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Olms - Georg Olms Verlag Ag

 
176 Titel gefunden
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Julia M. Nauhaus. Die Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig. Vollständiges Bestandsverzeichnis und Verlustdokumentation. Mit Beiträgen von Justus Lange. 896 S. 2257 s/w und 111 fb. Abb. Olms, Hildesheim 2009. EUR 68,00 ISBN: 978-3-487-13942-5 Olms
Die bisher weitgehend unbekannt gebliebene Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig verdankt sich in erster Linie den großzügigen Schenkungen von Bürgern der Stadt. Den Grundstock der Sammlung bilden die Erwerbungen des 1832 gegründeten Braunschweiger Kunstvereins, der bestrebt war, eine Galerie der zeitgenössischen Malerei aufzubauen. Schwerpunkte waren Landschaften und Genrebilder der Düsseldorfer und Münchner Malerschulen sowie Porträts und Stadtansichten.
Wichtige Meilensteine auf dem Wege zur Erweiterung der Sammlung stellten die Vermächtnisse von Franziska von Reinike, Amalie Löbbecke, Hermann Heydenreich und die Sammlung von Franz Lucas dar. Im 20. Jahrhundert wurden neben zahlreichen Werken überregional bekannter Maler wie Carl Buchheister, Walter Dexel, Leo von König oder Max Peiffer Watenphul Arbeiten von Künstlern der Hochschule für Bildende Künste erworben und der Bestand an Braunschweig-Ansichten stetig erweitert.
Heute umfasst die Sammlung fast 2.200 Gemälde, Ölstudien, Pastelle und Gouachen, die in dem vorliegenden Band mit Abbildungen, darunter zahlreichen Farbtafeln, vollständig dokumentiert sind. Er enthält zudem die erste Zusammenstellung derjenigen Gemälde, die sich heute aufgrund von Kriegsverlust, Abgabe oder aus ungeklärter Ursache nicht mehr im Besitz des Museums befinden. Zahlreiche Register und ein umfangreiches Literaturverzeichnis ergänzen dieses Referenzwerk, mit dem die Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig erstmals vollständig in Buchform erschlossen wird.
The hitherto largely overlooked collection of paintings in the City Museum in Braunschweig owes its existence primarily to the generous gifts of local citizens. The original core of the collection was formed by the acquisitions of the Brauschweiger Kunstverein, founded in 1832 with one of its aims being to found a gallery of contemporary painting. The emphasis was on landscapes and genre paintings from Düsseldorf and Munich schools as well as portraits and city views.
Important milestones in the growth of the collection include the bequests of Franziska von Reinike, Amalie Löbbecke, Hermann Heydenreich and the collection of Franz Lucas. In the 20th century the Museum acquired many works by painters with a wide reputation such as Carl Buchheister, Walter Dexel, Leo von König and Max Peiffer Watenphul alongside works by artists from the School of Fine Arts, while the collection of views of Braunschweig continued to grow.
Today the collection comprises some 2,200 paintings, oil studies, pastels and gouaches which are fully documented in this volume with illustrations, many in colour. The catalogue also lists those pictures which are no longer owned by the museum whether due to wartime losses, disposals or other unknown reasons. Several indexes and an comprehensive bibliography complete this reference work, the first complete catalogue in book form of the collection of paintings in the City Museum in Braunschweig.
Roberts, Daniela: "Imago Mundi". Eine ikonographische und mentalitätsgeschichtliche Studie, ausgehendvon Hans Holbein d.J. "The Ambassadors". 2009. 524 S., mit 8 fb. und 88 s/w-Abb. 21 x 14 cm. (Stud. z. Kunstgesch. 177) Gh EUR 78,00 ISBN: 978-3-487-13493-2 Olms
Als singuläre Erscheinung innerhalb seiner Gattung stellte das Doppelporträt »The Ambassadors« von Hans Holbein d. J. (1497/98-1543) mit seiner Vielzahl deutbarer Einzelelemente Generationen von Forschern vor eine hermeneutische Herausforderung. Unter Rückgriff auf bislang unerschlossenes Quellenmaterial bietet die vorliegende Studie eine überzeugende Neuinterpretation dieses Hauptwerks der europäischen Kunstgeschichte.
Das Gemälde wird dabei erstmals in einen größeren geistesgeschichtlichen Kontext gesetzt, der es erlaubt, sich dem Sinnzentrum des Werkes unter Einbeziehung zentraler Teilaspekte stringent anzunähern. Konkret nachgewiesen wird beispielsweise der Bezug des Gemäldes zur Krönung Anna Boleyns am 1. Juni 1533, deren Zeugen und politische Advokaten die „Gesandten“ waren. In Holbeins Gemälde reflektieren sie die politischen Implikationen dieses Ereignisses und dokumentieren zugleich den eigenen Status sowie ihre diplomatischen Erfolge auf dem Hintergrund der europäischen Politik und religionspolitischen Bewegungen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Indem die vorliegende Studie tief in Mentalität, Denkstrukturen sowie das Wissenschaftsverständnis humanistischer Gelehrter und politisch einflussreicher Personen eindringt, stellt sie ungeachtet ihres wissenschaftlichen Anspruchs eine fesselnde Lektüre dar.
Unique within its genre, the double portrait ‘The Ambassadors’ by Hans Holbein the younger (1497/98-1543) with its variety of interpretable elements has presented generations of researchers with a hermeneutic challenge. Using previously unexploited source material this study offers a convincing new interpretation of this masterwork of European art history.
