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Reichert, Dr. Ludwig Verlag

 
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I Forschungsgeschichte, Vermessung, Prospektionen und Funde 2009-2010. MĂŒnchner BeitrĂ€ge zur Provinzialrömischen ArchĂ€ologie (10). Mackensen, Michael. Das severische Vexillationskastell Myd(---) / Gheriat el-Garbia am limes Tripolitanus (Libyen). 2021. 320 S. 38 Tafeln, 517 sw. Abb., 95 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 59,00. ISBN: 978-3-7520-0586-8 L, Reichert
Das römische Kastell Gheriat el-Garbia liegt 280 km sĂŒdlich von Tripolis in der steppenartigen HalbwĂŒste, oberhalb einer Oase, an der zentralen Route ins Land der Garamanten. Es ist – neben Bu Njem und Ghadames – das grĂ¶ĂŸte der drei unter Kaiser Septimius Severus weit nach SĂŒden vorgeschobenen neuen Vexillationskastelle des limes Tripolitanus. SpĂ€testens im Herbst 201 n. Chr. wurde es von einer Abteilung der legio III Augusta aus Lambaesis fertig gestellt. Seit den englischen Surveys (1953, 1981) bietet das Kastell mit dem spektakulĂ€r gut erhaltenen Haupttor eine valide Grundlage fĂŒr architektonische Rekonstruktionen von Kastellen des 3. Jahrhunderts.
Im Rahmen des interdisziplinĂ€r ausgerichteten Projekts der Provinzialrömischen ArchĂ€ologie an der UniversitĂ€t MĂŒnchen, gefördert von der Exzellenzinitiative, wurden 2009 und 2010 je zwei Kampagnen durchgefĂŒhrt. Im Mittelpunkt standen Surveys und Ausgrabungen im von einem Berberdorf ĂŒberbauten Kastell (Tore, StabsgebĂ€ude, MannschaftsunterkĂŒnfte) und in einem der HeiligtĂŒmer. Neben naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden (GeodĂ€sie, Geophysik, ArchĂ€ometrie, 14C-Analysen) kam terrestrisches 3D-Laserscanning zum Einsatz. Überraschend war neben der bis 275/280 erfolgten Nutzung des Kastells mit dem inschriftlich ĂŒberlieferten Ortsnamen Myd(---) eine spĂ€tantike Instandsetzung: Ab 390/400 wurde bis Mitte des 5. Jahrhunderts in den castra Madensia der Notitia Dignitatum Occ. XXXI 30 eine limitane Einheit, die milites munifices, stationiert.
Im ersten Band werden die Forschungsgeschichte in der tripolitanischen Grenzzone im nordwestlichen Libyen und in SĂŒdtunesien von 1819 bis 1996 sowie die Lage und Topographie von Gheriat el-Garbia dargestellt. Es folgen BeitrĂ€ge zur geodĂ€tischen Erfassung der Topographie des Kastell- und des Tempelplateaus unter Verwendung von Radardaten des deutschen Erdbeobachtungssatelliten TerraSar-X. Im Mittelpunkt stehen die archĂ€ologischen Surveys: Zahlreiche Architekturglieder aus dem Kastellareal ergeben sieben SĂ€ulenordnungen, die auf eine anspruchsvolle architektonische Ausstattung der zentralen GebĂ€ude des Kastells schließen lassen. Das umfangreiche Material des Keramik-Surveys liefert wichtige Daten zur Versorgung der Garnison mit Fein- und Kochkeramik sowie mit in Amphoren transportiertem Wein, Olivenöl und Fischkonserven. Zudem werden Metallkleinfunde, MĂŒnzen und Radiokarbonanalysen vorgelegt; letztere bilden die Basis fĂŒr die Datierung der Instandsetzungen des Kastells zwischen 390 und 425.
Die liturgischen Orte im Wandel der Zeit. Taufe – Beichte – Abendmahl – Predigt. Sörries, Reiner. Deutsch. 2021. 320 S. 387 fb. Abb., 12 sw. Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 29,95. ISBN: 978-3-95490-453-2 L, Reichert
Zeit- und konfessionsĂŒbergreifend wird die Entwicklung der liturgischen Orte im Kirchenraum auf 300 Seiten und mit ĂŒber dreihundert Bildern erzĂ€hlt. Altar, Kanzel, Taufstein und Beichtstuhl sind sichtbarer Ausdruck von Abendmahl, Predigt, Taufe und Beichte. Sie werden in der evangelischen Kirche als die vier Gnadenmittel bezeichnet, in der katholischen Kirche sind es vier der sieben Sakramente. Betrachtet man die liturgischen Orte von der Antike bis zur Gegenwart, so sind sie nicht nur einem formalen Wandel unterworfen, sondern sie spiegeln auch die theologiegeschichtlich bedingten VerĂ€nderungen der an ihnen vollzogenen Handlungen. Unter den exemplarisch angefĂŒhrten Objekten werden viele genannt, die auch Eingang in die Kunstgeschichte gefunden haben, genauso aber solche, die in einfachen Dorf- und Landkirchen das Interesse der Kunsthistoriker nicht geweckt haben. Aber wo sie auch immer zu finden sind, sind sie form- und bildgewordene Zeugnisse von VerkĂŒndigung und Glaube, manchmal hoch komplex, manchmal schlicht und volkstĂŒmlich. WĂ€hrend fĂŒr die frĂŒhchristliche Entwicklung Beispiele im Gebiet des Römischen Reiches herangezogen werden, so konzentriert sich die Auswahl mit fortschreitender Zeit auf Mitteleuropa und den deutschsprachigen Raum.
