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WASMUTH & ZOHLEN

 
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das radikale projekt der modernen architektur. Brenner, Klaus Theo. 2017. 168 S. 8 Abb. 17 x 13 cm. EUR 19,80. ISBN: 978-3-8030-0820-6 WASMUTH & ZOHLEN
Das Buch „das radikale projekt der modernen architektur“ thematisiert die Architektur der Stadt vor dem Hintergrund ihrer historischen Entwicklung im Rahmen der Entwurfstheorie der Moderne. Klaus Theo Brenner entwickelt einen entwurflichen Diskurs, der sich distanziert von zwei Tendenzen aktueller Architekturdebatten: Einmal der banalen Form des Historismus und zum Anderen – und im Gegensatz dazu – einem Modernismus, der sich im modischen Designobjekt erschöpft. In diesem Buch geht es um ein Stück Aufklärung, basierend auf der These, dass die moderne Architektur in einem permanenten Transformationsprozess im Sinne der Aktualisierung geschichtlicher Themen der Stadtarchitektur steht.
Akten der Tagung in Toledo vom 24. bis 25. September 2009. Actas del coloquio de Toledo del 24 al 25 de septiembre de 2009. Iberia Archaeologica (19). Herausgegeben von Schattner, Thomas G.; Herausgegeben von Valdés Fernandéz, Fernando. Wasserversorgung in Toledo und Wissensvermittlung von der Antike ins Mittelalter. El suministro de agua a Toledo y el saber hidráulico durante la Antigüedad y la Edad Media. Dtsch; Span. 2017. 388 S. 249 z.T. fb. Abb. 30 x 21 cm. Gb. EUR 95,00. ISBN: 978-3-8030-0245-7 WASMUTH & ZOHLEN
Seit über zehn Jahren widmet sich die Madrider Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts im Verein mit der Diputación de Toledo sowie der Real Fundación de Toledo immer wieder gemeinsam den Themen dieser Stadt, die sich dadurch auszeichnet, dass sie stets Hauptstadt und "regia sedes" gewesen ist. Nach Stadttoren (Iberia Archaeologica 8, 2006) und Spolien (Iberia Archaeologica 12, 2009) stand das Thema Wasserwirtschaft im Fokus der Tagung, deren Akten hier vorgelegt werden und die unter namhafter Beteiligung der Deutschen Wasserhistorischen Gesellschaft (DwhG) und der entsprechenden Fachleute international organisiert wurde.
Toledo besitzt nicht nur eine der wenigen römischen Hochdruckleitungen auf der Iberischen Halbinsel, das römische System mit Wasserverteilern im Stadtgebiet funktionierte noch bis ins 14. Jahrhundert. – Stets wird die vorgefundene römische Bausubstanz der hispanisch-westgotischen Städte weiter verwendet genutzt, repariert, instand gesetzt, stets wird versucht, das Bestehende zu nutzen. Dabei muss das Wissen um das Wasser weitergegeben werden. Die Wissensvermittlung kann auf zwei Wegen erfolgen: über den der praktischen Weitergabe wie etwa über Meister-Gesellen-Verbindungen in der Form des stillen, impliziten oder Alltagswissens oder über den Weg der theoretischen Weitergabe diskursiven Wissens sowie auch über Bücherwissen. Dem entsprechend ist auch die Tagung aufgebaut. In einem ersten Teil wird ingenieurtechnisch gezeigt, was an Wissen vorhanden ist, und anhand von Fallbeispielen verfolgt, wie dieses Wissen im Verlauf der Zeit verschiedentlich angewendet wird. In einem zweiten, kleineren Teil wird die Vermittlung des diskursiven bzw. des Bücherwissens betrachtet. Dabei wird der erste Teil regional gestaffelt – eine methodische Vorgehensweise, welche die Tagungen in Toledo insgesamt auszeichnet. Mit Beiträgen von E. Andrés Díaz, F. Aranda Gutiérrez, M. Arenillas, M. Barahona, R. Barroso Cabrera, A. Becchi, J. Carrobles Santos, P. Cressier, W. Eck, H. Fahlbusch, P. Keilholz, A. León, J. Mangas Manjarrés, J. Morín de Pablos, J. F. Murillo, C. P. I. Ohlig, A. Orejas, Y. Peleg (†), M. E. Polo García, S. Rodríguez Montero, J. L. Sánchez Carcaboso, B. Sasse, Th. G. Schattner, H. Schneider, T. Tsuk, C. Varona, F. Valdés Fernández, B. Vogt, K. Wellbrock.