For the first time the painting is placed in a wider context of intellectual history, making possible a compelling approach to the aesthetic centre of the work while including other core aspects. The study firmly proves, for example, the painting’s connection with the coronation of Anne Boleyn on 1 June 1533, an event at which the ‘Ambassadors’ were witnesses and political advocates. In Holbein’s picture they reflect the political implications of this event and also their own status and diplomatic successes in the context of European politics and religious and political movements in the first half of the 16th century. By probing deeply into the mentality, thought structures and scientific understanding of humanist scholars and politcally influential figures, this study is not only a work of high academic standards standards but also a gripping read.
Haase, Evelin: "In 64 Tagen um die Welt". Die ethnographische Sammlung von Carlos Götting.Bestandskatalog des Städtischen Museums Braunschweig. 2006. 528 S., 1255 sw. Abb., 64 fb.Abb. 29 x 21 cm. Pb EUR48,00 ISBN: 978-3-487-13242-6 Olms
Carlos Götting wurde 1828 in Braunschweig geboren. Mit 22 Jahren wanderte der Sattler- und Tapeziergeselle nach Amerika aus. Er ließ sich 1856 in Santiago de Chile nieder und übernahm ein Möbel- und Einrichtungsgeschäft, durch das er zu Wohlstand kam.
Schon während seiner Übersiedlung von Argentinien nach Chile hatte Götting einige völkerkundlich interessante Gegenstände erworben. Ab 1870 begann er in größerem Stil zu reisen, sowohl innerhalb Chiles und in südamerikanische Nachbarländer als auch nach Europa, in den Orient und schließlich einmal um den ganzen Globus. Diese Weltreise führte ihn von Europa durch die USA, von dort nach Japan, China, Indien und über Ägypten wieder zurück nach Europa. In seinen Unterlagen bewahrte Götting sein Leben lang einen Zeitungsartikel auf, in dem eine vergleichbare Reise um die Welt in 64 Tagen angepriesen wurde. Er selbst ließ sich jedoch fast ein ganzes Jahr Zeit. Auf seinen Reisen sammelte Götting alles, was ihn interessierte, vor allem Gegenstände der von ihm besuchten Völker, aber auch Fotografien und Naturalien.
Die ethnographische Sammlung von Carlos Götting ist sehr vielseitig. Sie enthält neben archäologischen Fundstücken aus Peru und Mexiko Gegenstände der Mapuche, Guarani und anderer Indianervölker Südamerikas. Auf den Reisen um die Welt kamen auch Kunstgewerbliches aus Japan, China, Indien und dem Orient sowie Musikinstrumente aus Nubien, Elchhaarstickereien der kanadischen Indianer oder eine Vogelmannfigur von der Osterinsel hinzu.
Götting, der sich im Alter in Hamburg niederließ, schenkte kurz vor seinem Tod 1899 seiner Heimatstadt Braunschweig die ethnographische Sammlung mit fast 1 500 Objekten sowie die 2530 Reisefotografien und vermachte testamentarisch einen größeren Geldbetrag als Grundlage für den Bau eines städtischen Museumsgebäudes, das 1906 eröffnet wurde.
Carlos Götting was born in Brunswick in 1828. As a 28-year old journeyman saddler and paper-hanger he emigrated to America. He settled in Santiago de Chile in 1856 and took over a furniture and fittings business which made him a wealthy man.
Already during his move from Argentina to Chile Götting had acquired some ethnographically interesting pieces. After 1870 he began to travel in grander style both within Chile and in the neighbouring South American countries, and also to Europe, to the Orient and finally once right around the world. This last journey took him from Europe through the USA and thence to Japan, China, India and back to Europe via Egypt. Among his possessions Götting kept all his life a newspaper cutting which praised a similar journey round the world accomplished in 64 days. However, he allowed himself nearly a year. On his travels Götting collected everything that interested him, principally objects from the peoples he visited but also photographs and natural specimens.
Carlos Götting’s ethnographical collection is very varied. Alongside archaeological finds from Peru and Mexico it contains objects from the Mapuche, Guarani and other indigenous South American peoples. The journey round the world brought pieces from Japan, China, India and the Orient, and items such as musical instruments from Nubia, Moose-hair embroideries from the Indians of Canada, or a bird-man figure from Easter Island.
In 1899, shortly before his death, Götting, who had settled in Hamburg in later life, bequeathed to his native city of Brunswick his ethnographical collection of almost 1500 items as well as the 2530 photographs from his travels, along with a large sum of money as the basis for the building of a municipal museum, which was opened in 1906. 978-3-487-12780-4 Mit den ethnographischen Sammlungen Herzog Johann Albrechts eröffnet das Städtische Museum Braunschweig die Reihe seiner Bestandskataloge.
Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg-Schwerin war von 1907 bis 1913 Regent des Landes Braunschweig und über Jahrzehnte Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft. Eine siebenmonatige Hochzeitsreise mit seiner zweiten Frau Elisabeth führte ihn unter anderem nach Siam, Indonesien und Japan, zu jener Zeit noch ein abenteuerliches Unternehmen.
Aufgrund des Interesses des Herzogs an außereuropäischen Kulturen überreichten ihm sowohl die fürstlichen Gastgeber als auch Menschen aus der Bevölkerung und dort ansässige Europäer zahlreiche Geschenke. Zusätzlich kaufte das Brautpaar bei Handwerkern, Händlern, auf Märkten und in Verkaufsausstellungen ein. Insgesamt brachte der Herzog über 1000 Erinnerungsstücke mit nach Hause, von denen er etwa die Hälfte dem Städtischen Museum Braunschweig überließ. Diese Sammlung mit ihren wertvollen völkerkundlichen Kunstwerken, schlichten Alltagsgeräten und Kuriositäten erzählt ihre eigene Geschichte und vermittelt zugleich interessante Einblicke in die Sammlermentalität zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
This is the first in a series of catalogues of the collections of the Braunschweig City Museum Duke Johann Albrecht zu Mecklenburg-Schwerin was from 1907 to 1913 Regent of the state of Braunschweig and served for decades as President of the German Colonial Society. On a seven-month honeymoon he and his second wife Elisabeth visited countries such as Siam, Indonesia and Japan - in those days still something of an adventure.
