagen in PlĂ€nen.,Schnitten und Fotografien vorgestellt, ebenso die Grabbeigaben an Keramik, Metallwaffen und -gerĂ€t, auch Körperschmuck aus Bronze, Silber und seltener Gold. Die Auswertung der Befunde bietet Einblicke in die Bestattungssitten in Steinkisten, großen TongefĂ€ĂŸen oder Felsnischen sowie in die Totenrituale und erlaubt so Aussagen von ĂŒberregionaler Bedeutung zu einer Differenzierung der Geschlechter und zur sozialen Gliederung der bronzezeitlichen Gesellschaft.
Erhabene Bilder. Die Kameen in der Antikensammlung Berlin. Überarbeitet von Platz-Horster, Gertrud; Foto(s) von Platz, Bernhard; Laurentius, Johannes. 2013. 352 S. 985 fb. Abb. 28 x 21 cm. Gb. EUR 78,00. CHF 105,00 ISBN: 978-3-89500-906-8 L, Reichert
Die Kameen in der Antikensammlung zĂ€hlen zum Ă€ltesten Bestand der Staatlichen Museen zu Berlin. Im Kern gehen sie auf die AnfĂ€nge der Kurbrandenburgischen Kunstkammer im 16. Jahrhundert zurĂŒck, aus der sie 1830 bei der GrĂŒndung der Königlichen Museen ungeteilt in das Museum am Lustgarten ĂŒberfĂŒhrt wurden. Die bedeutende Sammlung blieb bisher unzureichend publiziert. Seit dem "Verzeichnis der geschnittenen Steine im Antiquarium" von Adolf FurtwĂ€ngler 1896 erlitt die Sammlung bittere Verluste infolge des Zweiten Weltkrieges, besonders bei den reprĂ€sentativen StĂŒcken. Diese wurden soweit möglich anhand von GipsabgĂŒssen oder alten Fotos katalogisiert. In den letzten fĂŒnfzig Jahren kamen wichtige Neuerwerbungen hinzu, die jedoch die Verluste weder an Zahl noch an Bedeutung ersetzen können. Der Gesamtkatalog umfasst 875 Objekte, die in meist neu angefertigten Farbfotos abgebildet sind.
Die Rekonstruktion der Geschichte der Berliner Kameensammlung anhand von Inventaren und Dokumenten in Berlin und Brandenburg sowie in alten europĂ€ischen Sammlungen klĂ€rte den Vorbesitz der meisten StĂŒcke und verhalf ihnen zugleich zu einem Datum, vor dem sie entstanden waren. Die schwierige Frage der Datierung erhellte auch eine eingehende Analyse der verarbeiteten Edelsteine; deren Herkunft ist teilweise sowohl fĂŒr die antiken wie fĂŒr die barocken und neuzeitlichen Kameen nachweisbar. Als weiteres Kriterium dienten die seltenen originalen Fassungen der antiken Kameen. GlĂŒcklicherweise besitzt die Antikensammlung zwei römische Fundkomplexe mit Kameen, den "Schatzfund von Petescia" und das "MĂ€dchengrab bei Rom": Diese wurden wegen ihrer Besonderheit dem Katalog vorangestellt; sie binden Kameen ohne Fassung oder Kontext in einen Zeitrahmen.
Kameen mit den Signaturen antiker Graveure sind eine RaritĂ€t. Dioskurides, der im Altertum meist genannte Meister, war um 50 v. Chr. aus Aigeai in Kleinasien nach Rom ausgewandert und schnitt spĂ€ter das Siegel des Kaisers Augustus. Er signierte den Sardonyx-Kameo mit Herakles, der den Zerberus bezwingt; dieses Kleinod ist seit 1695 als Besitz des KĂŒrfĂŒrsten Friedrich III. bezeugt. Hyllos, ein Sohn des Dioskurides, verwies in der Signatur seines delikaten Kameo mit dem kecken Satyrkopf stolz auf diese Abstammung. Die hohe WertschĂ€tzung signierter Werke beflĂŒgelte die Gemmenschneider in Italien um 1800, denen wir eine Wiederbelebung der Glyptik verdanken.
Die KontinuitĂ€t dieser Kunstgattung von der Antike bis in die Neuzeit, ihre Entwicklung in Stil und Sujets ĂŒber mehr als zwei Jahrtausende zu verfolgen, erlaubt der bis heute ungeteilte Bestand an Kameen in der Antikensammlung Berlin.
