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Hessen f├╝r Kunstfreunde

Die Bandbreite der sch├Ânen K├╝nste in einem umfassenden ├ťberblick ├╝ber die Kunst- und Kulturlandschaft Hessens aufzuzeigen, versprechen die Autoren auf dem Umschlag. In der Tat sind die g├Ąngigen internet-pr├Ąsenten Museen von Frankfurt, Hanau, Darmstadt, Kassel, Gie├čen, Marburg, aber auch Hadamar oder Bad Arolsen im Museumsteil vertreten. Kleine H├Ąuser stehen gleichrangig neben gro├čen. Es f├Ąllt auf, dass z.B. die Region Fulda ausgelassen wurde und es g├Ąbe noch einiges durchaus gleichwertiges aufzuzeigen, was unber├╝cksichtigt an diesem imagin├Ąren Kunstweg blieb.
An den einf├╝hrenden Museumsteil reiht sich organisch die Beschreibung von drei Open-Air-Kunst-Wegen in Nordhessen und der Rhein-Main-Region, gefolgt von einer thematischen Darstel-lung, die K├╝nstlerkolonien gewidmet ist. Die Beschreibungen von K├╝nstlergemeinschaften leitet ├╝ber zu dem nun folgenden Kapitel, in dem versucht wird, die ansonsten meist getrennt angebotenen Medien eines Museumsf├╝hrers mit dem eines K├╝nstlerverzeichnisses zu kombinieren: Die Gegen├╝berstellung von Altmeistern wie van Eyk, Merian, Tischbein u.a.m. oder der Quadriga (Greis, G├Âtz, Schultze, Kreuz) mit Gegenwartsk├╝nstlern wirkt jedoch etwas bunt in der Zusammenstellung und unausgewogen bez├╝glich der Qualit├Ąt der ┼ĺuvre. Ein gut gemeinter Versuch, Zeitgenossen in Beziehung zur alten Malerei und Plastik zu stellen, der Pr├Ąsentation fehlt jedoch der innere Zusammenhang, um aus einer Reihung eine Reihe werden zu lassen.
Im anschlie├čenden ÔÇťIntermezzoÔÇť genannten Abschnitt sind drei altbekannte Galerien und ein Medien-Institut aus dem Raum Frankfurt vorgestellt, - eine recht begrenzte Anzahl, um f├╝r ganz Hessen zu stehen. Es folgt ein Abstecher in die komische Kunst, wo man neben dem Comik-Helden Karl aus dem Rheingau auch die beiden Frankfurter Struwwelpetermuseen findet. Der ausf├╝hrliche Serviceteil beginnt mit einem Veranstaltungskalender, der Hinweise zur Documenta, Frankfurter Buchmesse, Museumsnacht, zu Kulturtagen, Kunstm├Ąrkten und K├╝nstlertreffs bereith├Ąlt. Es werden ausgew├Ąhlte Kunstschulen u. dgl. mehr vorgestellt und sogar an die Werbung f├╝rÔÇśs Hessenticket beim RMV ist gedacht.
Die Texte sind unkompliziert, in den Biographien sogar flott lesbar, die Informationen zu den einzelnen Objekten geben stets ordentliche Hinweise mit Internetverbindungen, nennen z.T. auch weiterf├╝hrende Literatur. Die dunkelblau unterlegten Info-Tafeln sind gut sichtbar und springen sofort ins Auge, mit einer dezenteren Hintergrundfarbe w├Ąren die Texte allerdings besser lesbar und w├╝rden weniger von der Kunstbetrachtung ablenken. Es w├Ąre sch├Ân gewesen, wenn die Abbildungen in ihren Farbwerten etwas n├Ąher am Original geblieben w├Ąren, das flaue Goethe-Bild von Tischbein und das ├Ąu├čerst rotstichige Paradiesg├Ąrtlein empfindet man als besonders schmerzlich.
Die optische Aufmachung und Auswahl sind Geschmacksache, doch wer die B├╝cher des Societ├Ątsverlages mag, dem wird auch dieses Buch gefallen.


Ingrid Krupp
Urban, Eberhard: Hessen f├╝r Kunstfreunde. Museen und Ausstellungen, ber├╝hmte Werke, junge K├╝nstler und alte Meister. 200 S., zahlr. fb.Abb. 20,4 x 11, 8 cm. Pb. Societ├Ąts-Druckerei, Frankfurt 2005. EUR 12,80
ISBN 3-7973-0956-2
 
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