Dienstbarkeitsarchitekturen. Zwischen Service-Korridor und Ambient Intelligence. Hrsg.: Krajewski, Markus; Meerhoff, Jasmin; Trüby, Stephan; Beitr.: Balke, Friedrich; Eigler, Ulrich; Gleich, Moritz; Günzel, Stephan; Lämmle, Rebecca; Mader-Kratky, Anna; Marshall, Kate; Neubert, Christoph; Osadtschy, Olga; Potthast, Jörg; Ruhl, Carsten; Schürer, Oliver; Termeer, Marcus; Trüby, Stephan. 2017. 464 S. 89 Abb. 23 x 16 cm. Gb. EUR 35,00. ISBN: 978-3-8030-0817-6 WASMUTH & ZOHLEN
Kein König kommt ohne Hofstaat aus, kein Herr ohne Dienerschaft – und doch ist neben dem Konzept der Herrschaftsarchitektur die Analyse einer Dienstbarkeitsarchitektur bis dato weitestgehend vernachlässigt geblieben. Das Buch bietet verschiedene Blicke hinter die Kulissen der Macht und in die dort vorhandenen Service-Konstellationen, die durch architektonische Einrichtungen ermöglicht werden. Dabei wird ein historischer und interdisziplinärer Bogen von den antiken römischen Villen über die dienstleistende Funktion von Korridoren, die „smart homes“ der Gegenwart bis zum Begriff der Architektur in der Softwareentwicklung geschlagen.
Im Fokus steht die Frage, in welcher Weise Raum, Medien und "user" in einem Dienstverhältnis zueinanderstehen und wie sich dieses jeweils neu konfiguriert. Versammelt sind in diesem Buch kunst- und architekturhistorische, soziologische sowie kultur- und medienwissenschaftliche Beiträge. Neben konkreten Bauten wie der Wiener Hofburg und den Houses of Parliament sind auch Krankenhauskorridore und Flughafenterrassen Gegenstand der einzelnen Studien. Literarische Beispiele – aus den Erzählungen Franz Kafkas, C.P. Snows "Corridors of Power" und Petrons "Satyrica" – finden ebenso Berücksichtigung wie die künstlerische Arbeit von Allen Wexler oder die Gestaltung von Tunneln im Computerspiel. Eine Diskussion der Architektur der Gegenwart und Zukunft bieten Analysen zur Ambient Intelligence, zur Renaissance des Dienstpersonals und zum Design digitaler Dienstbarkeit.
Istanbuler Mitteilungen 66, 2016. Hrsg.: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul; Pirson, Felix. 2017. 366 S. zahlr. Abb. 26 x 19 cm. Leinen. EUR 35,00. ISBN: 978-3-8030-1657-7 WASMUTH & ZOHLEN
Die Beiträge der Istanbuler Mitteilungen (ISSN 0341-9142) widmen sich Einzelaspekten der Forschungstätigkeit des Deutschen Archäologischen Instituts in der Türkei. Die Aufsätze befassen sich eingehend mit der Geschichte des Gastlandes bis in die osmanische Zeit und schließen archäologische Ausgrabungsberichte ein.
Inhalt des 66. Bandes: Felix Pirson, Dorothea Roos: In Memoriam Martin Bachmann – Adolf Hoffmann: In Memoriam Arzu Ă–ztĂĽrk – Gunnar Brands: Kastalia und Pallas. Zum Megalopsychia-Mosaik aus Daphne – Marco Galli: Die Statuen der Demeter und Kore-Persephone im Theater von Hierapolis – Stefan Giese, Philipp Niewöhner: Das frĂĽhbyzantinische Landhaus von Kirse Yanı in Karien – Kazuma Hashimoto, Kazumi Yokoyama, Izumi Nakai, Untersuchungen zur Herkunft von Keramik aus Boğazköy, mittels Schwermineralanalysen – Ibrahim Hakan Mert: Ein Figuralkapitell aus Konya – Alexandra Ch. J. von Miller: Korinthisierende Kotylen in Ephesos. Ein Fallbeispiel zur ionischen Gefäßproduktion nach korinthischem Vorbild im späten 8. und frĂĽhen 7. Jahrhundert v. Chr – Diana Y. Ng: Ein kunstvolles Argument. Ă–ffentliche Statuenprogramme als Instrumente städtischer Konkurrenz im kaiserzeitlichen Perge und Pamphylien – Kurzmitteilung: Burkhard Emme: Die Chronologie des Dionysos-Heiligtums von Milet
Gipse. Historische Abformungen und Modelle von Architekturgliedern und Baudekor in der Sammlung des Fachgebiets Baugeschichte am Karlsruher Institut fĂĽr Technologie. Beitr.: Roos, Dorothea; Fotos: Seeland, Bernd; Hrsg.: Roos, Dorothea. 2017. 140 S. 180 meist fb. Abb. 30 x 21 cm. Pb. EUR 29,80. ISBN: 978-3-8030-4033-6 WASMUTH & ZOHLEN
In der Sammlung des Fachgebiets Baugeschichte am Karlsruher Institut für Technologie befinden sich 53 historische, zu großen Teilen aus dem späten 19. Jahrhundert stammende Gipsabformungen und -modelle von bekannten antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Architekturgliedern und Baudekor. Bis in die 1930er-Jahre dienten die Gipse als Studienobjekte und Zeichenvorlagen in der Architektenausbildung, sie waren lange Zeit ein wesentlicher Teil der Lehrmittelsammlung der Fakultät für Architektur.