Eger, Christoph. SpÀtantikes Kleidungszubehör aus Nordafrika I. Die Funde der spÀtesten römischen Kaiserzeit und der vandalischen Zeit (um 400 bis mittleres 6. Jahrhundert). 2013. 462 S., 58 sw. 9 fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-912-9 L, Reichert
Im metallenen Kleidungszubehör, einem wichtigen Bestandteil der Kleidung, spiegeln sich soziale IdentitĂ€ten. Besonders Fibeln und GĂŒrtelschnallen dienten in der SpĂ€tantike als "Blickfang", der wesentlich zur Rangbestimmung und ReprĂ€sentation des TrĂ€gers beitrug. Sie konnten darĂŒber hinaus die kulturelle Selbstzuordnung und das christliche Bekenntnis des TrĂ€gers zum Ausdruck bringen. Der GĂŒrtel galt als Zeichen der RechtsfĂ€higkeit und bildete seit tetrarchischer Zeit als cingulum militiae ebenso wie der von einer besonderen Fibel zusammengehaltene Mantel (paludamentum, chlamys) einen integralen Bestandteil der zivilen wie militĂ€rischen Amtstracht. Aus Nordafrika waren Funde von spĂ€tantikem Kleidungszubehör bislang kaum bekannt, was mit dem generell unbefriedigenden Publikationstand von Kleinfunden im sĂŒdlichen Mittelmeerraum zusammenhĂ€ngt. Im Rahmen einer Habilitationsschrift an der UniversitĂ€t MĂŒnchen ist nun erstmals das einschlĂ€gige Fundmaterial zusammengestellt und ausgewertet worden. Im Mittelpunkt steht der Sammlungsbestand des ArchĂ€ologischen Nationalmuseums von Karthago, der um Funde aus verschiedenen Museen des östlichen Algerien und westlichen Libyen (u. a. Djemila, Timgad und Sabratha) ergĂ€nzt werden konnte. Der erste des auf zwei BĂ€nde angelegten Werkes beinhaltet die Funde der spĂ€testen römischen Kaiserzeit und der vandalischen Zeit (um 400 bis mittleres 6. Jahrhundert n. Chr.). Nur zum kleineren Teil handelt es sich bei den rund 190 Objekten um geschlossene Grab- oder stratitifizierte Siedlungsfunde. Die Mehrheit bilden Altfunde, die zumeist ohne bekannten Kontext geborgen wurden, aber wegen ihrer formenkundlichen Vielfalt und ihrer Anzahl von großer Bedeutung sind. Neben einer ausfĂŒhrlichen formenkundlich-chronologischen Analyse, die den regionalen und ĂŒberregionalen Zusammenhang des Fundmaterials aufzeigt, nimmt die weitere Auswertung Fragen zum TrĂ€gerkreis und seiner kulturellen und ethnischen Zuordnung in den Blick. So wird untersucht, inwieweit sich im Kleidungszubehör die tiefgreifenden VerĂ€nderungen widerspiegeln, die Nordafrika mit dem Ende der weströmischen Herrschaft und der Errichtung des vandalisch-alanischen regnum erlebte. Expliziert wird dabei auf die seit einigen Jahren gefĂŒhrte Kontroverse eingegangen, ob eine Reihe von Grabfunden primĂ€r als vandalisch oder aber als Mode der spĂ€trömischen MilitĂ€raristokratie gelten mĂŒssen. Abschließend werden die siedlungsgeschichtlichen Aussagemöglichkeiten des vandalenzeitlichen Kleidungszubehörs behandelt.
Campus Martius. Die urbane Entwicklung des Marsfeldes von der Republik bis zur mittleren Kaiserzeit. Albers, Jon. 2013. 386 S. 150 sw. Abb, 4 fb. Abb. 32 x 24 cm. Gb. EUR 98,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-921-1 L, Reichert
Das Marsfeld, obwohl am Rande der antiken Stadt gelegen, galt wegen seiner reprĂ€sentativen, öffentlich zugĂ€nglichen Bauten lange als ein wesentliches Zentrum Roms. Über mehrere Jahrhunderte hinweg spiegeln die hier gestifteten Monumente und Einrichtungen den politischen Zeitgeist wider. Über die Analyse der urbanistischen Entwicklung des Areals unter besonderer BerĂŒcksichtigung funktionaler Aspekte werden diese Strömungen aufgespĂŒrt und sichtbar gemacht.
Die Bildnisse des Tiberius. Hertel, Dieter. 2013. 142 s/w-Tafeln mit 560 s/w-Abb., 11 Beilagen mit 96 Strichzeichnungen. 27 x 21 cm. Gb. EUR 99,00. CHF 129,00 ISBN: 978-3-89500-917-4 L, Reichert
Der erste Kaiser des Römischen Reiches, Augustus, war darauf bedacht, eine Dynastie zu begrĂŒnden. Als Nachfolger wurde schließlich Tiberius aus der Familie der Claudier ernannt. Sein Bildnis wurden im gesamten Römischen Reich verbreitet, um den Herrscher bildlich bekannt zu machen.
