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WASMUTH & ZOHLEN

 
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MARIPOSA. Zauber eines Gartens. Magic Garden. JardĂ­n Encantado. Hrsg.: Hans-JĂŒrgen MĂŒller. Text: Raimund Kast. Fotos: Evi und Uli H. Mayer, Helga MĂŒller u.a. dtsch/ engl./ Span. 224 S., zahlr. fb. Abb., 28,5 x 30 cm. Gb. mit Schutzumschlag. EUR 56,– ISBN: 978-3-8030-3323-9 WASMUTH & ZOHLEN
Ein Leben lang waren Helga und Hans-JĂŒrgen MĂŒller Partner von KĂŒnstlern und durften Zeuge sein und beobachten, wie bedeutende Kunstwerke entstanden, sie konnten mitverfolgen, wie sich Menschen durch Kunst verĂ€nderten und ihre WahrnehmungsfĂ€higkeit zu verfeinern wussten. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass mit der Zeit bei ihnen der Wunsch reifte, sich auch selbst einmal als Gestalter zu versuchen. Der Bildband zeigt, was man als ehemaliger Galerist zu schaffen imstande ist, wenn die eigene Erfahrung mit Kunst und KĂŒnstlern behutsam auf einem StĂŒck Land umgesetzt wird, auf dem die Natur außer Felsen, Kakteen, WolfsmilchgewĂ€chsen und einigen Palmen nichts Sehenswertes zugelassen hatte.
Alles, was auf dem 20.000 qm großen GelĂ€nde seit 1993 vom Ehepaar MĂŒller und zahlreichen befreundeten KĂŒnstler/innen gebaut wurde, verdankt seine Form dem GefĂŒhl, dem Betrachten, der Imagination. PlĂ€ne, Zeichnungen, Skizzen störten eher die angestrebte Harmonie, als dass sie nĂŒtzten. Wann immer es möglich war, wurden Materialien der Insel verwendet. Doch kamen auch zerbrochene Dachziegel, Tonscherben, Marmorbruch, gebrauchte Blechdosen oder Kiefernnadeln zum Einsatz. Als Krönung des Ganzen entstanden Skulpturen, die gleichberechtigt neben kunstgewerblichen Arbeiten von der schöpferischen Kraft des Menschen zeugen. Geschaffen wurde so ein Ort der Schönheit, der seine Besucher verzaubert. Dostojewskis Behauptung, dass Schönheit die Welt erlöse – sie wird auf MARIPOSA nachvollziehbar.
Martin Roemers. Trabant. Die letzten Tage der Produktion. The Final Days of Production. Dtsch/Engl. 84 S., 41 Abb. in Duoton. 22 x 24 cm, Gb. EUR 19,80 ISBN: 978-3-8030-3324-6 WASMUTH & ZOHLEN
In den Zeiten der Wende war schnell klar, dass viele der alten Industriebetriebe in der DDR schließen wĂŒrden – darunter auch die Fabrik, in der das bekannteste Auto der DDR, der Trabant, hergestellt wurde. 1990 und 1991 besuchte Martin Roemers die Sachsenring Automobilwerke in Zwickau fĂŒr eine Fotoserie ĂŒber den Fertigung des Trabants. Er hielt den Produktionsprozess fest und fertigte PortrĂ€ts der Arbeiter an. Nachdem bereits kurze Zeit spĂ€ter, im April 1991, die Produktion ausgelaufen war, fotografierte er 1992 die Verschrottung alter Trabants bei ihrem ehemaligen Hersteller Sachsenring. Roemers Fotografien holen den Trabant und seine Erbauer wieder zurĂŒck in unsere Gegenwart. Sie dokumentieren die letzten ZĂŒge einer im Verschwinden begriffenen industriellen Kultur. Auch in den PortrĂ€ts der Menschen dieser versunkenen Arbeitswelt lebt der nur 16 Jahre zurĂŒckliegende, so fern wirkende, ganz eigene Kosmos fĂŒr die Betrachter noch einmal auf. Martin Roemers (geb. 1962) ist freischaffender Fotograf und lebt in den Niederlanden. Er studierte an der Kunstakademie in Enschede. Seine Fotografien wurden in internationalen Magazinen und Zeitungen veröffentlicht. Zu seinen Arbeitsgebiete zĂ€hlen Osteuropa, der Kosovo und Afghanistan. 2006 gewann er einen Preis des World Press Photo Award in der Kategorie PortrĂ€ts, Fotoserien.
Sichten 11. Katalog zur Jahresausstellung 2007 des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt. 2007. 248 S., zahlr. meist fb. Abb. u. PlÀne 21 x 21 cm. Pb EUR 19,80 ISBN: 978-3-8030-0686-8 WASMUTH & ZOHLEN
Die Ausstellungsreihe Sichten ist eine offizielle Veranstaltung des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt. Sie findet seit 1997 jĂ€hrlich statt und hat sich inzwischen als Ausstellungsreihe ĂŒberregional fest etabliert. Gezeigt werden herausragende Studienarbeiten der letzten zwei Semester, ausgesucht von einem studentischen Team des Fachbereichs Architektur. PrĂ€sentiert werden EntwĂŒrfe, Zeichnungen, Fotografien, Modelle und Filme.
Die Ausstellung begleitend erscheint vorliegender Katalog, der eine sehens- und lesenswerte EinfĂŒhrung in Arbeitsweisen und Visionen einer heranwachsenden Generation junger Architekt/innen bietet und die hohe QualitĂ€t studentischer Projekte veranschaulicht. War die erste Sichten-Veröffentlichung noch eine einfache Schwarzweiß-BroschĂŒre, erscheint der aktuelle Katalog – wie die letzten JahrgĂ€nge – in buntem Hochglanzdruck und zweisprachig. Mit der Erstauflage von 1500 StĂŒck ist er zu einer beliebten LektĂŒre geworden und frĂŒhere JahrgĂ€nge sind mittlerweile gesuchte LiebhaberstĂŒcke.