Because of the Duke’s interest in non-European cultures he received many gifts from his royal hosts, from ordinary inhabitants of the countries he visited, and from European residents there. In addition the couple bought items from craftsmen, merchants, markets and trade exhibitions.
The Duke brought a total of over 1000 souvenirs back home and left nearly half of these to the City Museum in Braunschweig. This collection of valuable ethnic artworks, simple everyday utensils and curiosities tells its own story while at the same time offering interesting insights into the mentality of early 20th century collectors.
Rumohr, Carl Friedrich von: Sämtliche Werke. Mit einer Einleitung herausgegeben von Enrica Yvonne Dilk. Band 1: Kunsthistorische Frühschriften. 1., Reprint: Hildesheim 2009 2009. 239 S. (Historia Scientiarum ) Gh EUR 118,00 ISBN: 978-3-487-13371-3 Olms
Erläuterung einiger artistischen Bemerkungen in der Rede des Herrn Hofrath Jacobs: über den Reichthum der Griechen an plastischen Kunstwerken. München 1810; Ueber die antike Gruppe Castor und Pollux oder von dem Begriffe der Idealität in Kunstwerken. Hamburg 1812; Fragmente einer Geschichte der Baukunst. Wien 1813; Vom Ursprunge der gothischen Baukunst.(2 Teile) Wien 1813; Einige Nachrichten von Alterthümern des transalbingischen Sachsens. Wien 1813; Denkwürdigkeiten der Kunstausstellung des Jahres 1814. München 1815.
Flecken, Maria A: "Und es ist Canova, der sie machte". Die bonapartistischen Frauenbildnisse. 2008. 296 S., 67 sw. u. 2 fb. Abb. 21 x 14,80 cm. (Stud. z. Kunstgesch. 172) Pb EUR 48,00 ISBN: 978-3-487-13601-1 Olms
Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie stehen die weiblichen Porträtstatuen, die der italienische Bildhauer Antonio Canova (1757-1822) für die kaiserliche Familie Bonaparte geschaffen hat. Diese werden im Kontext der Kunst- und Mentalitätsgeschichte um 1800 analysiert und in ihren ursprünglichen historischen Zusammenhang zurückversetzt, da sie nur so für den heutigen Betrachter erfahrbar sind. Berücksichtigt werden dabei zentrale Aspekte wie die Autonomie der Kunstwerke, das Erfassen von Wesen und Charakter der dargestellten Persönlichkeiten sowie die „offene“ Darstellungsweise Canovas. Letztere suggeriert Mehrdeutigkeit und lässt Interpretationen zu, die sich sogar gegen die von der Familie Bonaparte geforderten Inhalte richten können. In dieser Arbeit bleibt der Blick stets auch auf die Person des Bildhauers gerichtet, insbesondere auf Canovas stete Bemühungen zur Erhaltung und Wiederherstellung der großen römischen Tradition. Nur ihm trauten seine Zeitgenossen eine Erneuerung der Kunst zu, die mit einer Politisierung seiner Arbeiten einherging. Canovas Werke bleiben dabei jedoch stets so ambivalent, dass sich in ihnen bis heute verschiedenste geistige Strömungen wiederfinden konnten.
The central subject of this study is the series of female portrait statues which the Italian sculptor Antonio Canova (1757-1822) made for the imperial Bonaparte family. These are analysed in the context of the artistic and intellectual history of the period around 1800 and placed in their original cultural context since only thus can a contemporary viewer experience them. The author examines central aspects such as the autonomy of artworks, the capturing of the nature and character of the people portrayed and Canova’s “open” style of portrayal. This last implies ambiguity and allows for interpretations which can even run counter to those required by the Bonaparte family. The study always remains focussed on the character of the sculptor, especially on Canova’s constant striving to maintain and recreate the great Roman tradition. Contemporaries believed that only he could bring about a renewal of art accompanied by the politicisation of his work. Yet Canova’s works remained so ambivalent that even today we may still perceive in them the most disparate cultural trends.
Carl Friedrich von Rumohr. Sämtliche Werke. Einltg. Enrica Yvonne Dilk. Reihe: HISTORIA SCIENTIARUM Band 5: Kunsthistorische Spätschriften. Leipzig und Berlin 1832 - 1841. Reprint: Hildesheim 2008. 518 S. Ln. EUR 148,00 ISBN: 978-3-487-13334-8 Olms
Deutsche Kunst in der neuern Zeit. In: Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur. Leipzig 1832: Geschichte der königlichen Kupferstichsammlung zu Copenhagen. Ein Beitrag zur Geschichte der Kunst und Ergänzung der Werke von Bartsch und Brulliot. Leipzig 1835; Hans Holbein der jüngere, in seinem Verhältniß zum deutschen Formschnittwesen. Leipzig 1836; Auf Veranlassung und in Erwiderung von Einwürfen eines Sachkundigen gegen die Schrift: Hans Holbein der jüngere, in seinem Verhältniß zum deutschen Formschnittwesen. Leipzig 1836; Zur Geschichte und Theorie der Formschneidekunst. Leipzig 1837; Untersuchung der Gründe für die Annahme: daß Maso di Finiguerra Erfinder des Handgriffes sei, gestochene Metallplatten auf genetztes Papier auszudrucken. Leipzig 1841; Ueber den Einfluss der Litteratur auf die neueren Kunstbestrebungen der Deutschen. In: Anasthasius Graf Raczynski, Geschichte der neueren deutschen Kunst. Berlin 1841.
Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843), der sich selbst einen „practischen Aesthetiker“ nannte, galt seinen Zeitgenossen Schelling, Hegel, Friedrich Schlegel und Wilhelm von Humboldt als bahnbrechender Kunstkritiker. Seine innovativen Ansätze, mittels exakter Archivstudien zu quellenmäßig fundierten Analysen zu gelangen, fanden bei Fachkollegen wie Waagen, Schorn, Förster und Gaye Anerkennung. Rumohrs Autorität in disziplingeschichtlichen Fragen ist jedoch nur eine Facette seiner Mehrfachbegabung: Er entwarf landeskulturelle Modelle, erarbeitete gastrosophische Konzepte und nahm als Reiseschriftsteller, Novellentheoretiker, Übersetzer und Romancier aktiv am literarischen Leben teil. In dieser kulturgeschichtlichen Perspektive ist sein vielschichtiges Schaffen noch kaum erforscht, nicht zuletzt deswegen, weil mit Ausnahme des öfter aufgelegten Geistes der Kochkunst, der ihn „bei Literaturfreunden und Gourmets unsterblich gemacht“ hat (Wolfgang Koeppen), keine Werkausgabe vorliegt. Eine von Rumohr selbst geplante Ausgabe letzter Hand gelangte nicht zum Druck, und die 1920 von Julius Schlosser betreute Neuedition der Italienischen Forschungen - ein Meilenstein im Emanzipationsprozeß der frühen Kunsthistoriographie - ist den rara zuzurechnen.
Die Nachdruckausgabe macht erstmals das Gesamtwerk zugänglich. Eine Darstellung des Œuvre sowie eine Bio-Bibliographie leiten den ersten Band ein. Darüber hinaus werden die zumeist schwer greifbaren Journalbeiträge, die Rumohr als meinungsbildender Publizist in die Blätter für Literarische Unterhaltung, die Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik, sowie in das Cottasche Kunstblatt und in das Schlegelsche Deutsche Museum einrückte, vollständig dargeboten. Der Nachdruck der Auktionskataloge seiner zerstreuten Kunst- und Büchersammlungen soll ebenfalls dazu beitragen, das breite Spektrum der Interessen des Connoisseurs und Förderers der deutsch-römischen Künstler (u.a. F. Overbeck, F. Nerly, F. Horny) vor Augen zu führen.
Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843) , who called himself a “practical aesthetician”, was regarded by his contemporaries - among them Schelling, Hegel, Friedrich Schlegel and Wilhelm von Humboldt - as a pioneering art critic. His innovative approach - to rely on archival records for his aesthetic analysis - was widely acclaimed. Rumohr was also active as a literary writer and a translator, and he is well-known as an outstanding gastronomic writer. This is the first collected edition of his works.
Dieterle, Martina: Dodona. Religionsgeschichtliche und historische Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung des Zeus-Heiligtums. 2007. VIII, 450 S., 128 sw. Abb., 1 fb. Faltplan 24 x 17 cm. (Spudasmata 116) Pp EUR 78,00 ISBN: 978-3-487-13510-6 Olms
Das Orakelheiligtum Dodona liegt im Nordwesten Griechenlands in einer relativ abgelegenen Region. Noch heute lassen seine Überreste die einstige Zauberwirkung der Kultstätte erahnen. Trotz seiner Bedeutung hat das Heiligtum von Dodona in der Forschung bislang nur vergleichsweise geringe Beachtung gefunden. Umso mehr fordern die materiellen Hinterlassenschaften und zahlreichen Schriftquellen - gerade im Vergleich zu Delphi und Olympia - zu einer intensiven Auseinandersetzung heraus. Zeugnisse der antiken Literatur belegen für den Ort seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. ein Zeusorakel mit Eiche. Doch wann begannen Kultaktivitäten, die sich archäologisch nachweisen lassen, und wie sahen diese aus? Auch die ungewöhnlich späte Errichtung und besondere Gestalt der Kultgebäude geben Rätsel auf.
Die Autorin erfasst und systematisiert die bisher ergrabenen Funde und Befunde sowie die literarischen und epigraphischen Zeugnisse und interpretiert diese religions- und architekturgeschichtlich. Die die traditionellen Fachgrenzen von Archäologie, Altphilologie und Epigraphik überschreitende Studie führt die Dodona-Forschung aus ihrem Schattendasein heraus und integriert sie in die moderne Funktionsanalyse von Heiligtümern und in die historische Religionsforschung.
The oracular shrine of Dodona lies in a relatively remote region of north-western Greece. Even today it is possible to sense vestiges of the site’s former magic. In spite of its significance, the shrine at Dodona has received comparatively little attention from researchers in the past. Thus the material remains and the numerous written sources - in contrast to Delphi and Olympia - are all the more deserving of intensive study. Ancient literature provides evidence that there was an oracle of Zeus with an oak tree at the site from the 8th century B.C. But when did the cult activities attested by the archaeology begin, and what did they look like? The unusually late construction and the particular form of the cult buildings are also mysterious. The author lists and classifies the finds and discoveries so far as well as the literary and epigraphic evidence, and interprets these in terms of religious and architectural history. Cutting across the traditional disciplines of archaeology, classical philology and epigraphy, this study brings research on Dodona out of the shadows and integrates it into the modern functional analysis of shrines in the study of historical religion.