In diesem Sinn wendet sich das Buch an Leserinnen und Leser, denen an einem Überblick gelegen ist, seien sie Geistliche, weil sie an diesen Orten agieren oder weil sie als Studierende an ihnen agieren werden, seien sie Kirchenbesucher, die ihrerseits in die Geschichte einordnen wollen, was sie sehen und oft genug bestaunen. Es ist zugleich ein Beitrag zur Ikonographie evangelischer und katholischer Glaubensaussagen, denn die liturgischen Orte erlĂ€utern selbst in Wort und Bild den an ihnen verkĂŒndeten und vollzogenen Glauben. Zugleich geben sie mit zeitgenössischen Bildern Einblick in den Vollzug der Liturgie in ihrer jeweiligen Zeit.
Die justinianische Bauskulptur Konstantinopels als TexttrĂ€ger. SpĂ€tantike - FrĂŒhes Christentum - Byzanz (50). Stroth, Fabian. Monogrammkapitelle. Deutsch. 2021. 339 S. 120 Tafeln, 2 Beilagen, 727 Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-272-9 L, Reichert
In der Studie werden die Kapitellserien der Hagia Sophia, der Sergios- und Bakchoskirche und der Irenenkirche erstmals systematisch untersucht. Zudem werden die Stifterepigramme der Sergios- und Bakchoskirche sowie der Polyeuktoskirche in die Untersuchung mit einbezogen, deren materielle AusfĂŒhrung bislang zu wenig Beachtung gefunden hat. Der dabei erprobte Forschungsansatz, die justinianische Bauskulptur Konstantinopels als TexttrĂ€ger in den Blick zu nehmen ist ungewöhnlich, hat sich jedoch auf den zweiten Blick als naheliegend und in vielfĂ€ltiger Weise als ergebnisreich erwiesen. Die Vorlage von mehr als 150 frĂŒhbyzantinischen Kapitellen dieser prominenten Kirchen Konstantinopels in mehr als 850 Fotografien und 50 Zeichnungen leistet einen grundlegenden Beitrag fĂŒr die Byzantinische ArchĂ€ologie.
ArchÀologischer Anzeiger. Fless, Friederike; von Rummel, Philipp. ArchÀologischer Anzeiger. 2. Halbband 2020. Deutsch. 2021. 380. S. 217 sw. Abb. , 315 fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 40,00. ISBN: 978-3-7520-0579-0 L, Reichert
Im ArchĂ€ologischen Anzeiger werden KurzbeitrĂ€ge zu aktuellen Forschungen und Berichte ĂŒber Grabungsprojekte des DAI sowie von Fachkollegen weltweit publiziert. SchwerpunktmĂ€ĂŸig informiert die Zeitschrift ĂŒber Themen aus dem Mittelmeerraum von der Vorgeschichte bis in die SpĂ€tantike, durchaus aber auch ĂŒber Projekte außerhalb des Kernbereichs der Alten Welt.
Zur Sozialgeschichte römischer Bildnisse der mittleren Kaiserzeit. ArchÀologische Forschungen (41). Fittschen, Klaus. PrivatportrÀts mit Repliken. Deutsch. 2021. 432. S. 156 Tafeln, 1312 sw. Abb. 33,5 x 23,7 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-7520-0023-8 L, Reichert
Als eines der Kriterien zur Identifizierung eines römischen Kaiserbildnisses galt bisher der Nachweis von antiken Repliken. Diese Regel kann nicht mehr aufrecht erhalten werden: Auch von Bildnissen nicht-kaiserlicher Personen lassen sich antike Repliken nachweisen. Das gilt nicht nur fĂŒr die Bildnisse von Angehörigen der Oberschicht, sondern auch fĂŒr die einfacheren BĂŒrger. Das PhĂ€nomen ist in allen Teilen des Römischen Reiches, in denen Bildnisse hergestellt wurden, zu finden. Die zurzeit nachweisbaren Beispiele sind in diesem Buch zusammengetragen worden. Einige FĂ€lle waren schon lange bekannt (Herodes Atticus, Athenais, Polydeukion), jedoch hat die Forschung daraus keine Konsequenzen gezogen. Bildnisrepliken wurde nicht nur in der Öffentlichkeit aufgestellt, vor allem in GrĂ€bern bot sich die Möglichkeit, die Verstorbenen in mehrfachen Bildnissen zu ehren. Allerdings lassen sich nur wenige entsprechende FundzusammenhĂ€nge nachweisen, denn Bildnisse aus diesem Bereich wurden als „Dubletten“ durch den Kunsthandel in der Regel auseinandergerissen. Aus der Gruppe der antiken Bildnisrepliken mĂŒssen die in der Neuzeit nach berĂŒhmten antiken Vorbildern hergestellten Kopien ausgeschieden werden. In der Ă€lteren Forschung sind sie teilweise als antike Kopien angesehen worden und wegen ihres vorgeblichen Replikencharakters irrtĂŒmlich auf römische Kaiser und deren Angehörige bezogen worden. Es ist allerdings nicht immer ganz einfach, die neuzeitliche Entstehung nachzuweisen. Im Anhang B sind dazu die wichtigsten Beispiele zusammengestellt. Der Anhang A stellt die mehrfachen PortrĂ€ts derselben Person an GrabaltĂ€ren und Sarkophagen zusammen, die als Musterbeispiele fĂŒr PrivatportrĂ€ts mit Repliken angesehen werden können.
