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Neuerscheinungen in Archäologie

Die Gefäßverschlüsse aus Grab N13.1 in Assiut. The Asyut Project (10). Van Elsbergen, Michael. 2019. 166 S. zahlr. Abb., 6 Farbtafeln. 30 x 21 cm. EUR 68,00. ISBN: 978-3-447-11097-6 Harrassowitz Verlag
Das hoch gelegene Grab N13.1 in der westlichen Felsnekropole von Assiut/Mittelägypten wurde für Iti-ibi(-iqer), einen Gaufürsten der 11. Dynastie, in der Zeit um 2000 v.Chr. angelegt. Seine gut erhaltene Originaldekoration sowie die zahlreichen sekundären Texte und Zeichnungen, die im Neuen Reich und in islamischer Zeit von Besuchern des Grabes an den Wänden hinterlassen wurden, sind eine reichhaltige Informationsquelle für unterschiedliche Aspekte der Geschichte und Funktion des Kalksteinmassivs Gebel Assiut al-gharbi.
Nach der Entdeckung des Grabes durch das deutsch-ägyptische Langfristvorhaben „The Asyut Project“ im Jahre 2005 wurden das stark verschüttete Grab und seine drei tiefen Schächte nach und nach freigelegt. Alle 900 dabei aufgefundenen Gefäßverschlüsse aus Nilton (sowie ein Verschluss aus Kalkstein) werden im vorliegenden Band von Michael van Elsbergen umfassend dokumentiert und auf ihre Aussagekraft hin befragt. Auch wenn die stark gestörte Befundsituation sowie fehlende Aufschriften keine genaue Datierung zulassen, liefern jedoch die Fundverteilung, die Größen und Formen sowie das herangezogene Vergleichsmaterial aus der 1. Zwischenzeit bis zur 13. Dynastie und aus späteren Epochen bis in die byzantinische Zeit hinein Anhaltspunkte für die zeitliche Einordnung und mögliche Funktionszusammenhänge.
Übergangswelten – Todesriten. Forschungen zur Bestattungskultur der europäischen Eisenzeit (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas Band 86). Hrsg.: Wendling, Holger; Augstein, Melanie; Fries-Knoblach, Janine; Ludwig, Katrin; Schumann, Robert; Tappert, Claudia; Trebsche, Peter; Wiethold, Julian. 2019. 331 S. fb. Abb., Karten, Pläne und Tafeln. 30 x 21 cm. EUR 49,00. ISBN: 978-3-95741-089-4
Costumi femminili nell’arco sud-alpino nel I millennio a.?C. Tra archeologia sociale e antropologia. Tori, Luca. Itali. 2019. 340 S. 286 z. T. fb. Abb. 30 x 21 cm. Engl. Br. EUR 68,00. CHF 68,00 ISBN: 978-3-0340-1421-2
Early Medieval North China: Archaeological and Textual Evidence. Asiatische Forschungen (159). Hrsg.: Müller, Shing; Höllmann, Thomas O.; Filip, Sonja. Chinesisch; Engl. 2019. 506 S. 256 Abb. 6 Karten 10 Tabellen. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-447-11113-3 Harrassowitz Verlag
The Xianbei from southeast Mongolia were the first foreign sovereignty over North China since the 4th century. During the 200 years of Xianbei rulership, the cultures of old and new inhabitants – the Han-Chinese, the Xianbei and diverse steppe peoples, the Sogdians and other Central Asians from the west – confronted and competed with one another. This volume is one of the first in Europe that concentrates on the cultural conflicts and the emergence of new traditions in North China during the Early Medieval period. Topics include archaeological evidence of the early Fuyu culture in southern Manchuria and early traces of Sogdians in Qinghai, impacts of Buddhism in the formation of new funerary cults and new city planning, the hybridization of diverse funerary traditions such as the use of head rests and stone beds and house-shaped sarcophagi, the emergence of a multiple identity for denizens as an adaptation to a fast changing world, and the militarization of the northern society as seen in murals and in defense lines. Also included are new insights on the Chinese sabao and Sogdian s’rtp’w titles, and discussions on Sogdian slaves in the Kocho Kingdom as well as on “multi-culture” in Chinese historiographical works. The papers in Chinese and English have been contributed by renowned archaeologists and historians from China, the USA and Germany.