Architekturpreis Zukunft Wohnen 2007. Hrsg.: InformationsZentrum Beton. Konzeption: Torsten Förster Text: RĂŒdiger Krisch, Amber Sayah, Erika Spiegel. 136 S., 155 meist fb. Abb. und PlĂ€ne. 24 x 25 cm. Br EUR 24,80 ISBN: 978-3-8030-0800-8 WASMUTH & ZOHLEN
Die Deutsche Zement- und Betonindustrie hat den Architekturpreis Zukunft Wohnen zum siebten Mal ausgelobt und 2007 an die Architekten herausragender Wohnbauten verliehen. Als Seismograph des Zeitgeschehens spĂŒrt der Wettbewerb aktuellen Trends des Wohnens und Lebens nach, fördert intelligente, innovative Wohnungsbaukonzepte und zeigt anhand der prĂ€mierten konkreten Beispiele, wie auch ĂŒber kostengĂŒnstige LösungsansĂ€tze in Planung und BauausfĂŒhrung eine hohe Ă€sthetische QualitĂ€t erreicht werden kann. Außerdem werden zukunftsweisende BeitrĂ€ge fĂŒr das nachhaltige und vor allem energieeffiziente Bauen erwartet.
Zehn Arbeiten aus 117 eingereichten realisierten Projekten wurden von einer hochrangig besetzten Expertenjury unter Leitung des renommierten Architekten Professor Dr.-Ing. Thomas Jocher mit einem Preis oder einer Lobenden ErwÀhnung bedacht. Sie werden in dieser anspruchsvoll gestalteten Dokumentation aus der Sicht der 13 Juroren wie auch von ihren Architekten beschrieben. Es sind vor allem stÀdtebaulich nachhaltige Objekte, die ausgezeichnet wurden und hier vorgestellt werden: GebÀude, die sich durch einen differenzierten Umgang mit dem stadtrÀumlichen Kontext auszeichnen. Raumkonfigurationen, die insgesamt freier und flexibler nutzbar sind als die bisher gÀngigen, kennzeichnen die ausgewÀhlten Wohnungskonzepte.
Die vorgestellten Bauten sind den Autoren der einleitenden TextbeitrĂ€ge Anlass, grundsĂ€tzliche Fragen zeitgemĂ€ĂŸen und zukunftstrĂ€chtigen Wohnens sowohl aus Juroren- als auch aus Architektensicht zu diskutieren und die HintergrĂŒnde gegenwĂ€rtiger urbaner Entwicklungslinien, wie die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den StĂ€dtebau, fachkundig zu beleuchten. Diese AusfĂŒhrungen ergĂ€nzen sich in idealer Weise mit den dichten Beschreibungen und den hochkarĂ€tigen Fotografien der Einzelbauten zu einem wichtigen Beitrag in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um lebenswerte Wohnformen.
Der architektonische Raum I-VI. Materialien zur Architekturtheorie 1-3. 3 Bde/Tle. Hrsg. v. Schröder, Uwe. 2007. 360 S., zahlr. sw. Abb. 21 x 21 cm. Gb iSch EUR 19,80 ISBN: 978-3-8030-0681-3 WASMUTH & ZOHLEN
Das dreibĂ€ndige Werk fasst die Ergebnisse der seit dem Wintersemester 2004/05 an der Kölner Hochschule unter Leitung von Uwe Schröder durchgefĂŒhrten architekturtheoretischen Seminare zusammen: zu einer chronologisch und thematisch gegliederten Materialsammlung (MAT 1–3) mit ĂŒber 60 Studienarbeiten, die in Exzerpten theoretischer Erörterungen, in Planzeichnungen und Modellfotos der konzeptuellen EntwĂŒrfe eine intensive theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Überlieferung des architektonischen Raumes dokumentieren und veranschaulichen. Sie werden durch ein- und weiterfĂŒhrende Texte des Herausgebers ergĂ€nzt. Der zeitgenössische Raumbegriff kann als pluralisierende Begrifflichkeit bezeichnet werden, die es aufgrund seiner inhaltlichen HeterogenitĂ€t geradezu erfordert, ihr eine eigenstĂ€ndige Theorie des architektonischen Raumes hinzuzufĂŒgen. In Uwe Schröders Seminaren wird mit diesem Ziel am Aufbau des chronologischen Profils der Ideengeschichte des Raumes, besonders des architektonischen Raumes von der Antike bis in die Gegenwart gearbeitet, wobei sich immer wieder neue inhaltliche Konturen ergeben, die das Profil der Begriffsgeschichte des Raumes differenzierter erscheinen lassen.
Der Herausgeber: Uwe Schröder, der seit 1993 ein eigenes ArchitekturbĂŒro in Bonn betreibt, ist Professor fĂŒr Entwerfen und Architekturtheorie an der Fachhochschule Köln und Autor mehrerer Veröffentlichungen zur Theorie des architektonischen Raumes.
Der Architekt Adolf Wollenberg. Leben und Werk. Wasmuth Hochschulschriften. Architektur, Band 2. 328 S., 130 Abb., 15 x 21,5 cm. Gb. EUR 49,00 ISBN: 978-3-8030-2101-4 WASMUTH & ZOHLEN
Die umfassende Monographie zu Leben und Werk eines fast vergessenen deutsch-jĂŒdischen Architekten.
In einer Epoche prosperierender Wirtschaft war Berlin zur Millionenstadt geworden, deren Topographie sich seit der ReichsgrĂŒndung von 1871 stĂ€ndig Ă€nderte. ReprĂ€sentative Wohn- und GeschĂ€ftsbauten prĂ€gten das Stadtbild. Zahlreiche Architekten setzten stĂ€dtebauliche Akzente nicht nur im Zentrum der aufstrebenden Metropole, sondern auch in den beliebten Außenbezirken. Zu ihnen zĂ€hlte auch der aus jĂŒdischer Familie stammende Adolf Wollenberg, ein SchĂŒler Alfred Messels. Als Vertreter einer eher traditionsgebundenen Formensprache und in Abstimmung mit den Ă€sthetischen AnsprĂŒchen und gestalterischen WĂŒnschen des GroßbĂŒrgertums errichtete er zwischen 1908 und 1928 vornehme Villen oder LandhĂ€user im Grunewald und Westend, aber auch BĂŒro- und GeschĂ€ftshĂ€user in Berlin Mitte.
