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Verborgene Sch├Ątze aus Wien

Die Gem├Ąldegalerie der 1692 gegr├╝ndeten Wiener Akademie der bildenden K├╝nste Wien geh├Ârt zu den gro├čen Sammlungen Alter Meister.
Zun├Ąchst waren es ausschlie├člich die Aufnahmewerke der Akademiemitglieder des 18. Jahrhunderts und die j├Ąhrlich pr├Ąmierten Preisst├╝cke der Kunststudenten aus den Abschlussausstellungen der Akademie, die den Grundstock der Sammlung formten.
Als aber Anton Franz Graf von Lamberg-Sprinzenstein 1822 seine rund 750 Werke umfassende bedeutende Gem├Ąldesammlung der Akademie als Legat ├╝berl├Ąsst, hebt dies die der Akademie angegliederte Galerie aus dem Stand in den Rang einer auch international viel beachteten Institution. Der Graf hatte seine Sammlung zum Teil ererbter und w├Ąhrend seiner Reisen in England, Frankreich, Niederlande und Deutschland mit Bedacht erworbener Kunstwerke st├Ąndig erweitert. Bereits Goethe pries Graf Lamberg-Sprinzenstein als ÔÇ×Gro├čen Liebhaber der KunstÔÇť. Dabei hatte er mit seinem gro├čz├╝gigen Verm├Ąchtnis der Werke nicht nur die F├Ârderung Kunststudenten nicht nur im Auge, denn noch heute ist diese Wiener Sammlung in den organisatorischen Verbund der Kunstakademie integriert. Durch ihre museale Bedeutung wurde ihre Funktion als Lehrsammlung in der ├Âffentlichen Wahrnehmung jedoch mit der Zeit ├╝berlagert.
Die Ausstellung in der Kunsthalle W├╝rth zeigt die kostbaren Wiener Leihgaben daher nicht nur als Abfolge exquisiter Meisterwerke, sondern auch als Anschauungsobjekte der K├╝nstlerausbildung und Stilgeschichte.

So finden sich unter den 400 Leihgaben aus allen Gattungen der Sammlung nicht nur bedeutende Werkkomplexe ÔÇô wie jener von Peter Paul Rubens ÔÇô und Zeichnungen von Rembrandt und Albrecht Altdorfer etwa, sondern auch Abg├╝sse antiker Skulpturen, die der Verfeinerung des Kunstbegriffs der Sch├Ânheit den jungen K├╝nstlern vermitteln sollten. Druckgrafische Meisterwerke von Albrecht D├╝rer sowie gotische Baurisse, die heute zum UNESCO-Weltdokumentenerbe geh├Âren und historische Fotografien von hohem k├╝nstlerischen Niveau, die bis in die fr├╝hen 1850er Jahre zur├╝ckreichen erg├Ąnzen die Schau.

Von Botticelli bis Guardi, von Rembrandt bis Maes und von D├╝rer bis Schnorr von Carolsfeld, von Klimt ├╝ber Hundertwasser bis Lassnig stammen die ┬╗Sch├Ątze┬ź, die es zu entdecken gilt ÔÇô von gro├čen K├╝nstlern ihrer Zeit. Punktuell erg├Ąnzt um Werke aus der Sammlung W├╝rth ÔÇô hier sei besonders Andy Warhols Friedrich II. aus dem Jahr 1986 erw├Ąhnt ÔÇô zeigen sie in zahlreichen Zitaten und Paraphrasen zu klassischen Themen den wechselseitigen Einfluss und die kontr├Ąren Temperamente der Epochen zwischen Neuzeit, Goldenem Zeitalter, Sturm und Drang, fr├╝hem Realismus, Romantik und beginnender Moderne bis zur Gegenwartskunst.

Also, auf in die Kunsthalle W├╝rth in Schw├Ąbisch-Hall, dort ist die Ausstellung noch bis zum 8. April zu sehen. Aber auch der Katalog ist eine wertvolle Quelle dieser gro├čartigen Sammlung und ihrem Auftrag zur Nachwuchsschulung k├╝nftiger K├╝nstler.

26.02.2018
Gabriele Klempert
Verborgene Sch├Ątze aus Wien. Die Kunstsammlungen der Akademie der bildenden K├╝nste Wien zu Gast in der Kunsthalle W├╝rth. Nauhaus, Julia M.; Blindinger, Eva; Koch, Claudia; Trojer, Karin; Schober, Ren├ę; Domanig, Andrea; Elsen-Schwedler, Beate. Hrsg.: Weber, C. Sylvia. 308 S. zahlr. fb. Abb. 28 x 23 cm. Gb. Swiridoff Verlag, K├╝nzelsau 2017. EUR 35,00
ISBN 978-3-89929-347-0   [Swiridoff]
 
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