Einführung in die Klassische Archäologie. C. H. Beck Studium. Hoff, Ralf von den. 2019. 280 S. 45 Abb. 22 x 14 cm. Br. EUR 24,95. ISBN: 978-3-406-72728-3 C. H. Beck
Diese moderne Einführung in die Klassische Archäologie bietet einen kompakten Überblick über das Fach und seine Arbeitsmethoden. So werden der geographische und zeitliche Rahmen dieser altertumswissenschaftlichen Disziplin skizziert und die typischen Gattungen erläutert, die in ihrem Zentrum stehen. Den Schwerpunkt der Darstellung aber bildet die Vermittlung der Methoden archäologischen Arbeitens an konkreten Fallbeispielen.
Studierende lernen, erkenntnisleitende Fragestellungen zu archäologischen Funden und Befunden zu entwickeln. Sie werden vertraut gemacht mit dem Verhältnis von Schriftquellen und materiellen Zeugnissen und erwerben Kenntnisse, wie man archäologische Objekte chronologisch verortet, sie formal analysiert, typologisch einordnet und kontextualisiert. Das zeitgemäße Studienbuch widmet sich zudem der Vermittlung von Basiswissen über Ikonographie und Ikonologie, ferner über Diskursanalyse und Rezeptionsanalyse archäologischer Objekte. In allen Teilen der Einführung wird Wert auf die fachlich korrekte Begrifflichkeit gelegt, die konsequent klar und verständlich erklärt wird.
Gesichtsurnen. Menschenbilder der Vergangenheit. Kneisel, Jutta. 2019. 100 S. zahlr. (meist fb.) Abb. EUR 15,00. ISBN: 978-3-7749-4197-7
Griechische Rundskulpturen bis zum Hochhellenismus. Katalog der Skulpturen in der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin Band II, Teil 1. Hrsg.: Schwarzmaier, Agnes; Scholl, Andreas; Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. 2019. 328 S. 537 Abb. 28 x 23 cm. EUR 65,00. CHF 74,80 ISBN: 978-3-7319-0769-5 Imhof
Dieser Band zu den griechischen Rundskulpturen von den Anfängen bis zum Hochhellenismus dokumentiert erstmals in der Geschichte der Berliner Antikensammlung den Gesamtbestand unter Einschluss der Kriegsverluste. Neue Farbabbildungen zeigen nicht nur viele Berühmtheiten von allen vier Seiten, sondern führen diese oft in einem frisch restaurierten Zustand vor Augen. Neben zahlreichen Highlights werden hier viele bislang unveröffentlichte oder schlecht erschlossene Bildwerke auf dem neuesten Stand der Forschung gewürdigt. Insofern ist der Band zweifellos ein Muss für jede archäologische Bibliothek, aber auch für alle Fachleute und Kunstfreunde, die sich mit griechischer Skulptur vertieft beschäftigen wollen.
Die griechischen Vasen mit Lieblingsnamen. Eine archäologische Studie. Wernicke, Konrad. 2019. 143 S. EUR 109,95. ISBN: 978-3-11-151944-9
Die Oberstadt von Hattuša. Die mittelbyzantinische Siedlung in Bo?azköy. Fallstudie zum Alltagsleben in einem anatolischen Dorf zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert. Böhlendorf-Arslan, Beate. Dtsch.; Dtsch. 2019. 695 S. 30 x 21 cm. EUR 129,95. ISBN: 978-3-11-060700-0
Irrtümer & Fälschungen der Archäologie. Hrsg.: Tobias Esch. 2019. 352 S. 30 x 24 cm. EUR 29,90. CHF 29,90 ISBN: 978-3-96176-030-5
Varia I Die nichtmetallenen Kleinfunde aus dem Reitia–Heiligtum von Este (Ausgrabungen 1880-1916 und 1987-1991). Gambacurta, Giovanna; Cipriano, Silvia. Hrsg.: Dämmer, Heinz-Werner. Itali.; Dtsch. 2019. 308 S. 135 fb. Abb. EUR 59,90. CHF 59,90 ISBN: 978-3-96176-044-2
Zeitschrift für Orient-Archäologie. Zeitschrift für Orient-Archäologie (11). Hrsg.: Eichmann, Ricardo; Ess, Margarete van; Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung. 2019. 496 S. 289 meist fb. Abb. u. 33 Tafeln. 30 x 21 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-7861-2829-8 Gebr. Mann Verlag
Die Zeitschrift für Orient-Archäologie (ZOrA) wird seit 2008 von der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts herausgegeben. Sie enthält ausführliche und grundlegende Beiträge zu den neuesten internationalen Forschungen auf dem Gebiet der Archäologie der Levante, Mesopotamiens und der Arabischen Halbinsel. Überregionale Forschungsperspektiven rückt dieses Publikationsorgan stärker in den Vordergrund. Mit dem Erscheinen der ZOrA wurden die regional ausgerichteten Zeitschriften der Orient-Abteilung, Baghdader Mitteilungen und Damaszener Mitteilungen, eingestellt.