Der Band behandelt diese im Römischen Reich gefundenen PortrĂ€ts des Tiberius. Dabei werden seine Bildnisdarstellungen in allen Medien der Kunst zusammengetragen und nach Typen gegliedert. Es folgt eine Analyse der jeweiligen Repliken mittels einer Kopienkritik/Replikenrezension um eine Vorstellung von dem jeweiligen Urbild zu gewinnen. Nach der Datierung der PortrĂ€ttypen versucht Dieter Hertel die politische Aussage der BildnisreprĂ€sentation zu ermitteln. Alle PortrĂ€ts sind schließlich mit einem Kurzkommentar und reicher Bibliographie katalogisiert und werden in einem umfassenden Tafelteil möglichst vollstĂ€ndig dokumentiert.
Inschriften als Zeugnisse kulturellen GedÀchtnisses. 40 Jahre Deutsche Inschriften in Göttingen. BeitrÀge zum JubilÀumskolloquium vom 22. Oktober 2010 in Göttingen. Hrsg.:Henkel, Nikolaus. 24 Tafeln, 7sw. und 30 fb. Abb. 3 Tabellen.2012. 24 x 17 cm. Gb. EUR 38,00. CHF 50,90 ISBN: 978-3-89500-908-2 L, Reichert
kulturellen GedĂ€chtnisses" an die GrĂŒndung der Göttinger Inschriftenkommission im Jahr 1970 erinnert. Die BeitrĂ€ge des JubilĂ€umskolloquiums widmen sich zentralen Themen der Inschriftenforschung. Aus der Sicht der Kunstgeschichte hat Gia Toussaint die inschriftliche Kennzeichnung von Reliquien in Byzanz und im Westen in den Blick genommen. Als Historiker lenkt RĂŒdiger Fuchs bilanzierend-fragend die Aufmerksamkeit auf eher unspektakulĂ€re Inschriften wie z. B. Hochwassermarken oder Maßeinheiten. Der sprachhistorische Beitrag von Ingrid Schröder hat "Niederdeutsche Inschriften als Zeugnisse regionaler Kultur" zum Gegenstand. Abschließend untersucht Arnd Reitemeier unter dem Titel "Die Reformation und ihre Folgen in Niedersachsen" den Quellenwert der Inschriften fĂŒr die Frage nach EinfĂŒhrung und Konsolidierung der neuen Konfession.
Die BeitrĂ€ge werden ergĂ€nzt durch zwei Rechenschaftsberichte der ehemaligen Vorsitzenden der Göttinger Inschriften-Kommission, Karl Stackmann und Ulrich Schindel. Hinzu kommt ein Situationsbericht des Mitarbeiters der ersten Stunde, Werner Arnold. Das Vorwort des Herausgebers skizziert die zukĂŒnftige Entwicklung der Arbeitsstelle.
Erdmann, Ulrich. Die Kelten in Burgund. Historischer und archĂ€ologischer Überblick. 2012. 144 S., 24 sw. und 43 fb. Abb. 1 Karte. 24 x 17 cm. Gb. EUR 19,90. CHF 28,50 ISBN: 978-3-89500-928-0 L, Reichert
Der Band fasst Erkenntnisse ĂŒber die keltische Phase der burgundischen Vergangenheit zusammen und gibt Hinweise, wo man Keltisches noch betrachten kann. Am Anfang des Bandes stehen als Glanzlichter die in HĂŒgelgrĂ€bern gefundenen wertvollen und kunstvollen Erzeugnisse etruskischer und griechischer Herkunft. Sie zeigen Analogien zum Leben griechischer Helden und Parallelen zu den "FĂŒrstensitzen" SĂŒdwestdeutschlands. Spuren von Handel und Handwerk weisen weitrĂ€umige Verbindungen auf, die spĂ€ter auch auf militĂ€rischem Gebiet anzutreffen sind. Burgund nimmt an der Ausbreitung des ĂŒber das ganze Europa nördlich der Alpen verbreiteten latĂšnezeitlichen Stils und an der Entwicklung der stadtĂ€hnlichen Siedlungsform der "oppida" teil. FĂŒr diese Zeit erlaubt das Material einen Einblick in politische Strukturen, in Gesellschaft und privates Leben, die sich bei der Transformation in eine römische Provinz durchgreifend Ă€ndern sollten. Eine Reihe von FundstĂ€tten wird gesondert betrachtet.
Damm-Meinhardt, Ursula; MĂŒhlenbruch, Tobias. Baubefunde und Stratigraphie der Unterburg und des nordwestlichen Stadtgebiets (Kampagnen 1976 bis 1983). Teil 3: Die ausgehende Palastzeit (SH III B2) und die mykenische Nachpalastzeit (SH III C). Dokumentation zu den BĂ€nden 2012. XVII.1 und 2. 75 Tafeln, 59 FaltplĂ€nen und 8 Beilagen. 31 x 22 cm. Gb. EUR 68,00. ISBN: 978-3-89500-850-4 L, Reichert
The lower citadel of Tiryns is a unique finding of settlements from the Mycenean late palatial and post-palatial periods. It was excavated between 1976 and 1983 under the conduct of Klaus Kilian. This volume comprises the report of the excavation, consisting of phase plans, isometries, planum and profile drawings, as well as photographs.