Ausgrabungen in der frĂŒhbronzezeitlichen Siedlung im Heraion von Samos 1966. Samos (30). Isler, Hans Peter. 2021. 278 S. 2 PlĂ€ne, 74 Tafeln, 48 Beilagen, 1035 sw. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-535-5 L, Reichert
Bei dem Band handelt es sich um die Publikation der vom Verfasser im Jahr 1966 durchgefĂŒhrten Ausgrabungen und die Vorlage aller FundstĂŒcke aus der bedeutenden frĂŒhbronzezeitlichen Siedlung im Heraion von Samos. Diskutiert werden 180 GefĂ€ĂŸe und mehr als 200 Kleinfunde, die bisher mit vereinzelten Ausnahmen nicht bekannt geworden sind. Der vorgelegte Grabungsbefund mit seinem reichen Fundmaterial ist als geschlossener, einer einzigen Siedlungsphase zugehöriger Fundkomplex der ausgehenden FrĂŒhbronzezeit der östlichen ÄgĂ€is und Westanatoliens von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung. Die Funde, neben der lokal gefertigten Keramik, zu welcher einzelne importierte Objekte kommen, verschiedenste GerĂ€te aus Ton, Stein, Metall und Knochen, darunter auch zwei Gussformen, werden in ihrem archĂ€ologischen Fundzusammenhang analysiert und mit Hilfe von VergleichsstĂŒcken insbesondere aus Troia, Beycesultan und Tarsos wie auch mit Objekten aus dem kykladischen Raum in den kulturellen Kontext Anatoliens und der ÄgĂ€is eingeordnet und datiert.
Emil Alexander Hopfgarten. zum 200. Geburtstag. Kunstgeschichte Wiesbaden (6). Klee, Margot; Behrendt, Werner R. Hrsg.: Reusch, Felicitas. 2021. 132 S. 22 x 22 cm. EUR 15,00. ISBN: 978-3-7520-0583-7 L, Reichert
Die Autorin Felicitas Reusch ist auf die Spurensuche des 1821 in Berlin geborenen Bildhauers Emil Alexander Hopfgarten gegangen und entdeckt dabei das verschollen geglaubte Jugendwerk „Merkur, der die von ihm erfundene Leier soielt“ in der russischen Provinz. Hopfgartens Schaffen in Berlin von 1844-48 rekonstruiert sie auch durch bisher unbekannte , historische Raumaufnahmen und eine im Kunsthandel aufgetauchte Skulptur. Sie zeichnet ein lebendiges Bild des nassauischen Hofbildhauers Hopfgarten mit seinem Atelier in der Mosburg im Biebricher Schlosspark. Den im Auftrag von Hezog Adolph zu Nassau gestalteten Grabmonument seiner verstorbenen Frau, der Herzogin Elisabeth, in der Russisch-Orthodoxen Kirche auf dem Neroberg in Wiesbaden widmet sie ein reich bebildertes Kapitel. Sein zweites hauptwerk in Wiesbaden, Christus und die vier Evangelisten in der Marktkirche Wiesbaden, beschreibt Margot Klee aus ihrer Kenntnis der chstlichen Ikonografie und der römischen PortrĂ€tplastik. Werner R. Behrendt positioniert Hopfgarten in das Umfeld weiterer nassauischer Bildhauer und verfolgt die Spuren von Hopfgartens SchĂŒler Hermann Schies und Carl Keil.
Appropriation Processes of Statue Schemata in the Roman Provinces | Aneignungsprozesse antiker Statuenschemata in den römischen Provinzen. Material Appropriation Processes In Antiquity (1). Hrsg.: Lipps, Johannes; Griesbach, Jochen; Dorka Moreno, Martin. Englisch. 2021. 368 S. 122 fb. Abb., 228 sw. Abb. 29,7 x 21 cm. EUR 119,00. ISBN: 978-3-95490-449-5 L, Reichert
Der Großteil antiker Statuen lĂ€sst sich anhand formaler Überschneidungen typologisieren, d. h. in â€șSchemataâ€č ordnen. Einzelne Statuenschemata wurden ĂŒber Jahrhunderte hinweg in immer neuen Versionen tradiert und in unterschiedliche materielle, rĂ€umliche und funktionale Kontexte integriert. Diese Rezeptions- und Transformationsprozesse können als kulturelle Aneignungen verstanden werden, die Ă€sthetisch, politisch und/oder religiös motiviert waren. In aller Regel setzten sie Bildung voraus und besaßen damit auch eine soziale Komponente. Oft fĂŒhrten aber auch rein praktische GrĂŒnde wie die VerfĂŒgbarkeit einer bestimmten Formvorlage zur Wiedergabe anthropomorpher Figuren nach einem Schema. Dabei konnten die Bildwerke die einstigen SinnzusammenhĂ€nge ihrer Vorlagen bewahren, nur teilweise ĂŒbernehmen oder aber ignorieren und mit völlig neuen Bedeutungen â€žĂŒberschreiben“. Der Band, der auf eine internationale Tagung in TĂŒbingen zurĂŒckgeht, versammelt BeitrĂ€ge, welche die erwĂ€hnten Rezeptionsprozesse exemplarisch in einzelnen Zentren und Regionen des römischen Reiches diskutieren.