Der wertvolle Bestand ist hier nun erstmals dokumentarisch erfasst. Alle Gipse wurden fotografiert, vermessen und einer gründlichen Autopsie unterzogen, so dass ihre Identifizierung möglich war. Beschrieben werden zudem die Sammlungsgeschichte und Provenienz der Gipse.
Islamische MĂĽnzen. Sylloge Numorum Arabicorum TĂĽbingen. Younis, Mohammad. III Egypt. Engl. 2017. 92 S. 37 MĂĽnztafeln. 38 x 29 cm. EUR 69,00. ISBN: 978-3-8030-1108-4 WASMUTH & ZOHLEN
Mit über 44000 islamischen Münzen besitzt die Universität Tübingen eine der bedeutendsten Sammlungen zum Thema überhaupt. In einem Bildkatalog über mehr als 30, in jeweils mehrere Hefte aufgeteilten Bänden soll sie dokumentiert und kommentiert werden. Das vorliegende Heft behandelt den ägyptischen Kulturraum.
Kapitalströmung. Hrsg.: Kube Ventura, Holger; Stiftung Kunsthalle Tübingen; Beitr.: Kube Ventura, Holger; Hartel, Zita. 2017. 96 S. 70 meist fb. Abb. 26 x 19 cm. Pb. EUR 16,80. ISBN: 978-3-8030-3389-5 WASMUTH & ZOHLEN
Vielleicht sind es im Kern Kapitalströme, die heute jeden Wandel der Welt bestimmen – nicht nur in Wirtschaft und Politik, sondern auch mit Blick auf soziale, kulturelle oder ökologische Entwicklungen. Durch die zunehmende Globalisierung der Märkte ist der Import und Export von Kapital (Geld, Güter, Menschen, Wissen etc.) zu einer scheinbar zwangsläufigen Notwendigkeit geworden. Mit welchen Bildern lassen sich zugehörige symptomatische Phänomene darstellen? Die vorliegende Publikation dokumentiert die Ausstellung KAPITALSTRÖMUNG in der Kunsthalle Tübingen (11. März bis 11. Juni 2017).
Markus Merkle. Unit. Konzeption von Merkle, Markus; Beitr.: Gögger, Christian; Rogers Morris, Sarah. Engl.; Dtsch. 2017. 104 S. zahlr., teils fb. Abb. 25 x 19 cm. Engl. Br. EUR 24,90. ISBN: 978-3-8030-3388-8 WASMUTH & ZOHLEN
Markus Merkle (geb. 1975) studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste München Bildhauerei und arbeitet hauptsächlich skulptural, aber auch auf Papier oder mit digitalen Medien. Für ihn kennzeichnend ist die Verwendung einfacher Grundformen, die in ihrer Wiederholung und unter Einbeziehung des Zufallsprinzips das einzelne Werk zu einem singulären Ereignis innerhalb einer gleichartigen Reihe werden lassen. Grundsätzlich bestimmt die Arbeiten Markus Merkles eine Tendenz zum Flüchtigen, das Hauptaugenmerk liegt auf unterschiedlichen Zuständen von Balance.
Das Katalogbuch „Unit“ erscheint zur Ausstellung „Far in Between“ im Galerieverein Leonberg (22. Januar bis 5. März 2017) und anlässlich der Verleihung des Hannes Burgdorf-Preises an den Künstler. Mit diesem werden vom Stifter in Zusammenarbeit mit dem Galerieverein Leonberg e.V. und der Stadt Leonberg zeitgenössische Künstler/innen ausgezeichnet, die eigenständig und wegweisend mit Arbeiten der abstrakten Kunst hervortreten.
Testfall der Moderne. Diskurs und Transfer im Schulbau der 1950er Jahre. Renz, Kerstin. 2017. 380 S. zahlr. Abb. 24 x 17 cm. Engl. Br. EUR 45,00. ISBN: 978-3-8030-0816-9 WASMUTH & ZOHLEN
Kaum eine Bauaufgabe wurde nach 1945 in Deutschland so sehr von Erwartungen an einen demokratischen Neubeginn begleitet wie das Schulhaus. Die Architektur und der Standort der Schule im städtebaulichen Kontext standen im Fokus der Pädagogen, der Lokalpolitik und nicht zuletzt der Architekten. Ein zentrales Thema der modernen Architektur, die Geschichte der „Neuen Schule“ für den „Neuen Menschen“, schien sich zu wiederholen. Dieses Mal allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: Waren in den 1920er und 1930er Jahren die Impulse für die Schulbaumoderne vor allem von Deutschland und der Schweiz ausgegangen, verfolgten nun die Besatzungsmächte ihre jeweils eigene Vorstellung von der idealen Schule. Die Architektur der Schule wurde in diesen Jahren zum Testfall der Moderne.
