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Parallel gelesen - Einf√ľhrungen in den Surrealismus und die pop art

√úber kaum ein Gebiet hat sich die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts so sehr verbreitet wie den Surrealismus und die pop art. Die in Reihe kunstbasics bei Hatje-Cantz erschienen B√§nde komprimieren nun weniger den aktuellen Forschungsstand als dass sie interessierte "Anf√§nger" kenntnisreich mit ausgesuchtem Fakten- und Hintergrundwissen versorgen. In fl√ľssig lesbarem Stil verfa√üt werden neben den jeweiligen Hauptwerken auch literarische und psychologische Aspekte, mentalit√§tsgeschichtliche und zeithistorische Leitbilder aufgegriffen. Besonders der pop art-Band thematisiert sein Ph√§nomen in seiner Widerspr√ľchlichkeit ‚Äď den Surrealismus und dadaistische Kreationen aufgreifend, spiegelte die pop art wie keine zweite Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts die Ereignisse einer medialisierten und kapitalistisch gesinnten √Ėkonomie wider. "...ein gutes Gesch√§ft ist die beste Kunst" - Andy Warhols zynische Beschreibung des prosperierenden Kunstbetriebs darf als Kommentar zu einer immer noch g√ľltigen "Wahrheit" gelesen werden. Der Vergleich beider B√§nde l√§√üt durchaus aufschlu√üreiche Querverbindungen in den Blick geraten (was der Kunstgeschichte nicht immer leicht f√§llt). Die Spiegelung und Verdoppelung der Welt in den Traumgebilden der surrealistischen Malerei und in der reproduzierten Waren√§sthetik der pop art verdeutlicht, wie sehr diese beiden Richtungen doch in wichtigen Kernbereichen einander verwandt waren.Verr√§t der Traum etwas von der Grenzenlosigkeit und Wandlungsf√§higkeit der menschlichen Psyche, die an einer best√§ndigen "Verschiebung" arbeitet, so verdeutlichen die medialen Welten der pop art, bis zu welchem schmalen Grat die Kunst getrieben wurde, die - mehr oder weniger reflektiert - der Bildsprache der Werbung anverwandelt wurde und die zumindest in der Fr√ľhphase in der Lage war, dem Hedonismus und der Apotheose der Warenwelt kritische Untert√∂ne abzugewinnen.Was in den B√§nden leider etwas zu kurz kommt, ist die Frage nach der Aktualit√§t ihrer Objekte. Wie surrealistische und pop-Kontexte heute aufgegriffen und/oder recycelt werden, h√§tte den Informationswert beider Darstellungen sicherlich zus√§tzlich steigern k√∂nnen.
20.3.2002

Michael Kröger
Surrealismus. Text v. Bradley, Fiona. 2001. 80 S. - 24 x 17 cm. Gb DM 28,95
ISBN 3-7757-1074-4
Pop Art. Text v. McCarthy, David. 2001. 80 S. - 24 x 17 cm. Gb DM 28,95
ISBN 3-7757-1075-2
 
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