Ladenburg und der Lobdengau zwischen Limesfal und den Karolingern. Forschungen und Berichte zur ArchĂ€ologie in Baden-WĂŒrttemberg (17). Hrsg.: Prien, Roland; Witschel, Christian. LOPODUNUM VII. Deutsch. 2021. 306 S. 132 fb. Abb., 45 sw. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-481-5 L, Reichert
Die Stadt Ladenburg kann auf ein reiches historisches Erbe zurĂŒckblicken: In der römischen Epoche war Lopodunum der Hauptort einer ausgedehnten Stadtgemeinde, der civitas Ulpia Sueborum Nicrensium, und ab der karolingischen Zeit ist Lobedtenburc als Zentrum des Lobdengaues belegt. Das könnte zusammen mit der KontinuitĂ€t des Ortsnamens auf eine erhebliche Konstanz der administrativen Strukturen zwischen Antike und FrĂŒhmittelalter hindeuten. Bei nĂ€herem Hinsehen stellt sich die Situation allerdings komplexer dar. Das liegt nicht zuletzt an dem Mangel an schriftlichen Quellen, denn diese fallen fĂŒr den Zeitraum zwischen der Mitte des 3. Jahrhunderts, als die römische Herrschaft östlich des Rheines mit dem ‚Limesfall‘ endete, und dem mittleren 8. Jahrhundert, als Ladenburg erstmals wieder im Lorscher Kodex ErwĂ€hnung fand, fast völlig aus. Umso wichtiger sind archĂ€ologische Befunde und Funde, deren Zahl in den letzten Jahren durch eine intensive GrabungstĂ€tigkeit in Ladenburg und Umgebung fĂŒr den hier in Frage stehenden Zeitraum, der gemeinhin als ‚dunkel‘ gilt, stark zugenommen hat. Die bedeutendsten von diesen werden in dem vorliegenden Band – teilweise erstmals – vorgestellt und in den historischen Kontext eingebettet. So werden hier eine Gruppe von Postumus-MĂŒnzen aus Ladenburg publiziert, neue Interpretationen des spĂ€trömischen burgus und des mittelalterlichen ‚Bischofshofes‘ prĂ€sentiert sowie aktuelle Erkenntnisse zu einem karolingischen GrĂ€berfeld im Stadtgebiet vorgelegt. Auch das Umland von Ladenburg ist stark vertreten, so durch Überblicke zu den reich ausgestatteten frĂŒhmittelalterlichen GrĂ€berfeldern der Region oder zu den spektakulĂ€ren Grabungsergebnissen in Heddesheim und Mannheim-Vogelstang. Kritische Neubewertungen schon lange bekannter schriftlicher Quellen wie der gefĂ€lschten Urkunde des Merowingerkönigs Dagobert I. fĂŒr Ladenburg sowie historisch-archĂ€ologische Synthesen zu den verschiedenen möglichen Szenarien des „Limesfalles“ und zu Vergleichsregionen wie der spĂ€tantiken Pfalz runden den Band ab. Dadurch entsteht das Bild eines Zentralortes, der nach dem Ende der römischen Herrschaft seine Bedeutung zunĂ€chst behielt, wenn auch bei einem stark verĂ€nderten Aussehen der Bebauung. Eine ungebrochene SiedlungskontinuitĂ€t ĂŒber das gesamte FrĂŒhmittelalter hinweg kann jedoch nicht konstatiert werden; vielmehr ist von einem partiellen Neubeginn in der spĂ€tmerowingisch-karolingischen Epoche auszugehen.
Architektur und Kultpraxis am Beispiel der Tempel von GĂŒglingen, Kreis Heilbronn. Forschungen und Berichte zur ArchĂ€ologie in Baden-WĂŒrttemberg (16). Siemers-Klenner, Ines. ArchĂ€ologie des Mithraskultes. Deutsch. 2021. 454 S. 54 Tafeln und 27 PlananhĂ€nge, 1 Beilage und 3 Falttafeln, 38 sw. Abb., 250 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-95490-445-7 L, Reichert
Bei der Erschließung eines Gewerbegebietes fĂŒr GĂŒglingen wurden im Randbereich eines vicus in den Jahren 1999 und 2002 zwei MithrĂ€en entdeckt. Das erste MithrĂ€um war ein SteingebĂ€ude und zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits fast seiner gesamten Tempelausstattung beraubt. In einem zweiten, kleineren Fachwerkbau blieben dagegen unter dem eingestĂŒrzten Ziegeldach große Teile des Inventars, bestehend aus SteindenkmĂ€lern, Geschirr, persönlichen GegenstĂ€nden der Kultteilnehmer, Weihegaben verschiedenster Art und Überresten der liturgischen GerĂ€tschaften erhalten.
Im vorliegenden Band wird einerseits die Baugeschichte der Tempel und ihrer Umgebung rekonstruiert. DarĂŒber hinaus boten die ungewöhnlich guten ÜberlieferungsumstĂ€nde Anlass, aus dem Blickwinkel dieser Funde in die bislang weitgehend unbekannten Bereiche der liturgischen Praxis des Mithraskultes vorzudringen.
So beweisen die Funde aus MithrĂ€um II erstmals den praktischen Vollzug der in den Schriftquellen genannten Initiationen in Form von Mutproben bzw. symbolischen Todeserfahrungen. Die Befunde legen nahe, daß in den Tempeln nicht nur getrunken wurde, sondern auch Szenen aus der Mithraslegende unter Einsatz von besonderen Lichteffekten nachgespielt wurden. Die beiden Tempel hielten eine FĂŒlle von weiteren Funden und Befunden bereit, die es ermöglichten, Licht ins Dunkel der vieldiskutierten mithrĂ€ischen Kultpraxis zu bringen. Nicht zuletzt ist die Datierung von MithrĂ€um II von ĂŒberregionaler Bedeutung, da dies der Ă€lteste Nachweis des eigenstĂ€ndigen Tempeltyps „MithrĂ€um“ aus der Zeit um 115/125 n. Chr. ist und damit der Frage nach der Ausbreitung des Kultes neue Dynamik verleiht.