Die Unterburg von Tiryns stellt einen singulĂ€ren Siedlungsbefund fĂŒr die spĂ€te mykenische Palastzeit und die Nachpalastzeit (SH III B2-C) dar. Er wurde unter der Leitung von Klaus Kilian zwischen 1976 und 1983 ergraben. Dieser Band beinhaltet die Grabungsdokumentation in Form von PhasenplĂ€nen, Isometrien, Planums- und Profilzeichnungen sowie Fotographien.
Panse, Melanie. Hans von Gersdorffs »Feldbuch der Wundarznei«. Produktion, PrÀsentation und Rezeption von Wissen. 16 farbige Tafeln, 84 sw. Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 59,00. CHF 78,90 ISBN: 978-3-89500-907-5 L, Reichert
Das "Feldbuch der Wundarznei" (1517) des Wundarztes Hans von Gersdorff ermöglicht außergewöhnliche Einblicke in die europĂ€ische Wissenskultur an der Epochenschwelle zwischen SpĂ€tmittelalter und FrĂŒhneuzeit: Seine besondere Form, seine lange Rezeptionsdauer, seine thematische Ausrichtung, seine mediale HybriditĂ€t und seine vielfĂ€ltige Überlieferungsgeschichte geben in geradezu einzigartiger Weise Aufschluss ĂŒber die Frage, wie medizinisches Wissen in der Vormoderne organisiert, prĂ€sentiert, legitimiert und rezipiert wurde. FĂŒr die historisch vergleichende Analyse des "Feldbuchs" kombiniert die vorliegende Studie wissenssoziologische, medizingeschichtliche, linguistische und buch- und bildwissenschaftliche Herangehensweisen, um die von dem Werk ausgehenden Prozesse der Wissensproduktion und -rezeption umfassend abzubilden.
Gersdorffs "Feldbuch" entstand auf der Grundlage Ă€lterer Vorlagen und die biographisch bedingten PrĂ€ferenzen des Kompilators sind deutlich erkennbar. So beruhte etwa die Integration des umfangreichen Aussatztraktats auf seiner Expertise und seinem ausgeprĂ€gten Interesse an der Aussatzdiagnostik. Die Humoralpathologie erweist sich als grundlegendes Deutungsmuster der medizinischen Inhalte, die von Bitten um göttlichen Beistand eingerahmt werden. Sowohl der Verfasser als auch der Drucker und der KĂŒnstler nutzten jeweils spezifische mediale PrĂ€sentationsstrategien, um dem im "Feldbuch" dargelegten Wissen LegitimitĂ€t zu verleihen. Der Trias "auctoritas - ratio - experientia" kam dabei als LegitimitĂ€tsressource eine zentrale Bedeutung zu. Die vielschichtigen Wandlungen, denen das Werk im Laufe der Jahrhunderte unterlag, schlugen sich denn auch hauptsĂ€chlich in der Form und medialen Ausgestaltung der (Nach-) Drucke nieder.
Die Abbildungen des Feldbuchs sind polyfunktional angelegt und ergĂ€nzen sich in ihrer MedialitĂ€t, um das Wissen zu ordnen, vor allem aber, um den Leser von der Richtigkeit des Wissens zu ĂŒberzeugen und auf dessen Wahrnehmungs-, VerstĂ€ndnis- und Erinnerungsprozesse zu wirken. Die Medien geben Hinweise zum Gebrauch der Schrift und ermöglichen verschiedene Lesarten des Werkes. FĂŒr die anhaltende Rezeption des "Feldbuchs" bis ins 17. Jahrhundert war ein BĂŒndel von Faktoren ausschlaggebend. Es erreichte einen breiten Rezipientenkreis, der von WundĂ€rzten ĂŒber hochrangige BĂŒrger, Gelehrte und Adelige bis hin zu einzelnen KurfĂŒrsten reichte. Die Leser des Gersdorffschen Werkes interessierten sich vor allem fĂŒr die Rezepttexte und die AusfĂŒhrungen zu Anatomie und Aderlass, sie markierten diese Passagen oder ĂŒbertrugen sie handschriftlich. Die Funktionen des "Feldbuchs" konnten je nach Besitzer und Leser zwischen Sammlungsobjekt, Lesebuch und erweiterbarem Wissensspeicher oszillieren.