Die Architekturhistorikerin Kerstin Renz öffnet mit diesem Buch ein spannendes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Das Bauen von Schulen war in der jungen Bundesrepublik eine dringende Notwendigkeit und zugleich ein Politikum. Ging es nach einzelnen Reformern, sollte aus der Neuen Schule die New School werden, deren leichte Architekturen im Grünen für den Frieden, für Demokratie und ein neues, supranationales Gesellschaftsverständnis stehen sollten. In der Auseinandersetzung um die ideale Schule standen sich Erfahrung und Experiment, eingeübte Baupraxis und Reformbereitschaft nicht selten unversöhnlich gegenüber. Die Autorin zeigt anhand zahlreicher Schularchitekturen der 1950er Jahre, wie unterschiedlich der Begriff der „Schulbaureform“ ausgelegt wurde und wie Diskurs und Ideentransfer die Baupraxis beeinflussten.
Stadtplanerische und städtebauliche Leitbilder seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Überblick. Jonas, Carsten. 2017. 328 S. zahlr. Abb. 22 x 17 cm. Pb. EUR 24,80. ISBN: 978-3-8030-0812-1 WASMUTH & ZOHLEN
Berlinkontinuum. Dreihundert Jahre Stadtarchitektur in Berlin. Meisse, Maximilian. Fotograf Meisse, Maximilian; EinfĂĽhrung von Tubessing, Markus. Engl.; Dtsch. 2016. 96 S. 54 fb. Abb. 29 x 25 cm. Gb. EUR 29,80. ISBN: 978-3-8030-0818-3 WASMUTH & ZOHLEN
Ein Berlinkontinuum zu entwerfen ist gewiss eine Utopie, in Meisses Bildern aber wird sie konkret. Denn er zeigt uns nicht die Metapher einer Stadt, sondern ein Berlin, in dem Menschen wohnen, arbeiten, leben und genießen. Meisse zeigt uns: Berlinkontinuum, längst wird es wieder real.
Tesfaye Urgessa. Fremdkörper. Hrsg.: Schacher – Raum für Kunst; Beitr.: Schacher, Marko; Urgessa, Tesfaye. Engl.; Dtsch. 2016. 124 S. 112 fb. Abb. 30 x 21 cm. Pb. EUR 19,80. ISBN: 978-3-8030-3387-1 WASMUTH & ZOHLEN
Der anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Stuttgarter Galerie „Schacher – Raum für Kunst“ erschienene Katalog gleicht einem Werksverzeichnis des 1983 in Addis Abeba, Äthiopien, geborenen Künstlers. Neben allen zwischen 2009 und 2016 entstandenen Ölgemälden ist eine repräsentative Auswahl der zeitgleich gemalten und gezeichneten Arbeiten auf Papier abgebildet – ausgeführt mit Graphit, Lack, Ölpastell, Kohle, teils als übermalte Monotypien.
2009 aus Äthiopien nach Deutschland gekommen, weiß Tesfaye Urgessa, wie es ist, sich fremd und unter Beobachtung zu fühlen. In seinen gleichermaßen surreal wie sinnlich anmutenden Gemälden greift er eigene biografische Erfahrungen auf und präsentiert buchstäblich vielschichtige Körper- und Möbelfragmente. Die unmittelbare Umgebung der Figuren bleibt immer unklar. Oft erinnert die Innenarchitektur an Wartezimmer, Hotel-Interieurs oder Peepshow-Bühnen.
Urgessas Protagonisten wirken verletzlich, aber gleichzeitig selbstbewusst. Unbekleidet, unseren Blicken ausgesetzt, offenbaren sie uns die ihr Innenleben. Haben wir noch die Beobachtungs-Hoheit oder werden wir selbst beobachtet? Requisiten und integrierte Kommentare wie „lost and never found“ laden die Bilder narrativ auf.
Es geht dem Künstler nicht darum, gesehene und erlebte Situationen und Personen adäquat eins zu eins abzubilden, sondern um das Aufgreifen und Weiterausarbeiten eines Gefühls oder einer Begegnung. Konkrete Formen wie Möbel und Lampen und abstrakte Formsplitter sind zusammen mit den Figuren in einen reizvollen Dialog gesetzt. Verschiedene Perspektiven und Körper-Torsi sind zum unrealistischen, aber ästhetischen Ensemble vereint.
“Mich interessiert die psychische Verfassung des Menschen, wie sie sich in Beziehung zu politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen herausbildet. Daher sind die Figuren die wichtigsten Elemente meiner Bilder. Sie sind eine Art Sprache, ein Gedanke, verkörpert in menschlichem Fleisch.“ (Tesfaye Urgessa)
ATMOS. Marlis Albrecht. Dtsch/Engl. Hrsg.: Sedler, Irmgard. Beitr.: Mildenberger, Hermann; Sedler, Irmgard. Interviewer Schmidt, Heidi. 2016. 96 S., 71 fb. Abb. 30 x 24 cm. Gb. EUR 28,00 ISBN: 978-3-8030-3386-4 WASMUTH & ZOHLEN
„Ich möchte nicht den Wald oder die Menschen malen, sondern vielmehr das Geheimnis, das sie umgibt.“ Die Aussage der 1956 geborenen Marlis Albrecht formuliert eine künstlerische Position, die auf den magischen Gehalt des Kunstaktes und des Kunstobjektes rekurriert. Denn gute Kunst, die die Zeiten überdauert, verrät nie ihr letztes Geheimnis.
