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Lukas Verlag

 
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Lilo Schlösser. Malerei 1985-2020. Hrsg.: Minnich, Gudrun. Deutsch. 2020. 144 S. fb. Abb. 26,0 x 21,0 cm. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-372-7 Lukas
»Ich brauche die Anregung des gegenständlichen Motivs, ästhetische Reize wie Licht, Farb- und Formkonstellationen in der Natur. Sie sind der Rohstoff, aus dem ich meine Ideen forme. Nach der Inspiration durch das Gesehene und in flüchtigen Studien Festgehaltene beginnt im Atelier die Verwandlung der Impressionen in meine Bildvorstellung: Ich konzentriere mich auf das Wesentliche, gliedere in strenge Formen, überhöhe durch intensive, ausdrucksstarke Farben, die oft nichts mehr mit den Erscheinungsfarben zu tun haben. Auch die Wiedererkennbarkeit des Motivs ist dabei kein Kriterium für mich.«
Mit letzter Pracht. Grabdenkmale der Frühen Neuzeit in Mecklenburg und Pommern. Hrsg.: Heck, Kilian; Kempe, Antje. Deutsch. 2020. ca 240. S. zahlr. teils fb.Abb. 23,5 x 15,8 cm. EUR 30,00. ISBN: 978-3-86732-320-8 Lukas
Der Aufsatzband eröffnet eine breite Perspektive auf die Grabmalskunst Mecklenburgs und Pommerns in der Frühen Neuzeit anhand der sepulkralen Repräsentation der dortigen Herzogshäuser sowie des regionalen Adels. Die Grabdenkmäler und die mit ihnen verbundene Funeralkultur veranschaulichen religiöse Auffassungen von Tod, Ruhm und Memoria, normative Sterbevorstellungen wie auch die Machtverhältnisse innerhalb des adeligen Standes. Das Buch richtet daher sein Interesse sowohl auf die hochadeligen Grabmonumente in Bad Doberan, Güstrow, Lübz, Schwerin und Stettin sowie auf weniger bekannte Grablegen des niederen Adels. Durch diese Erweiterung wird auch die Frage von zumeist niederländisch geprägten Künstlernetzwerken in der Region neu beleuchtet. Zugleich werden Konjunkturen und Rezeptionen von Grabmalstypen und Motiven jenseits adeliger Kreise verfolgt. Darüber hinaus untersuchen die Beiträge die frühneuzeitliche Funeralkultur insgesamt, die sich ebenso in den Leichenpredigten, Sarkophagen, Grabbeigaben oder in der Kleidung manifestierte. Sie liefern damit nicht nur einen thematischen Querschnitt durch eine relevante kunst- und kulturgeschichtliche Thematik der Region, sondern geben auch einen Einblick in aktuelle Forschungsfragen.
100 Jahre Groß-Berlin / Planungskultur und Stadtentwicklung. Edition Gegenstand und Raum. Hrsg.: Bodenschatz, Harald; Kegler, Harald. Deutsch. 2020. ca 220. S. zahlr. teils fb.Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 25,00. ISBN: 978-3-86732-349-9 Lukas
Groß-Berlin war und ist immer auch ein Spiegel der Planungskultur, des Ringens um Ordnung einer chaotisch wachsenden Großstadt. Dazu gehört die Suche nach großen Plänen, aber auch der dauernde Streit zwischen den Bezirken und dem Berliner Magistrat, zwischen Berlin und Brandenburg. Schon der Wettbewerb Groß-Berlin (1908–1910) hatte Maßstäbe gesetzt. Das galt für die Inhalte der Planung wie deren Einbettung in eine fachpolitische Strategie. Die Schaffung von Groß-Berlin eröffnete nicht nur eine neue Planungskulisse, sondern auch neue Konflikte. Mit Beginn der nationalsozialistischen Diktatur wurden die Koordinaten der Planung radikal verändert: Die Kommune verlor drastisch an Einfluss, die Grenzen von Groß-Berlin wurden de facto erheblich erweitert. Nach dem Zusammenbruch der Diktatur wurde das stürmische Wachstum der Metropole gedrosselt, nicht zuletzt durch die Spaltung der Stadt.
Nach der Wiedervereinigung stellte sich erneut die Frage nach einer strategischen Planungskultur. Heute steht vor allem eine bessere Zusammenarbeit von Berlin und Brandenburg auf der Tagesordnung. Eine kooperative Planungskultur müsste eine Verständigung von Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Initiativen über die Entwicklung einer nachhaltigen Großstadtregion, aber auch über eine neue Qualität öffentlicher Steuerung mit angemessenen Institutionen, rechtlichen und finanziellen Instrumenten umfassen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund europäischer Erfahrungen.