Fuchs, RĂŒdiger. Die Inschriften der Stadt Trier II (1501 bis 1674). 2012. 149 Taf. 466 sw. Abb., 2 Taf. Steinmetzzeichen u. Marken. 27 x 19 cm. Gb. EUR 118,00. ISBN: 978-3-89500-556-5 L, Reichert
Die beiden TeilbĂ€nde enthalten die Edition von 502 Katalogartikeln einschließlich eines großen Anhangs, in dem fiktive und nicht ausreichend sicher in Trier beheimatete Inschriften zusammengefasst sind, außerdem NachtrĂ€ge und ErgĂ€nzungen (DI 71/1) zum ersten Editionsband (DI 70, 2006) und die auch fĂŒr dessen Benutzung und VerstĂ€ndnis notwendigen Informationen in Einleitung, Schrifttum und Registern, sodann die Abbildungen zu den neuzeitlichen Inschriften (DI 71/2). Die 855 Trierer Inschriften sind etwa zur HĂ€lfte erhalten; 123 wurden erstmals vom Original, 88 aus der sekundĂ€ren Überlieferung ediert. Der Schwerpunkt des Materials liegt in den GrabdenkmĂ€lern, die sich ĂŒberlieferungsbedingt auf die geistlichen Grablegen konzentrieren. Mit großartigen Aufbauten und zahlreichen Einzelinschriften ragen die EpitaphaltĂ€re heraus, aber auch die durch die Erhebung des Heiligen Rocks 1512 verstĂ€rkte PrĂ€sentation von HeiltĂŒmern. Trotz großer Verluste haben sich auch bemerkenswerte Inschriften aus dem stĂ€dtisch-bĂŒrgerlichen Bereich, teils in deutscher Sprache, und an bzw. von Profanbauten erhalten. Als Zentrum der Renaissance an der Mosel bot Trier zudem die Gelegenheit, die Produktion mehrerer GroßwerkstĂ€tten epigraphisch zu untersuchen und dafĂŒr modellhafte Ergebnisse vorzulegen.
In kaiserlichem Auftrag – Die Deutsche Aksum Expedition 1906 unter Enno Littmann. Band 2: Altertumskundliche Untersuchungen der DAE in Tigray/Äthiopien. Hrsg.: Wenig, Steffen. 2012. 402 S. 189 Abb, dav. 9fb.. 29 x 19 cm. Gb. EUR 79,00. ISBN: 978-3-89500-890-0 L, Reichert
Der zweite Teil des Bandes „In kaiserlichem Auftrag“ trĂ€gt den Untertitel „Altertumskundliche Untersuchungen der DAE in Tigray/Äthiopien“. In mehr als 25 BeitrĂ€gen werden Autoren ĂŒber „Äthiopien im Spiegel historischer Karten“ (F. Haubold) und ĂŒber „Äthiopien vor 100 Jahren“ (Asfa-Wossen Asserate), ĂŒber die historische Landschaft Tigrays (W. Smidt) sowie ĂŒber Nordtigray und Eritrea anhand der damals angefertigten Fotografien (A. Ritler und L. LĂ€tt) referieren (Teil 1). Zur DAE wird u. a. die Fortsetzung des Littmann’schen Tagebuches (R. Voigt) geboten, D. Phillipson bespricht die Leistungen der DAE und H. v. LĂŒpke legt nach Archivrecherchen neue Erkenntnisse zum „Innen leben“ der Expedition, ergĂ€nzt durch Anmerkungen von St. Wenig, vor (Teil 2).
Der dritte Teil zur ArchĂ€ologie und Geschichte nimmt einen breiten Raum ein. Nach einer EinfĂŒhrung durch P. Henze resĂŒmieren R. Fattovich und J. Phillips die archĂ€ologische Forschung in Tigray seit der DAE, wĂ€hrend andere Autoren neue Forschungen in Tigray vorstellen. Im vierten Teil werden Materialien wie Inschriften, MĂŒnzen, Kleinfunde und anderes besprochen.
Ein dritter abschließender Band, der sich vornehmlich den ethnologischen Forschungen der DAE und den von ihr besuchten Kirchen und Klöstern in Aksum, Adwa und Debre Damo widmet, ist in Arbeit.
ZAAK 4. Deutsches ArchĂ€ologisches Institut. Kommission fĂŒr ArchĂ€ologie AußereuropĂ€ischer Kulturen. Zeitschrift fĂŒr ArchĂ€ologie AußereuropĂ€ischer Kulturen. Band 4, 2012. 432 S., 261 Abb. 28 x 20 cm. Gb. EUR 110,00. ISBN: 978-3-89500-895-5 L, Reichert
BeitrÀge zur islamischen Kunst und ArchÀologie.Jahrbuch der Ernst-Herzfeld-Gesellschaft e.V.. Hrsg.: Ernst-Herzfeld-Gesellschaft e.V; Zusammengestellt von Korn, Lorenz; Heidenreich, Anja. 2012. 416 S. 273 Abb., 43 fb. Abb. 24x 17 cm. Gb. EUR 89,00. ISBN: 978-3-89500-835-1 L, Reichert
Ornament has always been regarded as a field in which Islamic Art has excelled. However, it can be debated whether ornamental treatment of surfaces can actually be seen as a typical feature of a particular culture. The papers given on a colloquium held by the Ernst Herzfeld Society for Islamic Art in 2009 deal with different aspects of ornament in Islamic cultures of the Near and Middle East, through all periods and through different media. Articles range from case studies to contributions on general questions on ornamental forms and their perception.
