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Call me Istanbul ist mein Name

Fahren Sie nicht nach Istanbul und reden sie nicht ├╝ber Istanbul ohne in dieses Katalogbuch gesehen zu haben. Kritisch und doch voller Liebe zu dieser pulsierenden Stadt zeichnen 29 K├╝nstler, Designer, Architekten, Schriftsteller, Kunsthistoriker, Musiker und Filmregisseure ein spannendes Bild dieser sich st├Ąndig wandelnden Stadt zwischen der arabischen und europ├Ąischen Welt.
So wie Konstantinopel zu Istanbul wurde, wandeln sich in der Ausstellung Derwische in Roboter, ein Minarett wird ein Aufzug, M├Ąnner werden zu Frauen, Baucht├Ąnzerinnen zu Computeranimationen und das Nomadenzelt eine Metall-Konstruktion, w├Ąhrend ├╝ber allem der fliegende Teppich schwebt.

Das anl├Ą├člich einer Ausstellung im Karlsruher Zentrum f├╝r Kunst und Medien im vergangenen Jahr entstandene Katalogbuch ist viel mehr als nur ein Katalog, es ist ein Feuerwerk pulsierenden Lebens einer europ├Ąischen Metropole, die nie aufgeh├Ârt hat und nie aufh├Âren wird, die Konflikte zweier Kontinente zu zeigen und zu l├Âsen?
Diese Ans├Ątze einer L├Âsung aufzuzeigen, dazu tragen insbesondere zahlreiche Beitr├Ąge ausgewiesener Kenner der t├╝rkischen Gesellschaft bei, die das religi├Âse Leben, die Menschen und ihre Orte beleuchten und auch nicht davor ÔÇ×kneifenÔÇť, die sexuellen Aspekte der t├╝rkischen Kultur zu beschreiben und zu hinterfragen.
Aus deutscher Sicht nimmt Peter Weibel mit seiner Frage "Istanbul - Spiegel von Europas Zukunft?" zu dieser Stadt Stellung und Bernd Nicolai geht in seinem Beitrag: ÔÇ×Unterm roten Halbmond: Versuche der deutschsprachigen Moderne am Goldenen HornÔÇť dem Modernisierungsprozess Instanbuls unter dem Einfluss deutscher Architekten nach. Hans Belting schlie├člich stellt "Marco Polo und die anderen Kulturen" vor und erhebt die Frage, ob es eine globale Kunstszene gibt. Eine ausf├╝hrliche Bibliographie der K├╝nstler und eine Zeittafel helfen auch dem Laien auf die Spr├╝nge, die Geschichte der Stadt und ihrer Menschen besser zu verstehen.
Ein Buch, das f├╝r die Debatte um den Beitritt der T├╝rkei in die EU ausgesprochen dienlich sein d├╝rfte.

Gabriele Klempert
Call me Istanbul ist mein Name. Kunst und urbane Visionen einer Metapolis. Hrsg.: Roger Conover, Eda Cufer, Peter Weibel
Texte: Hans Belting, Hande Birkalan, Roger Conover, Fulya Erdemci, Kenneth Cragg, Deniz Kandiyoti, Çaglar Keyder, Bernd Nicolai, Raymond Lifchez, Peter Weibel. 218 S., 170 fb. Abb., 23 cm. Pb. Wasmuth, Tübingen 2004. EUR 24,80
ISBN 3-8030-0700-3   [WASMUTH & ZOHLEN]
 
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