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WAS BLEIBT ÔÇô Konzepte f├╝r den Umgang mit K├╝nstlernachl├Ąssen

Pr├Ągnant ÔÇ×was bleibtÔÇť hie├č ein Symposium, das der K├╝nstlerbund Baden-W├╝rttemberg 2014 in der Staatlichen Hochschule f├╝r Gestaltung in Karlsruhe abhielt.

Der Titel "was bleibt" ist ein selbstbewusstes Statement, schlie├člich ist er nicht als Frage formuliert. Die vorliegende Publikation b├╝ndelt die Vortr├Ąge und Referate einer Tagung und erweitert sie um die Ergebnisse einer Umfrage des K├╝nstlerbundes. Immerhin haben sich 177 meist m├Ąnnliche K├╝nstler beteiligt, wovon sich 8 Teilnehmer f├╝r ihren pers├Ânlichen Nachlass nicht interessierten. 104 K├╝nstler f├╝hrten immerhin ein Werkverzeichnis, die meisten in Buchform andere ÔÇ×nurÔÇť digital.

Die Frage, was bleibt, wurde in ihr auch auf eine werkimmanente Weise gestellt. Die Mitglieder des K├╝nstlerbundes Baden-W├╝rttemberg sollten die Arbeit nennen, die sie f├╝r ihr OEuvre ma├čgeblich halten wissen m├Âchten und die sie ├╝berdauern soll. Die Bildstrecke mit ├╝ber 250 Werken - leider in recht kleinen Abbildungen - ist eine Begegnung mit zum Teil Vertrautem, aber auch voller Neuentdeckungen.

In diesem Zusammenhang weist Uwe Degreif vom Museum Biberach in seinem Vortrag darauf hin, man m├Âge nicht den vollst├Ąndigen Erhalt der Werke eines K├╝nsterls betreiben, denn h├Ąufig seien die Erben ├╝berfordert, ebenso wie die Kapazit├Ąten der Museen nicht ausreichen d├╝rften, wobei dabei nicht unbedingt der ÔÇ×MarktwertÔÇť der Objekte eine Rolle spielt.

Die k├╝nstlerische Produktion steigt heute stetig an und niemand produziert gerne f├╝r das Vergessen. Museen und ├Âffentliche Sammlungen kommen mit Schenkungen und Nachl├Ąssen an ihre personellen und r├Ąumlichen Grenzen. Doch vielleicht steckt in dieser Gemengelage nur ein vermeintlicher Konflikt. Nachzulesen sind in diesem Tagungsband die Beitr├Ąge von den Kunsthistorikern der Karlsruher Staatlichen Hochschule f├╝r Gestaltung, Wolfgang Ullrich und die Museumsdirektorin Pia M├╝ller-Tamm, aber auch K├╝nstler und Juristen kommen zu Wort, so dass eine differenzierte Sicht auf das Thema entsteht.
Wolfgang Ullrich ├╝berpr├╝ft die Nachl├Ąsse und deren Grenzen, was wird restauriert und konserviert und werden in diesem Prozess aufgrund von ÔÇ×KonjunkturschwankungenÔÇť m├Âglicherweise wichtige Werke ├╝bersehen. Pia Tamm, Direktorin der Karlsruher Hochschule, stellt einige Sammlungen des Museums und die dabei entstandenen Fragen der Bewahrung vor und betont die Beratungsm├Âglichkeiten ihres Instituts zu nutzen, um entsprechende Fragen ├╝ber den Umgang mit Nachl├Ąssen fachkundig zu begleiten.

Erg├Ąnzt wird die Ver├Âffentlichung des K├╝nstlerbundes Baden-W├╝rttemberg mit wichtigen Adressen f├╝r eine weiterreichende Auseinandersetzung mit dem f├╝r K├╝nstlerinnen und K├╝nstler existentiellen Thema.

Zum Schluss bleibt dennoch die provokante Frage ÔÇ×Ist das Kunst, oder kann (muss) das weg?ÔÇť

6.07.2015
Gabriele Klempert
WAS BLEIBT - Konzepte f├╝r den Umgang mit K├╝nstlernachl├Ąssen. Symposium des K├╝nstlerbundes Baden-W├╝rttemberg an der Hochschule f├╝r Gestaltung Karlsruhe 25.10.2014. Beitr.: Blumers, Wolfgang / Degreif, Uwe / Demandt, Simone / Jankowski, Christian / Jooss, Birgit / Mansen, Matthias / Meyer, Werner / M├╝ller-Tamm, Pia / Ruoff, Hildegard / R&ST (Brigitte Raabe / Michael Stephan) / Ullrich, Wolfgang / Ulmer-Straub, Jutta / Weigele, Otmar M. Hrsg.: K├╝nstlerbund Baden-W├╝rttemberg. 240 S., 254 Abb., 21 x 15 cm, Pb., Modo Verlag, Freiburg 2015. EUR 24,00 CHF 28,00
ISBN 978-3-86833-170-7   [modo]
 
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