Ehrhardt, Wolfgang. Dekorations- und Wohnkontext. Beseitigung, Restaurierung, Verschmelzung und Konservierung von Wandbemalungen in den kampanischen AntikenstÀtten. 2012.336 S. 356 fb. Abb. 29 x 22 cm. Pb. EUR 39,00. ISBN: 978-3-89500-897-9 L, Reichert
1873 publiziert August Mau seine bahnbrechende Entdeckung, dass die Wandmalereien in den HĂ€usern nicht aus den letzten zwanzig oder dreißig Jahren des 79 n. Chr. vom Vesuv verschĂŒtteten Pompejis stammten, sondern in einem Zeitraum von mehr als zweihundert Jahren den Übergang von der spĂ€thellenistischen zur kaiserzeitlichen Wohnkultur dokumentieren. In der Folge wurden die Dekorationskontexte stilgerecht unterteilt. Nach den GrĂŒnden der Hausbesitzer, Ă€lteren, teilweise schon an die zweihundert Jahre alten Wandschmuck nicht durch modernen zu ersetzen, wurde bisher jedoch noch nicht gefragt. Die vorliegende Arbeit schließt diese LĂŒcke durch eine mikrogeschichtliche Untersuchung des Kontexts und Umfelds der Verzierungen. Es lassen sich rationale Strategien herausschĂ€len, gemĂ€ĂŸ derer antike Hausbesitzer einerseits ganze RĂ€ume oder nur bestimmte WĂ€nde neu in einer jĂŒngeren, dann maßgebenden Malmode dekorieren ließen, andererseits vorhandene, Ă€ltere Wandverzierungen konservierten, restaurierten und/oder mit zeitgemĂ€ĂŸen Dekorationspartien zu einem passend erscheinenden "Amalgam" verschmolzen.
Lampe, Jörg H.; Willing, Meike. Die Inschriften des Landkreises Holzminden. 2012. 200 Abb., sw.. 27 x 19 cm. Gb. EUR 62,00. ISBN: 978-3-89500-884-9 L, Reichert
Der Band umfasst die kommentierte Edition von 276 Inschriften des Landkreises Holzminden bis zum Jahr 1650. Aufgenommen sind nicht nur die im Original erhaltenen Inschriften, sondern auch diejenigen Inschriften, die nur noch in Àlteren Abschriften oder Abbildungen vorliegen. Die AnhÀnge umfassen Jahreszahlen und Initialen sowie Hausmarken und Meisterzeichen.
Die Inschriften spiegeln exemplarisch Formen hoch- und spĂ€tmittelalterlicher Frömmigkeit aus dem Zisterzienser-Kloster Amelungsborn wie aus Dorfkirchen. In den Blick gerĂ€t sodann, wie sich die DurchfĂŒhrung der Reformation im Herzogtum Braunschweig-WolfenbĂŒttel seit 1568 in Haus-, Bau- und Stifterinschriften niederschlĂ€gt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Selbstdarstellung des lĂ€ndlichen Adels durch Bauten, Stiftungen und GrabdenkmĂ€ler. Außer spĂ€tmittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen GlockenwerkstĂ€tten geraten fĂŒr Adel und BĂŒrger tĂ€tige BildhauerwerkstĂ€tten (Arend Robin und Ebert Wolf) in den Blick.
Die Einleitung des Bandes stellt BezĂŒge zwischen dem Inschriftenbestand und der Geschichte des Landkreises her und wertet die Inschriften und Inschriftengruppen unter mehreren Aspekten aus. Der daran anschließende Katalogteil bietet eine Wiedergabe der Texte unter Auflösung der AbkĂŒrzungen. Lateinische und die meisten niederdeutschen Texte werden ĂŒbersetzt. Eine Beschreibung des jeweiligen InschriftentrĂ€gers vermittelt einen Eindruck von dem Zusammenhang, in dem die Inschrift steht. Im Kommentar werden wichtige, die Inschrift oder den InschriftentrĂ€ger betreffende Fragestellungen erörtert. Zehn Register erschließen dem Leser den Katalogteil unter verschiedenen Gesichtspunkten. Ein ausfĂŒhrlicher Tafelteil ergĂ€nzt die Edition
Caucasus during the Mongol Period – Der Kaukasus in der Mongolenzeit. Hrsg.: Tubach, JĂŒrgen; Vashalomidze, Sophia G.; Zimmer, Manfred. 2012. Englisch. 360 S., 14 Abb. 24 x 17 cm. Gb. EUR 88,00. ISBN: 978-3-89500-892-4 L, Reichert
The anthology takes a comparative approach to reconstructing the perceptions that the Armenians and Georgians developed of their Mongol conquerors in the 13th and 14th centuries. The focus lies on the perception of the historical outcomes of nomadic / sedentary interactions from the perspective of both the mundane and the clerical nobility. The Caucasus and its immediate sphere of influence as a whole will serve as the regional framework for our anthology.