In der Publikation werden erstmals im Überblick die großen Pläne für die Metropole Berlins seit 1910 entfaltet, begleitet von politischen wie fachlichen Positionen und einem Blick nach Paris und Wien.
100 Jahre Groß-Berlin / Grünfrage und Stadtentwicklung. Edition Gegenstand und Raum. Bodenschatz, Harald; Brantz, Dorothee. Deutsch. 2020. 240 S. Zahlreiche teils fb. Abb. 24,0 x 17,0 cm. EUR 25,00. ISBN: 978-3-86732-335-2 Lukas
Schon beim Wettbewerb Groß-Berlin 1910 war klar geworden: Wachsende Metropolen benötigen nicht allein Verkehrsstraßen und Wohnquartiere, sondern auch Stadtgrün: grüne Keile, grüne Ringe, grüne Straßen, grüne Plätze und »Gartenstädte«. Deshalb erhielt der 1912 gegründete Zweckverband Groß-Berlin den Auftrag, größere Flächen zu erwerben. Doch erst die Bildung von Groß-Berlin 1920 bot Raum für nennenswerte grüne Wohnsiedlungen, Volksparks, Sport- und Spielplätze. Unter der nationalsozialistischen Diktatur dominierte zwar das Bauen in Stein, doch gab es auch hier einige grüne Projekte. Nach dem Krieg wurde in der nun geteilten Stadt auf beiden Seiten der Kampf gegen das sogenannte »steinerne Berlin«, das heißt gegen stark verdichtete Quartiere, postuliert und geführt. Aber auch wenn damals unterm Banner urbaner Auflockerung das Grün eine neue Wertschätzung erfuhr, musste es doch oft dem Auto weichen. Nach dem Fall der Mauer wurden Regionalparks in Brandenburg geplant und neue Parks in Berlin angelegt. Die IGA 2017 setzte diese Entwicklung fort. Bereits 1990 hatte die vorindustrielle Berlin-Potsdamer Parklandschaft das Prädikat »Weltkulturerbe« erhalten. Heute stellt sich angesichts des Wachstums Berlins und der sich zuspitzenden Herausforderungen durch Klimawandel, Arten- und Ressourcenschutz die Frage nach einer wünschenswerten Balance von Stein und Grün in neuer Weise. Und sie stellt sich wie schon vor hundert Jahren in einer regionalen Perspektive – als gemeinsame Aufgabe von Berlin und Brandenburg.
In der Publikation werden neben historischen Analysen, die sich vornehmlich mit dem Verhältnis von Wohnvierteln und Großstadtgrün beschäftigen, aktuelle politische wie fachliche Positionen vorgestellt und von einem Blick nach Paris begleitet.
Susanne Voigt. Bildhauerin. Dresden. Hrsg.: Degen, Andreas; Kirsch, Antje. Deutsch. 2020. 144 S. zahlreiche meist fb. Abb. 26,0 x 20,0 cm. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-367-3 Lukas
Susanne Voigt (1927–2016) gehört zu den eigenwilligsten Vertretern der Dresdner Nachkriegskunst. Als Angehörige der ersten in der DDR ausgebildeten Bildhauergeneration bricht sie um 1960 mit dem heroischen Realismus ihres Lehrers Walter Arnold, um sich einer expressiven Formensprache zuzuwenden. Ihr Thema wird das Verletzte und Verletzliche. Ohne die figurale Grundform ganz aufzugeben, übersetzt sie existentielle Situationen in rhythmische und farbige Kompositionen, die sie später als Psychogramme bezeichnet. Selten ausgestellt, leistet ihr plastisches und zeichnerisches Werk über fünf Jahrzehnte unbeirrt eine eigenständige Auseinandersetzung mit der klassischen Moderne. Die späte, um 1980 einsetzende Anerkennung wird durch den Ausbruch einer psychischen Krankheit konterkariert.
Mit über 100 Abbildungen bietet der Band erstmals einen breiten Überblick über Voigts Arbeiten. Sechs Beiträge eröffnen Zugänge zum Leben und zum Werk der Künstlerin. Darüber hinaus enthält der Band zahlreiche Dokumente und Fotografien aus Archiven und aus dem Nachlass der Künstlerin sowie einen biographischen Abriss.