Angesichts zunehmender Repressionen seitens der Nationalsozialisten emigrierte Wollenberg bereits 1933 ĂŒber Frankreich nach London, wo er vermutlich 1951 starb. Als zwar jĂŒdischer, aber letztlich doch deutscher Einwanderer konnte er im Ausland nicht mehr an seine Berliner Erfolge anknĂŒpfen.
Die Autorin: Dana Menzel studierte Kunstgeschichte, Klassische ArchÀologie und Geschichte in Frankfurt am Main. Sie ist im Kunsthandel tÀtig mit dem ZustÀndigkeitsbereich antike Numismatik.
Otto Herbert Hajek. Raum – Farbe – Zeichen. Hrsg.: Otto Herbert Hajek. Kunststiftung der Sparda-Bank Baden-WĂŒrttemberg. Text: Melanie Ardjah, Christoph Bauer, Brigitte Baumstark, Ursel Berger, Beate Ermacora. 130 S., 74 meist fb. Abb. 23 x 24,5 cm. Gb. Wasmuth, TĂŒbingen 2007. EUR 24,80 ISBN: 978-3-8030-3321-5 WASMUTH & ZOHLEN
Das Begleitbuch zu den Hajek-Ausstellungen in der StĂ€dtischen Galerie Karlsruhe, dem StĂ€dtischen Kunstmuseum Singen, dem Georg-Kolbe-Museum Berlin und dem Kunstmuseum MĂŒhlheim an der Ruhr in der Alten Post.
Der Bildhauer Otto Herbert Hajek (1927–2005) bestimmte die deutsche Kunst der 1960er und 1970er Jahre wesentlich mit. Sein 80. Geburtstag bietet nun einen willkommenen Anlass, sein Werk in einer Ausstellung – zunĂ€chst in Karlsruhe, wo er 1979–1992 an der Staatlichen Akademie der Bildenden KĂŒnste als Professor lehrte, spĂ€ter an weiteren Orten, denen er besonders verbunden war – sowie in diesem Katalogbuch zu prĂ€sentieren und erneut zur Diskussion zu stellen.
Gezeigt wird das gesamte Spektrum seines Schaffens: so seine frĂŒhen informellen Plastiken, seine „Raumknoten“, „Farbwege“ und „Stadtzeichen“ fĂŒr den Stadtraum, aber auch Gouachen, Messerschnitte und GemĂ€lde. Seine Platzgestaltungen und bauplastische Arbeiten werden anhand von Studien, Modellen und Fotos vorgestellt und im Katalog nĂ€her untersucht. Mit seinen raumgreifenden, stark farbigen „Stadtikonographien“, die er vor allem in den 1970er Jahren realisierte, wurde Hajek zu einem bedeutenden VorkĂ€mpfer und Wegbereiter moderner Kunst im öffentlichen Raum.
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1937. Perfektion und Zerstörung. Hrsg.: Thomas Kellein. Text: Thomas Kellein, Roman Grabner, Jutta HĂŒlsewig-Johnen, Felicitas von Richthofen; KĂŒnstlerbiografien von Matthias Albrecht, Cornelia Dernbach, Christiane Heuwinkel, Daniel Neugebauer. 528 S. 391 meist fb. Abb., 17 x 24 cm, Gb. EUR 49,90 ISBN: 978-3-8030-3319-2 WASMUTH & ZOHLEN
Das Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld vom 30. September 2007 bis 13. Januar 2008
Mit GemĂ€lden und Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken und Fotografien von 200 KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstlern fĂŒhrt uns die Kunsthalle Bielefeld in einer Ausstellung in die Zeit vor 70 Jahren zurĂŒck – in das Jahr 1937. Es ist das Jahr, in dem in MĂŒnchen die Wanderausstellung „Entartete Kunst“ mit ĂŒber hundert aus öffentlichen Sammlungen verbannten KĂŒnstlern eröffnet wurde. In der Sowjetunion wurde mit der „Entlarvung“ von „Spionen“ begonnen, nachdem auch Stalin die russische Avantgardekunst aus den Museen entfernt hatte. Nach dem MilitĂ€rputsch General Francos 1936 rĂŒstete sich auch Spanien gegen die Moderne, die Bombardierung Guernicas löste einen internationalen Schock aus. – In der Kunstgeschichte steht 1937 fĂŒr den Beginn eines Alptraums der PlĂŒnderung und Zerstörung. Die Kunst wird aufgrund der erzwungenen Migration nahezu schlagartig international. Viele KĂŒnstler ĂŒberdenken vor dem heraufziehenden Weltkrieg die Wirkung ihrer Formen. Die kĂŒnstlerische Synopse stellt den trĂŒgerischen Perfektionsidealen des Nationalsozialismus, wie sie Arno Breker, Leni Riefenstahl und diverse faschistische Maler verkörpern, deutsche KĂŒnstlerpersönlichkeiten wie Max Beckmann gegenĂŒber, die das „böse Erwachen“ darstellen. Einen Höhepunkt der PrĂ€sentation mit sehr bekannten, aber auch weniger bekannten Namen bildet der internationale Surrealismus mit Salvador DalĂ­, Max Ernst, RenĂ© Magritte, Man Ray oder Joan MirĂł, die wie Pablo Picasso ihr Entsetzen ĂŒber das Weltgeschehen zum Ausdruck brachten und dabei eindrucksvolle KunstdenkmĂ€ler schufen. Zum Abschluss der Schau stimmen abstrakte und konstruktivistische Hauptwerke darauf ein, dass Demokratie und Frieden ohne Ausgleich und Balance kaum möglich sind.