Herrliberger, David: Zürcherische Ausruff-Bilder. (Nachdr. d. Ausgabe Zürich 1748) 2007. 110 S., 54 Taf. 12 x 18 cm. (Helvetica Rara ) Olms, G Gb EUR 44,00 ISBN: 978-3-487-13427-7 Olms
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich der berühmte Zürcher Kupferstecher David Herrliberger (1697-1777) auf dem Höhepunkt seines Schaffens und legte einige seiner wichtigsten Werke vor. Zu ihnen zählten die „Zürcherischen Ausruff-Bilder“, die sehr schnell mehrere Auflagen erlebten.
Mit der feinfühligen Darstellung von Strassenhändlern, die ihre Waren anpreisen, stand Herrliberger in einer langen Traditionslinie: Seit dem 16. Jahrhundert waren in jeder grösseren Stadt solche Druckgraphiken entstanden. Durch die meisterhafte Detailtreue seiner handkolorierten Arbeiten, die zu Herrlibergers heitersten Werken gehören, übertraf dieser seine Vorgänger jedoch bei weitem. Sie bilden den einzigen schweizerischen Beitrag zu dieser Graphikgattung. Auch für die Mundartforschung sind Herrlibergers Bücher von besonderer Bedeutung, da über dem hochdeutschen Vers, der die zum Verkauf stehenden Waren kommentiert, der eigentliche Ausruf in Mundart festgehalten ist. Auf diese Weise verstärkt Herrliberger die Authentizität seiner Figuren und verleiht seinen Werken den Status einer wissenschaftlichen Quelle, die der Volkskunde auch heute wertvolle Informationen liefert
Romero-Tejedor, Felicidad: Der denkende Designer. Von der Ästhetik zur Kognition -ein Paradigmenwechsel. 2007. 205 S., Abb. EUR 19,80 ISBN: 978-3-487-13386-7 Olms
Viele Menschen erleben den Umgang mit den täglichen (nicht nur maschinellen) Dingen des Alltags als überfordernde und dadurch belastende Situation. Handy, Computer, Kamera oder gar Waschmaschine verfügen über ein Konfusion und Ratlosigkeit stiftendes Angebot von Bedienungs- und Programmiermöglichkeiten.
Nicht selten ist das Design daran schuld - ein Design, das sich an einer (letztlich beliebigen) Ästhetik orientiert, sich aber der Verantwortung gegenüber den Benutzern und damit der Gesellschaft entzieht.
Dieses Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für einen neuen Typ des Designers: den denkenden Designer, der genau diese Verantwortung gegenüber dem Benutzer ernst nimmt, der die Kognition und die Pragmatik ins Zentrum rückt, der vernetzt und kontextuell denkt, der eine „produktive Semantik“ schafft - anstelle einer bloßen Produktsemantik wie im Design der 1980er Jahre - und die Dinge dadurch benutzerfreundlich, schlicht „handhabbar“ macht.
Mehr noch: Der denkende Designer entwirft keine vereinzelten Artefakte im System, sondern ist bestrebt, das System selbst zu verändern, es im Sinne der Benutzer zu verbessern.
In diesem Zusammenhang wird auch die Frage erörtert, inwieweit eine neu zu schaffende Designwissenschaft dazu beitragen kann, den denkenden Designer heranzubilden und zu unterstützen. Gelingt dies, ist das Design im 21. Jahrhundert „angekommen“.
Das Buch richtet sich an Designer, Designstudenten, Designdozenten und an alle, die sich für ihre berufliche Zukunft besser rüsten wollen.
For many people the experience of dealing with everyday objects (not only mechanical ones) is a demanding and exhausting one. Mobile phones, computers, cameras or even washing machines offer a confusing and bewildering array of programmes and possibilities.
Design is not infrequently to blame - design which is oriented towards (any old) aesthetic ideas but which avoids any responsibility to the user and thus to society.
This book is a passionate call for a new type of designer, the thinking designer, who takes this very responsibility to the user seriously, who places cognition and pragmatism at the centre of a concept, whose thinking is “joined up” and contextual, who creates a “productive semantics” - instead of a simple “product semantics” as in 1980s design - and who thus makes things more user-friendly, in short, “operatable”.
Further: the thinking designer does not design individual artefacts within a system but seeks to change the system itself, to make it better for the user.
This context also gives rise to the question of how far the development of a new science of design would help to train and support the thinking designer.
If this can be done, 21st century design will have “arrived”. The book is aimed at designers, at students and teachers of design, and at anyone who wants to be better prepared for the professional future.