Königin Christiane Eberhardine – Pracht im Dienst der Staatsraison. Kunst, Raum und Zeremoniell am Hof der Frau Augusts des Starken. Schriften zur Residenzkultur (12). Herz, Silke. Hrsg.: Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur. 2020. 669 S. teils fb. Abb. 24 x 16 cm. EUR. 70,00. ISBN: 978-3-86732-333-8 Lukas
Die Gemahlin des Herrschers nahm im zeremoniellen Rang des frühneuzeitlichen Hofes den zweiten Platz ein. Dies spiegelte sich in der Gestaltung ihres fürstlichen Ortes wider. Die Repräsentations- und Inszenierungsstrategien einer verheirateten Fürstin im Zeitalter des Absolutismus sind indes bisher kaum untersucht worden. Silke Herz ist es nun erstmals gelungen, einen Fürstinnenhof anschaulich zu rekonstruieren und dabei historische, kunsthistorische, wirtschaftliche, soziale, geschlechter- und rechtshistorische Fragestellungen zu verbinden.
Christiane Eberhardine führte ab der polnischen Thronbesteigung August des Starken 1697 bis zu ihrem Tod 1727 eine Art Doppelleben. Einerseits wurde von ihr die Mitwirkung an hohen zeremoniellen Akten des Kurfürstentums gemeinsam mit dem Ehemann im Dresdner Residenzschloss erwartet. Andererseits gelang ihr der Aufbau einer eigenständigen Residenz in Pretzsch an der Elbe mit allen Elementen einer unabhängigen Hofhaltung, einschließlich französischer Gartenanlage und Kunstsammlung.
Die von ihr bewohnten Appartements in der Topografie des Dresdner Residenzschlosses, ihr Gartenraum, ihr Landschloss, die fürstlichen Logen im Sakralraum, die Transportmittel und ephemeren Gemächer während der Reisen werden als Orte und Indikatoren des sozialen Ranges der Fürstin und Landesherrin umfassend dargestellt. Zugleich wird deutlich gemacht, wie das Zusammenspiel aller Gattungen des Interieurs, die in Kostbarkeit, Farbe, Mode und Façon aufeinander abgestimmt waren, funktionierte. Exemplarisch bespricht die Autorin fünf Einrichtungsgruppen des mobilen Interieurs der Königin, die für die fürstliche Standesrepräsentation von besonderer Aussagekraft sind: Textilien, Silber, Gemälde, Porzellan und Lackarbeiten. Das dabei entstandene Inventar der Gemälde¬galerie ist Teil dieses Buches.
Mitte auf Augenhöhe. Straßen und Plätze des Berliner Stadtkerns gestern und heute. Goebel, Benedikt; Mauersberger, Lutz. 2019. 160 S. Teils fb. Abb., . 25 x 28 cm. EUR 19,80. ISBN: 978-3-86732-334-5 Lukas
Im Berliner Stadtkern, dem Ursprungsort der heutigen Metropole, erinnert nur noch wenig an dessen 800jährige Geschichte. Bis auf ein paar Denkmale existieren kaum Zeugnisse des historischen Gefüges. Die traditionsreichsten Plätze der Gründungsstädte Berlin und Cölln, Molkenmarkt und Köllnischer Fischmarkt, sind ebenso verschwunden wie der Neue Markt. Einst geschäftige Hauptstraßen wie die Königstraße (heute Rathausstraße), Spandauer Straße, Stralauer Straße, Gertraudenstraße oder Roßstraße haben mit der früheren Bebauung auch ihre Attraktivität verloren und sind zudem durch übermäßigen Autoverkehr belastet. Schmale Gassen und Höfe, die in einer seit dem Mittelalter fast unveränderten Struktur in der Berliner Altstadt zu finden waren, gingen im letzten Krieg oder, wie im Fall der Fischerinsel, durch Flächenabbruch um 1970 verloren.
Die gegenwärtige Architektur und Stadtplanung ignoriert die Geschichte Berlins, indem sie die Stadt mit ortsunabhängigen Allerweltsgestaltungen überformt. Die Autoren plädieren hingegen dafür, Stadträume so zu gestalten, dass sie einen Bezug zur 800jährigen Geschichte Berlins aufweisen. Denn der historische Stadtgrundriss vermag mit seiner Abfolge von Straßen und Plätzen in menschlicher Dimension und mit einer Bebauung, die geschäftiges Leben an den Hauptstraßen und ruhiges Wohnen in den Seitenstraßen ermöglicht, den heutigen und zukünftigen Ansprüchen an das Zentrum einer Großstadt gerecht zu werden. Das Buch stellt deshalb ausschließlich aus der Fußgängerperspektive fotografierte historische Stadträume und den heutigen Zustand desselben Ortes gegenüber. Die Vergleiche machen eindrucksvoll deutlich, welche Wiedergewinnungspotentiale im Berliner Stadtkern vorhanden sind – die historische Mitte ist eine Stadt auf Augenhöhe. Das Buch lädt alle Berliner, Zugezogenen und Besucher ein, die abhanden gekommene, unbekannt gewordene Berliner Mitte wieder kennen und lieben zu lernen.