Hans van Heeswijk Architecture. Text: Marie-HélÚne Cornips, Hans Ibelings, Hans van Heeswijk. 600 S., 1400 Abb. u. PlÀne. 19 x 25 cm. Pb.EUR 68,00 ISBN: 978-3-8030-0655-4 WASMUTH & ZOHLEN
Texts: Marie-HĂ©lĂšne Cornips, Hans Ibelings, Hans van Heeswijk, Book Design: Irma Boom 600 pages with 1.400 illustrations and plans, mainly in colour Size ISBN: English edition 978 3 8030 0652 3
Ein PortrĂ€t der außergewöhnlichen, durch ihre Perfektion besonders ausgezeichneten Architektur des niederlĂ€ndischen ArchitekturbĂŒros Hans van Heeswijk, brillant gestaltet von der international bekannten hollĂ€ndischen Grafikerin Irma Boom
Von der Stiftung Buchkunst prÀmiert
Nominierung zum Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2008
SeebrĂŒcke. Fotografisches Tagebuch. Sassnitz 19. April 2006 – 20. Juli 2007. Fotos: Wilfried Dechau. Texte: Wilfried Dechau, Georg KĂŒffner, Christian Marquart, Dr. Ulrich Pohlmann. Text: deutsch und englisch. 120 S., 100 drucklackierte, meist ganzseitigen Abbildungen. 32 x 29,7 cm. Gb. mit Schutzumschlag. EUR 78,00 ISBN: 978-3-8030-0682-0 WASMUTH & ZOHLEN
Wer jetzt nach Sassnitz reist, kann hoch ĂŒber der Ostsee – begleitet vom Kreischen der Möwen – auf einer eleganten, sanft geschwungenen BrĂŒcke langsam zum Glasbahnhof schlendern oder das zierliche, durch die Luft zum RĂŒgenplatz hinauffĂŒhrende Band der FußgĂ€ngerbrĂŒcke aus grĂ¶ĂŸerer Distanz vom Wasser aus anschauen. Aber in diesem Buch ist genau das, was man jetzt mit eigenen Augen sehen kann, nicht zu finden. Stattdessen wird gezeigt, was heute nicht mehr zu sehen ist, nĂ€mlich wie diese BrĂŒcke entstand und wie es hier vorher aussah. Dieses Buch macht die Bau-Geschichte der BrĂŒcke greifbar.
Die vom Stuttgarter IngenieurbĂŒro Schlaich Bergermann und Partner geplante FußgĂ€ngerbrĂŒcke in Sassnitz wurde am 25. Juli 2007 eingeweiht (Bauzeit: von April 2006 bis Juli 2007). Wilfried Dechau hat die Bauarbeiten von den ersten Proberammungen ĂŒber den Aushub der Fundamente und die teils mit riesigen Autokranen bewerkstelligte Montage der BrĂŒckenteile bis hin zum letzten Handgriff beim Anbringen der geschwungenen HandlĂ€ufe mit der Kamera begleitet. Er war auf der Baustelle den Handwerkern genauso nah wie den Ingenieuren und hat nicht nur das allmĂ€hliche Werden der BrĂŒcke in Bildern festgehalten, sondern auch die Konzentration und Anspannung in den GesichtszĂŒgen der Beteiligten feinfĂŒhlig protokolliert. In diesem Bildband geht es nicht nur um eine BrĂŒcke in schwindelnder Höhe, es geht um das Abenteuer des Bauens und die Faszination des Ingenieurberufes schlechthin.
Wilfried Dechau war viele Jahre Chefredakteur einer Zeitschrift fĂŒr Architekten und Ingenieure. Besonderes Augenmerk hat er dabei immer auf die Fotografie gelegt. 1995 hat er den seither alle zwei Jahre international ausgelobten Architekturfotografie-Preis „architekturbild“ ins Leben gerufen. 1996 verfasste er ein Buch ĂŒber die Architekturfotografie, 2003 hat er den Verein architekturbild e.v. gegrĂŒndet, der sich zum Ziel setzt, das kĂŒnstlerische Niveau der Architekturfotografie zu fördern. 2001 wurde seine Fotoserie zum Bau der kurze Zeit weltweit grĂ¶ĂŸten HĂ€ngebrĂŒcke ĂŒber den Storebelt mit dem Kodak Fotokalenderpreis ausgezeichnet. Seit 2005 widmet sich Wilfried Dechau vor allem der Aufgabe, das Bauen als Prozess im Bild festzuhalten und nicht nur das fertige Bauwerk. 2006 erschien im Ernst Wasmuth Verlag sein bibliophiles Buch „Traversinersteg. Fotografisches Tagebuch 14. April – 16. August 2005“ zu der außergewöhnlichen HĂ€ngebrĂŒcke JĂŒrg Conzetts am Viamala-Wanderweg.
Paul Ludwig Troost. „Germanische Tektonik“ fĂŒr MĂŒnchen. 2007. 112 S. 125 Abb., 19,5 x 26 cm. Pb., EUR 24,80 ISBN: 978-3-8030-0678-3 WASMUTH & ZOHLEN
Wer an die Architektur des Dritten Reiches denkt, assoziiert die Bauten von Albert Speer. Paul Ludwig Troost ist dagegen fast unbekannt. Troost, der von Hitler den Titel „Erster Baumeister des FĂŒhrers“ verliehen bekommen hatte, starb am 21.01.1934. Mit seinen EntwĂŒrfen fĂŒr zwei Großbauten in MĂŒnchen hatte er jedoch die Ikonographie der nationalsozialistischen Architektur so stark geprĂ€gt, dass Speer noch im Januar 1944 in der Zeitschrift „Die Kunst im Dritten Reich“ Troost als den Architekten wĂŒrdigte, der die „ersten und starken steinernen Symbole der Bewegung“ geschaffen hatte.
Troosts Architektur lĂ€sst sich ableiten von der klassizistischen Monumentalarchitektur aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Das Neue und zugleich Moderne an ihr ist der Verzicht auf jedes schmĂŒckende Detail. Die Reduktion der klassizistischen Architektur auf kantige und geometrisierte Einzelformen, die in ihrem schichtartigen Aufbau Wehrhaftigkeit darstellen, ließ Troosts Parteibauten auf dem MĂŒnchner Königsplatz zu Paradigmen einer „Germanischen Tektonik“ werden. Aufgrund ihrer bildhaften Architektursymbolik waren sie normativ fĂŒr das Bauen im Dritten Reich. Neben dem ideologisch belasteten Troost gibt es aber auch den Systematiker, der an die modularen EntwĂŒrfe von Durand anknĂŒpfte. Von besonderem Interesse an Troost ist die Verbindung moderner, rationaler Strukturen mit einem „nackten Klassizismus“, der Prinzipien der Revolutionsarchitektur aufgriff.
