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Joachim: Emporenmalerei aus St. Katharinen. Ein Frankfurter Kleinod

Joachim Proescholdt, Kenner der Frankfurter Kirchengeschichte befasst sich in in den Studien zur Frankfurter Geschichte mit der Bedeutung zweier Gem├Ąldezyklen, die bis kurz vor der Zerst├Ârung Frankfurts im M├Ąrz 1944 an ├╝bereinanderliegenden Emporen der evangelischen Hauptkirche St. Katharinen, an der Frankfurter Hauptwache zu sehen waren. F├╝r Frankfurt besitzen die Bilder einen besonderen theologischen und kunstgeschichtlichen Wert. Der renommierte, polnische Kunsthistoriker Jan Harasimowicz, Professor an der Universit├Ąt Wrociaw (Breslau) bezeichnet die Emporenmalerei aus St. Katharinen als ÔÇ×eins der wertvollsten Denkm├Ąler protestantischer Kirchenkunst der 2. H├Ąlfte des 17. Jahrhunderts".
Die Gem├Ąlde stammen von f├╝nf Frankfurter Malern. Als Vorlage dienten zum gro├čen Teil Kupferstiche von Matth├Ąus Merian d. ├ä. aus der sogenannten ÔÇ×Merianbibel" von 1630, daneben Allegorien aus Andachtsb├╝chern des Rostocker Theologen Heinrich M├╝ller und des Amsterdamer Jesuiten Hermann Hugo. Au├čerdem fanden Embleme Verwendung, Darstellungen des allt├Ąglichen Leben zur gezielten Hervorhebung bestimmter Bildaussagen, gleicherma├čen als ein ÔÇ×Fingerzeig", besonders f├╝r diejenigen, die des Lesens unkundig waren: u. a. gepfropfter Baum, Muschel, Bienenkorb, ├ährenfeld oder Entwicklungsstadien von Seidenraupen. Bemerkenswert f├╝r das 17. Jahrhundert ist die Verwendung technischer Darstellungen als Embleme in religi├Âsen Bildern wie Kompass, Waage, Taschenuhr, Fernrohr, durch das ein Auge schaut, oder eine Lupe, mit Hilfe derer die Sonne ein Feuer entfacht. Au├čerordentlich erstaunlich ist, dass die dargestellten Embleme, erstmals 1679 in Riga erschienen, bereits weniger als zwei Jahre sp├Ąter in der St. Katharinenkirche in Frankfurt k├╝nstlerische Verwendung fanden.
Ausf├╝hrlich dargestellt werden Vita und Wirken der M├Ąnner, deren k├╝nstlerische oder religi├Âses Wirken f├╝r die Gestaltung der Emporenzyklen bedeutsam war. Eine W├╝rdigung des Lebens uns Schaffens der f├╝nf Frankfurter Maler sowie eine Dokumentation de 80 Emporenbilder und eine Rekonstruktion des einstigen Deckengem├Ąldes. Au├čerdem werden exemplarische Parallelen protestantischer Emporenmalerei in Deutschland erl├Ąutert, unter besonderer Beachtung der Dreifaltigkeitskirchen in Speyer und Worms, die im Zweiten Weltkrieg zerst├Ârt wurden. Literaturverzeichnis und Register erg├Ąnzen die Studien.
3.7.2009
Gabriele Klempert
Proescholdt, Joachim: Emporenmalerei aus St. Katharinen. Ein Frankfurter Kleinod. Hrsg.: Brockhoff, Evelyn. 446 S., 137 sw. u. 81 fb. Abb. 24 x 17 cm. Gb Waldemar Kramer, Frankfurt 2007. EUR 34,80
ISBN 3-7829-0569-5
 
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