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Fritz Winter zum 100. Geburtstag

Fritz Winter (1905-1977) war ein K√ľnstler, dessen Lebenswerk seine Wirkung in der Gegenwart fortw√§hrend weiter entfaltet. Die anl√§sslich seines 100. Geburtstages in drei Museen parallel in Hamm, Ahlen und auf Schlo√ü Cappenberg gezeigte Retrospektive gab nicht nur einen exzellenten √úberblick √ľber das bemerkenswerte Gesamtwerk des K√ľnstlers, sondern muss zu den wichtigsten Ereignissen im Kulturgeschehen der j√ľngsten Zeit gerechnet werden. Auch Frankfurt und Stuttgart zeigten Fritz-Winter-Ausstellungen ‚ÄěMan lebt im Wirken der Sch√∂pfung, neigt sich still vor allen Wundern dieser Welt, die alles Ferne nah sein l√§√üt, alles Nahe fern und alles verbunden in jener Tiefe, die ich als Quell Gottes im Menschen selber sehe‚Äú (S. 17), lautet eine der wesentlichen Aussagen von Fritz Winter, die heute f√ľr den Menschen noch (oder wieder) Arbeits- und Erkenntnismotiv sein kann. Obschon der K√ľnstler im Deutschland der Nachkriegszeit nicht geringe Anerkennung erfuhr, ist er noch viel zu wenig bekannt. Dass dieses Ausstellungsprojekt durch einen exzellenten Katalog begleitet wurde, der hier angezeigt werden darf, werden Leser desselben folglich sch√§tzen. ‚ÄěF√ľr mich‚Äú, schreibt der 1944 im Ru√ülandfeldzug schwer verwundete Fritz Winter einmal, ‚Äěgilt nur das, was wir noch werden k√∂nnen‚Äú (S. 33). Ein Satz, den er selbst praktisch vorgelebt hat, als er im Genesungsurlaub seine bemerkenswerten und schwer ergr√ľndbaren Monotypien >Triebkr√§fte der Erde< schuf. Wenn man wissen will, wie man dies macht, ‚Äěim Wirken der Sch√∂pfung‚Äú als moderner Mensch zu leben, dann muss man sich das Winter'sche Diktum ausgehend von seinen Bildern erarbeiten. In ihnen, die auf so viel mehr als nur auf Malerisches verweisen, liegt ein zentraler Schl√ľssel auch zum Schicksal des K√ľnstlers. Der vorbildlich gestaltete Katalog enth√§lt acht Aufs√§tze, die Fritz Winters Werk in seinen Entwicklungsphasen zug√§nglich machen (inklusive vieler Literaturhinweise). Die Kontinuit√§t im Schaffen des als Sohn eines Bergbauarbeiters Geborenen beeindruckt au√üerordentlich. Man gewinnt den Eindruck, das es hier einem wachen Zeitgenossen k√ľnstlerisch in schwieriger Zeit gelang, Wesentliches in die Welt zu bringen. Der Band eignet sich als Einstieg in das reiche Oeuvre Fritz Winters und zugleich als gehaltvolle Vertiefung in dasselbe ‚Äď letzteres bewirkt die gelungene Auswahl und Pr√§sentation der Bilder, obgleich dieser Gesamtkatalog f√ľr drei Ausstellungen an drei Orten mit unterschiedlichen Schwerpunkten nicht alle jeweils dort auch erg√§nzend ausgestellten Materialien abbildet.
13.2.2007

Matthias Mochner
Fritz Winter zum 100. Geburtstag. "Man lebt im Wirken der Schöpfung". Hrsg. Fritz-Winter-Haus, Ahlen 288 S., zahlr. fb. Abb. 28 x 22 cm. Gb, Rasch, Bramsche 2005. EUR 27,-
ISBN 3-89946-056-1
 
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