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Neuerscheinungen in Archäologie

Archäologisches Gedächtnis der Städte. Schriftenreihe des Arbeitskreises der Bodendenkmalpflege der Fritz Thyssen Stiftung (3). Beitr.: Alexopoulos, George I.; Asal, Rahmi; De Caro, Stefano; Collignon, Oliver; Giampaola, Daniela; Kirova, Nadezhda; Sevim Kiziltan, Zeynep; Pähler, Ingo; Schäfer, Alfred; Vennes, Bruno; Vollmer-König, Martin; Wemhoff, Matthias; Hrsg.: Fritz Thyssen Stiftung; Hesberg, Henner; Kunow, Jürgen; Otten, Thomas. Mit der U-Bahn in die Vergangenheit – Erinnerungsorte im Massenverkehr. 2019. 144 S. zahlr. fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 29,95. ISBN: 978-3-7954-3412-0 Schnell & Steiner
U-Bahnhöfe sind Orte der Bewegung, der Dynamik und der Fluktuation. Hauptanliegen der modernen Verkehrsmittel ist es, viele Menschen in möglichst kurzer Zeit zu ihren Zielen zu führen. Dazu im Kontrast steht die Persistenz der Bodendenkmäler, die beim Bau der U-Bahn-Trassen gefunden werden und die Zeugen für die lange Geschichte dieser Plätze sind. Dieses Spannungsfeld behandeln die Beiträge der dritten Publikation des Arbeitskreises Bodendenkmäler der Fritz Thyssen Stiftung.
Kunst und Archäologie der griechischen Welt. Von den Anfängen bis zum Hellenismus. Neer, Richard T. Engl. Newton, Iris. 2019. 400 S. 432 fb. Abb. 28 x 22 cm. EUR 24,95. ISBN: 978-3-534-26268-7
Archäologie des Tassilokelchs. Schriften des Archäologischen Museums Frankfurt am Main (32). Wamers, Egon. 2019. 496 S. 374 meist fb. Abb. 28 x 21 cm. EUR 50,00. ISBN: 978-3-7954-3187-7 Schnell & Steiner
Zu den herausragendsten Kunstdenkmälern des Alpenraumes gehört der Tassilokelch, der von Baiernherzog Tassilo III. und seiner Frau Liutpirc wohl 777 für Stift Kremsmünster in Oberösterreich gestiftet wurde. Der Kelch ist namengebend geworden für Kunst und Ornamentik einer Vielzahl von Goldschmiedearbeiten, vorwiegend aus archäologischen Befunden der 2. Hälfte des 8. Jh.
Hieratische Ostraka und Namensteine aus Dra‘ Abu el-Naga. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (129). Burkard, Günter. Dra‘ Abu el-Naga II. 2018. 186 S. 188 z. T. fb. Abb. 35 x 25 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-11059-4 Harrassowitz Verlag
Die Ostraka aus der Nekropole von Dra` Abu el-Naga in Theben-West stammen in der überwiegenden Mehrzahl aus dem Doppelgrabkomplex K93.11 und K93.12, der in der frühen 18. Dynastie angelegt und in der späten 20. Dynastie unter den Hohenpriestern Ramsesnacht und dessen Sohn Amenophis neu gestaltet wurde. Von nur wenigen Ausnahmen abgesehen liegt mit diesen Texten ein so noch kaum beobachteter Sonderfall vor: Es sind Keramikostraka oder oft recht massive Kalksteinbrocken mit einem oder mehreren Personennamen als einzigem Inhalt. In Dra` Abu el-Naga II werden die hieratischen Ostraka und Namensteine erstmals vorgelegt. Sie stammen alle aus dem Bereich der Anlage K93.12, also der des Hohenpriesters Amenophis, und waren zum überwiegenden Teil in das Mauerwerk von dessen heute zerstörter Lehmziegel-Pyramide eingebracht worden. Vermutlich sind es die Namen von Personen, die an der Neugestaltung der Anlage beteiligt waren, also von dort beschäftigten Arbeitern. Diese beinahe 100 Namen, darunter etwa 70 unterschiedliche, ergeben eine veritable Liste der am Bau der Pyramide und der Grabanlage Beteiligten. Die Streufunde aus den übrigen Arealen haben meist ebenfalls einen nichtliterarischen Inhalt. Während der früheste Text den Namen des Königs Nubcheperre-Intef nennt und damit aus der Zeit der späten 17. Dynastie stammt, enthält der späteste Beleg den Namen des Hohenpriesters Mencheperre aus der 21. Dynastie.