Schichtengeschichten. Festschrift für Otto H. Urban. Hrsg.: Ramsl, Peter C.; Rebay-Salisbury, Katharina; Trebsche, Peter. 2019. 494 S. zahlr. (tls fb.) Abb. EUR 99,00. ISBN: 978-3-7749-4206-6
Das Ostraka-Haus und die Weinpresse. Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts (69). Grossmann, Peter. Ab? M?n? IV. 2019. 74 S. 11 Abb., 3 Faltpläne, 16 Tafeln. 35 x 25 cm. EUR 70,00. ISBN: 978-3-447-11063-1 Harrassowitz Verlag
Das Ostraka-Haus von Abu Mina ist ein mehrgeschossiger Bau mittlerer Größe, der nach der arabischen Eroberung Ägyptens (um 639/42) durch Feuer stark zerstört und von den angrenzenden Bewohnern als Mülldeponie genutzt wurde, den Ausgräbern aber gleichzeitig die Entdeckung von nahezu 2000 griechischen Ostraka bescherte. Peter Grossmann untersucht in seinem Band die Herkunft der Ostraka. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein privates, nicht in staatlichem Besitz befindliches Amtsgebäude, das u.a. mit der Organisation der Traubenernte (Weinlese) und der Entlohnung der Erntearbeiter in den Weinbergen zu tun hatte. Darüber hinaus fand sich in unmittelbarer Nachbarschaft dieses Gebäudes ein größerer zusammenhängender Gebäudekomplex, der fünf dicht aneinanderstoßende und zu unterschiedlichen Zeiten erstellte Presseinrichtungen aufwies, so dass es nahelag, die ausgegrabenen Ostraka auf diese Pressen zu beziehen. Es sind die einzigen Pressen, die unter römischer Verwaltung innerhalb des kirchlichen Bezirks (temenos) verbleiben durften, was dafürspricht, dass diese Pressen gewissermaßen zum privaten kirchlichen Besitz gehörten. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass alle Ostraka ausschließlich in griechischer Sprache verfasst sind.
Die Baugeschichte des Dominikanerklosterareals in Cölln an der Spree. Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin (51). Malliaris, Michael. Hrsg,; Landesdenkmalamt Berlin. 2019. 864 S. 30 x 21 cm. EUR 129,00. CHF 148,35 ISBN: 978-3-7319-0668-1 Imhof
Im Zentrum von Berlin-Mitte fanden rund um das heutige Humboldt Forum (vormals Berliner Schloss) mehrjährige Ausgrabungen im Vorfeld der Baumaßnahme statt. Sie brachten am Schlossplatz die Fundamente des mittelalterlichen, um 1300 entstandenen Dominikanerklosters ans Tageslicht. Seine gotische Klosterkirche wurde 1536 zum ersten Dom und zur Familiengrabstätte der Hohenzollern in Brandenburg umgebaut und diente vom 17. Jahrhundert bis zu ihrem Abbruch 1747 als reformierte Pfarrkirche. Die in diesem Buch vorgestellten Ergebnisse der archäologischen Untersuchung des Areals mit verschiedenen ¬Katalogen, zahlreichen Abbildungen und acht großformatigen Beilagen belegen die städtebauliche Entwicklung des Dominikanerklosterareals in Cölln an der Spree von den ersten mittelalterlichen Siedlungsaktivitäten im 12. Jahrhundert bis zum Jahr 1747. Auf der Grundlage der archäologischen Befunde und Funde kann die über 800-jährige Geschichte dieses zentralen Ortes nachvollzogen werden.