Harz-Zeitschrift für den Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde / Harz-Zeitschrift. 71. Jahrgang 2019. Hrsg.: Harzverein für Geschichte und Altertumskunde. 2019. 139 S. Abb. 24 x 17 cm. EUR 20,00. ISBN: 978-3-86732-338-3 Lukas
Von Menschen und Mauern. 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer. Hrsg.: Muschter, Gabriele; Warnke, Uwe. 2019. 96 S. zahlr. Abb. 21 x 28 cm. Br. EUR 15,00. CHF 15,50 ISBN: 978-3-86732-344-4 Lukas
Die innerdeutsche Grenze und Berliner Mauer trennte Familien, Freunde, Kollegen. Für die Menschen im Osten des Landes bedeutete sie das Fehlen von Reisefreiheit und die Verweigerung des Menschenrechts auf freie Wahl des Arbeits- und Wohnortes. Wer das Land auf »illegalem« Wege verlassen wollte, riskierte, erschossen zu werden. Doch am Abend des 9. November 1989 wurde diese Mauer auf Druck der DDR-Bevölkerung im Zuge einer friedlichen Revolution geöffnet und bald darauf beseitigt.
In einer Ausstellung im Schloss Biesdorf stellen die Kuratoren auf zwei Etagen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstler aus Ost und West, aus Deutschland und aus dem Ausland vor, die zeigen, wie sie mit der Berliner Mauer und deren Folgen umgegangen sind. Zugleich versuchen sie, dies in Beziehung zu heute noch existierenden Mauern auf der Welt zu setzen, Zusammenhänge zur Diskussion zu stellen sowie Unterschiede zu verdeutlichen. Dazu erfolgt eine genreübergreifende Präsentation aus Fotografie, Installationen, Film und Aktionskunst. Das Thema soll von mehreren Seiten und vor allem auch mit seinen aktuellen Bezügen erlebbar gemacht werden.
Überall wo Menschen leben, gibt es Mauern. Mauern grenzen ab und aus; sie können einsperren, beengen und abschotten; sie können aber auch schützen. Sie sind Grenzen zwischen Arm und Reich, zwischen Gesellschaftssystemen, Ländern und Personen, zwischen Häusern und Räumen – und auch zwischen Gedanken und Gesprächen, denn wenn man sagt, er oder sie würde »mauern«, dann meint das, jemand hält Informationen zurück.
Mit künstlerischen Notaten von Marina Abramović / Ulay, Kurt Buchwald, Christo, Sighard Gille, Sabina Grzimek, Franz John, Martin Kippenberger, Mark Lammert, Wolf Leo, Ute und Werner Mahler, Rudi Meisel, Manfred Paul, Stefan Roloff, Jürgen Schneider, Erasmus Schröter, Victor Sloan, Peter Thieme, Wolf Vostell und Dieter Wendland
Hannelore Teutsch. Abb. 2013 bis 2019. Flügge, Matthias; Tannert, Christoph. Hrsg.: Teutsch, Hannelore. 2019. 64 S. fb. Abb. 28 x 22 cm. EUR 15,00. ISBN: 978-3-86732-346-8 Lukas
Matthias Flügge: »Es sind Bilder, die scheinbar Alltägliches zeigen, Alltägliches, in dem Besonderes sich ereignet, Erstaunliches und manchmal auch Fremdartiges. Bilder, die kunstgeschichtliche Sedimente ebenso selbstverständlich in sich einsaugen wie Beobachtetes, Natürliches ebenso wie Künstliches, Ornamentales ebenso wie konstruktiv Gebautes, Metaphorisches ebenso wie Phänomenales – aber kaum Symbolisches oder zum Symbolischen hin Ausgedachtes.«
Christoph Tannert: »Statt einer stringenten Bildgeschichte lenkt die Künstlerin unseren Blick auf einzelne Gegenstände und Figuren, die ohne ersichtlichen Kontakt zueinander im Bild existieren, kompositorisch überzeugend platziert, aber ohne miteinander in Beziehung zu treten, um einer schlüssigen Erzählung Vorschub zu leisten. Sie alle sind schön und mit Geheimnissen aufgeladen.«
Halb Europa in Brandenburg. Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen. Hrsg.: Asche, Matthias; Zeiger, Antje; 2019. 300 S. zahlr. fb. Abb. 24 x 16 cm. EUR 30,00. ISBN: 978-3-86732-323-9 Lukas
Die Mark Brandenburg gehörte zu den am stärksten vom Dreißigjährigen Krieg verwüsteten Gebieten. Diese zogen sich wie ein breiter Streifen von Nordost- über Mitteldeutschland bis an den Mittel- und Oberrhein. Nachdem der junge brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm im März 1643 nach langen Jahren im Kriegsexil in seine Stammlande zurückgekehrt war, musste er feststellen, dass diese gründlich ruiniert waren. Dort hatte der Krieg vor allem in den 1630er Jahren nach dem Einfall des schwedischen Königs Gustav II. Adolf in Pommern besonders heftig gewütet.