Die Auswirkungen der römischen PrĂ€senz in Numidien (2. Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.). ArchĂ€ologische Forschungen (38). Ardeleanu, Stefan. Numidia Romana?. Deutsch. 2021. 628 S. 36 Tafeln, 192 sw. Abb. , 44 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-509-6 L, Reichert
Die komplexen PhĂ€nomene rund um die Eingliederung Numidiens in den Machtbereich Roms wurden bisher mehrheitlich ausgehend von bipolaren Modellen wie Punisierung, Romanisierung, der Widerstandstheorie oder der Autochthonologie diskutiert. Alternativ hierzu zeichnet die vorliegende Studie basierend auf eigene Feldforschungen und am Fallbeispiel von sechs Mikroregionen das Panorama einer erstaunlich frĂŒhen AusprĂ€gung der urbanen Zentren Numidiens nach, die in neuen diachronen PhasenplĂ€nen visualisiert wird. Anhand ausgewĂ€hlter Wohn- und Werkstattbereiche, HeiligtĂŒmer und des Grabwesens werden lokal- und regionalspezifische Charakteristika herausgearbeitet, die sich z. T. bis in die Kaiserzeit hielten. Gleichzeitig entstanden Neuschöpfungen von Kult-, Grab-, Keramik- oder Architekturformen, die aber weder mit Resistenz lokaler, noch mit dem Zuzug neuer Gruppen, wie etwa römischer BĂŒrger, zu erklĂ€ren sind. Die komplexe Dekor- und Formensprache von Bauten und Fundobjekten belegt ebenso wie einige Wirtschaftszeugnisse (Marmorimporte und -exporte, Keramikimitation, MĂŒnzdistribution), dass die StĂ€dte Numidiens seit dem 2. Jh. v. Chr. bestens in die mediterranen Handelsnetzwerke und kulturellen Transferprozesse eingebunden waren. Besonders zu Mittelitalien bestanden enge Beziehungen, die lange vor der Annexion Numidiens (46 v. Chr.) zu gegenseitiger Einflussnahme auf Politik und Territorium fĂŒhrten. Heterogene Fundkontexte, Distributionsmechanismen und Inschriften zeigen aber, dass deutlich mehr Akteure an diesem Austausch teilnahmen als – wie bislang vermutet – nur die Könige Numidiens und die republikanischen Feldherren bzw. spĂ€ter die Kaiser. Der gĂ€ngigen Meinung einer ‚dunklen Epoche Nordafrikas‘ werden somit eine FĂŒlle neuer Grabungs- und Surveydaten sowie die Reevaluation Ă€lterer Forschungsergebnisse gegenĂŒbergestellt. Damit werden neue ErklĂ€rungsmodelle fĂŒr diese entscheidende Entwicklungsphase des StĂ€dtewesens Nordafrikas und die IdentitĂ€tsdiskurse dieser Zeit prĂ€sentiert.
FĂŒnf Jahre – FĂŒnf Kaiser Die dramatische Zeit vom Jubel um Nero bis zu Vespasians Triumph GĂŒnter Aumann. 2020. 184 S., 12 sw, 43 fb. Abb. Br. EUR 19,90 ISBN: 978-3-95490-505-8 L, Reichert
Was sich zwischen Neros Aufbruch zu seiner Griechenlandtournee im Jahr 66 und Vespasians Triumph ĂŒber JudĂ€a im Jahr 71 im Imperium Romanum abspielte, bietet alle Elemente eines klassischen Dramas: Tragisch Gescheiterte und triumphierende Helden, bedingungslose Treue und hinterhĂ€ltigen Verrat, brutale Morde und ehrenhafte Selbstmorde. Das vorliegende an ein breites Publikum gerichtete Buch lĂ€sst dieses Drama - auch durch zahlreiche, harmonisch in den Text integrierte Zitate antiker Historiker - wieder lebendig werden. Es beschrĂ€nkt sich dabei nicht auf die fĂŒnf Protagonisten Nero, Galba, Otho, Vitellius und Vespasian. Besonderes Augenmerk gilt vielmehr den Akteuren aus der zweiten Reihe, die ĂŒber lange Strecken den Ablauf der Ereignisse bestimmten, aber weithin in Vergessenheit geraten sind. Nah an den Quellen schildert der Autor die Herkunft und den Aufstieg der Akteure und beleuchtet die Rolle, die Senat, Armee und die stadtrömische Bevölkerung spielten. Instruktive Landkarten und StadtplĂ€ne helfen bei der Verfolgung des oft verwickelten und kriegerischen Geschehens. Zahlreiche Abbildungen von aussagekrĂ€ftigen MĂŒnzen machen durch ihre meist ungeschönten, wesentlich plastischer als auf modernen MĂŒnzen gestalteten PortrĂ€ts nicht nur die Kaiser und ihre Familien greifbar. Als wichtiges Propagandamittel verraten diese kleinen Kunstwerke auch, welche Botschaften die Regenten in alle Winkel des römischen Reichs senden wollten
Ergebnisse der deutsch-serbischen Forschungen im Umfeld des Palastes Romuliana. Römisch-Germanische Forschungen (75). Hrsg.: von BĂŒlow, Gerda; Petkovi?, Sofia. Gamzigrad-Studien I. Ergebnisse der deutsch-serbischen Forschungen im Umfeld des Palastes Romuliana. Deutsch. 2021. 414 S. 16 Tabellen und 15 Tafeln, 123 Abb. 190 fb. Abb. 29,7 x 21,0 cm. EUR 89,00. ISBN: 978-3-95490-477-8 L, Reichert
Der Palast Felix Romuliana, den der römische Kaiser Galerius (293—311) in seiner Heimatregion errichten ließ, ist heute ein ArchĂ€ologischer Park im Osten der Republik Serbien. Ein internationales Forscherteam hat im PalastgelĂ€nde selbst und in seiner Umgebung geologische, geophysikalische und landschaftsarchĂ€ologische Untersuchungen sowie archĂ€ologische Ausgrabungen und detaillierte Materialanalysen vorgenommen, die ein wesentlich umfassenderes siedlungstopographisches und siedlungshistorisches Bild der Region vermitteln können, als bisher bekannt war. Dieser Sammelband enthĂ€lt 14 SpezialbeitrĂ€ge mit den neuesten Ergebnissen dieses interdisziplinĂ€ren Forschungsprojektes.