Senti-Schmidlin, Verena: Rhythmus und Tanz in der Malerei. Zur Bewegungsästhetik im Werk von Ferdinand Hodler undLudwig von Hofmann. 2007. VIII, 302 S., 115 sw. u. 34 fb. Abb. 24,00 x 17,00 cm. (Stud. z. Kunstgesch.170) Pb EUR 58,00 ISBN: 978-3-487-13405-5 Olms
Die vorliegende Studie untersucht das interdisziplinäre Verhältnis zwischen Kunst und Tanz am Beispiel des künstlerischen Schaffens von Ferdinand Hodler (1853-1918) und Ludwig von Hofmann (1861-1945). Die in der gleichen Zeit wirkenden, in der Bildsprache jedoch differierenden Künstler sind auf ähnliche Weise mit den Tanzerneuerungen ihrer Epoche in Berührung gekommen. Ferdinand Hodler, seit 1872 in Genf, pflegte mit dem Musiker und Begründer der Rhythmischen Gymnastik Emile Jaques-Dalcroze freundschaftliche Kontakte. Ludwig von Hofmann, in Berlin, Weimar und Dresden tätig, lernte bedeutende Protagonistinnen des modernen Bühnentanzes wie Isadora Duncan, Ruth St. Denis und Gret Palucca kennen. Obwohl unabhängig und eigenständig in ihrer Arbeit, decken Ferdinand Hodler und Ludwig von Hofmann Aspekte auf, die eine enge Verflechtung von Bildsprache und Körpersprache offen legen. Die Untersuchung hat zum Ziel, diese Verbindungen exemplarisch zu erfassen, die in früheren Studien der Autorin aufgegriffene Fragestellung der fachübergreifenden Beziehung zwischen Kunst und Tanz zu vertiefen sowie in produktions- und rezeptionsästhetischer Hinsicht zu analysieren.
This study examines the interdisciplinary relationship between art and dance, based on the artistic work of Ferdinand Hodler (1853-1918) and Ludwig von Hofmann (1861-1945). These two artists, contemporaries with very different visual languages, had similar encounters with the attempts at renewal in dance during their era. Ferdinand Hodler, who lived in Geneva from 1872, was in friendly contact with the musician and founder of rhythmic gymnastics Emile-Jacques Dalcroze. Ludwig von Hoffmann, working in Berlin, Weimar and Dresden, became acquainted with important proponents of modern stage dance such as Isadora Duncan, Ruth St Denis and Gret Palucca.
Although independent in their work, both Hodler and von Hoffmann reveal aspects of the close interrelationship between the language of images and the language of the body. This study seeks to illuminate these connections with examples, to look more deeply into the question of the interdisciplinary relationship between art and dance investigated by the author in earlier studies, and to analyse this in terms of the aesthetics of production and reception.
Gerken, Rosemarie: La Toilette - Die Inszenierung eines Raumes im 18. Jahrhundert in Frankreich. Eine kulturhistorische Untersuchung.Vorw. v. Eggs, Ekkehard. 2007. 283 S., 53 sw. u. 7 fb. Abb. 21 x 17 cm. Olms, G, Hildesheim 2007. Pb EUR 48,00 ISBN: 978-3-487-13304-1 Olms
Ausgehend von Darstellungen der toilette in Bildern, Gravüren und Objekten der angewandten Kunst vom Ausgang des 17.Jahrhunderts bis ins späte 18. Jahrhundert verfolgt die Verfasserin den metonymisch fortschreitenden Bedeutungswandel von latoilette - ursprünglich ein kleines Tuch auf einem Tischchen im Schlafzimmer, auf dem die zur morgendlichen...
Based on depictions of the toilette in pictures, engravings and practical objects from the end of the 17th to the late 18th centuries, the author traces the metonymic progress of the change in meaning of la toilette - originally a small cloth on a side-table in the bedroom on which was laid out the necessary equipment for a high-ranking lady’s morning preparations - to embrace the ritual and the participants involved in those preparations and eventually to designate a separate space in the second half of the 18th century. The “physically and socially filled space” brought into being by la toilette was emptied of its social charge by the revolution, closing the doors on its public face and returning once more to its original domestic privacy.
Elisabeth Hipp. Nicolas Poussin: Die Pest von Asdod. Studien zur Kunstgeschichte. Bd. 165. 2005. 516 S., 58 Abb., Gb. EUR 68,00 ISBN: 978-3-487-12991-4 Olms
"Elisabeth Hipp's exhaustive study of the 'Plague at Ashdod' is, despite its great length (more than 400 pages devoted to a single picture), an absorbing account (…) She has cast her net wide, and considers this simultaneously fascinating and disturbing painting from every conceivable point of view (…) Very little escapes her attention, whether drawn from the history of art, theater, seventeenth-century critical debates, religious history, or from the history of Poussin's own time." (Charles Dempsey, Renaissance Quarterly 60/2007) "(…) la lecture de E. Hipp croise plusieurs hypothèses, en y incorporant la pensée poussinienne de l'art, pour construire sa vision de l'oeuvre comme une 'image votive de la peste' (Pestbild) pour un savant (…). (L)es recherches et les analyses (…) enrichissent incontestablement la compréhension du milieu dans lequel vivait et travaillait Poussin." (Milovan Stanic, Revue de l'art 154/2006-4) Nicolas Poussins Gemälde „Die Pest von Asdod“ entstand 1630-1631 in Rom und vergegenwärtigt das Thema einer biblischen Seuche in besonders eindrücklicher Weise. Es kann als exemplarische bildliche Darstellung eines „schrecklichen“ Ereignisses gelten. Die vorliegende Arbeit untersucht Sinngehalt, Wirkungsintention und Wirkungsgeschichte des Bildes. Ikonographische, formgeschichtliche, kunsttheoretische und medizin- sowie sozialgeschichtliche Aspekte werden dabei ebenso wie theologische und bibelexegetische Zusammenhänge ausgelotet. Vor dem Hintergrund der Pestepidemie, die Rom um 1630 bedrohte, gewinnt die Vermutung an Plausibilität, daß es sich bei dem Gemälde um ein spezifisches „Pestbild für einen Gelehrten“ handeln sollte. Gemeinhin wird angenommen, das Bild sei ohne Auftrag begonnen worden; in dieser Studie wird ein möglicher Adressat konkret vorgeschlagen. Die dem Gemälde zugeschriebene „kathartische“ Wirkung und seine moralischen Sinnebenen erhalten so einen historischen Brennpunkt. Die künstlerische Lösung, die Poussin für dieses Historienbild gefunden hat, verweist darüber hinaus auf den Problemhorizont späterer Werke des Malers. Deren strukturelle und ikonographische Komplexität ist bereits in der „Pest von Asdod“ angelegt. Nicolas Poussin’s ‘The Plague of Asdod’ was painted in 1630-1631 in Rome and portrays the theme of a biblical plague in a particularly impressive way. It can be seen as an exemplary visual presentation of a ‘terrible’ event. This study examines its meaning, its intended effect and its historical interpretation. The author sounds out aspects of iconography, formal history, art theory and medical and social history as well as theological and biblical contexts. The background of the plague epidemic which threatened Rome around 1630 lends credence to the idea that this was intended as a specific ‘plague picture for a scholar’. It is generally assumed that the picture was started without a commission; in this study a possible recipient is firmly identified. The ‘cathartic’ effect ascribed to the picture, and its layers of moral meaning thus gain a historical focus. The artistic solution which Poussin found for this narrative picture also foreshadows to the range of problems in the painter’s later works. Their structural and iconographical complexity is already anticipated in ‘The Plague of Asdod’.