Sörries, Reiner. Handbuch zur Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte. 2019. 768 S. 425 fb. Abb. 24 x 17 cm. EUR 98,00. ISBN: 978-3-95490-280-4 L, Reichert
Im Stil des klassischen Handbuchs erschließt das Handbuch zur Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte auf 765 Seiten mit über 400 farbigen Abbildungen den gesamten Wissensbereich der Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart. Es umfasst die Forschungsgeschichte, charakterisiert den Islam und seine Strömungen, bietet einen historischen Überblick, gegliedert nach den herrschenden Dynastien, und erschließt im systematischen Hauptteil Dorf und Stadt als Lebensraum, die profane und religiöse Architektur, das Friedhofswesen sowie die Künste und die Stilepochen bis zur postislamischen Zeit. Ergänzend folgt ein Teil der Regionen und Kunstlandschaften von Europa bis Fernost, von Afrika bis Übersee. Ein eigenes Kapitel ist schließlich den Begegnungen zwischen Abendland und Morgenland gewidmet. Ein umfangreiches Glossar sowie ein Orts-, Sach- und Personenregister unterstreichen den Charakter als Nachschlagewerk. Einleitend werden die Studierenden außerdem über Studien- und Arbeitsbedingungen informiert.
Obwohl sich das Handbuch zunächst an Studierende und Fachwissenschaftler der Islamischen Archäologie und Kunstgeschichte, der Islamwissenschaft im Allgemeinen, der Orientalistik und der benachbarten archäologischen, kunsthistorischen und theologischen Disziplinen richtet, kann es aufgrund seiner guten Lesbarkeit auch für interessierte Laien einen vertiefenden Einblick in das Wesen des Islam und seiner Menschen ermöglichen. Nicht zuletzt werden auch die Umbrüche in der abendländischen Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Islam deutlich, die etwa nach Nine-eleven zu einer völligen Neuorientierung in der Konzeption der Islamischen Museen geführt haben. In diesem Handbuch stößt die in der Gegenwart wachsende Skepsis gegenüber dem Islam auf das reiche soziale, politische, kulturelle und künstlerische Erbe der Muslime, die über große Zeiträume hinweg dem christlichen Abendland überlegen waren.
Heilige Abfallgruben. Favissae und Kultdeposite in Israel/Palästina von der Spätbronzezeit bis zur Perserzeit. Nicole, Straßburger. 2019. 420 S. 32 x 22 cm. EUR 125,00. ISBN: 978-3-96327-054-3
The Iron Age in southern Central Asia (2nd an 1st Millennia BC). Archäologie in Iran und Turan (17). Hrsg,; Lhuillier, Johanna; Boroffka, Nikolaus; Einleitung von Hansen, Svend; Vorwort von Bendezu-Sarmiento, Julio. A Millennium of History. Engl. 2019. 358 S. 312 fb. und s/w-Abb. 30 x 22 cm. EUR 99,00. ISBN: 978-3-496-01594-9 Dietrich Reimer Verlag
Der Band umfasst die neuesten Erkenntnisse internationaler Archäologie über 1000 Jahre Geschichte. Im Mittelpunkt steht dabei die Eisenzeit, deren Anfang und Ende durch zwei wesentliche kulturelle Veränderungen markiert werden: das Ende der bronzezeitlichen urbanen Gesellschaften mit ihren großen Gräberfeldern sowie die Eroberung Zentralasiens durch Alexander den Großen. Zentral ist dabei Eingliederung dieser Region in das achämenidisch-persische Reich. Tiefgreifende soziale Veränderungen in der Besiedlung, der Technologie und im spirituellen Leben lassen sich mit dem Aufkommen des Avesta und der zoroastrischen Religion verbinden, die zur offiziellen Religion des Perserreichs wurde. Ein neuer Blick auf Texte und archäologische Forschung demonstriert die vollständige Eingliederung Baktriens und Sogdiens in das Achämenidenreich während des 6. Jahrhunderts v. Chr.