The broad scope of historical sequences regarding the Mongol conquest of Armenia and Georgia and the Mongol domination in and over Armenia and Georgia will be dealt with, whereby the local idiosyncrasies of these events are of particular interest. This anthology is suitable for Scicientists of Oriental-, Asian- and Caucasus Studies
Fleischer, Robert; Schulz, Regine; Al-Salami, Mohammed Ali. Figurale Bronzen Ă€gyptischer und griechisch-römischer Art vom Jabal al-‘Awd, Jemen (von Robert Fleischer und Regine Schulz)· Die Felsmalereien von Djarf al-Yahudi im zentraljemenitischen Hochland. Neuere Informationen zur Palastarchitektur im vorislamischen Arabien (von Mohammed Ali Al-Salami). 2012. 59 Abb., sw.. 31 x 23 cm. Gb. EUR 58,00. ISBN: 978-3-89500-842-9 L, Reichert
Robert Fleischer - Regine Schulz: Figurale Bronzen Ă€gyptischer und griechisch-römischer Art vom Jabal al-‘Awd, Jemen
1996 machte ein einheimischer Bauer knapp unterhalb des Gipfels des Jabal al-‘Awd im Jemen in einer Seehöhe von fast 3000 m Höhe durch Zufall einen umfangreichen Fund von antiken Bronzen, von dem heute leider nur mehr ein kleiner Teil greifbar ist. Schon frĂŒher waren hier bei Raubgrabungen immer wieder Antiken zutage gekommen. Der neue Fund war Anlass fĂŒr die 1998 begonnenen Ausgrabungen des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts, Station Sanaa.
Auf dem Berggipfel befand sich eine befestigte Siedlung mit Stadttoren und einem Tempel, mit gepflasterten Straßen und HĂ€usern aus vulkanischem Stein, die in den ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung bestand und vermutlich von einfallenden Äthiopiern zerstört wurde. Die Bronzen stammen aus einem großen Bau, der durch sein Material, importierte Kalksteinblöcke, hervorgehoben war und wohl mehrere Obergeschosse besaß, aus denen sie vermutlich herabgestĂŒrzt sind. Es könnte sich um eine versteckte Lagerung von wertvollem Material nach Art der zahlreichen Schatzfunde aus dem Römerreich handeln, deren Inventar angesichts von feindlichen Bedrohungen zusammenkam, aber auch um die Beute von eigenen PlĂŒnderungszĂŒgen durch die Stadtbewohner.
Die Zusammensetzung der Bronzen ist sehr heterogen und schließt auch zahlreiche lokal sĂŒdarabische Bronzen ein, die in vorliegender Arbeit nicht berĂŒcksichtigt werden und deren Veröffentlichung von anderer Seite erfolgen wird. Das hier vorgelegte Material umfasst importierte Bronzen aus Ägypten, möglicherweise Italien und anderen Gebieten des Mittelmeerraums, aber auch lokale Produkte, die unter Einfluss von dort entstanden sind und durch bestimmte technische Eigenheiten ihre sĂŒdarabische Herkunft verraten. Zwei große, miteinander weitgehend ĂŒbereinstimmende Frauenstatuetten wurden im Rahmen einer grĂ¶ĂŸeren Serie hergestellt, nach ihren Maßdifferenzen aber nicht aus ein und derselben Form gegossen. Hier stellt sich die Frage nach dem Ort der Produktion, wobei auch wandernde Kunsthandwerker in Frage kommen, die mit ihren Gussformen reisten. Zwei Bronzen, der Ă€gyptische Sphinx und die AthenabĂŒste, tragen sĂŒdarabische Inschriften, die sie als Weihegaben ausweisen und mit ihrer ursprĂŒnglichen Zweckbestimmung, aber auch mit ihrem Fundort nichts zu tun haben. Völlig aus dem Rahmen fĂ€llt die Gesichtsmaske eines römischen Reiterhelms, das einzige Exemplar dieser Gattung, das außerhalb der Grenzen des Römerreichs gefunden wurde.