Mehr noch als in den Städten hatten die Menschen in den Dörfern und unbefestigten Flecken unter den Söldnerheeren zu leiden gehabt. Die ständigen Durchmärsche des Kriegsvolks, dessen Einquartierungen und Übergriffe führten zu Hungersnöten, Pestwellen und Massenflucht der Zivilbevölkerung. Der Wiederaufbau der Mark Brandenburg sollte sich, auch wenn er schon in den letzten Kriegsjahren eingesetzt hatte, wegen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der massiven Zerstörungen und der enormen Menschenverluste als äußerst langwierig erweisen.
Die in den Kriegswirren erlittenen Traumata der Menschen prägten – nicht nur in Branden¬burg – bis zum Ersten Weltkrieg die Erinnerungskultur der nachfolgenden Generationen.
Das Stiftungshaus am Landwehrkanal [Berlin]. Vom Dienstwohnhaus des Königlich-Preußischen Wasserbauinspektors zur Heimat der Kreuzberger Kinderstiftung. Hrsg.: Kreuzberger Kinderstiftung. 2019. Dtsch. 100 S. teils fb. Abb. 24 x 16 cm. EUR 10,00. ISBN: 978-3-86732-341-3 Lukas
Die Geschichte des Stiftungshauses am Landwehrkanal und seiner Umgebung spiegelt zugleich die bewegte Geschichte Berlins vom Kaiserreich bis ins 21. Jahrhundert. Errichtet als Wohn- und Dienstgebäude des Königlich-Preußischen Wasserbauinspektors, trug es dazu bei, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, wurde doch die wachsende Metropole maßgeblich über den Landwehrkanal mit Baustoffen und Lebensmitteln beliefert. Heute ist das Haus Sitz der gemeinnützigen Kreuzberger Kinderstiftung und dient damit erneut dem Gemeinwohl.
Orangerie – Die Wiederentdeckung eines europäischen Ideals. Festschrift zum 40. Jahrestag der Gründung des Arbeitskreises Orangerien in Deutschland e. V. Arbeitskreis Orangerien in Deutschland e.V.. Schriftenreihe des Arbeitskreises Orangerien in Deutschland e.V. (GF476), Band: 16/17 . 2019. 536 S. 407 meist fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 29,80 ISBN: 978-3-86732-331-4 Lukas
Seit vierzig Jahren folgt der Arbeitskreis Orangerien in Deutschland e. V. den Spuren der Orangeriekultur mittels Forschung, Dokumentation und Publi­kation. In dieser Festschrift – zugleich Doppelband 16/17 seiner Reihe – widmet er sich der Orangerie als einem komplexen Gesamtkunstwerk aus Natur und Kunst, das eine große Vergangenheit sowie eine starke Ausstrahlung bis hinein in die Gegenwart besitzt.
So wie einst dienen Orangerien auch heute der Präsentation und Kultivierung, der Nutzung, Pflege und Überwinterung exquisiter Sammlungen an Orangerie­gewächsen, ebenso deren metaphorischer Inszenierung. Orangeriegebäude und ihre Pflanzensammlungen gehören zu den wichtigsten Elementen baro­cker Gärten und tragen wesentlich zur intuitiven Vermittlung historischer Zusammenhänge und ästhetischer Qualitäten bei. Die Beiträge der 39. und 40. Jahrestagung des Arbeitskreises in Burghausen und Glienicke/Potsdam bilden den Grundstock dieses Bandes. Die Autoren versuchen der vielschichtigen Bedeutung der Orangeriekultur als gelebtes Kulturerbe und aktuellem Auftrag für Wissenschaft und Forschung gerecht zu werden. Daher wird ein Bogen von der klassischen Orangeriekultur zwischen Metaphorik und Pflanzenpräsentation über die präsenten Orangerien als kunstvollen Inszenierungen eines Traums bis hin zur Praxis der Orangeriekultur als hoher Kunst der Pflanzenkultivierung gespannt. Und schließlich sind einige Beiträge auch einer Orangeriekultur als Schnittstelle zwischen Garten und Kulinarik gewidmet.