Die Überformungen der Porta Nigra im 18. Jahrhundert. Trierer Grabungen und Forschungen (17). Kancirova, Martina. St. Simeon in Trier zwischen Renovatio und Rokoko. Deutsch. 2021. 176 S. 125 Abb. 110 fb. Abb. , 15 Abb. 31,0 x 22,5 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-513-3 L, Reichert
Die antike Porta Nigra wurde im 11. und 12. Jahrhundert in die Stiftskirche St. Simeon umgewandelt, sodass zwei ĂŒbereinanderliegende Kirchenbauten entstanden. Bevor diese bei der Freilegung der römischen Toranlage im frĂŒhen 19. Jahrhundert gĂ€nzlich abgerissen wurden, kam es in der Barockzeit zu umfassenden Überformungen beider Kirchen. Neben kunsthistorischen und stilanalytischen Untersuchungen verfolgt die Autorin mit ihrer Dissertation mentalitĂ€ts- und sozialgeschichtliche Fragestellungen. Diese werden sowohl im stadt- und kirchenhistorischen Kontext als auch im Zusammenhang mit dem Kollegiatstift St. Simeon thematisiert, das in der Trierer Stiftslandschaft eine herausragende Stellung innehatte.
Sei mutig wie ein Leopard.... Bildgewordener jĂŒdischer Glaube zwischen Krakau und Czernowitz. Sörries, Reiner. Fotos von Meyer zur Capellen, Helmut. Deutsch. 08.12.2020. ca 80 S. ca. 100 teils großformatige Farbabbildungen, 120 Abbildungen, farbig. 21,0 x 29,7 cm. EUR 29,95. ISBN: 978-3-95490-534-8 L, Reichert
Galizien und Bukowina waren Kernlande jĂŒdischen Lebens, und nirgendwo anders hat der jĂŒdische Glaube einen derart bildhaften Ausdruck gefunden wie dort. Die Synagogen waren ganz im Gegensatz zum mosaischen Bilderverbot prachtvoll mit figĂŒrlichen Bildern ausgestattet, die Glauben, IdentitĂ€t und Hoffnung der Juden dokumentieren. Viele von ihnen sind dank des Engagements polnischer und ukrainischer lnstitutionen und Spenden aus aller Welt restauriert und erstrahlen in neuem Glanz. Der Bildband mit Fotografien von Helmut Meyer zur Capellen und Texten von Reiner Sörries will diese vergessene Bilderwelt zwischen Krakau und Czernowitz wieder ins Bewusstsein rĂŒcken.
Ein Großteil der Malereien entstand im spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert, als sich die Lebensbedingungen der jĂŒdischen Bevölkerung drastisch zu verschlechtern begannen. So stellten sich die Fragen „wer sind wir“, „was glauben wir“ und „was hoffen wir“. Darauf geben die Bilder Antworten. Die Darstellungen der Zwölf StĂ€mme Israels reprĂ€sentieren die Ganzheit des Volkes Israels. Die zwölf Tierkreiszeichen stehen fĂŒr die Ordnung Gottes und seine Verheißung, diese Welt zu bewahren. Und die Bilder von den StĂ€tten im Heiligen Land stehen fĂŒr die Sehnsucht und Hoffnung, dorthin zurĂŒckzukehren. Viele folgten dem Ruf nach PalĂ€stina, die Mehrheit blieb.
Zu bleiben, erforderte Mut und Vergewisserung. Und damit fĂŒhrt dieser Bildband nicht nur in die Vergangenheit, sondern will eine Metapher sein fĂŒr die Gegenwart, in der angesichts von wachsender Anfeindung und Antisemitismus das Bleiben wieder Mut erfordert. Die Möglichkeit einer Auswanderung nach Israel wird wieder verstĂ€rkt in Betracht gezogen.
Mit Bedacht zitiert der Bildband vor diesem Hintergrund in seinem Titel eine Zeile aus den Pirket Avot (5, 22): „Sei mutig wie ein Leopard .. .!" Und im vollen Wortlaut: „Juda, Temas Sohn, sagte: Sei mutig wie ein Leopard, geschwind wie ein Adler, schnell wie ein Hirsch und heldenmĂŒtig wie ein Löwe, den Willen deines Vaters im Himmel zu erfĂŒllen.“ Diese vier Tiere sind es auch, die stets wiederkehrend zum Bildprogramm der Synagogen in Galizien und der Bukowina gehören.
Der Bildband wendet sich gleichermaßen an Juden wie an Nichtjuden. Er möchte Juden an einen Ausschnitt ihrer Geschichte erinnern, der viel mit ihrer Gegenwart gemein hat. Nichtjuden möchte er mit seinen knappen Texten die wesentlichen Aspekte jĂŒdischen Glaubens nahebringen. Nicht zuletzt soll es um die Dokumentation jĂŒdischer Kunst und Kultur gehen, die nur ein wenig von uns entfernt eine solch prachtvolle Entfaltung gefunden hat.