Interkulturelle Kommunikation in der europäischen Druckgraphik im 18. und 19. Jahrhundert /The European print and cultural transfer in the 18th and 19th centuries /Gravure et communication interculturelle en Europe aux 18e et 19e siècles. Hrsg. Kaenel, Philippe /Reichardt, Rolf. 2007. XII, 850 S., 238 Abb. 24 x 17 cm. Pp EUR 59,00 ISBN: 978-3-487-13001-9 Olms
Der systematisch angelegte Band erschließt eine internationale Bildkultur unterhalb der „Hochkunst“, die bisher bei Fach- und Kunsthistorikern wenig Beachtung gefunden hat. Von Portrait- und Modestichen über politische Allegorien und Karikaturen bis hin zu geographischen Karten und populären Bilderbögen werden praktisch alle druckgraphischen Bildgattungen der „Schwellenzeit“ (Reinhart Koselleck) exemplarisch auf ihre eigenen Produktions- und Rezeptionsbedingungen, ihre Erinnerungspotentiale und ihre europäische Vernetzung untersucht. Zu einer im Entstehen begriffenen interdisziplinären Historischen Bildwissenschaft leistet der Band einen grundlegenden Beitrag.

The present volume offers a systematic survey of a relatively neglected aspect of international print culture - the area of graphic art situated between “high art” and popular broadsheets. From portrait engravings and “fashion plates” of past eras through political allegories, geographical maps, to caricature, the essays collected here traverse a panorama of the graphic arts in the age of the “cult of images” (Baudelaire), exploring the conditions of production and reception, the “globalized” communicative potential of such graphic media and their preservation and evocation of political memory during the crucial period of transition between the Ancien Regime and modernity. The volume makes a major contribution to the foundation of an interdisciplinary history of the pictorial arts.
Kehrbaum, Annegret: Die Nabis und die Beuroner Kunst. Jan /Willibrord Verkades Aichhaldener Wandgemälde (1906) und die Rezeption der Beuroner Kunst durch die Gauguin-Nachfolger. 2006. 776 S., 227 sw. u. 8 fb. Abb. 24 x 17 cm. (Stud. z. Kunstgesch. 168) Pb EUR 98,00 ISBN: 978-3-487-13056-9 Olms
Obwohl Adolf Bastian der Begründer der Ethnologie in Deutschland ist, war er lange Zeit in Vergessenheit geraten. Im Zuge eines verstärkten Interesses an der Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts und den Anfängen der Disziplin sind in den letzten Jahren mehrere Betrachtungen zum Bastian´schen Werk entstanden. Diese von Bastian als „Wissenschaft vom Menschen“ verstandene neue Disziplin war in seinen Fragestellungen und Herangehensweisen ausgesprochen modern. So definierte Bastian die Ethnologie erstmals als eine Wissenschaft, die kulturelle Zeugnisse unabhängig von der physischen Anthropologie betrachtet. Bastian suchte nach Erklärungsmodellen für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Kulturen, welche die übliche Unterscheidung zwischen „primitiv“ und „zivilisiert“ ad absurdum führte. Die Gesellschaft als Organismus verstehend wandte er naturwissenschaftliche Modelle an, um die „Gesetze [ihrer] organischen Entwicklung“ zu erkennen.
Ein Re-Print des Werkes von Adolf Bastian, das ca. 70 Monographien, fast 300 Zeitschriftenartikel und ebenso viele Buchrezensionen umfaßt, kann sinnvollerweise nur in einer Auswahl erfolgen. Wichtige theoretische Werke, Reiseberichte, ausgewählte Zeitschriftenartikel zu virulenten Themen seiner Zeit (Evolution, Kolonialpolitik, ethnologischen Feldforschung u.a.) ermöglichen die Wurzeln eines Faches Ethnologie wieder zu entdecken.
Although Adolf Bastian was the founder of ethnology in Germany, he was for many years a forgotten figure. As a result of growing interest in the history of 19th-century scholarship and in the origins of the discipline, several studies of Bastian’s work have appeared in recent years.
The discipline which Bastian conceived as “the science of man” was decidedly modern in its questions and methods. For example, Bastian was the first to define ethnology as a science which studies cultural evidence as distinct from physical anthropology. Bastian sought models for the explanation of similarities and differences between cultures which reduced the familiar differentiation between “primitive” and “civilised” ad absurdum. Understanding society as an organism, he used models from nature to enable recognition of the “laws of [its] organic development”.
