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Max Dudler

Reduktion und Materialität

„Max Dudler“ geht in die dritte Auflage

Das Interesse an der im Kehrer-Verlag erschienenen Max Dudler-Monografie ist ungebrochen: Soeben ist die dritte, umfassend erweiterte Auflage des Buchs aus dem Jahr 2012 erschienen. Die kontinuierliche Begeisterung für diese Architektur hängt mit der Zeitlosigkeit, der Klassizität der Bauten des ehemaligen Mitarbeiters von Oswald Mathias Ungers zusammen: Der 1949 geborene Schweizer hat ein Werk geschaffen, das sich aus der Architekturgeschichte in die Gegenwart entwickelt hat.

Der kleinformatige, doch schwergewichtige Band stellt das Gesamtwerk des Architekten vor, in Fotografien und Architekturzeichnungen: die Stadtbibliothek Heidenheim etwa, das Empfangsgebäude des Eisenbahnmuseums Bochum, das Kinder- und Jugendtheater Ulm, das Hambacher Schloss mit seinen Funktionsgebäuden, den U-Bahnhof Museumsinsel Berlin, das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum – die Zentralbibliothek der Humboldt Universität zu Berlin. Aktuell arbeitet das Büro an der Sanierung und Erweiterung des historischen Bibliotheksgebäudes der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg.

Auch in der dritten Auflage ist das Buch ein genuiner Ausdruck der Baukunst von Dudler, der nach seinem Studium an der Städelschule in Frankfurt und an der Hochschule der Künste in Berlin im Jahr 1992 sein eigenes Büro gegründet hat, das unterdessen Sitze in Berlin, Zürich, Frankfurt und München unterhält.

„Räumliche Atmosphäre, egal auf welchem Maßstab, entsteht über Reduktion und Materialität“, so hat Dudler sein Schaffen einmal beschrieben, das auch Innenräume und Möbelentwürfe für die Deutschen Werkstätten in Hellerau umfasst. Die Architekturfotos von Stefan Müller setzen die strenge, dem Material so zugewandte Haltung des Schweizers kongenial um.

Mehr denn je scheine die Architektur von Max Dudler direkt aus dem Steinbruch zu kommen, schreibt Werner Oechslin in seinem Textbeitrag. Und so ist auch dieses auf Farbe ganz verzichtende, klar gestaltete Architekturbuch ein festes, solides Monument. Menschen sind auf den Architekturfotografien nicht zu sehen. Man vermisst sie auch nicht.

06.05.2024
Marc Peschke
Max Dudler. Hrsg.: Bonte, Alexander; Beitr.: Holfelder, Moritz; Mack, Gerhard; Oechslin, Werner; Bonte, Alexander; WeiĂź, Svea; Burlon, Laura; Egle, Greta. Englisch. 384 S. Abb. 20 x 20,3 cm. Kehrer Verlag Heidelberg, 2023 EUR 48,00.
ISBN 978-3-96900-140-0
 
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