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Hyänenpause

Es wird mir kalt beim Betrachten der eisigen Gebirgslandschaften von Herbert Brandl. Die Berge ragen spitz und steil in den Himmel, ohne einen Baum oder einen Strauch. Keine grüne Wiese ist zu sehen, Brandls Berge liegen im Schnee in unendlicher Kühle. Auch seine spitzen Eiskristalle spiegeln keine Farbe, keine menschliche Umgebung, keine Zeugen der Natur. Schwarz und Weiß sind seine Farben.
Nur manchmal zeigt er Felsformation in Braun oder Ockertönen, auch diese muten fremd an und lehren den Betrachter das Fürchten.
Brandls Bronzeskulpturen entstanden im Atelier, mit ihnen haben sich individuelle mythologische Tierfiguren hyänengleich entwickelt, ähnlich den Figuren wie man sie zur Abschreckung des Bösen in gotischen Kirchen sehen kann.

Herbert Brandl zeigt dem Betrachter eindrucksvoll seine Wahrnehmung des aktuellen Weltgeschehens. Es ist Krieg und es ist kalt. Leute, lehnt euch nicht zurück, sonst geht jede Menschlichkeit verloren. Es ist an der Zeit. Herbert Brandl fühlt das, er warnt uns und er ängstigt sich. Seine Hyänen machen nur Pause.

06.07.2017
Gabriele Klempert
Herbert Brandl – Hyänenpause. Brandl, Herbert. Herausgegeben von Wesle, Anna; Herausgegeben von Museum Franz Gertsch; Beiträge von Wesle, Anna. Dtsch; Engl. 80 S. Abb. 29 x 24 cm. Gb. Modo Verlag, Freiburg 2017. EUR 42,00. CHF 48,00.
ISBN 978-3-86833-221-6   [modo]
 
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