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Wunderkunst

Kunst ist ein Wunder, in mehrfacher Hinsicht: als Ergebnis hohen spezifischen menschlichen K√∂nnens und geistigen Verm√∂gens, als kostbare, bewundernswerte Einzelst√ľcke oder als Sch√§tze in sogenannten Kunst- und Wunderkammern von begeisterten Sammlern zusammengetragen und bewundert. Denn die ‚Äěgoldene Reife‚Äú dieser kleinen Kostbarkeiten ‚Äěheilt das Herz. Vollkommenes lehrt hoffen,‚Äú stellt Nietzsches Zarathustra fest.
Vom sp√§ten 15. bis Mitte des 18. Jahrhunderts, insbesondere w√§hrend des 16. und 17. Jahrhunderts, wurden Kunstwerke und Preziosen f√ľr die f√ľrstlichen oder kirchlichen Kunstkammern nicht nur wegen ihrer √§sthetischen Erscheinung, ihrer vollendeten Sch√∂nheit, der ‚ÄěKostbarkeit der verwendeten Materialien und deren virtuosen Bearbeitung‚Äú gesammelt, sondern sie hatten auch ‚Äěeine repr√§sentative Funktion‚Äú, hatten Aufgaben und Absichten zu erf√ľllen, dienten vor allem ‚Äědem privaten Vergn√ľgen und gesellschaftlichen Prestige.‚Äú
Die meisten Sammlungen gingen im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts ganz oder teilweise in gro√üen Museen auf. Die Sammlung der Kunstkammer W√ľrth, ein Bereich der Kunsthalle W√ľrth in Schw√§bisch Hall, entstand in neuerer Zeit. Sie pr√§sentiert in einer Ausstellung noch bis zum 24. September im Domquartier Salzburg √ľber 70 ihrer Exponate: Trinkgef√§√üe, Tafelaufs√§tze, profane und sakrale Kleinplastiken aus Edelmetallen, Elfenbein, Bernstein, Alabaster, Edelsteinen und anderen kostbaren Naturalien von 1516 bis ins 19. Jahrhundert. Zu den Glanzst√ľcken dieser Ausstellung geh√∂ren der ‚ÄěK√∂nigsberger Bernsteinpokal‚Äú aus Bernstein von Georg Schreiber (gestorben 1644), ein ‚ÄěKruzifix‚Äú aus Elfenbein, Metall und Holz von Georg Petel (1601/02 ‚Äď 1662), ‚ÄěDrei Grazien‚Äú aus Elfenbein und ‚ÄěHerakles und Hipolyte‚Äú aus Alabaster von Leonhard Kern (1588 ‚Äď 1662). Ihnen widmet der vorliegende schmale Kunstband, der die Ausstellung begleitet, besondere Aufmerksamkeit: vor allem durch hervorragende Fotografien, aufgenommen aus den verschiedensten Perspektiven und mit erl√§uternden kurzen Texten.
Unter dem Titel ‚ÄěWunderkunst, Erlesenes aus der Kunstkammer W√ľrth‚Äú ist dieses Heft aus schwerem Kunstdruckpapier kein Katalog oder Verzeichnis der ausgestellten Werke, sondern eine knappe Einf√ľhrung in Zweck, Aufgaben und Geschichte von Kunstkammern, insbesondere der Kunstkammer W√ľrth, in die Qualit√§t und das Charakteristische von Werken der Wunderkunst, ihre Themen und Materialien, mit Hinweisen auf Leben und Werk einiger bedeutender K√ľnstler und nicht zuletzt die prachtvolle Bildpr√§sentation weniger ausgew√§hlter Exponate.
Gedacht als Begleitheft zum 2015 erschienenen umfassenden Bestandskatalog ‚ÄěSilberhirsch & Wunderprunk‚Äú der gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle W√ľrth dient das vorliegende opulent aufgemachte, mit Lob und Dank ‚Äěallen Projektbeteiligten seitens der Sammlung W√ľrth‚Äú nicht sparende Heft, - zu den Autoren geh√∂ren u.a. die Leiterin und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunsthalle W√ľrth sowie Mitglieder des Kunstbeirates der W√ľrth-Gruppe - interessierten Laien zur allerersten Information.

08.08.2018
Christa Chatrath
Wunderkunst. Erlesenes aus der Kunstkammer W√ľrth. Becker, Christoph; Himmelein, Volker; Resmann, Elisabeth; Weber, C. Sylvia; W√ľrth, Maria. 44 S. 28 x 23 cm. Swirodoff Verlag, K√ľnzelsau 2018. EUR 16,80.
ISBN 978-3-89929-363-0   [Swiridoff]
 
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