Iberische Halbinsel und Marokko. Repertorium der christlich-antiken Sarkophage (4). Büchsenschütz, Nora. 2018. 328 S. 69 Tafeln, 314 Abb. 30 x 21 cm. EUR 78,00. ISBN: 978-3-95490-362-7 L, Reichert
Die Erforschung der frühchristlichen Sarkophagplastik ist ein Desiderat der auf fünf Bände angelegten Reihe des Deutschen Archäologischen Instituts. Der nunmehr vorliegende vierte Band ergänzt diese Reihe um den geographischen Raum der spätantiken Hispania sowie der Mauretania Tingitana als zusammenhängende Kultureinheiten. Zusammengestellt wurden hierfür Sarkophage und Sarkophagfragmente aus dem heutigen Spanien, Portugal und Marokko. Insgesamt konnten 153 Objekte mit Relevanz für das Repertorium gesichtet und dokumentiert werden, so dass neben den bereits bekannten Stücken auch eine größere Zahl von neu gefundenen Objekten aufgenommen werden konnte. So berücksichtigt der vierte Band all die Änderungen und Neuerungen, die sich seit den letzten Großpublikationen 1954 und 1975 ergeben haben und liefert erstmalig eine umfassende Bestandsaufnahme der Sarkophagplastik in der spätantiken Hispania und Mauretania Tingitana. In diesem Rahmen werden auch Stücke mit einer nicht dezidiert christlichen Ikonographie berücksichtigt, um die Übergangsphase zwischen paganer und christlicher Sarkophagplastik nachzuzeichnen. Die beschreibenden Katalogtexte werden durch zahlreiche, teilweise neu angefertigte, Fotografien ergänzt, um eine Grundlage für weitere Forschungsarbeiten zu schaffen.
Ein zusätzlicher Kommentarteil greift vertiefend die Provenienz der Objekte auf und geht der Frage einer Zusammenfassung in (Werkstatt-)Gruppen unter Berücksichtigung der zahlreichen Kulturkontakte der spätantiken Hispania zu den benachbarten Provinzen nach. Auf diese Weise wird eine Basis geschaffen, um Aspekte der Provenienz und der Mobilität sowohl von Bildwelten als auch von Material und ausgebildeten Fachkräften neu zu diskutieren. So können Fragen bezüglich der Wirkung stadtrömischer und schließlich nordafrikanischer Werkstätten auf die lokale Sarkophagproduktion neu angegangen und weiterführend diskutiert werden.
Steinerne Keulenköpfe aus Assur. Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft (150). Muhle, Barbara. 52 S. 21 Abb,. 35 x 24 cm. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2018. EUR 48,00. ISBN: 978-3-447-06538-2 Harrassowitz Verlag
In dem von Walter Andrae geführten Fundjournal über die Ausgrabungen in Assur (1903–1914) werden 98 steinerne Keulenköpfe aufgeführt. Dabei handelt es sich um die verdickten Knäufe von Schlagwaffen, die nun von Barbara Muhle in Fotografien, Scans der Grabungsfotos oder Umzeichnungen vorgestellt werden.