Lettres, chiffres, notes et symboles au Moyen Âge. Scrinium Friburgense (48). Uhlig, Marion. Figures. Französisch. 21.12.2020. ca 88 S. 3 Abbildungen, schwarz-weiß, 25 Abbildungen, farbig. 24,0 x 17,0 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95490-524-9 L, Reichert
Der vorliegende Band widmet sich dem Bedeutungskomplex des Zeichens. Er vereint die drei BeitrĂ€ge, die als HauptvortrĂ€ge am 7. Graduiertenkurs des MediĂ€vistischen Instituts vom 3.–5. September an der UniversitĂ€t Freiburg gehalten wurden und wird durch eine gehaltvolle EinfĂŒhrung begleitet. Dieser interdisziplinĂ€re Kurs, der sich den Figurationen der Schriftlichkeit im Mittelalter widmete (Buchstaben, Zahlen, Noten und Symbolen) interessierte sich zugleich fĂŒr die handgeschriebene Manuskriptseite als Raum der Interaktion zwischen ihrer Bedeutung (signifiĂ©) und deren graphischer Gestaltung (signifiant), zwischen Inhalt und Form. Die ebenso unterschiedlichen, wie sich ergĂ€nzenden ForschungsansĂ€tze der drei eingeladenen SpezialistInnen, Prof. Dr. Daniel Heller-Roazen (Philosophie und Komparatistik, Princeton), Prof. em. Dr. Michel Pastoureau (Geschichte und Kunstgeschichte, EPHE Paris) und Prof. Dr. Susan Rankin (Musikologie, Cambridge) werden durch einen kritischen Essay von Prof. Dr. Marion Uhlig (Französische und okzitanische Sprache und Literatur des Mittelalters, Freiburg) eingefĂŒhrt.
Das Große Haus und die Moschee. Deutsch-Syrische Ausgrabungen im islamischen Kharab Sayyar (4). Koppel, Angela. Die Stuckarbeiten aus Kharab Sayyar. Deutsch. 07.12.2020. ca 152 S. 76 Tafeln, 139 Abbildungen, farbig, 30 Abbildungen, schwarz-weiß. 29,7 x 21,0 cm. EUR 110,00. ISBN: 978-3-95490-122-7 L, Reichert
Einer der ĂŒberraschenden Entdeckungen unserer Ausgrabungen im abbasidischen Kharab Sayyar war die Freilegung mehrerer stuckverzierter WĂ€nde in PrivathĂ€usern und in der Großen Moschee. Als Motive kommen u.a. unendliche BlĂ€tter, die sog. Fischblasen, zweiseitig entwickelte Dreiecke, an deren Spitze sich konzentrische Kreise befinden, steigende Palmettranken, Wellenranken - hĂ€ufig aus einem fĂŒnffingrigem Palmettblatt bestehend -, Schuppen- und Netzmuster vor. Die stilistische Einordnung lĂ€sst diesen etwas komplexer und entwickelter erscheinen als denjenigen aus Samarra, was möglicherweise auf eine stĂ€rkere Vermischung der Stile Samarra A und B zurĂŒckgeht. Daher ist auch eine etwas jĂŒngere Datierung wahrscheinlich.
Der Rheingau von Wiesbaden bis Lorch im 19. Jahrhundert. Zeichnungen von Carl Theodor Reiffenstein (1820–1893) aus dem StĂ€del. Söder, Dagmar. Hrsg.: Gesellschaft zur Förderung der Rheingauer Heimatforschung e.V. Deutsch. 16.12.2020. ca 184 S. 336 Abbildungen, farbig. 30 x 24 cm. EUR 29,95. ISBN: 978-3-95490-514-0 L, Reichert
Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893) war ein Frankfurter Architektur- und Landschaftsmaler der Romantik. Seine Aufzeichnungen und Bilder stellen heute die wertvollste Quelle fĂŒr das Leben in der Frankfurter Altstadt im 19. Jahrhundert dar. Aber auch der Rheingau hatte es ihm angetan, den er zwischen 1838 und 1890 immer wieder besuchte und durchwanderte. Hier fand er eine Landschaft und Objekte, die seiner romantischen Sicht entsprachen; seine stimmungsvollen Landschaftsbilder brachten ihm den Beinamen eines „malenden Dichters“ ein. Wie in seiner Heimatstadt und auf seinen Reisen durch Deutschland, die Schweiz und Italien war Reiffenstein auch im Rheingau fasziniert von der Natur und alten Mauern, mittelalterlichen HĂ€usern und Burgen, den architektonischen Zeugen der Vergangenheit, die seit der Kindheit seine Phantasie anregten.
Er sah sich an der Schwelle einer neuen Zeit, „VerĂ€nderung“ schien ihm die Signatur seiner Gegenwart zu sein. Dem stellte er sich entgegen, mit den Mitteln der Malerei festzuhalten, was unterzugehen drohte. Diese Sicht bestimmte die Auswahl seiner Objekte, die uns ein Bild des Rheingaus zeigen, wie er heute kaum mehr existiert. Er selbst schrieb darĂŒber: „Die Bilder vergangener Zeiten entschwinden rasch aus dem GedĂ€chtnis und wem es gelingt, sie in geeigneter, verstĂ€ndlicher Weise festzuhalten, der darf den Dank der Nachwelt mit Sicherheit erwarten und seine Spuren werden sich im Sande der Zeit nicht verwehen.“
Aus Anlass des 200sten Geburtstags des Malers veröffentlichen die Rheingauer Heimatforscher seine Zeichnungen und Aquarelle mit Motiven aus dem Rheingau zwischen Wiesbaden und Lorch. Rund 350 bisher weitgehend unbekannte Studien und Skizzen aus der Graphischen Sammlung des Frankfurter StÀdel Museums vergegenwÀrtigen uns diese alte Kulturlandschaft in der Zeit der Rheinromantik.