Vila Tugendhat Brno: Hrsg.: UniversitĂ€t Karlsruhe, FakultĂ€t fĂŒr Architektur Institut fĂŒr Baugestaltung II: Fotos: Christoph Engel, Thilo Mechau, Bernd Seeland: Text: deutsch, englisch. 132 S., 187 meist fb. Abb. 20 x 30 cm. Pb. EUR 28,00 ISBN: 978-3-8030-0679-0 WASMUTH & ZOHLEN
Die Villa Tugendhat in Brno/BrĂŒnn/CZ ist das berĂŒhmte Projekt von Ludwig Mies van der Rohe aus den Jahren 1928–30, geplant und gebaut fĂŒr Grete und Fritz Tugendhat – zeitgleich zum Barcelona Pavillon, welcher in seiner Originalsubstanz 1930 wieder demontiert wurde. Trotz der abenteuerlichen Geschichte der Nutzung als militĂ€rische Unterkunft, als Jugendclub, als Ballettschule und als GĂ€stehaus und trotz einiger Sanierungsmaßnahmen ist die Villa Tugendhat in ihrer Substanz weitgehend erhalten und eine außergewöhnliche Besonderheit. Diese Publikation des Instituts fĂŒr Baugestaltung II der UniversitĂ€t Karlsruhe (TH), FakultĂ€t fĂŒr Architektur erscheint als Begleitbuch der Ausstellung „Vila Tugendhat Brno“. Sie ist nicht nur eine zeitgenössische Fotodokumentation ĂŒber das Haus Tugendhat, sondern auch eine aktuelle Deutung der Architektur mit den Mitteln der Fotografie 75 Jahre nach der Fertigstellung des GebĂ€udes.
Die Texte nehmen Stellung zur AktualitÀt der Aufnahmen, zur wechselvollen Geschichte des Hauses bis in die Gegenwart und zur speziellen Bedeutung und Wirkung der Architekturfotografie.
Das gute Leben. Der Deutsche Werkbund nach 1945. Hrsg.: Gerda Breuer. 320 S., 340 z. T. fb. Abb., 21 x 30 cm. Pb. Wasmuth, TĂŒbingen 2007. EUR 39,80 ISBN: 978-3-8030-3207-2 WASMUTH & ZOHLEN
Das 100. GrĂŒndungsjubilĂ€um 2007 ist Anlass, eine der bisher vernachlĂ€ssigten Perioden des Deutschen Werkbunds, die beiden Jahrzehnte nach 1945, nĂ€her zu untersuchen. Nach seiner Auflösung im Dritten Reich formierte sich der Werkbund in den ersten Nachkriegsjahren neu und löste heftige Diskussionen ĂŒber Sinn und Ausrichtung einer zeitgemĂ€ĂŸen Formgestaltung aus. Mit großer moralischer Verve wurde der Zusammenhang zwischen guter Architektur bzw. Produktgestaltung und dem Geist der Modernisierung beschworen. Gelungene Formgebung war Metapher fĂŒr gute Lebensgestaltung und eine intakte Gesellschaft.
Die reich bebilderte Publikation begleitet die Ausstellung ĂŒber fĂŒnf Werkbundmitglieder, die in Wuppertal, in einem Fall in Remscheid, geboren sind oder dort langjĂ€hrig gearbeitet haben: den Direktor der Werkkunstschule Wuppertal, Jupp Ernst, die Maler und KunstpĂ€dagogen Max Burchartz und Werner Graeff sowie die Architekten und „Designer“ Heinz Rasch und Hans Schwippert.
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Vogt-Göknil, Ulya: Die Schrift an islamischer Architektur. 2007. 100 S., 81 sw. u. 9 fb. Abb. 27 x 19 cm. Pb EUR 24,80 ISBN: 3-8030-0677-5 WASMUTH & ZOHLEN
Schrift und Ornament treten in der islamischen Architektur zwar meist zusammen auf, ihre Bedeutung und Funktion sind aber unterschiedlich. Vor allem von westlichen Architekturhistorikern, welche „die Kalligraphie“ hĂ€ufig nur als eine weitere Variante des Ornaments betrachten, wurden beide bisher oft nur als Folge oder Kompensation des koranischen Bilderverbots gedeutet, ihre Funktion auf die AusschmĂŒckung von Mihraben, Toren oder Kuppeln reduziert.
Die Autorin erkennt jedoch im Reichtum und der Vielfalt der Schrift und des Ornaments in der islamischen Architektur nicht ein Resultat des VerzichtenmĂŒssens des Abbildens, sondern eine abstrahierende KreativitĂ€t: Im Koran wird dem Menschen die GrĂ¶ĂŸe, Allmacht und Unvergleichbarkeit Gottes gelehrt, die in der Natur und der GesetzmĂ€ĂŸigkeit der Naturerscheinungen und -ereignisse zu erkennen sind. Er ist angehalten, durch Beschauen und Betrachten den Sinn der Geschehnisse zu erfassen. So wird statt individueller Naturbetrachtung bzw. subjektiver Naturdeutung von der menschlichen Vernunft in erster Linie ein Abstraktionsprozess gefordert: eine Reduktion der Vielfalt der sinnlichen Erscheinungen auf bestimmte Grundmuster. So stellen die geometrischen und geometrisierenden Formen, die – immer wieder neu variiert – den Grundbestand des islamischen Ornaments bilden, das Unendliche und die Unwandelbarkeit der kosmischen Gesetze dar. Sie bilden wiederum den – statischen – Rahmen fĂŒr die Schrift, die vor allem Koranverse wiedergibt, also Gottesworte verkĂŒndet – und im Gegensatz zur Ornamentik keinem gestalterischen Grundgesetz unterworfen zu sein scheint. Um dieses PhĂ€nomen und die spezifische Bedeutung und Funktion der Schrift an islamischer Architektur zu entschlĂŒsseln, untersucht die Autorin, wann und wo sie erstmals auftrat und welche Innen- und Außenteile der Bauten im Laufe der Geschichte zu ihren TrĂ€gern wurden, und beschĂ€ftigt sich auch mit der Frage der GegenwĂ€rtigkeit und Lesbarkeit des Geschriebenen.