Die Keulenköpfe wurden, meist ohne nähere datierende Fundangaben in den Tempeln (z.B. dem Assur-Tempel), dem Tabira-Tor und verstreut im Stadtgebiet gefunden. In einigen Fällen nennen Inschriften auf den Keulenköpfen die Herrscher, von denen die Stücke in Auftrag gegeben wurden, und die Gottheiten, denen sie geweiht waren. Andere Keulenköpfe wurden vermutlich profan genutzt. Eine Reihe von Inschriften weist zudem einen Teil der Stücke als Kriegsbeute aus, die sich mit gleichartigen Keulenköpfen, die in den genannten besiegten Territorien gefunden wurden, verbinden lassen. Außerdem finden sich bestimmte Formen der Keulenköpfe aus Assur in den Darstellungen auf neuassyrischen Palastreliefs wieder, was sie als Teile der Ausrüstung neuassyrischer Krieger kenntlich macht. Über die formale Entwicklung und hinsichtlich der Verzierung beziehungsweise Gliederung der Oberfläche setzt Muhle die Keulenköpfe aus Assur in Bezug zu zahlreichen Keulenköpfen aus Vorderasien, nimmt eine nähere Datierung vor (vom 3. bis ins 1. Jahrtausend v.Chr.) und zeigt Parallelen beispielsweise im Iran (Marlik Tepe, Susa, Tschoga Zanbil und Luristan) und in Babylonien auf.
Archäologische Nachrichten aus Schleswig-Holstein 2018. Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein. 2018. 200 S. EUR 19,80. ISBN: 978-3-529-01440-6
Stonehenge. Archäologie, Geschichte, Mythos. Maier, Bernhard. 2018. 112 S. 22 Abb. und 2 Karten. 18 x 12 cm. Br. EUR 9,95. ISBN: 978-3-406-71001-8 C. H. Beck
Stonehenge gehört zu den bekanntesten und zugleich rätselhaftesten Denkmälern der europäischen Vorgeschichte. Seine Anfänge reichen ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Ähnlich wie die großen Pyramiden von Gize ist Stonehenge zum Sinnbild einer Kultur und einer Epoche geworden, und ähnlich wie die Pyramiden von Gize gab und gibt auch Stonehenge Anlass zu zahllosen Mutmaßungen, Theorien und Spekulationen. Bernhard Maier hat unseren Kenntnisstand über Stonehenge, seine Erbauer, seine Geheimnisse und seine Rezeption in dieser informativen, knappen Darstellung zusammengefasst.
Vorderasiatische Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim Stiftung (2,7). Tamm, Alexander. Tell Chuera: Palast F – Architektur, Stratigraphie und Kleinfunde. 2018. 506 S. 210 Abb., 180 Abbildungstafeln, 14 Beilagen, 10 Karten, 85 Tabellen, 14 Kartenbeilage, 10 Landkarten. 35 x 24 cm. EUR 164,00. ISBN: 978-3-447-11052-5 Harrassowitz Verlag
Mit einer Fläche von knapp 3000 qm bildet Palast F das bisher größte bekannte Einzelgebäude der frühbronzezeitlichen Siedlung von Tell Chuēra in Nordost-Syrien. Die systematische Erforschung des Monumentalbaus begann bereits 1985 unter Ursula Moortgat-Correns und Barthel Hrouda und wurde unter Winfried Orthmann und Jan-Waalke Meyer bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 fortgesetzt. Neben seiner Bedeutung in bauhistorischem Rahmen zeigt der Palast mit einer Nutzungsdauer von knapp 250 Jahren vor allem die Transformation eines Elitebaus zu einer Ansammlung von Wohnstätten, in denen sich finanziell deutlich schwächer gestellte Bevölkerungsschichten ansiedelten.
Band 2,7 der Vorderasiatischen Forschungen der Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung von Alexander Tamm bietet die Endbearbeitung des Bereiches F mit einer kompletten Aufarbeitung der Architektur und Stratigraphie. Hinzu kommen eine vollständige Vorlage aller Kleinfunde aus insgesamt elf Grabungskampagnen und Detailbetrachtungen zu Bautechniken und Installationen. Weitere Kapitel beschäftigen sich ausgehend von Palast F mit dem Phänomen der Sekundärnutzung von Gebäuden, der Einordnung des Bauwerks ins urbane Gefüge sowie dem Versuch die Untergangszeit der Siedlung des 3. Jahrtausends v.Chr. näher zu beleuchten.
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