Gerd-Helge Vogel. Adam Friedrich Oeser 1717 – 1799. Beiträge des 3. Internationalen Wolkenburger Symposiums zur Kunst. Beitr.: Marcus Becker, Dieter Dolgner, Jürgen Ecker, Kathrin Gerschler, Katharina Lippold, Michael Lissok, Ferenc Matits, Gerd-Helge Vogel. 2019. 279 S. 185 meist fb. Abb. 16 x 24 cm Br. EUR 30,00 ISBN: 978-3-86732-332-1 Lukas
Der aus dem seinerzeit ungarischen Pressburg stammende Adam Friedrich Oeser ist vor allem als Zeichenlehrer Goethes und enger Freund Winckelmanns im öffentlichen Gedächtnis geblieben. Als Direktor der Leipziger Kunstakademie gehörte er in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit, zu den tonangebenden Künstlern Sachsens. Aus diesem Grund engagierte der Wirkliche Kreishauptmann des Leipziger Kreises und Direktor der Leipziger Ökonomischen Societät, Detlev Carl Graf von Einsiedel, den Universalkünstler für seine zahlreichen Umgestaltungen, die er seit den 1770er Jahren auf Schloss Wolkenburg vornehmen ließ. Noch heute lässt sich Oesers Einfluss auf Park, Schloss und Kirche von Wolkenburg sowie verschiedene andere Orte im Zwickauer Muldenland nachweisen. So lag es nahe, dass sich das 3. Internationale Wolkenburger Symposium zur Kunst (2017) dem Leben und Wirken Adam Friedrich Oesers im Gedenkjahr seines 300. Geburtstags widmete. Der Tagungsband präsentiert die dort gehaltenen Vorträge und ergänzt sie um zahlreiche Illustrationen und bisher unveröffentlichte Quellen zur Lokalgeschichte.
Mosaiki. Bruchstücke einer Utopie: Mosaiken im postsowjetischen Raum / Fragments of an utopia: Mosaics in post Soviet areas. Koch, Katja; Galstyan, Aram. Dtsch, Engl, 2019. 288 S., 510 fb. Abb. 26 x 21 cm. Gb. EUR 39,80 ISBN: 978-3-86732-300-0 Lukas
Spricht man von Mosaikkunst, denkt man meist an Fußböden der griechisch-römischen Antike oder an sakrale Räume des Byzantinischen Reiches. Dass ausgerechnet die antireligiöse Sowjetunion diese Kunstform zur Blüte führte, ist hierzulande hingegen wenig bekannt. Heute sind die oft monumentalen Fassadenmosaiken in den Nachfolgestaaten der UdSSR zu Schaufenstern einer vergangenen Welt geworden: Kosmonauten, Pioniere und Kolchosbauern illustrieren das Universum staatlich kontrollierten sowjetischen Lebens. Vor allem an den Rändern des früheren Riesenreiches zeigen sich aber auch kreativ verschlüsselte Zeichen des Widerstandes gegen den Moskauer Zentralismus.
Um zu erkennen, dass Kunst in der Sowjetunion mehr war als gleichförmiger »Sozialistischer Realismus«, ist allerdings Eile geboten. Denn auch wenn der Homo sovieticus nach wie vor auf zahlreichen Hausfassaden, Brunnen oder Busstationen hoffnungsfroh in die Zukunft blickt, leiden viele der Kunstwerke unter Vandalismus, Verfall und Abriss.
Das Buch zeigt eine das breite Spektrum an Gestaltungen und Motiven abdeckende Auswahl von Mosaiken aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkenistan, Usbekistan, Weißrussland und der Ukraine, um dieses singuläre kultur- und kunsthistorische Erbe des 20. Jahrhunderts vor dem Vergessen zu bewahren.