Die Bronzen vom Jabal al-‘Awd, von denen leider nur noch ein sehr kleiner Teil zugĂ€nglich ist, stellen den grĂ¶ĂŸten und wichtigsten Fund seiner Art dar, der jemals auf der Arabischen Halbinsel gemacht wurde. Sie gelangten ab der Zeitenwende in den Jemen oder wurden dort hergestellt, nachdem unter Augustus die Seefahrt von Ägypten durch das Rote Meer nach Indien intensiviert worden war und sich SĂŒdarabien und der Mittelmeerraum so nahe gerĂŒckt waren wie nie zuvor.
Mohammed Ali al-Salami: Die Felsmalereien von Djarf al-Yahudi im zentraljemenitischen Hochland. Neue Informationen zur Palastarchitektur im vorislamischen Arabien
Der Artikel beschreibt die Architekturmalereien, die auf einem FelsĂŒberhang in Djarf al-Yahudi, ungefĂ€hr 50 km östlich von Sanaa, gefunden wurden. Die Darstellung dieses großen Komplexes verschiedener GebĂ€ude stammt aus der mittelsabĂ€ischen Zeit (1. Jahrhundert v. Chr. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) und zeigt neben kurzen Inschriften Graffitis von Tieren und Menschen. Die Malereien sind vornehmlich in den Farben schwarz, dunkelrot und weiß abgehalten.
Die Felsmalereien können in drei Bildteile untergliedert werden. Es finden sich mehrere mehrstöckige GebĂ€ude, wahrscheinlich PalĂ€ste. Derartige monumentale GebĂ€ude sind uns sowohl aus vorislamischen Inschriften als auch von Beschreibungen der spĂ€tislamischen Zeit bekannt (z. B. von al-Hamdani, 10. Jahrhundert n. Chr.); durch archĂ€ologische Ausgrabungen können sie jedoch bisher nur ungenĂŒgend erschlossen werden. Die detailreichen Illustrationen beschrĂ€nken sich nicht nur auf die GebĂ€ude selbst, sondern zeigen außerdem Statuen, Pflanzen und andere dekorative Elemente und stehen somit in ĂŒberraschend enger Beziehung zu den schriftlichen Quellen. Es ist durchaus möglich, dass wir in den Felsmalereien von Djarf al-Yahudi eine Darstellung des Palastes Gumdan in Sanaa vor uns haben
Paddenberg, Dietlind. Die Funde der jungslawischen Feuchtbodensiedlung von Parchim-Löddigsee, Kr. Parchim, Mecklenburg-Vorpommern. 2012. 502 S. 64 Tafeln mit Strichzeichnungen, 125 fb. Karten auf 34 Tafeln, 1 Faltkarte als Beilage, Katalog auf CD-Rom, 24 Abb., sw.. 29 x 19 cm. Gb. EUR 59,80. ISBN: 978-3-89500-876-4 L, Reichert
Die jungslawische Handelssiedlung von Parchim-Löddigsee wurde von 1981 bis 1999 vollstĂ€ndig ausgegraben. Diese einmalige Forschungssituation ermöglichte es, die ca. 6.000 geborgenen Kleinfunde nicht nur typologisch, chronologisch und funktional, sondern auch rĂ€umlich, chorologisch und strukturell auszuwerten. Die sensationellen Erhaltungsbedingungen gewĂ€hrten einen außergewöhnlichen Einblick in die Struktur eines so genannten „Zentralorts“ des 11./12. Jahrhunderts, der sich unter anderem durch eine massive Befestigung, die Anwesenheit einer Adelsschicht, ein weitreichendes Fernhandelsnetz, ausgewĂ€hltes Gewerbe und ein zentrales Heiligtum sowie eine völlig andersartige, spĂ€tmittelalterliche Nachfolgesiedlung auszeichnete.
Lang, Jörn. Mit Wissen geschmĂŒckt?. Zur bildlichen Rezeption griechischer Dichter und Denker in der römischen Lebenswelt. 2012. 278 S., 52 sw.u. 2 fb. Taf., 304 Abb., sw.. 32 x 23 cm. Gb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-89500-846-7 L, Reichert
Der Kontakt zwischen griechischer und römischer Kultur bildete seit dem Ausgreifen Roms in den östlichen Mittelmeerraum im 2. Jahrhundert v. Chr. ein kontinuierliches AustauschverhÀltnis. Ein Aspekt dieses GesamtphÀnomens ist die Rezeption griechischer Bildung und ihre visuelle PrÀsenz in der römischen Lebenswelt, die sich im Spannungsfeld zwischen inhaltlicher Erfassung und laienhaften Dilettierens bewegte.
Der Fokus der Untersuchung liegt auf Darstellungen en miniature, unter denen v.a. die geschnittene Steine eine herausragende Rolle spielen. Sie werden sowohl unter ikonographischen und typologischen als auch kulturgeschichtlichen Aspekten untersucht. Von zentraler Bedeutung sind dabei Fragen nach ihren QualitÀten als kulturelle Ausdrucksform von Vorstellungen griechischer Bildung in einer bildlichen Transformation des Diskurses um paideia.
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