In diesem Kontext ist es kein Zufall, dass die Künstlerin auf das Wachs als Gestaltungsmaterial zurückgreift, da dessen Eigenschaften und ästhetische Wirkung ebenso wenig erschöpfend zu erklären sind, wie das Wesen der Malerei selbst.
Der Katalog zu der Ausstellung im Kleihues-Bau vereint Werke aus der jüngsten, die letzten zwei Jahre umfassenden Schaffensperiode von Marlis Albrecht. Thematisch fokussiert auf die zwei schon erwähnten Bereiche – das menschliche Antlitz und der Wald, beides Symbole unergründlicher Natur –, bewegt sich die Künstlerin noch im Bereich des Figurativen, wobei sie gekonnt den Bogen zwischen vermeintlicher Realitätsspiegelung und purer Imagination spannt.
Die malerische Umsetzung einer Idee, die sich in der untersten Wachsschichtung konturiert, um sich dann im fortschreitenden Malprozess behutsam bis an die Oberfläche zu „vertiefen“, lässt ein solches Werk lebendig und offen bleiben. Es wirkt auf den Betrachter auf entrückte Weise poetisch-lyrisch. Ob sensualistisches Landschaftserlebnis oder verrätseltes Antlitz – Marlis Albrechts Arbeiten wenden sich einem zutiefst romantisch geprägten Weltverständnis als zeitgemäß neu zu definierendes künstlerisches Paradigma zu. Der Katalog zur Ausstellung von Arbeiten der Künstlerin im Museum im Kleihues-Bau, Kornwestheim, vom 7. Oktober 2016 bis 5. Februar 2017 veranschaulicht dieses eindrucksvoll.
Gestaltete Sehnsucht. Reiseplakate um 1900. Hrsg.: Haas, Mechthild; Hessisches Landesmuseum Darmstadt; Dossi, Davide. 2016. 104 S., 65 fb. Abb. 30 x 24 cm. Engl. Br. EUR 24,00 ISBN: 978-3-8030-3385-7 WASMUTH & ZOHLEN
Um 1900 stand der Massentourismus noch am Anfang, der Wettstreit um Gäste hatte aber schon begonnen. So versuchten die Werbetreibenden das Besondere der jeweiligen Region ins rechte Bild zu rücken: Großflächig, in kräftigen Farben und schwungvollen Konturen werben Reiseplakate für den Urlaub in den Bergen mit Wandern oder Skifahren. Kurbäder locken mit ihren mondänen Hotelanlagen, jodhaltigem Wasser und gesunder Luft. Städte inszenieren ihre Wahrzeichen. Moderne Fortbewegungsmittel und die Motorisierung werden Thema, etwa bei geselligen Radtouren, bequemen Zugfahrten oder dem schnellen Automobil. Bergbahnen und Rundflüge versprechen neue Perspektiven. Reiseveranstalter bieten Weltreisen in Luftschiffen oder auf Luxusdampfern. Reizvoll sind außerdem die historischen Details auf den Reklametafeln für Mode, Reiseutensilien, Wander- oder Ski-Ausrüstungen.
Das Katalogbuch präsentiert 40 solcher Plakate zum Thema Reisen aus der Graphischen Sammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und bespricht sie ausführlich. Es dokumentiert damit nicht nur die Entwicklung des modernen Plakats von seinen Anfängen in den 1880er Jahren bis zur Weimarer Republik, sondern liefert auch eine spannende kulturgeschichtliche Zeitreise. In der Auswahl sind berühmte Pioniere des Genres wie Jules Chéret, Alphonse Mucha, Lucian Bernhard, Edmund Edel, Ludwig Hohlwein, Carl Kunst oder Julius Klinger vertreten. Daneben sind aber auch seltene oder noch nie publizierte Beispiele bislang unbeachteter Plakatkünstler zu entdecken. Mit seinen großformatig abgedruckten Plakaten bietet das Buch ein Fest für die Augen und entführt seine Leser zu den Sehnsuchtsorten vergangener Zeiten.
Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt vom 27. Oktober 2016 bis 22. Januar 2017.