To reprint the work of Adolf Bastian, which comprises some 70 monographs, almost 300 journal articles and as many book reviews, a selective approach is the only sensible one. Important theoretical works, travel writing, selected journal articles on the virulent themes of the day (evolution, colonial policy, ethnological fieldwork etc) allow us to rediscover the roots of ethnology as a discipline.
Die Kunstsammlung des Freiherrn C. F. L. F. von Rumohr. Verzeichniss einer Sammlung von Büchern des verstorbenen Kammerherrn C. F. L. F. v. Rumohr. Reprint d. Ausg. Lübeck 1846. Bd 16. 2005. 642 S. Ln EUR 148,- ISBN: 978-3-487-12734-7 Olms
Carl Friedrich von Rumohr, der sich selbst einen „practischen Aesthetiker“ nannte, galt seinen Zeitgenossen Schelling, Hegel, Friedrich Schlegel und Wilhelm von Humboldt als bahnbrechender Kunstkritiker. Seine innovativen Ansätze, mittels exakter Archivstudien zu quellenmäßig fundierten Analysen zu gelangen, fanden bei Fachkollegen wie Waagen, Schorn, Förster und Gaye Anerkennung. Rumohrs Autorität in disziplingeschichtlichen Fragen ist jedoch nur eine Facette seiner Mehrfachbegabung: Er entwarf landeskulturelle Modelle, erarbeitete gastrosophische Konzepte und nahm als Reiseschriftsteller, Novellentheoretiker, Übersetzer und Romancier aktiv am literarischen Leben teil. In dieser kulturgeschichtlichen Perspektive ist sein vielschichtiges Schaffen noch kaum erforscht.
Die Nachdruckausgabe macht erstmals Rumohrs Gesamtwerk zugänglich. Eine Darstellung des Œuvre sowie eine Bio-Bibliographie leiten den ersten Band ein. Darüber hinaus werden die zumeist schwer greifbaren Journalbeiträge, die Rumohr als meinungsbildender Publizist in die Blätter für Literarische Unterhaltung, die Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik, sowie in das Cottasche Kunstblatt und in das Schlegelsche Deutsche Museum einrückte, vollständig dargeboten. Der Nachdruck der Auktionskataloge seiner zerstreuten Kunst- und Büchersammlungen soll ebenfalls dazu beitragen, das breite Spektrum der Interessen des Connoisseurs und Förderers der deutsch-römischen Künstler (u.a. F. Overbeck, F. Nerly, F. Horny) vor Augen zu führen.
Carl Friedrich von Rumohr, who called himself a “practical aesthetician”, was regarded by his contemporaries - among them Schelling, Hegel, Friedrich Schlegel and Wilhelm von Humboldt - as a pioneering art critic. His innovative approach - to rely on archival records for his aesthetic analysis - was widely acclaimed. Rumohr was also active as a literary writer and a translator, and he is well-known as an outstanding gastronomic writer. This is the first collected edition of his works.
Forssman, Erik: Kunst und Architektur im neuzeitlichen Europa. Ausgewählte Beiträge. Hrsg. v. Reidel, Hermann. 360 S., 50 Abb.. (Stud. z. Kunstgesch. 162) Gb., Olms Verlag, Hildesheim 2004. EUR 88,00 ISBN: 978-3-487-12804-7 Olms
Die Beiträge dieses Sammelbandes bilden einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen des Kunsthistorikers Erik Forssman (* 1915) und sind in ihrer Zusammenstellung zugleich eine kleine Kunstgeschichte der Neuzeit, dargestellt an exemplarischen Künstlern und ästhetischen Phänomenen. Seit ihren Anfängen stand die Kunstgesch in einem manchmal harmonischen, manchmal kritischen Verhältnis zum zeitgenössischen Kunstschaffen. Als sich der Kunstbegriff im Laufe des 20. Jahrhunderts radikal änderte, geriet das Fach in eine methodische Krise. Erik Forssman hat diese Krise während seiner wissenschaftlichen Arbeit im In- und Ausland zwar zutiefst miterlebt, aber ihr in Forschung und Lehre über viele Jahrzehnte zu widerstehen versucht. Seine hier vorgelegten Aufsätze aus den vergangenen dreißig Jahren wurden ursprünglich an teilweise entlegenen Orten als Katalog- oder Festschriftenbeiträge veröffentlicht und vom Autor für dieses Buch ausgewählt. Ihre inhaltliche Bandbreite reicht von grundsätzlichen Überlegungen zu den Ursprüngen der Kunstgeschichte über das Erscheinungsbild der Baukunst in Italien, Deutschland und Skandinavien bis hin zu Malern wie Hans Thoma oder Edvard Munch.

The essays in this volume offer a representative selection from the work of art historian Erik Forssman (* 1915) and at the same time form a short history of art in the modern age based on examples of different artists and aesthetic phenomena. From its very beginning the writing ofart history has enjoyed a part-harmonious, part-critical relationship with contempo-rary creative art. As the very conception of art underwent a radical change during the 2Oth century the subject reached a methodological crisis. Erik Forssman certainly experienced this crisis in the course of his academic career both at home and abroad, but attempted to overcome it in his many decades of research and teaching. The essays from the past thirty years brought together here were originally published in separate and sometimes inaccessible works such as catalogues and commemorative volumes, and have been chosen by the author for this hook. Their content ranges from fun-damental reflections on the origins of art history to the appearance of architecture in Italy, Germany and Scandinavia and to individual artists such as Hans Thoma or Edvard Munch.
 
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