Die Farbigkeit der antiken Skulptur. Die griechischen und lateinischen Schriftquellen zur Polychromie. Henke, Felix. Deutsch. 2020. 740 S. 29 fb. Abb. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-427-3 L, Reichert
Diese Analyse literarischer und epigraphischer Quellen stellt einen Beitrag zu den aktuellen Forschungen zur antiken Polychromie dar und soll die archĂ€ologisch-naturwissenschaftlichen Untersuchungen sowohl in der Breite als auch in der Tiefe ergĂ€nzen: Sie kann zum einen Informationen zu verlorenen Bildwerken und mit anderen Mitteln nicht mehr greifbaren Aspekten von Farbigkeit geben, zum anderen Dimensionen wie Bedeutung und Deutung von Farbe in der Antike erschließen. Dabei kann sie sich auf eine extensive SammeltĂ€tigkeit und intensive Diskussion der Quellen insbesondere im 19. Jahrhundert stĂŒtzen. Bisher fehlte aber nicht nur eine detaillierte Gesamtbetrachtung des Materials, auch der Forschungsstand ist in vielen FĂ€llen zu revidieren: Sowohl Fortschritte in der Textedition als auch eine hohe Dichte an Fehl- und Überinterpretationen machten eine kritische Neubewertung des Materials notwendig.
Die Texte bieten Einblicke in ganz unterschiedliche Aspekte von Farbigkeit. So lassen sich hier Gattungen wie die der monochrom rot angestrichenen Kultbilder fassen – vom griechischen Dionysos bis zu einfachen römischen Priapstatuen und dem Staatsgott Jupiter. Auch die Erscheinung monumentaler Goldelfenbeinbildnisse mit ihrer exzessiven Materialpolychromie lĂ€sst sich nur ĂŒber Schriftquellen erschließen. Andere Texte erwĂ€hnen etwa Pflegeprozeduren von Statuen zur Konservierung ihrer OberflĂ€chengestaltung, wobei hier besonders eine Neuinterpretation der Quellen zur Ganosis dringend nötig war.
Die Texte bieten aber auch Einblicke in die Motivationen, die hinter der Verwendung bestimmter Farbmittel standen: Neben dem Ideal des Realismus und der Freude an Materialpracht erscheint so beispielsweise Vergoldung als Ausdruck von ehrfurchtsvoller Verehrung fĂŒr eine dargestellte Gottheit oder das Kunstwerk selbst. Gerade ungewöhnliche Farbgebungen regten unter Gebildeten immer wieder Diskussionen ĂŒber Technik und Semantik an; so zeigt sich, dass die allgegenwĂ€rtige Farbe nicht nur als Dekoration galt, sondern oft im Mittelpunkt des Diskurses stand. Selbst ĂŒberreiche Farbigkeit wird dabei stets positiv bewertet, und eine gelungene Gestaltung kann wiederum zur Definition vollendeter menschlicher Schönheit herangezogen werden. Farblosigkeit wird dagegen, ebenso wie Korrosion, als wertmindernder Schaden und bei Götterbildern als Zeichen fehlender Verehrung angesehen. Dennoch ergibt sich aus mehreren Hinweisen, dass Stein nicht immer gĂ€nzlich mit Farbe bedeckt wurde: Gerade bei weiblichen Statuen scheint – passend zum antiken Schönheitsideal heller Haut – auch die Farbwirkung weißen Marmors fĂŒr das Gesamtbild genutzt worden zu sein.
Weitere behandelte Aspekte sind z. B. die bei der Farbgestaltung angewandten Prinzipien von realitĂ€tsnaher Mimesis bis zu metaphorischer Anspielung, technische Fragen wie die nach der Rolle der Enkaustik oder der Verwendung von Legierungen fĂŒr die Skulpturenpolychromie sowie das SelbstverstĂ€ndnis der beteiligten KĂŒnstler.
Katalog der GrĂ€ber 601-1000. Forschungen und Berichte zur ArchĂ€ologie in Baden-WĂŒrttemberg (11). Höke, Benjamin; Gauß, Florian; Peek, Christina; Stelzner, Jörg. Lauchheim II.3. Deutsch. 2020. 562 S. 437 Abb., 210 Tafeln, 1 Beilage. 29,7 x 21,0 cm. in 2 BĂ€nden. EUR 99,00. ISBN: 978-3-95490-442-6 L, Reichert
Mit rund 1300 GrĂ€bern aus dem Zeitraum vom spĂ€ten 5. bis zum spĂ€ten 7. Jahrhundert ist das GrĂ€berfeld von Lauchheim (Ostalbkreis) bis heute der grĂ¶ĂŸte bekannte merowingerzeitliche Bestattungsplatz SĂŒddeutschlands. Als Ergebnis eines Forschungsprojekts, das sich der Dokumentation und Auswertung der GrĂ€ber mit modernen Methoden und Technologien widmete, werden die Befunde und Funde aus Lauchheim in einem detaillierten Katalog mit umfangreichem Tafelteil vorgelegt und damit eine einzigartige Quelle der FrĂŒhmittelalterforschung der weiteren wissenschaftlichen Auswertung zugĂ€nglich gemacht. Der zweite von insgesamt vier TeilbĂ€nden des Katalogs umfasst die GrĂ€ber 601–900.
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