Die Autorin:
Die in ZĂŒrich lebende Wissenschaftlerin und Architektin gehört weltweit zu den AutoritĂ€ten in Fragen islamischer Architektur und hat in verschiedenen Sprachen zahlreiche Standardwerke zu diesem Themenkreis verfasst.
ackermann + raff. FĂŒgen – Formen – Konstruieren. Hrsg.: Enrico Santifaller. 128 S., 245 meist fb. Abb. und PlĂ€ne. 24 x 26 cm. Pb., EUR 24,80 ISBN: 978-3-8030-0664-6 WASMUTH & ZOHLEN
Bauherrn, Jurys und Preisgerichte schĂ€tzen die prĂ€zisen Arbeiten von Ackermann & Raff: Das vielfach preisgekrönte und veröffentlichte ƒuvre des renommierten TĂŒbinger ArchitekturbĂŒros zeichnet sich durch das sorgfĂ€ltige FĂŒgen von preiswerten Materialien und vorgefertigten Bauteilen, durch eine exakte formale Sprache sowie den subtilen Umgang mit Landschaft und Topographie aus. Ob Gewerbebauten, öffentliche GebĂ€ude oder Wohnung- und StĂ€dtebau, die Architekturen der TĂŒbinger Planer verschrĂ€nken regionale Baukultur mit zeitgenössischen Anforderungen, verknĂŒpfen komplexe Situationen mit aufgabengerechter Inszenierung, verbinden eine zurĂŒckhaltend-raffinierte Erscheinung mit dem Schaffen von Ressourcen schonenden Strukturen.
Der vom zuletzt mit dem DAI Literaturpreis 2005 ausgezeichneten Architekturjournalisten Enrico Santifaller herausgegebene Band gewĂ€hrt in mehreren Interviews Einblick in die Arbeitsweise, in Positionen, Gestaltungsprinzipien und Konzepte von Gerd Ackermann, Hellmut Raff und ihrer Mitarbeiter. Knappe Texte und einfĂŒhlsame Fotographien stellen die wesentlichsten Bauten des BĂŒros vor.
besser wohnen. Siedlungskonzepte im deutschen SĂŒdwesten. Hrsg.: Max Stemshorn. Texte: Andreas Feldtkeller, RĂŒdiger Krisch, Christian Kuhlmann, Carmen Mundorff, Christoph Neis, Martina Schröder, Max Stemshorn, Thomas Vogel, Helen Wanke, Eberhard Wurst. 96 S. 105 Abb. und PlĂ€nen in s/w und 34 fb. Abb. 21,5 x 26,5 cm. Gb. mit SU EUR 19,80   ISBN: 978-3-8030-0680-6 WASMUTH & ZOHLEN
Vor gut einhundert Jahren standen die StĂ€dte nach den UmwĂ€lzungen der Industriellen Revolution vor großen sozialen Herausforderungen. Kommunen und aufgeschlossene Industrielle erkannten nach einem lĂ€ngeren Umdenkungsprozess ihre Verantwortung und begannen ausgehend von England Siedlungen fĂŒr bedĂŒrftige Bevölkerungsschichten zu entwickeln.
Anhand von Beispielen aus dem deutschen SĂŒdwesten gibt das Buch schlaglichtartig einen Überblick ĂŒber die wechselvolle Entwicklung, die der Siedlungsbau seither erlebt hat: von der Gartenstadt um 1900 ĂŒber die Blut-und-Boden-Ideologie des NS‑Staats bis zum Nachbarschafts-Konzept der 1950er Jahre; gefolgt vom Fortschrittsoptimismus in den TrabantenstĂ€dten der spĂ€ten Sechziger, die anschließende Wiederentdeckung traditioneller Stadtquartiere nach 1975 bis hin zu Modellvorhaben der Gegenwart.
Aus dem Inhalt: Gartenstadt am Bodensee. Die Zeppelinsiedlung Friedrichshafen; Vorzeigestadt des Arbeiterwohnungsbaus. Die Ulmer Siedlungen Untere Bleiche, Beim Kessel und Unterer Kuhberg; Sozialwohnungsbau der Vergangenheit. Die Arbeiterkolonie Gmindersdorf bei Reutlingen; Bewegung auf der Scholle. Die SA‑Dankopfer-Siedlung in Neu-Ulm-Ludwigsfeld; Stadterweiterung in den 1950er Jahren. Wohnungsbau am Ulmer Eselsberg; Zeit des Wiederaufbaus. Die Eberhard-Wildermuth-Siedlung in TĂŒbingen; Siedlungsbau der 1960er Jahre. Die Gartenstadt Orschel-Hagen in Reutlingen; TerrassenhĂ€user und Teppichbebauung. Die Siedlung Hochberg in Ravensburg; EinflĂŒsse der Postmoderne. Der Sandberg in Biberach an der Riss; Ökologisches Bauen. Die Siedlung SchafbrĂŒhl in TĂŒbingen; Kosten- und flĂ€chensparendes Bauen. Die Siedlung Eschwiesen in Ulm-Wiblingen; Individuelles und verdichtetes Bauen. Die Rissegger Steige in Biberach; Leben auf der Sonnenseite. Energieoptimiertes Bauen in Ulm; Renaissance der Stadt. Französisches Viertel in TĂŒbingen
Pace, Alessandra /Grau, Lenny: Hannah Dougherty. Das Gartenhaus Projekt und aktuelle Arbeiten 2005/2006. 2007. 72 S., zahlr. meist fb. Abb. 28 x 21 cm. Ebr EUR 18,00 ISBN: 3-8030-3206-7 WASMUTH & ZOHLEN
Hannah Doughertys Malerei zeichnet sich durch eine „Retro-Patina“ der dominierenden Pastellfarben und stark konturierten Figuren aus, die sich hauptsĂ€chlich an KinderbĂŒcher, Werbung und Comics aus den 1950er Jahren anlehnen. Hinzu kommen grafische Bildelemente, die an Kupferstiche von DĂŒrer und Abbildungen in alten EnzyklopĂ€dien erinnern. Im Gartenhausprojekt, das wie das BĂŒhnenbild eines vorstĂ€dtischen Arkadiens wirkt, klebt die KĂŒnstlerin außerdem handgeschriebene Notizen und verschiedene Zettel – darunter eine Rechnung einer Berliner Viehhandlung aus dem Jahr 1939 und einen japanischen Zugfahrplan – zumeist verkehrt und unvermittelt nebeneinander auf das Bild, so dass diese Elemente wie kaum zu entziffernde ErinnerungsstĂŒcke wirken. Sie sollen offenbar dafĂŒr sorgen, dass die Zeichensprache von den Bildern auf geschriebene Texte und die verbale Kommunikation ĂŒbergreift, und sie sollen wohl auch eine Kettenreaktion des Verweisens und Bezugnehmens an der BildoberflĂ€che verstĂ€rken. Schließlich erweitern diese Details die Fokussierung unseres Blicks von großformatigen Bildern bis hin zu winzigen Buchstaben, von der Gesamtschau zum Detail.