ARCHITEKTUR RAUM THEORIE. Eine kommentierte Anthologie. Hrsg.: Denk, Andreas; Schröder, Uwe; Schützeichel, Rainer. Mitwirkung Schreiner, Christopher. 2016. 752 S. 22 x 16 cm. Gb. EUR 39,90 CHF 41,10 ISBN: 978-3-8030-0774-2 WASMUTH & ZOHLEN
Die vorliegende Anthologie unternimmt ausgehend von einer historischen Betrachtung den Versuch einer Verständigung über die grundsätzliche Auffassung, die Bedeutung und den Zusammenhang von Raum, Räumen und Räumlichkeit und eine daraus hervorgehende Gestaltung von Architektur und Stadt. Die ausgewählten Texte spannen einen Bogen der Begriffsgeschichte des architektonischen Raumes, doch lässt sich jeder Text dieser Anthologie auch separat lesen. Jeder Quellentext ist mit einem kurzen Kommentar versehen, der neben biographischen Hinweisen zum Autor die zentrale Idee des jeweiligen raumtheoretischen Konzepts umreißt, Hinweise auf Zusammenhänge mit anderen Disziplinen, auf Auswirkungen und Folgen, auf Vorbilder und Nachahmer gibt sowie eine kontextuelle Einordnung der jeweiligen Raumtheorie leistet.
Mit Texten von: Marc Augé • Leo Adler • Gaston Bachelard • Franz Xaver Baier • Gernot Böhme • Otto Friedrich Bollnow • Philippe Boudon • Albert Erich Brinckmann • Hermann Cohen • Theo van Doesburg • Karlfried von Dürckheim • Gustav Ebe • Peter Eisenman • August Endell • Christoph Feldtkeller • Michel Foucault • Paul Frankl • Dagobert Frey • Jean Gebser • Sigfried Giedion • Erwin Anton Gutkind • Martin Heidegger • Adolf Hildebrand • Otto Karow • Rem Koolhaas • Rob Krier • Dom Hans van der Laan • Henri Lefèbvre • Daniel Libeskind • Theodor Lipps • El Lissitzky • Martina Löw • Adolf Loos • Richard Lucae • Wolfgang Meienheimer • Maurice Merleau-Ponty • László Moholy-Nagy • Richard Neutra • Christian Norberg-Schulz • Friedrich Ostendorf • August Schmarsow • Hermann Schmitz • Fritz Schumacher • Martin Seel • Gottfried Semper • Georg Simmel • Camillo Sitte • Peter Sloterdijk • Herman Sörgel • Leopold Ziegler • Paul Zucker
Florian Baudrexel. Gelächter von außen. Hrsg.: Christian Malycha für den Kunstverein Reutlingen Texte: Annette Hans, Christian Malycha, Jan Wagner. Dtsch, Engl. 2016. 72 S., 42 z. T. fb. Abb. 30 x 24 cm. Pb. EUR 16,30 ISBN: 978-3-8030-3381-9 WASMUTH & ZOHLEN
Florian Baudrexels Reutlinger Ausstellung eröffnet ein weites Bezugsfeld, das große Wandreliefe, skulpturale Prototypen, Einbauten, Möbel und einen digital collagierten ´Bildteppich´ in modellhaften Raumsituationen miteinander verschränkt. Geradezu kaleidoskopisch spannt sich das Gewebe der Ausstellung von Kurt Schwitters Raumfantasien und dem Expressionistischen Film – beispielsweise schuf der Bildhauer Rudolf Belling 1914 den "Golem"“ für Paul Wegener – bis zu den form- und gestaltwandelnden Robotern in Michael Bays "Transformers" (2007).
Wie die Dichtung eigentlich alltägliche Worte aus ihrem angestammten Gebrauch herausnimmt, sie entformelt und in einen neuen Zusammenhang stellt, macht Baudrexel seine Gegenstände frei von ihrer dienenden Funktionalität und versetzt sie wieder in einen materiell rohen Bedeutungszustand. In seinem unvoreingenommenen Formungsprozess verschweigen diese ungeprägten Elemente ihre Herkunft zwar nicht, doch stoßen sie sich mit beträchtlichem Eigensinn von ihr ab und erlangen so eine beschwingte Anstößigkeit.
Sehnsuchtsfels Mallorca. Porträt einer Insel. Kerner, Charlotte; Fotos: Doehring, Anja. 2016. 160 S., 120 z. T. fb. Abb., 29 x 20 cm. Gb. EUR 34,00 CHF 35,00 ISBN: 978-3-8030-3379-6 WASMUTH & ZOHLEN
Liebevoll nennen die Mallorquiner ihre Heimat sa Roqueta, „unser Fels“ – wohl auch, weil die größte Baleareninsel jedes Jahr dem Ansturm von Millionen Touristen standhält und sich seit Jahrzehnten dabei ihre Schönheit und mallorquinische Eigenart bewahren kann. Die Menschen aus dem Norden haben viele Sehnsüchte im Gepäck, wenn sie auf diese Mittelmeerinsel reisen, auf der nicht nur „die Zitronen blühn“. Mallorca hat eine spannende, nicht immer sonnige Geschichte und fern der vollen Strände viele Gesichter, und zwar zu jeder Jahreszeit. Die Insel ist ruhig und überdreht, lieblich und schroff, steinig und heilig, dunkel und sonnig, kommerzialisiert und magisch, betäubend und anregend.
