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Strenge Anmut, raue Sch├Ânheit.

Eifel und Ardennen im Blick der K├╝nstler

Schon vor 200 Jahren zog es sie hinaus, die jungen Maler der Kunstakademie D├╝sseldorf. Die Landschaft von Eifel und Ardennen entdeckten sie als Sujet ÔÇô das, was bisher eher nicht als bildw├╝rdig galt. Die raue Sch├Ânheit einer Landschaft, die nur selten als pittoresk beschrieben worden ist.

Vor dem Motiv arbeiteten die Maler, erste Bilder entstanden. Sie zeigten die Natur so, wie sie war: als eigenst├Ąndiges Motiv. ÔÇ×Raue Sch├Ânheit. Eifel und Ardennen im Blick der K├╝nstlerÔÇť ist ein Buch zu einer Ausstellung im Trierer Stadtmuseum Simeonstift, das nun den Versuch unternimmt, die Region als Sujet umfassend vorzustellen.

Wir begegnen hier bekannteren K├╝nstlern wie etwa Fritz von Wille oder auch Johann Wilhelm Schirmer, der im Jahr 1827 gemeinsam mit Carl Friedrich Lessing in D├╝sseldorf den ÔÇ×Landschaftlichen ComponiervereinÔÇť gegr├╝ndet hatte. Sie waren sich einig darin, dass K├╝nstler ihr Gl├╝ck nicht ausschlie├člich in den beliebten mediterranen Gegenden suchen sollten, sondern in der eigenen Heimat: So wanderten und malten sie seit 1828 in der Eifel.

Die meisten der in dem Buch vorgestellten Arbeiten der Gruppenausstellung begeistern in ihrem unverstellten Blick auf die Wirklichkeit. Sie zeigen Burgruinen wie die Burg Eltz, die Felsen von Gerolstein oder das Kloster Maria Laach, Bergd├Ârfer, einsame H├╝gel, die zerzauste Natur von Eifel und Ardennen, die hier als kunsthistorisch zusammengeh├Ârige Region vorgestellt werden. Sachlich, n├╝chtern sehen die meisten der K├╝nstler diese Landschaft, kaum verkl├Ąrt, kaum idealisiert.

Buch und Ausstellung versammeln ├╝ber 150 Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts ÔÇô Bilder aus Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich, wie Dr. Elisabeth D├╝hr, die Direktorin des Stadtmuseums, sagt: ÔÇ×Erstmals werden die Regionen nicht nationalstaatlich isoliert voneinander betrachtet, sondern zusammenh├Ąngend als der europ├Ąische Kulturraum gezeigt, der sie sind.ÔÇť

Zu sehen sind unter anderem auch Arbeiten von William Turner, eine Bleistiftzeichnung von Victor Hugo, eine Arbeit des jungen Max Ernst und Karl Schmidt-Rottluffs ÔÇ×Gem├╝ndener MaarÔÇť, doch vor allem aber sind hier interessante Neuentdeckungen zu machen: etwas d├╝stere Bilder der Mittelgebirgsregionen zumeist, Bilder von Hochmoorlandschaften, bl├╝hendem Ginster oder schroffen Steinbr├╝chen, selten lieblich, sondern karg und windgepeitscht. Menschenleere Landschaften von strenger Anmut. Das Katalogbuch versammelt einleitende Aufs├Ątze mit guten Abbildungen der gezeigten Arbeiten.

25.10.2010
Marc Peschke
Raue Sch├Ânheit. Eifel und Ardennen im Blick der K├╝nstler" noch bis zum 24. Oktober 2010 im Stadtmuseum Simeonstift Trier. 328 S., 142 meist fb. Abb. 24 x 28 cm, Pb. Schnell & Steiner, Regensburg 2010. EUR 36,90
ISBN 978-3-7954-2377-3   [Schnell & Steiner]
 
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