Jupp Ernst. 1905–1987. Designer, Grafiker, PĂ€dagoge. 296 S. 235 Abb. dav. 115 fb. 23,5 x 27,5 cm. Gb. mit Schutzumschlag. EUR 48,00 ISBN: 978-3-8030-3205-8 WASMUTH & ZOHLEN
Sein bekanntestes Objekt ist wohl die Afri-Cola-Flasche, entworfen 1962. Auch heute im Zuge diverser Retrotrends wieder populĂ€r, wurde sie ursprĂŒnglich durch die ‚modernistische‘ Werbekampagne Charles Wilps in die Alltagskultur eingefĂŒhrt. Engagierte Modernisierung der bis Ende der 1940er Jahre weitgehend handwerklich-kunstgewerblichen Orientierung im Design war auch das Anliegen von Jupp Ernst. Er gehört zu den Pionieren der „Industrieform“ und ganzheitlicher Werbekonzepte, des „Corporate Design“. Es ging ihm stets darum, klare und zweckmĂ€ĂŸige Formen zu schaffen und auf Kitsch zu verzichten.
Jupp Ernst war einer der renommiertesten Designer im Nachkriegsdeutschland. 1948 wurde er Direktor der Meisterschule fĂŒr das gestaltende Handwerk in Wuppertal, die er im Laufe seiner Amtszeit in eine AusbildungsstĂ€tte fĂŒr Industriedesign umbaute, die auch visuelle Kommunikation mit einbezog. In den 1950er und 1960 Jahren war er ein typischer Vertreter der „guten Form“. Als Universalgestalter arbeitete Ernst nicht nur als Designer, sondern auch als Werbegrafiker, Fotograf oder Architekt, er war einer der fĂŒhrenden Köpfe des Deutschen Werkbundes und des Rates fĂŒr Formgebung sowie auch Maler und Plastiker. Dieser Vielzahl von TĂ€tigkeiten, der schöpferischen Entwicklung und dem Lebenswerk von Jupp Ernst geht Gerda Breuer in ihrem Buch nach.
Aus dem Inhalt: Kindheit, Jugend, Studium; Erstes Atelier und die „3 Werber“; Tapetenfabrik Rasch; Deutsche WerkstĂ€tten Hellerau; Kriegszeiten und NeuanfĂ€nge nach 1945; Deutscher Werkbund und Rat fĂŒr Formgebung; GrĂŒnder der Zeitschriften „werk und zeit“ und „form“; Die KĂŒnstlergruppe „Junger Westen“; Die Marke Melitta; Direktor der Werkkunstschule Wuppertal; Institut fĂŒr Industrieform Wuppertal; Agfa, Strothmann, Goldpfeil, Gehwohl et al., Scherpe-Verlag, Peill & Putzler GlashĂŒttenwerke DĂŒren; 15 Jahre Staatliche Werkkunstschule Kassel; Marken und Zeichen; documenta III, 1964 – Sonderausstellung „Industrial Design“ und „Graphik“; FĂŒr und wider Kunststoff; Neues Erscheinungsbild fĂŒr Afri Cola; Dritter Lebensabschnitt Kunst.
Islamische Kunst am Mittelmeer. Hrsg. v. Museum ohne Grenzen /Schubert, Eva. 2007. 272 S., 380 fb. Abb. 33 x 27 cm. Pb EUR 29,80 ISBN: 3-8030-4105-8 WASMUTH & ZOHLEN
Die großen islamischen Dynastien des Mittelmeerraums mit ihrem faszinierenden kĂŒnstlerischen und kulturellen Erbe sind die Protagonisten dieses schönen, wissenschaftlich fundierten Bildbands. Als Autoren zeichnen 39 Wissenschaftler, Museumskuratoren und Kulturexperten aus 14 LĂ€ndern in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. In 22 Kapiteln fĂŒhren sie den Leser durch 13 Jahrhunderte der islamischen Geschichte – von der Zeit des Propheten Muhammad bis zum Ende des Osmanischen Reiches im Jahr 1922.
„Islamische Kunst am Mittelmeer. Faszinierende Entdeckungen“ ist ein Gemeinschaftswerk, das fĂŒr all jene geschrieben wurde, die mit uns die Vorstellung teilen, dass es nicht nur eine Geschichte gibt, sondern mindestens so viele Geschichten, wie Völker existieren. Die Idee dieses Buches ist es, zu einem historisch prĂ€ziseren und damit authentischeren VerstĂ€ndnis des Islam beizutragen, indem es unterschiedliche Perspektiven bietet, was die Interpretation von Geschichte, Kunst und Kultur betrifft.
Diese Veröffentlichung ergÀnzt das Virtuelle Museum
www.discoverislamicart.org und seinen Zyklus von 18 Ausstellungsstraßen „Museum ohne Grenzen. Islamische Kunst im Mittelmeerraum“.