Abbildungen in der Presse. Pressezeichner und Presse-Illustrationen im Berlin der Weimarer Republik – Dokumentation und Künstlerlexikon. Lorenz, Detlef. 2019. 495 S. Abb. 28 x 21 cm. EUR 50,00. ISBN: 978-3-86732-308-6 Lukas
Berlin war in der nur vierzehn Jahre währenden, politisch unruhigen, jedoch in jeder Hinsicht kreativen Zeit der Weimarer Republik eines der großen Pressezentren der Welt. Das Publikum war damals geradezu »hungrig« nach Informationen und Bildern. Die Zahl der Tageszeitungen, Zeitschriften und Magazine ist heute kaum zu verifizieren. In dieser Zeit, in der die Photographie zunächst nur in Illustrierten Fuß fasste, spielten Zeichnung und Graphik in ihrer Vielgestaltigkeit in der Presse noch eine dominierende Rolle. So zog die Stadt Illustratoren aus mehr als vierzig Ländern gleichsam magnetisch an. Teils kamen sie auch als Flüchtlinge vor den Unruhen und Umbrüchen infolge des Ersten Weltkriegs. Bildagenturen sorgten darüber hinaus für Illustrationsmaterial aus aller Welt.
Detlef Lorenz’ Buch dokumentiert das Werk von etwa 6000 Namen – darunter berühmte und gänzlich unbekannte, Spezialisten und Dilettanten unterschiedlichsten Niveaus mit all ihren Motivfeldern und Stilen – sowie rund 800 Signaturen. Der Autor hat dazu rund 170 Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen ausgewertet – von den großen Tageszeitungen und Illustrierten bis hin zu kurzlebigen, jedoch kulturhistorisch wichtigen Nischenpublikationen.
In den Kurzbiographien wird deutlich, dass die Weimarer Republik für die meisten Illustratoren ein Abschnitt in der Mitte ihres Lebens war: Sie wurden in der Kaiserzeit sozialisiert, viele erlebten beide Weltkriege, manche erlitten Tod, Verfolgung und Exil durch die Nationalsozialisten (oder schlossen sich ihnen an); verschiedene fanden später ein Auskommen im geteilten Deutschland. Es handelt sich also auch um politische Lebenswege.
Nicht zuletzt macht der Band deutlich, dass die Weimarer Republik einen weit größeren kulturhistorischen Rahmen bot, als Schlagworte wie »Bubikopf« und »Nacht¬leben«, »Tanz auf dem Vulkan«, »Babylon Berlin« oder »politisches Chaos« vermitteln.
Berlin. Industrie und Technik in der Malerei von 1847 bis 1929. Schneider, Richard. 106 S. meist fb. Abb. 26 x 21 cm. Lukas Verlag, Berlin 2019. EUR 24,90. ISBN: 978-3-86732-299-7 Lukas
Am 29. Oktober 1838 fand die Eröffnungsfahrt auf der Eisenbahnstrecke Berlin – Potsdam statt. Über die Stimmung der Teilnehmer hieß es in der Vossischen Zeitung: »Jeder fühlte, daß dies der Anfangspunkt einer bedeutungsvollen Zukunft sein werde.« In Preußen begann das Eisenbahnzeitalter, in Berlin eine sich stürmisch vollziehende Industrialisierung. Schon 1837 hatte August Borsig an der Chausseestraße vor dem Oranienburger Tor seine Eisengießerei und Maschinenbau-Anstalt eröffnet. Zehn Jahre später schuf Adolph Menzel mit »Die Berlin–Potsdamer Eisenbahn« eines der ersten Gemälde, das einen fahrenden Zug darstellte. Zu den Inkunabeln der Kunst zählt auch die großformatige Ansicht der Borsig`schen Maschinenbau-Anstalt von Carl Eduard Biermann, gemalt im selben Jahr wie Menzels Eisenbahnbild. Gravierende Veränderungen im Stadtbild waren vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht zu übersehen: Sie betrafen die zahlreichen Schornsteine ebenso wie die neuzeitlichen Anlagen der Stadttechnik wie Kraftwerke, Wassertürme und Gasanstalten. Die monumentalen Rundbauten der Gasometer schienen das Stadtbild nachgerade zu dominieren und boten Malern willkommene Bildanlässe.
Entlang der Spree entstanden zahlreiche Ladestraßen und moderne Flusshäfen. Und mit dem Bau von U-Bahnlinien in außengelegene Wohngebiete wurden auch die dazu notwendigen Erdarbeiten darstellungswürdig. Schon zuvor hatte es der innerstädtische Straßen- und Bahnverkehr vielen Künstlern angetan. Aber die »Schönheit der großen Stadt«, wie sie der Architekt und Kunsttheoretiker August Endell zu sehen vermeinte, brachte den Menschen in diesem Babel, dieser riesigen Mietskasernenstadt, zugleich enorme Verwerfungen. Die ärmlichen Proletarier der Fabriken bei Baluschek und Kirchners hochmütige Kokotten vom Potsdamer Platz bilden Gegensätze, wie sie kaum stärker gedacht werden können.