Die Fotografin Anja Doehring und die Schriftstellerin Charlotte Kerner, die beide seit vielen Jahren die beliebteste Ferieninsel Europas besuchen, zeichnen in einem Dialog von Wort und Bild ein ungewöhnliches, vielstimmiges und vielschichtiges Porträt der Illa Mallorca als „Sehnsuchtsfels“.
Ein sehr persönliches Buch, das Mallorca-Freunde und Mallorca-Verweigerer gleichermaßen überraschen wird.
Dunkel`s Freiheit. Joachim Dunkel. Texte zu Leben und Werk. 2016. 320 S., zahlr. fb. Abb. 15 x 25 cm. Gb. EUR 29,80 ISBN: 978-3-8030-3380-2 WASMUTH & ZOHLEN
30 Autoren aus drei Generationen erinnern an den Bildhauer, Zeichner und Holzschneider Joachim Dunkel (1925 – Berlin – 2002). Dabei nähern sie sich der Person und ihrem Wirken entweder im Rückblick als Zeitzeugen oder sie stellen Werke und Werkgruppen in den Fokus ihrer aktuellen Betrachtung. Mehr als 300 Abbildungen dokumentieren die Aktivitäten des Künstlers exemplarisch, darunter seine Partizipation an "Kunst am Bau"- Projekten, von den Großplastiken in der Scharoun- Siedlung Charlottenburg-Nord ab 1959 bis zu "Europa und der Stier" 1996/97 im Gewerbezentrum Pankow. Sein Engagement bei verschiedenen Bildhauer-Initiativen wie "Plastik 71", dem Verein im Westteil Berlins, ist hier erstmals chronologisch erfasst und in der Außenwirkung beschrieben. Das Bedürfnis der Inselberliner, sich Freiräume auswärts zu schaffen, tritt in den Dunkel´schen Skizzenbüchern und Landschaftszeichnungen aus der Franche Comté vor Augen. Und die Bemühungen der Halbstadt nach Weltgeltung zeigt sich am internationalen Musikpreis 1987/88, dessen "Berolina"- Trophäe in ihrer Entstehung nachgezeichnet wird. Recherchen zur Tätigkeit der Bildgießer und Photographen gestatten ein lebhaftes Bild über deren Zusammenarbeit mit dem Künstler. Da sein skulpturales Werk nicht nur Metallgüsse umfasst, geben einige Autoren Auskunft über Terrakotta und Gips als Endstufe, sowie über farbige Fassungen seiner Plastiken. Andere Autoren setzen sich mit der weiblichen Figur auseinander, dem Kardinalthema im Dunkel´schen Universum. Aus dem weiten Spektrum der Arbeiten auf Papier stehen Bildfindungen zum Minotaurus, zum Hubertushirsch, zu Fabeltieren und Zwischenwesen im Betrachtungsfeld.
In Fortsetzung von "Dunkel´s Geheimnis" (Sammelband I von 2010) reflektiert "Dunkel´s Freiheit" weitere Facetten seines verzweigten Künstlerlebens. Die Publikation macht erneut deutlich, dass Joachim Dunkel ein steter Referenzpunkt für Figuration und einer der wenigen Brückenbauer zwischen den Perioden, Orten und bildenden Künsten ist.
Hedwig Eberle. Hrsg.: Christian Malycha fĂĽr den Kunstverein Reutlingen. EinfĂĽhrung: Christian Malycha. Dtsch;Engl. 2016. 64 S., 30 meist fb. Abb. 30 x 24 cm. Pb. EUR 16,80 ISBN: 978-3-8030-3382-6 WASMUTH & ZOHLEN
FĂĽr ihre erste institutionelle Einzelausstellung hat Hedwig Eberles mit Aquarell, Gouache und Tusche einen Zyklus groĂźformatiger Papierarbeiten geschaffen. Ohne Glas gerahmt zeigt sich die lichthelle Farbe in aller Unmittelbarkeit. Offen flieĂźt oder steht sie auf den Papieren, ebenso zart wie heftig wird sie auf- oder ausgestrichen, gebĂĽndelt oder zerstreut.
Sie sind von allen Seiten her gemalt, so dass sie sich fast schon topografisch ausbreiten. Um diese immense Ausdehnung beieinander zu halten, sind die Bildkanten wie mit einem Rahmen ausdrücklich durch einen freigelassenen weißen Rand betont. Die expansive Farbigkeit ist freigestellt und gleichsam umso stärker in ihrer bildlichen Einheit gefasst.
Zudem bestehen die Bildfelder nicht aus einem Stück, sondern setzen sich aus mehreren, aneinander geklebten Einzelblättern zusammen. Das flüssige Aquarell läuft in die Zwischenräume und setzt sich in den Fugen ab, worauf sich das Papier wölbt und nach dem Trocknen eine rasterförmige Struktur ausbildet. Durch dieses Raster erhalten die Papierarbeiten eine unterschwellige geometrische Ordnung, die dem aufbrausenden Rausch der Farbe zugrunde liegt wie das Notationssystem mit seinen Höhen und Tiefen, Zäsuren und Intervallen der Musik.