Aus dem Inhalt: Chronologie; Islamische Kunst in Museen – Botschafter einer Zivilisation; Der Mittelmeerraum vor der Ausbreitung des Islam; Der Prophet und die rechtgeleiteten Kalifen; Die Umayyaden: Damaskus, die erste Hauptstadt; Figurativer Dekor; Die Abbasiden: das erste islamische Imperium; Die Eroberung des Westens: CĂłrdoba, die Hauptstadt der Umayyaden in al-Andalus; Kalligrafie: die sublime Kunst des Islam; Sizilien unter islamischer und normannischer Gewalt; Die Fatimiden: zwei Jahrhunderte der Vorherrschaft; Frauen und Macht im islamischen Mittelmeerraum; Der muslimische Westen nach den Umayyaden; Islamische Geometrie: die Philosophie des Raums; Der Zentralmaghreb: Eroberung und Widerstand; „Wir haben alles, was lebendig ist, aus Wasser gemacht“: Wasser im Islam; Die MudĂ©jar-Kunst: islamisches Erbe im christlichen Spanien und Portugal; Die Zeit der Ayyubiden: Konflikte und Koexistenz im Syrien des Mittelalters; Der Haddsch: Pilgertum im Islam; Die Mamluken: Kairo als neues Zentrum der islamischen Welt; Wissenschaft und Musik; Die Osmanen: Herrscher ĂŒber sechs Jahrhunderte; Spiegelungen des Paradieses: floraler Dekor in der islamischen Kunst; Westliche EinflĂŒsse auf die osmanischen LĂ€nder
Laboratorium Lack. Baumeister, Schlemmer, Krause 1937–1944. Hrsg.: Kunstmuseum Stuttgart. Text: Marion Ackermann, Angela Matyssek, Cara Schweitzer, Daniel Spanke, Barbara und Richard Wörwag, Friedrich Weltzien. 128 S., 70 fb. Abb., 18 x 24 cm. Gb. EUR 24,80 Das Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart, 28. April – 22. Juli 2007 ISBN: 978-3-8030-5073-1 WASMUTH & ZOHLEN
Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung waren Willi Baumeister und Oskar Schlemmer als so genannte „entartete KĂŒnstler“ aus ihren Professuren entlassen worden. 1941 erhielten sie zusĂ€tzlich Mal- und Ausstellungsverbot. Zwischen 1937 und 1944 waren sie bei der Wuppertaler Lackfabrik Dr. Kurt Herberts & Co. angestellt. Dort fertigten die beiden gemeinsam mit dem KĂŒnstler und Architekten Franz Krause ĂŒber 160 Versuchstafeln an, die ein wichtiger zeitgenössischer Beitrag zur Erforschung der Maltechnik sind. Mit außergewöhnlichem Engagement konnten die „Freunde des Kunstmuseum Stuttgart“ jetzt diese einmaligen Arbeiten erwerben. Sie wurden dem Museum im April 2007 feierlich ĂŒbergeben und gehören von nun an zum Bestand der Sammlung. Rund um diese Neuerwerbung prĂ€sentiert das Kunstmuseum Stuttgart vom 28. April bis 22. Juli die Ausstellung „Laboratorium Lack. Baumeister, Schlemmer, Krause 1937–1944“.
Bei ihren Experimenten arbeiteten die drei KĂŒnstler mit Farbtropfen, FarbverlĂ€ufen und pastosem Auftrag von Farben oder Spachtelkitt. In anderen Versuchen betonten sie Pinsel- oder KammzĂŒge oder arbeiteten mit Feuer. Sie gebrauchten Spritz- und Abklatsch-Techniken, verarbeiteten Sand und Glassplitter, sie integrierten sogar chemische Reaktionen oder Pressluft in ihre Gestaltungen. Mit „Modulationen“ (die FlĂ€che belebenden FarbauftrĂ€gen) und „Patina“ (Spuren des natĂŒrlichen Alterns) erprobten sie zufĂ€llige und neuartige Strukturen mit Ă€sthetischer Wirkung. Von zentraler Bedeutung waren die „EigenbildungskrĂ€fte“ der Materialien, nicht so sehr die Kontrolle des KĂŒnstlers ĂŒber sie. Als Vorbild dienten NaturphĂ€nomene und die Ausformung ihrer OberflĂ€chen, z.B. bewegtes Wasser, dichter Waldbewuchs, verwitterte WĂ€nde. Zudem verfassten Baumeister, Schlemmer und Krause Publikationen zur Geschichte der Maltechnik von der Vorzeit bis in die Gegenwart, die in der „Schriftenreihe Dr. Kurt Herberts“ erschienen.
Alle drei KĂŒnstler kamen auf Vermittlung des Architekten Heinz Rasch bei der Lackfabrik von Dr. Kurt Herberts unter. Mit dem Wuppertaler Fabrikanten verband sie aber auch ihre enge Beziehung zu Stuttgart: Willi Baumeister und Oskar Schlemmer hatten gemeinsam bei Adolf Hölzel an der Stuttgarter Kunstakademie studiert, Franz Krause war technischer Bauleiter am Weißenhof, Kurt Herberts hatte an der Technischen Hochschule Stuttgart promoviert. Ihre Bildexperimente knĂŒpfen direkt an die Materialverwendung der Surrealisten an und greifen die Ästhetik von Fotogrammen auf. Sie weisen auf Formgebungen des Informel und des abstrakten Expressionismus voraus.
In der Ausstellung sowie der zugehörigen Publikation werden diese historisch bedeutsamen Versuchstafeln einer Reihe von Werken gegenĂŒbergestellt, ĂŒber die interessante visuelle Analogien und technische BezĂŒge sichtbar werden. Dazu gehören Werke von Max Ernst, Óscar DomĂ­nguez, Albert Renger-Patzsch, Ernst Wilhelm Nay, Mark Tobey, Jackson Pollock, Sigmar Polke, Andy Warhol sowie asiatische Lackobjekte.
Aus dem Inhalt: Ereignis/Bild. Einblicke in das Laboratorium der Wuppertaler Arbeitsgemeinschaft; Der KĂŒnstler als Material(geschichts)forscher. Willi Baumeisters Arbeit fĂŒr das Wuppertaler Maltechnikum; Das kleine Werk. Opustheoretische Überlegungen zu den Lacktafeln von Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Franz Krause im Kunstmuseum Stuttgart; AnnĂ€herung an eine Materialikonografie des Lacks; „Also Lack! – Was ist Lack? Wo ist sein Ursprung? Was ist sein Wesen?“ Lacktechnische Anmerkungen zu den Lacktafeln von Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Franz Krause; Die Lebendigkeit des Materials. Zur Geschichte selbstorganisierender Flecken zwischen Kunst und Wissenschaft
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