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts (133). Hrsg,; Sporn, Katja; Senff, Reinhard; Dtsch.es Archäologisches Institut, Abteilung Athen. Mitteilungen des Dtsch.en Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung. Engl.; Dtsch. 2019. 302 S. 49 fb.- und 82 S/W-Abb. 30 x 22 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-7861-2819-9 Gebr. Mann Verlag
In den »Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung« werden Beiträge zur Archäologie und Kulturgeschichte Griechenlands mit seinen angrenzenden Gebieten von der Vorgeschichte bis in die Spätantike publiziert.
Kerameikos (20). Brenne, Stefan. Die Ostraka vom Kerameikos. 2019. 1396 S. 397 Tafeln, 10071 Abb. 34 x 24 cm. EUR 220,00. ISBN: 978-3-95490-327-6 L, Reichert
Die Stimmscherben des Ostrakismos geben Einblick in einen außergewöhnlichen Aspekt der antiken Rechtsgeschichte. Beim stark ritualisierten Scherbengericht konnten die Athener des 5. Jahrhunderts v. Chr. einmal im Jahr einen Mitbürger für zehn Jahre verbannen. Das traf so bedeutende Persönlichkeiten wie Aristeides, Themistokles oder Kimon.
Abgestimmt wurde mit Scherben (óstraka), die überwiegend von den Teilnehmern an der Ostrakophorie selbst gestellt und beschriftet wurden. Bis 1966 waren 1658 solche Stimmscherben bekannt. Dann stellte ein Depotfund von rund 9000 Ostraka im Kerameikos die Forschung auf eine neue Grundlage. Sie werden hier erstmals vollständig vorgelegt, zusammen mit den älteren, teilweise bereits publizierten Funden aus dem Kerameikos. Der Schwerpunkt liegt auf der Materialvorlage in Text, Beschreibung und Abbildung, systematische Aspekte der Auswertung werden angerissen und erschließen den Katalog.
Eine Besonderheit des Hortfundes ist seine Geschlossenheit, die sich durch zahlreiche Anpassungen und andere Verbindungen zwischen verschiedenen Stimmscherben belegen lässt. Zusammen mit der wahrscheinlichen Datierung ins Jahr 471 v. Chr. ergeben sich viele Ansatzpunkte für eine große Bandbreite von Fragestellungen: zur Führungsschicht, zum Ablauf des Verfahrens selbst, zur Verbreitung der Schriftlichkeit und zur Schriftentwicklung oder zu sprachlichen Phänomenen im Bereich der Morphologie oder Phonetik. Ein neuer Fixpunkt ergibt sich für die Chronologie der Gebrauchskeramik, denn die verwendeten Scherben stammen von allen wichtigen Gefäßtypen. Der bewusste Umgang mit Schrift und Schreibfläche lässt Rückschlüsse auf das ästhetische Empfinden in der breiten Bürgerschaft zu. Einzelne Scherben enthalten Zusatzinformationen über die eigentliche Nennung des Namens hinaus, etwa Zusatztexte oder die bewusste Auswahl der Scherbe, und beleuchten so die Intention der ›Wähler‹ und die politische Diskussion dieser Zeit.
Die Tierknochenfunde aus dem Gräberfeld an der wiener Csokorgasse - eine anthrozoologische Studie zu den awarischen Bestattungssitten. Römisch Germanisches Zentralmuseum / Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (143). Baron, Henriette. Quasi liber et pictura. 2019. 662 S. 173 Abb., 44 Tab., 198 Zeichn., Maßtabellen, 356 Grafiken, zus. 30 fb. Abb. 43 Landkarten. 30 x 21 cm. EUR 99,00. ISBN: 978-3-7954-3434-2 Schnell & Steiner
Tierknochen in awarischen Gräberfeldern werden häufig als Speisebeigaben für die Toten oder unspezifisch als »Opfer« gedeutet. Aber warum wählten die Awaren ganz bestimmte Tiere und Tierteile aus, um sie ihren Toten in das Grab zu legen?
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