Hedwig Eberle vereint diesen ordnenden Halt mit ihren gestischen Ausbrüchen. Ruhe und Bewegung fallen in eins. Das straffe Lineargerüst und der lockere Gestus steigern sich wechselseitig, denn „Struktur ohne Leben ist tot, aber Leben ohne Struktur ist nicht wahrzunehmen“, wie John Cage treffend bemerkte. Die Bildgeometrie gibt gewissermaßen den tragenden Takt, durch den hindurch sich die Farbklänge erst entfalten können.
Die Farbzüge als Gegenpol des rationalen Rasters sind darüber hinaus menschliche Gesten, die sich als Spuren der Hand oder als immaterielle Empfindungen und Erfahrungen der ungegenständlichen Bildordnung einschreiben. Bisweilen sind es sogar ganz buchstäbliche Körperfragmente, die an Fotografien aus Magazinen oder Zeitschriften erinnern könnten. Körper in den unterschiedlichsten Situationen und Posen. Jetzt aber aus einem durch und durch ornamentalen Gefühl für die Linie gedacht, die die Erscheinung in sich aufgenommen hat und sich selbst beschreibt.
Wohin dies führen mag, ist heute keineswegs entschieden oder abgeschlossen. Was Hedwig Eberle stattdessen offenbar macht, ist der Prozess des Ringens um Farbe und Form, um die eigene Malerei. Ein malerisches Zwiegespräch, das in Konzentration und Zerstreuung, unbewusster Auflösung und bewusstem Zur-Gestalt-Kommen auch uns Betrachter miteinbezieht. In aller Offenheit ist jede ihrer Gesten eine suchende, eine versuchende.
Bauen und Wohnen. Die Geschichte der Werkbundsiedlungen. Beitr.: Flagmeier, Renate; Hanisch, Ruth; Held, Bettina; Kromrei, Claudia; Nägelke, Hans-Dieter; Nicolai, Bernd; Schirren, Matthias; Stabenow, Jörg; Sonne, Wolfgang. 2016. 256 S., 200 z. T. fb. Abb., 25 x 17 cm. Gb. EUR 39,00 CHF 40,10 ISBN: 978-3-8030-0815-2 WASMUTH & ZOHLEN
Mit dem Projekt der Werkbundstadt Am Spreebord in Berlin stellt sich der Werkbund – fast einhundert Jahre nach Stuttgart-WeiĂźenhof – erneut der Frage nach der architektonisch angemessenen Form eines Wohnquartiers. FrĂĽhere Werkbundsiedlungen gelten längst als Wegmarken der Architekturgeschichte. Als experimentelle Wohnsiedlungen mit Muster- und Vorbildcharakter wurden sie seit den späten 1920er-Jahren vor allem im deutschsprachigen Raum bzw. in dessen unmittelbarer Nachbarschaft realisiert, um modellhafte Antworten auf die drängende Frage nach einem zeitgemäßen Wohnen und Bauen zu finden. Mit der berĂĽhmten WeiĂźenhof-Siedlung (1925–1927) in Stuttgart, der BrĂĽnner Kolonie "NovĂ˝ Dům" (1927/28), der Siedlung GrĂĽneiche in Breslau (1927–29) sowie den Werkbundsiedlungen in ZĂĽrich-Wollishofen (1928–1932), Prag (1928–1932) und Wien-Lainz (1929–1932) entspricht ihre geografische Verbreitung der Verbreitung des Werkbund-Gedankens in Europa. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg und dann schon im Zeichen der Postmoderne hat man wieder den Titel einer "Werkbundsiedlung" beansprucht. Gebaut wurden mit dem "Dörfle" in Karlsruhe (1978–1992) und der Werkbundsiedlung Am Ruhrufer in Oberhausen-Alstaden (1984–1989) allerdings nur zwei der zahlreichen Planungen.
Die umfangreiche Publikation zur gleichnamigen Ausstellung zeigt den Weg von der Werkbundsiedlung zur Werkbundstadt. In ihrem Katalogteil dokumentiert sie realisierte und nicht realisierte Werkbundsiedlungen sowie – mit dem Niederrheinische Dorf auf der Kölner Werkbundausstellung von 1913–1914 und der Gartenstadt Dresden-Hellerau (1906–1913), deren Entstehung mit der Gründung des Werkbunds vielfach verbunden war – zwei ihre Vorläufer. Im Essayteil erörtern namhafte Architekturhistoriker u.a. die Entstehungsbedingungen und Vorstufen der Mustersiedlungsprojekte des Werkbunds, das Spezifische ihres städtebaulichen Erscheinungsbildes und ihre Rezeption. Eine Fotodokumentation des Berliner Fotografen Martin Tervoort zeigt den heutigen Zustand ihrer Bauten.
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