Das Buch bespricht und zeigt eindrucksvolle Gemälde von Paul Andorff, Otto Antoine, Hans Baluschek, Max Beckmann, Carl Eduard Biermann, Albert Birkle, Lyonel Feininger, George Grosz, Heckel, Franz Heckendorf, Julius Jacob, Ernst Ludwig Kirchner, Bernhard Klein, Adolf von Meckel, Ludwig Meidner, Adolph Menzel, Oskar Nerlinger, Max Pechstein, Leonhard Sandrock, Franz Skarbina, Jakob Steinhardt, Lesser Ury und Gustav Wunderwald.
Wahrscheinlich wird das unser Untergang sein.. Der Bericht von Erich und Elsbeth Frey an ihre ausgewanderten Töchter (1942). Schilde, Kurt. 2019. 215 S. Abb. 24 x 16 cm. EUR 19,80. ISBN: 978-3-86732-304-8 Lukas
Der Jude und blinde Bankangestellte Erich Frey lebte mit seiner Frau Elsbeth und ihren Töchtern Liselott und Marie Anne im nationalsozialistischen Berlin. Die Kinder wanderten 1939 nach Großbritannien bzw. in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina aus. Leider ist es den Eltern nicht gelungen, ihnen zu folgen. Zur Informationen ihrer Kinder über ihr Leben seit deren Auswanderung verfasste Erich Frey mit Unterstützung seiner Frau im April und Mai 1942 einen zwölfseitigen, eng beschriebenen Bericht. Eine von vier ursprünglichen Fassungen ist nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an die Töchter gelangt.
Erich Frey arbeitete bis Anfang März 1943 in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte. Als er sich von den Deportationen zunehmend bedroht fühlte, ging er mit seiner Frau in den Untergrund. Nach etwa einem Jahr wurde das Ehepaar Anfang April 1944 von der Geheimen Staatspolizei aufgespürt und nach Theresienstadt verschleppt. Von dort gelangten sie in das Konzentrationslager Auschwitz, wo beide den Tod fanden.
Der Historiker Kurt Schilde hat den im Anhang im Faksimile wiedergegebenen Bericht ediert und die Lebenswege der dort benannten Familienangehörigen recherchiert.
Pegasus / Pegasus 18/19. Berliner Beiträge zum Nachleben der Antike. Hrsg.: Bredekamp, Horst; Nesselrath, Arnold. Dtsch.; Engl.; Italienisch. 2019. 313 S. teils fb. Abb. 24 x 16 cm. EUR 24,00. ISBN: 978-3-86732-663-6 Lukas
Etwa einmal im Jahr erscheint das mehrsprachige Periodikum des »Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance« – der PEGASUS. Er versteht sich als Diskussionsforum für alle mit antiken Traditionen befassten Disziplinen. Anders als die Datenbank setzt er keine zeitlichen Begrenzungen, sondern öffnet den Blick auf alle nachantiken Epochen. So zeigt sich im PEGASUS die Präsenz der antiken Bilderwelt, wie sie uns – gefiltert durch den Blick früherer Epochen – auch heute noch gegenwärtig ist.
Schumann, Dirk. Die Stadtkirche St. Peter und Paul in Wusterhausen an der Dosse. 2013. zahlr. fb. Abb. 21 x 15 cm. Pb. EUR 7,00. CHF 10,50 ISBN: 978-3-86732-156-3 Lukas
Die gedrungene Kirche bestimmt noch heute die Silhouette der kleinen Stadt Wusterhausen in der Prignitz, deren Gebäude nach wie vor hauptsächlich Fachwerkhäuser sind. Ihre ältesten aufgehenden Bauteile stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, wobei das Peter- und Paulspatrozinium auf eine noch ältere Einrichtung hinweist. Für die bis heute charakteristische Erscheinung der Kirche sorgten jedoch erst die spätgotischen Bautätigkeiten, bei denen der eindrucksvolle Hallenumgangschorraum entstand. Der Bau zeichnet sich aber nicht nur durch seine unverändert erhaltene mittelalterliche Architektur aus, sondern auch durch die Ausstattung aus den verschiedensten Epochen: darunter ein gotisches Chorgestühl und Skulpturen aus dieser Zeit, eine prächtige Kanzel der Spätrenaissance, reich bemalte Emporen und eine der schönsten Barockorgeln Brandenburgs.
 
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